Gerade beim “Eulenspiegel” entdeckt.
keine Anzeige
Da kann das einst vom Deutschen Olympischen Sportbund abgemahnte Saftblog nur von lernen. Denn die Macher des Saftblogs hatten ein Problem, das der “Eulenspiegel” nicht hat.
Zumindest die Verwendung der Olympischen Ringe in einem der beiden abgemahnten Beiträge könnte eventuell zu einem Problem werden. Die Verwendung im geschäftlichen Verkehr ist seit 2004 ausschließlich dem NOK und dem IOC gestattet.
Und sollte es doch Kondome dieser Art unter dem Markenzeichen des IOC geben, steht ja immer noch “keine Anzeige” über dem Bildchen.
dosbsaftblogabmahnung
Die fiesen Strategien der Unternehmen, sich aufmuckende Mitarbeiter mit dubiosen Kündigungsgründen vom Hals zu schaffen, reißen nicht ab. Die Firma Obi wirft einem Betriebsratsvorsitzenden in Bietigheim-Bissingen, nahe Stuttgart, Betrug vor und erteilte die fristlose Kündigung. Neues Deutschland
Wer dem von der Kündigung betroffenen Betriebsratsmitglied Klaus Armbruster seine Solidarität zeigen möchte, kann dies im Web tun. Denn die Kollegen in Baden-Württemberg haben bereits eine Soli-Seite ins Netz gestellt. Bitte hier KLICKEN!!!
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Wetten, dass die Frau Bundeskanzlerin die SPD für ziemlich bescheuert hält?! Immerhin fordern ja manche SPD-Politiker einen Sozialtarif für Strom. Genau den aber hält die Kanzlerin aus der Uckermarck für völlig “plemmplemm”. Denn der BamS gegenüber erzählt die Frau Bundeskanzlerin, dass es eines solchen Sozialtarifs nicht bedürfe, weil der Staat den Erwerbslosen landauf, landab ohnehin die Stromkosten erstatte. Blöderweise stimmt das aber überhaupt nicht. Vielleicht singen die Kabarettisten demnächst: “Ich kann nix, ich weiß nix gebe aber gerne Interviews.”
***)Foto via Flickr von fraencko.
Wann bitteschön kommt endlich ein FOCUS-Watchblog?! Es wäre an der Zeit.
Hätte der Kollege vom FOCUS mit dem Kürzel “KA” wie “Keine Ahnung” doch nur bei Reuters abgeschrieben, dann wäre ihm dieser Fehler nicht passiert. Nun aber ist es geschehen und für die nächste Redaktionskonferenz schlage ich vor, das hier zu lesen:
Zur Durchsetzung der Unschuldsvermutung sind strafrechtliche Verbote (Verfolgung Unschuldiger, falsche Verdächtigung, Verleumdung, üble Nachrede) und je nach Sachlage verschiedene zivilrechtliche Abwehr- und Ausgleichsansprüche (Anspruch auf Gegendarstellung, Widerruf, Richtigstellung, Schadensersatz, Geldentschädigung, Unterlassung) vorgesehen. Die Vermutung der Unschuld endet mit der Rechtskraft der Verurteilung.
Inwieweit die Unschuldsvermutung über das Strafverfahren hinaus auch eine Austrahlungswirkung hat, z. B. für die Medien, die über ein Strafverfahren berichten, ist in den Einzelheiten streitig und wird von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt. In der Bundesrepublik Deutschland ist der Unschuldsvermutung Ziffer 13 des Pressekodex gewidmet: “Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.” Quelle: Wikipedia
Und was für den FOCUS gilt, darf selbstverständlich auch auf ein anderes BURDA-Blatt übertragen werden. Die Rede ist von der Illustrierten DIE BUNTE. Über die beim Rundfunk Berlin-Brandenburg Interessantes, weil journalistisch Verwerfliches, berichtet wird. Es geht um “gekaufte Beiträge” zugunsten der Pharma-Industrie. Selbstverständlich ein haltloser Vorwurf, wie die BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel in einer Gegendarstellung betont. focusburdaunschuldsvermutungkäseblatt
Komiker Mike Krüger wirbt für den Hagebaumarkt unter anderem damit, dass die Kunden des Baumarktes ihre Meinung frank und frei in ein Kunden-Wiki schreiben dürfen. Dem eigenen Betriebsrat gegenüber verhält sich Hagebaumarkt unterdessen völlig anders. Privatdetekteien, Abmahnungen und fristlose Kündigungen stehen etwa im Hagebaumarkt Eutin (Ostholstein) auf der Tagesordnung. Einem Zeitungsbericht mit der Überschrift “Spießrutenlauf für Betriebsrat” zu der Schikane gegenüber dem im Hagebaumarkt Eutin amtierenden Betriebsrat Daniel Hettwich ist Folgendes zu entnehmen:
Geht es noch übler?!
Voll aus dem Leben gegriffen, was der Film “Selbstgespräche” ab dem 31. Juli 2008 im Kino präsentiert.
Und hier geht es zur Kino-Ankündigung: Selbstgespräche
Neun Jahre und acht Monate Haft für einen Metzger, der seine kleine Stieftochter 248 Mal vergewaltigt hat. Was passiert solchen Typen eigentlich, wenn sie im Knast ihre Strafe absitzen?
Es ist schön, dass dieses unser Land noch über sooooo richtige Unternehmen mit Tradition verfügt. Unternehmen, die an zwei Weltkriegen bestens verdient haben und deren Manager “dem Führer” als Reichswirtschaftsführer begegneten. Alles rein geschäftlich natürlich. Denn im Herzen waren sie alle und immer “lupenreine” Demokraten. Bei den Treffen ging es wohl halt nur ums Pragmatische, wie etwa um den Zustrom von Zwangsarbeitern und die Zuteilung neuer Aufträge. Stellvertretend für die hochentwickelte Wirtschaftsethik in diesem unserem Lande sei dieses kleine Büchlein empfohlen, das sich mit der Geschichte des Unternehmens Siemens befasst.
Ein Buch, das sich auf Veranlassung der Siemens AG, zu einem wahren Beschäftigungsprogramm für Juristen entwickelte. Das alles nur deshalb, weil die Siemens AG mit der Kunstfreiheit des Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz so ihre Probleme hatte. Und wer gegen ein Buch aus der Feder eines unternehmensfremden Autoren zu Felde zieht, wird sich dieser Frage durchaus stellen müssen:
Es geht um das Betriebsratsblog der Terminal Service Gesellschaft TSG, die eine hundertprozentige Siemens-Tochter ist.
Ex-Reichskanzler Adolf Hitler als Wachsfigur bei Madame Tussaud. Der unter dem Zeichen des Widders geborene “Größte Führer aller Zeiten” dürfte und das ist jetzt “mutmaßlicher Wille” jede Menge Spaß daran haben, wenn er sich jetzt wenngleich etwas kopflos in “seiner Reichshauptstadt” wiederfindet. Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und damit kommen wir zum “tatsächlichen Willen” weilt anders als der GRÖFAZ unter den Lebenden, sodass allein dessen tatsächlicher Wille zählt. Und dieser tatsächliche Wille des nicht minder willensstarken, weil ebenfalls im Zeichen des Widders geborenen Helmut Kohl und beharrlichen Ehrenwort-Bewahrers und Aussageverweigerers aus Oggersheim ist eindeutig: “Birne Kohl” will nicht bei Madame Tussaud stehen. Aber nicht etwa, weil ihm die Nachbarschaft mit dem GRÖFAZ gegen den Strich ginge, sondern weil er irgendwelche Bedingungen aufgestellt habe, woran das Wachsfigurenkabinett sich nach Meinung Kohls nicht gehalten habe. Welche Bedingungen das sein sollen, ist nicht zu erfahren. Tja, wenn es ums Geld geht, ist Alt-Kanzler Kohl ein ganz großer Schweiger. Sozusagen der “Größte Schweiger aller Zeiten”.
Der Newsticker von heise.de ist immer lesenswert. Heute: In den Hauptrollen die mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontierte Siemens AG und die von ihr initiierten Firmen-Neugründungen. Letztere maßgeblich deshalb, um ehemalige Arbeitskräfte schlechter zu stellen. Das Ganze selbstverständlich “legal”, weil im Einklang mit geltendem Recht. Dann kommt noch etwas zum Thema “spionierende Arbeitgeber” am Beispiel der SIEMENS AG und zur Gefährdung des auch in Unternehmen zumindest theoretisch geltenden Demokratieprinzips. Dass im Zusammenhang mit dem Thema “Demokratiegefährdung” die SAP AG ebenfalls Erwähnung findet, mag ein Zufall sein. Aber wer glaubt schon an Zufälle? Schließlich hat die im kurpfälzischen Walldorff ansässige SAP AG längst bewiesen, dass sie in Sachen “Demokratie” bestens aufgestellt ist. Geht es um die Unterstützung von CDU-Politikern oder um die arbeitgeberseitige Ermutigung derer, die noch nie was vom Betriebsverfassungsgesetz gehört haben, schließlich doch zur Betriebsratswahl zu kandidieren stets erweist sich die SAP AG als wahrer Musterschüler in Sachen “Demokratie”. Selbst mit der Meinungsfreiheit als dem schlechthin konstitutierenden Element einer pluralistischen Demokratie vermögen sich die SAP AG und deren Rechtsabteilung entgegen gegenläufiger Meinungskundgaben irgendwann dann doch anzufreunden. Ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit vorausgesetzt. Aber wie sollte es auch anders sein? Demokratie muss erkämpft werden. Auch heute noch.
sap siemens
Dass der Bundesumweltminister den Ausstieg aus dem Ausstieg anzustreben scheint, muss noch lange nicht bedeuten, dass das der SPD etwas nutzen wird. Denn wenn Atomkraft so sicher ist, wie immer behauptet, stellt sich eine zentrale Frage: Warum gibt es immer noch kein Versicherungsunternehmen, dass für das Risiko eines GAUs einstehen wollte? Kommt es also zu einem GAU, dann zahlt der BUND und damit der Steuerzahler. Hier geht es zu Reaktorpleite.de
Für die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth steht fest: Die Siemens AG hat mit der verdeckten Finanzierung der Arbeitnehmer-Organisation AUB gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen. (Süddeutsche Zeitung)
Schließt sich das Landgericht Nürnberg-Fürth den von der Staatsanwaltschaft gegen Wilhelm Schelsky (Ex-AUB-Chef) und Ex-Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer erhobenen Vorwürfen an, wird der Prozess im Herbst beginnen. Zuvor hat indes das Oberlandesgericht Nürnberg darüber zu entscheiden, ob Schelsky weiterhin im Untersuchungsgefängnis bleibt. Dort sitzt der Ex-”Gewerkschafts”-Chef nämlich seit Februar 2007 ein.
Unabhängige Recherche galt einmal als Ehrensache für Journalisten, die etwas auf sich gehalten haben. Wer hält diese Fahne hoch, wenn nicht einmal ein respektloses, gegen den Mainstream gerichtetes Blatt wie die “taz” den nötigen Mut zusammennimmt, die lächerlichen Drohungen aufgeblasener Politiker zu ignorieren? Wenn nicht mal sie sehen, dass sie dort echte Informationen weder zu erwarten noch zu suchen haben? Quelle: telepolis
Dass der hierzulande verbreitete Kolportagejournalismus auch bei so Verbandsfuzzis wie dem DIHK-Chef Braun beliebt ist, zeigt der von Spöttern als “Praktikantenblatt” bezeichnete SPIEGEL-Online mit einem Beitrag, wo es um das Thema “Arbeitskampfrecht” geht.
Für die Rechte von Praktikanten ist neben dem Betriebsrat auch die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) zuständig. Nun hat das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg eine Entscheidung getroffen, die jedes JAV-Mitglied aufhorchen lässt, da sich das Gericht mit dem Thema “sittenwidrige Praktikantenvergütung” zu beschäftigen hatte.
Steht der Ausbildungszweck in einem sechsmonatigen so genannten Praktikantenverhältnis nicht im Vordergrund, das heißt überwiegt der Ausbildungszweck nicht deutlich die für den Betrieb erbrachten Leistungen und Arbeitsergebnisse, ist eine Vergütung von 375,00 EUR monatlich sittenwidrig. Leitsatz des LAG Baden-Württemberg, Urteil vom 8.2.2008 im Volltext.
Das Urteil belegt, dass Praktikantinnen und Praktikanten nicht wehrlos sind. Wenn dieses Blog vor einiger Zeit fragte: “Können Praktikanten sich gegen Ausbeutung wehren?”, liefert ein Blick in das LAG-Urteil die Antwort.
Der letzte Satz und die Bezugnahme auf das SGB II erschließt sich einem so ganz, wenn das Urteil die Argumentationsführung des Arbeitgebers referiert. Dieser behauptete nämlich allen Ernstes: “Die Höhe der Vergütung sei für Praktika nicht unüblich und habe der Hinzuverdienstgrenze im Rahmen des Leistungsbezuges nach dem SGB II entsprochen.”
Seminarhinweis
Schulung für Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung Termin: 21. bis 25.7.2008 Ort: Konstanz am Bodensee Veranstalter: fbz-berlin
http://technorati.com/tag/jav" rel="tag">jav37 betrvgjav-schulungpraktikantfbz-berlin
Ach ja, singen und tanzen kann Miss Minogue übrigens auch.
Es gibt Fragen, die lass´ ich mir gerne gefallen. Die Frage: “How does it feel in my arms?”, gehört dazu. Und dank eBay habe ich auch noch auf den letzten Drücker ein Ticket für das ausverkaufte Konzert von Kylie Minogue bekommen. Die Kritiker loben Kylie aufs Höchste.
In diesem Blog gab es mal Werbebanner für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Bestellt hat die FAZ aber dann doch keiner aus dem Kreis derer, die das 37.6-Blog lesen. Und das ist auch gut so. Denn gerade lese ich in der FAZ-online über ein Ehepaar, das in den Knast muss, weil es gegen das staatliche Schulsystem rebelliert. Die FAZ schreibt zunächst:
Der Journalist und die private Musiklehrerin - beide mit Hochschulabschluss - unterrichten ihre Kinder selbst. Einen Beruf übt das Ehepaar nicht aus.
“Faules Pack!”, mag es da womöglich im legendär “klugen Kopf” des FAZ-Bediensteten gedröhnt haben, als er diese Zeilen abfasste. Denn der Hessische Rundfunk gibt dem Ganzen eine wohlwollendere Note, wenn es dort heißt:
Der Journalist und die private Musiklehrerin - beide mit Hochschulabschluss - unterrichten ihre Kinder selbst und haben dafür sogar ihre Berufe aufgegeben.
Also nix da von wegen “faules Pack” und so. Aber mit derlei Hintergrundinformationen verplempert das Börsenpflichtblatt FAZ erst gar nicht seine knapp bemessene Zeit. Stattdessen ergeht sich der oder die FAZ-”Schreibkraft” darin, den schon bereits verzapften Blödsinn noch zu verstärken, indem sie schreibt:
Die Familie lebt von etwa 500 Euro Sozialhilfe und von 900 Euro Kindergeld.
500 Euro Sozialhilfe für zwei Erwachsene mit sieben Kindern? Irgendwo ist doch dieser HARTZ-IV-Rechner, den die FAZ entweder nicht kennt oder sollte sie ihn kennen ihn zumindest nicht benutzt. Denn dann hätte der FAZ-”Schreibkraft” auffallen müssen, dass da irgendwas nicht stimmen kann mit der Summe der von der FAZ vermutlich frei erfundenen und dazu noch in verfassungswidrig anmutender “Höhe” angesetzten 500 Euro Sozialhilfe.
Die Kollegen beim Hessischen Rundfunk indes sind da weitaus korrekter als die “Schreibkraft” des Börsenpflichtblatts von Nonnenmacher, Schirrmacher und Co. Denn bei HR-Online heißt es:
Die Familie lebt von 900 Euro Kindergeld und rund 500 Euro durch Nachhilfestunden.
“Puuh!!!”, werden jetzt Deutschlands ALG-II-Bezieher erleichtert aufatmen, wo ihnen doch schon der ALG-II-Regelsatz in Höhe von 345 Euro schwer zu schaffen macht, wenn es gilt, davon zu leben statt zu sterben.
Aber hinsichtlich der FAZ, für die hier ganz bestimmt nie, nie wieder geworben wird, stellt sich nur diese eine Frage: Was können wir aus dieser gründlichst recherchierten Meldung des vermeintlichen Intelligenzblattes lernen?
Was empfindet ein Arbeitgeber, wenn ihn seine Beschäftigten einen “Kapitalisten” rufen? Richtig. Er fühlt sich beleidigt. Jüngst geschehen und auch noch gerichtskundig ist der Fall des Hamburger Maschinenbauers “Ixion”. Menschen machen Medien in der Ausgabe 05/2008:
Und gegen mich, so die Bochumer Journalistin Mag Wompel, wurde als verantwortliche Redakteurin Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg wegen Beleidigung und Verleumdung in einem besonders schweren Fall gestellt. Die Firma wolle nicht als Kapitalist bezeichnet werden, da sie meint, dass diese Bezeichnung im Volksmund einen negativen Klang hätte.
Zumindest wissen wir jetzt, dass Arbeitgeber wie Ixion das Labournet lesen. Sollten Sie als Arbeitnehmer vielleicht auch mal tun. Hier geht es zu Labournet.
Einer von Angela Merkels schärfsten Konkurrenten liegt ja bereits auf Eis und darf sich als geschäftsführender Ministerpräsident von Hessen verdingen, ab und an den einen oder anderen Taschenspielertrick vorführen, aber das war´s auch schon. Bundespolitisch ist Roland Koch abgemeldet. Derweil widmet sich die Kanzlerin ganz anderen Aufgaben. Denn Merkel weiß auch:
Und deshalb setzt Merkel nun auf eine Wiederholung dessen, was sich bereits im Jahr 2006 als sehr erfolgreich für die Kanzlerin erwiesen hatte. Das gemeine Fußvolk war nämlich derart besoffen vom Fußballfest namens Weltmeisterschaft 2006, dass es den Beschlüssen der Regierung Merkel viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkte. Von mieser Stimmung keine Spur dank “Klinsi”, Ballack und Co. Und auch dieses Mal wird die Frau aus Templin in der Uckermarck der größte Fan von Ballack sein. Weiß sie doch: Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Und besser, das Volk befasst sich mit Nebensächlichkeiten als mit den Problemen, die die Merkel-Regierung zu verantworten hat. Denn wie gesagt: Momentan ist die Stimmung so, dass sie nur besser werden kann.
Über den Außenminister und mutmaßlichen SPD-Kanzlerkandidaten in spe, Frank-Walter Steinmeier, ist vieles zu lesen. Und kürzlich hat sich die Wochenzeitung freitag dem Schröder-Spezi Steinmeier gewidmet. Mit Blick auf Steinmeiers Doktorarbeit über “Obdachlosigkeit” entwickelt der “freitag” ein Porträt, das dem Außenminister nicht schmecken dürfte. Kommt doch heraus, dass Steinmeier als Kanzlerkandidat der SPD allenfalls ein hervorragender Beitrag zum unfreiwilligen “Projekt 18″ sein wird. Bei 20 Prozent dümpelt die SPD ja bereits rum. Und den Rest der Wegstrecke hinunter zur 18-Prozent-Marke wird der Partei, die ihr Verfallsdatum als Volkspartei bereits überschritten haben dürfte, auch noch gelingen.
Um Frank-Walter Steinmeiers Leistungen entsprechend zu würdigen, nun ein paar Zeilen aus dem “freitag”:
Unter der Mitregierung des Obdachlosenexperten Steinmeier ist die Armut in Deutschland kontinuierlich gestiegen und mit ihr die Gelegenheiten für immer mehr Obdachlosigkeit. Schon jeder achte Deutsche hat eine reale Chance, arm zu werden. In den siebzehn Jahren seiner politischen Tätigkeit hat Frank-Walter Steinmeier nichts für ein Grundrecht auf Wohnen unternommen. Untätig war er dennoch nicht. Wann immer Schröder befahl “Mach mal Frank”, apportierte Steinmeier geschwind. Und wenn auch nichts aus dem “Grundrecht auf Wohnen” wurde - das “polizeiliche Regime”, dort, wo es vertraulich ist, hat er unter Schröder entschieden vorangebracht. Er kann mit den Geheimdiensten. Er deckt den von Hitlers Spionagegeneral Gehlen mit beachtlichem SS- und SD-Anteil gegründeten Bundesnachrichtendienst auf allen seinen Wegen.
Und zum Leichenschmaus aus Anlass der abgelebten Volkspartei namens SPD lädt F!XMBR ein. Dieses Blog wünscht eine fröhliche Beisetzung und rät allen am Schicksal der hiesigen Sozialdemokratie Interessierten zu einem Besuch auf der Homepage Hinter den Schlagzeilen von Konstantin Wecker.
Bei dem herrlichen Sonnenschein werden wohl nur wenige das Treffen der Neoliberalen in München am Bildschirm verfolgen. Deshalb ganz kurz: Die FDP will ihr Profil als eine Partei für soziale Gerechtigkeit schärfen. Dazu gäbe es jede Menge zu sagen. Aber es gibt anderes zu tun. Deshalb nur der Verweis auf zwei der FDP besonders verhasste Themen den “gesetzlichen Mindestlohn” und das Tariftreuegesetz“. Anlässlich der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zum niedersächsischen Tariftreuegesetz lohnt es sich vor der Überschrift “FDP Partei für Soziale Gerechtigkeit!!!” dieses hier zu lesen:
Zusammengefasst heißt das: Immer dort, wo die FDP ihren Gerechtigkeits-Ethos ausleben darf, gibt es kein Tariftreuegesetz. Wie sagte doch heute Vormittag jemand beim FDP-Parteitag so schön? “Wir wissen, wo wir herkommen.” Lass mich raten: Jedenfalls nicht aus den Reihen derer, die mit 2,80 Euro die Stunde ihr Dasein fristen müssen.
fdp
gerechtigkeit
mindestlohn
tariftreuegesetz
Bevor hier jemand dem Westerwelle mit seinem Gesabbel von der “Bürgerrechtspartei FDP” auf den Leim geht, nun ein paar Zeilen aus der Tageszeitung “taz”:
Dieser FDP-Innenminister hat noch ein paar andere Braten in der rechtspolitischen Röhre. So hat sich Ingo Wolf bereits als ein “echter” Freund der Mitbestimmung erwiesen. In der Blogosphäre liest man etwa:
Landespersonalvertretungsgesetz ist nicht nur ein ganz schön langes Wort, sondern auch ein ganz schön wichtiges. Darin wird nämlich die Mitbestimmung von Personalräten und damit den Beschäftigten im öffentlichen Dienst geregelt. Und wenn es nach dem bösen Ingo Wolf, Innenminister in NRW von der FDP, geht, haben die demnächst nicht mehr viel zu sagen. Keine Anhörung der Personalvertretungen mehr bei Abmahnungen und Kündigungen während der Probezeit. Keine Mitbestimmung mehr bei Kündigungen, befristeten Arbeitsverträgen, Umsetzungen, Auslagerungen von Arbeitsplätzen oder Privatisierungen. SPD-NRW-Blog
onlinedurchsuchung
bürgerrechtspartei
westerwelle
Heute beginnt der FDP-Bundesparteitag in München und dort werden die Freidemokraten versuchen, sich als eine Partei der sozialen Gerechtigkeit zu profilieren. Mal sehen, ob es ihnen gelingt. Denn um die soziale Veranwortung der auch in Nordrhein-Westfalen regierenden FDP scheint es schlecht bestellt zu sein. Wie sonst wäre es zu erklären, wenn die FDP sich stark macht für Kinderarbeit in Asien, Osteuropa und Mittelamerika? Das jedenfalls geht aus der nachfolgend dokumentierten Pressemitteilung der Kampagne “Saubere” Kleidung hervor.
freiheit
kinderarbeit
Es gibt doch noch gute Nachrichten aus Dortmund. Etwa diese hier:
Ich kann mir vorstellen, dass sich außer mir auch der Kabarettist Hagen Rether über diese Nachricht freut.
Ich höre mir gerade die Grundsatzrede von Guido Westerwelle an, die der FDP-Vorsitzende heute auf dem Bundesparteitag seiner Partei gehalten hat. Zum Politikverdruss haben die Neoliberalen ja auch was zu sagen gehabt. Aber überzeugen tut mich das alles nicht. Ich habe mal etwas transkripiert. Guido Westerwelle in seiner Grundsatzrede am 31. Mai 2008 in München auf dem 59. Bundesparteitag der FDP:
Das ist dreist, Doctore Westerwelle! Aber RICHTIG DREIST!
Verrät doch die Wikipedia, dass der Große Lauschangriff eine Erfindung der CDU/CSU und FDP-Koalition unter Helmut Kohl (auch so ein Ehrenmann!) und Klaus Kinkel ist.
“Großer Lauschangriff” von der FDP beschlossen
Zur Erinnerung: Rot-Grün bekam erst im Herbst 1998 den Wählerauftrag zur Regierungsbildung!!!
Doctore Westerwelle, bleiben Sie bei der Wahrheit!
Denn Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Gerhard Baum, Burckhard Hirsch und noch ein paar andere sind eben nicht die FDP, wie Westerwelle es heute dem Wähler zu suggerieren versucht.
Nachzulesen einmal in der Wikipedia:
Und auch das Bundesverfassungsgericht sagt etwas, das Doctore Westerwelle wenig gefallen dürfte, wenn es im BVerfG-Beschluss zum “Großen Lauschangriff” heißt:
***) Hervorhebung vom Verfasser dieses Blogs vorgenommen.
Bonne chance, Monsieur Westerwelle!
Doctore Westerwelle, viel Glück beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Wer führt die Bürger dieses Landes am besten hinter die Fichte?!
lauschangriff
Bei ALDI und LIDL gibt es ja vom Massagehandschuh über die elektronische Körperfettwaage bis hin zur verdeckten Videoüberwachung alles. Nur die aus Japan stammenden Liebeskugeln werden LIDL und ALDI wohl nie ins Sortiment nehmen.
Warum eigentlich?
Jugendschutz-Erwägungen? Vielleicht. Moralvorstellungen womöglich?! Hmmh. Wer seine Mitarbeiter auf Teufel komm raus ausspioniert, ist als Sittenwächter wenig geeignet. Nein, die Erklärung ist ganz einfach: Denn der Netdoktor betont, dass Liebeskugeln “auch eine Verwendung im alltäglichen Bereich (Büro etc.)” ermöglichen. Eben, weil sie diskret unter der Kleidung getragen werden.
Na, dann ist ja alles klar. Diskretion ist bei LIDL und ALDI ja auch nicht im Sortiment.
Diese Entscheidung des OVG Nordrhein-Westfalen zum verlustig gegangenen Übernahmeanspruch eines Mitglieds der Jugend- und Auszubildendenvertretung gehört zur Pflichtlektüre von Mitgliedern des Personalrats und Betriebsrats gleichermaßen. Schließlich wäre die Sache sehr wahrscheinlich anders ausgegangen, wenn der Personalrat gegen die zum Verlust des Übernahmeanspruchs (§ 9 BPersVG) geführte Einstellung votiert hätte. Bei Einstellungen hat der PR ein Mitbestimmungsrecht nach § 75 BPersVG und der Betriebsrat nach § 99 BetrVG.
Man stelle sich nur vor, dass allein der Kontakt eines KBR-, GBR- oder Betriebsratsvorsitzenden zu Journalisten den Verdacht begründet, er habe Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse verraten. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Denn es gehört durchaus zu den Aufgaben eines Betriebsrats mit der Presse in Kontakt zu treten. Das Geheimhaltungsgebot (§ 79 BetrVG) steht dem gerade nicht entgegen.
Mag sein, dass die Kollegen bei der in Österreich erscheinenden Zeitung “Die Presse” den Spiegel-Online für eine ansonsten glaubwürdige Quelle halten. Ich habe damit nicht erst seit der “Legende von Rostock” so meine Schwierigkeiten. Nichtzuletzt auch wegen solcher brillanten Leistungen wie diesen Spiegel-Online-Artikel.
Gregor Gysi gehört bekanntlich nicht der FDP an. Aber sollte die Fraktion DIE LINKE gegen den Bahnprivatisierungsbeschluss des Bundestags wie jetzt angekündigt nach Karlsruhe ziehen, stehen die Chancen gut, dass ihr die FDP-Fraktion zur Seite springt.
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da wurde man wegen eines “BRD = Bananenrepublik-Aufklebers” von der Münsteraner Staatsanwaltschaft belangt. Weswegen? Keine Ahnung. Ist zu lange her. Aber nach “Bananenrepublik”, “Staatsanwalt”, “Münster” zu suchen, bringt auch lustige Seiten ans Licht.
Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren moderierte im Auftrag der IG Metall der Wirtschaftswoche-Schreiber und BloGockel des Jahres 2007 Peter Turi. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, mit welchen An- und Bemerkungen über die Angst der SAP vor einem Betriebsrat der BloGockel aus dem Kraichgau die Diskussionsrunde bereichert hat. Doch zu meinem großen Bedauern gibt es weder einen Mitschnitt noch eine Mitschrift; nur einen von Turi in diesem Blog hinterlassenen Kommentar. Und sein Kommentar erklärt dann auch, warum Turi so gerne für die Wirtschaftswoche schreibt. Schließlich ist er Journalist nur dann, wenn es ihm opportun erscheint. Ansonsten versteht er sich als Unternehmer, der so heißt es über ihn auch schon mal die Bezahlung von Honoren vergessen soll.
Das “Erfolgsrezept” des Peter Turi
Und wie der Zufall es will, stoße ich nun auf ein Interview mit Peter Turi, in dem es ums Geldverdienen mit einem Blog geht. Blogger sind laut Turi dann erfolgreich, wenn sie Folgendes beachten:
ist: “schlechter Journalismus” á la Turi
Wer wie Peter Turi, die Rampensau des deutschen Qualitätsjournalismus, über Apfelstrudel bloggt, kennt sich natürlich bestens aus mit dem Geschmack seines Publikums. Und vielleicht verdient Turi sogar den einen oder anderen Euro?! Obwohl die Sache mit der ausstehenden Honorarzahlung Aber lassen wir das.
Doch “Schlechter Journalismus” gefällt den Verlegern
Aber höchstwahrscheinlich bringt es Peter Turi noch ganz weit im Journalismus deutscher Machart. Denn Turi ist nicht der einzige Verleger, der “weiche Themen” einem kritischen Journalismus vorzieht. Das Whistleblower-Blog weiß davon ein Lied zu singen. Denn Deutschlands Presseunternehmen scheinen ein gestörtes Verhältnis zu denen zu haben, die als Whistleblower im Bedarfsfall Alarm schlagen, weil in einem Unternehmen (Siemens, LIDL, Aldi etc. pp.) bestimmte Dinge contra legem ablaufen.
Das Whistleblower-Blog zitiert aus einer Rundmail des Unternehmerverbandes VDZ zum aktuell diskutierten § 612a BGB eine Vorschrift zur Stärkung von Arbeitnehmern als Reaktion auf den Gammelfleisch-Skandal.
Ruhe ist des Verlegers erste Bürgerpflicht
Die Verleger schreiben nun zu § 612a BGB:
Für die Einführung einer solchen Regelung besteht keine Notwendigkeit. Nach der Rechtsprechung hat der Arbeitnehmer bereits jetzt Möglichkeiten, seinen Arbeitgeber bei der Staatsanwaltschaft oder den entsprechenden Behörden anzuzeigen. Grundsätzlich hat er aus Gründen der Verhältnismäßigkeit vorher eine innerbetriebliche Klärung anzustreben. Eine Änderung dieser Rechtslage würde dem Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zuwiderlaufen. [via:] Whistleblower-Blog
Die Praxis widerlegt den Verleger-Verband
Dass der Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger ein sagen wir mal recht eigenartiges Verhältnis zur Wirklichkeit pflegt, beweist ein Blick auf sein Gezeter rund um das Online-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen. Um keinen Deut realistischer ist das, was der Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger über einen in Deutschland vermeintlich bestens ausgestalteten Whistleblowerschutz schreibt. Ein im Whistleblower-Blog hinterlassener Kommentar jedenfalls führt die Verleger-Meinung ins Absurde:
Jahrelang ließ der technische Geschäftsführer hoch gifite Aktivkohlefilter ohne Genehmigung in der Abfallverwertungsanlage Augsburg verbrennen. Gegen die drei Mitarbeiter, die diese Mißstände aufgedeckt haben, wurde Anzeige wegen Verrat von Betriebsgeheimnissen erstattet. Sie mußten eine Hausdurchsuchnung über sich ergehen lassen und wurden zwischenzeitlich fristlos gekündigt. Der technische Geschäftsführer kam mit einer Geldstrafe von 7200.- davon: vgl. Bericht im Bayerischen Rundfunk [zitiert aus:] Whistleblower-Blog
Der Köder muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken
Aber das haben der VDZ und Turi gemein: Beide wollen möglichst viel Geld verdienen. Das gelingt aber vornehmlich nur, wenn man den Anzeigenkunden nicht wehtut. Frei nach dem Motto von PR-Fuzzys, das da lautet: “Der Köder muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken”. Reißerische Titel wie “Das goldene Blatt”, “Frau aktuell”, “Tina” und wie der ganze Kram noch so heißt, belegen das. Nur mit seiner Warnung vor “Unterleibsthemen” liegt Turi mit den Zeitschriftenverlegern über Kreuz. Denn Titel wie “Praline”, “Neue Revue” oder “Playboy” und “Wochenend” gehören weiter zu den Verkaufsschlagern am Kiosk. Und Titten-Blätter verkaufen sich einfach besser. Noch besser als irgendwelche Backrezepte. Und sei der Apfelstrudel noch so lecker.
turi
Hier nun das Video mit Horst Köhler, das der Macher des Blogs Kellerabteil eigens für mich bei YouTube hochgeladen hat.
Schmiergelder und Schwarze Kassen sind wirklich pfui. So pfui, dass die Staatsanwaltschaft München in Sachen Siemens-Korruptionsaffärevorwurf die Brocken einfach hinschmeißt. Bei der IG Metall liest sich das dann so:
Die Staatsanwaltschaft München hat heute der Presse mitgeteilt, dass es im Siemens-Verfahren keine zureichenden Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten gibt.
Und im Satiremagazin Eulenspiegel begründet Werner Lutz ausführlich, weshalb die Münchener Staatsanwaltschaft die Siemens AG so schonend behandelt.
Die Münchner Staatsanwaltschaft geht beim Siemens- und Schmiergeldskandal davon aus, dass die Siemens-Führungsspitze nichts von den schwarzen Kassen wusste. Vielmehr soll auf den untergeordneten Etagen ein weit verzweigtes Netzwerk bestanden haben, das offenbar bis in die Kreise der Münchner Staatsanwaltschaft reichte, denn die Münchner Staatsanwaltschaft geht beim Siemens- und Schmiergeldskandal davon aus, dass die Siemens-Führungsspitze nichts von den schwarzen Kassen wusste. Vielmehr soll auf den untergeordneten … Quelle: Eulenspiegel Satiremagazin
Bill Gates ist nicht ohne Grund einer der reichsten Männer der Welt. Und in Ungarn hat einer dies auf die Agenda gesetzt und seinen Worten gleich Taten ähem Eier folgen lassen. Steve Balmer im Eier-Hagel gibt es hier zu sehen.
Gravierende Störungen in Atomkraftwerken veranlassen die Betreiber zum Abschalten der Anlage auf Zeit. Doch die Öffentlichkeit erfährt von all dem erst viel, viel später und auch nur, weil andere darüber reden. Denn die Atomlobby und ihre Experten für Public Relations halten lieber das Maul. So jedenfalls in Spanien geschehen, wo die Atomwirtschaft sehr auf eine Verlängerung der AKW-Restlaufzeiten bedacht ist.
Irgendwie erinnert das an den AKW-Betreiber Vattenfall und dessen grottenschlechter Presse- und Informationspolitik. Und für so eine Branche arbeitet Frau Wolf also nun?!
Der vermutlich größte Fan von Bundespräsident Horst Köhler ist der Patientensprecher einer Anstalt. Und dem tut der Herr Bundespräsident nun einen riesengroßen Gefallen. Anders ist es nämlich nicht zu erklären, wenn es im Newsticker von dpa heißt: “Köhler will bis 2014 Bundespräsident bleiben”.
Dass Schüler in Bayern ohne Schulabschluss mehr könnten als solche in Berlin mit Abschluss, ist die Meinung des zuweilen durchgeknallt anmutenden Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD). Morgen gehen Berlins Schüler in den Streik. Nicht etwa, weil ihnen Sarrazin auf die Nerven geht, sondern deshalb, weil ihnen die Berliner Bildungspolitik erheblich missfällt.
Chancengleichheit?! Nichts für Thilo Sarrazin!
Mittelbar betrifft der Forderungskatalog auch Berlins Finanzsenator Sarrazin. Obwohl die Schüleraktivisten mehr als bloß “mehr Geld” für den Bildungsbereich haben wollen.
Sie kritisieren am dreigliedrigen Schulsystem, die Aussortierung in Haupt- und Realschulen führe dazu, daß »Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien von einer besseren Bildung ausgeschlossen« werden, wie es in einer Erklärung der Schülerinitiative hieß. Und obwohl eine »Gemeinschaftsschule« zu den Wahlkampfversprechen der Linkspartei gehörte, gab es in den vergangenen zwei Jahren so gut wie keine Fortschritte in dieser Richtung. (Quelle: Junge Welt)
Beides dürfte dem Berliner Finanzsenator mit SPD-Parteibuch, aber streng neoliberaler Gesinnung wenig schmecken. Geld für solchen “Sozial-Firlefanz” wie Bildung rückt er sowieso nur äußerst ungerne raus. Aber das Schlimmste für Sarrazin wäre natürlich, wenn er nicht mehr gefahrlos blöde Sprüche auf Kosten von sozial Benachteiligten wie Erwerbslose und Hartz-IV-Empfänger machen könnte. Was Sarrazin am allerwenigsten gebrauchen kann, sind selbstbewusste und über ihre Rechte informierte Underdogs. Dem Salon-Sozi aus dem Finanzsenat geht es ja schon auf die Nerven, wenn einige Erwerbslose sich politisch engagieren, weil ihnen die Politik des rot-roten Senats in Berlin nicht gefällt. Arbeitslose sollten nach Meinung des Polit-Zynikers Thilo Sarrazin besser Bewerbungen schreiben als sich mit Politik zu befassen.
Mir gehen Typen wie Sarrazin auf die Nerven
Blöderweise steht Thilo Sarrazin stellvertretend für eine Strömung in der SPD, die mir gehörig auf die Nerven geht. So erwähnt der von SPD-Bundesarbeitsminister Olaf Scholz jüngst vorgestellte Armutsbericht zwar, dass im Schuljahr 2005/2006 gut 40 Prozent der ausländischen Kinder eine Hauptschule besuchten, aber nur knapp 15 Prozent der deutschen Kinder dies taten. Politischen Handlungsbedarf kann der SPD-Bundesarbeitsminister daraus aber nicht ableiten. Stattdessen vertreibt Olaf Scholz sich die Zeit mit statistischen Taschenspielertricks, die wiederum nur der durchschaut, der hinreichend gebildet ist.
Berlins Schüler haben das Spiel durchschaut
Abgeschrieben bei JungeWelt.de
Weiß vielleicht jemand, welcher Politiker “das Gejammer der angeblich Armen” satt hat? Michaela Hoffmann jedenfalls war es nicht, die schreibt nämlich äußerst engagiert für die “Wirtschaftswoche” des früheren Daimler-Chrysler Lobbyisten Inacker, drischt auf alles ein, was ihr als Sozialromantik erscheint, und lenkt wunderbar ab von den wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Problemen.
Die Nebentätigkeiten der Michaela Hoffmann
WiWo-Korrespondentin Michaela Hoffmann moderiert auch schon mal im Auftrag des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Das wiederum ist jener Verein, der mit zig Millionen Euro die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unterstützt, weil sie alle (Gesamtmetall, BDA und BDI sowie das IW des Michael Hüther) eines nicht mehr hören wollen: Dass in einem reichen Deutschland immer mehr Menschen in Armut leben.
Wählen Sie noch Grün?! Dann sollten Sie das hier unbedingt lesen: Zum einen das Kulturmagazin Perlentaucher und die dort zu findenden Rezensionen zu dem 2001 erschienenen Buch “Die Zukunft der Grünen”. Eine Standpauke an die Adresse der Grünen, die nach Meinung der Frankfurter Rundschau wie ein “vorweggenommener Obduktionsbericht einer noch recht agilen Leiche” anmutet.
Ob die Frankfurter Rundschau mit ihrer Einschätzung indes richtig liegt, wenn sie die Grünen als eine “lebendige Leiche” betrachtet, ist mehr als fragwürdig. Schreibt doch die FAZ heute darüber, dass eine ehemalige im BMU tätige Staatssekretärin der Grünen ab sofort als Lobbyisten für Ja eben als Lobbyistin für Atomkraft-Unternehmen tätig ist. Die Mission der Grünen Margareta Wolf lautet: Bekomm es hin, dass die Laufzeiten der aktiven AKWs verlängert werden.
Doch die FAZ tröstet all jene Wähler der Grünen, die über so viel geistige Beweglichkeit nur verwundert die Augen reiben, und erinnert ihre LeserInnen an andere Ex-Grüne:
Wolf ist nicht die erste Grünen-Politikerin, deren Wechsel in die Wirtschaft Irritationen ausgelöst hat. Ex-Agrar-Staatssekretär Matthias Berninger wechselt als Manager zu einem Genussmittelkonzern, die frühere Grünen-Abgeordnete Marianne Tritz wurde Chefin des Deutschen Zigarettenverbandes.
[via:] FAZ.Net
Da zitiert ein Strafverteidiger aus einem in einer Boulevardzeitung erschienenen Artikel und ich fühle mich sofort an einen anderen Strafverteidiger erinnert.
Dass Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble etwas gegen Computerspiele hat, ist hinlänglich bekannt. Dass die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) bislang ein Werk mit dem Titel “Computerspiele(r) verstehen” im Programm hatte, ist indes nur wenigen bekannt. Doch jetzt ist es raus aus dem Buchprogramm der BpB. Der Grund: Der Vorwurf des Plagiatismus und der Verdacht, dass eine Hochschule durch Drittmittel zur Erfüllungsgehilfin der Computerspiele-Industrie geworden sein könnte.
Nach einer Analyse des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) verharmlose das Werk Risiken für Spieler oder blende sie vollkommen aus. Zudem verwies ein Sprecher des KFN auf eine gefährliche Nähe der Kölner Fachhochschule zur Spieleindustrie. 2007 erhielt die FH von Nintendo und Electronic Arts (EA) 200.000 Euro für seine medienpädagogische Arbeit. Weitere knapp 50.000 Euro flossen der FH seitens EA für eine Fachtagung zu. Quelle: Heise-Online
Hoffentlich gereicht das dem KFN des Prof. Dr. Christian Pfeiffer jetzt nicht zum Nachteil. Schließlich sprechen die Hannoveraner Wissenschaftler mit ihrem Vorwurf nur das aus, wovor die grundsätzlichen Gegner einer Drittmittelforschung immer schon gewarnt haben: Nämlich den Verlust der wissenschaftlichen Distanz, sobald Geld fließt. Dass ausgerechnet hiervon der Computerspiele mit Argwohn betrachtende Bundesinnenminister profitiert, lässt nur einen Schluss zu: Wolfgang Schäuble im Glück!
Im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum Lebensmittel- und Futtermittelrecht scheinen sich einige daran zu erinnern, dass Gammelfleisch-Produktion häufig erst durch einen den Arbeitnehmern obliegenden Kadavergehorsam möglich wird. Der neue § 612a BGB soll folgenden Wortlaut haben:
(1) Ist ein Arbeitnehmer auf Grund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung, dass im Betrieb oder bei einer betrieblichen Tätigkeit gesetzliche Pflichten verletzt werden, kann er sich an den Arbeitgeber oder eine zur innerbetrieblichen Klärung zuständige Stelle wenden und Abhilfe verlangen. Kommt der Arbeitgeber dem Verlangen nach Abhilfe nicht oder nicht ausreichend nach, hat der Arbeitnehmer das Recht, sich an eine zuständige außerbetriebliche Stelle zu wenden.
(2) Ein vorheriges Verlangen nach Abhilfe ist nicht erforderlich, wenn dies dem Arbeitnehmer nicht zumutbar ist. Unzumutbar ist ein solches Verlangen stets, wenn der Arbeitnehmer aufgrund konkreter Anhaltspunkte der Auffassung ist, dass
1. aus dem Betrieb eine unmittelbare Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder für die Umwelt droht,
2. der Arbeitgeber oder ein anderer Arbeitnehmer eine Straftat begangen hat,
3. eine Straftat geplant ist, durch deren Nichtanzeige er sich selbst der Strafverfolgung aussetzen würde,
4. eine innerbetriebliche Abhilfe nicht oder nicht ausreichend erfolgen wird.
(3) Beschwerderechte des Arbeitnehmers nach anderen Rechtsvorschriften und die Rechte der Arbeitnehmervertretungen bleiben unberührt.
ttp://www.blog.beck.de/2008/05/16/whistleblowing-anderung-des-%C2%A7-612a-bgb-geplant/
Geht es nach dem Willen von CSU-Innenminister Joachim Herrmann, ist diese Frage mit “Ja” zu beantworten. Herrmann will nämlich ein neues Versammlungsrecht für Bayern, weil er am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg Krawalle wahrgenommen haben will. Komisch, dass anders als der bayerische Innneminister es tut die ihm politisch nahestehende WELT-online politisch motivierte Krawalle in Kreuzberg überhaupt nicht wahrnehmen konnte.
Dass die NPD im Osten Deutschlands so stark ist, hat Gründe. Einer davon ist der, dass der Staat sich zunehmend aus seiner Verantwortung stiehlt. Statt sozial Schwachen zu helfen, lässt er sie mit ihren Fragen und Nöten im Regen stehen. Und entgegen seiner Sonntagsrhetorik als soziales Gewissen der CDU verhält sich Jürgen Rüttgers äußerst unsozial gegenüber den Erwerbslosen und Hilfebedürftigen in dem von ihm regierten Land Nordrhein-Westfalen. Die NPD wird es freuen.
Deshalb dokumentiert dieses Blog nachfolgend die Pressemitteilung zum
Am kommenden Dienstag, dem 20. Mai, bleiben viele Sozialberatungsstellen und Arbeitslosenzentren geschlossen. Die Sozialberatung für Arbeitslose und Einkommensschwache wird an diesem Tag in der Öffentlichkeit stattfinden. In vielen Städten Nordrhein Westfalens werden MitarbeiterInnen der Sozialberatungseinrichtungen gegen die geplante Einstellung der Finanzierung durch Landesmittel protestieren. Sie haben sich im landesweiten Bündnis für Sozialberatung in NRW zusammengeschlossen. Auch in Köln sind gemeinsame Aktionen geplant: Das Kölner Beratungsnetz aus Arbeitslosenberatungsstellen und -zentren zieht am Dienstag geschlossen auf die Domplatte um. Stellvertretend für alle Mitarbeiter des Bündnis für Sozialberatung zeigen wir den Plänen von Arbeitsminister Laumann die Rote Karte! erklärt Stella Krause, Geschäftsführerin des Vingster Treffs.
Ab Oktober diesen Jahres sollen die Landesmittel für die insgesamt 140 unabhängigen Sozialberatungsinitiativen ersatzlos gestrichen werden. 4.25 Mio. Euro aus dem europäischen Sozialfonds, die jährlich vom Land an Sozialberatung weitergeleitet werden, würden nicht nur ein tiefes finanzielles Loch bei den geförderten Einrichtungen reißen, der komplette Kahlschlag in der Beratungsstruktur kann durch andere Finanzierungskonzepte nicht mehr aufgefangen werden. Die Konsequenz wäre die Schließung vieler Beratungsstellen und Arbeitslosenzentren.
Die unabhängige Sozialberatung in NRW ist für mehr als 100.000 Ratsuchende pro Jahr oft die einzig mögliche Anlaufstelle, ein letzter Rettungsanker für die Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind und die durch unvermittelte oder fehlerhafte Behördenbeschlüsse vor schwere Probleme gestellt werden. Unabhängige Beratung hilft spontan, unbürokratisch und ohne vorherige Terminabsprache, nimmt sich der Probleme der betroffenen Menschen seriös und fachlich kompetent an. Zudem leisten die Beratungseinrichtungen Hilfe zur Selbsthilfe, stärken das Selbstwertgefühl der Betroffenen und bieten ihnen psychosoziale Unterstützung.
Damit soll jetzt Schluss sein? Um die Schließung vieler Einrichtungen abzuwenden, muss die Regierung jetzt noch umgestimmt werden. Die Landesregierung darf sich nicht aus der Verantwortung schleichen und die Finanzierung des landesweiten Netzes für Sozialberatung an hoch verschuldete Kommunen weiterreichen! verlangt Reinhild Reska, die Vorsitzende des Dorstener Arbeitslosentreffs. Das Bündnis für Sozialberatung in NRW will zu diesem Zweck einen breiten Dialog anstoßen. Es fordert realistische Finanzierungskonzepte zur Erhaltung der unabhängigen Beratungsstrukturen in NRW. Effektiver Rechtsschutz von ein-kommensschwachen Menschen und Beziehern von Sozialleistungen muss erhalten und gestärkt werden, um sozialstaatlichen Anforderungen gerecht zu werden.
Harald Thomé, Vorsitzender des Wuppertaler Tacheles e.V., warnt: Die NPD und andere rechtsradikale Gruppierungen haben die Sozialberatung längst als fruchtbares Feld für ihre menschenverachtende Propaganda entdeckt. Sie würden sofort in die entstehende Lücke hineindrängen. Das sind keine Horror-Szenarien, das ist in verschiedenen Orten der Republik mittlerweile Gang und Gäbe! Darum weist das Bündnis offensiv darauf hin, dass Neo-Nazis den Sozialabbau instrumentalisieren, um politisch an Boden zu gewinnen.
Der Finanzierungsstopp würde deshalb katastrophale Folgen für die soziale Infrastruktur und die demokratische Kultur in unserem Bundesland nach sich ziehen. Das Bündnis für Sozialberatung in NRW will die Bevölkerung am 20. Mai über die Pläne von Arbeitsminister Laumann aufklären und den nötigen Gegendruck erzeugen, um Sozialberatung langfristig sicherzustellen. PM von Tacheles e.V.
Wer die 3sat-Sendung “Neues” vom 18. Mai erst gesehen hat, wird keine Blogs mehr lesen. Nicht nur wegen des kritisch-fundierten Beitrags, sondern auch wegen der Suuuuuper-Moderatoren-Leistung. Voilá! Hier geht es zum Video.
Der 3sat-Kollegin (deren Namen habe ich mir jetzt nun wirklich nicht gemerkt ) empfehle ich dringend ein paar Beiträge über Chefredakteure in diesem Blog zu lesen.
Dass muss irgendwie an diesem Norbert Hansen liegen, dass die Gewerkschaften zum 1. Mai in diesem Blog keine große Rolle gespielt haben. Aber dafür hat das Kellerabteil etwas sehr Schönes entdeckt. Gefunden im Kellerabteil.
So, nachdem das BibCamp 2008 nun beendet und mein Tagungsblock mit verschiedensten Notizen gefüllt ist, möchte ich zumindest eine der vielen Notizen vorstellen. Es geht um eine nun ja, eher eigenwillige Definition von “Web 2.0″:
Das Besondere am Web 2.0 ist, dass Inhalte nunmehr von einer Vielzahl von dislozierten Kontributoren entwickelt werden (Folksonomy)
Gefunden im NetbibWeblog
bibcamp2008
Im mittleren nichttechnischen Dienst arbeitete er nach vorherigem Besuch der Hauptschule am Ticketschalter und als Rangierer. Ab 1972 wirkte er als Bundesbahnassistent. Derlei Dinge verrät Munzingers Archiv über Norbert Hansen. Und zu erfahren ist dort auch, dass Hansen Ende 1999 zum Verhandlungspartner von Hartmut Mehdorn wurde. Weil der Munzinger-Eintrag zu Norbert Hansen indes auf den 26.08.2006 datiert, sei an dieser Stelle nachgereicht, dass die Bahn unter ihrem neuen Arbeitsdirektor Hansen “bis zu 30 regionale Billig-Töchter gründen” will. Hinsichtlich der damit einhergehenden Sozialplan-Verhandlungen ist nur zu sagen: Schön, dass Hansen als heutiger Arbeitsdirektor aus seiner Zeit als Chef der Gewerkschaft Transnet über das nötige Insider-Wissen verfügt
Volker Bouffier und Roland Koch sind zweifelsfrei Christdemokraten. Doch irgendwie entsteht der Eindruck, dass “Christdemokraten” und “Demokraten” zwei völlig verschiedene Dinge sein könnten. So hat sich das Parlament von Hessen mehrheitlich für eine Rückkehr des Landes Hessen in die Tarifgemeinschaft der Länder ausgesprochen und dies mit einem Parlamentsbeschluss bekräftigt. Doch Bouffier und Koch pfeifen auf den Willen des Landesgesetzgebers. Sie wollen dem Landtagsbeschluss nicht folgen. Irgendwie passt das zu dem, was in diesem Beitrag von Report Mainz über einen anderen CDU-Freak im Kabinett Koch zu erfahren ist. Zum Video Bitte
Jugend- und Auszubildendenvertretungen sollten diesen Event bekannt machen. Ich habe nämlich den Eindruck, dass es sich lohnt.
Gefunden bei Klisch.
Vor etwas mehr als einer Stunde ist das Bibcamp 2008 in Potsdam gestartet und noch sind wir dabei, die Themen für die bibliothekarische Unkonferenz vorzustellen. Ein Thema auf der Vorschlagsliste richtet sich an all jene, die ein Blog führen, und lautet:
Und weil ich an dem Bibcamp in Potsdam und Berlin teilnehme und ganz bestimmt dieses Thema mitdiskutieren werde, freue ich mich auf Anregungen und Wünsche aus der Blogosphäre. Also - haut in die Tasten und lasst hören, wie Euch die Bibliotheken und die Experten dort helfen können.
Weil die in Bayern regierende Christlich Soziale Union (CSU) den Bundeswirtschaftsminister stellt und diese Partei sich so gerne als der Nächstenliebe verpflichtet darstellt, hier etwas in Sachen Michael Glos und dessen Verhältnis zur Arbeit unter Zwang.
Zugegeben. Das mit der korrekten Rechtschreibung ist wirklich nicht einfach. Insbesondere schon deshalb nicht, weil ja nach der Reform der deutschen Rechtschreibung noch mindestens zwei weitere Reformen folgten, um das Chaos perfekt zu machen. Und wer Bücher aus der Zeit von vor der Reformania besitzt, um darin zu schmökern, weiß, wie schwierig sich das mit der Rechtschreibung gestaltet. Und dann gibt es da noch Eindeutschungen (Nennt man das so?!), so dass Begriffe aus einer anderen Sprache unverändert übernommen werden. So saß ich neulich in einem Berliner Kaffeehaus, als jemand in den Raum rief: “Wie schreibt man eigentlich Status quo?!” Und es kam, wie es kommen musste, wenn es um korrekte Rechtschreibung geht: Es entwickelte sich eine äußerst lebhafte Diskussion, weil selbst die des Lateinischen kundigen Besucher des Kaffeehauses keine verlässliche Antwort geben konnten. Nicht weiter verwunderlich, ist ihnen doch während ihrer Schulzeit der “Status quo” immer nur als “statu quo” aus dem Latein-Buch in die Augen gesprungen.
Was? Derlei Dinge hätten doch überhaupt keine praktische Bedeutung? Wer das meint, sollte unbedingt mal diesen hier im Archiv zu findenden Beitrag über eine äußerst “kreative” Werbeagentur aus dem Sauerland lesen.
Und jetzt auch noch die IG Metall! Ich kaufe ein “G”!
Hätte eben diese oben erwähnte Agentur auch den/das Blog von IGM-Vorstandsmitglied Regina Görner gestaltet, würde ich mich ja nicht weiter wundern, wenn es dort heißt:
Aber im Impressum dieses längst wieder eingeschlafenen IG Metall-Blogs steht nichts von einer “Werbeagentur aus dem Sauerland”. Aber vielleicht ist die Schuld für die Zeile “Regina Görner blogt ” statt bei der in der Fußzeile des betreffenden Blogs genannten Werbeagentur ganz woanders zu suchen. Deswegen nun mein Lesetipp zu einem beim FAZ.net erschienenen Beitrags mit dem Titel: Wer bloggt so spät durch Nacht und Wind?
Hoffentlich ändert die IG Metall die betreffende Zeile möglichst schnell. Ansonsten steht zu befürchten, dass der OPEL-(IGM)-Betriebsrat womöglich auch bald “blökt” “blogt” Als ob es da nicht schon genügend andere Kommunikationsprobleme gäbe.
Sebastian Edathy und Wilhelm Schmidt gehören zum Establishment der SPD. Doch damit nicht genug. Edathy und Schmidt könnten nämlich auch ebenso gut im Club der Beleidigten aufgenommen werden.
Hoffentlich bekommen die AWO-Mitglieder davon nichts mit. Denn einige von den Schützlingen des AWO-Chefs Wilhelm Schmidt sollen ganz, ganz massiv unter den hohen Preisen für Energie leiden. Aber bestimmt hat der “Genosse Schmidt” ein paar tröstende Worte für die Benachteiligten in diesem Lande.
“Viele Firmen bilden ihre Angestellten nicht weiter. Betriebsräte können das ändern.” Meint der Tagesspiegel.
Dass vor dem Gesetz alle gleich sind, wusste bereits ein gewisser Josef Ackermann mit eindrucksvoller Geste zu würdigen. Und wie im Mannesmann-Prozess trat gestern wieder mal jemand aus dem Bankenwesen vor eine Richterin am Landgericht Düsseldorf. Die Rede ist von Robin Saunders. Jene Dame, die sich an kaum etwas und am allerwenigsten an die Höhe ihres Gehalts bei der WestLB erinnern kann, die ganz in der Tradition des Josef Ackermann “gute Geschäfte” mit der Staatsanwaltschaft macht und über deren Strafverteidiger die Financial Times Deutschland jüngst berichtet:
Selbstbewusst kündigt ihr Anwalt bereits vor der Mittagspause an, dass seine Mandantin dem Gericht nicht mehr allzu lange zur Verfügung stehen werde, um kurz nach vier müsse sie los, zum Flieger nach London. [FTD]
Nur gut, dass Saunders keine Ex-Terroristin ist. Denn sonst hätte sie wohl mit Beugehaft rechnen müssen.
Und beweist, dass ein Minister vom Verwaltungsrecht überhaupt keine Ahnung haben muss. Denn nur so ist es zu erklären, wenn Thomas Jurk (SPD) es dieser Tage in den Sinn kam, als falscher Polizist zu handeln. Jetzt erwägt die Staatsanwaltschaft gegen Jurk zu ermitteln.
So oder so ähnlich könnte die Überschrift lauten, wenn man liest, dass die Bundesregierung den USA verraten will, wer von den BundesbürgerInnen Mitglied einer Gewerkschaft ist. Wundert sich wirklich noch jemand, wenn wir bis heute noch kein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz haben?
Die Arbeitgeber Europas stehen einem Europäischen Betriebsrat eher skeptisch gegenüber. Auf gar keinen Fall wollen sie, dass die Mitbestimmung gestärkt wird. Und so schreibt die FAZ: “Der britische Arbeitgeberverband CBI hat bereits vor “unwillkommenen Vorschlägen” wie mehr Informations- und Anhörungsrechten für die Arbeitnehmer gewarnt. Mit der Überarbeitung der Richtlinie soll unter anderem festgelegt werden, ab welchem Zeitpunkt ein Europäischer Betriebsrat in Pläne etwa über Betriebsverlagerungen eingebunden werden muss. Auch geht es um den Schwellenwert, ab wie viel Beschäftigen ein EU-Betriebsrat gegründet werden kann.”
Faz.net
Auf der Business-Plattform Xing sucht gerade jemand nach freien Autoren für einen Informationsdienst namens Investor Verlag / FID-Verlag, der wiederum zum Verlag der Deutschen Wirtschaft gehört. Richtig überzeugen konnte mich dieses Verlagshaus ja noch nie. Und anderen scheint es ähnlich zu gehen mit dem zum VNR gehörenden FID-Verlag. Jedenfalls dann, wenn der Verlag vollmundig das Blaue vom Himmel verspricht. Denn dieser Verlag soll laut diesem Forum-Eintrag tatsächlich versprochen haben, aus einer Geldeinlage in Höhe von 5.000 Euro in nur drei Jahren bis zu 3,5 Millionen Euro machen zu können. Natürlich nicht für umsonst! Der FID-Kunde muss dafür nämlich eine jährlich fällig werdende Gebühr von knapp 1.000 Euro hinblättern.
Am 1. Mai beginnt der Deutsche Anwaltstag im ***** Hilton-Hotel am Berliner Gendarmenmarkt. Und weil die sich dort versammelnden Berufsverbandsfunktionäre allesamt wissen, was echte Armut und Elend ausmacht, fordern sie mit Blick auf ihre notleidenden Einkommen auch gleich einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Um bis zu 15 Prozent sollen die Honorare für Rechtsanwälte steigen, meint der Deutsche Anwaltsverein.
37.6-Blog sagt: Prost! und empfiehlt diesen Archivbeitrag, wo es um die Solidarität unter Rechtsanwälten geht.
Die Betriebsratsmitglieder der BASF SE haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 62.440 Euro verdient. Aus einer Pressemitteilung der BASF.
Angela Merkel und der kleine Nick sind “zur Freude” der Euromayday-Organisatoren am 1. Mai in Aachen zu Besuch.
Sowohl die Christlich Demokratische Union Deutschlands und die ihr nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung als auch die Siemens AG haben offensichtlich ein besonderes Verhältnis zu Verbrechern und Kriminialität.
Kein Wunder wenn jede Menge Geräte aus dem Hause Siemens in deutschen Amtsstuben zu finden sind. Ob die Software zur heimlichen Online-Durchsuchung auch aus dem Hause Siemens kommen wird, bleibt abzuwarten. Ist ja geheim.
Jetzt wo dank des Bundesnachrichtendienstes das Thema Pressefreiheit im öffentlichen Interesse steht, lohnt mal ein Blick über den großen Teich nach Amerika. Denn in der Freien Welt ist es um die Pressefreiheit auch nicht gut bestellt, wie dieses Beispiel zeigt.
37.6-Blog wünscht einen Guten Appetit!
Immer wieder beklagen Erwerbslose, dass der ALG-II-Regelsatz von monatlich 347 Euro zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben sei. Denn eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Sportverein, Kino, Bücher, Weiterbildungsangebote u.v.m.) seien mit 347 Euro im Monat nicht zu leisten. Die Ausgrenzung aus der Gesellschaft nahezu vorhersehbar. Derlei Argumenten kann die jüngste Entscheidung des Bundessozialgerichts bezüglich der Arzneimittelzuzahlung eines ALG-II-Beziehers nichts abgewinnen. Das Gericht dazu:
Der 1955 geborene Kläger ist bei der beklagten Betriebskrankenkasse krankenversichert. Er war bis Ende 2003 gemäß § 61 SGB V aF von der Zuzahlungspflicht zu Arzneimitteln usw befreit. Er bezog Arbeitslosenhilfe in Höhe von wöchentlich 148,19 Euro. Das GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) begründete neben Leistungskürzungen zum 1. Januar 2004 Zuzahlungspflichten ua für Arbeitslosenhilfe-Bezieher. Deshalb hob die Beklagte den Befreiungsbescheid auf und berief sich darauf, der Kläger habe als chronisch Erkrankter 1 vH der Bruttoeinnahmen als Zuzahlung zu entrichten. Sie befreite ihn erst im Oktober 2004 für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen. Die Beklagte setzte die Belastungsgrenze des Klägers für Zuzahlungen in den Jahren 2005 und 2006 auf jeweils 41,40 Euro fest und befreite ihn jeweils nach Zuzahlung dieses Betrags für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen. Der Kläger meint, er werde durch die ihm abverlangten Zuzahlungen unzumutbar und verfassungswidrig belastet, weil deshalb sein Existenzminimum nicht mehr gewährleistet sei. Seine Klage ist in allen Instanzen erfolglos geblieben.
Das Bundessozialgericht konnte sich in seiner Entscheidung vom 22. April 2008 - B 1 KR 10/07 R ‑ demgegenüber nicht von einem Eingriff in das Existenzminimum überzeugen. Der Kläger hatte ohne eigene Beitragslast im gesamten Zeitraum Anspruch auf alle GKV-Leistungen wie ein Beschäftigter. Zusätzlich erhielt er 2004 insgesamt 6.757,66 Euro Arbeitslosenhilfe, nahezu das Doppelte des Regelsatzes für einen Haushaltsvorstand in Rheinland-Pfalz. 2005 und 2006 bezog er 345 Euro als Regelleistung und zusätzlich Zahlungen für Unterkunft und Heizung. Die Darlehensregelung in § 23 Abs 1 Satz 1 SGB II ermöglichte, dass der Zuzahlungsbetrag von 41,40 Euro jährlich nicht vollständig auf einmal, sondern nur in monatlichen Raten zu jeweils 3,45 Euro zu entrichten war.
Das Grundgesetz garantiert mit der Menschenwürde und dem Sozialstaatsgebot, dass dem Einzelnen das Existenzminimum gewährleistet wird. Über dessen sozialrechtlich zu gewährende Mindesthöhe hat in erster Linie der Gesetzgeber zu entscheiden. Er darf dabei die jeweiligen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Je stärker der Gesetzgeber sich den denkbar untersten verfassungsrechtlichen Grenzen des Existenzminimums nähern will, desto geringer wird sein Regelungsspielraum. Zugleich müssen seine Ermittlungsergebnisse im Tatsächlichen um so zuverlässiger sein. Bei wirtschaftlichem Wohlstand in Deutschland, bei einer von Überfluss an materiellen Gütern geprägten Gesellschaft, ist der Gesetzgeber verfassungsrechtlich verpflichtet, zwecks Achtung der Menschenwürde und des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit im Inland lebenden Bedürftigen jedenfalls das zur physischen Existenz Unerlässliche zu gewähren. Jenseits der Bestimmung des “physischen Existenzminimums” steht ihm ein weites Gestaltungsermessen zu.
Die Ausgestaltung der Zuzahlungspflicht und der Sozialleistungen für Leistungsbezieher nach dem SGB II zielt nicht auf die denkbar untersten verfassungsrechtlichen Grenzen ab, das physische Existenzminimum, sondern geht darüber hinaus. Das Regelungsgeflecht knüpft an die frühere Bemessung der Regelsätze nach dem Bundessozialhilfegesetz als einer eindeutig verfassungsrechtlich gesicherten Grundlage an und bezieht auch die Gewährung eines soziokulturellen Leistungsanteils mit ein. Der Gesetzgeber durfte wegen der neuen Koordinierung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe durch das SGB II zudem Erkenntnisse und Erfahrungen sammeln. Er hat vertretbar die Werte der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe von 1998 hochgerechnet. Quelle: Pressemitteilung des Bundessozialgerichts vom 22.04.2008
chter am Bundessozialgericht das Rechenmodell der Diakonie zu den Hartz-IV-Regelsätzen und das damit einhergehende Verelendungsrisiko überhaupt gelesen haben oder, wenn sie es gelesen haben, auch verstanden haben, ist ungewiss. Bleibt nur zu hofffen, dass die Richter am Bundesverfassungsgericht etwas genauer hinsehen, wenn es heißt: Hat der SGB II-Gesetzgeber seinen Ermessenspielraum hinsichtlich der Bezifferung des existenziell Notwendigen tatsächlich im Sinne des Grundgesetzes ausgeübt? Denn der Anwalt des vor dem BSG unterlegenen ALG-II-Empfängers hat die Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil aus Kassel bereits angekündigt.
Geht es um staatlich garantierte Honorare von Architekten und Zahnärzten, ist sogar die FDP für einen gesetzlichen Mindestlohn. Peter Mühlbauer schreibt dazu in der Telepolis:
Wer den Beitrag von Mühlbauer liest, wird schnell bemerken, dass “Qualitätssicherung und Verbraucherschutz” nichts anderes ist als ein Werbe-Gag von Westerwelle & Co.
Kai Diekmann ist Chefredakteur der BILD-”Zeitung” und gelegentlich Objekt satirischer Darstellungen. So verklagte Kai Diekmann laut wikipedia einst die “tageszeitung”, nachdem deren Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der Satire-Seite Die Wahrheit behauptet hatte, Diekmann habe sich in Miami seinen vorgeblich nur äußerst kleinen Penis mit Leichenteilen vergeblich operativ verlängern lassen wollen. Über Diekmanns Feuchtgebiet darf weiterhin spekuliert werden. Bekannt ist nur, dass dieses Bild der Kanzlerin den BILD-Chef so sehr beeindruckt haben muss, dass der laut “Berliner Kurier” selbst einen Artikel über Merkels holde Weiblichkeit verfasst hat. Ob Diekmann irgendwo in seinem Artikel die Formulierung “besser als erwartet” verwendet hat, ist mir nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass sich Volker Pispers dieser Formulierung bedient, wenn er Frau Merkels Leistungen würdigt. Und da geht es nicht etwa um den Vorbau der Regierungschefin, sondern um deren Leistungen als Politikerin.
Bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl in den USA stehen sich zwei unerbittliche Gegner gegenüber: Hillary Rodham Clinton und Barack Obama. Beide gehören der gleichen Partei an und natürlich will keiner von ihnen die Partei schädigen. Und dann kommt so eine Frage:
Die Antwort von Hillary Clinton und überhaupt die ganze Debatte zwischen ihr und ihrem Konkurrenten Barack Obama gibt es bei der New York Times sowohl als Video als auch als Wortprotokoll zum Nachlesen.
Selbstverständlich hat der letzte Punkt nichts mit Wirtschaftskriminalität, sondern nur etwas mit modernem Kirchenrecht zu tun.
Wenn LIDL die Kündigung einer Redakteurin veranlasst, weil der Billigheimer-Discounter mit der Pressefreiheit so seine Probleme hat, ist das eine Sache. Eine andere und schlimmere Sache ist es, wenn der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy die Redaktionsleitung von ZEIT-Online dahin bewegt bekommt, einer Freien Journalistin fortan keine Aufträge mehr zu erteilen. Das Statement der Chefredaktion von ZEIT-Online zu dem Vorgang mag jeder für sich beurteilen. BooCompany hofft derweil auf eine Reaktion der betroffenen Journalistin namens Susanne Härpfer.
Borussia Dortmund fährt nach Berlin und die Dortmunder Fans singen: “Berlin, Berlin was wollt ihr in Berlin?!” Die Antwort liefert ein Blick auf die Quoten des Sportwetten-Anbieters “BWin”.
1.000.000 Wetteinsatz auf einen Sieg von Bayern München bringt dem Zocker einen Auszahlungsbetrag in Höhe von 1.550.000 . Mit anderen Worten: 550.000 ist die garantierte Gewinnsumme.
Doch jetzt der Clou!
Setzt nämlich jemand sagen wir mal: der Schatzmeister der Dortmunder Borussia 1.000.000 auf einen Bayern-Sieg und 550.000 (also die garantierte Gewinnsumme) auf einen Sieg des Aufgebots aus Dortmund und kommt es dann tatsächlich zu einem “Wunder von Berlin”, sähe die Rechnung wesentlich günstiger aus:
Jetzt weiß ich gar nicht, bis zu welcher Höhe man bei diesem Sportwetten-Anbieter überhaupt setzen darf. Aber eines steht ja mal fest: Die große Unbekannte bei Fußballspielen ist und bleibt der Schiedsrichter. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass im Pokal eigene Gesetze gelten? Denn dieses Wett-Modell funktioniert nur, wenn ein Unentschieden ausgeschlossen ist.
Mann, Mann, Mann. Das hätte der Gangster aus Texas nicht besser machen können.
Jetzt komme ich auch dahinter, warum der Herr Bundespräsident so gerne beim DFB zu Gast ist. Die Fußball-Funktionäre und der Chef-Rhetor der deutschen Nation verstehen sich einfach nur blendend. Lebt eigentlich Mayer-Vorfelder noch?
Wetten, dass Gewerkschaftsboss Freiberg das ganz anders gemeint hat?!
Die Fleischverarbeitungsfirma Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück soll laut Report Mainz über Videofilme verfügen, die die FirmenmitarbeiterInnen nur mit Unterwäsche bekleidet zeigen. Das Unternehmen bestreitet das natürlich. An der Glaubhaftigkeit dieses Dementis sind Zweifel durchaus erlaubt. Denn das Unternehmen teilt Report-Mainz mit, dass die Überwachung auf das Notwendigste beschränkt sei und überdies im Einvernehmen mit der Arbeitnehmervertretung erfolge. Blöd nur, dass es bei Tönnies Fleisch gar keinen Betriebsrat gibt.
Wir dürfen gespannt sein, ob die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen des Schalke-Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies ermitteln wird. Die haufenweise aus Osteuropa stammenden Mitarbeiter des Clemens Tönnies werden wohl kaum eine Strafanzeige gegen ihren Brötchengeber stellen. Und gerade fällt mir ein, dass ich vor ein paar Monaten etwas über einen Verdacht gegen Clemens Tönnies und sein Unternehmen in der Netzeitung gelesen und im 37.6-Blog kommentiert habe.
Was ist denn daraus geworden? Weiß jemand Genaueres?
Eines steht fest: Nikolaus Piper, Wirtschaftsredakteur bei der Süddeutschen, hält nichts von Zeilenhonoraren. Dieser dem Piperschen Kopf entsprungene und heute in der SZ abgedruckte Satz lässt außerdem vermuten, dass sein Autor auch der Wortgattung der Verben nicht sehr viel abgewinnen kann.
Überhaupt nichts abgewinnen kann Nikolaus Piper auch dem, was vom Grundgesetz als “Sozialstaatsprinzip” garantiert wird. Das belegt ein Text, der auf der Homepage der hier sattsam gewürdigten neoliberalen Friedrich-Naumann-Stiftung zu finden ist. In diesem Text geht es um ein Buch von Nikolaus Piper, das voll nach dem Geschmack der Neoliberalen hierzulande ist. Und weil die “Naumänner” sich über jeden neoliberalen Schreiber freuen wie die Schneekönige, durfte Nikolaus Piper auch prompt seine Ideen bei einem Diskussionsabend der Thomas-Dehler-Stiftung und der Friedrich-Naumann-Stiftung präsentieren.
Nur in einem Punkt mag ich Nikolaus Piper nicht widersprechen. Nämlich dann, wenn er schreibt: “Einfach davonlaufen.
Keine Ahnung, welche Sprüche in der Redaktion der inoffiziellen CDU-Mitgliederzeitung so an den Wänden hängen. Aber die Parole “Döner-Fresser in den Knast!”, würde sich dort sicherlich gut machen. Recht so. Wo kämen wir denn hin, wenn hier jeder nach Lust und Laune ohne jede Angst vor Strafe einen Döner nach dem anderen dahinmetzeln dürfte?
Gefunden in: The Guardian
Und jetzt hat British Airways auch noch das Handgepäck eines auf dem Flug von Hongkong nach London verstorbenen Passagiers verschlampt. Mehr dazu in: BA loses bags of man who died on flight
Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) wird wohl auch weiterhin teilhaben dürfen an so wohligen Dingen wie einer Wahlkampfkostenerstattung und anderen Privilegien der staatlichen Parteienfinanzierung. Denn Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) spricht sich scharf gegen ein NPD-Verbotsverfahren aus und warf der SPD vor, die Diskussion um ein neuerliches NPD-Verbotsverfahren solle nur ablenken “von den Peinlichkeiten, die sich die SPD mit ihren gebrochenen Zusagen zum Umgang mit der Linkspartei geleistet” habe. Aber was will man schon großartig Geistreiches erwarten von einem Bundesinnenminister namens Wolfgang Schäuble? Jener Mann also, der auf eine wenig rühmliche Rolle im CDU-Parteispendenskandal zurückblickt und der auf dem 1995 in Karlsruhe stattgefundenen CDU-Parteitag an den damaligen CDU-Vorsitzenden gerichtet Dinge sagte, die irgendwie nicht so richtig mit der Wirklichkeit übereinstimmten:
Ob Wolfgang Schäuble zuweilen Drogen konsumiert, ist nicht bekannt. Bekannt ist nur, dass entgegen der blumigen Worte des heutigen Bundesinnenministers, noch heute die Frage: Wie mag ein “blühendes Gemeinwesen” in Natura aussehen?, in nicht wenigen Teilen Ostdeutschlands weiterhin ungeklärt ist. Geklärt ist nur, dass dort prächtig gedeiht, was auf Kackebraun schwört. Vielleicht sollte mal jemand dem Bundesinnenminister stecken, dass nicht alles, was blüht, auch schützenswert ist?
Und Volker Pispers fragt: “Wie steigert man eigentlich Arschloch?”
Bevor ich gleich nach England fliege, noch ein kurzes Video zum wirtschaftspolitischen Sachverstand der Politik-Darsteller Guido Westerwelle und Dirk Niebel:
Und wer echtes Polit-Kasperle-Theater sehen möchte, sollte mal in die Mediathek des ZDF schauen und “Berlin Mitte” vom 3. April 2008 abrufen. Das ist noch besser als Satire.
Wenn Wolfgang Schäuble gegen ein NPD-Verbotsverfahren ist, könnte es auch mit diesem netten Video über diesen lupenreinen Demokraten aus Baden-Württemberg zusammenhängen:
Erinnert sich noch jemand an den Polit-Song “Wir müssen unser Land befrei´n vom Denunziantenschwein”?
Kurt-Tucholsky-Preisträger Otto Köhler meint dazu:
Der Gastbeitrag von Köhler ist überschrieben mit: SPD was ist das?
Mitglieder des Betriebsrats und ganz besonders die Mitglieder eines Wirtschaftsaussschusses (§ 106 BetrVG), die nicht aus dem Eff-Eff erklären können, worin sich das EBIT vom EBITDA unterscheidet, sollten sich unbedingt mal dieses Glossar zum Jahresabschluss ansehen.
Und zur weiterführenden Lektüre lohnt ein Blick in das Sortiment von Amazon.de EF="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2F37sechsblog-21%2F8003%2F397fdf4a-fa0b-4e98-92bb-5c05c9465365&Operation=NoScript">Amazon.de Widgets
In Berlin ist es so kalt wie im Tiefkühlfach und so ganz allmählich komme ich dahinter, weshalb so viele Berliner im Winter die Fliege machen und sich in wärmeren Gefilden dieses Globus niederlassen. Thailand, Indien, Karibik, Kanaren oder irgendwo in Afrika. Aber irgendwann wird er auch nach Berlin kommen: der Frühling. Schließlich ist ja schon Ostern und die Vögel zwitschern auch schon morgens um fünf Uhr. Wie auch immer ich schiebe in den nächsten Tagen auch mal ne ruhige Kugel in Sachen Bloggen. Tschüssi und bis demnächst!
Der S. Fischer-Verlag wirbt zur Zeit mit dem Slogan: “Lesen gefährdet die Dummheit”. Und wenn man an andere Verlagshäuser als etwa den die BILD herausgebenden Springer Verlag denkt, möchte man hinzufügen: Nicht immer, aber immer öfter. Gegen Verblödung helfen immer und in jeder Mußestunde die Bücher von Günter Wallraff. Jener Mann, der auf Veranlassung eben des eingangs erwähnten Springer Verlags die Obergerichte dieser Republik beschäftigte. Schließlich hatte Wallraff inkognito sogenannte Betriebsgeheimnisse aus der BILD-Redaktion ausgeplaudert. Und so verwundert es nicht weiter, wenn in der Wikipedia zu lesen ist:
Ach ja. Wo ich gerade beim Thema “Information gegen Dummheit” bin. Die Illustrierte Stern meldet an diesem Oster-Wochenende:
In Umfragen erreicht der Bundespräsident Spitzenwerte. 80 Prozent der Deutschen sind mit ihm zufrieden, sie wollen keinen anderen im Schloss Bellevue sehen.
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass der S. Fischer Verlag keinen besseren Slogan als “Lesen gefährdet die Dummheit” hätte wählen können. sion=20070822&MarketPlace=DE&ID=V20070822%2FDE%2F37sechsblog-21%2F8003%2F7ab840d4-6b87-4d0d-9753-13291328f17a&Operation=NoScript">Amazon.de Widgets
Ohne Verletzung konnten die 24 Fluggäste und die 3 Crew-Mitglieder des Cirrus Flugs C9 1567 von Berlin-Tempelhof nach Mannheim die harvarierte Dornier Propellermaschine vom Typ 328 verlassen.
Am 27. April also findet der Volksentscheid zum Berliner Flughafen Tempelhof statt. Jener defizitär wirtschaftende Flughafen also, den die Springer-Presse gemeinsam mit der Berliner CDU und FDP unbedingt am Leben erhalten will. Doch wofür sollen die öffentlichen Zuschüsse verwendet werden? Denn ohne insbesondere der FDP verhassten Subventionen kann ein Verluste erwirtschaftender Flughafen, wie Berlin-Tempelhof es ist, überhaupt nicht überleben. Geht es aber um den Flughafen-Tempelhof kümmert die FDP ihr eher gestörtes Verhältnis zu staatlichen Subventionen überhaupt nicht. Woran mag es liegen, dass sich die neoliberalen FDPisten so prinzipien-vergessen zeigen? Und so bringt es SPD-Landesgeschäftsführer Rüdiger Scholz auf den Punkt, wenn er die Schließung des Flughafens Tempelhof so begründet: “Kein Interesse an einem Bonzenflughafen”.
Ich höre schon diesen Fribeer Fliijer schreien: “Bonzenflughafen” alles nur purer Sozialneid! Aber eines können Springer-Presse, Berliner CDU und FDP nicht wegwischen. Einen Linienflug von Tempelhof nach Mannheim in einem Flugzeug des Typs Dornier 328 gibt es eben nicht mal so für den sprichwörtlichen Appel und das Ei. Das bestätigt allein ein Blick auf diese Homepage mit dem bezeichnenden Namen “Business Traveler”, die über den jüngst harvarierten Cirrus-Flug C9 1567 von Berlin nach Mannheim berichtet.
Jürgen Trittin also soll der Spitzenkandidat für die nächste Bundestagswahl sein. Viel hat er seinen Wählern nicht zu bieten. Da wäre
oder
Kurzum: Trittin rechnet sich nicht viel aus, wie folgendes Zitat beweist:
Woher Trittin diese Erkenntnis hat, ist unklar. Eine Erklärung könnte sein, dass Trittin des Lesens nicht mächtig ist. Denn auf der Homepage der Linkspartei heißt es einem Interview mit deren Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch:
Und in der direkt im Anschluss erscheinenden Passage des Interviews sagt Bartsch auch:
Ein Service von blog4mobile.de Das 37.6-Blog kann via http://handyblogger.mobi/fs0000 ab sofort auf dem Handy gelesen werden, ohne eigens einen RSS-Reader fürs Mobiltelefon besorgen zu müssen.
Was passiert, wenn in einem Unternehmen der deutschen Finanzwirtschaft vulgo: Bank jemand zum Betriebsrat geht und im Hilfe bittet? Im Whistleblower-Blog berichtet die ehemalige Bankangestellte und Buchautorin Andrea Fuchs darüber, wie es ihr ergangen ist, als sie in der Bank Alarm schlug und den Betriebsratsvorsitzenden um Hilfe bat.
Der Betriebsratschef empfahl mir mitzumachen und wies mich auf die Franzosen-Geschäfte hin, in die die Bank Anfang der 90er Jahre verwickelt war, und die zur Beinahepleite der damaligen DG-Bank geführt haben. Er lehnte es glatt weg ab, sich mit den fragwürdigen Sachverhalten zu beschäftigen.
Aber es kam noch besser! Denn die auf Seriosität bedachte Investment-Bankerin erhielt schließlich die fristlose Kündigung. Doch wer meint, dass der Betriebsrat ihr helfend zur Seite gestanden hätte, sieht sich enttäuscht. Andersrum wird ein Schuh draus: Whistleblower-Netzwerk fragt:
Der Gegenwind kam dann ja für Sie auch von überraschender Seite, dem Betriebsrat? Im Jahre 2003 wurde mir erstmalig unter Namensnennung kolportiert, dass der Betriebsratschef der Bank, der ja der Schweigepflicht unterliegt, öffentlich über meinen Fall sprach und die Version der Bank kundtat, obwohl ich beweisen kann, dass er die Wahrheit kennt.
Der Gegenwind kam dann ja für Sie auch von überraschender Seite, dem Betriebsrat?
Im Jahre 2003 wurde mir erstmalig unter Namensnennung kolportiert, dass der Betriebsratschef der Bank, der ja der Schweigepflicht unterliegt, öffentlich über meinen Fall sprach und die Version der Bank kundtat, obwohl ich beweisen kann, dass er die Wahrheit kennt.
Und auch über die deutsche Justiz weiß die Whistleblowerin und Autorin nichts Gutes zu berichten. Nach der Lektüre dieses Interviews freue ich mich auf den Moment, in dem ich das Buch “Die Judasbank”, von Andrea Fuchs in den Händen halte, um es vermutlich in einem Zug zu verschlingen.
Kann jemand ohne nennenswerte Schulbildung ein Buch schreiben? Womöglich eines, das einen in seinen Bann schlägt und auch dann noch beschäftigt, wenn das Buch längst wieder zugeklappt ist? Erzähl mir nix von Unterschicht beweist, dass beides möglich ist. Erzählt wird eine Geschichte, die einen beim Lesen mehr als einmal ungläubig den Kopf schütteln lässt. Und das Schlimmste ist: Diese beim Leser schiere Bestürzung und oft genug blankes Entsetzen auslösende Geschichte ist keineswegs erfunden. Denn unter dem Pseudonym Inci Y. gibt eine junge und miserabel ausgebildete Türkin einen Bericht, der nur eine Beifügung verdient: Krass! In Deutschland geboren, kommt die ein Jahr alte Inci auf Veranlassung ihrer Eltern in die Obhut ihrer in Izmir lebenden Großmutter. Zehn Jahre später holen die Eltern das Mädchen nach Deutschland, um es nur vier Jahre danach in die Ehe mit einen in Anatolien lebenden Mann zu zwingen. Inci Y. bekommt zwei Kinder, lässt sich scheiden und kehrt voller Hoffnung nach Deutschland zurück. Doch Moralvorstellungen, deutsche Behörden und viele nur auf ihren eigenen Vorteil bedachte Individuen, bescheren der um ihr und das Überleben ihrer Kinder kämpfenden Inci Y. einen einzigen Horrortrip.
Der Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts ist nur zu entnehmen, dass ein Arbeitgeber einer Krankenpflegeschülerin mehr als 35 Prozent der ihr zustehenden Ausbildungsvergütung vorenthielt. Illegal vorenthielt. Denn dieser Wucherlohn steht nicht in Einklang mit dem, was das Berufsbildungsgesetz und das Krankenpflegegesetz unter “angemessene Vergütung” verstehen. Noch aufschlussreicher als die BAG-Pressemitteilung sind die Leitsätze des zuvor mit der Sache befassten Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 07.11.2006 5 Sa 159/06
Die Entscheidung mitsamt ihrer Begründung ist abgedruckt in der Zeitschrift Pflegerecht 2007, 123-130 und 2007, 277-284.
Anmerkung: Betriebsrat und JAV haben einen Anspruch auf aktuelle Kommentarliteratur.
“Leiharbeit als Gegenstand betrieblicher Mitbestimmung”, haben Wolfram Wassermann und Wolfgang Rudolph ihre für die Hans-Böckler-Stiftung erstellte Studie überschrieben. Das, was darin zu lesen ist, ist alles andere als beruhigend. Am unberuhigendsten finde ich diesen Satz:
Bei so viel Schicksalsergebenheit empfehle ich dringend die Lektüre des in der Fachzeitschrift “Arbeitsrecht im Betrieb” erschienenen Aufsatzes namens “Betriebsrat hilft Zeitarbeitern Handlungshilfe für den Betriebsrat”.
Ist doch schön, wenn sich die Frau Bundeskanzlerin und der im indischen Exil lebende Dalai Lama einig darin sind, dass sie gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in China sind. Tja, Peking ist wohl auf dem besten Weg zur neuen Supermacht. Denn anders lässt sich so viel Großmut nicht erklären. Aber von einem Olympia-Boykott halte ich persönlich auch nicht allzu viel. Damit würde man nur die Sportler bestrafen. Aber wie wäre es mit einem Medien-Boykott? Dafür dürften die Machthaber in Peking doch größtes Verständnis haben, wo sie doch schließlich das Internet rigoros zensieren und die vielen bei YouTube zu findenden und für Peking gar nicht imagefördernden Filme dem chinesischen Bürger vorenthalten. Was Frau Merkel betrifft, ist zu ihrer Entschuldigung zu sagen, dass sie sich wohl nur ungerne von Peking zur persona non grata erklären lassen möchte. Denn wenn dies passierte, könnte sie gar nicht auf der Tribüne sitzen und sich darüber freuen, wenn deutsche Athletinnen und Athleten die Vereinshymne der CDU die deutsche Nationalhyme mitträllern. Ob ich jedoch nach China einreisen dürfte, ist mehr als fraglich; schließlich kann mein Blog dort schon seit geraumer Zeit nicht gelesen werden, außer vom chinesischen Staatsschutz natürlich.
Denn wie schreibt doch Tobias H. Strömer in seinem Buch zum Online-Recht so treffend?
Seit gestern befindet sich der Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) in der zweiten Woche. Doch langsam wird es eng. Allerdings weniger für die Arbeitgeber als vielmehr für die Fahrgäste und die Vereinigte Dienstleistungsgesellschaft. In der “Junge Welt” ist zu lesen:
Gewerkschaft verzichtet im Tarifkampf bei den Verkehrsbetrieben bereits vor der Wiederaufnahme von Verhandlungen auf den Großteil ihrer Forderungen. Junge Welt
Sollte das Ganze zu einem weiteren Glied in der Kette erfolgloser Tarifbewegungen werden? Michael Kittner hat ja bereits einige davon in seinem Buch gesammelt und ausführlich vorgestellt.
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes ist es vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, die Milchprodukte von “MÜLLER MILCH” als Gen-Milch zu bezeichnen. Der Kommentar von Müller-Milch:
Na, darauf wäre ich von alleine nie gekommen. Schönen Dank für die Klarstellung an die Rechtsberater von Müller-Milch. Als Dank dafür nun ein Link auf die Produktpalette von Müller-Milch. Schließlich erfährt man dann auch gleich, in welche Produkte die Gen-Milch einfließt. Schönen Dank dafür an Greenpeace.
Einer meiner Freunde hat eine Rechtsanwaltskanzlei in Berlin und erwägt nun eine Homepage ins Netz zu stellen. Jetzt lese ich gerade in einem Fachbuch zum Online-Recht folgenden Satz: “Ein Anwalt, der im Sportrecht berät, darf deshalb auch mit seinen sportlichen Erfolgen werben.” Erst dachte ich ja, es handele sich um einen redaktionellen Fehler und es müsste richtigerweise “sportrechtliche Erfolge” heißen. Aber es stimmt. Ein Blick in die betreffende Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts fördert gleich zwei Erkenntnisse zutage:
Kurzum: Diese BVerfG-Entscheidung hat keinerlei Relevanz für den mit mir befreundeten Rechtsanwalt. Stutzig macht nur, dass Rechtsanwälte vehement gegen Dumping-Honorare ihrer Mitbewerber zu Felde ziehen, aber gleichwohl einen gesetzlichen Mindestlohn kategorisch ablehnen, obwohl es genau diesen für Rechtsanwälte längst schon gibt. Die heftigsten Gegner eines Mindestlohns kraft Gesetz finden sich insbesondere unter den Organen der Rechtspflege, die in FDP, CDU und CSU politisch beheimatet sind.
Dieses Land braucht Vorbilder. Okay, die Manager-Kaste kommt dank Ackermann, Esser, Hartz, Kleinfeld, von Pierer und Zumwinkel hierfür nicht in Betracht. Bleiben also die Politiker. Aber verhalten die sich wirklich so, dass sie ein Vorbild für eine anständige Lebensführung geben könnten? Ernst Röhl nimmt sich des Themas unter der Überschrift “Die Drecksäcke und der Pflügeralarm” an. Der Befund ist erschreckend.
Die Debatten im Deutschen Bundestag waren seit eh und je scharf gewürzt mit Komplimenten wie Drecksack, Lügner, Heuchler, Verleumder, Hetzer oder Kriegstreiber. Der politische Gegner war, je nach Lage der Dinge, ein arrogantes Schwein, ein aufgeblasener Dummschwätzer, ein Quatschkopp. Er war Schaumschläger, Selbstbefriediger, Geisteskranker, Berufsdenunziant, Ratte, Stinktier oder wild gewordener Gartenzwerg. Quelle: Eulenspiegel
Derlei “Komplimente” werden gemeinhin mit einer Abmahnung bedacht. Also Vorsicht! Nicht nachmachen, sonst droht Abmahnung.
Notabene: Auch Betriebsräte sollten sich davor hüten, in der Betriebsversammlung oder im Internet/Intranet solches Vokabular zu verwenden, um ihrer Kritik am Arbeitgeber den nötigen Nachdruck zu verleihen. Denn hier droht neben der Abmahnung auch gleich noch die Kündigung; und zwar die fristlose.
Na, der Volker Rieble, Professor aus München und Siemens-Gutachter in Sachen AuB-Bestechungs-Affäre, macht mir vielleicht Spaß. Erst stellt er sich schützend vor Siemens und diesen Verein, der darauf besteht eine unabhängige Gewerkschaft zu sein, dann behauptet er wirres Zeug und nun das:
Solche Professoren braucht das Land.
Todestagen schenke ich persönlich ja keine so große Aufmerksamkeit. Aber es gibt Zeitgenossen, die denken darüber anders. Beispielsweise er hier, wenn er sich des gestern zum 125. Mal jährenden Todestages von Karl Marx erinnert. Aber die Rente ist, entgegen anderslautender Botschaften, ebensowenig sicher wie Karl Marx tot ist. Und so grüßt Karl Marx schon wieder mit einem herzlichen: “Grüß Gott! Da bin ich wieder”, vom Buchdeckel einer Karikaturensammlung, deren Anschaffung sich insbesondere zu Ostern anbietet.
Ich könnte es kurz machen und hierauf verweisen. Aber damit würde ich Ralf Köttker nicht gerecht. Denn Köttker ist ein verschämter Fan des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer; ja der, dem immer gesagt wird: “Nur gucken, nicht anfassen!” Und zuweilen spricht Assauer in die Mikrofone von DSF-Sportjournalisten solche Sätze wie diese hier:
Lesen wir nun, was Ralf Köttker von der Springer-Presse (sind DSF und Springer nicht miteinander verbandelt?!) über Schalkes Trainer Mirko Slomka schreibt:
Da kann man doch mal sehen, wie Sport-Journalisten der Springer-Presse sich ihre Meinung bilden. Köttker im Axel-Springer-Haus tut so, als ob er seinen Lesern seine eigene Meinung verkaufte. Dabei ist es nur die von Rudi Assauer ***. Ich muss schwer an mich halten, um nicht ausfallend zu werden, Herr Kollege Köttker. Aber ohne den 21-jährigen “Schnösel” im Kasten des FC Schalke 04 stünden die Königsblauen wohl kaum im Viertelfinale der Champions League.
***): Hoffentlich zahlt Springer wenigstens ein Berater-Honorar an Assauer.
Bei der FDP verhält sich das alles natürlich ganz anders. Diese Partei will nur wegen des Gemeinwohl mitregieren. Vermutlich glaubt Westerwelle, dass die in seiner Partei versammelten Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater und Immobilienmakler a priori das “Gemeinwohl” repräsentieren würden. In diesem Fall ist dem FDP-Chef nur zuzurufen: Westerwelle, hättest Du besser geschwiegen!
Das Interview mit der Hauspostille des deutschen Neoliberalismus findet sich auf der Homepage des FDP-Bundestagsabgeordneten Max Stadler.
Eine eindeutig dem linken politischen Spektrum zuzuordnende Tageszeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe darüber, dass Google-Deutschland auf Veranlassung deutscher Behörden von bestimmten Inhalten “befreit” werde. Die Zeitung “Neues Deutschland” beruft sich hierbei auf den FDP-Geheimdienstkritiker Max Stadler, den sie folgendermaßen zitiert:
»Wenn man in die Suchmaschine syrische Agenten eingibt, dann erscheinen unter anderem zwei Treffer, die aus Rechtsgründen nicht dargestellt werden können«, sagt Max Stadler, Obmann der FDP im Ausschuss.
Sollte hierfür tatsächlich die Bundesregierung verantwortlich sein, dürften sich gleich zwei Wächter der Meinungsfreiheit gehörig die Hände reiben: Die Machthaber in Peking und die in Moskau. Schließlich berührt Stadlers Kritik gleich auf zwei Fragen:
Erinnert sich noch jemand an den SPD-Genossen Florian Gerster? Der präsidiert ja mittlerweile beim Arbeitgeberverband der privaten Briefzusteller. Nur blöd, dass es von diesen Briefzustellern bald überhaupt keine mehr gibt. Nicht, dass die alle auf der Straße stünden und um ALG-II betteln müssten. Nein, die “privaten Briefzusteller” heißen jetzt nur anders und dürfen sich trotz garantierten Mindestlohns auch weiterhin zu Hungerlöhnen verdingen. Gestern hat Report Mainz ausführlich darüber und über die schmutzigen Geschäfte der Privat-Post-Branche mitsamt einer ihr gehörenden “Gewerkschaft” berichtet. Der Film von Report Mainz ist im Web anzusehen. Und das JuraCityBlog informiert darüber, worauf ver.di nun Strafanzeige gegen die Scheingewerkschaft GNBZ stützt. Und weil keiner von Florian Gerster spricht, hier nun ein Florian-Gerster-Porträt.
Die SPD macht mir seit ein paar Wochen schon richtig Spaß. Da posiert deren Möchtegern-Kanzlerkandidat bei jeder Gelegenheit mit irgendwelchen Stars und Starlets und kümmert sich einen Dreck darum, ob die sich im Hustler oder im Web nackend zeigen. Und das ist auch gut so! Doch die SPD ist eben nicht überall so tolerant wie in Berlin. Denn gerade jetzt irgendwo in Deutschlands Tiefebene nehmen SPD-Genossen Anstoß an irgendwelchen Nacktfotos einer SPD-Partei”freundin”. Die Folge: Diese Hinterwäldler im rosa Gewande wollen, dass die SPD-Frau Birgit Auras ihre Kandidatur fürs Kommunalparlament zurückzieht. Ich möchte wetten, dass dieselben Genossen lüstern “Basic Instinct” glotzen, um nur ja einen Blick unter das Mini-Röckchen von Sharon Stone und auf deren rasiertes Geheimnis zu werfen. Apropos “rasiert” - Kurt Beck hat doch nicht etwa ?
Für alle Scheinheiligen in der SPD
War gar nicht so einfach an das Sharon-Stone-Video zu kommen. Die Amis sind ja nicht minder prüde als die Sozen im Land zwischen Ost- und Nordsee und folgerichtig zeigt sich bei YouTube Mrs. Stone in dieser Szene ihren Fans nur, wenn die älter als 18 Jahre sind. Aber zum Glück gibt es ja noch Beyoncé. Werden die Küsten-Sozen vermutlich nicht kennen, weshalb ich nun dieses Video hier einstelle:
Notabene: Sharon Stone hat einen IQ von 159 und dürfte damit aber sowas von weit über dem in der SPD zu findenden Durchschnittswert liegen, dass die neuesten und noch katastrophaleren Umfragewerte der SPD fast schon wieder beruhigen. Kleiner Trost zum Schluss, liebe Genossen: In jeder Krise steckt eine neue Chance.
In Berlin-Friedrichshain ziert dieser Spruch einen Transporter. Das hier ist nur eine Montage.
“Ach, du dicke Unterlippe!”, möchte man rufen beim Betrachten dessen, was diese Partei sowohl in Hessen als auch auf Bundesebene so in Sachen politischer Kompetenz abzuliefern weiß. Erst erklärt die Partei fest entschlossen, dass sie den amtierenden Ministerpräsidenten abwählen wolle. Dann wählen die Hessen so, dass der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten nichts entgegenstünde. Doch dann passiert genau das, womit sowieso zu rechnen war: Die einst so entschlossene Partei der Aufständischen verlässt der Mut. Eine Mehrheit gegen den alten und für einen neuen Regierungschef sei, so die Partei der Aufständischen, weit und breit nicht in Sicht. Und allen echten Aufständischen in dieser Partei empfehle ich, zumindest eines ihrer Partei-Häuser nach dem bayerischen Commedian Karl Valentin zu benennen. Denn von dem stammt der Satz: “Wollen tät` ich schon mögen, aber dürfen hab’ ich mich nicht getraut.” Der real-existierenden Politik in diesem unserem Lande möchte ich mich natürlich nicht verschließen und sende deshalb die besten Grüße in die hessische Staatskanzlei. Möge die Macht mit Dir sein, Roland Koch.
Ach, woher! Solange Piloten so gut reagieren wie er hier, ist die Angst vorm Fliegen völlig unbegründet. [via: Cyberoog]
Fällt wohl unter Kunstfreiheit, wenn der Karrikaturist der Tageszeitung “Der Tagesspiegel” das Pop-Idol alter und neuer Nazis im Himmel statt in der Hölle verortet. Das ist aber auch der einzige Punkt, der an dieser Zeichnung zu bekritteln ist.
Den Bundes-Horst wird das nicht weiter stören. Er hat sich ja schon klar für das “Eiserne Kreuz” ausgesprochen. Merke! Deutschland befindet sich wohl doch im Krieg. Wozu sonst bräuchte man einenKriegsorden?
Na, wer hätte denn je was anderes vermutet? Selbst die Namen der Freundin seines Mandanten gibt Udo Vetter nicht preis, wenn er sich über sie lustig macht. Aber macht das die Sache wirklich besser? Wenn die betreffende Dame je das Lawblog unter die Augen bekommen und davon erfahren sollte, dass der Herr Rechtsanwalt ihre Tränen zur Erheiterung seiner Leser benutzt, wird sie wohl wenig begeistert sein. Apropos: Begeisterung über Udo Vetter. Vorgestern erst habe ich mit einem Blogger telefoniert und dabei haben wir auch über Vetter gesprochen. Fazit: Wäre ich er, würde ich mal nicht so sehr übers deutsche Gesundheitswesen ablästern. Man weiß ja nie, wann man es in Anspruch nehmen muss.
Der in Berlin erscheinende “Tagesspiegel” pflegt auch innerhalb der Redaktion die Meinungsvielfalt. Nachdem in der Samstagsausgabe einer der Chefredakteure des Blattes die Linkspartei in Grund und Boden zu schreiben versuchte, heute mal etwas Erfreuliches aus der Tagesspiegel-Redaktion. Denn Harald Schumann schreibt in seinem Leitartikel auf Seite Eins der heutigen Ausgabe des Tagesspiegels, dass seit der Regierungszeit von Rot-Grün die deutsche Mittelschicht schrumpft und die Kluft zwischen Arm und Reich in diesem Lande stetig wächst.
SPD verantwortlich für Neue Armut
Harald Schumann schreibt nun etwas, dass jeder Betriebsrat für die nächste Betriebsversammlung archivieren sollte, wenn es mal wieder um das Thema “Soziale Gerechtigkeit” geht:
Fordern und Fördern war ja eine gute Idee. Aber in der Praxis wurde daraus lediglich staatlich gewollte Verarmung. Das Fördern geriet zu einem bloßen Sparkonzept. Zur gleichen Zeit verschenkte Rot-Grün aber zweistellige Milliardenbeträge jährlich an Kapitalbesitzer und Spitzenverdiener. Auch dabei war nicht die Senkung der Steuersätze für Unternehmen auf internationales Niveau der Fehler. Aber es war dumm, nicht ebenso die Bemessungsgrundlage auf das internationale Niveau zu verbreitern. Nun werden in keinem großen Land der OECD weniger Gewinnsteuern eingetrieben als in Deutschland. Erst recht war es nicht sozialdemokratisch, erst den Spitzensteuersatz um elf Prozent zu senken, um dann später die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Die häufig vorgebrachte Behauptung, die Globalisierung erzwinge derlei Umverteilung von unten nach oben, ist ökonomischer Unfug. Wäre das so, dann müssten die skandinavischen Länder, die auch ohne soziale Spaltung erfolgreich sind, auf einem anderen Planeten liegen. Harald Schumann in: Tagesspiegel.de
Besser hätte es Oskar Lafontaine von der SPD-Konkurrentin DIE LINKE auch nicht sagen können. Bleibt zu hoffen, dass man dem Tagesspiegel-Kommentator mehr Glauben schenkt als man es beim von SPD, CDU/CSU, Grüne und FDP kollektiv verteufelten früheren SPD-Vorsitzenden Lafontaine gemeinhin tut.
“politik-digital” bringt es auf den Punkt und schreibt über Udo Vetter vom Lawblog: “Die wenigsten meiner Mandanten wissen vom Blog”. Na, wenn das so ist, kann Mister Lawblog ja weiterhin über Mandanten und deren Angehörigen ablästern berichten. Übrigens. Die Nachbarn von Udo Vetter scheinen auch nichts davon zu wissen, dass das zuweilen hilflos erscheinende Organ der Rechtspflege auch über deren nächtlichen Aktivitäten berichtet. Aber vielleicht langweilt sich Udo V. ja auch nur?
Nachtrag:
Die Langeweile veranlasst den erklärten Neoliberalen Udo Vetter zu neuen Träumereien: Momentan träumt Vetter von einer Rosa-Gelben-Koalition zwischen Frank-Walter Steinmeier und Guido Westerwelle auf Bundesebene. Da kann man nur rufen: “Mann, Vetter! Träumen Se weiter!”
Tja, da hat der Regierende Bürgermeister von Berlin wohl den Mund etwas zu voll genommen. Denn die ver.di-Kollegen zeigen ihm jetzt, was sie von seiner am Wochenende abgelassenen Äußerung halten, wenn der Möchtegern-SPD-Kanzlerkandidat sagt, dass er die Gehaltsforderung der BVG-Beschäftigten für überzogen hält. Statt wie am kommenden Samstag den Streik in Berlin einstweilen zu beenden, wollen die Gewerkschafter nun lustig weitermachen mit ihrem Ausstand.
Einige Berliner sind darüber überhaupt nicht amüsiert und was mich betrifft, habe ich immer ein wachsames Auge auf mein Fahrrad, zumal heute in der Hauptstadt strahlender Sonnenschein herrscht. Finde ich erfreulich, wenn die ver.di-Kollegen endlich auch mal schönes Wetter haben. Streiken bei grauem Himmel und Regen ist nämlich gar nicht schön.
Rückerstattung des BVG-Monatstickets
Aber nun zurück zu den murrenden Berlinern. Insbesondere jenen mit einer Monatskarte für die BVG. Eine Kommentatorin schreibt bei taz.de:
Zur Rückgabe der Monatskarte habe ich von der BVG die Auskunft bekommen, dass das möglich ist, im “Erstattungsbüro, Rosa- Luxemburg- Straße 2, 10178 Berlin. Eine Rückerstattung erfolgt bargeldlos. Es ist eine Bearbeitungsgebühr von mindestens 2,00 EUR fällig.”
Und meint ergänzend, dass ein bißchen Druck der Kunden auf “störrische Arbeitgeber” wie etwa die BVG ja nicht schaden kann. Hey, die Kundin scheint sich mit den Streikenden identifizieren zu können. Sollte das zutreffen, ist das Ende nahe. Nämlich das Ende des neoliberalen Mainstreams.
Weil so mancher dümmlicher unverbesserlicher Zeitgenosse bereits unverblümt von einer SPD-FDP-Koalition im Bund faselt, jetzt mal ein Tagesspiegel-Artikel, der die Verhältnisse mal so darstellt wie sie sind. Denn realistisch betrachtet sind die Freidemokraten von einem Platz in einer Bundesregierung so weit entfernt wie etwa die Milchstraße von der Erde.
Und damit hier niemand die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen muss, zitiere ich mal die beiden ersten Sätze aus dem Tagesspiegel-Artikel:
Es gibt Leute, die wissen alles besser. Guido Westerwelle ist so einer. Quelle: Tagesspiegel.de
Und noch etwas zu Grüne/Bündnis 90
Denn eines, so die im Tagesspiegel zu findende Analye, hat Guido Westerwelle noch nicht gepeilt:
Manchmal ist Johannes Knewitz richtig neidisch auf die Grünen. Knewitz ist 25 Jahre alt, studiert Geschichte und Jura und sitzt ganz allein für die liberale Hochschulgruppe im Senat der Universität in Mainz. Er ist also ein Stück Zukunft für seine Partei. Nur hat er gegen die Übermacht der Grünen keine Chance. Obwohl man sich inhaltlich oft einig ist. Unter den Studenten gelten die Grünen genau wie die FDP als unangepasst, freiheitlich, liberal orientiert.
Besser lässt sich die Degenerierung der Grünen zu einer Bio-FDP kaum noch beschreiben.
Eigentlich soll in dem Gesellschaftsgefüge namens Bundesrepublik Deutschland ja das “Primat der Politik” gelten, was zur Folge hätte, dass die Politik der Wirtschaft sagt, wo es langgeht. Aber wie gesagt: Eigentlich! Denn in Sachen Arbeitsrecht ist es genau andersrum. Denn hier bestimmen die “Bertelsmänner” die Marschrichtung dessen, der Olaf Scholz heißt und für die SPD das Amt des Bundesarbeitsministers innehat:
Der Arbeitsminister [sic. Olaf Scholz (SPD)] kündigte an, das unübersichtliche deutsche Arbeitsrecht neu ordnen zu wollen. “Es gibt das Konzept der Bertelsmann-Stiftung für ein neues Arbeitsvertragsgesetz”, sagte er. “Das würde den heutigen Wirrwarr durchschaubarer machen, ohne das geltende Recht zu Lasten von Arbeitnehmern oder Arbeitgebern zu verändern.” Quelle: SpON
Erst hatte ich ja gedacht, ich hätte das mit “dem Primat der Politik” nicht richtig verstanden. Aber als ich das hier gelesen hatte, war mir klar, dass nicht ich, sondern die vermeintlich nach links gerutschte SPD ein demokratie-theoretisches Problem hat, das bedauernswerterweise zugleich ein praktisches Problem für uns alle darstellt: Die in die Kritik geratene Bertelsmann-Stiftung nimmt Rache und die SPD hilft ihr dabei.
Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber ist zugleich auch Finanzminister in Bayern. Nach der Lektüre dieses bei den Nachdenkseiten erschienenen Beitrags kann man dem Finanzminister Erwin Huber guten Gewissens auch den Beinamen “Finanzminister der Reichen” geben. Aber unter uns: Ist das wirklich eine so große Überraschung? Überraschend ist nur, mit welcher Chuzpe sich CSU-Chef Huber über die durch die “Liechtenstein-Steuerhinterzieher-Affäre” laut gewordene Forderung nach einer Stärkung der Steuerfahndung hinwegsetzt. Huber jedenfalls sieht keinerlei Veranlassung zur Aufstockung der in Bayern tätigen Steuerfahnder. Und das, obwohl Bayern schon seit jeher zu wenig Steuerfahnder beschäfigt. Aber vielleicht ist es an der Zeit, an solche für die CSU unangenehmen Dinge zu erinnern wie “Amigo-Affäre” und “Maxwell-Affäre”, in der der Sprössling von Franz-Josef Strauß die Hauptrolle spielte. Doch genug der Vorrede und reingeschaut in die “Maxwell-Affäre”, die, wie sollte es in Bayern anders sein, natürlich auch die CSU betrifft:
In der Neuauflage des Prozesses wurde Max Strauß am 6. August 2007 vor dem Augsburger Landgericht vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen [3]. In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter Manfred Prexl: Direkte Beweise gab es nie [4]. Strauß erhält für eine Hausdurchsuchung eine Entschädigung [5]. Quelle: Wikipedia
bitteschön mal jemand erklären, mit welcher Berechtigung ausgerechnet die Unions-Parteien von “Lüge” reden, wenn sie den SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck wegen seiner Haltung zur Linkspartei kritisieren?
Die Betriebsratswahl einzuleiten und durchzuführen sollte untersagt, hilfsweise die Betriebsratswahl abgebrochen werden. So war es in einer einstweiligen Verfügung der Chefetage des Unternehmens an das Gericht formuliert. Der Tropical-Islands-Anwalt führte dafür angebliche Rechtsverstöße bei dem Votum im Dezember an. Die aber konnte das Cottbuser Arbeitsgericht nicht nachvollziehen. Es wies den Antrag Anfang Januar ab.
In der Lausitzer Rundschau steht auch, dass dergleichen in der Region Dahme-Spreewald kein Einzelfall sei.
Und auch in Augsburg (Bayern) haben jene einen schweren Stand, die einem Betriebsrat angehören. SpON schreibt:
Nach vier Jahren klappte Erika Glaser endgültig zusammen. Das Ende eines Nervenkriegs, der 2003 ganz harmlos begonnen hatte. Damals wurde die Verkäuferin einer H&M-Filiale in Augsburg in den Betriebsrat gewählt.
Selbstverständlich bestreitet “H & M” vehement, dass irgendwas verkehrt läuft in dem Laden. Aber eine Google-Anfrage lässt die offizielle Einlassung von “H & M” zumindest fragwürdig erscheinen.
Im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung von heute kommt die Betriebsrats-Vorsitzende von NOKIA-Bochum, Gisela Achenbach zu Wort. Zitat:
Und etwas später heißt es in dem Artikel:
Eine Frage meinerseits: Hat der Nokia-Betriebsräte auch irgendwelche Erfolge zu verbuchen? Die von Achenbach erwähnten Maßnahmen lassen sich arbeitgeberseitig auch so umsetzen. Dafür muss niemand einen Betriebsrat wählen. Aber vermutlich bin ich mal wieder viel zu radikal?
Eine Betriebsversammlung außer der Reihe fand jüngst bei der Deutschen Post AG statt. Anlass war die Verabschiedung von sagen wir mal des wegen des Verdachts von Unregelmäßigkeiten bei der Steuererklärung negativ aufgefallenen Klaus Zumwinkel. Und obwohl die Betriebsversammlung nichtöffentlich und daher auch für Pressevertreter nicht zugänglich war, gibt es durchaus Berichte in den Medien. Nur so richtig schlau werde ich daraus nicht.
Spiegel-Online etwa schreibt in rührseliger Weise:
Und die deutsche Financial-Times verrät ihren Lesern:
Aufgepasst! Nicht etwa dem FTD-Reporter, sondern der Nachrichtenagentur AP diktiert der Pressesprecher der Post die Botschaft in den Block. Und Spiegel-Online dürfte bestens vertraut sein mit deutschen Zivilprozessordnung.
Doch es gibt auch Misstöne im Chor der Zumwinkel-Claquere, wie die folgenden Zeilen beweisen:
»Das ist absolute Ironie«, meinte ein engagierter süddeutscher Post-Gewerkschafter auf ND-Anfrage: »Das Management möchte die Beschäftigten zu maximaler Leistung anspornen, um die Rendite zu steigern.« Solche Berichte gaukelten eine »heile Welt« im Postkonzern vor, wie sie längst nicht mehr existiere, so der ver.di-Aktivist, der anonym bleiben möchte. Schon vor Zumwinkels hastigem Rückzug aus der Chefetage sei vielen Bediensteten klar geworden, »dass sich etliche Vorgesetzte nicht an die im Konzern propagierte Firmenphilosophie und Leitbilder halten und durchaus auch in Betriebsversammlungen die Unwahrheit sagen, wenn das der Rendite nützt«.
http://www.flickr.com/photos/37sechsblog/2302082770/" title="Nicht verwechseln mit BILD! by 37sechsblogger, on Flickr">Na gut, diese Zeilen sind der (Achtung!) sozialistischen Tageszeitung Neues Deutschland entnommen. Und spätestens seit dem Irrlauf der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hinsichtlich ihres Umgangs mit den demokratischen Sozialisten ihrer Konkurrenzpartei DIE LINKE weiß doch nun wirklich jeder mündige Bürger hierzulande, dass man den Berichten von post-kommunistischen Blättern nicht glauben darf. In solchen Blättern steht nämlich nichts als die Unwahrheit. Und genau deshalb schlurft ein nicht unbeträchtlicher Teil der Deutschen tagein, tagaus zum Kiosk, um die Zeitung zu erwerben, der er sehr wahrscheinlich alles glaubt; und zwar blind.
Verbrechen lohnen sich nicht. Und Verbrechen gegen amerikanische Staatsbürger werden mit dem Tode bestraft. Das zeigt wieder einmal das Beispiel des durch kolumbianische Streubomben in [Achtung!] Ecuador getöteten kolumbianischen FARC-Rebellen Raul Reyes.
Anschließend drangen Bodentruppen ohne Genehmigung in das Nachbarland (Anm.: Ecuador) ein und bargen die Leichen des 59-Jährigen sowie eines zweiten ebenfalls getöteten Farc-Kommandanten. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (3,3 Millionen Euro) auf Reyes ausgesetzt. Quelle: tagesschau.de
Nur gut, dass die USA keine Kopfgelder auf Steuerhinterzieher ausloben. So können sich all jene im Steuerhinterzieher-Paradies Bayern Steuerhinterzieher-Paradies Liechtenstein entdeckten “Steuerflüchtlinge” weiterhin der Frage widmen, ob der Bundesnachrichtendienst möglicherweise kriminell gehandelt hat, als er die ihm angebotenen Datensätze käuflich erworben hat.
Handlungshilfe zum Übernahmeanspruch von Mitgliedern der Jugend- und Auszubildendenvertretung als PDF
Irgendwo war letzte Woche etwas darüber zu lesen, dass das Ansehen von Rechtsanwälten etwas ramponiert ist. Wer dafür nach einer möglichen Erklärung sucht, sollte gleich zweierlei unbedingt tun:
Ist die Pressefreiheit, so wie die Verleger sie wahrnehmen, wirklich mehr als eine Form der Gewerbefreiheit? Dieser Frage geht ein Bericht der “tageszeitung” nach und kommt zu erstaunlichen Schlüssen.
Die direkt betroffenen Leser erfahren in der Regel nie, was sich da hinter den Kulissen ihrer Regionalzeitung tut. Und die lokale Konkurrenz schweigt in der Regel über Vorgänge beim Nachbarn - und bei sich selbst erst recht. Eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus: So berichten Redakteure, dass Verlagsleitungen sie angewiesen hätten, nicht mehr über mediale Leiharbeit zu berichten oder Meldungen über Proteste bei anderen Verlage zu unterschlagen. Quelle: taz.de
Zu dem Thema “Auslagerung von ganzen Redaktionen” finden sich im 37.6-Blog-Archiv zwei Beiträge:
Betriebsratsarbeit, wie Ex-VW-Betriebsrat Klaus Volkert sie getan hat, führt in den Knast. Zwei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe hat das Landgericht Braunschweig dem früheren Betriebsrats-Chef bei der Volkswagen AG aufgebrummt. Mehr dazu im Kölner Stadtanzeiger gefunden im JuraCityBlog.
Die Financial Times Deutschland schreibt:
[ ] und Reinhard Bütikhofer fordern den weiteren Ausschluss von DKP-Mitgliedern noch vor der Hamburger Bürgerschaftswahl.
Die FTD vergisst allerdings Folgendes zu erwähnen:
In der Studentenbewegung war Bütikofer beim maoistischen Kommunistischen Bund Westdeutschland aktiv. Quelle: Wikipedia
Und für den Fall, dass der FTD die Wikipedia zu profan sein sollte, hier noch ein Blick in das von Journalisten geschätzte, aber kostenpflichtige Munzinger Archiv. Dort heißt es über Reinhard Bütikofer (Bündnis 90/Die Grünen):
Der “Ex-Genosse” Bütikofer wird doch nicht etwa an Alzheimer leiden?
Mehr bei Campact.
Das 37.6-Blog unterstützt die Aktion
Und Du kannst auch was tun. Einfach nur Hallo,
ich habe mich gerade an einer E-Mail-Aktion von Attac und Campact für konsequente Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung beteiligt, die Dich auch interessieren könnte.
Mindestens 300 Millionen Euro haben Ex-Postchef Zumwinkel & Co. nach Liechtenstein zwecks Steuerbetrug verschoben. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Viele Konzerne und Vermögende drücken sich vor der Pflicht, ihren Beitrag für unser Gemeinwesen zu leisten.
Steuerflucht muss ein Ende haben! Fordere von Angela Merkel und Finanzminister Steinbrück, konsequent gegen Steueroasen vorzugehen und die Steuerfahndung auszubauen.
Unterzeichne den Appell von Attac und Campact: http://www.campact.de/oase/sn1/signer
Viele Grüße
Andreas Skowronek
Die Tageszeitung “Junge Welt” meldet heute:
DKP schadet nicht: In den Umfragen erreicht die Linkspartei neue Rekordwerte. SPD dementiert Berichte über Tolerierungsmodell für Hessen
Antikommunistische Hetze, so der Artikel, verpuffe ohne Wirkung bei den Bürgern. Von einer Annäherung der SPD an DIE LINKE im Bundesland Hessen ist zu hören. Wen wundert es da, dass die FDP in der heutigen Sitzung des Deutschen Bundestages mittels Aktueller Stunde den Blick auf DIE LINKE lenkt. Tja, Hamburg steht auf der Kippe; jedenfalls aus Sicht von CDU und FDP. Insbesondere die FDP hat schlechte Aussichten. Morgenweb meldet: Nach zwei neuen Umfragen wird die FDP bei der Hamburg-Wahl den Einzug in die Bürgerschaft verpassen. Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang mit so Filmen wie diesem:
In dem Film berichtet eine Nokia-Mitarbeiterin davon, dass im Bochumer Werk keine Finnen mehr seien. Und vielleicht hören wir am kommenden Sonntagabend jemanden sagen, dass in der Hamburger Bürgerschaft ab sofort keine neoliberalen Freidemokraten mehr zu finden seien. Na dann halt ich´s wie Ede Stoiber und mach´ mir nen “Glas Sekt auf”. Mindestens!
Edmund Stoiber! Wir vermissen Dich!
Ach, irgendwie vermisse ich den Ede. Und weil das so ist, hier noch ein Ede-Video:
Mein Lektüretipp für all jene, die für Zumwinkel & Co. kein Verständnis haben. Es gibt Leute, die haben vollstes Verständnis für Zumwinkel & Co. Derzeit diskutieren ein paar von ihnen im Lawblog.
Einen hier zu “bewundernden” Wahlwerbespot wollten die FDPisten von Alster und Elbe mittels Viralem Marketing unter die bloggende Bevölkerung bringen. Ist aber äußerst blöd gelaufen für die Partei, die sich so gerne als die einzig wahre Partei der Bürgerrechte aufspielt. Denn der Hamburger FDP flatterte eine Abmahnung wegen Spamming ins Haus. Die Wochenzeitung “Die Zeit” dazu:
Bei der FDP möchte man die peinliche Episode nicht besonders hoch hängen. Der Anwalt Ralph Oliver Graef teilt auf Anfrage mit, dass ein Mitarbeiter der beauftragten Werbeagentur Oysterbay über das Ziel hinaus geschossen sei - man habe die Weblogger nicht täuschen wollen. Im Prinzip habe die Partei durchaus das Recht, politisch interessierte Webblogger anzuschreiben. In diesem Fall habe man aber aus “prozessökonomischen Gründen” die Unterlassungserklärung unterschrieben und die Anwaltskosten bezahlt. Quelle: Die Zeit
Verdammt. Eine Abmahnung hätte die FDP auch von mir haben können. Aber auf die Idee mich zuzuspammen, kommen die ja nicht
Nachdem der “Fall Zumwinkel” die SPD-Führung von “Neuen Asozialen” sprechen ließ und neuerdings das bei Steuerhinterziehern allseits beliebte Fürstentum Liechtenstein die vermeintlich illegalen Machenschaften des Bundesnachrichtendienstes (BND) aufs Schärfste rügt und kurz davor zu stehen scheint, Deutschland den Krieg zu erklären, gibt es nun ein Drittes, das das Springer-Blatt “Die Welt” unter Berufung auf das Magazin Cicero zu folgender Überschrift veranlasst: “Hat die Linke Vermögen in Liechtenstein?”
Diese Überschrift ruft naturgemäß die linke Tageszeitung Junge Welt auf den Plan und lässt diese nun fragen:
Diese Frage indes wissen weder die Cicero-Redakteure noch die Springer-Schreiber zu beantworten. Mit anderen Worten: Nichts Genaues, weiß man nicht. Kurzum: Wie haben eine Situation, in der man gut beraten ist, einfach mal den hinlänglich bekannten Ratschlag von Dieter Nuhr zu befolgen. Doch das ist nicht jedermanns Sache und die Junge Welt denkt dabei insbesondere an den Spitzenkandidaten der Hamburger SPD zur unmittelbar bevorstehenden Bürgerschaftswahl, Michael Naumann, der natürlich gerne dem zum Ringier-Verlag gehörenden “Cicero” Rede und Antwort steht.
Wo solch klebrige Dauerlutscher verabreicht werden, ist Michael Naumann nicht weit. Der Spitzenkandidat der Hamburger SPD für die Bürgerschaftswahl profiliert sich gern als oberster Kommunistenfresser und forderte Berichten zufolge die Linke auf, Auskunft über den Verbleib des Vermögens der SED zu geben. Fundstelle: Junge Welt
Dabei gibt es noch so viel zu berichten
Etwa dieses hier: Im Oktober 2007 titelte das Blog “Mein Parteibuch”:
Das 37.6-Blog dokumentiert nachfolgend den bei “Mein Parteibuch” erschienenen Beitrag in voller Länge, aber ohne Hyperlinks. Wer die durchaus lesenswerten und im Parteibuch-Blog verlinkten Texte lesen möchte, folge bitte dem Hyperlink zum “Mein Parteibuch Blog”, der am Ende des nun dokumentierten Textes zu finden ist:
Dokumentation des Beitrags Michael Naumann, Geheimdienste und Zensur im Wahlkampf
es reine Spekulation, ob die Urwahl manipuliert wurde, um den jahrzehntelang in bester überparteilicher Harmonie gedeihenden Sumpf der Hamburger Justiz, der Phänomenen wie dem wundersamen Reichtum der Familie Osmani ein angenehmes Klima bot, vor der Austrocknung durch eine nicht zum Klüngel gehördende Kandidatin zu schützen. Da die Täter der Manipulation der Urwahl bis heute unbekannt sind, ist es natürlich auch reine Spekulation, wenn man annimmt, dass die Tat nur deshalb begangen worden sein könnte, um beide Kandidaten aus dem Rennen zu schicken. Nicht zu bestreiten ist jedoch, dass Zeit-Herausgeber Michael Naumann nur aufgrund der Manipulation der Urwahl zum Spitzenkandidaten der SPD in Hamburg gemacht wurde.
Der Wahlkampf in Hamburg könnte richtig spannend sein. So könnte man erwarten, dass da vom Untersuchungsausschuss Feuerbergstraße über das Verhältnis des CDU-Bürgermeisters Ole von Beust zu seinem ehemaligen Justizsenator Roger Kusch bis hin zur geheimen Gästeliste von Haralds Hotel, auf der Ole von Beust ganz bestimmt nicht stand, viele interessante Dinge zur Sprache kommen.
Würde man davon ausgehen, dass eine Vermutung, Michael Naumann sei von interessierten Kreisen nur als Zählkandidat ins Rennen geschickt worden, um sicherzustellen, dass der Klüngel in der Hamburger Justiz ungestört bleibt, so könnte man erwarten, dass Michael Naumann nicht gerade großartige Anstrengungen im Wahlkampf in Hamburg vollbringt. Zu dem in Springers Welt thematisierten großartig inszenierten Geschwafel von Michael Naumann beim SPD-Parteitag in Hamburg mag sich jeder seinen Teil denken.
Bemerkenswert erscheint jedoch der von Blogger Tony öffentlich gemachte Versuch des Wahlkämpfers, über ein Äußerungsverbot für den Linkspartei-Politiker Horst Bethge zur Art der Beziehungen von Michael Naumann zum Bundesnachrichtendienst und den schlimmen Begriff alter Bertelsmann seinen Wahkampf auf der Bühne des bekannten Hamburger Zensurgerichtes fortzuführen.
Geradezu absurd erscheint es, zur Klärung der Verstrickungen von Geheimdiensten in deutsche Medien vor Gericht die alte Frage aufwärmen zu wollen, wer vom BND-Dienststellenleiter 923 Elze unter dem Decknamen Norddorf geführt wurde. Schließlich dürfte der Verdacht nicht von der Hand zu weisen sein, dass Michael Naumann als Ehemann von Christa Wessel auch eine irgendwie geartete Beziehung zu ihrem Vater Gerhard Wessel, der von 1968 bis 1978 Präsident des Bundesnachrichtendienstes war, gehabt hat.
Besser geeignet könnte zur Aufklärung propagandistischer Tätigkeitkeiten von Geheimdiensten in Deutschland beispielsweise die Aufarbeitung der Geschichte der Finanzierung durch die CIA der an die Zeit verkauften Zeitschrift Der Monat sein, deren Chefredakteur Michael Naumann zeitweilig war. Oder man könnte mal versuchen, näher zu beleuchten, was genau der alte Bertelsmann Reinhard Mohn in einem Offizierslager in Kansas/USA gelernt hat.
Und auch könnte man bei der Zeit nochmal zum Decknamen Dorothea etwas mehr recherchieren. Angeregt sei auch, dass dem Arbeiterführer Salonsozi Michael Naumann bei einer möglichen Recherche zur verstorbenen Zeit-Chefin Marion Gräfin Dönhoff möglicherweise das Familienarchiv seiner jetztigen Frau Marie, Tochter des Bankers Eric M. Warburg, behilflich sein könnte.
Das alles wird aber sicher nicht vor der Hamburger Zensurkammer zur Sprache kommen, denn die beschließt Äußerungsverbote, wie das Urteil zur Haarfarbe von Gerhard Schröder zeigt, auch ohne besonders tiefgehende Bestrebungen zur Wahrheitsfindung. Liebhaber von Rechtsstaatlichkeit, Äußerungsfreiheit und Demokratie in Deutschland dürfen Diekmann-Laudator Michael Naumann jedoch trotzdem dankbar sein, dass er außer der Verstrickung von Geheimdiensten in die deutsche Medienlandschaft auch den Filz der Justiz in Hamburg in seinen Wahlkampf mit einbezieht. Neugierig dürfen Beoabachter sicher auch sein, ob Wunschbürgermeister Michael Naumann sich vor Gericht von Osmani-Anwalt Michael Nesselhauf vertreten lassen wird.
Zum Beitrag im Original mitsamt sämtlicher Hyperlinks zu weiterführenden Texten: KLICK HIER!
Wer unter “Wirkungsvoll Marketing.de” firmiert, bekommt zuweilen in diesem Blog sogar Gratis-Werbung. Insbesondere dann, wenn er solche wirklich großzügigen Angebote macht wie dieses hier:
Nur mal so zur Einordnung: Es gibt Redaktionen, die das 34-fache zahlen.
Das hiesigen Verbraucherschützern negativ aufgefallene Unternehmen “Produkt & Promotion-Vertrieb PPV” mahnt die Betreiber der Webseite “gegen-hartz.de” ab. Und wer ist Produkt & Promotion-Vertrieb PPV?
Bei Gegen-Hartz-IV.de ist zu lesen:
Vor der Firma “PPV” warnen schon seit langem Verbraucherschützer. In zahlreichen Fernsehbeiträgen wurde bereits über den Tätigkeitsbereich dieser Firma informiert und aufgeklärt. In einem Fernsehbeitrag der MDR Sendung “Escher” heißt es: “Und so funktioniert der Nepp mit den Jobversprechen: Die Bewerber werden zu so genannten Präsentationsveranstaltungen eingeladen, bei denen immense Verdienstmöglichkeiten im Vertriebswesen in Aussicht gestellt werden. Von Biosaunen bis hin zu Ausbildungsseminaren reicht die Bandbreite der bei PPV vertriebenen Produkte. Während der Veranstaltung jedoch wird den Bewerbern klar gemacht, dass sie mit dem Vertrieb von Bildungsseminaren, die von der Firma BIFOS angeboten werden, am meisten verdienen könnten. Allerdings: Wer mitarbeiten will, der muss zunächst selber eines dieser Bildungsseminare kaufen. Das wird mit der betriebsinternen Ausbildung der Bewerber begründet. Kosten für das Seminar: 3.200 Euro. Das Geld könne der Bewerber aber auch schnell wieder reinbekommen - wenn er weitere Menschen für das Seminar und für das Unternehmen PPV anwirbt.” (Quelle vom 25. August 06 MDR Fernsehen.)
Gegen-Hartz-IV.de ist derzeit damit beschäftigt die voraussichtlichen Mittel für ein juristisches Scharmützel über einen Spendenaufruf zusammenzukriegen.
Die Welt ist nicht so einfach, wie wir es manchmal gerne hätten. Da machten die USA gemeinsame Sache mit Diktatoren in Süd- und Mittelamerika und auch Deutschland hat den einen oder anderen Kumpan unter den Diktatoren. Die Rede ist von der Diktatur Usbekistan (37.6-Blog berichtete). Viele Monate sind seither vergangen und viel musste passieren, bis nun Monitor der Diktatur Usbekistan und der Liebdienerei eines Frank Walter Steinmeiers erneut auf den Zahl fühlte. Fazit: Die BRD hat Freunde, auch unter den Diktatoren dieser Welt.
Und ein Staatsanwalt mit dem schönen Namen Rainer du Mesnil de Rochemont stellt das Verfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung mit der Begründung ein, dass das Lied auf Veranlassung des Lehrers an dem Delmenhorster Gymnasium während des Unterrichts und somit nicht in der Öffentlichkeit gesungen worden ist. Der Tatbestand der Volksverhetzung indes verlange genau dies: Ein Absingen von Faschisten-Liedern in der Öffentlichkeit. Einen Tatbestand hat der Herr Staatsanwalt allerdings übersehen: Denn wer seine Schüler kraft Amtes und gegen deren Willen zur Ausführung des Hitler-Grußes zwingt, könnte sich zumindest einer Nötigung (§ 240 Strafgesetzbuch) schuldig gemacht haben. Sollten hiesige Staatsanwälte den Nötigungsstraftatbestand tatsächlich immer nur dann ins Feld führen, wenn es um Zivilen Ungehorsam von Umweltschützern und Friedensdemonstranten geht?
Die alles beherrschende Sprache im Internet ist ja Englisch. Und weil ich gerade in der Financial Times Deutschland schmökere, musste ich doch tatsächlich nachsehen, was “Drecksack” auf Englisch heißt. Hier die Antwort!
Munzingers Archiv schreibt über Sky du Mont:
Und jetzt macht der - zugegebenermaßen bereits ergraute Sprössling der Verleger-Familie aus Köln Wahlwerbung für die Hamburger Neoliberalen:
Wie schräg ist das denn?
Denn wer sich über die mutmaßlich illegalen Geschäfte des Klaus Zumwinkel aufregt, sollte auch bei der Verleger-Familie DuMont mal genauer hinsehen. Die WDR-Story “Der Oppenheim-Esch-Fonds” etwa befasste sich auch mit dem Kölner Verleger Neven DuMont. Sehr zum Missfallen des Kölner Patriarchen, wie der Neue Rheinische Zeitung zu entnehmen ist, wo es heißt:
Am 21. Juli durfte Georg Wellmann in Sonia Mikichs MONITOR-Sendung noch einmal über den aktuellen Skandal um den Bau der Messehallen berichten. Diesmal allerdings fehlte sein Hinweis auf Neven. Inzwischen hatte sich dessen Verlag nämlich öffentlich per “Kölner Stadt-Anzeiger” bei WDR-Intendant Fritz Pleitgen über die “Unterstellungen gegen Verleger Alfred Neven DuMont” beschwert. Dieser habe keineswegs “aus wirtschaftlichem Eigennutz.seine Zeitungsredaktionen in Sachen Esch-Fonds an die Kette gelegt”.
Und wenn ich mich recht entsinne, war in dem Film auch FDP-Chef Guido Westerwelle öfters zu sehen. Na, dann macht das doch Sinn, wenn DuMont-Sprössling Sky Wahlwerbung in Hamburg macht. Immerhin ist Hamburg die reichste Stadt Deutschlands und die FDP seit jeher den Reichen zugetan. Fein gemacht, Herr Du Mont.
Am 24. Februar wählt Hamburg seine Bürgerschaft und die SPD liegt bei knapp über 30 Prozent. Fraglich, ob sich dieser Wert noch verbessert, wenn das die Runde macht, was in Berlin auf Landesebene gerade abgeht. Dieser Thilo Sarrazin ist ein ganz besonderer Erbe August Bebels und Willy Brandts. Hat der Finanzsenator von Berlin mit 10.0000 Euro Monatssalär und diversen einträchtigen Aufsichtsratsmandaten doch unlängst einen Speiseplan für sozial Bedürftige vorgestellt, der an Menschenverachtung kaum noch zu überbieten ist. Der frühere CDU-Generalsskretär Heiner Geissler befasst sich im Tagesspiegel mit Sarrazins politischem wie menschlichem Blackout und dieses Blog stellt jede Menge guter Fragen an den Berliner Finanzsenator, dessen “Speiseplan”-Empfehlung die WELT grafisch aufbereitet hat.
Heiner Geissler befasst sich derweil mit der Frage: Kann man mit Sarrazins Speiseplan tatsächlich überleben? Und wovon soll ein Kind satt werden, wenn dessen täglicher Lebensbedarf von läppischen 2,28 Euro zu bestreiten ist? Geisslers Fazit lautet:
Wenn Massenarmut in Wut und Aggression umschlägt, tragen auch politische Provokateure wie Sarrazin dafür die Verantwortung.
2.670 Euro hat der zu berappen, der die Brockhaus Enzyklopädie in seinen Schrank stellen will. Aber wer hat schon 2.670 Euro über und außerdem noch so einen großen Schrank, in dem die 21 Bände umfassende Edition Platz fände? Aber ab dem 15. Februar April braucht diese Frage deshalb niemand mehr zu beantworten, weil es dann die Brockhaus Enzyklopädie für umsonst im Web gibt. Mein Tipp für alle Betriebsräte da draußen, die immer noch keinen Internetzugang im Betriebsratsbüro haben: Schreibt dem Arbeitgeber doch mal ein paar Briefe! Und zwar in dieser Reihenfolge: Im ersten Brief zeigt Ihr ihm die Anschaffung der Brockhaus Werke zum Super-Schnäppchenpreis in Höhe von 2.670 Euro an, weil der Betriebsrat diese benötigt, um Kommentare und Fachzeitschriftenaufsätze überhaupt verstehen zu können. Nicht vergessen: Frist für die arbeitgeberseitige Antwort bestimmen!
Kommt dann die abschlägige Antwort, was angesichts der BAG-Linie zu erwarten ist, folgt der zweite Brief. Darin betont der Betriebsrat, dass er zwar weiterhin die Anschaffung der Brockhaus Enzyklopädie erforderlich für die Arbeit des Betriebsrats hält. Aber auf die Einleitung eines Beschlussverfahrens vor dem Arbeitsgericht zu dieser Frage selbstverständlich verzichten wird, wenn der Arbeitgeber dem Betriebsrat einen PC samt Monitor, Drucker und selbstverständlich uneingeschränktem Internet-Zugang zur Verfügung gestellt wird. Und nicht vergessen: Auch dazu muss der Betriebsrat einen entsprechenden Betriebsratsbeschluss fassen. Andernfalls leidet das Ganze an einem Formmangel. Und so einfach wollen wir es dem Arbeitgeber doch nicht machen, gelle?!
Und den Brockhaus-Online GRATIS ab dem 15. Februar 2008 gibt es dann unter dieser Webadresse!
Tagesanzeiger.ch meldet:
Klaus Zumwinkel, einer der mächtigsten Wirtschaftsführer Deutschlands, wird der Steuerhinterziehung verdächtigt. Er soll geheime Konten in Liechtenstein besitzen.
Unerwähnt lässt der Tagesanzeiger indes, dass der Deutsche Post Chef und Aufsrichtsratsvorsitzende der Deutschen Telekom erst im Dezember 4,73 Mio Euro eingeheimst hatte. Nun ruf doch mal jemand diese übereifrigen und vermutlich von blankem Sozialneid geleiteten Staatsanwälte zurück! Es reicht doch aus, wenn wir den Sozialschmarotzern unter den Hartz-IV-Beziehern nachstellen. Wie titelte doch das Springerblatt BILD vorgestern noch: “Arbeiten?! Ich bin doch nicht blöd.” Ich würde ja mal sagen: Die “Du-bist-Deutschland”-Kampagne Zweiter Teil könnte jetzt mal langsam an den Start gehen. Sonst wird das nichts, mit dem Schutz des Biotops, ind em sich die Neoliberalen in Nadelstreifen so heimelig fühlen.
Neosozialismus oder Neoliberalismus? Wieso “oder”?! Es ist beides das Gleiche.
Und was gibt es von der deutschen Sozialdemokratie so zu berichten? Na beispielsweise dieses hier:
Ein recht lustiger Haufen, die Genossinnen und Genossen im Willy-Brandt-Haus.
Fundstelle des Videos: QuantenBlog
Dieses Land hat eine freie (siehe Nokia) und überdies auch noch eine soziale Marktwirtschaft (jetzt bitte nicht an Nokia denken!) Doch grau mein Freund ist alle Theorie, muss man mit Goethe sagen, wenn man sich mal § 2 Absatz 1 Betriebsverfassungsgesetz ansieht. In diesem insbesondere von Arbeitgebern gerne hochgehaltenen Paragrafen 2 BetrVG heißt es, dass Arbeitgeber und Betriebsrat vertrauensvoll zusammenzuarbeiten haben. Soweit die Theorie. Ändern wir nun den Blick, um uns der Praxis zuzuwenden. Prompt stoßen wir auf den aktuell im Wilhelmshavener Dr. Kibat-Tierheim eskalierenden Arbeitskonflikt. Dort behakt sich der Vorsitzende des dortigen Tierschutzvereins und die Vorsitzende, des erst vergangenen Jahres erstmals gewählten Betriebsrats.
Und dass das alles andere als ein Einzelfall ist, belegt das Beispiel von Helmut Naujoks, der von nicht wenigen Arbeitgebern nur deshalb bestellt wird, um ihnen die Antwort zu geben auf folgende Frage: Wie werde ich einen unliebsamen Betriebsrat los?
Weiß jemand, ob es auch Seminare zum Thema “Wie werde ich unliebsame Arbeitgeber los” gibt?
Also, ich weiß ja nicht. Aber wenn das die Runde macht und immer mehr Leute bemerken sollten, dass die Verkündung eines “Primats der Politik” nichts als blanker Unsinn ist, dürfte es verdammte Probleme bereiten, die Bürger an die Wahlurnen zu bekommen. Dabei könnte alles so anders sein. Meint jedenfalls dieses Essay des irischen Politikwissenschaftlers John Holloway mit dem Titel “Aufhören, den Kapitalismus zu machen”, dessen Anfang hier als Leseprobe dokumentiert wird.
Die Frankenstein-Geschichte wird häufig als Metapher für den Kapitalismus benutzt. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die von uns nicht kontrolliert wird und die droht, uns zu zerstören: wir können nur überleben, wenn wir diese Gesellschaft zerstören. Aber wir sollten uns die Gesellschaft vielleicht eher in den Begriffen der von Borges verfassten Geschichte vorstellen: wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die vollständig außerhalb unserer Kontrolle zu sein scheint, die jedoch in Wirklichkeit von unserer Handlung der ständigen Wiedererschaffung abhängt. Das Problem besteht nicht darin, die Gesellschaft zu zerstören, sondern darin aufzuhören, sie zu erschaffen. Der Kapitalismus existiert nicht deswegen heute, weil wir ihn vor zweihundert oder einhundert Jahren erschaffen haben, sondern weil wir ihn heute erschaffen haben. Wenn wir ihn morgen nicht erschaffen, wird er nicht existieren.
bei Grudrisse erschienene Essay gibt es hier.
Vor vier Wochen hatte der Film “neue Wut III Das war der Gipfel” hier in Berlin Premiere im Kino Babylon. Seitdem ich den Film gesehen habe, interessiere ich mich verstärkt für das Thema “polizeiliche Repression”. Und gerade bin ich zum einen auf dieses Video gestoßen.
Und zum anderen darauf, dass in Wuppertal eine Ausstellung aus einem öffentlichen Raum der Stadt Wuppertal hinauskomplementiert worden ist. Vermutlich konnten die für den “Rausschmiss” verantwortlichen Politiker aus Reihen der CDU und SPD die Brutalität der Bilder nicht ertragen. Vielleicht hat der Rausschmiss aber auch was mit Aspekten des Jugendschutzes zu tun und nicht, wie manche meinen, mit Zensur; denn immerhin sollte die Ausstellung in einem städtischen Haus der Jugend gezeigt werden. Glücklicherweise konnte die Ausstellung dann doch fortgeführt werden in den Räumen der Bergischen Universität zu Wuppertal. Na, geht doch.
Ob ich demnächst die IG Metall-Fraktion des Rüsselsheimer Opel-Betriebsrats im Seminar “Die Zeitung des Betriebsrats” begrüßen darf? “Erforderlich” im Sinne von § 37 Absatz 6 Betriebsverfassungsgesetz wäre eine solche Schulung für die Kollegen in Rüsselsheim allemal. Denn ausgerechnet der “Gewerkschaft” AUB, das ist die Vereinigung, die sich von der Siemens AG finanziert lassen haben soll und deren ehemaliger Chef Wilhelm Schelsky seit geraumer Zeit wegen Untreue- und Steuerhinterziehungsverdacht im Knast sitzt, haben die IG Metaller aus Rüsselsheim eine große Freude bereitet. Denn die Betriebsräte bei Opel und die zuständige IGM-Verwaltungsstelle geben eine “Betriebsratszeitung” heraus, auf der sich dummerweise ausgerechnet das den AUBlern verhasste IG Metall-Logo findet. Für die AUBler eine willkommene Gelegenheit, genau diesen Fehler vom Arbeitsgericht Darmstadt überprüfen zu lassen. Dass das Arbeitsgericht im Sinne der AUB und gegen Opel-Betriebsrat und IG Metall entscheiden wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn Gewerkschaft und Betriebsrat sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber jetzt mal Hand aufs Herz! Wer will es den Opel-Betriebsräten aus Rüsselsheim denn verübeln, wenn ihnen solch spitzfindigen Unterscheidungen einfach nicht in den Sinn kommen wollen? Schließlich räumt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Klein gegenüber HR-Inforadio ein, dass man noch nicht mal ein Budget für eine Zeitung des Betriebsrats habe und eben aus diesem Grund die Finanzierung der Betriebsratszeitung durch die IG Metall erfolge. So betrachtet sinkt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Opel-Betriebsräte soweit sie der IG Metall angehören jemals zum Thema “Zeitung des Betriebsrats” geschult worden sind. Technisch gesehen sind die AUBler da wesentlich weiter. Sie haben dankbar die Möglichkeiten des Web 2.0 genutzt und den Mitschnitt des HR-Inforadio-Beitrags bei YouTube eingestellt. Hat zwar jetzt eher weniger mit Video zu tun, was die AUBler da hochgeladen haben. Aber hörenswert ist es allemal. Sollten die IG Metaller im Opel-Betriebsrat sich also demnächst für Web 2.0 und die Installation eines Weblogs interessieren (Die kostengünstigere Variante ist es auf alle Fälle!), präsentiert das 37.6-Blog bereits jetzt das Grundwissen zu dem Thema “Web 2.0 Im Betriebsratsbüro”. Und zu einer Schulung “Das Weblog des Betriebsrats” komme ich selbstverständlich gerne auch mal für ein paar Tage nach Rüsselsheim. Anruf genügt. Und meine Rufnummer steht hier!
Es war so spannend, dass man auch Vergnügungssteuer hätte erheben können.
Und hier gibt es die aktuelle Fußball-Bundesliga-Tabelle!
Der Lausitzer Rundschau ist zu entnehmen, dass Nokia das neue Werk in Rumänien am Montag einweihen und der Betriebsrat von Nokia-Bochum tags darauf nach Finnland fliegen wird, um die Werksschließung in Bochum doch noch zu verhindern. Aber wer über Nokia spricht, sollte den Karstadt-Sanierer Thomas Middelhoff nicht unerwähnt lassen. Denn das in Middelhoffs “Monopoly-Fundus” befindliche Call-Center Primondo scheint ebenso wie Nokia den Spruch “Erst kassieren, dann migrieren” als das fürs Unternehmen geltende Motto entdeckt zu haben. “Am Mittwoch bekam Arcandor-Chef Thomas Middelhoff in Leipzig die Ehrendoktorwürde verliehen. Am Freitag nun teilte die zum Konzern gehörende Primondo-Gruppe mit, das Quelle-Callcenter in der Sachsen-Metropole zu schließen. Die Mitarbeiter sprechen von einem Skandal”, so Arne Stuhr im Manager Magazin. Die Leipziger Internet Zeitung geht dann ausführlicher auf die Stilllegung der Middelhoff´schen Call-Center in Essen, Chemnitz und Leipzig ein.
Den Arcandor-Aktionären kann der Wegfall von 560 Arbeitsplätzen in Essen, Chemnitz und Leipzig egal sein. Denn die Shareholder-Perspektive könnte kaum günstiger sein:
Die Arbeitnehmer des Konzerns müssen sich indessen vor dem Arbeitsgericht rumschlagen, weil Primondo meinte, ihnen mit Änderungskündigungen ein Gehalt unterhalb des Tarifvertrags aufs Auge drücken zu können.
Im Juli letzten Jahres musste Oliver Hilburger schon seine Posten als Betriebsratsmitglied bei Daimler in Untertürkheim und als Landesvorstandsmitglied der “Christlichen Gewerkschaft Metall” (CGM) räumen, jetzt ist der Nazi-Rocker auch seine Aufgabe als Richter am Arbeitsgericht Stuttgart los. Sämtliche Hintergründe des Vorgangs sind nachzulesen im StattWeb. Und was sagen die Funktionäre der Christlichen Gewerkschaft Metall zum Nazi-Dasein ihres Kollegen? Die SWR-Landesschau hat mal nachgefragt und Interessantes erfahren:
Und erst gestern meldete AFP: “Gericht bezweifelt Rolle Christlicher Gewerkschaften”.
In der Pressemitteilung des Arbeitsgerichts Berlin heißt es:
Zur Erinnerung! Es geht um die Hungerlöhne in der Zeitarbeit-Branche: Manche Zeitarbeitsfirmen zahlen einen Stundenlohn von nur 4 Euro 80. Der Tarifpartner: eine “christliche” Tarifgemeinschaft.
Nur nicht öffentlich an “Hartz- IV” rummäkeln. Sonst hast du den Verfassungsschutz am Hals. Jetzt vom Verwaltungsgericht Berlin bestätigt.
Zu dem Spionageopfern zählten auch Gewerkschaftsfunktionäre wie das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes Annelie Buntenbach, der Chef der Bildungsgewerkschaft GEW Ulrich Thöne und regionale Repräsentanten der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Während die SPD in Hessen kein Stück weiterkommt, stellt sich ihr nun auch noch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in den Weg. 37.6-Blog dokumentiert nachfolgend den von “ai” ausgesandten Offenen Brief zur möglichen Wahl von Professor Horst Dreier zum Bundesverfassungsrichter.
31.01.2008
Offener Brief
Sehr geehrter Herr Senatspräsident Böhrnsen, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Oettinger,
der Bundesrat soll am 15. Februar einen neuen Richter und Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts wählen. Für dieses Amt ist von der SPD Herr Prof. Horst Dreier vorgeschlagen worden. Als Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts ist ein Aufrücken in die freiwerdende Position des Präsidenten des Gerichts sehr wahrscheinlich - eine für unseren Staat sehr hervorgehobene Position.
Als Menschenrechtsorganisation, die sich für das absolute Folterverbot einsetzt und die Unantastbarkeit der Menschenwürde als Grundlage unseres Staatswesens ansieht, fordern wir von allen Repräsentanten des Staates, den Kern der Verfassung zu schützen und zu verteidigen.
Wir wenden uns gegen jede Aufweichung des Folterverbots und kritisieren deshalb die Kommentierung von Prof. Dreier zum Schutz der Menschenwürde aus Art. 1 Abs. 1 GG. Prof. Dreier stellt in RN 133 (Grundgesetz Kommentar, 2. Auflage, Band I, von 2004) fest, dass in Fällen, in denen nur noch die Würde des Opfers oder die des Täters verletzt werden kann, der Rechtsgedanke der rechtfertigenden Pflichtenkollision nicht von vornherein auszuschließen sei. Diese Formulierung legt nahe, dass die Würde ein Gut ist, welches in Fällen, bei denen die Würde des einen Menschen und die Würde eines anderen Menschen betroffen ist, abwägbar sei. Daraus ergibt sich in diesen Ausnahmesituationen eine Kollision zwischen der Achtungspflicht des Staates bezüglich der Menschenwürde und der Schutzpflicht, die sich für den Staat aus Art. 1 Abs. 1 GG ergibt. Die Achtungspflicht enthält dabei für den Staat unüber-schreitbare Grenzen. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zum Luftsicherheitsgesetz am 15. Februar 2006 diese Position deutlich bekräftigt. Wir haben Herrn Prof. Dreier aufgefordert, sich anlässlich seiner möglichen Wahl unmissverständlich zur Unantastbarkeit der Menschenwürde zu äußern. Eine Antwort darauf haben wir nicht erhalten.
Ein Richter, der den Schutz der Menschenwürde nicht eindeutig verteidigt und damit in der Konsequenz auch das absolute Folterverbot relativiert, ist für die Aufgabe eines Verfassungsrichters, oder gar eines Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, der den Kern der Verfassung zu verteidigen hat, nicht geeignet.
Angesichts dieser gravierenden Bedenken fordern wir Sie auf, von der Wahl Prof. Dreiers zum Richter am Bundesverfassungsgericht abzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Lochbihler Generalsekretärin
amnesty international Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
ssemitteilung von amnesty international
Und noch jemand, so ist aus der “tageszeitung” zu erfahren, mag der Bestellung von Dreier als Richter am Bundesverfassungsgericht nicht seinen Segen geben. Die SPD kann einem wirklich leid tun.
Die Zeitung des Betriebsrats im Lichte der Betriebsverfassung unter Berücksichtigung des Presse- und Urheberrechts
Inhalt der Schulungsveranstaltung:
Möchte der Betriebsrat, was ihm das BetrVG durchaus gestattet, eine eigene Zeitung herausgeben, sind neben den Vorschriften der Betriebsverfassung unter Beachtung der durch die Rechtsprechung hierzu aufgestellten Grundsätze und Anforderungen noch weitere Aspekte zu beachten. Namentlich sind dies neben den vielfältigen Fragen des Presserechts naturgemäß auch die Fragen des Urheberrechts unter Einbeziehung dessen, was die Rechtsprechung mit dem Begriff Allgemeines Persönlichkeitsrecht beschreibt.
Im Seminar wird allen damit verbundenen rechtlichen Fragen nachgegangen, um sie anschließend zielführend zu beantworten.
Das Seminar gibt zum einen einen vollständigen Überblick über sämtliche rechtlichen Aspekte, die der Betriebsrat zu beachten hat, wenn er als Herausgeber und Redaktion einer Betriebsratszeitung auftritt. Zum anderen widmet sich das Seminar den Fragen, die sich jeder Zeitungsmacher stellen muss. Namentlich reicht die Bandbreite dieses Fragenkreises von der Häufigkeit der Erscheinungsweise, über Kostentragung und Verteilung in der Belegschaft bis hin zu der Frage: Wie finde ich das richtige Thema? Wie schaffe ich es, dass meine Zeitung auch gelesen wird?
Fragen, deren Beantwortung zwingend erforderlich ist, um die Betriebsratszeitung erfolgreich zu machen. Seminartyp: Inhouseschulung Seminar-Dauer: Richtet sich nach der konkreten Fragestellung der Interessenvertretung.
Methoden:
Bei Interesse bitte e-Mail an mich: webmaster(at)37sechsblog.de
Schöne Karnevalstage wünscht Ihnen/Euch
Für CDU-Chefin Angela Merkel ist mal wieder alles sonnenklar. Wenn in Hessen keine regierungsfähige Mehrheit zustandekommt, soll die Partei DIE LINKE schuld daran sein. Jetzt nimmt Merkel die SPD in die Pflicht und fordert von der “Beck-Partei”, die Ausbreitung der Linkspartei in Deutschland zu verhindern. Damit dürfte Merkel den nicht gerade wenigen “Spezialdemokraten” unter den Sozialdemokraten Unmögliches abverlangen. Denn ebenfalls bei AFP ist zu lesen:
SPD-Chef Kurt Beck wirbt weiter für ein Regierungsbündnis mit der FDP in Hessen. Für die ablehnende Haltung der Liberalen habe er kein Verständnis, sagte Beck der “Hamburger Morgenpost”. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident verwies auf diverse rot-gelbe Bündnisse und programmatische Übereinstimmungen.
Ja, Genosse Kurt, auf diese Klarstellung habe ich gewartet. Programmatische Übereinstimmungen zwischen SPD und FDP. Wer hätte das gedacht. Und das, obwohl es im November noch hieß, die SPD sei nach links gerückt, woraufhin “FDPist” Guido Westerwelle sich über die Formel “demokratischer Sozialismus” im SPD-Parteiprogramm mokierte. Jetzt also hat SPD-Chef Beck den Schlamassel und wird sich vermutlich fragen: “Was habe ich nur getan? Ich wollte es doch nur allen recht machen.” Tja Genosse. Genau da liegt Dein Problem.
Meine “Lieblingsillustrierte” aus dem Hause Hubert Burda schreibt über die bevorstehenden Bierpreiserhöhungen. Der Artikel von Karl-Heinz Steinkühler beginnt dann so:
“Für die deutschen Brauer war 2007 ein schlechtes Jahr, der Absatz sank deutlich.”
Und weil laut der Illustrierten Focus “die Deutschen im vergangenen Jahr statt 116 nur noch 113 Liter pro Kopf von ihrem Lieblingsgetränk konsumierten” werde etwa ein Kasten Veltins innerhalb der nächsten zwei Wochen um “1 Euro” teurer. Ob “brutto” oder “netto” lässt die Illustrierte Focus offen. Aber das ist ja auch nicht so wichtig, weil schließlich macht das Haus Burda ja auch das CDU-Mitgliedermagazin. Und dass die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel abgesehen von einigen anderen Schwächen auf alle Fälle zuweilen ein Problem mit der Unterscheidung von “brutto und netto” hat, ist ja hinreichend bekannt. Jetzt also die Illustrierte Focus, die in brillanter Manier die Gründe für die bevorstehende Bierpreiserhöhung kundtut. Die Rohstoffpreise und die Kosten für Energie seien gestiegen. Der Absatz der Bierbrauer liege ohnehin am Boden. Aha. Der Absatz liegt also am Boden. Wenn dem Deutschen zum Erreichen absoluter Bierseligkeit drei Liter (= sechs Pullen Bier á 0,5 Liter) weniger Gerstensaft im vergangenen Jahr genügten, ist das eine derart dramatische Entwicklung, dass die Illustrierte Focus das Jammerlied der Bierbrauer singen und der Brauer an sich allen Grund für einen Preisaufschlag haben muss.
Das ist eine ebenso überzeugende Argumentationsführung wie das Weglassen vulgo: Verschweigen einer die Brauwirtschaft betreffenden, aber keineswegs unwesentlichen Information: Die meisten Brauereibetriebe produzieren nämlich außer Bier längst auch Mineralwasser und andere alkoholfreie Getränke. Über die Krombacher Brauerei etwa heißt es in der Wikipedia:
Ähnlich breit stellt sich auch die “Dr. Oetker Gruppe” als Eigentümerin der “Radeberger Brauerei” auf. Doch der aus Bielefeld stammende Focus-Schreiber Steinkühler scheint sich für Mischkonzerne wie die “Oetker-Gruppe” nicht sonderlich zu interessieren, so dass ihm das genügen dürfte, was auf der Homepage der “Brau und Brunnen” zu lesen ist. Dort heißt es:
Die Radeberger Gruppe braut heute in 14 Standorten über das ganze Land verteilt Bier. Ihr einzigartiges Markenportfolio spiegelt diese regionale Aufstellung deutlich wider: Ob feinherbes Radeberger, friesisch herbes Jever, Dortmunder Kronen Export, Sion Kölsch, Schlösser - Das Alt, Berliner Pilsner aus der Hauptstadt, Reudnitzer oder Ur-Krostitzer aus Leipzig, hessisches Römer Pils, Tucher aus Franken, Stuttgarter Hofbräu oder Altenmünster Brauer Bier aus dem Allgäu - das alles ist deutsche Bierkultur. Das alles ist deutscher Biermarkt. All das ist die Radeberger Gruppe…
[Quelle: Homepage der Brau und Brunnen]
Kurzum: Kein Wort zu Mineralwasser-Marken und Softdrinks. Und so erwähnt auch der für investigative Leistungen geehrte Focus-Mann Steinkühler mit keiner Silbe das für viele Brauereien nicht ganz unwichtige Geschäftsfeld namens “Nicht-Alkoholisches”. Aber so macht man das wohl bei der Illustrierten aus München mit dem Leitmotiv “Fakten, Fakten, Fakten!” Der Focus fokussiert offenbar lieber auf bestimmte Fakten. Wäre es anders, hätte der Focus-Schreiber aus Bielefeld ja auch noch noch die Entwicklung der Preise für Mineralwasser, Limonaden und Säfte erwähnen müssen. Aber solcherlei Informationen muss sich der interessierte Rezipient (schwülstige Ersatzvokabel für “Leserin und Leser”) anderswo holen. Beispielsweise beim Statistischen Bundesamt.
[Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes]
h hat der Bielefelder Investigativ-Focus-Journalist Steinkühler einfach nur keine Lust gehabt, sich mit Zahlen und schnöder Rechnerei herumzuschlagen. Und so bemerkt Steinkühler natürlich auch nicht, dass eine Preiserhöhung von 1 Euro pro 20er-Kasten (= 10 Liter Bier) etwas mehr ausgleicht als die läppischen sechs Pullen Bier (= 3 Liter), die der “statistische” Deutsche im Jahr 2007 weniger geköpft haben soll. Denn die Preiserhöhung in Höhe von 1 Euro pro 20er-Kasten (= 10 Liter Bier) spült der Brauerei bei einem Absatz von 113 Litern pro Jahr satte 5,65 Euro pro Kopf in die Kasse. Steigt der Bierkonsum dann auch noch an, wovon wegen der mit der Fußball-Europameisterschadft zu erwartenden Kollektiv-Besäufnisse auszugehen ist, hat die Bierwirtschaft einen prima Schnitt gemacht. Die Nicht-Biertrinker werden ja ohnehin schon bei den Preisen für Wasser, Saft und Limonade ausgepresst. Kurzum: Das alles lässt sich nur noch im Suff ertragen. Gelle, Herr Steinkühler?!
Zur nationalen Verzehrstudie schreibt die FAZ:
Bei der regionalen Verteilung der Übergewichtigen zeigt sich, dass bei den Männern die meisten Dicken in Schleswig-Holstein anzutreffen sind.
Manchmal hat sogar die FAZ Recht. Denn seit meinem einwöchigen Aufenthalt am Timmendorfer Strand in einem Hotel der gehobenen Klasse mit warmem Drei-Gänge-Menü zwei Mal täglich, erinnert mich meine Waage unbarmherzig an diese “Mastkur”. Wer sich vergleichbare Gaumenfreuden ebenfalls mal “antun” will, kann mir ja mailen, um den Namen des Hotels zu erfahren.
Liberal sind wir, aber blöd sind wir nicht. FDP-Chef Guido Westerwelle über die Bereitschaft seiner Partei zu einer “Ampel”.
tate via: Tagesspiegel.de]
Und die heute-Redaktion des ZDF lässt erkennen, dass sie um den Frieden fürchtet:
Gerade in Hessen gab es immer starke Konflikte zwischen “linken” und “rechten” Genossen [sic. in der SPD], eine Zusammenarbeit mit der “Linken” wäre für viele Abgeordnete und Parteifreunde von Ypsilanti-Konkurrent Jürgen Walter ein Kriegsgrund.
Quelle: ZDF-heute.de-Kommentare
Wie erfrischend anders fällt doch die Analyse im Parteibuch-Blog aus. Hier ein Auszug:
Wie man also unschwer erkennt, kann die SPD unmöglich mit diesen Abgeordneten der Linken zusammenarbeiten. Nachher denken die Aufsichtsräte wichtiger hessischer Wirtschaftsunternehmen noch, die SPD würde mit Arbeitnehmern gemeinsame Sache machen und drehen den Spendenhahn zu.
a href="http://www.mein-parteibuch.com/blog/2008/01/28/andrea-ypsilanti-kann-nun-farbe-bekennen/">Mein Parteibuch Blog
Und das Blog F!XMBR wirft ein Schlaglicht auf das Selbstverständnis zweier Zeitungen, namentlich BILD und FAZ, um das Ganze mit einer Fotomontage und ein paar anderen äußerst interessanten “Medien-Schnipseln” zu garnieren. Und hier geht es zum Blog F!XMBR.
StasiVZ StudiVZ-Juristen prüfen, ob der Betreiber des SocialNetworks Kaioo mit diesem Video gegen geltendes Recht verstößt. Ich lach´ mich kaputt. Und warum ich das tue, ist in der Netzeitung nachzulesen.
Bild gefunden im redblog
Und hier gibt es das Hessische Verhältnis in Farbe.
Was macht eigentlich der “Genosse” Wolfgang Thierse so, wenn er nicht dem CDU-Altkanzler Kohl verklickert, wie er das eigentlich gemeint hat mit dem “seine Frau im Dunkeln allein lassen”? Nun. Momentan schmollt der “Genosse” mit Wohnung in der Knaackstraße in Prenzlauer Berg, weil der von ihm geschätzte Wochenmarkt vom Kollwitz-Platz zu ihm ans Fenster umzieht und ihn am Samstagmorgen wecken wird. Dass die Beschwerde des Bundestagsvizepräsidenten Thierse auf dem offiziellen Briefbogen des Bundestagsvizepräsidenten abgesandt wurde, kann Thierse locker erklären: Die Sekretärin habe sich vertan, heißt es. Fazit: Klarer Fall von “übermotivierter Sekretärin”.
[via] JungeWelt.de
Und der immer noch in der SPD eingeschriebene Wolfgang Clement gefällt sich derweil in der Rolle “des Hasspredigers” und wirft Andrea Ypsilanti weiterhin lustig Knüppel zwischen die Beine. Die Fan-Gemeinde von “Häuptling Dicke Unterlippe” wird es mit Freude zur Kenntnis nehmen.
Was ist ein Blog? Und hier die Antwort: gefunden bei skowronek.org
Schöner kann man die Frage nicht beantworten.
Würde ich in Freiburg wohnen, wüsste ich, wo ich heute Abend hinginge. “Wortfront” spielt heute, 22.01.2008, in der Kulturbörse Freiburg. Zu den Hörproben von “Wortfront”.
Ansehen. Aber sofort!
“Vor wem hat Henryk M. Broder kapituliert?”, fragt Hagen Rether. Der vom Medienmagazin “V.i.S.d.P.” eingesetzten Jury kam diese Frage nie in den Sinn und so wurde Henryk M. Broder zum Online-Journalisten des Jahres 2006 gekürt. In der Begründung der Jury heißt es: Henryk M. Broder ist der Onlinejournalist des Jahres, weil er im Karikaturenstreit die Frage gestellt hat, wo eigentlich all die dänischen Fahnen herkommen. [ ] Er ist polemisch und politisch absolut unkorrekt, manchmal möchte man jubeln, weil endlich mal jemand Klartext schreibt, manchmal möchte man ihm widersprechen. Widersprochen aber hat diese Jury aber ganz offensichtlich nicht. Umso wichtiger also, dass Hagen Rether etwas zu Henryk M. Broder zu sagen weiß:
Wenn Bundespräsident Horst Köhler “Bildung” fordert, ist das doch eine gute Sache. Sollte man meinen. Bis man sich Köhlers Forderung mal etwas genauer von Hagen Rether erklären lässt.
Wer mal dorthin gehen möchte. Der Friedhof ist in der Pappelallee.
Immer wieder griff Agnes Wabnitz in ihren Reden das unchristliche Verhalten der Kirche an: Hoch verehrt wird die Jungfrau Maria mit ihrem unehelichen Sohn Jesus, aber wenn die Arbeiterin ein Kind vor der Ehe bekommt, läuft sie Spießruten in der Kirche und wird verstoßen.
Immer wieder griff Agnes Wabnitz in ihren Reden das unchristliche Verhalten der Kirche an:
Hoch verehrt wird die Jungfrau Maria mit ihrem unehelichen Sohn Jesus, aber wenn die Arbeiterin ein Kind vor der Ehe bekommt, läuft sie Spießruten in der Kirche und wird verstoßen.
Allein dieser Satz hätte ausgereicht, ein neues Gerichtsverfahren gegen Agnes Wabnitz einzuleiten. Verächtlichmachung der Kirche und Gotteslästerung hieß dieser Strafbestand. Aber sie hatte auch behauptet, der Kaiser verdanke den Thron wohl eher seinem Eisernen Kanzler als Gott. Das war Majestätsbeleidigung. Zehn Monate hieß das Urteil. Agnes Wabnitz verweigerte in der Haft die Annahme von essen und trinken, wurde in der Charité zwangsernährt, im Irrenhaus Dalldorf auf ihren Geisteszustand überprüft, denn die Staatsanwaltschaft wollte sie entmündigen lassen. Endlich kam sie wieder auf freien Fuß. Ihr Verteidiger hatte Berufung beim Reichsgericht in Leipzig eingelegt. Zwei Jahre dauerte die Überprüfung, dann wurde sie verworfen. Am 28. August 1894 sollte Agnes Wabnitz ihre Haft antreten. Aber sie fürchtete das Gefängnis mehr als den Tod und nahm sich am Tag ihres Haftantritts das Leben. Sie wählte dazu einen symbolischen Ort: den Friedhof der Märzgefallenen im Berliner Friedrichshain.
Mehr über Agnes Wabnitz auf Deutschlandradio.de
Tja, das war´s dann wohl mit der “Sowohl-als-Auch-Option” der SPD in Sachen Energiepolitik.
Mit seinem jüngsten Vorstoß gegen die fortschrittliche Energiepolitik von Ypsilanti und Scheer hat Clement der Atom- und Kohlelobby aber einen Bärendienst erwiesen. In der SPD gibt es viele Genossen mit engen Kontakten zu den Energiekonzernen, die die Klimapolitik der Partei kritisch sehen. Mit seinem unsolidarischen Auftritt mitten im Wahlkampf hat Clement nun jedoch die Parteispitze gezwungen, sich hinter Ypsilanti zu stellen - und damit auch hinter die klare Absage an Kohle und Atom. Quelle: tageszeitung
Zumindest dafür ist Wolfgang Clement noch zu gebrauchen.
Ich habe ihn weder gemocht noch habe ich ihn je gewählt den Mann, der auf dem Ticket der SPD Karriere gemacht hat und über den die Junge Welt bereits am 21.12.2007 schrieb:
Und die Analyse der Jungen Welt, wonach die SPD fortan nicht mehr einem sozialdemokratischen Engagement des “Nominal-Sozialdemokraten” Clement zu rechnen brauche, bestätigt ein Beitrag von Wolfgang Clement in der Zeitung “Cicero”, wo Clement sein Geschwurbel zum Thema Klimapolitik unterbringen kann. Dort fragt Clement:
Spielt in der Klimadebatte, namentlich in Deutschland, nicht tatsächlich zu viel fundamentalistische Weltverbesserung eine Rolle? Vertrauen wir eigentlich noch unseren Forschern und Entwicklern, ihren technischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten? In der Nuklear- und Kohleforschung [ ]?
Gegenfrage an den “Genossen” Clement: Kann es sein, dass hierzulande viel zu viele Menschen Politikern wie ihm ihr Vertrauen geschenkt haben, ohne zu merken, dass sie nach Strich und Faden verarscht worden sind?!
“Iss datt nich die Zypries auf dem Fahndungsfoto?!” Mit dieser Frage sah ich mich gerade am Telefon konfrontiert. Hintergrund dieser Frage ist dieser Beitrag im “Mein-Parteibuch-Blog”.
Clement hatte ich damals noch nicht auf meiner Rechnung. Als ich über “Das Zusammenspiel von Ministerien und Lobbyisten” geschrieben habe, ging es eher um Ulla Schmidt und deren “Standhaftigkeit” im Umgang mit Lobbyisten. Nachzulesen ist das in dem Buch “Die Stille Macht Lobbyismus in Deutschland”, das die Google-Buchsuche mittlerweile indiziert hat.
dieser Song von Annett Louisan.
Ich war ja schon länger nicht mehr auf dem Blog des Düsseldorfer “Blumenhändlers”. Aber wenn ich dessen jüngsten Beitrag lese, weiß ich auch, warum ich auf das Blog dieses sympathischen Zeitgenossen gut verzichten kann. Da pfeif´ ich mir doch lieber dieses unterhaltsame Star Trek-Video rein.
Weil die Junge Union Hessen gerade bei YouTube “Roland-Koch-Unterstützungs-Filmchen” reinhaut, habe ich mir gedacht: Warum nicht mal was Gutes?! Viel Spaß mit Volker Pispers. Und noch etwas: Brigitte Zypries kommt auch aus Hessen.
Das Schöne am Internet ist, dass es nie langweilig wird. Insbesondere, wenn man Kommentare einer Figur entdeckt, die den Namen “Wilhelm Brause” trägt und damit genauso heißt wie die Figur, die der auf dem unten stehenden Bild abgebildete Blogger und Experte für “Motorradrecht“ eigens zur Ausschmückung seiner beeindruckend kreativen Sachverhalte erfunden hat. Zufall? Keine Ahnung. Aber immerhin kennt der “Wilhelm Brause”, der hier im 37.6-Blog kommentiert hat, zumindest § 20 StGB. Aber was heißt das schon? Der Wortlaut und die Bedeutung des § 20 StGB gehören doch zum Standardwissen jedes nur halbwegs mittelmäßig begabten Zeitgenossen. “Wilhelm Brause” ist doch der beste Beweis dafür.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (also der mit dem legendären Victory-Zeichen) hat vor Studenten der London School of Economics eingeräumt, dass er mit weiteren Forderungsausfällen zulasten der Banken rechnet. Aber keine Sorge, liebe Bank-Aktionäre! Ackermann und die Finanzbranche denken bereits über Ausgleichsgeschäfte nach, um ihre Rendite-Erwartung von mehr als 15 Prozent erfüllen zu könen. Bei Reuters liest sich das dann so:
Mit anderen Worten: Die Bank gewinnt immer. Immer. Immer.
Kostenlos zum Download: Der Bundestrojaner. Einfach hier klicken! Na, nun machen Se doch dem Bundesinnenminister mal ne Freude.
Es gab Zeiten, da erhielt man als “Lohn” für missliebige Botschaften den Tod. Wer heute schlechte Botschaften über das Paketversand-Gewerbe verbreitet, indem er als Arbeitnehmer von Hungerlöhnen, Schikane und Arbeitgeber-Willkür in dieser Branche berichtet, braucht eine solch drakonische Strafe wie den Tod nicht zu fürchten. Schließlich leben wir ja nicht in einer Barbarei. Eine fristlose Kündigung tut es schließlich auch. Das Ganze läuft dann unter dem Etikett “Freie Marktwirtschaft” Oder sollte ich da etwas missverstanden haben?!
Der amtierende Bundespräsident namens Horst Köhler macht mir immer wieder Spaß. Während er das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz einer ausgiebigen verfassungsrechtlichen Untersuchung aussetzt, bevor er das Gesetz nach elendig langem Überlegen dann doch notariell beglaubigt und in Kraft treten lässt, macht er beim Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung “kurzen Prozess” und winkt es binnen kürzester Zeit durch, so dass wir seit dem 1. Januar munter überwacht werden.
Wenn aber so ein Bundespräsident, wie in den Staatsrechtslehrbüchern zu lesen ist, tatsächlich der “Notar des Staates” ist, wirft dieses Gebaren durchaus Fragen auf: Wofür erhält dieser Notar des Staates überhaupt seine Gebühren? Und welches Verhältnis hat dieser Notar zu solchen Dingen wie Gerechtigkeit und Freiheit? Das der Gerechtigkeit Vorschub leistende Gleichbehandlungsgesetz kommt auf den juristischen Prüfstand des Bundespräsidialamtes, weil der Hausherr im Bellevue meint, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehe und eine besondere Betrachtung verdiene. Beim Thema “Vorratsdatenspeicherung” indes hegt der Bundeshorst keinerlei Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des “Schäubleschen Ermächtigungsgesetzes” und erteilte dem Gesetz noch vor Sylvester seinen Segen. Seit dem Neujahrstag 2008 werden wir also munter überwacht.
Nur noch der höchstprivate Austausch von Körperflüssigkeiten ist sicher vor staatlicher Überwachung. Eine andere, kaum weniger private Angelegenheit, nämlich der Austausch von verkörperten Gedanken in Gestalt von E-Mails, steht ab sofort den staatlich alimentierten Schnüffelschwadronen zur Einsichtnahme offen. Freiheit als Bürgerrecht verkommt zu einem Auslaufmodell. Heinrich Heines Lied von den Gedanken, die frei sind, dürfte einen Aufschwung erleben.
Lesen soll bekanntermaßen bilden. Aber ob das für Professor Köhler auch gilt? Anlässlich der Einweihung der wiederaufgebauten Bibliothek Anna-Amalia zu Weimar zitiert der Bundespräsident aus dem von Umberto Eco verfassten Roman “Im Namen der Rose”. Doch Köhler erliegt nicht etwa der Intelligenz und der Integrität eines William von Baskerville. Nein. Köhler findet wesentlich mehr Gefallen an dem inkompetenten Abt des Klosters, der nur deshalb zum Abt wurde, weil der intrigante und verbrecherische Jorge von Burgos den einstigen Leichenträger als Abt des Klosters haben wollte. Zur Feier des Tages also präsentiert Köhler den vom Abt stammenden Ausspruch : “Ein Land ohne Bibliotheken, wäre wie ein Garten ohne Pflanzen, eine Wiese ohne Blumen…” Den in Weimar versammelten Festgästen vermutlich allesamt dem Bildungsbürgertum zugehörig fällt die vom Bundespräsidenten unternommene semantische Anleihe ausgerechnet beim vor Unfähigkeit strotzenden Abt nicht weiter auf. Jedenfalls war von irgendwelchen Empörungen des in Weimar anwesenden Publikums nichts zu lesen oder zu hören.
Aber wer wollte auch schon dem Bundespräsidenten etwas Böses? Schließlich hält das Volk (und damit ist keineswegs nur die Schicht gemeint, die dem Festakt in Weimar beiwohnen durfte) den Bundespräsidenten für einen ganz sympathischen Kerl.
Doch möglicherweise kippt die gute Stimmung schon bald. Im Blog Glasdemokratie heißt es:
Kurzum: Wenn sich erstmal rumspricht, dass der Bundesnotar ein ausgesprochener Apostel der verstärkt in die Kritik geratenen neoliberalen Heilslehre ist, wäre Horst Köhler wohl nur noch bei den “Stasi Zwei-Null-Schnüffeltruppen” beliebt. Ganz nach dem Motto: “Sozial ist, was Arbeit schafft.” So betrachtet iat die Vorratsdatenspeicherung eine überaus soziale Errungenschaft. Schließlich bringt sie Tausende von Schnüffel-Schweinen in Brot und Lohn und an den Trog der staatlichen Versorgung.
Zur Erinnerung: Fischer hat heute eine Professur in den Vereinigten Staaten von Amerika, während der “Außenminister der politisch inkorrekten Herzen” so seine liebe Mühe hat mit dem Englischen.
in Junge Welt (gefunden im Redblog.)
Erst dachte ich ja, es ginge in dem Beitrag um gierige Manager und korrupte Politiker. Aber die kommen ja bekanntermaßen weder in Beugehaft noch mit einer Vorstrafe ins Bundeszentralregister (Gepriesen sei § 153a StPO!). Und so geht es stattdessen um jugendliche Intensivstraftäter. Und diesbezüglich kennen die CSU und deren Revolverblatt naturgemäß keine Gnade. Die CSU und die “BILD” sind halt Garanten einer gerechten Welt, gelle?!
“Von Koch lernen heißt siegen lernen”, stellt Thomas Holl gönnerhaft fest und zeigt, wie wenig neueste Umfragewerte sein “schriftstellerisches Bewusstsein” trüben können. Von einem “journalistischen Bewusstsein” eines Thomas Holl zu reden, scheint mir wenig passend angesichts der vom FAZ-Schreiber abgelieferten Rechercheleistung, die darin mündet, dass Holl nach Art eines mittelmäßig begabten Krimi-Autoren einen nicht näher vorgestellten “Mister X” zitiert:
Weitere Märchen aus der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gibt es im Archiv dieses Blogs.
Und ganz zum Schluss noch ein Highlight tendenziöser Berichterstattung aus der Redaktion in Frankfurt am Main: Was die FAZ am Sonntag so alles verschweigt
Hey Freunde! Das Jahr geht zu Ende. Der Wowereit geht sich heute Abend wieder einen hinter die Binde kippen. Und vielleicht sind diese sieben Girls ja auch dabei. Ich weiß zwar nicht, ob Berlins Partymeister an ihnen Gefallen fände. Aber das ist mir, mit Verlaub, auch ziemlich wurscht. Einen Guten Rutsch und alles Gute für 2008! Und hier ist dann noch das “Klaus Wowereit - Special”:
Harsche Kritik übte Herrmann am Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit sowie an Finanzsenator Thilo Sarrazin (beide SPD). »Es mutet fast zynisch an, wenn Wowereit den Kindernotgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt und seine Regierung gleichzeitig seit sechs Jahren die Mittel der Jugendhilfe kürzt«, empörte sich die Bezirkstadträtin. Dem Finanzsenator warf sie vor, absichtlich mit falschen Zahlen zu operieren. »Die Foliensätze von Sarrazin gaukeln eine nicht existierende Überausstattung an Transfermitteln und Personal der Berliner Jugendämter vor«, bemängelte die Stadträtin. Quelle: Junge Welt
ie, die Herren vom BDI, DIHK und der BDA, denen selten was Besseres einfällt als das ewig gleiche Lamento, wonach Deutschlands Jugendliche schlichtweg zu blöd, pardon “nicht ausbildungsfähig” seien?
Das folgende Video lässt den bundesdeutschen Staatsschutz aktiv werden. Na prima!
Zu Unrecht beschattet fühlt sich derweil auch die Band “Mono für Alle!” (MfA). Die Punkformation aus Gießen stand aufgrund von kritischen Texten etwa beim Lied “Hallo Verfassungsschutz” schon einmal im Zentrum der Aufmerksamkeit der bayerischen Staatsschützer, welche die Löschung der Songprosa von der Homepage der Musikgruppe verlangte. Nun meldet MfA, dass auch die Staatsanwaltschaften Stuttgart und Gießen seit knapp einem Jahr gegen sie aufgrund des Lieds “Amoklauf” ermittle. Demnach soll der mit dem Fall beauftragte Staatsschutz das Umfeld der Bandmitglieder observiert, Schulakten durchforscht und Konzertveranstalter kontaktiert haben. Zudem habe sich ein Fahnder mit einer extra angelegten E-Mail-Adresse im Fanklub von MfA angemeldet. Quelle: heise-online
Quelle: heise-online
Na, da freuen wir uns aber, wenn der DGB-Chef Sommer (Nach jedem Sommer kommt auch ein Winter ) sich mit den Vorsitzenden der DGB-Einzelgewerkschaften heute um 12:30 Uhr zum Fototermin in der Skylobby des Bundeskanzleramts einfinden wird, wenn es wieder heißt: “Schöne Weihnachten, Frau Bundeskanzlerin!” Vermutlich rechnen auch die Gewerkschaftsbosse mit einer noch recht langen Regierungszeit von Angela Merkel. Der arme Beck
“Daimler-Vorstände müssen im internationalen Vergleich angemessen verdienen”, sagt laut Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung Daimler-Betriebsratschef Erich Klemm und sieht deshalb keinen Anlass, die Gehälter der Daimler-Vorstände zu kritisieren.
Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog “Indiskretion Ehrensache” hat seine Prinzipien. Über echte oder vermeintliche Schweinereien seines Hauses, der Holtzbrinck-Verlag, würde er niemals bloggen. Na, denn, schweigen Se mal schön, Herr Knüwer! Denn das ist garantiert wieder mal “Kein Fall für Knüwer!”
Und darum geht es:
Die Berliner Social-Networking-Plattform StudiVZ erneuert ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die vier Millionen Mitglieder der Networking-Community für Studenten müssen sich auf die Einführung personalisierter Werbung gefasst machen auch per SMS und Instant Messenger.
Quelle: heise.de
Gut, dass nicht alle Journalisten in Klein-Bloggersdorf dem StudiVZ-Eigner Holtzbrinck zu ewigem Schweigen verpflichtet sind. Denn die Überschrift “StudiVZ owns you” ist einfach zu schön. Besser lässt sich ein möglicher Ausverkauf des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung nicht auf den Punkt bringen.
Betriebsrat “tagte” im Sadomaso-Club titelt das WAZ-Portal. Dem hier hinreichend vorgestellten bloggenden Strafverteidiger aus Düsseldorf-Derendorf scheint allein die Überschrift so gut zu gefallen, dass er für Zweifel keine Zeit mehr finden mag. So fragt er auch erst gar nicht danach, ob es wirklich Arbeitgeber geben könnte, die von ihren Betriebsräten keine Bescheinigungen über eine Schulungsteilnahme verlangen. Und auch die Frage, warum ein am 22.10.2007 erfolgter Gästebuch-Eintrag auf der Homepage des “Etablissements” irgendwelche Hinweise auf das Schwänzen einer Betriebsratsschulung enthalten soll, wenn das Betriebsräteseminar bereits am 19.10.2007 beendet worden war, kommt dem bloggenden Strafverteidiger nicht in den Sinn. Und so verwundert es nicht weiter, wenn dem juristisch ausgebildeten Blogger aus Düsseldorf-Derendorf auch dann nichts auffällt, wenn DerWesten.de und dessen Autorin Silke Hoock mitteilen:
In beiden Fällen geht aus den Kündigungsschreiben hervor, dass die Beschuldigten offenkundig nur vorgaben, vom 15. bis 19. Oktober an einer Schulung in Rostock teilgenommen zu haben, doch 3665,20 Euro für die Fortbildung bzw. 375,70 Euro als Reisekosten abrechneten.
Huch! Seit wann bezahlen denn Betriebsratsmitglieder die Gebühren für ein Betriebsratsseminar vor Ort aus eigener Tasche, um sie im Anschluss über die Reisekostenabrechnung vom Arbeitgeber erstattet zu verlangen? Okay, Kollegin Hoock ist sicherlich keine Fachfrau für Betriebsverfassungsrecht und somit entschuldigt. Sorgen mache ich mir indes um den bloggenden Strafverteidiger, der gelegentlich auch vor dem Arbeitsgericht auftritt. Hoffentlich ist der Mann da mal nicht auch so leichtgläubig, dass er gleich jeder Quelle uneingeschränkten Glauben schenkt. Denn es gibt auch Quellen, die differenzierter analysieren. In diesem Fall etwa die Ruhr-Nachrichten. Doch die von den Ruhr-Nachrichten gewählte Überschrift namens “Vorwurf: Lustreise statt Weiterbildung”, zieht natürlich keine Rampensau in ihren Bann
Die Nachricht, dass Claus Kleber neuer Spiegel-Chefredakteur werden soll, gibt einer Befürchtung neue Nahrung: Das einstige Sturmgeschütz der Demokratie verkommt zur Wasserpistole. Nach Medienberichten soll kurz zu sehen gewesen sein, wie Kleber während eines Einspielfilms für das heute-journal vor laufender Kamera zu den Klängen der amerikanischen Nationalhymne gerührt die Hand aufs Herz gelegt hat.
Patrioten unter sich
Damit nicht genug der journalistischen Distanz zum Objekt der Berichterstattung. Denn einem SPIEGEL-Chefredakteur Claus Kleber soll Mathias Müller von Blumencron an die Seite gestellt werden. Ein Leser-Kommentar bei Süddeutsche.de weist dankenswerterweise darauf hin, dass Kleber und Blumencron etwas verbindet:
Recht hat der Mann. Schreibt doch das Medienhandbuch über den “Herbert-Quandt-Medienpreis”:
Die Auszeichnung erinnert an den Unternehmer Herbert Quandt (1910-1982) und wird seit 1986 jährlich an Journalisten aller Medien verliehen, die in «herausragenden und allgemein verständlichen Beiträgen» über Marktwirtschaft berichten. Die Preisträger ermittelt das Kuratorium der Johanna-Quandt-Stiftung, dem neben der Witwe und dem Sohn Herbert Quandts, Johanna und Stefan, die Chefredakteure Gabriele Fischer («brand eins»), Christoph Keese («Welt am Sonntag»), Mathias Müller von Blumencron («Spiegel Online») und der Intendant des Hessischen Rundfunks, Helmut Reitze, angehören.
Kampagne statt Journalismus
Was das Stiftungs-Kuratorium unter einem preiswürdigen Beitrag in Sachen “Marktwirtschaft” versteht, ist ebenfalls im 37.6-Blog-Archiv nachzulesen. Und Christoph Keese, früher Financial Times Deutschland heute Chefredakteur der Welt am Sonntag erzählt der “taz”:
Nur über ein Thema spricht die Familie Quandt äußerst ungerne: Die Zeit des Nationalsozialismus. Wäre es anders, hätte der im NDR am 22.11.2007 ausgestrahlte Dokumentarfilm Das Schweigen der Quandts niemals den Segen der Redaktion erhalten.
Wer wollte bestreiten, dass Angela Merkel und Alice Schwarzer ähnlich hübsch sind? Und nicht nur das. Auch die Werte stimmen. Während die erstere auf das Springer-Blatt “Die Welt” als Haus- und Hofpostille aller Unionistinnen, Unionisten und sonstiger Gestalten rechts von der Mitte setzt, schwört Alice Schwarzer auf die ebenfalls im Springer-Verlag erscheinende BILD-”Zeitung”. Und selbstverständlich hat sich längst schon der eine oder andere Blogger den Kopf darüber zermartert, was Frau Schwarzer dazu veranlasst haben könnte, sagen wir mal, ihren “ungewöhnlichen” Sexappeal zu Werbezwecken für “dieses bigotte, frauenverachtende Blatt” namens “BILD” einzusetzen.
Recherche oder “Alice´s Wunderland”?
Na ja, wem Frau Schwarzer gegen Bares ihr Gesicht zur Verfügung stellt, ist primär ihre Angelegenheit. Tragisch wird es nur, wenn die um das Wohl aller Frauen stets bemühte “A.S.-Emma” (die Dame hat auch noch meine Initialen ) ausgerechnet von ihrer eigenen Geschlechtergruppe einen auf die Mütze bekommt.
Unter der Überschrift “Jede Lüge braucht eine Skrupellose, die sie ausspricht” unterzieht die Prostituierten-Vereinigung “Dona Carmen” die Rechercheleistung von Alice Schwarzer einer genaueren Betrachtung. Das Ergebnis ist niederschmetternd für Alice Schwarzer; versteht sich. Die Redakteurinnen schreiben in Deutschlands einziger Prostituiertenzeitung “La Muchacha”:
Wir ersparen uns weitere Belege des Sammelsuriums an Unwahrheiten und Vorurteilen, die Schwarzers Blick auf Prostitution auszeichnen. Wer wie Schwarzer mit der englischen Prostitutionsgegnerin Julia OConnell Davidson Prostituierte als sozial tote Frauen etikettiert und deren Kunden als Nekrophile bezeichnet (S. 136), wer wie Schwarzer in der Schweizer Weltwoche (51-52/2006) jüngst behauptete, Prostituierte hätten ähnliche Traumata wie Vietnam-Veteranen, wer die Mode hierzulande als westliche Nutten- und Zuhältermode bezeichnet (S. 57), kann nicht beanspruchen, ernst genommen zu werden. Keine Kritik an Patriachat und Männerherrschaft rechtfertigt solch blanken Hass auf Prostituierte und solch eine Verblendung. Wer sich aber mit solchen Antworten von Schwarzer abspeisen und den Blick verstellen lassen will, wer Jubelgesänge auf die CDUMinisterinnen von der Leyen und Schavan sowie auf Herrn Ratzinger alias Papst Benedikt hören möchte, kommt mit der jüngsten Veröffentlichung der Frontfrau des deutschen Staats- und Polizeifeminismus voll auf seine Kosten. (Artikel aus La Muchacha, Nr. 7 / 2007)
Eine postmoderne Freundin
Na, sag ich doch: Die Wertesysteme von Frau Merkel (von der selbsternannten “Partei der kleinen Leute”) und Frau Schwarzer (von der selbstkreierten “Lila Fraktion”) scheinen voll in Einklang miteinander zu stehen. Immerhin säßen Schavan und von der Leyen nicht im Kabinett, wenn Merkel das nicht so wollte.
Für all jene, die sich nur noch verwundert die Augen reiben über so viel postmoderne Beliebigkeit, ein paar tröstende Worte von Kurt Tucholsky, der hinsichtlich der Geschäfte einer Hure das »Lied von der Gleichgültigkeit« schrieb, worin es heißt: »Und es gehen mit der Frau Studenten, und auch Herr Zahnarzt Schmidt. Redakteure, Superintendenten, die nimmt sie alle mit.« Was hätte “der olle Tucho” wohl über Alice Schwarzer geschrieben?
Muss man alles widerspruchslos hinnehmen? Was darf man ungestraft beispielsweise über Dritte behaupten? Die Antwort gibt ein Artikel aus dem Jahre 1992, der den Kampf einer kleinen Bürgerinitiative gegen den Chemie-Multi Bayer zusammenfasst:
Es ergehen falsche Urteile, kommentierte dies Coordinations-Anwalt Wolfram Esche, die gegen Grundrechte verstoßen, und die Schäden, die meinem Mandanten daraus entstehen, soll er sich nirgendwo zurückholen können? Über diese Frage wurde am Mittwoch mit Richter Huthmacher debattiert. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung kam Bayer durch Zurücknahme der Klage zuvor. Offenbar war man es leid, sich erneut die Belege fürs Bespitzeln und unter Druck setzen unter die Nase reiben zu lassen. Genug Material hatte die Gegenseite ja gesammelt. Darüber, wie Bayer zum Beispiel dem stern die Anzeigen, dem Werbefernsehen des WDR die Werbespots nach firmenkritischer Berichterstattung entzogen hatte. Nein, all das sollte nicht noch einmal ausgepackt werden. Quelle: CGB-Network
Und weil es hier um die Meinungsfreiheit geht, sollen auch die hierzu ergangenen Leitsätze des Bundesverfassungsgerichts nicht unerwähnt bleiben:
1. Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG ist verkannt, wenn Formulierungen, in denen die Bewertung tatsächlicher Vorgänge zum Ausdruck kommt, als Tatsachenbehauptungen angesehen werden. 2. Es verstößt gegen das Grundrecht der Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG), wenn sich jemand, der eine herabsetzende Tatsachenbehauptung über Dritte aufstellt, die nicht seinem eigenen Erfahrungsbereich entstammt, zur Erfüllung seiner Darlegungslast nicht auf unwidersprochene Pressemitteilungen beziehen darf.
BVerfG-Entscheidung — 1 BvR 1555/88 — im Volltext.
Die Ärzte haben also Recht, wenn sie singen: “Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wär´ nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.”
Gäbe es einen Titel namens “Intelligentester Politiker Deutschlands aller Zeiten”, die Zahl der möglichen Preisträger wäre äußerst gering. Für diesen Preis überhaupt nicht in Frage käme etwa der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, der auf dem CDU-Bundesparteitag seine Überzeugung kundtat und behauptete, “die CDU ist die Partei der so genannten Kleinen Leute”. Und weil das so sei, täte die CDU auch alles, um die Nettolöhne (Aufgepasst Frau Merkel!) steigen zu lassen; am besten durch ein “JA zur Atomkraft”, weil das ja für billigeren Strom sorge. So denkt nur jemand, der dorther kommt, wo eine stichhaltige Überzeugung immer schon mehr zählte als eine Argumentation, die das Prädikat “konsistent” verdiente. Doch Kauder ist nicht alleine in der Partei, der es offensichtlich um vieles geht, am allerwenigsten aber um eine schlüssige und in sich stimmige Argumentationsführung. Da gibt es etwa noch ihn hier: Den “Hans-Filbinger-Laudator” mit einem Geschichtsbewusstsein, das würde der Laudator jemals Außenminister geeignet wäre, die guten Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zum Staat Israel nachhaltig zu beeinträchtigen. Schon jetzt dürfte mancher Israeli schier erstaunt sein, wenn man im Ländle die Nazi-Diktatur eher spielerisch als kritisch verarbeitet und Bushaltestellen auf den Namen “Nazihäusle” tauft. Lesen wir nun, was der Mann, dem er hier ohne Zweifel als Ghostwriter dienen könnte, zum Thema Leiharbeit zu erzählen hat.
Ich halte die Zeitarbeit in keinem Fall geeignet für einen Mindestlohn. Die Zeitarbeit muss ein Instrument bleiben, mit dem Arbeitslose in Beschäftigung kommen und mit dem Zeitarbeiter eine Chance auf Festübernahme in dem Betrieb bekommen, in dem sie eingesetzt werden. Für mich wäre die Zeitarbeit die Branche, bei der ich massiv gegen einen Mindestlohn eintreten würde.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Auf welchem Stern lebt dieser Mensch eigentlich? Warum liest Oettinger nichts über in Leiharbeit darbende Journalisten oder über die Probleme von Betriebsräten mit dem Themal Leiharbeit?
Jetzt ist er also im Gange, der CDU-Bundesparteitag. Daher nun der Verweis auf einen Beitrag, der auf den Tag vor genau einem Jahr hier erschien und sich mit dem vermeintlich sozialen Gewissen der Union, Jürgen Rüttgers, befasst.
Die Bundestagsverwaltung diskutiert gemeinsam mit den Abgeordneten über ein Parlamentsfernsehen. Plenar- wie Ausschusssitzungen sollen via TV-Empfänger in die Haushalte kommen. PHÖNIX sieht seine Felle wegschwimmen und meint, dass der selbsternannte Ereigniskanal ausreichend über das Geschehen im Deutschen Bundestag berichtet. Ganz gehörig missfallen tut ein Parlamentsfernsehen auch der FDP und deren Medienexperten Hans-Joachim Otto. Die ablehnende Haltung des FDP-Abgeordneten Otto zu dem Thema ist der Netzeitung zu entnehmen:
Es sei zudem wenig sinnvoll, für «einige Spezialisten» einen eigenen Parlamentskanal mit womöglich 24-stündiger Ausstrahlung ohne jede journalistische Einordnung einzurichten.
Ebensogut hätte Otto auch sagen können: Es ist wenig sinnvoll für einige interessierte Bürger ein Archiv mit Drucksachen und Protokollen vorzuhalten, aus denen sich der Bürger unterrichten kann, ohne dass ihn ein Journalist an die Hand nimmt.
Na, schönen Dank aber auch, Herr Otto. Ich erinnere mich gerade an den SPD-Bundesparteitag und diese “Meisterleistung” des “PHÖNIX-Kompetenzteams”. Und überhaupt. Kann mir mal einer verraten, weshalb die FDP für das Informationsfreiheitsgesetz auf Bundesebene gestimmt hat?!
Na, der “Bundes-Horst” macht mir ja wieder mächtig Spaß. Da erhält der Chef von Porsche schlappe 20 Millionen Euro als Jahressalär und dann kommt aus dem Schloss Bellevue so ein Satz:
Ich weiß ja nicht, mit wem sich der Bundespräsident auf seiner Scholle so unterhält. Aber ich habe vor wenigen Tagen mit jemandem gesprochen, der über BaföG-Anträge zu entscheiden hat. In diesem Zusammenhang wurde mir berichtet, dass es BaföG auch für jene gibt, deren Eltern in einer netten Villa wohnen und mit dem Porsche Cayenne in die eigene Firma fahren. Man fragt sich: Wie das? Und erfährt, dass der Porsche fahrende und in gesicherter Armut lebende Vater des Antragstellers von einer Steueroptimierungs-Kanzlei beraten wird, die bestens informiert ist. Sollten die hierzulande kreativ nach Steuerlücken (und derer gibt es viele) suchenden Steuerrechtsanwälte und Steuerberatungsgesellschaften besser informiert sein als Horst Köhler?
Ist Köhler wirklich so unwissend wie es das Zitat vermuten lässt?
Ich habe mir noch keine endgültige Meinung zur sozialen und wirtschaftspolitischen Lauterkeit des Herrn Bundespräsidenten gebildet. Und weil ich ein Freund von Ehrlichkeit und Transparenz bin, lasse ich meine LeserInnen gerne an dem teilhaben, was ich “in Sachen” Horst Köhler so lese. Beispielsweise dieses hier:
[ ] Laut Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegels, war Köhler in seiner Eigenschaft als Staatssekretär hauptverantwortlich für die Gestaltung der Währungsunion, die, nach Aussage des Bundesrechnungshofes, die ostdeutschen Betriebe und Banken zugunsten der westdeutschen Unternehmen und Finanzinstitute übervorteilte und den bundesdeutschen Haushalt mit einem zusätzlichen Schuldenaufkommen von 200 Milliarden Euro belastete. [ ]
as nenne ich Kontinuität, Herr Köhler
Ein zusätzliches Schuldenaufkommen von 200 Milliarden Euro, weil der “Bundes-Horst” seinerzeit so steht zu befürchten einem Einschätzungs-Irrtum erlag. Das ist so etwas Ähnliches wie ein vermeintlicher “Blackout” des “Dicken aus Oggersheim” in Sachen “Flick-Affäre” oder die hinreichend bekannten “Erinnerungslücken” von manch anderen “Politik-Darstellern”. Strauß Senior und Strauß Junior, Kanther, Schäuble, Koch, Lambsdorff die Liste ließe sich beliebig erweitern. Deshalb nur der Hyperlink zur CDU-Spendenaffäre, wo viele der oben genannten “Politik-Darsteller” wieder auftauchen.
Und für all jene, die mit dem Wort “Währungsunion” nichts anzufangen wissen, empfiehlt sich selbstverständlich der erst gestern in diesem Blog erschienene Beitrag, worin deutlich wird, dass die “Köhlersche Währungsunion” samt der Glücksritter in der Deutschen Treuhandanstalt sich nicht wirklich trennen lassen von Sachverhalten etwa mit der Bezeichnung “Leuna-Affäre” und “Bremer Vulkan-Pleite”.
Und für alle Fans des Chefrethorikers aus dem Schloss Bellevue jetzt noch ein nettes Video:
Nach Berechnungen von Georg Stürzer, Autoanalyst bei der Unicredit, verfügen BMW, Daimler und Volkswagen derzeit über 34 Milliarden Euro an Barmitteln.
Quelle: ARD-boerse.de
espannt, was der “Lupenreine Marktwirtschaftler” Westerwelle zu den neuesten Free Cash Flow-Zahlen bei BMW & Co. zu sagen hat. Fraglich, ob sich Westerwelle überhaupt daran erinnert, dass BMW für das Leipzig-Werk 360 Millionen Euro Subventionen erhalten hat.
Ähnlich wie beim Bau des Leipziger BMW-Werks hält das IWH auch bei DHL einen Mitnahmeeffekt für wahrscheinlich.
Quelle: MDR-Newsletter via KSD
erung: Hier geht es um Steuergelder, die erst zu BMW geflossen sind und nun wegen des enormen Barmittel-Überschusses als Dividende in den Taschen der Aktionäre landen. Den besten Riecher unter den BMW-Aktionären beweist mal wieder Großanlegerin Susanne Klatten aus den Reihen der Familie Quandt. Ooopps. Da kommt der FDP-Vorsitzende Westerwelle aber jetzt in einen echten Interessenkonflikt. Denn LobbyControl schreibt unter Berufung auf den Großspender-Bericht des Deutschen Bundestags dieses über das Verhältnis zwischen der Familie Quandt und der FDP:
Die Quandt-Familie (Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten) gehört zu den regelmäßigen Unterstützern der Union und im geringeren Umfang auch der FDP. Ihre Spenden sind normalerweise gleich hoch, also abgestimmt.
Derweil schwadroniert der Bundespräsident unbeirrt davon, dass es Wichtigeres gäbe als Geld und, dass ihm diese ewige Debatte über soziale Gerechtigkeit und Vermögensumverteilung auf die Nerven gehe.
Erinnert sich jemand an den Wortlaut des vom Bundespräsidenten zu leistenden Amtseid? Nein?! Kein Problem. Hier ist er:
“Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.”
keit So, so.
Lesen Sie dazu auch den 37.6-Blog-Beitrag über Lars Göran Josefsson und sein Verhältnis zur Kanzlerin!
Am morgigen Sonntag läuft der Bundesparteitag der CDU an und es steht mehrerlei zu befürchten:
Eine Grundstimmung, die ich mit der CDU-Basis teile, wenngleich aus anderen Gründen. Denn DerWesten berichtet, dass die CDU ihr durch und durch neoliberales Leipziger Programm teilweise wieder auffrischen will und schreibt:
Der CDU-Vorstand will eine klare Trennlinie zum Koalitionspartner SPD ziehen. Mit der Forderung nach Steuersenkungen und einem einfacheren Steuertarif knüpft die CDU dabei an den Leipziger Parteitag an.
Wirtschaftspolitische Illusionen der CDU
Oha, Angela Merkel und ihre Ministerpräsidenten-Entourage sind gute Schüler des Dr. Helmut Kohl. Denn bereits der hat seinerzeit mit wirtschaftspolitischem Sachverstand überzeugt wie kein Kanzler vor ihm. Lesen wir einfach mal, was der “Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einem Sondergutachten und einem offenen Brief dem Bundeskanzler Helmut Kohl am 9. Februar 1990 mit Blick auf die von CDU und FDP angestrebte rasche währungspolitische Integration der DDR in Gestalt einer Währungsunion ins Stammbuch schrieb:
Es ist wohl unvermeidlich, daß die Einführung der D-Mark bei den Bürgern der DDR die Illusion wecken muß, mit der Währungsunion sei auch der Anschluß an den Lebensstandard der Bundesrepublik hergestellt. Davon kann jedoch keine Rede sein, das Einkommen ist an die Produktivität gebunden, die weit hinter der in der Bundesrepublik zurückbleibt. (…) Die Nominallöhne werden dann über die Zunahme der Produktivität hinaus ansteigen. Das geht zu Lasten des Produktionsstandortes DDR, und der dringend erforderliche Kapitalzustrom aus dem Westen bleibt aus. Der Druck auf die Bundesrepublik würde anwachsen, den Abstand der Einkommen (Löhne und Renten) durch einen Finanzausgleich’ zugunsten der DDR zu verringern. Riesige Belastungen kämen auf die öffentlichen Haushalte zu, es wären nicht nur erhebliche Steuererhöhungen unvermeidlich, es würden vielmehr auch öffentliche Mittel in Transfers für konsumptive Verwendungen gebunden, die bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur fehlen müßten. Sachverständigenrat, Brief an Bundeskanzler Kohl vom 9. Februar 1990 Die Warnung wurde von der Bonner Koalition in den Wind geschlagen, stattdessen schürte die Bundesregierung jene Illusionen, vor denen der Sachverständigenrat gerade gewarnt hatte. 6 Tage, nachdem der Sachverständigenrat seine eindringlichen Warnungen an die Bundesregierung formuliert hatte, erklärte Helmut Kohl im Bundestag mit einem bemerkenswerten Unverständnis für ökonomische Zusammenhänge
Es ist wohl unvermeidlich, daß die Einführung der D-Mark bei den Bürgern der DDR die Illusion wecken muß, mit der Währungsunion sei auch der Anschluß an den Lebensstandard der Bundesrepublik hergestellt. Davon kann jedoch keine Rede sein, das Einkommen ist an die Produktivität gebunden, die weit hinter der in der Bundesrepublik zurückbleibt. (…)
Die Warnung wurde von der Bonner Koalition in den Wind geschlagen, stattdessen schürte die Bundesregierung jene Illusionen, vor denen der Sachverständigenrat gerade gewarnt hatte. 6 Tage, nachdem der Sachverständigenrat seine eindringlichen Warnungen an die Bundesregierung formuliert hatte, erklärte Helmut Kohl im Bundestag mit einem bemerkenswerten Unverständnis für ökonomische Zusammenhänge
stellvertretend für die CDU/CSU und FDP-Regierung, dass die Währungsunion beschlossene Sache sei.
Ab morgen also tagen und beraten sie wieder. Die konservativ gesinnten Illusionisten, die den Menschen gerne das Märchen von der Steuersenkungspolitik auftischen und dabei so gerne die bittere Wahrheit unter den Teppich kehren. Und selbstverständlich wird stellvertretend für alle wirtschaftspolitisch erfahrenen Experten wie Genscher und gerichtsbekannte Akteure wie Otto Graf Lambsdorff und Hans Friderichs ein gewisser Dr. Guido Westerwelle der Kanzlerin aus der Uckermarck Beifall spenden.
David Copperfield sollte nach Hannover reisen
Hieße ich David Copperfield, ich würde mich auf den Weg nach Hannover zum CDU-Bundesparteitag machen. Als Illusionist kann man dort jede Menge lernen. Illusionisten können aber auch jede Menge lernen aus dem von Bruno Schirra und Roland Kirbach verfassten ZEIT-Dossier “Ein raffiniertes Geschäft”. Darin geht es um die geballte Wirtschaftskompetenz der CDU/CSU und natürlich auch der FDP. Kleine Leseprobe zu Hans Friderichs (Ex-FDP-Bundeswirtschaftsminister):
Der politische Druck auf das Kartellamt ist so groß, dass es seinen Widerstand im Dezember 1992 aufgibt. Die Minol-Autobahntankstellen bleiben im Paket. Die Politik will nun einem Vertrag zustimmen, nach dem Elf statt der üblichen 4,5 Pfennig pro Liter nur 1,5 Pfennig Konzessionsabgabe für die Minol-Autobahntankstellen zahlen muss. Zugleich wird der Minol-Kaufpreis von 530 Millionen auf 290 Millionen Mark reduziert. Derart vielfältig sind die Hindernisse, derart zahlreich die beteiligten Ämter, dass ganz ungewöhnliche Maßnahmen naheliegend erscheinen. Eine dieser Maßnahmen heißt Hans Friderichs, früher Bundeswirtschaftsminister. Der ist irgendwann alles in einem: “International Adviser” der Investmentbank Goldmann Sachs, die die Angebote der verschiedenen Bewerber zu prüfen hat; er ist Berater des Bieter-Konsortiums aus Elf und Thyssen; und er wird Aufsichtsratsvorsitzender von Leuna und von Minol. Unter normalen Umständen wäre das ein klarer Fall von Interessenkollision. Nicht so in der Wahrnehmung der Treuhand. “Die fanden das positiv”, sagt Friderichs. Und der damalige Treuhand-Verhandlungsführer Klaus Schucht fragt: “Wo ist das Problem? Uns konnte doch gar nichts Besseres passieren.”
Der politische Druck auf das Kartellamt ist so groß, dass es seinen Widerstand im Dezember 1992 aufgibt. Die Minol-Autobahntankstellen bleiben im Paket. Die Politik will nun einem Vertrag zustimmen, nach dem Elf statt der üblichen 4,5 Pfennig pro Liter nur 1,5 Pfennig Konzessionsabgabe für die Minol-Autobahntankstellen zahlen muss. Zugleich wird der Minol-Kaufpreis von 530 Millionen auf 290 Millionen Mark reduziert.
Derart vielfältig sind die Hindernisse, derart zahlreich die beteiligten Ämter, dass ganz ungewöhnliche Maßnahmen naheliegend erscheinen. Eine dieser Maßnahmen heißt Hans Friderichs, früher Bundeswirtschaftsminister. Der ist irgendwann alles in einem: “International Adviser” der Investmentbank Goldmann Sachs, die die Angebote der verschiedenen Bewerber zu prüfen hat; er ist Berater des Bieter-Konsortiums aus Elf und Thyssen; und er wird Aufsichtsratsvorsitzender von Leuna und von Minol. Unter normalen Umständen wäre das ein klarer Fall von Interessenkollision. Nicht so in der Wahrnehmung der Treuhand. “Die fanden das positiv”, sagt Friderichs. Und der damalige Treuhand-Verhandlungsführer Klaus Schucht fragt: “Wo ist das Problem? Uns konnte doch gar nichts Besseres passieren.”
Zum ZEIT-Dossier bitte H I E R K L I C K E N ! ! !
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Weiß jemand, wann das Lied “La Isla Bonita” von Madonna erschienen ist? Ich bin mir sicher, dass es Mitte der 1980er Jahre “on air” ging. Madonna wäre nicht Madonna, wenn sie es nicht aktuell halten würde.
Wird mal wieder Zeit, dass Madonna nach Berlin kommt.
Viel hilft viel. Und in Sachen “Propaganda” hat die “Barbie-Puppe” der CDU alles gegeben. Der Lohn ist ihr nun zuteil geworden. Auf der CDU-Homepage steht geschrieben:
Außerdem verlieh die 29-köpfige Jury den Politikaward in der Kategorie “Politiker des Jahres” an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. “Wie kein anderes Kabinettsmitglied hat es Frau von der Leyen im Jahr 2007 verstanden, die Kernanliegen ihrer Arbeit im öffentlichen Bewusstsein zu verankern”, so die offizielle Begründung. Die Familienministerin habe mit einem bemerkenswerten persönlichen Engagement und kommunikativer Durchsetzungskraft die Debattenhoheit gewonnen, ihr Ressort aufgewertet und ihre politischen Ziele auch gegen Widerstände erfolgreich durchgesetzt.
Kann mir mal jemand verraten, wer bitteschön der 29-köpfigen Jury des Fachmagazins “Politik & Kommunikation” angehört?! Schließlich gibt es auch Stimmen, die von der Leyen alles zukommen lassen würden, nur nicht den Titel “Politikerin des Jahres”. Das Blog “Knochentrocken” etwa schreibt über Ursula von der Leyen:
Was bei uns eigentlich seit 70 Jahren vorbei sein sollte, ist aktueller als man denkt. Das Familienministerium von Ministerin Ursula Gertrud von der Leyen, gibt einer PR Agentur 4 Millionen Euro Steuergelder, damit diese vorgefertigte pseudojournalistische Radioberichte erstellt, die das neuen Elterngeld schönreden. Ohne weitere journalistische Prüfung wurden diese auf schätzungsweise 150 Radiostationen ausgestrahlt. Es handelt sich dabei um unzulässige politische Werbung und um Schleichwerbung, welche nach dem Rundfunkstaatsvertrag verboten sind.
Nun könnte man ja sagen, die Jury des im Helios-Verlag erscheinenden Magazins “Politik & Kommuniktion” gibt nicht viel auf die Meinung eines einzelnen Bloggers. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn von der Meinung eines einzelnen Bloggers kann nicht so recht die Rede sein. Und auch das über Ursula von der Leyen in der Journalisten-Fachzeitschrift “Journalist”, Ausgabe 11/2007, auf Seite 51 zu Lesende gereicht ihr nicht zur Ehre. Am allerwenigsten zum Titel “Politikerin des Jahres”. Und im Blog PR-Ethik macht sich dessen Verfasserin Anna so ihre Gedanken über den Zustand der Öffentlichen Meinungslandschaft, weil die “Niedersachsen-Barbie” bereits im September den deutschen PR-Preis eingeheimst hat.
Liebe Anna vom Blog PR-Ethik, ich sag es ja nur ungern. Aber ich befürchte, die ganze Sache hat wenn überhaupt allenfalls mit der Ethik der Patrioten zu tun.
Für alle, die der Politik alles glauben, erklärt jetzt Volker Pispers den unsäglichen Begriff “Lohnnebenkosten”. Passen´s juut uff Herr Westerwelle! Denn wenn sich das rumspricht, was Pispers berichtet, haben die F.D.P. und alle anderen Neoliberalen in CDU/CSU, SPD und bei Bündnis 90/Die Grünen nichts zu lachen.
Gefunden im Kellerabteil, das weitere Erläuterungen zur Entstehung des schwachsinnigen Begriffs “Lohnnebenkosten” macht.
Johann W. Goethe ist schon ein paar Jährchen tot. Um ganz genau zu sein: Goethe starb im Jahr 1832. Trotzdem scheint sich nicht allzuviel verändert zu haben in der Zwischenzeit. Denn der Jurist und Literat schrieb:
Gefunden bei Miss Babylon
Lars Göran Josefsson ist der Konzernchef von Vattenfall und weiß, wie man richtig dicke Gewinne einheimst. Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson ist aber nicht nur oberster Chef von verschiedenen Atommeilern und Kohlekraftwerken, sondern auch noch der Klimaberater der Bundeskanzlerin. Jetzt hat Lars Göran Josefsson der Zeitung “Die Welt” verraten, worauf es ankommt, wenn man den Unternehmensgewinn auf Kosten der vielen privaten Haushalte so richtig schön nach oben schrauben will.
Quelle: Financial Times Deutschland
Doch MONITOR-Chefin Sonia Mikich spendet Trost, wenn sie sagt: “Also ärgern Sie sich nicht mehr über steigende Strompreise. Geheime Absprachen der Mega-Energie-Konzerne und deren Milliarden-Gewinne. Seien Sie kreativ, nutzen Sie unser Tarif-System einfach aus!” Sonia Mikich bezieht sich dabei auf ein Strom-Kunden-Tarif-System, das sich jeglicher Logik widersetzt. Aber immerhin basiert dieses “Strom-Kunden-Tarif-System” auf einem Gesetz. Wer den Web-TV-Beitrag bei MONITOR gesehen hat, weiß übrigens auch, weshalb der Angela-Merkel-Berater und Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson so großen Wert auf gute Kontakte zur Politik legt. Wetten, dass Frau Merkel über derlei Dinge kein Sterbenswörtchen verlieren wird, wenn sie demnächst auf dem CDU-Bundesparteitag ihrer Parteibasis von den Glanztaten der Schwarz-Roten-Koalition berichtet? Aber warum die Kanzlerin dazu schweigen wird, ist ebenfalls bei MONITOR unter der Überschrift “Merkels Klimapolitik” nachzulesen und zu sehen. Nichts außer “heiße Luft”.
Zu WDR-Monitor vom 15. November 2007 im Web-TV-Format.
Noch ist alles ungewiss. CDU-Mitglied Reinhard Göhner dementiert ohnehin alles.
Rechtsanwalt Göhner, im Nebenberuf seit 1996 Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, bestritt gegenüber dem «Spiegel» die Vorwürfe: Die Mitarbeiterin habe die Arbeiten außerhalb der Dienstzeiten erledigt, keiner seiner Bundestagsangestellten sei auf seinem Hof beschäftigt gewesen.
Quelle: netzeitung.de Hoffentlich hat Göhners Dementi Bestand. Wäre wirklich zu schade, wenn ausgerechnet der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in den Ruch käme, “Beschäftigungsprogramme eigener Natur” für eigene Zwecke genutzt zu haben. Wo doch die BDA von staatlich finanzierten Beschäftigungsprogrammen überhaupt nichts hält.
Dem des Klassenkampfs unverdächtigen Deutschen Journalistenverband (DJV) geht es so ähnlich wie der angeblich nach links gerückten SPD. Genau eine Woche nach deren Bundesparteitag entdeckte Anfang November auch der DJV, dass das Herz links schlägt, und fordert: “Der Bundesarbeitsminister muss endlich aktiv werden und sich für die Begrenzung der Leiharbeit auf maximal ein Jahr stark machen.”
Schön und gut, wenn ein Berufsverband wie der DJV sich offenbar der Meinung anschließt, die die Wochenzeitung DIE ZEIT auf den Satz bringt: “Schreiben macht arm”. Schön, dass sich die ZEIT derlei Dinge annimmt. Aber die Begrenzung der Leiharbeit auf ein Jahr wie vom DJV gefordert schafft das Problem des Dumpinglohns nicht aus der Welt. Das müsste DJV-Chef Michael Konken eigentlich auf den ersten Blick erkennen können. Schließlich hat die Journalisten-Vereinigung, deren Bundesvorsitzender Konken ist, doch eine ausführliche Liste ins Web gestellt, die nichts anderes enthält als die Tricks und Kniffe mit denen sich hiesige Verlage auf die lohnpolitische Sonnenseite und manche Journalisten ins Armenhaus des Peter Hartz bringen. Der DJV dazu in begrüßenswerter Klarheit:
In letzter Zeit sind immer mehr Verlage dazu übergegangen, die Tarifbindung zu umgehen. Zu den genutzten Fluchtwegen gehören das Outsourcen von Redakteuren in eigenständige, nicht tarifgebundene Gesellschaften, der Einsatz von Leiharbeitnehmern in den Redaktionen sowie die so genannte OT-Mitgliedschaft im Verlegerverband. OT steht für ohne Tarifbindung. Ebenfalls genutzt wird die Möglichkeit, Volontäre nicht mehr im Verlag, sondern an Journalistenschulen anzustellen und so die Tarifverträge für Volontäre, insbesondere hinsichtlich des Gehalts, zu umgehen.
Welche Verlage welche Form der Tarifflucht nutzen, ist beim DJV im Detail nachzulesen.
Aber auch der DJU in ver.di als Konkurrenz-Gewerkschaft des DJV fällt beim Thema “Tarifflucht” nichts richtig Durchschlagendes ein. Die DJU-Berlin-Brandenburg stellte sich im August 2007 auf ihrer Homepage zwar hinter eine Petition der IG Metall-Sachsen zur “Leiharbeit”, worin es um folgende Forderungen geht:
Eine Frage indes bleibt trotzdem unbeantwortet: Wie soll das mit der “Tarifbindung wie im Entleiherbetrieb” funktionieren, wenn sich ein Verlag nach dem anderen für das Modell “Mitgliedschaft im Verlegerverband ohne Tarifbindung” entscheidet?
“Großverlage bekämpfen den Post-Mindestlohn”, schreiben Uli Röhm und Wilfried Voigt auf die Titelseite ihres Buches Das Lohndumping-Kartell. Der VSA-Verlag teilt dazu mit:
Anfang 2008 wird das Briefmonopol der Deutschen Post fallen. Bereits jetzt stehen eine Reihe von neuen Briefdienstleistern in den Startlöchern, um ein Geschäftsfeld zu erschließen, in dem es viel zu verdienen gibt. Die neoliberalen Befürworter der Öffnung des Briefmarkts locken mit neuen Arbeitsplätzen und erheblichen Einsparungen für die Kunden. Woher jedoch sollen die kommen? Auf dem liberalisierten Briefmarkt winken zwar hohe Gewinne, aber keine neuen Geschäftsfelder.
Marktanteile können hier nur erobert werden, wenn sie anderen abgejagt werden. Und das passiert bisher nicht als Wettbewerb um innovative Produkte, um bessere Dienstleistungen und besseren Service für die Postkunden, sondern nur mit einem Geschäftsmodell eines Sozial- und Lohndumpings, das insbesondere von den großen Pressekonzernen der Republik betrieben und dank ihrer Medienmacht auch publizistisch begleitet wird.
Die Autoren machen deutlich, welche Folgen es hat, wenn das »Geschäftsmodell Lohndumping« sich ungehindert ausbreiten darf und liefern Fakten und Argumente für ArbeitnehmerInnen und ihre Interessenvertretungen im Kampf gegen immer neue Zumutungen des Sozialdumpings. Quelle: VSA-Homepage
annend.
Wer Sandra Kreisler und Roger Stein noch nie gesehen und gehört hat, sollte dies jetzt und hier tun. Und auf der MySpace-Seite sind weitere Lieder von “Wortfront” zu hören.
Es gibt Wende-Verlierer und es gibt Wende-Gewinner. Die hier gesuchte Person gehört eindeutig zu den Gewinnern der politischen Wende in der früheren DDR. Kleiner Tipp: Die CDU ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Schließlich geht es hier so viel sei verraten um einen früheren Landesminister aus den Reihen der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) mit einer Vorliebe für schöne Grundstücke am See. Hauptsache: Schön billig! Wie heißt der Mann?
Keine Ahnung, wer es sein könnte? Wie wäre es mal mit einer Anfrage bei Google?!
Der “Party-Löwe im Sozigewand” bekommt scheinbar ein Problem mit seinem Koalitionspartner im Berliner Abgeordnetenhaus. Weitreichende Befugnisse in Sachen Video-Überwachung soll das neue Berliner Polizeigesetz den Ordnungshütern von Berlin geben. So weitreichend, dass selbst die bisher so staatstragende Linkspartei-Fraktion zu murren beginnt:
Doch die Regierung aus Linkspartei und SPD kann sich dieses Mal ihrer knappen Mehrheit im Abgeordnetenhaus nicht sicher sein. Denn die bisher äußerst pflegeleichte Fraktion der Linkspartei, die zum Erstaunen der Grünen und der eigenen Basis von der Öffnung der Ladenschlusszeiten bis zum Verkauf von kommunalem Eigentum fast alle Forderungen ihres großen Koalitionspartners erfüllt hat, ist aufmüpfig geworden. Die eigentlich schon absegneten Verschärfungen des Polizeigesetzes sind in den letzten Wochen zum Gegenstand offener Debatten in der Linkspartei geworden. Quelle: telepolis [Danke Inge für den Tipp!]
Stein des Anstoßes dürfte der im Gesetzentwurf neue enthaltene § 19a sein, der hier im Wortlaut dokumentiert ist:
Nach § 19 wird folgender neuer § 19a eingefügt: § 19a Videoüberwachung zur Eigensicherung (1) 1Die Polizei kann bei Personen- oder Fahrzeugkontrollen im öffentlichen Verkehrsraum Bildaufzeichnungen durch den Einsatz optisch-elektronischer Mittel in Fahrzeugen der Polizei anfertigen, wenn dies nach den Umständen zum Schutz der Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten oder Dritter gegen eine Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist. 2Dabei dürfen auch personenbezogene Daten über Dritte erhoben werden, soweit dies unvermeidbar ist, um die Maßnahme nach Satz 1 durchführen zu können. (2) Der Einsatz der optisch-elektronischen Mittel ist durch geeignete Maßnahmen erkennbar zu machen oder der betroffenen Person mitzuteilen, wenn er nicht offenkundig ist. (3) Die Bildaufzeichnungen sind unverzüglich, spätestens aber am Tage nach dem Anfertigen, zu löschen, soweit sie nicht für Zwecke der Eigensicherung oder zur Verfolgung von Straftaten benötigt werden.
Man achte auf diese Formulierung: “wenn dies nach den Umständen zum Schutz der Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten oder Dritter gegen eine Gefahr für Leib oder Leben erforderlich ist” so was nennt man einen “unbestimmten Rechtsbegriff”, der der Polizei Tür und Tor für eine weitreichende Auslegung öffnet. Die Verwaltunsgerichte können / dürfen dann letztlich nur darüber entscheiden, ob das Handeln der Polizei rechtmäßig war. War da nicht was mit G-8-Razzien in Hamburg und einer ungerechtfertigten Untersuchungshaft eines Berliner Wissenschaftlers?
Zum umstrittenen Gesetzwentwurf der Berliner Sozen geht es H I E R!
Hans Leyendecker in seiner Laudatio für den mit dem Blätter-Demokratiepreis 2007 ausgezeichneten amerikanischen Journalisten Seymour Hersh.
Dass Internetnutzer nicht zwingend internetkompetent sind, ist ein Fazit, das Onkel Brumm in seinem Zeit-Blog “Meckern” näher begründet. Die Folgen jedenfalls haben es in sich. Karsten Heuke etwa berichtet über “Geheimnisverrat beim Spiegel”.
Mehr Infos zu den am 8.12. stattfindenden Demos gibt es beim Forum Umwelt und Entwicklung. Eine Initiative, die bereits zum G-8-Gipfel in Heiligendamm ihre Meinung kundgetan hat. Nachzulesen H I E R ! ! !
Erinnert sich noch jemand daran, wie der Herr Bundespräsident sich geziert hat, ein Gesetz zu unterschreiben, das Diskriminierungen geknüpft an Geschlecht, Sprache, Glauben oder Abstammung verbietet? Köhlers Skepsis gegenüber dem gesetzlich vorgeschriebenen Diskriminierungsverbot jedenfalls erscheint vor dem, was gerade in Hessen passiert, völlig unbegründet. Dort nämlich macht sich die Nassauische Wohnungsbaugesellschaft daran, Wohnquartiere zu schaffen, die man ebenso gut auch “Ghetto” nennen kann. Hier die Deutschen und dort die Türken und russischen Übersiedler. Nur der Deutsche Mieterbund muss natürlich mal wieder rumnörgeln. Dessen Sprecher kann dem Vorhaben überhaupt nichts abgewinnen.
[ ] absichtlich Mietshäuser mit ausschließlich russischstämmigen, türkischstämmigen oder deutschen Mitbewohnern zu schaffen, fällt laut Mieterbund keinesfalls darunter. “Wir haben rechtliche Bauchschmerzen, politische sowieso”, sagt Ropertz. [ ] Quelle: tageszeitung
Also mich würde nicht überraschen, wenn der eine oder andere Unternehmer das “Projekt Türken-Ghetto” mit großem Interesse verfolgen würde. Reine Frauen-Betriebe gibt es ja auch schon längst. Und dass Frauen verglichen mit ihren männlichen Kollegen mit 22 Prozent weniger auf dem Lohnzettel auskommen müssen, macht die Sache aus Arbeitgebersicht nochmal interessanter. Warum also nicht auch Betriebsabteilungen fein säuberlich sortiert nach ethnischer Abstammung? Das schont die Nerven und möglicherweise auch die Kasse für Personalausgaben. Wenn schon Frauen weniger Gehalt bekommen, warum dann nicht auch die Malocher aus der “Türken-Abteilung”?
Viel Spaß da draussen und Schönes Wochenende!
Arg in der Defensive scheint Wolfgang Thierse zu sein, nachdem er von der Leipziger Volkszeitung mit diesem Satz zitiert worden ist:
Man möchte hinzufügen: Und das, obwohl Helmut Kohl zu dem Zeitpunkt längst klar gewesen sein musste, dass er keine Chance auf eine Wiederwahl mehr hatte. Aber seinem vermeintlichen Kronprinzen Wolfgang Schäuble die Kandidatur zu überlassen - das wollte Kohl dann auch wieder nicht. Also: Augen zu und durch. Aber das Beste kommt noch. Denn neben Häuptling “Dicke Unterlippe”, das ist der mit der “brutalstmöglichen Aufklärung” in Sachen “Schwarzgeld der Hessen-CDU”, meldet sich auch noch die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel zu Wort und attestiert dem Bundestagsvize, sich an der Grenze zur “Niedertracht” zu bewegen, und verlangt, Thierse möge sich umgehend bei Helmut Kohl entschuldigen.
Hallo?! Geht´s noch? Ausgerechnet die Kanzlerin spricht von “Niedertracht”. Erinnert sich vieleicht noch irgendjemand daran, dass der heutige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble seinerzeit als hoffnungsfroher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt worden war? Die Betonung liegt auf “war”. Denn da gab es dieses Treffen in der Wohnung des Guido Westerwelle, bei dem sich Schwester Merkel mit Schwester Bruder Westerwelle darauf verständigte, den heutigen “Bundes-Horst” ins Schloß Bellevue zu bugsieren.
Und dass mir jetzt nur keiner auf die Idee kommt, der Schäuble sei erst seit diesem “konspirativen Treffen” in Berlin-Charlottenburg ein Fan von Haus- und Online-Durchsuchungen. Das war er schon immer. Aber vielleicht wäre einiges weniger schlimm gelaufen für unser Grundgesetz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, wenn der Herr Schäuble Bundespräsident geworden wäre statt wie jetzt für die Innere Sicherheit verantwortlich zu sein. Aber es ist wie es ist. Und so ist ausgerechnet Wolfgang Schäuble Bundesinnenminister und kraft Amtes für den Schutz des Grundgesetzes zuständig. Sagen Se mal Frau Merkel! Welche Bedeutung legen Sie eigentlich so dem Begriff “Niedertracht” bei? Ich finde es niederträchtig, wenn jemand Bundesinnenminister ist, der alle Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht stellt und sich wenig um die Verfassung schert.
Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten muss dieses Bild irgendwie falsch verstanden haben. Denn auf der Homepage geht es nicht etwa um “notleidende” Abgeordnete, sondern um die soziale Schieflage der Nation.
Was werden wohl Deutschlands Kabarettisten aus diesem Zitat machen?
Die im Springer-Verlag erscheinende und in konservativen Kreisen zur Pflichtlektüre zählende Zeitung DIE WELT wartet mit einer offensichtlich exklusiven Neuigkeit auf. Exklusiv deshalb, weil das Blatt offensichtlich über Insiderwissen, erlangt von Mitgliedern der Parlamentarischen Gesellschaft, verfügt. Denn das Haus der Parlamentarischen Gesellschaft hinter der Ostseite des Reichstagsgebäudes ist ausschließlich Politikern und Journalisten nur dann zugägnlich, wenn sie von Politikern eingeladen wurden. Nun hat also irgendein “U-Boot” aus Kreisen der Bundestagsabgeordneten der Zeitung DIE WELT gesteckt, dass Wolfgang Thierse seine Entschuldigung gegenüber Helmut Kohl am Freitag relativiert haben soll. Das Springer-Blatt über Wolfgang Thierse: “Mir ist ein Fehler unterlaufen, nicht in dem, was ich gesagt habe, sondern indem ich ein Interview nicht autorisiert habe”, sagte der SPD-Politiker am Freitagmittag vor der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.
DIE WELT hat beste Kontakte zur CDU
Und selbstverständlich hat das Hausblatt der Konservativen und anderen Rechtsausleger in diesem Lande beste Kontakte zur CDU. Also schildert der geschichtsvergessene wie scheinheilige “CDUnionist” Wolfgang Bosbach dem Springer-Blatt seine Sicht der Dinge, was das Blatt von der Koch-Straße dankbar ins Blatt nimmt. Dort heißt es:
Doch Thierses Rückzug vom Rückzug ließ am Nachmittag die Empörung in der Union erneut anschwellen. Die jüngste Äußerung des SPD-Politikers zeige “seine Stillosigkeit”, hieß es im Konrad-Adenauer-Haus. Aus der Bundestagsfraktion wurden neue Rücktrittsforderungen laut. Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte der WELT, Kohl habe “mit nobler Geste die Entschuldigung des Herrn Thierse angenommen”. Doch dessen anschließende Äußerungen zeigten, “dass diese Entschuldigung nur taktisch motiviert und nicht ernst gemeint war”. Thierse habe “eine menschliche Tragödie parteipolitisch instrumentalisiert”. Darum, so Bosbach, sei Thierse “als Repräsentant des Parlaments nicht länger tragbar. Es wäre gut, wenn er zu der Einsicht käme, dass sein Rücktritt notwendig ist”. Quelle: DIE WELT
Als Bundestagsvizepräsident “nicht länger tragbar”?
Na, Bosbachs Wolle aus Bergisch Gladbach ist ja ein richtiger Spaßvogel. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Gymnasium Wolfgang Bosbach Geschichte gelernt hat. Aber eines ist klar: Weder Konrad Adenauers Ausfälle gegenüber Willy Brandt noch der unsägliche Umgang des späteren Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger (Das ist der, zu dem Joschka Fischer einst gesagt hatte: “Mit Verlaub Herr Präsident, sie sind ein Arschloch.”) spielen in der Erinnerung des Wolfgang Bosbach eine Rolle.
Wer ist Philipp Jenninger?
Nun gut. Dass Jenninger in der 1980er-Jahren Bundestagspräsident war, ist dem einen oder anderen wohl noch in Erinnerung. Schon alleine wegen Joschka Fischers Anwurf gegen Jenninger. Nur wenigen indes dürfte bewusst sein, woran Fischer gedacht haben könnte, als er zu Jenninger gesagt hatte, er (Jenninger) sei ein “Arschloch”. Natürlich weiß ich auch nicht, was Joschka Fischer letztlich zu diesem Kraftausdruck tatsächlich veranlasst hat. Aber möglicherweise hat es etwas mit Jenningers Achtung vor der “Freiheit der Kunst (Artikel 5 Absatz 3 GG)” zu tun. Denn in der Wikipedia steht zu Jenninger und seinen Aktivitäten in der Parlamentarischen Gesellschaft:
1976 sorgte eine Ausstellung von Arbeiten des Plakatkünstlers Klaus Staeck in der Villa Dahm für bundesweite Aufregung, als CDU/CSU-Abgeordnete unter Führung von Philipp Jenninger einige dieser Plakate von den Wänden rissen. Dieser Eklat, in den Medien auch Bonner Bildersturm genannt, galt den Befürwortern der Ausstellung um Holger Börner(SPD) als ‘Angriff auf die Freiheit der Kunst’. Quelle: Wikipedia
Und für all jene, die über ein derart rudimentär ausgebildetes Geschichtsbewusstsein verfügen wie es Wolfgang Bosbach besitzt, wenn es um Verfehlungen von “CDUnionisten” geht, ein weiterer Hinweis: Jenninger war jener Bundestagspräsident, der nichts Besseres zu tun hatte, als zum 50. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 am 10. November 1988 bei einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestages eine Rede zu halten, in der er die Nazischreckensherrschaft als ein “Faszinosum” bezeichnete, dessen Strahlkraft sich die Deutschen nicht hätten widersetzen können. Eine erstaunliche Art und Weise der Geschichtsbetrachtung. Legt Jenningers Betrachtung doch den Schluss nahe, dass die in den Konzentrationslagern ermordeten Gegenspieler der Nazis irgendwie gar keine richtigen Deutschen gewesen sein konnten. Ansonsten hätten sie ja ebenfalls dem “Faszinosum” der Nazi-Herrschaft voller Begeisterung und Hingabe erliegen müssen.
So ein Bundestagspräsident ist untragbar Herr Bosbach
Worüber sich der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus Bergisch Gladbach und mit ihm das bürgerliche Lager aufregt, ist im Vergleich zu dem Verhalten des Philipp Jenninger eine Lapalie. Was DIE WELT betrifft: Ich war gestern in dem neuen Robert-Redford-Film “Von Löwen und Lämmern”. Und irgendwie beschleicht mich das ungute Gefühl, dass die von Meryl Streep gespielte und zur Kumpanei mit den Herrschenden neigende Journalistin Janine Roth auch in einer in Deutschland ansässigen Redaktion arbeiten könnte. Ich hoffe nur, dass mich mein Gefühl in diesem Punkt trügt.
Es hat etwas gedauert. Aber jetzt meldet sich einer aus den Reihen der Jura-Professoren, die ich besonders schätze. Rupert Scholz faselt irgendwas von “Verfassungswidrigem Lokomotivführerstreik”. Irgendjemand scheint dem vom Steuerzahler alimentierten älteren Herrn und Ex-Bundesminister eingeflüstert haben, dass im Öffentlichen Dienst niemand mehr streiken dürfe, weil jede dort erbrachte Dienstleistung der “Daseinsvorsoge” diene und schon deshalb kein Raum für einen Arbeitskampf bestehe. Aber damit nicht genug: Scholz zeigt auch, dass er die Sache mit der “Aussperrung” nicht richtig kapiert hat. Im Focus ist zu lesen: Überdies setzt nach Ansicht von Scholz ein Arbeitskampf die so genannte Kampfparität voraus. Die Bahn müsste sich demnach angemessen wehren können. Das sei aber nicht gegeben, da die Bahn das Instrument der Aussperrung faktisch gar nicht anwenden könne. Sie kann ja ihren Betrieb nicht einfach stilllegen, erläuterte der ehemalige Bundesminister.
Damit geht der Rechtsausleger sogar weiter als die 7. Kammer des Arbeitsgerichts Chemnitz in seinem Urteil vom 5. Oktober 2007 ging, als sie den Lokführern den Arbeitskampf verboten hatte. Doch dank besonderer intellektueller Ausstattung kommt Rupert Scholz zu einem wesentlich arbeitnehmerfeindlicheren Befund. Dass die “Aussperrung” zwingend mit einer Betriebssstillegung einherginge, ist nur eine weitere Erfindung seines womöglich senil werdenden Geistes. Denn Scholz hat schon ganz andere nicht weniger abstrus anmutende Dinge behauptet. Anfang des Jahres 2006 erachtete er den Einsatz atomarer Waffen gegen Terroristen für notwendig und meinte, schon deshalb müsse die Bundesrepublik Deutschland zur Atommacht werden. Mein Fazit: Hilf dem alten Mann doch mal einer über die Straße.
Wer die folgenden Zeilen liest, kommt zu folgendem Fazit: Zwischen Angela Merkel und Hemut Kohl passt kein Blatt Papier; jedenfalls was die gemeinsamen Freunde betrifft. Jens Odewald ist so ein Freund. Werner Rügemer schreibt über Odewald Folgendes:
Keineswegs vertraulich ist es, dass Investor Odewald bereits gewaltig am Niedriglohnsektor verdient haben dürfte und dass Odewald etwa gemeinsam mit dem in puncto Arbeitsrecht merkbefreiten DIHK-Präsidenten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Rat und Tat zur Seite steht. Womöglich ein Grund, weshalb die Frankfurter Allgemeine Zeitung beim Thema “Arbeitsrecht” zuweilen so eine bedauernswerte Figur macht.
Wer indes Wahrheitsgemäßes in Sachen Arbeitsrecht lesen möchte, wähle besser den Artikel von Werner Rügemer, in dem es naturgemäß nicht nur um Jens Odewald und dessen Freundschaft mit Kohl und Merkel geht, sondern auch um so was geht:
Seit zehn Jahren kauft und verkauft Odewald & Compagnie in aller Stille florierende mittelständische Unternehmen. Deren Geschäftsführer legen sich um so eifriger ins Zeug, wenn sie - wie bei trans-o-flex geschehen - zu Miteigentümern gemacht werden. Nach wenigen Jahren wird dann das Unternehmen mit möglichst hohem Gewinn weiterverkauft. Über den Kauf- und Verkaufspreis wird Stillschweigen vereinbart. Andere Unternehmen, die Odewald aufgekauft hat, sind etwa die Zeitarbeitsagentur Tuja, die Firmen Süddekor (Holzdekorationen), Dakor (ein Druckerhersteller), Flexible Solutions Group (ein Auto- und Raumfahrtzulieferer), Westfalia Automotive (Fahrzeugteile) und Zehnacker (Facility Management).
Nachzulesen in der Wochenzeitung “Freitag”.
Erfreulich, wenn Yahoo den Familien chinesischer Dissidenten jetzt materielle Hilfe zukommen lässt, weil Yahoo in den Ruch gekommen war, es hätte chinesische Demokratie-Aktivisten an das kommunistische Regime in Peking verraten.
Aber noch interessanter finde ich den letzten Absatz des in der “tageszeitung” veröffentlichten Berichts über den Vorgang, wo es nicht etwa um das Geschäftsgebaren von Yahoo und Google in China geht, sondern um IT-Unternehmen, deren Produkte den Kommunisten erst ihr Unterdrückungs-Regime ermöglichen:
Neben den Portal-Betreibern, die mit der repressiven Regierung zusammenarbeiten, kritisieren Menschenrechtlern auch ausländische Hersteller von Internet-Hardware. So liefern US-IT-Konzerne etwa Filtertechnik an die Kommunisten, über die die Internet-Zensur überhaupt erst gut funktioniert. Quelle: tageszeitung
Der Knüwer vom Handelsblatt kann mir bestimmt erklären, warum das nicht unlauter ist. Gelle, Herr Knüwer?!
Nicht autorisiert habe Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse dieses in der Leipziger Volkszeitung erschienene Zitat mit folgendem Wortlaut:
Und prompt geifert der Unions-Kampfhund im gedeckten Zweireiher Wolfgang Bosbach vor Wut und fordert Thierses Rücktritt vom Amt des Bundestagsvizepräsidenten.
Bei allem Respekt, Herr Bosbach. Aber wenn Sie schon über derart rudimentär ausgebildete Geschichtskenntnisse verfügen wie Sie sie hier zur Schau stellen, sei an dieser Stelle doch auf das verwiesen, was Ihr “politischer Großvater” Konrad Adenauer so machte, wenn er den Umgang mit dem politischen Gegner pflegte:
G. (sic. Günter Grass) wurde erst in den sich immer mehr und neu politisierenden 60er Jahren geboren: mit dem Engagement für die SPD und den von Kanzler Adenauer noch im Wahlkampf 1961 als uneheliches Kind, als Emigranten und geborener Herr Frahm diffamierten Kandidaten Willy Brandt.
Also bitte Herr Bosbach. Immer schön den Ball flach halten und jetzt nicht den moralinsauren Tugendwächter aus dem Bundestag markieren.
Von einem Linksruck der SPD wurde allenthalben gefaselt, schwadroniert und geschwurbelt. Wenn aber die Verlängerung des ALG-I-Bezugs für ältere Erwerbslose bereits einen “Linksruck” darstellt, beweist das eigentlich nur, wie weit die SPD in den vergangenen Jahren nach Rechts gerückt ist. Und der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Wend unterstreicht dies nochmals ganz besonders, wenn er im Focus erklärt, er wolle Hand anlegen am Streikrecht.
Das im Artikel 9 des Grundgesetzes verbriefte Streikrecht sei zwar ein hohes Gut, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Wend, FOCUS Online. Aber je stärker eine Interessenorganisation das Gemeinwohl in Frage stellt, umso größer wird auch der Druck sein, verfassungsrechtliche Veränderungen beim Streikrecht vorzunehmen. Er halte persönlich nichts von einem solchen Schritt. Doch die Debatte darüber werde stärker werden vor allem dann, wenn eine kleine Zahl von Streikenden das Gemeinwohl übermäßig strapaziert.
Quelle: Focus
Bernd Müller vom Blog Deutschland-Debatte hat bereits reagiert und Andrea Nahles ein paar Worte zukommen lassen.
Sollte der rhetorische Wunderknabe Naumann in der Verhandlung morgen eine bessere Figur als neulich beim SPD-Bundesparteitag machen; ich freue mich über sachdienliche Hinweise. Und bei der Lektüre dieser Zeilen, bin ich davon überzeugt, dass sich der Macher der Website Buskeismus diesen Gerichtstermin auf gar keinen Fall entgehen lassen wird:
Doch selbst wenn Naumann wirklich zufällig auf die Liste gekommen sein sollte der damals 29jährige hatte noch ganz andere Verbindungen. Denn just, als seine steile journalistische Karriere 1970 bei der Zeit begann, heiratete er die Tochter des damaligen BND-Chefs (und ehemaligen Nazioffiziers) Gerhard Wessel. Dieser sagte einmal: »Ich halte es für eine legitime und ehrenvolle Mitarbeit auch von Journalisten, wenn sie dem BND Erkenntnisse vermitteln.« Auffällig ist ebenfalls, daß Naumann, als er 1979 die erste Dossier-Redaktion bei der Zeit übernahm, innerhalb eines Jahres gleich drei Dossiers mit Geheimdienstthemen füllte: eine erste zum Ministerium für Staatssicherheit der DDR, eine zweite über den Zugang israelischer Agenten zu in Deutschland inhaftierten Palästinensern, eine dritte dann im März 1980 zu Lauschangriffen. Alle drei waren laut Schmidt-Eenboom mit »Teilinformationen« aus dem BND gespickt.
Quelle: Junge Welt
Wer ebenfalls zur Verhandlung “SPD versus LINKE” beim LG Hamburg gehen möchte, die Verhandlung findet statt am Freitag, dem 16. November 2007, 11 Uhr im Ziviljustizgebäude Sievekingsplatz 1, Sitzungsraum B 335.
“Nicht Kellner, sondern Koch” Auf diese Formel brachte einst Gerhard Schröder das Verhältnis zwischen sich und Vizekanzler Joschka Fischer. Spätestens seit gestern weiß die Republik, dass auch Frau Merkel nicht nur eine prima “Köchin” ist, sondern auch mal selbst anpackt, wenn es gilt, jemanden eiskalt abzuservieren. Das hat nun auch “Kellner” Franz erfahren müssen, der sich gestern von der politischen Show-Bühne verabschiedet hat. Die Süddeutsche Zeitung gibt der Frau Bundeskanzlerin für diese machtpolitische Delikatesse die Bestnote und schreibt:
[ ] der Kanzlerin entgleitet machtpolitisch gar nichts. Merkel weiß, dass sich die CDU nach wie vor in einer Phase der Stärke und die SPD noch immer in der Phase der Schwäche befindet. Sie weiß, dass nicht die Union, sondern die SPD Neuwahlen fürchten muss und dass das noch längere Zeit so sein wird. Sie weiß, dass die SPD deshalb einen Bruch der De-jure-Koalition noch nicht riskieren kann. Also hat sie es sich geleistet, mit der SPD und mit Müntefering zu spielen.
Quelle: Süddeutsche
“Guten Appetit!”, möchte man da rufen. Doch wer sich die arbeits- und sozialpolitischen Vorstellungen von BDA und BDI genauer ansieht und sich daran erinnert, dass die Union und die Schwesterwellen-Truppe die zuverlässigsten parlamentarischen Handlanger der Wirtschaft sind, dem vergeht jeglicher Appetit sofort. Jedenfalls dann, wenn er zu denen gehört, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens ihr Dasein fristen.
Bevor hier irgendjemand auf die Idee kommt, ich würde Müntefering nachtrauern, noch ein Link zu F!XMBR, wo Chris dem Genossen Müntefering einen gepfefferten Nachruf widmet. Nur eines hat Chris bei seinem kritischen Nachruf auf den zurückgetretenen Bundesarbeitsminister vergessen zu erwähnen: Nämlich das unwürdige Verhalten des SPD-Generalsekretärs Franz Müntefering im Jahr 2001, als er unter Missachtung des Freien Mandats (Artikel 38 I 2 GG) Sozialdemokraten scharf anging und unter erheblichen Druck setzte, weil die sich weigerten, dem Mazedonien-Kriegs-Mandat ihren Segen zu geben.
Ludwig Georg Braun bestätigt mal wieder nachdrücklich das, was ich immer schon behauptet habe: Die FDP-Heinies haben mehrheitlich keine Ahnung vom Arbeitsrecht. Braun, der auch auf eine Epsiode als FDP-Kommunalpolitiker zurückblickt, veranstaltet derweil gemeinsam mit der “BILD-Zeitung” die Märchenstunde im Arbeitsrecht. Anlass dazu bietet ihm der Lokführerstreik der GdL.
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sagte der “Bild”-Zeitung, Tausenden Beschäftigten drohe Kurzarbeit, weil der Nachschub für die Produktion fehle. Quelle: SpON
SpON und der Kolportage-Journalismus
Hätten die Jungs von Spiegel-Online nur ein wenig Ahnung vom Arbeitsrecht, würden sie einen solchen Unsinn, wie ihn Bankkaufmann Ludwig Georg Braun via “BILD” in die Welt schleudert, wohl nicht veröffentlichen. Aber weil man beim SPIEGEL offensichtlich “Kolportage-Journalismus” mit “Qualitätsjournalismus” verwechselt, sitzen die SpON-Freaks der Braunschen Falschinformation auch prompt auf.
Arbeitsrecht leicht gemacht
Doch die Rechtslage sieht anders aus als uns der Professor honoris causa und Doktor honoris causa Georg Ludwig Braun weiszumachen versucht. Ein Blick in ein Arbeitsrecht-Skript der Fachhochschule Würzburg belegt dies eindeutig.
Arbeitnehmer Groß erscheint wie jeden Tag im Betrieb des Firma VW, um seine Arbeit als Monteur an der Fahrzeugfabrikationsanlage zu verrichten. Ab dem 18.3.2002 ist er für 3 Tage zum Nichtstun gezwungen, weil der Lkw eines Zulieferbetriebes wegen Zollproblemen am Brenner feststeckt. Die Fahrzeugteile werden erst nach 3 Tagen im Laufe des 4. Tages angeliefert. Als Groß seine nächste Lohnabrechnung erhält, stellt es fest, daß ihm der 3 ½ Arbeitstage nicht vergütet wurden.
1. Muß Groß die ausgefallene Arbeit nachholen? 2. Falls nein, hat er gleichwohl Anspruch auf die Arbeitsvergütung für die Zeit, in der er nicht gearbeitet hat? 3. Was wäre, wenn es der Einkaufsleiter der Fa. VW versäumt hatte, die notwendigen Fahrzeugteile rechtzeitig zu bestellen?
In den beiden ersten Fällen ist L seine Hauptleistungspflicht aus dem Arbeitsvertrag, die Arbeitsleistung, unmöglich geworden. Dies führt dazu, daß L nach § 275 BGB von der Arbeitspflicht frei wird, der Anspruch des G auf die Arbeitsleitung also untergeht. Das rechtliche Schicksal der Gegenleistungspflicht richtet sich nach § 326 BGB, so daß auch G von seiner Leistungspflicht frei wäre, L also keinen Anspruch auf Arbeitsvergütung hätte. Ein solches Ergebnis wurde schon nach bisherigem Recht als unbillig angesehen,selbst wenn den G kein Verschulden an der Unmöglichkeit trifft, da er als der wirtschaftlich stärkere Partner eher zur Risikovorsorge in der Lage ist und er die Erträge aus seinem Unternehmen erzielt. Nunmehr ist in § 615 S. 3 BGB ausdrücklich niedergelegt, daß der AG das Risiko des Arbeitsausfalls zu tragen hat, ihm also das Betriebs- und Lohnrisiko entgegen § 326 BGB auferlegt wird. G muß daher in beiden Fällen trotz der Nichtbeschäftigung des L die Arbeitsvergütung zahlen. Im dritten Fall muß sich VW das Verschulden ihres Einkaufsleiters nach § 278 BGB zurechnen lassen.
ist nachzulesen entweder via Google-Cache oder in der DOC-Datei der FH Würzburg.
Ich weiß nur nicht, wer mir mehr leid tun soll. Die Kommissionen, die Georg Ludwig Braun erst den Doktor- und dann den Professorentitel ehrenhalber verliehen haben, oder die Redaktion beim Spiegel-Online wegen wiederholter erwiesener Unfähigkeit.
Und wenn den lieben Kollegen beim Spiegel-Online das mit dem ganzen Paragrafen-Gedöns zu kompliziert sein sollte. Lest einfach das 37.6-Blog, etwa diesen Beitrag mit der Überschrift: Liegen Arbeitgeber bald Vater Staat auf der Tasche?
Dort verrate ich euch auch, aus welchem anderen Grund die Sache mit dem “Kurzarbeitergeld” der absolute Blödsinn ist.
Können gerade mal 150 streikende Lokomotiv-Führer die deutsche Stahl- und Autobranche zur Anordnung von Kurzarbeit zwingen? Irgendwie sieht es so aus, als ob den Eisenbahnern das gelingen könnte, wozu die IG Metall Tausende von Streikenden braucht. Die Nachrichtenlage jedenfalls offenbart, welche Kraft dem von der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) ausgerufenen Eisenbahnerstreik innewohnt. Und noch etwas offenbart die Nachrichtenlage. Möglicherweise wird sich Deutschlands Unternehmerschaft schon bald an den Subventionstropf hängen und Vater Staat, also uns allen, auf der Tasche liegen. Denn schon macht das Zauberwort “Kurzarbeit” die Runde im Unternehmerlager.
[ ] gebe es aus Ostdeutschland schon die ersten Berichte über Engpässe in der Schrottanlieferung. Vor allem bei der Auslieferung des Stahls an die Kunden werde es kritisch, wenn der Streik einige Tage dauere. Dies könne die Automobilindustrie und den Maschinenbau spürbar treffen. Volkswagen hat seine Beschäftigten in Aushängen bereits über Kurzarbeit als mögliche Streikfolge informiert. “Wir haben allgemein und vorsorglich über das Thema Kurzarbeit informiert, aber wir haben keine Kurzarbeit angemeldet, sagte ein VW-Sprecher. Die deutschen Volkswagen-Werke sind nach Angaben des Unternehmens laufend auf Gütertransporte mit der Bahn angewiesen.
Und weiter berichtet Welt-Online davon, dass es bei BMW und Porsche ebenso knirscht wie im Duisburger Hafen, wo der Lokführerstreik voll reinhaut. Da können die Metall-Gewerkschafter nur staunen. Zwar hatte die IG Metall in den 1980er Jahren die “Just-in-Time-Produktionsabläufe” für ihre Streiktaktik fruchtbar gemacht. Doch hatte die IG Metall die Rechnung ohne die Regierung, bestehend aus CDU/CSU und FDP, gemacht. Das Ganze ist nachzulesen in den Geschichtsbüchern unter “Kalte Aussperrung und § 116 AFG”.
Die im Arbeitgeberlager so heiß begehrte “Kalte Aussperrung” ist dieses Mal unmöglich. Und auf der IG Metall-Homepage heißt es:
1985 hat die damalige Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP das Streikrecht empfindlich eingeschränkt: Kalt ausgesperrte erhalten demnach kein Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt mehr. Die IG Metall fordert, das Streikrecht wieder in vollem Umfang herzustellen.
Beim Lokführerstreik indes läuft der nunmehr § 146 SGB III heißende § 116 AFG ins Leere. Doch wirklich bedauern werden die Unternehmer in diesem Lande genau diesen Umstand nicht. Schließlich und danach sieht es ganz stark aus werden die deutschen Arbeitgeber das ihnen zukommende Beschäftigungsrisiko auf die Arbeitsagentur abwälzen, indem sie zum “arbeitsmarktpolitischen Instrument” namens “Kurzarbeitergeld” greifen. Die Zeche zahlt dann die Bundesagentur für Arbeit. Was wiederum zur Folge hätte, dass deren Beitragsüberschuss dahinschmilzt. Bleibt nur zu hoffen, dass irgendjemand den Rechtsweg beschreitet, um eines klären zu lassen: Können Unternehmen wie Volkswagen, BMW oder ThyssenKrupp auch dann das “Kurzarbeitergeld” nach § 146 SGB III in Anspruch nehmen, weil sie wegen streikbedingten Mangels an Betriebsmitteln ihre Angestellten nicht beschäftigen können? Das “Kurzarbeitergeld” dient nach dem Willen des Gesetzgebers lediglich zur Überbrückung konjunktureller Flauten. Hier geht es aber nicht um eine konjunkturelle Flaute, sondern um die Folgen eines interessant zu beobachtenden Tarifkonflikts zwischen der Deutschen Bahn AG und der Gewerkschaft der Lokomotivführer.
Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer ist verstorben. Amerikas Präsident George W. Bush wird das nicht weiter bedauern. Schließlich mochten sich die beiden nicht besonders.
Nach einer umfangreichen Sammlung seiner bisherigen Arbeiten unter dem Titel “The Time of our Time” (1998) [ ] festigte Mailer 2003 mit dem Buch “Why are we at War?” über “Amerikas Kreuzzug” seinen Ruf als engagierter linker Schriftsteller. Die Auswirkungen des 11. September 2001 und des von US-Präsident George W. Bush geführten Kampfes gegen den Terror analysierte er mit einer Mischung aus Ironie und Pathos. Auch in zahlreichen Interviews und Stellungnahmen mischte er sich immer wieder ins politische Geschehen ein, kritisierte die “Arroganz des Westens” und sprach sich gegen den von den USA 2003 gestarteten Irak-Krieg aus.
Quelle: Süddeutsche Zeitung Aber Vorsicht: Der Süddeutschen ist da wohl ein kleiner Fehler unterlaufen! Denn das Buch heißt richtig Heiliger Krieg: Amerikas Kreuzzug und bei Amazon heißt es dazu:
“Es sterben immer die falschen”, heißt es und irgendwie ist da was dran. Oder?!
Noch als Angela Merkel nur CDU-Chefin war, musste ich unweigerlich an die “Arschkriecherballade” denken, als sie von George W. Bush empfangen worden war. War Schröder von Anfang an gegen den Irak-Krieg der USA, vertrat Angela Merkel da einen ganz anderen Kurs. Und ich trällerte jedesmal, wenn ich an Frau Merkel dachte, die “Arschkriecherballade”. Jetzt geht das schon wieder los mit der Frau aus der Uckermarck, die nicht nur Chefin der CDU, sondern auch noch Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland ist, und dem trockenen Alkoholiker aus dem Oval Office in Washington D.C. Das Handelsblatt schreibt:
Was ihrem Vorgänger nie vergönnt war, hat Bundeskanzlerin Merkel ausgekostet: Einen Besuch auf US-Präsident Bushs privater Ranch in Texas. Quelle: Handelsblatt
Die Kanzlerin kostet also jeden Moment mit George W. Bush aus. Und ich trällere mal wieder vor mich hin:
»Ich hab die Menschen jetzt, wie sie wirklich sind, gesehn, und ich krieche auch nie wieder, davon wird man gar nicht schön. Ich will wissen, alter Mann, was ist mit den Leuten los, wenn sie schon nicht hübscher werden, warum kriechen sie denn bloß?« »Schwer zu sagen«, sprach der Mann, »manch einer kriecht ja auch nicht gern und meint, er muß es tun, um die Familie zu ernähr´n. Dem andern macht es Spaß, er schafft sich Frau und Kinder an als Vorwand nur damit er besser arschkriechen kann.«
Deutschlands Patrioten drehen jetzt völlig durch. An die Seite des Mannes, der eigentlich aussieht wie der männliche Klon seiner Chefin nur mit Brille gesellt sich auch gleich der designierte bayerische Umweltminister Markus Söder. Nur schön, dass die Nationalelf gestern gegen Wales gewonnen hat. Da können Pofalla und Söder heute das Fähnchen schwenken. Frage an den Pantoffelpunk und den Spiegelfechter: Wie wäre es mal mit einem Burka-Söder und einem Turban-Pofalla? Frei nach dem Motto: Nasrallah, Hizbolla, Pofalla.
Ein Urteil des Arbeitsgerichts Bielefeld belegt wieder einmal, dass ein Informationsdefizit des Betriebsrats und mangelnde Kommunikation mit der Belegschaft die Zutaten sind, aus denen Arbeitgeber unbeschwert Profit schlagen können. Und sei es in Gestalt einer “betriebsbedingten Kündigung”, die der richterlichen Prüfung nur deshalb standhält, weil der Betriebsrat wenngleich in rechtlich irrelevanter Weise unzutreffend informiert worden war. So hatte im konkreten Fall der Arbeitgeber dem Betriebsrat im Anhörungsverfahren zur Kündigung des betroffenen Arbeitnehmers mitgeteilt, dass dieser kein Kind habe, dem er Unterhalt zu leisten habe. Tatsächlich aber leistete der von der Kündigung betroffene Beschäftigte Unterhalt an seine Tochter, die nur deshalb nicht auf der Lohnsteuerkarte genannt worden war, weil volljährige Unterhaltsberechtigte dort nicht ausgewiesen werden. Dem Arbeitnehmer wurde dies zum Verhängnis.
Eine betriebsbedingte Kündigung ist darüber hinaus dann sozial ungerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl der zu kündigenden Arbeitnehmer die sozialen Belange nicht ausreichend berücksichtigt hat. Die Darlegungs- und Beweislast für einen Verstoß gegen eine ordnungsgemäße Sozialauswahl trägt der Arbeitnehmer, § 1 Abs. 3 S. 3 KSchG.
Und zu erinnern ist daran, dass der Betriebrat gemäß § 102 Absatz 3 Nr. 1 BetrVG der Kündigung sogar widersprechen kann, “wenn der Arbeitgeber bei der Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers soziale Gesichtspunkte nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt hat.”
Zu einem Widerspruch des Betriebsrats kam es als Folge des Informationsdefizits des Betriebsrats aber erst gar nicht, was wiederum dem Arbeitsgericht Bielefeld die Arbeit äußerst leicht machte. Im Urteil vom 24.07.2007 heißt es:
Der Betriebsrat ist nämlich ordnungsgemäß angehört worden, wenn der Arbeitgeber den Betriebsrat sich aus seiner Sicht tragenden Küdigungsgründe mitgeteilt hat (vgl. ständige Rechtsprechung des BAG, Urt. vom 24.06.2004, 2 AZR 461/03, AP Nr. 22 zu § 620 BGB Kündigungserklärung m. w. N.). Eine aus Sicht des Arbeitgebers bewusst unrichtige oder unvollständige und damit irreführende Darstellung stellt dagegen keine ordnungsgemäße Anhörung dar (vgl. BAG, Urt. v. 06.10.2005, 2 AZR 316/04, AP Nr. 150 zu § 102 BetrVG 1972). Der Arbeitgeber ist im Rahmen der Betriebsratsanhörung jedoch nicht verpflichtet, die Richtigkeit dokumentierter Daten zu überprüfen (vgl. BAG, Urt. v. 24.11.2005, 2 AZR 514/04, AP Nr. 43 zu § 1 KSchG 1969 Krankheit). Er kann deshalb mangels anderweitiger Kenntnisse auch von den Eintragungen in der Lohnsteuerkarte ausgehen, hat dies aber dann gegenüber dem Betriebsrat zu kennzeichnen (vgl. BAG, Urt. v. 06.07.2006, 2 AZR 520/05). Gemessen an diesen Grundsätzen ist es nicht zu beanstanden, dass die Beklagte dem Betriebsrat mitgeteilte hat, dass der Kläger laut Steuerkarte keinem Kind gegenüber unterhaltsverpflichtet ist. Dass die Beklagte dem Betriebsrat bewusst in Kenntnis der Tatsache, dass der Kläger zumindest einer Tochter noch gegenüber unterhaltsverpflichtet ist, eine falsche Auskunft erteilt hat, ist weder vom Kläger substantiiert behauptet worden noch sonst für die Kammer ersichtlich.
Der Betriebsrat ist nämlich ordnungsgemäß angehört worden, wenn der Arbeitgeber den Betriebsrat sich aus seiner Sicht tragenden Küdigungsgründe mitgeteilt hat (vgl. ständige Rechtsprechung des BAG, Urt. vom 24.06.2004, 2 AZR 461/03, AP Nr. 22 zu § 620 BGB Kündigungserklärung m. w. N.). Eine aus Sicht des Arbeitgebers bewusst unrichtige oder unvollständige und damit irreführende Darstellung stellt dagegen keine ordnungsgemäße Anhörung dar (vgl. BAG, Urt. v. 06.10.2005, 2 AZR 316/04, AP Nr. 150 zu § 102 BetrVG 1972). Der Arbeitgeber ist im Rahmen der Betriebsratsanhörung jedoch nicht verpflichtet, die Richtigkeit dokumentierter Daten zu überprüfen (vgl. BAG, Urt. v. 24.11.2005, 2 AZR 514/04, AP Nr. 43 zu § 1 KSchG 1969 Krankheit). Er kann deshalb mangels anderweitiger Kenntnisse auch von den Eintragungen in der Lohnsteuerkarte ausgehen, hat dies aber dann gegenüber dem Betriebsrat zu kennzeichnen (vgl. BAG, Urt. v. 06.07.2006, 2 AZR 520/05).
Gemessen an diesen Grundsätzen ist es nicht zu beanstanden, dass die Beklagte dem Betriebsrat mitgeteilte hat, dass der Kläger laut Steuerkarte keinem Kind gegenüber unterhaltsverpflichtet ist. Dass die Beklagte dem Betriebsrat bewusst in Kenntnis der Tatsache, dass der Kläger zumindest einer Tochter noch gegenüber unterhaltsverpflichtet ist, eine falsche Auskunft erteilt hat, ist weder vom Kläger substantiiert behauptet worden noch sonst für die Kammer ersichtlich.
Es darf darüber spekuliert werden, wie der Kündigungsschutzprozess des unterhaltspflichtigen Vaters ausgegangen wäre, hätte der Betriebsrat dessen tatsächliche Situation gekannt. Zumindest hätte der Betriebsrat der Kündigung unter Bezugnahme auf die bestehende Unterhaltspflicht widersprechen können. Derartige Widersprüche lassen die Arbeitgeberseite und deren Personalabteilung selten unbeeindruckt.
Doch abgesehen davon ist das Bielefelder Urteil noch aus ein paar anderen Gründen lesenswert. So ist dem Urteil zur Betriebsbedingtheit der Kündigung zu entnehmen:
Schließlich ist der Wegfall von elf Maschinenführerstellen auch nicht durch den Vortrag des Klägers entkräftet, dass die Beklagte (sic. die Arbeitgeberin) in seiner Freistellungsphase (Anmerkung von mir: Gemeint ist die Freistellungsphase des Gekündigten) Freigänger der JVA B3x-B4x beschäftigt hat.
Dem Wegfall der elf Maschinenführerstellen steht auch nicht entgegen, dass zum Zeitpunkt der Kündigungsmaßnahme im Betrieb der Beklagten Kurzarbeit geleistet wurde.
Zur Erinnerung: “Kurzarbeit” ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument des SGB III mit dem Ziel, “betriebsbedingte Kündigungen” zu verhindern. Mit anderen Worten: Es fließen staatliche Unterstützungsleistungen an ein Unternehmen, das “Kurzarbeit” fährt.
Die Bildung der Altersgruppen verstößt entgegen der Auffassung des Klägers auch nicht gegen das Diskriminierungsverbot nach § 7 Abs. 1 AGG und führt damit auch nicht zur Unwirksamkeit der Kündigung gemäß § 7 Abs. 2 AGG.
Alles in allem ist das vom 24.07.2007 stammende Urteil des Bielefelder Arbeitsgerichts (Az. 6 Ca 2886/06) Pflichtlektüre für jeden Betriebsrat, der Kündigungen gewissenhaft auf deren Rechtmäßigkeit überprüfen will.
Ist der “Sex-Professor” aus Hannover noch in U-Haft oder hat ihn seine Strafverteidigerin schon wieder rausgeholt? Gefallen würde es ihm auf alle Fälle. Vielleicht macht ihm seine Rechtsanwältin ja eine Sicherungskopie des Musik-Clips. Wie das geht, ist hier zu erfahren.
Also im Haus der Wirtschaft in Berlin lässt sich prima essen. Und damit das auch weiterhin so bleibt, setzt der BDI auf einen, der sich wie kaum ein anderer in den Weiten dieser Republik mit “Gammelfleisch” auskennt. AFP schreibt:
Der wegen des neuen Gammelfleisch-Skandals in der Kritik stehende bayerische Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) wechselt nach übereinstimmenden Medienberichten in die Wirtschaft. Schnappauf werde neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Industrie (BDI), meldete die “Süddeutsche Zeitung” am Dienstag vorab aus ihrer Mittwochsausgabe.
So, so in der Kritik steht er also, der Herr Minister?! Mit anderen Worten: Sein Image ist schwer angeschlagen. Nur gut, wenn das den BDI unbeeindruckt lässt. Die Deutsche Industrie wird schon wissen, was sie tut, wenn sie eine Gallionsfigur des deutschen Verbraucherschutzes wie Schnappauf in ihre Reihen holt. Wo doch alle ungeniert von Gammelfleisch oder anderen Defiziten im Lebensmittelsektor kräftig an der Preisschraube für Lebensmittel drehen. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Wirtschaft auch noch Verwendung findet für den für den Nestlé-Konzern schwärmenden “Rubel-Blogger”, besser bekannt als Thomas Knüwer von der Handelsblatt-Onlineredaktion. Immerhin zeigt Knüwer vollstes Verständnis für die Preispolitik der Lebensmittelindustrie, zu deren “Big Playern” schließlich auch Nestlé gehört.
Knüwer schreibt:
Aber egal, der Deutsche denkt nicht mit, geht es um Wirtschaft. Ich glaube, in keinem anderen Land würden sich bei Straßenumfragen so viele Dumme finden, denen sich ein “Ich verstehe nicht, warum Lebensmittel teurer werden, das ist doch eine Unverschämtheit” entlocken lässt. Der Deutsche ist wirtschaftsungebildet, traurig, aber wahr.
Wie heißt es doch auf so einem Plakat so schön? “Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.”
Am 22. September ist Demo gegen den staatlichen Überwachungswahn der Bundesrepublik Deutschland. Erst heute hat sich die Bundeskanzlerin für eine schnelle gesetzliche Regelung der “Online-Durchsuchung” ausgesprochen. Das gesellschaftliche Bewusstsein für den bedrohten Datenschutz indes lässt weiterhin zu wünschen übrig. Dabei gibt es tatsächlich Menschen, die bereits unmittelbar betroffen sind und deren Erfahrungen erkennen lassen, wohin “Die Reise des Wolfgang Schäuble” führen kann. Duckmäusertum und Biedermeiergesellschaft, aber auf gar keinen Fall eine von Meinungsvielfalt geprägte Streitkultur könnten bald schon Wirklichkeit werden. Das absolute Gegenteil einer “Offenen Gesellschaft”, deren Verteidigung Schäuble, Merkel und andere so gerne und gebetsmühlenartig betonen. Lesen wir einfach, was Martin Schmitt in seinem nunmehr verwaisten Blog dazu zu sagen hat:
Als es mit dem Internet für jedermann vor starken 10 Jahren so richtig losging, sprachen alle davon, daß diese freie Kommunikation den diversen Regimes dieser Welt das fürchten lehren würde. Wer hätte gedacht, daß sich da eines Tages die Bundesrepublik Deutschland mit einreihen und die weltumspannende Echtzeit-Kommunikation, die das Internet bietet, nicht als riesigen Pool voller Chancen sehen, sondern als einzige Bedrohung empfinden würde? Wer es für “Höhö” hält, Schäuble, Bin Laden und Mohammed in einem Satz zu erwähnen (oder Screenshots böser Hackertools zu posten), darf sich in diesem Zusammenhang gern mal fragen, wie sehr denn die Wahrnehmung, die er selbst von der Bundesrepublik Deutschland hat, mittlerweile verkommen ist. Zur Zeit prüfe ich, inwieweit ich mich durch Anonymität und Offshore-Hosting diesem Wahnsinn entziehen kann. Ob dabei was rauskommt, wird sich noch zeigen.
Wohlgemerkt. Das schreibt jemand, der nicht etwa unter Terror- oder einem anderen Verdacht steht, sondern jemand, der als Systemberater seine und die Brötchen seiner Familie verdient. Und weil er kein Jurist ist und die Hilfe dieser Berufsgruppe auch künftig nicht in Anspruch nehmen möchte, schließt er nun sein BinBlog aus Furcht vor staatlicher Repression.
Konkret geht es um Paragraf 202c des Strafgesetzbuchs. Das Blog “trueten.de” hat derweil mal recherchiert, was hinter § 202c StGB steckt, welche Diskussionen hierüber geführt werden. Meine Prognose lautet: Die Zahl der im Exil geführten deutsch-sprachigen Blogs wird wachsen, wenn die Frau Bundeskanzlerin und ihr Innenminister ihre Begehrlichkeiten in geltendes Recht umsetzen. Für im Ausland geführte Weblogs indes dürfte dann aber statt des Bundeskrimininalamts (wir erinnern uns an die G-8-Razzien und verweigerten Journalisten-Akkreditierungen für “Schein”-Heiligendamm!) der Bundesnachrichtendienst zuständig sein. Über dessen Befugnisse hört man indes allerdings ganz, ganz wenig. So wenig, dass kaum jemand über den BND spricht. Zufall?
Verhandlungstermin am 11. Oktober um 11.45 Uhr beim Arbeitsgericht Stuttgart. Nein, nicht ich habe den Termin, sondern Klaus Meier. Er ist Betriebsratsmitglied bei Schuler-Cartec und hat laut diesem Bericht etwas getan, was dem Unternehmen sehr zu missfallen scheint. Betriebsratsmitglied Meier muss wohl auf die verwegene Idee gekommen sein, nach Rechtsprechung und Literaturmeinungen zum Arbeitsrecht gesucht zu haben. Und das auch noch während seiner Arbeitszeit und Tätigkeit als Mitglied des Betriebsrats. So viel selbstständiges Arbeiten gehört bestraft, wird sich das Management bei Schuler-Cartex gedacht haben und prompt erhielt Betriebsratsmitglied Klaus Meier eine Abmahnung. Das ist das, womit man als Arbeitgeber eine verhaltensbedingte Kündigung vorbereitet. Nun war bereits Gütetermin beim Arbeitsgericht und Schuler-Cartec scheint auch bereit, die Abmahnung zurückzunehmen. Aber nur dann, wenn Klaus Meier folgende Zusicherung abgibt:
“Der Kläger erklärt, künftig bei Abklärung von betriebsverfassungsrechtlichen Fragen, die ihn unmittelbar auch als Arbeitnehmer betreffen, Recherchen bezüglich Kommentaren oder Rechtssprechung für die rechtlichen Probleme nicht mehr als Betriebsratstätigkeit, sondern ausschließlich im privaten Bereich, damit außerhalb der Arbeitszeit durchzuführen.”
Für Außenstehende, die mit dem Betriebsverfassungsgesetz nicht allzu viel zu tun haben, mag dieser Passus sich harmlos anhören. Aber die überraschten Gesichter möchte ich sehen, wenn eine Betriebsänderung (§ 111 BetrVG) ansteht und ein Betriebsrat ins Nichtstun verfällt mit der Begründung: “Na, was sollen wir denn großartig machen? Gerichtsentscheidungen, Fachzeitschriftenaufsätze und Kommentarliteratur zu den Paragraphen 111 bis 113 Betriebsverfassungsgesetz zu suchen, geschweige denn zu lesen das hat uns der Arbeitgeber verboten.” Nur gut, dass diese Mitteilung von Schuler-Cartec ausgerechnet auf den “1. April” datiert. Schließlich geht es darin um genau den Fragenkreis rund um “Betriebsänderung” und “Auslagerung”, besser bekannt unter dem Begriff “Outsourcing”.
Schon wieder ein Gerichtstermin. Heute beim Landesarbeitsgericht, wo es um die Zustimmungsersetzung zur fristlosen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds geht. Und hier die abstrus anmutende Begründung des Arbeitgebers:
Liebe Freunde und Unterstützer, am Donnerstag, den 06. September 2007 um 09:30 Uhr wird die Kündigung des Verdi - Betriebsrats Gerhard Schönfeld vor dem Landesarbeitgericht verhandelt. Um eine solidarische Unterstützung durch eine Teilnahme an der Verhandlung wird durch den Solidaritätskreis gebeten. Es handelt sich bei Kündigung von Gerhard um einen weiteren Versuch einer Maßregelung für die legitime Entwicklung einer gewerkschaftlichen Arbeit im Betrieb. Derartigen Bestrebungen der Arbeitgeber muß unsere Solidarität entgegengehalten werden.
Liebe Freunde und Unterstützer,
am Donnerstag, den 06. September 2007 um 09:30 Uhr wird die Kündigung des Verdi - Betriebsrats Gerhard Schönfeld vor dem Landesarbeitgericht verhandelt. Um eine solidarische Unterstützung durch eine Teilnahme an der Verhandlung wird durch den Solidaritätskreis gebeten. Es handelt sich bei Kündigung von Gerhard um einen weiteren Versuch einer Maßregelung für die legitime Entwicklung einer gewerkschaftlichen Arbeit im Betrieb. Derartigen Bestrebungen der Arbeitgeber muß unsere Solidarität entgegengehalten werden.
Gefunden beim Mobbinggegner, der auch noch einen äußerst lesenswerten Beitrag aus der Frankfurter Rundschau zitiert, worin es unter anderem heißt:
“Am Anfang haben wir lange nichts bemerkt”, berichtet die frühere Betriebsrätin aus einem süddeutschen Telekommunikationsunternehmen. Erst nach mehreren Jahren stellte sich heraus, dass Spezialanwälte im Dienst der Geschäftsführung mit einer langfristigen Zermürbungsstrategie ein gutes Dutzend Betriebsräte aus dem Unternehmen drängen sollten. Sie hatten Erfolg. Am Ende herrschte in der Firma mit mehreren hundert Beschäftigten “überall blanke Angst”, sagt ein anderer Ex-Betriebsrat, der seit damals schwer erkrankt ist.
Solidarität mit Gerhard Schönfeld
Unterstützende E-Mails an Gerhard Schönfeld, Betriebsratsmitglied bei Koch, Neff & Oetinger Verlagsauslieferung (KNO-VA), bitte an jadeturtle(ett),gmx.de (E-Mail-Adresse gefunden bei Martin Trueten.)
In ihrer gestrigen Sendung befasst sich die Kulturzeit bei 3sat mit dem “Bürgerjournalismus” und fragt: “Werden Zeitungen in der Zukunft Journalisten nicht mehr brauchen?” Hierzu verraten die Kulturzeit-Macher uns:
Eine der größten Zeitungen in den USA hat sich umgestellt, auf eine extreme Orientierung zum Internet und extreme Regionalisierung. Geleitet wird zum Beispiel die Seite “CincyMoms” von einer berufstätigen Frau, “nebenher”, für 25 US-Dollar die Woche.
Womit die 3sat-Kulturzeit indes diskret hinterm Berg hält, ist dieses hier:
Die Medienunternehmen befinden sich größtenteils wieder auf Wachstumskurs. Dennoch drehen die Verleger weiter an der Sparschraube und sind sehr erfinderisch, wie sie auf Kosten ihrer Mitarbeiter die Ausgaben senken können. Leiharbeit hat sich dabei zu einer der beliebtesten Formen der Tarifumgehung entwickelt, kritisierte (sic. DJV-Bundesvorsitzender) Konken die Verleger. Einige Verlage haben eigene Leiharbeitsfirmen gegründet, in denen sie die Redakteure ohne Tarifbindung anstellen können. In mehreren Fällen wurden befristet beschäftigte Redakteure vor die Alternative gestellt, die Redaktion zu verlassen oder zu deutlich schlechteren Konditionen als Leiharbeitnehmer zu bleiben. Konken: Weniger Urlaub, weniger Lohn, keine Beiträge zur Altersversorgung das ist meist das harte Brot der Leihredakteure. Quelle: DJV-Pressemitteilung
Rührend mit welch großer Hingabe sich der Beitrag den Verwerfungen im amerikanischen Journalismus zuwendet und vor den Folgen einer Prekarisierung des Journalismus warnt. Nur blöd, dass die 3sat-Kulturzeit nicht eine Silbe verliert über die Hungerlöhne in der hiesigen Medienszene. Aber wie heißt es so schön bei der 3sat-Kulturzeit:
“Lügen wie gedruckt” - diese Weisheit zeigt, dass auch die alte Zeitung mit der Wahrheit ihre Probleme hatte. Doch “Lügen wie gepostet” ist der Trend der Zeit, beim unkontrollierten Bürgerjournalismus.
Moment mal - steht da wirklich: “dass auch die alte Zeitung mit der Wahrheit ihre Probleme hatte”? Ähem. Aber warum nur zeigt uns die 3sat-Kulturzeit an ausgerechnet dieser Stelle im Filmbeitrag das Verlagsgebäude der New York Times? Schon vergessen, dass deren Reporter Jayson Blair zahlreiche Artikel nicht vor Ort recherchiert und zum Teil auch einfach erfunden hatte? Und wer erinnert sich nicht an “diese Spitzenleistung” eines Agentur-Journalisten während des G-8 Treffens in Heiligendamm?
Den Urheber des Kulturzeit-Beitrags vom 5. September 2007 lässt all dies kalt. Der Beitrag bei der 3sat-Kulturzeit endet mit dem Satz:
“Wer solide Recherche sucht, darf froh sein, dass es die Traditionsmedien nocht gibt.”
Hinweis: Wegen der Vorgaben des Zitatrechts kann ich das von mir mit einer Unterstreichung versehene Wort “nocht” nicht eigenmächtig ändern. Ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn ich wüsste überhaupt nicht, ob dieses “nocht” durch ein “noch” oder weitaus schlimmer, aber womöglich passender durch ein “nicht” zu ersetzen wäre.
Detlef Hensche, promovierter Jurist und einst Vorsitzender der Gewerkschaft IG Medien, unterzieht die öffentlich geführte Debatte zum angedrohten Lokomotivführer-Streik einer genaueren Betrachtung. Den Nürnberger Arbeitsrichtern schreibt Hensche ins Stammbuch:
Desgleichen verbietet es sich, das Streikrecht, wie vom Arbeitsgericht Nürnberg entschieden, gleich einem staatlichen Hoheitsakt hinsichtlich der mittelbaren Streikfolgen einer Verhältnismäßigkeitskontrolle zu unterwerfen. Der Streik soll ja gerade Druck ausüben, was zwangsläufig die Betroffenheit Dritter erzeugt; und die ist in einer offenen Gesellschaft hinzunehmen, vollends unter einer Rechtsordnung, die die unumschränkte Hoheit des Kapitals über Investitionen und Desinvestitionen sichert, ohne Rücksicht auf die mitunter desaströsen Dauerfolgen für Beschäftigte, Lieferanten, Gemeinden, ja ganze Regionen.
Und mit Blick auf die durch das Bundesarbeitsgericht erfolgte “Heiligsprechung” der christlichen Gewerkschaften merkt Hensche an:
So viel zur real existierenden Gewerkschaftskonkurrenz, der das Bundesarbeitsgericht jüngst seinen Segen gab, indem es der christlichen Metallarbeitergewerkschaft, die gleichfalls nur durch Dumping-Verträge aufgefallen ist, die Tariffähigkeit zusprach. Nebenbei bemerkt: Die Arbeitsrichter werden uns den Widerspruch zwischen Verbotsverfügungen gegen Streiks der Lokführer und tarifrechtlicher Einsegnung der christlichen Gewerkschaften noch erklären müssen.
Detlef Hensche erscheint Deutschland als ein “Land, das vor lauter Gehorsam die Demokratie verlernt” hat. Wer wollte da widersprechen?
Das Essay in voller Länge auf der Homepage der “Blätter für deutsche und internationale Politik”.
Und wieder mal ein Argument, weshalb der Betriebsrat auf “seinem PC” Programme installieren können sollte. Denn es soll Videos geben, mit denen lässt sich manche Sitzung oder Betriebsversammlung durchaus bereichern. Der Film “Die Billigheimer” gehört ganz sicher zu dieser Sorte Film, die ein Betriebsrat gesehen haben muss. Um einen bei YouTube, MyVideo oder Clipfish gefundenen Videoclip auf der Festplatte gespeichert bekommen, empfehlen sich ein paar Werkzeuge. Nachfolgend sind ein paar aufgeführt.
Schönes Wochenende!
Dass ein Jura-Professor zahlungswilligen Kandidaten zum Doktorhut verholfen haben soll, interessiert vielleicht den Strafverteidiger aus Düsseldorf-Derendorf. Aber unter dem Aspekt der Diskriminierung und sexuellen Belästigung kommt auch das 37.6-Blog um diesen SPON-Bericht nicht umhin, in dem es heißt:
Der Professor soll auch Klausuren und Hausarbeiten zweier Studentinnen wohlwollend benotet und eine der Studentinnen als studentische Hilfskraft an seinem Lehrstuhl beschäftigt haben - nämlich als Gegenleistung für sexuelles Entgegenkommen.
Warum nur muss ich gerade an laue Sommernächte in Düsseldorf-Derendorf denken?
Wenn es ein im Niedriglohnsektor zu verortendes Segment par excellence gibt, dann ist es der Bereich der Postzusteller. Dort gibt es jetzt einen Mindestlohn, was wiederum die Zeitungsverleger und deren Funktionäre erbost und sie von einem “Mindestlohndiktat” quatschen sprechen lässt. Schön, dass BDZV-Präsident Helmut Heinen erwähnt, dass zu den neuen Wettbewerbern im Postmarkt auch viele Zeitungsverlage gehören. Schließlich und das bedarf der ausdrücklichen Erwähnung ist im Mindestlohnblog zu erfahren, dass diese “neuen Mitbewerber” gerade keinem Arbeitgeberverband angehören und folgerichtig auch keinen Tariflohn zu zahlen brauchen. Wirklich erstaunlich, wie geizig die Verleger doch sind. Aber dafür sind sie bei den Zeitungspreisen umso gieriger diese Verleger Aber zumindest erklärt das, warum die Zeitungen so wenig Sympathien für Menschen im Niedriglohnsektor, Hungerlöhner und Hartz-IV-Empfänger haben. Schließlich hat sich ja schon heute so manches Verlagsunternehmen als wahrer Lohndrücker erwiesen. Zur Erinnerung ein paar hier vor einiger Zeit bereits veröffentlichte Zeilen:
Würde sich der BDZV doch nur so vehement für die Pressefreiheit einsetzen wie er es für die unternehmerischen Sonderinteressen seiner Mitglieder tut. Was?! Das beiße sich? Ja sicher! Erinnert sich denn niemand an die Redakteurin, die deshalb entlassen worden war, weil sie kritisch über ein Billiglohn-Unternehmen namens LIDL berichtet hatte? Von den vom G-8-Treffen durch das BKA ausgeschlossenen Journalistinnen und Journalisten und das beredte Schweigen des BDZV dazu gar nicht zu reden. Ach komm´, geh mir doch weg mit diesen Arbeitgeberverbänden.
Hatte die Siemens AG die beim Arbeitsgericht München verhandelten und vergleichbaren zwölf Prozesse zuvor gewonnen, folgte das Arbeitsgericht Wesel den Argumenten der Siemens-Juristen nicht. Bei heise.de heißt es: “Siemens muss ehemaligen BenQ-Betriebsrat wieder einstellen” Da half auch ein Vergleichsangebot in Höhe von 62.500 Euro nicht weiter. Denn dem früheren BenQ-Betriebsrat und langjährigen Siemens-Mitarbeiter Michael Gerber ist ein fester Job bei der Siemens AG wichtiger. Ich freue mich für die Siemens AG, dass ihr ein so engagierter und motivierter Mitarbeiter die Treue hält. Weitere Infos im Siemens-Dialog.
Metro AG weitet mit neu gegründeter real-Vertriebsgesellschaft den Niedriglohnsektor aus.
In dem neuen Lübecker real-Markt soll die Arbeitszeit im Vergleich zum Einzelhandelstarif um mehr als drei Stunden auf 41 Stunden pro Woche aufgestockt werden, während sich die Stundenlöhne auf weniger als neun Euro belaufen sollen. Zuschläge für Spätöffnung, Sonntags- und Nachtarbeit sollen dort ebenfalls nicht gezahlt werden. Möglich wird dies, weil dazu eine real-Vertriebsgesellschaft gegründet wurde, die nicht tarifgebunden ist.
Weitere Informationen gibt ver.di.
Jürgen Peters, Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall, schreibt zur Aktion “No NPD - für ein NPD-Verbot”:
Quelle: NPD-Verbot-jetzt.de
Den Aufruf mitsamt der Namen der ErstunterzeichnerInnen gibt es hier zu lesen. Eine Bitte an all meine Leserinnen und Leser: Macht mit und Euch stark für ein NPD-Verbot. Unterschreibt für das Verbot der NPD.
Weil der “Ex-Finanzbeamte” und Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, keine Politik machen mag, kommt nicht mehr raus als das hier:
Ich bin nicht gegen Online-Durchsuchungen, aber ich will wissen, welche rechtsstaatlichen Voraussetzungen erforderlich sind, sagte Struck in seinem Wahlkreis Celle. Quelle: Wirtschaftswoche
Wofür bekommt der “Genosse” Struck eigentlich seine Abgeordneten-Diäten nebst besonderer Aufwandsentschädigung als Fraktionsvorsitzender, wenn er statt Politik zu machen, lieber das Bundesverfassungsgericht entscheiden lässt? Ob nun der schwäbelnde Rollstuhlfahrer oder der mit dem Moped cruisende Pfeifenraucher aus der norddeutschen Tiefebene, solche “Politikgestalter” sind Erfolgsgaranten für wachsenden Politikverdruss. Am 22. September ist Demo in Berlin. Die Jusos machen auch mit. Muahaha.
Dass die Nutzer im Mittelpunkt dessen stehen, was unter dem Begriff “Web 2.0″ firmiert, ist nur eine Feststellung, die Mark Buzinkay in seinem Ratgeber “Web 2.0 für KMUs” trifft.
Dem ist hinzuzufügen, dass “Web 2.0″ nicht nur etwas ist für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) ist, sondern auch Betriebsräten sowie Jugend- und Auszbildendenvertretungen völlig neue Chancen bietet. Welche das sind, habe ich in der Zeitschrift “Computer und Arbeit” am Beispiel der Blogs beschrieben.
erinnert das ostdeutsche Satiremagazin “Eulenspiegel” an das Schaffen von Heinz Eggert, der als CDU-Minister im Freistaat Sachsen einst für die innere Sicherheit zuständig war.
Jetzt sitzt Eggert im Untersuchungssausschuss, um für brutalst-mögliche Aufklärung über das Sodom-und-Gomorrha in Leipzig zu sorgen. Im Leserblog der Eule hat sich bereits ein Christian F. vom Bahnhof Zoo gemeldet, um “seinen Heinzi” in den höchsten Tönen zu loben:
Ihm aber zu unterstellen, dass er mit Knaben Körpersäfte austausche, ist eine bösartige Unterstellung, denn ich bin immerhin über sechzehn und hatte schon oft das Vergnügen, dem Onkel Heinzi für ein kleines Handgeld auf dem Schoß zu sitzen. Nein, werte Eulen, der Heinz ist schon okay und lässt uns Stricher leben. Und wenn er anfängt zu stammeln und zu zwinkern, dann ist das nur der Beweis, dass er sich voll und ganz hingibt - und das unterscheidet den sympathischen Gottesmann von den frigiden West-Schwestern wie Wowi und Guido, die sich mit Blümchen-Sex begnügen und nur unter ihresgleichen verkehren.
Tja, das ist Satire. Und die darf bekanntlich eine ganze Menge. Insbesondere wenn so etwas in der Öffentlichkeit kursiert:
Akten-Affäre: Strafanzeige gegen U-Ausschuss-Chef Von Stefan Locke
DRESDEN - Eskalation im Untersuchungsausschuss zur Akten-Affäre: Ex-Innenminister Heinz Eggert (CDU) stellte gestern Strafanzeige gegen Ausschuss-Chef Klaus Bartl (Linke) und holt so einen Fall ans Licht, der längst vergessen schien. Seit Tagen beharken sich beide Politiker gegenseitig. Jetzt stellte Eggert gegen Bartl gleich dreifach Strafanzeige: wegen Übler Nachrede, Verleumdung sowie Übler Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens. Grund ist die Abneigung der CDU gegen Bartl als Ausschuss-Chef. Die Union und Eggert werfen ihm vor, als Ex-Anwalt möglicher Zeugen in der Affäre befangen zu sein. Bartl warf daraufhin Eggert selbst Befangenheit vor und drohte, ihn belastendes Material zu veröffentlichen. Dabei geht es um einen Kinderschänderprozess Ende der 90er Jahre, in dem eine Staatsanwältin gegen Eggert dringend ein Ermittlungsverfahren wegen mehr als nur vorhandenen Anfangsverdachts des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verlangte. Das aber soll der damalige Justizminister Steffen Heitmann (CDU) verhindert haben. Eggert erklärte, dass es nie einen Anfangsverdacht und deshalb auch kein Ermittlungsverfahren gegen ihn gegen habe. Erschreckend ist, dass Bartl versucht, mich in einer politischen Auseinandersetzung als Kinderschänder zu denunzieren. Das erinnert mich fatal an die Zersetzungs- und Verleumdungsstrategie der Stasi, so Eggert. Bartl reagierte gelassen. Ich vertraue der Staatsanwaltschaft, die Wahrheit herauszufinden. Die CDU aber lässt nicht locker. Zwar verzichtete sie gestern in der ersten Sitzung des Untersuchungsausschusses auf eine Debatte um Bartl, verlangte aber von ihm schriftlich Auskunft über seine Rolle in der Affäre. Überraschend schnell einigten sich Koalition und Opposition dann, die Herausgabe der Geheimdienstakten zu beantragen. Das ist eine äußerst sensible Angelegenheit, sagte SPD- Obmann Karl Nolle. So eine hohe Geheimhaltungsstufe hatten wir hier noch nie. zitiert aus: DIE LINKE - Sachsen-Info
s satirisch ist dieser Vorschlag, wo es heißt:
Mein Parteibuch möchte vorschlagen, dass alle zukünftigen Sitzungen des OK-Auschusses, beginnend mit der nächsten Sitzung am 30. August, öffentlich sein sollen und Live im Fernsehen übertragen werden.
Ich gebe ab an das Blog “Mein-Parteibuch”.
Das Gros der auf Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht spezialisierten Rechtsanwälte begeistert sich für den Neoliberalismus. Na, wenn sich am Auslagern vulgo: Outsourcen von Betriebsteilen oder Abteilungen eines Unternehmens auch prima was verdienen lässt? Wie schreibt doch RA Dr. Oliver Gießler so klar und deutlich in seinem Blog?
Gestern wurde ich als Anwalt gefragt, wie ich denn die Idee beurteilen würde, die IT-Security eines Unternehmens zu outsourcen. Dies ist natürlich - wie EDV allgemein - möglich, nur sollte man diesen Prozeß gut planen und strukturieren [ ] Diese Punkte kamen mir als Anwalt für Recht und IT-Security bei der Frage spontan in den Kopf. Solche Verträge weisen allerdings eine erhebliche Komplexität auf, welche eine frühzeitige Einbeziehung des Rechtsanwaltes z.B. zum Erkennen juristischer Fußangeln sehr sinnvoll machen.
Tja, für Kanzleien mit einem solchen Profil ist nicht “AdvoCard”, sondern “Outsourcing” Anwalts Liebling. Aber auch Betriebsräte finden Rechtsrat zum Thema “Outsourcing”. Etwa hier. Wenngleich bei der Kanzlei Schneider-Schwegler noch Optimierungsbedarf hinsichtlich der Frame-Struktur ihres Web-Auftritts bestehen dürfte.
Wo gehobelt wird, fallen Späne. Betriebspolitische Diskurse in Dienststellen und Betrieben sind hiervon nicht ausgenommen. Das erkennt auch das Landesarbeitsgericht Hessen in seinem Beschluss 9 TaBV 190/03 vom 15.07.2004, wo das Gericht schreibt:
In der Betriebsöffentlichkeit können auch negative Urteile über die Gegenseite zum Ausdruck gebracht und im Interesse von Betrieb und Belegschaft zur Diskussion gestellt werden .
Diese LAG-Entscheidung gibt aber auch Aufschluss über mindestens zwei weitere Dinge:
Die folgende Passage aus dem LAG-Beschluss des Jahres 2004 erklärt auch, weshalb so viel über Blogs von CEOs zu hören ist, aber so wenig über Blogs von Betriebsräten. Denn das LAG Hessen betont unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts:
Das Internet dient dem Betriebsrat als Informationsquelle und nicht zur Veröffentlichung von Betriebs- und Betriebsratsinterna (vgl. BAG Beschlüsse vom 3. Sept. 2003 7 ABR 8/03 und 12/03 NZA 2004,278 und 280). LAG Hessen Beschluss vom 15.7.2004 im vollen Wortlaut
Als optimistischer Mensch mache ich mir jetzt Gedanken darüber, wie die Arbeitnehmervertretung trotz dieser Spruchpraxis gleichwohl eigene Informationen via Datenautobahn veröffentlichen darf. Das Naheliegendste ist eine Veröffentlichung ausschließlich im Intranet. Denn hierauf hat ohnehin nur die oben erwähnte Betriebsöffentlichkeit Zugriff.
Wie soll das denn nun genau laufen mit der “Online-Durchsuchung”? Das wollten gleich zwei Akteure wissen. Einmal das BMJ und dann auch noch die SPD-Bundestagsfraktion.
Hoffentlich versteht Dr. jur. Wolfgang Schäuble diese Kodifizierung auch. Foto: kruxmux via flickr.com
Das Blog Netzpolitik meldet:
Von einer anonymen Quellen wurden uns heute zwei interessante und bisher nicht öffentlich-zugängliche Dokumente zugespielt, die wir den interessierten Lesern nicht vorenthalten wollen [ ]
Nach einer ersten Durchsicht der dort zu findenden Kommentare steht jetzt schon fest, dass im BMI respektive im Bundeskriminalamt echte Könner sitzen müssen. Ich gebe ab ans Blog Netzpolitik.org.
“Ich bin ein Marketingopfer”, so die Behauptung des “Rubel-Bloggers” von der Kasernenstraße in einem Posting vom 29.08.2007, in dem er ausgiebig für den leckeren Kaffee eines Unternehmens wirbt, das weithin bekannt ist für sein überaus effektives “Soziales Engagement”.
Sorry Knüwer aber das passt zu Ihnen. Und in Anlehnung an die im “Rubel-Blog” zitierte Agatha Christie darf ich anmerken: Ich habe “Marketingopfer” nie gemocht. Musste ich einfach mal loswerden
Der vermeintliche Mafia-Mord in Duisburg hat mich nicht sonderlich interessiert. Denn das Treiben der Mafia in Russland ist weitaus interessanter. Staatseigentum wird versilbert und der Erlös fließt statt dem Fiskus gewieften Privatpersonen den “Oligarchen” zu. Wer Kritik übt, lebt gefährlich oder überhaupt nicht mehr. Das sieht das Blog Pickings nicht anders und sein Verfasser stellt nun Otto Graf Lambsdorff von der FDP in den Kontext mit der Russen-Mafia den “Oligarchen”.
Hier eine kleine Leseprobe aus “Pickings.de”:
Chodorkowski, dessen Interessen in Deutschland der Ehrenvorsitzende der F.D.P, der vorbestrafte Otto Graf Lambsdorff vertrat oder sogar immer noch, von der deutschen Staatsanwaltschaft unbehelligt, vertritt, hatte einen kleinen Teil seiner Beute vorübergehend in der Schweiz geparkt. Sechs Milliarden Dollar waren dort zeitweise von der schweizerischen Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und eingefroren und wurden erst auf massiven Druck der USA Tranche für Tranche wieder freigegeben. Die letzten 200 Millionen Franken kamen erst erst letzte Woche frei. Von dem Geld wird eine massive Werbekampagne zwecks weltweiter Weißwäsche der Oligarchen finanziert. In Deutschland steuert ein in Bonn ansässiges Büro von APCO Worldwide die hiesige Jubelpresse zur Rehabilitierung der unter Putin angeblich Politisch Verfolgten.
Die Wahlkampfparole der FDP hat Gernot Poetsch bei Flickr dokumentiert. 37.6-Blog sagt Danke!
Exklusiv für Guido Westerwelle, Parteivorsitzender der Bundes-FDP:
Nicht erschrecken über den folgenden Absatz, der einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf entnommen ist. Die Anspruchsgrundlagen für das Arbeitsentgelt und für die Fahrtkosten sind unterstrichen, um das Ganze verständlicher zu machen.
Das Urteil ist schon deshalb lesenswert, weil es die Feinheiten der § 37 VI und § 40 I BetrVG in allen Einzelheiten darlegt. Das als Kläger auftretende Betriebsratsmitglied wird dem Urteil des LAG Düsseldorf indes wenig abgewonnen haben. Denn seine Ansprüche wurden vom Gericht sämtlich abgewiesen. Es ging um die Frage: Wann hat ein Betriebsratsmitglied gemäß § 37 Absatz 6 BetrVG einen Anspruch auf eine Schulung zum Thema “Rechte und Pflichten des Betriebsrats im Arbeitskampf”?
Was bitteschön ist denn ein “Saseler Drei-Schritt”? Keine Idee?! Dann einfach aufs Bild klicken.
Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich dem Thema “Weblogs für Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen” gewidmet. Auf die Frage:
heißt es dort:
Und ich habe mal ein paar meiner Artikel zu dem Thema zum Download bereitgestellt:
Das Bundesarbeitsgericht bleibt seiner restriktiven Linie in Sachen “Betriebsrats-PC” treu. Mit Beschluss 7 ABR 45/06 vom 16.5.2007 stellt das Bundesgericht für Arbeitssachen fest:
Um wievieles besser klingt doch der am 9.3.2007 ergangene Beschluss 3 TaBV 47/06 des LAG Niedersachsen, den RA Maria Lück in der Fachzeitschrift “Arbeitsrecht im Betrieb 2007, 361-363″ auf diesen Leitsatz komprimiert:
Zu den sachlichen Mitteln der Informationstechnik, die dem Betriebsrat zur Verfügung zu stellen sind, gehört grundsätzlich auch der Zugang zum Internet. Dies gilt auch, wenn die örtliche Filialleitung nicht über einen Internetzugang verfügt. Die Internetnutzung durch den GBR und durch die zentrale Verwaltung spricht bereits für die Erforderlichkeit des Internetzugangs.
Das BAG bleibt mit seiner jüngsten Entscheidung weit hinter dem zurück. Schade.
Welcher Rechtsradikale würde dem Bundesinnenminister da widersprechen wollen? Schließlich weiß doch jeder, der auch nur halbwegs die Medien beobachtet und Neonazis tun den ganzen lieben Tag nicht anderes als das: Seit dem 11.9.2001 tobt ein Krieg, dessen Asymetrie selbst vor den perfidesten Tricks nicht zurückschreckt. Man denke nur an diesen Cat Stevens, der sich nach seiner Konvertierung vermutlich nur deshalb Yusuf Islam nennt, um die Luftabwehr der über jeden Rassismus-Verdacht erhabenen Vereinigten Staaten von Amerika in Angst und Schrecken zu versetzen. Denn der Name Yusuf Islam steht auf der so genannten Watchlist der USA, auf der missliebige Personen aufgeführt sind, mit der Konsequenz, dass Flugzeuge mit Yusuf Islam an Bord auch schon mal unplanmäßig in Maine statt in Washington D.C. landen. Derartige Vorfälle bleiben naturgemäß nicht ohne Wirkung auf die Politiker der Christlich Demokratischen Union Deutschlands - kurz: CDU. An erster Stelle ein Wolfgang Schäuble als prominenter Befürworter des “Finalen Rettungsschusses für Verkehrsflugzeuge” unter Außerachtlassung des Grundgesetzes. Das schafft nahezu zwangsläufig Sympathien bei all denen, die vom Grundgesetz sowieso noch nie besonders viel gehalten haben, aber dafür von jeher eine extreme Abneigung gegen Moslems und andere Andersdenkende empfinden. Der Spruch “Kinder statt Inder”, hinausposaunt von Jürgen Rüttgers (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, passt da auch prima ins Bild. Wer den tobenden “Krieg der Kulturen” gewinnen will, muss auch mal “politisch inkorrekt” sein dürfen. Wie das konkret aussieht, beschreibt die Netzeitung, in einem Beitrag mit der Überschrift:
Zentrale Figur des Berichts ein mir bis gestern völlig unbekannter NRW-CDU-Politiker namens Armin Laschet, der im Rang eines Landesministers für Integration das Kunststück fertigbringt, sich als Lichtgestalt des toleranten Umgangs miteinander zu gerieren, aber mit Schwulen und Lesben offensichtlich besser nichts zu tun haben will. Es sollte die CDU zum Nachdenken anregen, wenn derartige Sprüche über ihre Politik kursieren. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von NataschaM., Flickr.com.
Ja, als Integrationsminister muss man Prioritäten setzen, gelle Herr Minister? Man kann rechte Glatzen nicht auf seine Seite ziehen und zugleich mit Schwulen und Lesben an einem Tisch hocken. Das verbietet schon die in den 1980er-Jahren in Bayern entwickelte Lehre vom “Aids-Internierungslager”. Und von Bayern lernen, dass weiß auch die CDU-Wählerschaft in NRW, heißt siegen lernen.
Und so steht der Herr Laschet auch nicht lang allein, sondern bekommt Schützenhilfe von einer anderen Lichtgestalt der CDU, dieses Mal aus Brandenburg. Die Rede ist von Sven Petke. Also der Mann, der mit der “Stoiberschen-Ex-Kompetenzfrau für Familie” Katherina Reiche (ebenfalls CDU) gleich in doppelter Hinsicht “unter einer Decke steckt”, und der nun meint, “Aufbauminister Ost” Wolfgang Tiefensee (SPD) solle sich bei der gewieften Nebelkerzenwerferin Strategin und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür entschuldigen, dass die Tochter von Ernst Albrecht nicht genügend gegen den Rechtsextremismus getan habe. Einen berufeneren Mund als den von Sven Petke für ein solches Begehren muss man in der Christlich Demokratischen Union Deutschlands vermutlich lange suchen. Schließlich soll Petke die deutsche Nationalhymne nicht etwa wie Ströbele es vorschlägt auf Türkisch, sondern so singen, wie sie bei den vielen Kameradschaftstreffen in “merk-befreiten Zonen” gesungen wird: Die Erste Strophe vorneweg.
Hier eine Leseprobe:
Und als Heiner älter war, sah die Welt um ihn herum so aus:
Und das vollständige Heiner-Geißler-Porträt gibt es bei der “EULE”!!!
Selbstproduzierte Bücher und e-Books verkauft man via Lulu.com und selbstgedrehte Videos vertreibt man über Hungryflix:
Wenn mich die Video-Muse “Thalia” küsst und ich die ersten Videos produziere, melde ich mich wieder mit dem Hinweis darauf, dass der Betriebsrat im 21. Jahrhundert auch eine Kreditkarte haben sollte. Das jedenfalls ist im DKK nachzulesen, wo es heißt: “Der AG (sic. Arbeitgeber) kann den BR-Mitgliedern Kreditkarten zur Verfügung stellen.” (DKK-Wedde BetrVG, 10. Aufl., 2006, § 40 Rdnr. 12)
Hätte FDP-Bürgermeister Gotthard Deuse mal diesen Beitrag im NPD-Blog gelesen, dann hätte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel jetzt ein Problem weniger an der Backe.
Hätte, wäre, wenn Grau mein Freund ist alle Theorie und braun ist die praktische Gegenwart. Überraschen tut mich daran jedoch überhaupt nichts. Denn schon vor einigen Tagen lautete in Bezug auf die Ausländerhatz in Mügeln hier im Blog die Frage:
Nun, die Antwort hätten wir dann ja jetzt.
Die Null muss stehen. Dieses Video erklärt, wie man seine Bude sauberhält.
Wenn ein Betriebsrat schlampig arbeitet und es geht um die Anhörung bei einer Kündigung gemäß § 102 BetrVG, dann ist das für den von der Kündigung Betroffenen überhaupt nicht lustig.
Ein möglicher Fehler bei der Beschlußfassung der genannten Gremien (beispielsweise fehlender Beschluß, fehlerhafte Beschlußfassung wegen Beschlußunfähigkeit oder einer Beschlußfassung im Umlaufverfahren) wäre allein der Sphäre des Betriebsrats zuzuordnen. Deshalb kann letztlich dahinstehen, ob die Beschlußfassung überhaupt fehlerhaft war. Ein etwaiger Fehler wäre der Beklagten nicht zuzurechnen und würde deshalb nicht zu einer Unwirksamkeit der Kündigung führen. BAG, Urteil vom 16.1.2003 - 2 AZR 707/01.
Die Entscheidung gehört zur Plichtlektüre für jeden Betriebsrat, der künftig die häufigsten rechtlich relevanten Fehler in der Betriebsratsarbeit vermeiden möchte.
Nach der Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln geht es hoch her zwischen den politischen Parteien. Zeit sich zu erinnern an den Mann, der jetzt als Chef in der Düsseldorfer Staatskanzlei sitzt. Die Rede ist vom Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Spruch “Kinder statt Inder” in die Welt gesetzt hatte und heuer stellvertretender Parteivorsitzender der Kanzlerinnen-Partei Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist. Kaum ein Medium, das sich an dessen Spruch zu erinnern geschweige darüber zu schreiben vermag. Der HNA-Beitrag “Regierung entsetzt”, wo Rüttgers und sein “Kinder-statt-Inder-Spruch” laut Google-News erwähnt worden sein soll, ist nicht mehr aufzufinden Bleibt nur noch das als “Kommunisten-Blatt” geächtete “Neues Deutschland” sowie die Presseschau von Info-Radio Berlin, wo das “ND” zitiert wird. Ja, wer leidet denn in diesem Lande an Alzheimer? Etwa nur die Kanzlerin, über die der SpON schreibt:
Kollektiver Gedächtnisverlust?
Sind womöglich die meisten hiesigen Medien von einem kollektiven Gedächtnisschwund betroffen? Nun ließe sich ja sagen, dass das mit dem Rüttgers-Spruch doch schon soooooo laaaaange her ist. Im NRW-Wahlkampf des Jahres 2000 nämlich war das. Okay. Aber da gibt es noch einen, der in Zusammenhang mit Mügeln durchaus eine Erwähnung wert ist. Insbesondere, weil die Durchgeknallten Neoliberalen der “Achse der Guten” und “Political Incorrect” ja immer so auf tolerant und freiheitlich machen. Die Rede ist von Jürgen W. Möllemann.
Jürgen W. Möllemann und der Antisemitismus
In der Telepolis findet sich zum Thema “Möllemann und Antisemitismus” etwas sehr Interessantes, das gerade mal fünf Jahre her ist:
Westerwelle weiß, dass er sich für nichts entschuldigen kann, was er nicht verbrochen hat. Möllemann wiederum will sich nicht entschuldigen, weil er nur der von Friedman gereizte Überbringer der schlechten Botschaft ist. Dafür werde er nicht vor Friedman kriechen. [ ] Immerhin spendete Haider eilfertig Beifall und Möllemann distanzierte sich pflichtschuldigst von seinem Fan. Allzu weit reicht das Bedauern Möllemanns jedenfalls nicht, weil er nun Friedman auch eine Entschuldigung abverlangt, von diesem des Antisemitismus bezichtigt worden zu sein.
An diese Geschichte erinnert sich bisher noch gar keiner in deutschen Redaktionsstuben, wo gelegentlich auch schon mal vermutlich aus mangelnder Sorgfalt heraus Nazi-Jargon geschrieben wird. Dabei gibt es durchaus einen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und dem Verprügeln von Menschen aus anderen Ländern. Das sieht auch der Zentralrat der Juden in Deutschland so:
«Angesichts der immergleichen fremdenfeindlichen Vorfälle und der stets gleichen Stellungnahmen von Politikern, ohne dass es eine spürbare Änderung der Strategie im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit gibt, muss man die Diskussion um die wieder aufnehmen», sagt Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats. «No-Go-Areas» seien eine bittere Tatsache. Man müsse Ausländer oder erkennbar Fremde davor warnen, sich in bestimmten ostdeutschen Landstrichen und Städten niederzulassen. «Gestern Farbige, heute Ausländer, morgen Schwule und Lesben oder vielleicht Juden», warnte Kramer. Quelle: St. Galler Tagblatt
Vergessen macht Spaß
Aber was kümmert das Geschwätz von gestern, wo doch die kollektive Vergesslichkeit grassiert? Und so würdigte die FDP-NRW anlässlich ihres 60. Geburtstags vergangenen Freitag Jürgen W. Möllemann so:
Erstmals nach seinem Tod bei einem Fallschirmabsprung vor vier Jahren wird der Münsteraner auf Plakaten gewürdigt, werden Fotos von ihm im Bundestag und in Landtagen zu sehen sein. “Ich bin froh, dass wir wieder freier über Möllemann reden”, sagt der Düsseldorfer FDP-Fraktionschef Gerhard Papke. Quelle: Frankfurter Rundschau-Online
Was sagt eigentlich die FDP zu der Hetzjagd auf die Inder in Mügeln?
FDP-Bürgermeister Gotthard Deuse jedenfalls wiegelt in den Tagesthemen ab mit den Worten: “Wenn Sie mir jetzt erzählen wollen, Sie hätten sowas noch nie gehört Das glaube ich Ihnen nicht.” Nee, nee wer wollte bestreiten, dass Ausländerfeinde auch anderswo und sogar im Westen der Republik unterwegs sind?
Ich will nur hoffen, dass Betriebsräte und Jugendvertretungen bei Daimler-Benz YouTube-Videos gucken können dürfen.
Gefunden bei 35xxx.de, dessen Macher den Clip wiederum im Wo-gibt-Blog eines Macianers entdeckt hat.
Wer 22 Millionen Dollar für etwas ausgibt, wird dafür einen guten Grund haben. Greenpeace hat mal beim Öl-Multi Exxon hinter die Fassaden geguckt und Erstaunliches entdeckt.
Have you checked out exxonsecrets.org yet? Its very interesting: any time I read something in the press from the climate skeptic camp, I go over to exxonsecrets.org and plug in the names of whatever scientists are quoted. Nine times out of ten, the site documents how these scientists are attatched to think tanks funded by Exxon-Mobil. Exxon-Mobil has funneled $22 Million into the climate change denial industry since 1998, effectively confusing the issue for many people and stalling action on tackling the climate crisis.
Make Them Stop!
Last year the UK’s prestigious scientific body, the Royal Society, wrote an unprecedented letter to Exxon asking them to stop funding the groups misinforming the public about the science of climate change. Exxon told the Royal Society, basically, that they would. In February of this year, Exxon did a bunch of PR saying it had been “misunderstood” on climate change, and represented itself as having stopped funding the climate skeptic industry.
Guess what? Exxonsecrets went through the documents and found that Exxon/Mobil spent $2.1 million last year on 41 groups leading the climate skeptic industry.
Take Action!
Click off a letter to Exxon/Mobil to let them know were watching and that its time to actually stop funding junk science. If you come across the skeptic camp in the press, make sure to check them out at exxonsecrets.org, too!
Peace!ERIK
Quelle: Greenpeace-Bulletin bei MySpace
Die vom Arbeitgeber-Lager mit Millionen Euro unterstützte “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” kurz: INSM soll mal wieder bei Wikipedia herumpfuschen so die Erkenntnis des INSM-Watchblogs.
Robert Lembke und Heinrich Lübke werden es verstehen. Schimpft man seinen gegnerischen Spieler ein “Schwarzes Schwein”, gibt es zur Strafe eine Sperre für sechs (6 !) Meisterschaftsspiele. Hat man hingegen seinem Gegner “Schwules Schwein” zugebrüllt, gibt es dafür läppische drei (3 !) unfreiwillige spielfreie Tage. Ganz schön clever, wenn der Borussen-Torwart Roman Weidenfeller sich für das weniger strafbewehrte “Schwule Schwein” entschieden hat. Hat er bestimmt einen prima Rechtsberater zum Termin beim DFB-Sportgericht dabeigehabt.
Ich jedenfalls wünsche Herrn Weidenfeller viel Spaß auf der Tribüne, wenn es heißt: “Nun siegt mal schön!” Mal schauen, was Cottbus, Rostock und Bremen darauf antworten werden.
Erst schickt die CDU einen mittlerweile als falsch entlarvten Doktor in den Wahlkampf um das Amt der Oberbürgermeisters von Landau. Und jetzt brilliert Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ebenfalls von der CDU mit einem Stück, das auch den Hauptmann von Köpenick vor Neid erblassen ließe.
Die Falschmeldungen sind das Ergebnis eines Auftritts der Ministerin in Meseberg, der unter PR-Gesichtspunkten vermutlich Spitzenklasse war. Denn von der Leyen nutzte die Chance, sich vor laufenden Kameras auf die Schultern zu klopfen. Die Regierung nehme das Problem ernst, beteuerte sie: “Wir haben deshalb die Mittel aufgestockt um 5 Millionen Euro.” Was die CDU-Frau nicht dazusagte: Diese Nachricht war uralt, der Beschluss kam zum Jahreswechsel, also lange vor dem Überfall in Mügeln. Und er kam erst auf Drängen der SPD zustande.
Der ganze Bericht darüber in der “tageszeitung” ist überschrieben mit: “Von der Leyen züchtet Zeitungsente”. Nun wissen wir wenigstens alle, dass Ursula von der Leyen ihrem Herrn Papa, Ernst Albrecht, alle Ehren macht. Denn über Ernst Albrecht ist zu erfahren:
Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit zeichnen gute Patrioten halt aus, gelle?!
Ja, wo will er nur hin? Ins Vorstrafen-Register vielleicht?
Tut mir echt leid für Darth Vader, aber der CDU-Kommunalpolitiker und “Möchtegern-Doktor” Kai Schürholt sorgt vermutlich für ein “Virales Marketing”, das der CDU bestimmt nicht gefällt. Dieses Blog und sein Autor helfen der Union immer gerne
Selbstverständlich auch allen, die zu spät dran sind, um das zu lesen, was bis vor kurzem noch beim CDU-Kreisverband Landau auf der Homepage stand.
Aufrichtiges Dankeschön an den Google-Cache. Schließlich führt dieser Link http://www.cdu-landau.de/index.php?modset=inc/site.inc.php&varseta=36&menunr=16&PHPSESSID=16a5ff52f1a1dcc7f9212c56b21fe55e nur noch auf eine unschuldig weiße Seite
Das Online-Tutorial “Elektronisch publizieren im PDF-Format” ist genau das Richtige fürs Wochenende.
Am Mittwoch haben wir zum ersten Mal in unserem Leben einen Gerichtssaal von innen gesehen. Zum Glück nicht in Handschellen Es ging in der Verhandlung um eine Lehrerin aus NRW, die auf Spickmich nicht mehr von ihren Schülern benotet werden wollte. Quelle: Spickmich.de-Blog vom 29.06.2007.
Dürfen Schülerinnen und Schüler ihre Lehrerinnen und Lehrer kritisieren? Dürfen sie das womöglich sogar mit Hilfe des Internets? Das Landgericht Köln entschied jetzt zugunsten der Meinungsfreiheit:
Das Landgericht wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich Lehrer in bestimmten Fällen durchaus gegen den Inhalt der Website wehren können. [ ] Die Klägerin sei aber lediglich benotet, nicht beschimpft worden, entschieden die Richter. Quelle: Netzeitung vom 24.08.2007
Internet-kompetente Richter in Köln
Der konservative Philologen-Verband hatte Lehrern schon nach dem im Juni ergangenen Urteil geraten, ihr Einverständnis zur Veröffentlichung von Daten auf der jeweiligen Schul-Homepage zurückzuziehen oder nicht mehr zu erteilen. Ob damit die Sache aus der Welt geschafft wäre, darf bezweifelt werden. Denn die Kölner Richter betonten jetzt, dass alle Daten, die einmal im Internet gestanden haben, auch wieder herausgefischt werden können.
Was wird Jürgen Rüttgers machen?
Ich bin gespannt, wie die CDU/FDP-Landesregierung von NRW auf die Spruchpraxis der Gerichte reagieren wird. Wer wie Rüttgers & Co. das Schulgesetz bis zur Unkenntlichkeit “reformiert”, hat womöglich auch keine Angst vor einer Wiederbelebung der Lehre vom besonderen Gewaltverhältnis. Dieses von Juristen erfundene Prinzip lautet auf gut Deutsch: Soldaten und Schüler haben die Schnauze zu halten!
Bis dahin gilt für die Schülerinnen und Schüler in NRW: Nur benoten, nicht beschimpfen!
Im Großformat entfaltet dieses von Gallmese geschossene Foto seine ganze Schönheit.
Wer mit dem Namen Helmut Naujoks nichts anzufangen weiß, ich helfe gerne. Man sagt dem Arbeitgeber-Rechtsanwalt Helmut Naujoks aus Duisburg nach, er berate Unternehmen in einer Art und Weise, die dann Dinge nach sich ziehen wie sie hier am Beispiel des Paketzustellers UPS zu lesen sind.
Den ganzen Bericht lesen bei Netzwerk-IT! Dank an das Blog vom Mobbing-Gegner, durch das ich auf den Vorfall aufmerksam wurde.
Was ist Freiheit? Gibt es sie überhaupt? Und welche Rolle spielt der “Freie Wille” dabei? Neulich erst hat ein Wiener Forscher die Lehre vom “freien Willen” des Menschen erneut in Frage gestellt und damit eine Diskussion entfacht, die bereits die Deterministen geführt hatten. Auch das Duo “Wortfront” misst dem “freien Willen” in seinem Stück “Beifahrer der Belanglosigkeit” nicht allzuviel Bedeutung bei, wenn es dort heißt: “Ne Packung Freier Wille zum Arschauswischen”. Vermutlich ist es eine Glaubensfrage, ob man den Lehren Erich Fromms, denen der Existenzialisten um Sartre und Beauvoir oder doch den Thesen der Deterministen den Vorzug gibt. Aber mit dem “freien Willen” scheint es ganz so einfach wie seine Befürworter uns glauben machen wollen nicht zu sein. Fabian Lindner etwa berichtet im ZEIT-Blog Herdentrieb von der Schwierigkeit der Wirtschaftswissenschaftler, sich dem unter Ökonomen herrschenden neoliberalen Mainstream zu widersetzen und schreibt:
Auch wer aus dem Mainstream kommt und gegen die Grundsätze der herrschenden Lehre verstößt, dem droht Exkommunikation durch die Kollegen. Da ist zum Beispiel der Ökonom David Card, der 1995 mit seinem Kollegen Alan Krueger ein Buch über den Mindestlohn veröffentlichte. [ ] Das Ergebnis kam bei vielen seiner Ökonomen-Kollegen nicht gut an, denn es steht im klaren Widerspruch zum neoklassischen Standard-Arbeitsmarktmodell.
Wem das Alles zu akademisch ist immerhin geht es um die verfassungsrechtlich verankerte “Freiheit von Forschung und Lehre” (Artikel 5 III Grundgesetz), den holt Daniel Reitzig auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn er sich der Klassengesellschaft pardon der fragmentierten Gesellschaft zuwendet und Folgendes schreibt:
Wenn unterstellt wird, in diesem Lande hätte jeder aufgrund seines eigenen Geschickes die Möglichkeit, bestimmte gesellschaftliche Positionen (und somit Einkommen) zu erreichen, ist das schlichtweg irreführend. Es wird ausser Acht gelassen, daß Reichtum und Wohlstand nicht vordergründig in der persönlichen Arbeit des Kapitalisten begründet sind, sondern in Kapitaleinkünften, also etwa in Zinsertrag oder Spekulationsgewinnen. Die These, nach der Wohlstand relativ sei, ärmere Schichten (um nicht das böse Brandwort Klassen zu verwenden) durch Sickereffekte vom Reichtum der Wohlhabenden profitieren würden, erweist sich als immer haltloser. Die Entwicklung von Realeinkommen und Transferleistungen [3] sprechen eine deutlichen Sprache. Als nur scheinbar harmloses Indiz darf hier galten, daß beispielsweise erstmals nach 1945 die Höhe des Unterhaltsanspruches für Kinder herabgesetzt, bzw. der Selbstbehalt erhöht worden ist. Kurzum: die Löhne sinken, aber das Leben wird teurer.
Wenn unterstellt wird, in diesem Lande hätte jeder aufgrund seines eigenen Geschickes die Möglichkeit, bestimmte gesellschaftliche Positionen (und somit Einkommen) zu erreichen, ist das schlichtweg irreführend. Es wird ausser Acht gelassen, daß Reichtum und Wohlstand nicht vordergründig in der persönlichen Arbeit des Kapitalisten begründet sind, sondern in Kapitaleinkünften, also etwa in Zinsertrag oder Spekulationsgewinnen. Die These, nach der Wohlstand relativ sei, ärmere Schichten (um nicht das böse Brandwort Klassen zu verwenden) durch Sickereffekte vom Reichtum der Wohlhabenden profitieren würden, erweist sich als immer haltloser.
Die Entwicklung von Realeinkommen und Transferleistungen [3] sprechen eine deutlichen Sprache. Als nur scheinbar harmloses Indiz darf hier galten, daß beispielsweise erstmals nach 1945 die Höhe des Unterhaltsanspruches für Kinder herabgesetzt, bzw. der Selbstbehalt erhöht worden ist. Kurzum: die Löhne sinken, aber das Leben wird teurer.
Doch zurück zur “Freiheit der Wissenschaft”, der noch von anderer Seite Gefahr droht, sobald sie sich in Widerspruch zum Mainstream stellt. Bei der Kulturzeit von 3sat heißt es:
Der Stadtsoziologe Hartmut Häußermann von der Humboldt-Universität ist entrüstet: “Das ist für mich neu und beängstigend. Das hatte ich so noch nicht gesehen, dass jemand verhaftet werden kann aufgrund seiner wissenschaftlichen Arbeit”, sagt er. “Es ist ja nichts bewiesen und es gibt auch keine deutlichen Zeichen dafür, dass er außerhalb der geltenden Gesetze aktiv geworden sei.” Dass nun im Bundeskriminalamt Leute “unsere Bücher lesen und gucken, wo tauchen die Begriffe und Worte sonst noch auf und dann uns dafür verantwortlich machen, was andere daraus machen, das ist ganz makaber und bestürzend.”
Der Generalbundesanwältin Monika Harms liegt derweil ein von Hochschullehrern unterschriebener Offener Brief vor, der so beginnt:
Zum vollständigen Brief als PDF-Datei bitte K L I C K E N !
Dass Kurt Beck ein dicker Politiker humorloser Jurist ist, wissen wir seit dem Titanic-Problembär-Titel zu genüge. Aber seit dem heute ausgestrahlten ARD-Sommerinterview bin ich mir ganz sicher, dass der SPD-Bundesboss und mit ihm die auf 18-Prozent-Kurs fahrende SPD noch ganz andere Probleme hat.
Da wäre zunächst das Defizit, wenn es um die Unterscheidung zwischen links und rechts geht.
Wagner: Aber Herr Beck, da weichen Sie doch nun aus! Frau Kraft in Nordrhein-Westfalen hat sogar ein Gespräch, eine Diskussion mit einem Spitzenmann der Linkspartei geführt. Sie hat offen die Hoffnung geäußert, dass es 2010 eine linke Mehrheit geben kann. Kümmern die sich um Ihre Vorgaben nicht? Beck: Da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Das wird schon so sein, wie ich das sage. Aber ich bin ja auch dafür, dass in Nordrhein-Westfalen eine linke Mehrheit da ist. Da gibt es ja auch noch andere als diese so genannte Linke, die ich eher für eine Rechte halte. Unterstreichung vom 36.6-Blog-Verfasser vorgenommen.
Die Schwierigkeit verbindliche Zusagen zu machen.
Deppendorf: Unterstützen Sie eigentlich Herrn Tiefensee in seinen Teilprivatisierungsplänen bei der Deutschen Bahn? Beck: Ja, wir sind uns hinsichtlich dieser Entwicklung einig. Es wird sicher über eine Reihe Details noch zu reden sein. Aber dieser Weg ist richtig, weil in dem Gesetz ausreichend abgesichert ist, dass die Infrastrukturverantwortung der Bahn nicht aufgegeben werden darf. Unterstreichung vom 36.6-Blog-Verfasser vorgenommen.
Siehe auch den Beitrag: Kurt tourt Rasiert Euch!
Eigentlich wollte ich ja nicht auf das Blog der Axel-Springer-Akademie verlinken. Aber die Partei der Besserverdienenden und die Heise-Online-Überschrift “FDP will Ausbreitung der Öffentlich-Rechtlichen im Netz begrenzen” lassen mir keine andere Wahl. Hier ein paar Zeilen, die ich dem Springer-Mann “JEP” ins Blog geschrieben habe, als Kostprobe:
Dass der Springer-Verlag nur zu gerne den Unfug aus Frankfurt am Main unterstützt, erstaunt allenfalls Ahnungslose, die von der Liaison zwischen WELT und Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) nichts wissen (wollen). Hier ging die Initiative von der Welt aus, INSM übernahm und bezahlte die Recherche dafür - eine Entgrenzung von Journalismus und PR, wie Journalistikprofessor Siegfried Weischenberg in dem Beitrag kritisiert. http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/2005/05/insm-als-lautsprecher-des-kapitals/ Qualitätsjournalismus á la FAZ, für deren Autoren Artikel 14 GG eine intellektuell nicht zu überwindende Hürde darstellt, einerseits und Medienpartnerschaften sui generis im Hause Springer andererseits. Aber genüsslich auf die ÖR-Sendeanstalten und deren Internet-Aktivitäten eindreschen.
Hier KLICKEN, um alles zu lesen!
Also! Von wem ist die Rede?
Seit dem 1. August ist Patrick Müller neuer Vorsitzender des Betriebsrats bei MTU (Tognum) Friedrichshafen. Der IG Metaller über die aktuelle Situation bei der MTU: “Familiäre Zeiten bei MTU sind vorbei”. Nun, das erstaunt mich nicht. Schließlich konnte auch ich der MTU beim Thema “Personalwirtschaft” alles andere als gute Noten geben. Aber das nur am Rande. Viel interessanter und durchaus wohltuend finde ich das, was Betriebsrat Müller über seine privaten Vermögensverhältnisse berichtet:
50 Prozent der Tognum-Mitarbeiter haben sich Aktien ihres Unternehmens gesichert. Patrick Müller hat keine. “Nicht weil ich nicht vom Erfolg überzeugt wäre, sondern weil das einfach ein G”schmäckle hätte”, sagt der Betriebsrat, der auch im Tognum-Aufsichtsrat sitzt. Quelle: Schwäbische Zeitung Online
Recht hat der Mann. Oder etwa nicht Frau Classen?
Da hintertreiben Arbeitgeber Betriebsratswahlen und gehen zuweilen auch über das rechtlich Erlaubte hinaus. Da unterlaufen Arbeitgeber geltende, weil allgemeinverbindliche Tarifverträge, und fabrizieren Stellenanzeigen wie die nebenstehende. Ob die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) wohl die Abschaffung der Arbeitsgerichtsbarkeit fordern würde, falls der eine billige Arbeitskraft für das Tätowier-Magazin suchende Huber-Verlag mit einer Statusklage konfrontiert würde? Etwa weil der “Volontär auf dem Papier” vor Gericht zieht mit der Behauptung, er würde zwar wie ein Volontär bezahlt, aber müsste arbeiten wie ein ausgebildeter Redakteur. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein deutsches Arbeitsgericht genau dies zu klären hätte. Immerhin ist die Bundesrepublik laut Artikel 20 Grundgesetz ein Rechtsstaat. Man möchte einschränkend ein “noch” hinzufügen, wenn man diese Passage aus dem focus-online liest:
Um die Firmen gegen Betrüger zu schützen, baut die BDA in Berlin gerade ein eigenes AGG-Archiv auf. Quelle: Focus
Für die Focus-Redakteure C. Elflein und R. Pörtner sind Arbeitnehmer, die sich gegen rechtswidrige Diskriminierungen bei Gericht wehren, also Betrüger. Ein ganz eigenwilliges Verständnis vom Rechtsstaat lassen Elflein und Pörtner da erkennen. Wer wegen eines ihm widerfahrenen Unrechts Klage bei Gericht erhebt, ist laut Elflein und Pörtner also ein “Betrüger”? Darüber vergessen die beiden Focus-Schreiberlinge indes eine Frage zu stellen. Nämlich die nach der Rechtmäßigkeit einer solchen “Schwarzen Liste” wie die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) sie anfertigen will. Immerhin geht es bei einer solchen Liste um Daten von Personen, die laut Bundesdatenschutzgesetz und erst recht nach Maßgabe der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (Recht auf Informationelle Selbstbestimmung) extrem schutzwürdig sind und aus genau diesem Grund nicht willkürlich preisgegeben werden können; auch nicht von der BDA und deren Präsidenten Dieter Hundt, der schon des öfteren erkennen ließ, dass er mit der Verfassungswirklichkeit nicht viel am Hut hat.
Mitleid?! Ich wüßte nicht warum.
Weiter so Schalker-Jungs! Ich möchte Manni Breuckmann wieder sagen hören: In diesem Jahr werden in Dortmund die ersten Kinder eingeschult, die noch nie einen Sieg gegen Schalke erlebt haben.
Es geht um ALG-II-Empfänger, die der FDP-Bürgermeister in die Baracke mit Gruppen-Latrinen umquartieren will. Schon macht der Begriff “Hartz-Lager” die Runde. Tolle Partei. Ganz tolle Partei, diese FDP.
Zu der Überschrift “Die Methoden des Helmut Naujoks” hat sich die Süddeutsche Zeitung wohl aus rechtlichen Erwägungen nicht durchringen können und titelt stattdessen: “Ein Mann für besondere Fälle Der Rausschmeißer”. Die Rede ist von Helmut Naujoks, der ausschließlich für die hiesigen Arbeitgeber arbeitende Rechtsanwalt der die Öffentlichkeit scheut wie die Kakerlake das Licht.
Ob Helmut Naujoks sich dabei unlauterer Methoden bedient, ist nicht zu beweisen. Doch ein schaler Beigeschmack bleibt, wenn in der “Süddeutschen” zu lesen ist:
Man sammelte Unterschriften für die Ablösung des Betriebsrats. Wer nicht unterschrieb, den stellten schon mal Führungskräfte unter vier Augen zur Rede. “Die Leute wurden massiv eingeschüchtert, sagt Frank. Und es gab anonyme Anrufe. Andrea Widzinski zählte einmal 26 an einem Abend, und der Mann der ehemaligen Kabel-BW-Betriebsrätin Rita Regenfelder wurde sogar gefragt, ob er wüsste, dass sie fremdgehe. Quelle: Süddeutsche Zeitung
Unabhängig von jedem Wahrheitsbeweis, das Urteil von Naujoks Berufskollegen ist eindeutig:
Wenn Naujoks Methoden Schule machten, “wirft uns das zurück in die Zeiten des Manchester-Kapitalismus. Das ist einfach reaktionär”, sagt der Berliner Arbeitsrechtler Volker Ratzmann.
Teile des Arbeitgeberlagers gelangen offensichtlich zu anderen Ergebnissen. Denn über die Unternehmerschaft und seine Zusammenarbeit mit Naujoks heißt es:
Manche Arbeitgeber sehen in dem großgewachsenen Schwergewicht einen letzten Nothelfer. Gewerkschafter wie die Stuttgarter Verdi-Sekretärin Christina Frank nennen ihn hingegen “einen brutalen Betriebsratskiller, dem jedes Mittel recht ist”.
Laut “Süddeutscher” arbeitet ver.di bereits an einem Projekt, das einzig und allein der Person Helmut Naujoks gewidmet sein wird.
Marketing und Public-Relation-Geschreibsel begegnet einem tagein, tagaus. So auch auf der Homepage der e-m-s new media AG aus Dortmund, auf deren Homepage im Abschnitt “Firmenphilosophie” es heißt:
Na wenn Werner Wirsing im Vorstand der e-m-s new media AG und Geschäftsführer der Tochtergesellschaften der Unternehmensgrupp da mal nicht etwas zu dick aufgetragen hat?
Denn seit dem 17.08.2007 ist klar, dass die Firmenphilosophie mehr verspricht als die wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens halten können. Offizieller Name des heiklen Dokuments:
Nun müssen also die Aktionäre über eine Restrukturierung beschließen. Ob die in dem Laden einen Betriebsrat haben? Ich bin mir da nicht ganz sicher. Denn Werner Wirsing ist nicht nur Vorstand und Geschäftsführer der e-m-s new media AG, sondern auch noch tätig im Achtung: Keine Satire! Wirtschaftsrat des Ballspielvereins Borussia Dortmund in Schalker Kreisen besser bekannt unter dem Namen “Lüdenscheid-Nord”.
Dort stellt Werner Wirsing seinen geballten Wirtschaftssachverstand dem BvB 09 zur Verfügung. Und weil so ein Wirtschaftsrat ein Kollektiv ist, sitzen da auch noch ein paar andere Gesellen neben Werner Wirsing. Und genau da liegt der sprichwörtliche Hund begraben, der mich vermuten lässt, dass die e-m-s new media AG eben keinen Betriebsrat hat. Denn Werner Wirsing sitzt gemeinsam mit einem ausgemachten Mitbestimmungsfeind in diesem Gremium. Die Rede ist vom Büttenreden-Plagiator aus dem Hochsauerlandkreis namens Friedrich Merz.
Aalso wennze mich fraan tuuss. Ich find´ ja, datt dat Bildsken mit Dagofritz so richtich toll zu den Bekloppten aussem Sauerland passen tut, ne?! Schwatt und Gelp tun datt Ganze dominieren unn mittendrin datt Fritzken.
Blau-Weiße Grüße aus diesem Blog aus dem Pott
In Betriebsräte-Schulungen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit predige ich immer wieder: Glaubt nie nur einer Quelle! Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin zur Qualität der Medienberichterstattung während des G-8-Gipfels in Heiligendamm bestätigt mich. In der Studie heißt es:
Nur wenige Journalisten hätten versucht, die “Darstellung der Konfliktparteien durch Beobachter oder Unbeteiligte zu prüfen”. Als Beispiel führen die WZB-Forscher die hohen Angaben der Polizei über die Zahl der Beamten an, die während der Großdemonstration am 2. Juni 2007 verletzt worden sein sollen. Die Polizei hatte zunächst von 30 Schwerverletzten gesprochen. Sie musste die Zahl aber später korrigieren, nachdem durch Recherchen herausgekommen war, dass nur zwei Beamte länger im Krankenhaus behandelt worden waren. Quelle: die tageszeitung
Da traut ein Arbeitgeber den Reisekostenabrechnungen seines Mitarbeiters nicht und beauftragt sodann eine Detektei, die dem Arbeitnehmer hinterherspioniert. Zu Protokoll bei Gericht kommt dann dieses hier:
Sie hat vorgetragen, ihr sei im August 2005 aufgefallen, dass der Kläger für Fahrten von Dresden nach Berlin bzw. von Berlin nach Dresden jeweils drei Stunden Fahrzeit abgerechnet habe. Gleichzeitig sei aufgefallen, dass auch der Kollege des Klägers, der Zeuge P3xxxxxx, jeweils zwei Stunden Fahrzeit abgerechnet habe. In der Regel sei der Kläger von seinem Kollegen P3xxxxxx im Auto nach Berlin mitgenommen worden. Allerdings wohnten der Zeuge P3xxxxxx und der Kläger ca. 21 km Fahrstrecke auseinander, so dass die Wegezeiten differieren müssten. Sie, die Beklagte, habe deshalb beschlossen, die tatsächliche Fahrzeit des Zeugen P3xxxxxx und des Klägers durch eine Detektei überprüfen zu lassen. Der beauftragte Detektiv habe sich am Montag, den 22.08.2005 um 5.00 Uhr morgens vor dem Haus des Zeugen P3xxxxxx aufgestellt. Der Zeuge P3xxxxxx habe das Haus um 5.25 Uhr verlassen. Der Detektiv sei ihm gefolgt und habe festgestellt, dass er um 5.40 Uhr bei dem Kläger vorgefahren sei, um diesen abzuholen. Sodann habe der Detektiv den Einsatz beendet. Obwohl die Fahrzeit des Klägers somit maximal von 5.40 Uhr bis 8.25 Uhr, mithin maximal 2 Stunden 45 Minuten betragen habe, habe der Kläger in den Wochenbericht für den 22.08.2005 3 Stunden Fahrzeit wie sein Kollege P3xxxxxx eingetragen. Den Wochenbericht des Klägers für die 34. Kalenderwoche habe der Kläger am 29.08.2005 eingereicht. Den schriftlichen Bericht der Detektei über den Einsatz vom 22.08.2005 sei ihr, der Beklagten, am 01.09.2005 übermittelt worden. Am 01.09.2005 habe sie somit erstmals sichere Kenntnis darüber erlangt, dass der Kläger eine Fahrzeit unkorrekt im Wochenbericht angegeben habe. Ihr Geschäftsführer habe den Kläger daraufhin am 05.09.2005 zu einem Gespräch nach D1xxxxxx gebeten. Dieses Gespräch, an dem die Betriebsratsvorsitzende K3xxxx teilgenommen habe, habe um 12.00 Uhr stattgefunden. Der Kläger habe dabei zugegeben, seit ca. April 2005 für die Hin- und Rückfahrten Dresden/Berlin ca. ½ Stunde zuviel abgerechnet zu haben. Unterstreichung vom 37.6-Blog-Macher vorgenommen.
Das Landesarbeitsgericht Hamm (Urteil 15 Sa 720/06 vom 17.08.2006) hat dieser Version und ein paar anderen Behauptungen des Arbeitgebers nicht geglaubt und führt unter anderem aus:
Der Beklagten ist zwar zuzugeben, dass eine vorsätzliche Täuschung des Arbeitnehmers über die Länge der Fahrzeit, um eine entsprechende höhere Vergütung bzw. Freizeitausgleich zu erhalten, grundsätzlich zum Ausspruch einer fristlosen Kündigung berechtigt. Die erkennende Kammer konnte sich aber nicht davon überzeugen, dass der Vorwurf der Beklagten zutrifft, der Kläger habe tatsächlich vorsätzlich längere Fahrzeiten zu den jeweiligen Arbeitsstellen in den Wochenberichten angegeben als angefallen.
Vielleicht hätte sich dieser Arbeitgeber die Kosten für den Privatdetektiv besser geschenkt und einfach nur mit dem von ihm verdächtigten Mitarbeiter ein offenes Wort gesprochen? Aber vielleicht ist das für manchen Arbeitgeber einfach zu viel des Guten?! Für den betreffenden Arbeitgeber auf alle Fälle. Denn im Urteil des LAG Hamm heißt es zum Schluss:
Soweit das Arbeitsgericht die Beklagte zur Weiterbeschäftigung des Klägers verurteilt hat, war das Urteil dagegen abzuändern und die Klage abzuweisen. Unstreitig hat die Beklagte dem Kläger inzwischen eine weitere Kündigung ausgesprochen, die Gegenstand des Verfahrens 5 (3) Ca 2013/06 ArbG Dortmund ist. Über diese Klage ist noch nicht entschieden worden.
Mit anderen Worten: Da wollte es aber einer ganz genau wissen.
Laut Telepolis fordert die Grünen-Politikerin Silke Stokar eine stärkere Videoüberwachung auf Bahnhöfen.
Allerdings haben außerparlamentarische Bürgerrechtsgruppen schon länger vermutet, dass die Grünen ihre strikte Ablehnung der Überwachung, auch mit dem Verweis auf angebliche Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung aufgeben oder zumindest modifizieren werden. Für die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke. war der Fall schnell klar: “Stokar hat Schäuble grünes Licht gegeben”[ ] Quelle: Telepolis
Und die Gewerkschaft der Polizei findet das Entgegenkommen in Sachen Videoüberwachung der Grünen-Politikerin Silke Stokar auch ganz prima. Apropos Gewerkschaft der Polizei. Udo Vetters Lohnschreiber namens pbd hat doch neulich was berichtet, was der GdP überhaupt nicht gefallen wird. Geht um Versicherungspolicen und darum, dass GdP-Gewerkschafter sich mit unerlaubtem Adressenhandel möglicherweise eine Nebenverdienstquelle eröffnet haben könnten. Zwei Konjunktive müssen genügen, um die rechtsstaatlich angemessenene Unschuldsvermutung zugunsten der GDP-Funktionäre zu wahren.
Bleibt nur zu hoffen, dass GdP-Chef Konrad Freyberg und Frau Stokar nicht irgendwann gemeinsam in Sachen “Arbeitnehmerdatenschutz” zusammenfinden. Denn auf der Bundestags-Homepage der Grünen Stokar heißt es:
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Modernisierung des Datenschutzrechtes. Informationsfreiheitsgesetz, Arbeitnehmerdatenschutzgesetz und die Reform des Bundesdatenschutzgesetzes sind die Vorhaben, die wir uns für diese Wahlperiode vorgenommen haben.
Arbeitnehmerdatenschutzgesetz also. So, so.
Vergangenen Sommer hat er noch gemeinsam mit Udo Vetter mediale Leichen ausgegraben. “Klein-Bloggersdorf” hat es ihm nachgesehen. Doch jetzt scheint der “Rubelblogger” vom Handelsblatt Probleme zu bekommen. Denn Lanu schreibt an die Adresse von “Leichenfledderer” Thomas Knüwer:
Ihnen persönlich wünsche ich alles Gute.
Worum geht es?
Der “Rubelblogger” von der Kasernenstrasse in Düsseldorf ist dadurch aufgefallen, dass er nicht über die diversen StudiVZ-Pannen (z. B. Ekelvideos, die neue Werbevision) bloggt, seit StudiVZ vom Holtzbrinck-Konzern gekauft wurde, dem auch das Handelsblatt gehört.
Ach Leute, seid doch nicht so garstig mit Thomas Knüwer, wo er uns doch in einem bei Lanu hinterlassenen Kommentar wissen lässt, dass er sich mit Rückenproblemen herumplagt und ihm die Krankengymnastik keine Zeit zum “Bloggen” lässt.
Die Knüwersche Mitleidstour scheint bei manchem bloggenden Journalisten bereits zu wirken. So schreibt Florian Treiß etwa:
Ich finde es trotzdem gemein, Knüwer deshalb zum halben Blogger zu reduzieren und sämtliche anderen bloggenden Journalisten noch dazu: Das kann doch nur nach hinten losgehen, schließlich kennt doch jeder Interessenkonflikte, egal ob Journalist oder nicht: Auch die nicht-journalistischen Blogger würden nicht unbedingt schlecht über eigene Auftraggeber, ein schwarzes Schaf in der eigenen Familie oder sonst etwas bloggen, oder?
Wenn er sich in einem Interessenkonflikt befindet, soll Knüwer es sagen. So wie sich mir die Sache bisher darstellt, kann ich nur vermuten, dass Rückenschmerzen auch der haben kann, der gar nicht im Besitz eines Rückgrats ist.
Wenn man schon so einen praktischen JURIS-Zugang hat, darf man auch mal nach sich selbst suchen, um in eigener Sache für sich zu werben.
Veranstalter von Schulungen für Betriebsräte (§ 37 Absatz 6 BetrVG) und für Mitglieder von Wirtschaftsausschüssen (§ 106 BetrVG) sowie von Seminaren für Jugend- und Auszubildendenvertretungen (§§ 60 ff. BetrVG) auf der Suche nach einem Referenten für Schulungen zum Betriebsverfassungsrecht setzen sich bitte mit mir über die im Impressum zu findenden Kontaktdaten in Verbindung.
Attac München lädt gemeinsam mit dem Whistleblower-Netzwerk für den 07. Oktober in den Münchner Gasteig ein zu einer Solidaritätsveranstaltung für und mit Werner Rügemer in dessen Buch “Der Bankier” zu lesen ist:
Wir sind aber von solchen klassischen Weisheiten ohnehin nicht berührt. Es wird nämlich ohnehin nichts Böses über den Verstorbenen gesagt werden. Es wird nur die Wahrheit gesagt werden, nichts als die reine Wahrheit. Und wir werden des Verstorbenen vor allem mithilfe seiner eigenen Worte und Taten gedenken, die er gewiss nicht für böse, sondern für gut gehalten hat. aus: Der Bankier - Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim
ef="http://whistleblower-netzwerk.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php?p=205">Whistleblower-Blog berichtet:
Die Unterdrückung der Veröffentlichung des Buches in Form einer Privat-Zensur verdient höchstes allgemeines Interesse, da sie auf schädliche Entwicklungen in drei Bereichen verweist: Auf das von der Öffentlichkeit weitgehend nicht wahrgenommene Agieren von Privatbanken und ihre finanzpolitisch zentrale Rolle, auf die von Konzernen und anderen finanzmächtigen Akteuren bereits benutzen neuen elektronischen Daten-Aufspürprogramme, sowie schliesslich auf Gesetzesbedingungen und juristische Methoden, die erschreckend geeignet sind, kritisches Denken auf nachhaltige Weise mundtot zu machen.
Dass das Unterbinden jedes “kritischen Denkens” gemeint ist das Image gutsituierter Mandanten beeinträchtigende Denken zum Kerngeschäft der Rechtsanwaltskanzlei Schertz-Bergmann zu gehört, dessen ist sich das Blog “Mein-Parteibuch.com” ganz sicher.
Völlig anders beurteilt scheinbar Stefan Niggemeier die Qualitäten des Rechtsanwaltes Dr. Christian Schertz aus Berlin. Rolf Schälike schreibt nämlich über den BILD-Blogger Niggemeier und dessen Kooperation mit Dr. Schertz:
Der Beklagte, Herr Niggemeier wurde vertreten von Anwalt Reich von der Kanzlei Dr. Schertz. [ ] Man kann davon ausgehen, dass BILDBlog vertreten und beraten wird von der Kanzlei Dr. Schertz mit besonderer Hingabe von Dr. Christian Schertz. gefunden via: F!XMBR.
Warum also bis zum 7. Oktober 2007 warten, wenn ich schon jetzt dem Kollegen Werner Rügemer meine Solidarität zeigen kann? Das BILDBlog war längste Zeit auf meiner Blogrolle. Tschüss BILDBlog!
Ob Vollidiot, ob halber Blogger bei den Internetnotizen entsteht gerade etwas Schönes. Ein Katalog mit Weblogs, der auch für Analphabeten verständlich ist. Gefunden via IA News.
Die Rede ist hiervon und davon. Mir soll es Wurscht sein. Klappern gehört zum Geschäft und warum nicht auch Spock.com? Schließlich habe ich erst gestern erfahren, dass das 37.6-Blog im Intranet eines großen Energieversorgungsunternehmens nicht abrufbar ist.
Und noch eins! Bitte nicht wieder so ein komisches Einschreiben wegen einer vermeintlichen Verletzung des Kennzeichenrechts zulasten der SAP AG. Ich bin kein Mitbewerber, sondern widme mich der SAP AG in anderer Weise.
Klarstellung: Das obige Bild bezieht sich auf eine Zeit, als es bei der SAP AG noch gar keinen Betriebsrat gab also auf die Zeit von der Unternehmensgründung bis zum Juni des Jahres 2006.
Auf der mehrfach gesicherten, aber frei zugänglichen Homepage der Antifa-Konstanz gibt es ein Schreiben, das Fragen aufwirft. Fragen an die Stadt Friedrichshafen, deren Verwaltung und Ratsparteien.
Er war jung und brauchte das Geld. Auf diese Formel lässt sich das bringen, was über die “Detektei” proMedia auf tagesschau.de zu lesen ist.
Schichtweise tummeln sich die knapp 100 “Ermittler” dazu wie normale Nutzer in den Tauschbörsen. Die meisten der “Ermittler” sind Studenten - und damit selbst im Alter der typischen Verdächtigen. Einer trägt Polo-Hemd und Gel-Frisur, sein Gegenüber ein große Tätowierung am Unterarm. “Wir nehmen nur Leute, die uns empfohlen wurden”, sagt Lüngen. Ein Führungszeugnis vorzeigen oder den Inhalt ihrer heimische Festplatte offen legen müssen sie bei der Bewerbung aber nicht. Quelle: tagesschau.de
Und der c´t ist zu entnehmen, dass nicht unbedingt die zumeist jungen und so darf vermutet werden “billigen” Ermittler das dicke Geld machen, sondern proMedia-Geschäftsführer Clemens Rasch in seiner Funktion als Inhaber der Rechtsanwaltskanzlei Rasch. In der c´t heißt es:
“Ein Hartz-IV-Empfänger zahlt deutlich weniger als ein Rechtsanwalt”, erläutert der ehemalige Justiziar der Phonoverbände, dessen Kanzlei aber in der Regel Abmahngebühren in vierstelliger Höhe einstreicht, die Strategie.
Und die c´t berichtet außerdem noch etwas, das auch einen an Überwachungswahn leidenden Bundesinnenminister mit einem ganz besonderen Rechtsstaatsverständnis begeistern dürfte:
Der lange Arm der Phonoverbände unterstützt nach eigenen Angaben zudem die Arbeit von Strafverfolgern etwa bei Hausdurchsuchungen oder dem Spiegeln und Auswerten von Festplatten. Auch Programme zur leichteren Aufdeckung von Urheberrechtsverletzungen im Netz stellt proMedia den Gesetzeshütern zur Verfügung.
Das macht zwar den Strafverfolgern die Arbeit leichter. Aber an der Rechtmäßigkeit dieser Unterstützungsleistung darf gezweifelt werden. Sollte die von Schäuble favorisierte “Online-Durchsuchung” womöglich schon im Praxisversuch laufen?
Nur ein Hyperlink.
Okay, okay. Jürgen W. Möllemann war kein Unternehmer. Jedenfalls nicht offiziell. Aber geschenkt. Worauf ich hinaus will, ist eine Meldung der FTD-online, wo es heißt:
Nach dem Rückruf von Kinderspielzeug der Firma Mattel hat der Chef des chinesischen Herstellerunternehmens Selbstmord begangen. Es ist nicht der erste Tote im Zusammenhang mit chinesischen Exportskandalen.
Hmmh wer von den deutschen Managern würde wohl so weit gehen?
Dieses in der Telepolis veröffentlichte Gespräch mit Christoph Butterwegge sollten alle lesen, die sich darüber wundern, weshalb hier im Lande alles wächst. Die Armut ebenso wie die Zahl der Reichen.
Der Neoliberalismus gefährdet die Demokratie und das Gemeinwesen, sagt Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln. Der 56-Jährige ist Mitautor des Mitte August erscheinenden Buches “Kritik des Neoliberalismus”, in dem Butterwegge zusammen mit einer Sozialwissenschaftlerin und einem Ökonomen Grundlagen, Theorien und geschichtliche Hintergründe des “Marktradikalismus” analysiert. Dabei werden auch unterschiedliche Denkschulen und die Widersprüche einer Wirtschaftsform der “Umverteilung von unten nach oben” dargestellt. Telepolis sprach mit Butterwegge. Quelle: Telepolis
Und sollte sich die SPD fragen, weshalb immer weniger sie wählen mögen, könnte das auch daran liegen, was Butterwegge dem Bundesfinanzminister und SPD-Präsidiumsmitglied Peer Steinbrück bescheinigt:
Neoliberale verändern das in der Gesellschaft herrschende Gerechtigkeitsverständnis. Statt des für einen Sozialstaat konstitutiven Bedarfs präferieren sie Leistungsgerechtigkeit. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nahm beispielsweise eine totale Deformation des Gerechtigkeitsbegriffs vor und brach gleichzeitig mit dem Sozialstaatspostulat des Grundgesetzes, als er die soziale Gerechtigkeit auf die Sorge des Staates um die Leistungsträger verkürzte [ ]
Wer muss einem eigentlich mehr leid tun die SPD oder die Menschen in diesem Land?
Seit dem 13. August tourt Kurt Beck durchs Land. Ob Wilkinson und Gillette die Tour sponsern? Und bitte unbedingt auch lesen, warum die SPD hinten und vorne nicht hochkommt. Nach dem heutigen Interview von Olaf Scholz im ZDF-Morgenmagazin zum Thema “Mindestlohn” habe ich noch weniger Hoffnung, dass das mit der SPD nochmal was wird.
Private Homepages boomen. Bei den Jüngeren stärker als bei den Älteren. Doch ein Trend zeichnet sich altersübergreifend ab:
“Unabhängig vom Alter gilt, dass bei privaten Internet-Präsenzen bewegte Bilder an Bedeutung gewinnen. Viele Homepages oder Community-Profile enthalten inzwischen selbst gedrehte Videos, die hochgeladen wurden”, so Scheer. Quelle: Computerwoche
Betriebsräte seien gewarnt. Gutgemeinte Videos wie dieses sind vermutlich nicht gemeint.
Wie verstünde eine wohlmeinende Leserin diesen Satz aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung?
Weil im Supermarkt die Milchpreise steigen, sollen die Regelsätze für Hartz IV erhöht werden. (Warum eigentlich nicht auch Löhne und Renten?)
Spricht sich der Verfasser dieser Zeilen etwa für eine generelle Erhöhung der Arbeitnehmereinkommen unter Einbeziehung jener, die bereits in Rente sind, aus? Die Antwort gibt FAZ-Redakteur Holger Steltzner ein paar Zeilen später, wenn er schreibt:
Die Milch ist kein Grund für eine außerplanmäßige Erhöhung. Günstigere Telefontarife führen auch nicht zum Absenken der Sozialhilfe. Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.08.2007
Arbeiten bei der FAZ neben sonstigen (neo-)konservativen Zeitgenossen jetzt auch Rechtspopulisten? Oder gibt es noch andere Gründe dafür, dass Holger Steltzner den Rechtspopulisten spielt? Nun, einen solchen Grund habe ich hier am 8. August 2007 angeführt, als hier zu lesen war:
Soll ich jetzt womöglich den Millionen von ALG-II-Empfängern samt den in Armut lebenden Kindern und Jugendlichen dieser Republik ein Abonnement der FAZ nahelegen? Einen Dreck werde ich tun.
In England werden die Antiterrorgesetze in Stellung gebracht gegen Umweltschützer, die eine dritte Startbahn in Heathrow ablehnen und amerikanische Unternehmen helfen der Diktatur China beim flächendeckenden Aufbau von Überwachungseinrichtungen. Darüber berichten die New York Times, The Guardian und hier gibt es die Informationen auf Deutsch: Zum Überwachungssystem in China und zu den Begehrlichkeiten der englischen Geheimdienste ganz nach dem Geschmack eines Wolfgang Schäuble.
Zeitungsverlage sind auch nur Unternehmen.
Das Angebot habe so ausgesehen: Der Chefredakteur oder der Leiter des Wirtschaftsressorts moderiert die Veranstaltung; die Zeitung berichtet exklusiv vorab und hinterher darüber; man führt eine Telefonaktion mit Experten des Ministeriums durch, die ebenfalls in der Zeitung thematisiert wird. Quelle: die tageszeitung
Wer wollte da angesichts der Berichte über Michael Glos (CSU) und der Werbeagentur Flaskamp noch widersprechen? Würde doch keiner solche Angebote machen, wenn sie von vornherein aussichtslos wären ?!
Die SAP AG ist halt international tätig. Und wer diese reizenden SAP-Hostessen sieht, wird vermutlich nie glauben, dass die SAP AG dem Betriebsverfassungsgesetz nur wenig abgewinnen kann. Aber das ist eine Geschichte, die den StammleserInnen dieses Blogs bestens bekannt ist.
Foto: OndraSoukup, flickr.com.
In “Klein-Bloggersdorf” geht die Post ab und so mancher Blogger darunter auch solche mit Irokesenfrisur haben bereits die ersten Kollateralschäden erleiden müssen.
Hehre Begriffe wie etwa “Glaubwürdigkeit” und “Unschuld” beherrschen die Diskussion, in deren Mittelpunkt die eine oder andere Werbe-Hure steht. Lanu vom Blog BooCompany schreibt einem Eigentümer des Holtzbrinck-Verlags, weil sie ein Werbevideo für das zum Holtzbrinck-Konzern gehörende StudiVZ ekelhaft findet.
In der Hauptrolle dieses Schmierentheaters eine Werbe-Agentur namens Aimaq Rapp Stolle (ARS Interactive) über die das Blog F!XMBR zu berichten weiß:
Dass, wenn man noch tiefer gräbt, auf den Namen des adical-Mitbegründers Sascha Lobo trifft, überrascht dann auch nicht mehr, ist aber das Sahnehäubchen. Lobo war mal Geschäftsführer der Aimaq Rapp Stolle (ARS Interactive)-Tochter Aimaq Rapp Stolle Interactive, die zu dem Zeitpunkt noch den Namen Baudhaus ARS trug.
Der oben erwähnte Sascha Lobo ist Träger einer solchen Irokesen-Frisur. Aber das nur am Rande. Denn die zentrale Frage lautet: Wo bitteschön kann ich eines dieser verdammten Videos sehen? Lanu musste es auf Druck der Schwarzen Krähen ja von ihrem Blog runternehmen.
Es sollen ja einige Unternehmen erwägen, sich vom us-amerikanischen Börsenparkett zurückzuziehen. Liest man diese Meldung, ist zu fragen: Wann zieht sich die Siemens AG von der New Yorker Börse zurück?
Immerhin haben die Männer vom Wittelsbacher Platz in München diese unangenehme Neuigkeit der amerikanischen Börsenaufsicht und nicht etwa hiesigen Kontrollbehörden mitgeteilt. Ohne Grund macht Siemens so was nicht. Schlussfrage: Flüchten die DAX-Unternehmen aus Amerika womöglich deshalb, weil dort die Regeln strengere sind? Und wer am Wochenende sein Englisch aufpolieren möchte, surft jetzt zur Börsenaufsicht in den USA.
Zebras düpieren Lüdenscheid-Nord. Ganz Schalke freut sich. Foto zeigt: Bundesliga Live-Ticker
Also wenn das kein Thema für die nächste Jugendversammlung ist. Um den digitalen Sachverstand der Auszubildenden scheint es sehr schlecht bestellt zu sein.
Excel- und Internet ist aber auch so was von schwer. Politiker können damit
nicht umgehen und die einzige Sorge deutscher Lehrkörper ist die Angst vor dem digitalen Mobbing. Statt sich ins Web zu stürzen, ruft der konservative Philologenverband: “Lehrer sind kein digitales Freiwild!” Trotzdem ist zu lesen:
Mich würde jetzt nur interessieren, wo die Kiddies derlei Dinge vermittelt bekommen, wo doch Schule und Ausbildungsbetrieb offenbar versagen?
Wer hätte das gedacht? Da ächzen insbesondere die Lohnsklaven, Hungerlöhner, Niedriglohnbeschäftigten und andere einkommensschwache Gruppen unter den enormen Preissteigerungen bei Milch, Butter, Käse, Quark und Sahne(joghurt), und dann lese ich so was:
Was lernen wir daraus? Dass mancher “Absahner” unter den DAX-Unternehmen lieber darüber schweigt, womit er seine Profite erzielt. Oder hat irgendjemand die Vorstände von Nestlé oder BASF jubelnd schreien hören, als die Milchpreissteigerung kam?
P.S.: Die BASF hat übrigens auch einen wunderbaren Weinkeller in Ludwigshafen, der auch diesem Herrn bekannt sein dürfte, über den im Web zu lesen ist: “Zu seinen Kunden gehören unter anderem BASF, MSD, Süd-Chemie, VNU, PR-Agenturen und viele mittelständische Unternehmen.” Den Hyperlink dorthin schenk´ ich mir. Googelt einfach mal!
Dateien im PDF-Format kann man mit dem Acrobat-Reader öffnen, muss man aber nicht. Es geht nämlich auch mit dem ebenfalls kostenlosen Foxit Reader. Einziger Unterschied: Der Foxit Reader ist deutlich schneller, muss nicht installiert werden und lässt sich daher direkt ausführen. Hört sich gut an. Werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.
9. August 1945: Atombombenabwurf auf Nagasaki: Auf Grund starker Bewölkung wird die zweite Atombombe des Zweiten Weltkriegs, Fat Man, nicht über dem ursprünglichen Ziel Kokura abgeworfen, sondern über der Mitsubishi-Waffenfabrik nahe Nagasaki. 70.000 Menschen sind sofort tot.
Montage auf Grundlage eines Fotos von flickrolf.
Der Spruch “Mer san mer” erfreut sich in Bayern seit jeher großer Beliebtheit. Jetzt scheint das Arbeitsgericht Nürnberg auch eine neue und ganz eigene Dogmatik zur Lehre vom Arbeitskampf entwickelt zu haben. Den Lokomotiv-Führern hat das Nürnberger Arbeitsgericht jeglichen Streik untersagt. Die Begründung ist phänomenal.
Wenn das nächste Mal die Müllwerker streiken, lädt man einen Staatsgast aus dem unbefleckten Singapur ein, dem es dann nicht zuzumuten sein wird, dass er überlaufene Mülltonnen zu sehen bekommt. Das Arbeitsgericht Nürnberg hätte dann das Recht zu sagen, der Streik sei mit dem Interesse der Bundesrepublik Deutschland nicht zu vereinbaren.
Aber solange Max Strauß auf die Bayerische Justiz vertrauen darf, ist ja alles in bester Ordnung.
Ist das schon 25 Jahre her?!
Vom 1. bis 8. August 1982 wurde unter dem Motto Schwerter zu Pflugscharen eine Woche lang das dortige Atomwaffenlager blockiert. In diesem Sondermunitionslager Golf, wie die offizielle, aber verharmlosende Bezeichnung lautete, befanden sich damals sechs Atomsprengköpfe für Lance-Kurzstreckenraketen, jeder Atomsprengkopf mit der doppelten Sprengkraft der Hiroshima-Bombe ausgestattet. Mehr Infos auch zu den juristischen Folgen des Protestes K L I C K !
Die Rede ist von NN Euroballs Kugelfertigung in Eltmann.
Hat man keine Mandanten, schickt man einfach Abmahnungen raus. Doch ganz so einfach ist diese Geschäftsidee dann doch nicht. Das hat jetzt ein Rechtsanwalt erfahren, der für sein “Talent” als Abmahnanwalt geworben hat. Das Landgericht Heilbronn hat die Abmahnungen dieses findigen Juristen zur Makulatur erklärt.
Als “Abmahnanwalt” sei der Rechtsanwalt dann einzustufen, wenn er “im eigenen Kosteninteresse auftritt und aktiv bei potenziellen Wettbewerbern für eine entsprechende Abmahntätigkeit gegen Verkäufer im Internetversandhandel unter Zusicherung der Kostenneutralität wirbt”. Ein derartiges Handeln stelle einen Rechtsmissbrauch nach Paragraf 8 Abs. 4 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) dar. Quelle: heise.de
Ich würde zu gerne wissen, ob dieser Freak in schwarzer Robe beim Herrenabend der Justitia Concordia war.
Die so genannten Alten Medien müssen sich wohl aufs Schlimmste gefasst machen. Seit einigen Tagen schon trällern es die Spatzen von den Dächern Amerikas, dass die New York Times sich womöglich vom “Paid Content” verabschieden wird.
Auf Deutsch:
NYT.com gäbe es dann für alle ohne irgendwelche Jahresabonnements oder dergleichen anderer Späße. Schade eigentlich für diese deutsche Zeitung, in deren Sonntagsausgabe immer irgendein Unsinn zu finden ist, und die für einen einzelnen Beitrag unglaubliche Zwei (!) Euro über firstclick abrechnen will. Einfach Gaga. Ich sehe jetzt schon die traurigen Gesichter in der Zeitungsredaktion in Mainhattan, wenn es aus Manhattan heißt: “Ende der Paid Content-Masche. Der Letzte macht das Licht aus!” Und wenn sich dann auch noch das Wall-Street Journal diesem Schlachtruf anschließt (denn auch dahingehend vedichten sich die Gerüchte), wird so mancher Chefredakteur hierzulande in ein tiefes schwarzes Loch fallen und womöglich nie mehr aus demselben herausfinden. Womöglich ist genau das Grund dafür, wenn neulich ein Stern-Kolumnist seiner fast schon paranoid zu nennenden Furcht vor der Kanalisation freien Lauf ließ und allen Redaktionen riet, ihre Siele geschlossen zu halten, “damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt”.
Womöglich hat der Stern-Kolumnist, dessen Name hier nichts zur Sache tut, das Blog Upload auf die Idee gebracht, eine Art “Reiseführer für Klein-Bloggersdorf” zu basteln. Auf alle Fälle werden dort die unterschiedlichen Blogverzeichnisse kurz vorgestellt. Im einzelnen sind dies rivva, blogscout, technorati, Google-Blogsuche, deutsche blogcharts und die blogalm.
Das Stellenangebot in voller Schönheit gibt es hier und dort gibt es den Tarifvertrag im Wortlaut.
Die Antworten darauf geben MittelstandDirekt und Die Zeit.
Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen sind im November nächsten Jahres. Doch Gerrit Wustmann ist sich da nicht so ganz sicher, ob das tatsächlich etwas verändern wird und schreibt:
Heute legt die Telepolis nach und blickt zurück in die us-amerikanische Geschichte:
Überschrieben ist das Ganze mit: “Die Bush-Familie und der Cocktailputsch”.
Spricht die Süddeusche Zeitung in blumiger Art von einem “juristischen Tauziehen” und davon, dass ein Arbeitsgericht die Lokführer ausgebremst habe, findet die Junge Welt da schon klarere Worte und titelt: “Angriff auf Streikrecht”.
Damit nicht genug. Auch DieLinke zeigt sich durch die Arbeitskampfaktivitäten der Gewerkschaft der Lokomotivführer sagen wir mal erheblich irritiert. Mich irritiert nur, dass mit dem Bonner Rechtsprofessor Gregor Thüsing ausgerechnet ein Altstipendiat der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung der streikwilligen Lokomotivführer-Gewerkschaft “GdL” mit Rat und Tat zur Seite steht. Aber die Welt ist eben nicht nur Schwarz und Weiss. Wie das, das, das und nichtzuletzt auch das hier es nachdrücklich beweisen.
Gefunden bei SDP. Bitte auf gar keinen Fall verwechseln mit SPD! Deren “Projekt 28 Prozent” ganz, ganz prima verläuft.
Dankeschön an die IG Metaller bei der SAP AG.
Alle Meldungen dazu K L I C K ! ! !
Dadurch werden die Gerechtigkeit zwischen den Generationen gesichert und die Fundamente unseres Gemeinwesens gestärkt. Gerhard Schröder am 14.3.2003 im Deutschen Bundestag
t Gerhard Schröder am 14. März 2003 in seiner Regierungserklärung zur “Agenda 2010″ erzählt. Von “Gerechtigkeit” und “Eigenverantwortung” sprach der Ober-Genosse der “Sozialabbau Partei Deutschlands”, aka SPD. Die meisten seiner mit einem Abgeordneten-Mandat ausgestatteten Genossinnen und Genossen haben ihm geglaubt oder zumindest nicht kritisch genug hinterfragt. Hätten sie da mal etwas mehr getan. Denn nun ist es wissenschaftlich nachgewiesen: Nach dem “dicken Kanzler” erlebt die Republik nun “die dicken Hartz-IV-Kinder”.
Das Arbeitslosengeld (ALG) II reicht nicht aus, um Kinder und Jugendliche ausgewogen zu ernähren. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) der Universität Bonn in einer umfangreichen Studie. Demnach veranschlagt der Gesetzgeber für Nahrung und Getränke bei 14- bis 18-Jährigen lediglich 3,42 Euro pro Tag. Selbst wer nur beim Discounter kauft, muss jedoch im Schnitt 4,68 Euro täglich hinblättern, um den Appetit eines Teenagers mit ausgewogener Kost zu stillen. Das FKE empfiehlt, das Arbeitslosengeld entsprechend anzupassen. Kinder und Jugendliche aus niedrigen sozialen Schichten leiden heute zwei- bis dreimal so häufig unter Fettleibigkeit wie besser situierte Altersgenossen. Zur Sicherung des Lebensunterhaltes steht Empfängern von Arbeitslosengeld II heute ein Betrag von 347 Euro pro Monat zur Verfügung. Für Kinder gibt es pauschal 60 Prozent dieses Regelsatzes, für Jugendliche 80 Prozent. “Rund ein Drittel dieser Summe veranschlagt der Gesetzgeber für Nahrung, Getränke und Tabakwaren”, erklärt Dr. Mathilde Kersting, stellvertretende Leiterin des FKE. “Das sind gerade mal 2,57 Euro täglich für Kinder und 3,42 Euro für Jugendliche ab 14 Jahren. Damit lässt sich nach unseren Erkenntnissen eine ausgewogene Ernährung nicht realisieren.” Pressemitteilung des FKE an der Uni Bonn
mal nicht ein weiterer Schritt in Richtung 28-Prozent-Partei SPD ist?
Regierungserklärung vom 14.3.2003 zur “Agenda 2010″ von Gerhard Schröder
Erst dachte ich ja noch, da wäre irgendwo eine angehängte Datei mit weiteren Informationen. Aber nichts da. Soll ich trotzdem mal hingehen?
Na aber sicher lebt der Wolfgang Clement noch. Und gar nicht schlecht.
Was die Hartz-IVler dazu wohl sagen?
gefunden via diesen Beitrag über Gentechnisch veränderten Mais in NRW
http://www.campact.de/campact/home
Da werde ich wohl statt erst am Dienstag, schon am kommenden Montag aus Berlin zurückkehren. Mir reichen schon die fahrplanmäßigen üblichen Verspätungen der Bahn AG. Zehn Mal hat die Deutsche Bahn AG Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den geplanten Lokomotivführerstreik gestellt. Den ersten von zehn Anträgen hat das Arbeitsgericht Mainz nun abschlägig beschieden. Die Streik-Wahrscheinlichkeit wächst.
Den Medien kommt eine Kontroll- und Wächterfunktion zu. Aufgabe von Journalisten, Verlegern und Fernseh-Machern ist es, Politik und Wirtschaft zu beobachten und Missstände offenzulegen. Die Wirklichkeit wird diesem hehren Anspruch nicht immer gerecht. Stattdessen trifft man sich zum geheimen Stelldichein und nennt das Ganze “Bilderberg-Konferenz”. Darüber berichten tun die Medien jedoch höchst ungern. Ob Google-News oder Medien-Archive. Wer nach “Bilderberg-Konferenz” sucht, findet wenig. Eine Ausnahme: Münchner Merkur vom 9. Mai 2005:
Fundstelle: message 3/2007 Seite 58.
In der Internationalen Zeitschrift für Journalismus “message” schreibt Uwe Krüger:
Die Gästeliste ist erlesen: Multimillliardär David Rockefeller, Elder Statesman Henry Kissinger, die Vorstandschefs von Siemens, Goldman Sachs, Coca-Cola und Royal Dutch Shell, die Königinnen von Spanien und den Niederlanden, die EU-Wettbewerbskommissarin, Minister europäischer Staaten, Österreichs Bundeskanzler, die Präsidenten der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank und der Weltbank. Mittendrin auch einige Journailsten wie der Chefredakteur des Economist, R. John Micklethwait, der stellvertretende Chefredakteur der Zeit, Matthias Nass, und Paul A. Gigot vom Wall Street Journal. Auch Medieneigentümer und -manager wie Hubert Burda und Mathias Döpfner nahmen teil.
ssage” hat dankenswerterweise die Teilnehmerliste der vom 31. Mai bis 3. Juni 2007 in Istanbul stattgefundenen “Bilderberg-Konferenz” als PDF-Datei zum Herunterladen bereitgestellt.
INJEKTION Campusmagazin Uni Hamburg
Zum Beitrag in der Süddeutschen Zeitung!
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Solche und andere Fragen stellt Wiglaf Droste in seinem Sommertagebuch. Gefunden bei gebsn.
Den Berliner Kommentar zum Sozialgerichtsgesetz (SGG) mit 891 Seiten gibt es im Web als kostenlose PDF-Version. Mehr dazu K L I C K !!!
SGGSozialgericht
Der Jugendschutz hierzulande ist seit jeher ein derart hohes Rechtsgut, dass eine Zensur eine Einschränkung bei der Berichterstattung hinzunehmen ist. Den Beweis liefern seit neuestem Google.de einerseits und Google.com andererseits. Dass es dabei um Pornographie geht, versteht sich von selbst. Erstaunlich nur, dass die als prüde verschrieenen Vereinigten Staaten von Amerika in Sachen Porno Weltmarktführer sind.
Das Video habe ich gefunden im DSDS-Blog. Der Richter mit der Penispumpe wird die in dem Video präsentierten Fakten allerdings schon gekannt haben. Und all jene, die immer schon wissen wollten, wie man das “echte” Google.com aufgerufen bekommt, sind jetzt auch schlauer. Ganz abgesehen davon, dass jetzt manchem auch deutlich geworden sein dürfte, weshalb eine Google.com-Recherche andere Treffer ausweist als es Google.de in der “Schäuble-Demokratie” gemeinhin tut.
googlepornozensurjugendschutz
Ob der Richter seine Apparatur in den Knast mitnehmen darf?
Was macht eine der größten deutschen Banken mit über 7.000 Beschäftigten allein am Standort Frankfurt am Main, wenn der Betriebsrat Ansprüche nach 37 Absatz 6 Betriebsverfassungsgesetz stellt? Die Antwort darauf gibt das Arbeitsgericht Frankfurt am Main (11.02.2004 Aktenzeichen: 6 BV 619/03):
Und bekam in allen Punkten Recht.
Hoffentlich war das nicht die Bank mit Josef Ackermann an der Spitze. Denn über die ist zu lesen, dass sie in anderen Dingen alles andere als geizig ist:
und reiche ein paar Hyperlinks, weil ich glaube, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung wieder mal aufs Falsche Pferd beim Verfassungsrecht setzt. Doch zunächst Ex-Bundesverfassungsricher Hans Hugo Klein beim präventiven Verarzten der dem FAZ-Verlag noch gar nicht zugefügten Wunden:
Wer ist eigentlich Hans Hugo Klein? Die Wikipedia hilft:
Theodor Maunz (sic. Mitherausgeber des “Maunz-Dürig”) gehörte der CSU an, hatte aber auch Kontakte zu rechtsextremen Kreisen. Viele weitere Mitarbeiter des Maunz-Dürig gehören bzw. gehörten der CDU oder CSU an, auch die übrigen stehen größtenteils diesen Parteien nahe. Der Maunz-Dürig gilt daher als ein deutlich konservativ geprägter Grundgesetz-Kommentar. Unterstreichungen und Verlinkungen vom 37-6-Blog Verfasser.
etwas zu Theodor Maunz:
Mit der rechtlichen Stellung der Polizei im nationalsozialistischen Staat befasste sich Theodor Maunz (1901-1993), der seine Karriere 1935 mit einer Professur in Freiburg begann. Noch 1943, nach Jahren der Verfolgung von Oppositionellen durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) lobte Maunz den Führererlass von 1936 und die durch die Nazis geleistete Arbeit beim Umbau der Polizei, die nun endlich eine “machtvoll gewordene Einheit” sei, “deren Mannschaft überdies durch das Charisma eines persönlichen Führers und durch das Band unverbrüchlicher Treue zusammengeschlossen wird” und die so “eigenes verfassungsrechtliches Gewicht” gewonnen habe. 3
Theodor Maunz war nach 1945 Mitglied des Verfassungskonvents in Herrenchiemsee, auf dem das Grundgesetz vorbereitet wurde. Seit 1952 war er Professor in München und begründete den Grundgesetzkommentar “Maunz-Dürig”, ein Standardwerk. Als einer der wenigen Juristen des Dritten Reichs wurde Maunz noch zu Lebzeiten von seiner Vergangenheit eingeholt. Im Jahre 1964 zwangen ihn die Veröffentlichung einiger seiner vor 1945 getätigten Äußerungen in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) zum Rücktritt vom Amte des bayrischen Kultusministers. Auf seine Stellung als Professor hatte dies allerdings keine Auswirkungen. Nach seinem Tod im Jahre 1993 wurde schließlich bekannt, dass Maunz der rechtsradikalen DVU juristischen und parteitaktischen Rat erteilt, und in der “Nationalzeitung” unter einem Pseudonym Artikel veröffentlicht hatte. Quelle: Forum Recht Online
en?
Erst seit gestern bei YouTube zu sehen: Das neue Musikvideo von Jennifer Lopez.
Gefunden beim JLO-Fan.
Da passt prima auch der Telepolis-Beitrag “Der Gerichtsreporter und die Kammer des Schreckens” und natürlich auch dieses Bildchen
Nachdem hier gestern gleich mehrere Herren in roten Roben genauer vorgestellt worden sind, zum Wochenende Jennifer Lopez in roter Robe. Und jetzt die Quiz-Frage: Wer gefällt mir wohl besser?!
Mein Tipp: Über die Musikanlage hören!
Gefunden via Splitter und Balken
Manch einer fragt ja nach den Beweggründen eines Wolfgang Schäuble. Dieser Film über die frühere FBI-Mitarbeiterin Sibel Edmonds hilft womöglich weiter:
Und hier noch ein Porträt von Sibel Edmonds:
Eigentlich wollte ich, weil ich ja auf Urlaub bin, gar nichts bloggen. Und ich hätte auch ganz bestimmt ganz locker durchgehalten, hätte ich nicht heute früh den Fehler gemacht und mir auf der Tankstelle eine “FAZ am Sonntag” gekauft.
Nichts Neues in Sachen Harald Staun. Leider.
Alles fing prima an. Schöne Story über einen Dopingsünder der ersten Stunde bei der Tour de France. Dann der untaugliche Versuch eines FAZ-Feuilletonisten, mir die vermeintlichen Unzulänglichkeiten des von mir hochgeschätzten Quentin Tarantinos am Beispiel seines neuen Films “Death Proof” zu verklickern. “Na das kann ja heiter werden”, dachte ich mir und blätterte nochmal zurück auf die Medienseite der “FAZ am Sonntag”. “Huch, was ist das denn?!” Da ging es eine ganze Seite lang um den stramm-rechtsgestrickten Medienmogul Rupert Murdoch und dessen Absicht, das nur geringfügig weniger stramm-rechtsgestrickte “Wall Street Journal” seinen Eignern abzukaufen. Murdoch will das Wall Street Journal nämlich zur kostenlosen Internet-Zeitung machen. Und derartige Absichten rufen naturgemäß einen in Sachen Internet und Online-Journalismus überaus begnadeten und wegen seiner überragenden Expertise landauf, landab bekannten “FAZ-Old-Media-Experten” mit den Initialen “H & S” auf den Plan. (”H & S” jetzt bitte nicht verwechseln mit dem Namen eines Textildiscounters, dessen Verdienste als Arbeitgeber ganzer Heerscharen von in Südostasien darbender lebender Arbeiterinnen und Arbeitern im Kindesalter an dieser Stelle unerwähnt bleiben sollen.)
Heute also behelligt “H & S” die “FAZ am Sonntag”-Leser auf ein Neues mit Erkenntnissen, deren Herkunft nun ich sage mal: mehr als fragwürdig erscheinen. Da behauptet der FAZ-Medienredakteur allen Ernstes, dass eine Zeitung sich maßgeblich aus Verkaufserlösen und weniger aus dem Anzeigengeschäft finanziere. Wenn das so ist, waren alle mit dem “9/11-bedingten-Anzeigen-Debakel” begründeten Entlassungswellen und Outsourcing-Aktionen im Medienbereich nichts als blanker Unsinn. Aber was ist von einem Medien-Redakteur auch besonders zu erwarten, wenn er einem Artikel über eine von Murdoch geplante Online-Publikation ausgerechnet mit “DER PAPIERTIGER” überschreibt? Als ginge es Murdoch überhaupt noch um Papier. Dem geht es allenfalls ums Geld. Und dass sich mit Online-Medien und den hieraus zu erzielenden Werbeeinnahmen sogar Gewinne erwirtschaften lassen, mag ein Rupert Murdoch wissen. Ob “H & S” sich dergleichen auch nur ansatzweise vorstellen kann, steht indes auf einem ganz anderen Blatt. Aber vielleicht haben ja der oben erwähnte Textildiscounter und der hier vorgestellte Lohnschreiber in Diensten der “FAZ am Sonntag” doch eines gemein? Beide überzeugen durch eine bestechend mangelfreie und gründliche Rechercheleistung.
vgl. Spiegel
Wer seine Immobilien an Hedgefonds vertickt, was zu drastischen Mieterhöhungen führt, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Gewerkschaftsmitglieder davonlaufen.
Monitor vom 12. Juli 2007 Dazu auch: Die IG Metall und der Heilige Sankt Florian
[via:] openleft
Wer zum Teufel ist Scooter Libby? Und was bitteschön hat George W. Bush mit diesem Verbrecher zu schaffen?
Outfoxed Trailer Show
Zum Video-Clip S E H E N S W E R T! Gefunden bei Alternet.org
Achtung: Nur bedingt geeignet für Schwangere, kleine Kinder, Markus Söder und alle Weicheier dieser Welt.
Das Qoob-Video “Spider”.
Gefunden bei Cyberoog
Das Mindestlohnblog hat davon noch nichts mitbekommen und fragt stattdessen: “Dreht er jetzt ganz durch?” Wer glaubt, Kurt Beck oder Guido Westerwelle wären gemeint, der irrt. Na ja
“Austern-Liebhaber” Mehdorn scheint sauer zu sein. Mehr dazu bei tagesschau.de
Zur Erinnerung:
Und selbstverständlich dieses Stilleben mit Tornado-Kampfflugzeug über G8-Demonstranten.
Link: sevenload.com
Lächerlich, was CDU/CSU heute im Bundestag zur Verhältnismäßigkeit der Mittel von sich gegeben haben.
Achtung bei angeblichem E-TAN-Generator für Paypal [mehr dazu bei:[ Heise.de
In meiner Mailbox ist er auch schon angekommen!
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Ich bin einer ihrer Fans.
Der US-Journalist Wayne Madsen war einer der ersten, die über den globalen Folter-Tourismus der USA berichtet haben. Jetzt lässt er mit neuen Enthüllungen aufhorchen. Nicht Militär und Geheimdienst sind für den Transport der Folter-Opfer verantwortlich. Private Firmen lassen sich die schmutzige Arbeit teuer bezahlen. Einer der enttarnten Geschäftsleute ist der Multimillionär Philip H. Morse aus Florida, besser bekannt als Mitinhaber des Baseball-Teams »Boston Red Sox«. Die Spur führt weiter in ein Geflecht aus Lobbyisten mit direkten Beziehungen in den Beraterstab von George W. Bush. Madsen nennt 37 maßgebliche Unternehmen, die seit 1994 mit weltweiten Söldner-Einsätzen Millionen umsetzen. Skrupellose Rambos schon im Bosnien-Krieg kam es zu massiven Menschenrechtsverletzungen. Die Ereignisse rund um den Krieg gegen den Terror sind für Wayne Madsen nur ein Verbrechen unter vielen. Hunderte Politiker, Firmen und ihre Eigner werden beim Namen genannt. Wo auch immer weltweit eine Krise ausbricht, sind die genannten Konsortien längst vor Ort, um an ihr zu verdienen Selbstbedienung via Weltpolitik. Hier ist er der Beweis, dass die Außenpolitik von George W. Bush dazu dient, das Privatvermögen seiner Familie und seiner Parteifreunde zu mehren. Quelle: Verlagshomepage
Na, da helfe ich doch gerne. Zunächst zu Pinkwart selbst, den die Studierenden in Bochum längst fest in ihr Herz geschlossen haben. Am liebsten würden sie “ihren Pinky” dort wohl für immer eingeschlossen lassen. In Sachen Bildung und Chancengleichheit erweist sich die FDP als Mogelpackung. Keinen Deut besser steht es um den Standhaftigkeit des blau-gelben Clubs, wenn es um das Thema Bürgerrechte geht. Insbesondere dem Thema “verdeckte Online-Durchsuchung” kann die FDP in NRW jede Menge abgewinnen. Auf Bundesebene tut sie zwar so, als wäre sie gegen jede Datenschnüffelei. Aber in Nordrhein-Westfalen kümmert sie dieses Gesabbbel in Berlin verdammt wenig.
Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen am 20. Dezember 2006 eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes des Landes beschlossen. Demnach dürfen die Behörden auch mit rechtlicher Deckung private Computer unerkannt überwachen. [via: ] Golem
Und weil das Bild einfach nicht oft genug gezeigt werden kann Wahlplakatmontage gefunden beim Spiegelfechter.
fdpwesterwelle
Günter Wallraff recherchiert im Call-Center und schreibt:
Schließlich gerate ich an eine Leipzigerin, die sich als altgediente Kollegin herausstellt. Sie lässt mich all meine geheuchelten Argumente herunterleiern, dann erst gibt sie sich zu erkennen. Mir können Sie nichts vormachen, sagt sie, ich arbeite seit drei Jahren im Callcenter und weiß, wie man Leute übers Ohr haut. Dann können Sie mir ja ein paar Tricks verraten. Ich bin noch neu hier. Das sind Betriebsgeheimnisse, da müssen Sie selber drauf kommen, sagt sie, ich musste mir das auch mühsam erarbeiten. Allerdings haben wir es einfacher als Sie. Wir verkaufen Lose der Süddeutschen Klassenlotterie. Da ist uns Herr Jauch eine große Hilfe. Jauch ist Moderator der SKL-Show auf RTL und allgegenwärtiger Werbeträger der staatlichen Lotteriegesellschaft. Quelle: Zeit.de
Die Call-Center-Branche wiegelt ab und hier gibt es ein Blog von Call-Center-Agenten aus dem Ruhrgebiet. Natürlich anonym. Denn Meinungsfreiheit und Arbeitsverhältnis vertragen sich nicht so recht miteinander. Aber das ist eine andere Geschichte.
aber nur mit der Kamera gerade beim Einkaufen:
“Schröder hat auf jeden Fall sein Mögliches getan härtere Kürzungen im Sozialbereich gab es wohl seit Reichskanzler Heinrich Brüning nicht mehr.” Michael Burda, Professor für Wirtschaftstheorie in Berlin
“Die unter dem Stichwort Hartz IV mit der Einführung des Arbeitslosengeldes II durchgeführte Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war eine wirklich bedeutsame Arbeitsmarktreform.” Bert Rürup, so genannter Wirtschaftsweiser
Deutsche Bands können keine heißen Rhythmen? Blödsinn: Die Ohrbooten beweisen es. Viel Spaß und träumt schön von sonnigeren Gefilden!
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Per Einstweiliger Verfügung hat der Kölner Erzbischoff Kardinal Joachim Meisner beim Landgericht Köln erwirkt, dass der Kabarettist Jürgen Becker den “Mutter Mann Gottes” ab sofort nicht mehr einen “Hassprediger” nennt. Wer den bei der Kölner Bevölkerung so beliebten Kardinal im Gespräch mit Jürgen Becker mal erleben möchte das 37.6-Blog hat dieses Video ausgegraben:
Frau Bundesministerin Uschi Ursula von der Leyen spielt auch mit.
meisner hassprediger
Eine Betriebsräteschulung hat unlängst das Landesarbeitsgericht Hamm beschäftigt. Es ging wieder mal um die Erforderlichkeit einer Betriebsräteschulung. Der Seminarveranstalter war hiervon felsenfest überzeugt und begründete dies so:
Insoweit seien die BAG-Pressemitteilungen aus dem Jahr 2004 mit den Nummern 43, 44, 45, 46, 47, 49, 50, 55, 56, 59, 61, 64, 65, 66, 68, 69 und 70 zusammengestellt und mit den Teilnehmern des Seminars diejenigen Entscheidungen besprochen worden, die betriebsbezogen gewesen seien. Die genannten Entscheidungen seien für die betriebsbezogene Betriebsratsarbeit von Bedeutung gewesen. Quelle: LAG Hamm Beschluss 10 TaBV 62/06vom 19.01.2007
Das LAG Hamm bewertete das nicht ganz so und erklärte, dass die mehrtägige Schulung nur teilweise erforderlich gewesen sei. Eine Betriebsratschulung zu Themen der Betriebsverfassung auf Grundlage von Pressemitteilungen scheint wohl nicht die beste Idee zu sein.
Der Blumenverkäufer auf der Gerichtstoilette ist selbstverständlich eine Fiktion. Was sollte er auch dort? Fahrende Blumenverkäufer, auch “Rosenmann” gerufen, machen nur dort gute Geschäfte, wo Mann und Frau sich vornehmlich deshalb treffen, um zu klären, ob sie anschließend zu ihm oder zu ihr nach Hause gehen. Ein Pissoir, und dann auch noch eines in einem Gerichtsgebäude, dürfte allenfalls Menschen mit besonderen sexuellen Vorlieben als ein reizvoller Ort für ein Rendezvous erscheinen. Tatsächlich aber gibt es Zeitgenossen, die Gerichtstoiletten erstens durchaus reizvoll finden und zweitens auch noch über ihre dort gemachten Beobachtungen der Öffentlichkeit berichten. Am Ende kommt dann das heraus, was die auf “Klowand-Kommunikation” spezialisierte Wissenschaft die “Toilettenprosa aus dem Landgericht” nennt. Diese Textgattung weist eine enorm große Ähnlichkeit zum “Tratsch im Treppenhaus” auf. Unterscheiden tun sich die beiden Erzählformen lediglich dadurch, dass für das Getratsche und das ist gendermäßig verdammt inkorrekt die “Tratschweiber” verantwortlich sein sollen, wohingegen die “Toilettenprosa” ihr Dasein einzig und allein dafür aber ganz bestimmt der intellektuellen Schaffenskraft eines Mannes verdankt, dessen Handlungen in diesem Blog gelegentlich einer genaueren Analyse unterzogen worden sind. Die Befunde fielen stets erbärmlich aus, wie diese vom 18. Januar und vom 14. Februar diesen Jahres stammenden Beiträge beweisen. Heute vor einem Jahr, am 3. Juli des Jahres 2006, unterzog dieses Blog die “Gerichtstoilettenprosa” erstmals einer genaueren Untersuchung und fragte deren Urheber: Was soll das?! Eine Antwort darauf erfolgte nie und es ist auch nicht damit zu rechnen, dass eine solche irgendwann nachgereicht wird. Denn ein bestimmender Wesenszug von “Toilettenprosa-Schreibern” ist, dass sie vermutlich Opfer eines frühkindlichen Traumas oder anderer ein seelisches Ungleichgewicht auslösender Erlebnisse sind. In warmen Sommernächten kommen solche Prosa-Schreiber deshalb nicht zur Ruhe, weil kopulierende Liebespärchen auf benachbarten Balkonen lustvoll keuchen und stöhnen. Doch statt sich über derlei menschliches Verhalten zu freuen, wird der “Toiletten-Dichter” von Halluzinationen heimgesucht, wie sie sonst nur hochgradig erkrankte Alkoholiker im Delirium erleiden. Wenn der zu Unrecht verkannte Literat sich vorstellt, ihm völlig unbekannte Leute könnten schlecht über ihn reden, ist das noch die mildeste Form geistiger Inspiration für erstaunliche Geschichten. Und damit der “Toiletten-Dichter” sich nicht langweilt, berichtet ihm seine mit Geistes- und Sprachwitz wie keine andere Gruppe reich beschenkte Anhängerschaft, was sie tut, wenn eine junge Frau ohne Beachtung der vor der Kasse schlangestehenden anderen Kunden an die Kasse stürmt:
Ich habe dümmlich grinsend und denkbar auffällig ihre weiblichen Formen optisch studiert, was sichtlich zu Unbehagen führte. Quelle: Kommentar Nummer 4 zu einem Beitrag vom 30. Juni im Lawblog
“Dümmlich grinsend.” Gibt es eine größere Glaubwürdigkeit?
lawblogliteratur blawgsex
Besucht die Luftwaffe aus Kingston bei mySpace.
Am vergangenen Freitag war in diesem Blog zu lesen, dass die einem Private-Equity-Fonds gehörende MTU-Friedrichshafen mich hat abblitzen lassen; es ging um eine Stelle als Online-Redakteur bei dem Rüstungsunternehmen, das Reuters lieber einen Motorenhersteller ruft.
28. Juni 2007: Ich maile das Unternehmen an
Ich möchte es nun genauer wissen und schreibe diese E-Mail:
Inzwischen hat die MTU-Friedrichshafen mir gemailt, dass sie die Stelle bereits in der 22. KW ausgeschrieben habe, weswegen der Job nun auch nicht mehr zu vergeben sei. Mit anderen Worten: Bei der MTU-Friedrichshafen GmbH am Bodensee bittet man Interessenten um deren Bewerbungsmappen für eine Stelle, die gar nicht mehr frei ist. Gibt es ein größere Verarsche? Und was, wenn das nicht nur ein Einzelfall ist?
mtuonlineredakteur jobpilotbewerbung
Scheint schon etwas älter zu sein. Aber immer noch gültig.
Weil man ja nie wissen kann, wie deutsche Gerichte entscheiden: Vorsicht SATIRE!
Dass ich das noch erleben darf. Erst besticht die BILD durch eine seriöse und jederzeit ausschließlich der Wahrheit und Objektivität verpflichtete Berichterstattung über das Geschehen in Rostock, Heiligendamm und Kühlungsborn anlässlich des G8-Gipfels Anfang diesen Monats. Und jetzt macht sich die BILD-Redaktion gemeinsam mit ihrem die Nächstenliebe wie kein anderer verkörpernden Chef an der Spitze auf den Marsch für eine Welt ohne Kinderarmut. Wie gemein das Bildblog doch dem BILD-Chefredakteur mitspielte, als es Kai Diekmann zum “digitalen Abschuss” freigegeben hatte. Schämen sollten sich die Macher des Bildblogs ob so viel Geschmacklosigkeit.
Wie wohltuend anders da doch der BILD-Chef Diekmann handelt. Der G8-Strandkorb wird versteigert!!! Der Erlös geht an “Ein Herz für Kinder”.
Statt auf Rache zu sinnen gegen unverbesserliche Weltverbesserer, die statt der weltweit grassierenden Kinderarmut zu begegnen, viel lieber die Auto-Kindersitze der Familie Diekmann anzünden, wird die BILD-Crew aktiv im Kampf gegen die Kinderarmut. Geradezu edelmütig muss man es nennen, dass die BILD-Zeitung den Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, eine durchaus pikante Frage eben nicht stellt. Nämlich: Bleibt das klamme Land am Haff denn nun tatsächlich wie berichtet auf den Baukosten für den Zaun - pardon: für das kräfteökonomische Ausgleichselement sitzen? Nein, mit solch provokanten Fragen rücken die altruistisch veranlagten Meinungsmacher des Springer-Konzerns dem orangegefärbten Deichgraf aus Schwerin erst gar nicht auf die Pelle. Wohl auch deshalb nicht, weil es inzwischen heißt, der Zaun würde gewinnbringend verkauft. Der Deichgraf aus Schwerin indes scheint dem Braten nicht ganz zu trauen. Immerhin lässt der für die ohne nennenswerte Beanstandungen durchgeführten Polizeimaßnahmen am Rande des G8-Treffens mitverantwortliche Landesvater erkennen, dass man für den einen oder anderen Euro immer eine offene Hand hat. In der Pressemitteilung aus dem Axel-Springer-Verlag gibt der Herr Ministerpräsident das unumwunden zu.
Ja, ihr Globalisierungsgegner und Randale-Brüder! Bei soviel Aufopferungsbereitschaft aus dem Lager derer, die nach eurer Meinung stets für alles Böse und Gemeine in der Welt verantwortlich sein sollen, habt ihr nun endgültig ausgekichert. Erst nimmt euch die Bundesanwaltschaft eure IT-Infrastruktur und wenn keiner mehr damit rechnet, kommt die BILD und pinkelt euch in die moralingetränkte Agitatorensuppe. Zieht einen Schlussstrickh! Versöhnt euch mit BILD und macht Kai Diekmann zum Ehrenmitglied von Attac.
BildG8-Heiligendamm strandkorbkai diekmann
Gerade erfahre ich per E-Mail von der virtuellen Ausstellung zu den Themen “Mindestlohn” und “Armut in Deutschland”.
Weil Merkel & Co. in Sachen Mindestlohn längst abschlägig entschieden haben, lässt dieser späte Veröffentlichungstermin vermuten, dass die Gewerkschaften nur wenig Hoffnung hatten, die Große Koalition würde womöglich doch einen gesetzlichen Mindestlohn einführen. Zur Ausstellung bitte hier entlang!
Laut dpa hat Politik-Professor Jürgen Falter von “Sabine Christiansen” folgende Zeilen zugefaxt bekommen:
Allen, die Frau Christiansen vermissen, empfehle ich den Song “Sie ist weg” von den Fantastischen Vier. Fanta-Vier sollte indes nicht auf allzu viele Klicks hoffen, da ich mir nur schwer vorstellen kann, dass überhaupt jemand Frau Christiansen vermisst.
Den “Tango Korrupti” von Reinhard Fendrich gibt es H I E R ! ! ! Und Deutschlandradio Kultur meldet: “Jurist: Deutsche Unternehmen unterschätzen Korruption”. Natürlich ist der thematische Aufhänger die Siemens AG. Einfach mal reinhören, denn der Sender hat auch das MP3-File im Angebot. Gefunden im Arbeitsrechtblog.
Die Börse jubelt bereits und bei Balda in Ostwestfalen erwägt man bereits den Bau eines Zweitwerks in China. Und in diesem Video ist zu sehen, was am iPhone von Apple so toll ist.
Ich sehe jetzt schon ganz viele dieser Bedenkenträger im juristischen Schrifttum, die behaupten werden, dass ein Betriebsrat dergleichen nicht benötigt. Das erinnert mich daran, dass ich heue unbedingt in die Bibliothek muss.
Es geht um den Ver.di-Streik bei der Telekom AG und dessen Ausgang:
Ver.di hat auch schon geantwortet und sagt: Alles Lüge!
Aus der bis zum 16. Juli 2007 unterstützungsfähigen Online-Petition:
Mehr dazu gibt es hier: K L I C K ! ! !
Und was bitteschön bedeutet das?
Die ehemalige DGB-Vize-Chefin Ursula Engelen-Kefer dazu:
Im Vordergrund sollen die Kernarbeitsnormen der Dreigliedrigen Erklärung von 1998 stehen: Vereinigungsfreiheit und Kollektivvertragsfreiheit, Verbot der Zwangsarbeit, Beseitigung der Kinderarbeit, Verhinderung von Diskriminierungen aller Art. Es geht aber auch um die Grundsätze zur Sozialen Sicherheit. [via: ] Nachdenkseiten
Der aus dem Jahr 2006 stammende Bericht über die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten ist alles andere als beruhigend, wenn es um die Vereinigungsfreiheit der Arbeitnehmer geht. Und das gilt keineswegs nur für Kolumbien, obwohl gerade in Kolumbien der amerikanische Konzern Coca-Cola eine wenig rühmliche Rolle zu spielen scheint. Coca-Cola wird vorgeworfen, für die Morde an Gewerkschaftern, begangen auf dem Betriebsgelände von kolumbianischen Coca-Cola-Aufragsfirmen, mitverantwortlich zu sein. Unbedingt lesen: Coca-Colombia im Spreeblick.
Die Sache scheint klar zu sein: Notwehr. Die Polizei fand den Leichnam des getöteten Arbeitgebers nur mit einer Unterhose bekleidet.
Gibt es etwas Perfideres als das, was im Jahr 2005 Schwarz-Gelb widerfahren ist? Die SPD hatte gerade erst ihr Stammland NRW an Schwarz-Gelb verloren und war bis ins Mark erschüttert, da hieß es im fernen Berlin: “Neuwahlen! Noch in diesem Herbst.” Die Sozi-Basis gab sich kleinmütig und wimmerte: “Und das mit nur höchstens 24 Prozent Wählerzustimmung.” Die Buchmacher schüttelten die Köpfe, sagten bloß: “Na, das Ding ist gelaufen”, und wandten sich gelangweilt ab. Doch mit der Langeweile war bald schon Schluss. Der Niedersachse im Kanzleramt legte einen Parforce-Ritt hin, dass einigen schwindelig wurde. Vor den Augen der Fernsehnation watschte der kraftstrotzende Reiter aus Hannover die Besiegte aus der Uckermark ab. Doch bei YouTube erschienen bald schon die ersten Ehrungen der glücklosen Wahlkämpferin. Heute im Juni 2007 liegt die alte Tante SPD bei mageren 25 Prozent Wählerzustimmung. Doch anders als vor zwei Jahren ist weit und breit kein “goldener Reiter” mit SPD-Parteibuch zu erblicken. Und auch wenn dieses Video schon etwas älter ist; die Lage der SPD beschreibt es in sehr glaubwürdiger Art und Weise. Nur die von Frau Westerwelle repräsentierte betreute Wählergruppe mag nicht so richtig in Stimmung kommen wollen. Auf die richtige Strategie komme es an, sagt sie. Wie wahr, wie wahr.
spddemoskopie
Diese Woche steht eine Schulung für Wirtschaftsausschussmitglieder auf dem Plan. Die Zeit fürs Bloggen wird also knapp. Also habe ich mir etwas ausgedacht, womit sich die Zeit am besten vertreiben lässt, wenn das 37.6-Blog allenfalls vor sich hinköchelt. Die Lösung findet sich in Gestalt einer Linksammlung für Börsenspekulanten. Der erste Eindruck sagt mir, dass dort auch wichtige Websites für die Mitglieder von Wirtschaftsausschüssen des Betriebsrats zu finden sind. Die Rede ist vom Aktienboard.
jahresabschlusswirtschaftsausschussbetriebsrathgb
Bei Ad-hoc-News findet sich der gestrige Diskussionsstand zum gesetzlichen Mindestlohn. Für Grün gilt:
Frau Merkel zeigt sich davon wenig beeindruckt und schraubt nun gemeinsam mit der SPD am Entsendegesetz rum. Blöd nur, wenn der SPON das hier berichtet: “Details zur Reform dieses Gesetzes blieben zunächst ebenso offen wie die Antwort auf die Frage, für welche Branchen konkret die neuen Entsendegesetz-Regelungen gelten sollen.” Dieses Blog wünscht der SPD viel Spaß, wenn sie im kommenden Wahlkampf mit dem Thema “Mindestlohn” auf Stimmenfang geht. Eine Frage wird der SPD dabei wohl nicht erspart bleiben: In welcher Konstellation sie denn meint, den “Mindestlohn” per Gesetz einführen zu können? Die FDP steht für derlei Projekte ja wohl eher nicht zur Verfügung.
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Damit der Betriebsrat seine Aufgaben erfüllen kann, hat ihn der Arbeitgeber gemäß § 80 Absatz 2 Satz 1 BetrVG “rechtzeitig und umfassend” zu unterrichten. Was aber ist zu tun, wenn der Arbeitgeber Informationen liefert, die fragwürdig sind? In diesem Fall empfiehlt sich ein Ausweichen auf andere Informationsquellen. So kann selbst der störrischte Arbeitgeber dem Betriebsrat wirtschaftliche Unterlagen wie etwa den Jahresabschluss, den Lagebericht oder den Bericht des Aufsichtsrates nicht vorenthalten, wenn der Betriebsrat oder besser eines seiner Mitglieder Aktien des Unternehmens besitzt. Denn jeder Aktionär kann eben diese Unterlagen herausgegeben verlangen.
Und dann gibt es noch den Fall, wo der Betriebsrat nichts über die unternehmensrechtlichen Kategorien erfährt, weil der Arbeitgeber weiß, dass hiervon wiederum die Reichweite der dem Wirtschaftsausschuss (§§ 106, 108 BetrVG) zu gebenden Informationen abhängt. Einzelheiten dazu in “Arbeitsrecht im Betrieb”, Ausgabe Mai 2007, Seite 269. Abhilfe schafft hier regelmäßig die Einsichtnahme ins Handelsregister gemäß § 9 Absatz 1 Handelsgesetzbuch (HGB). Im Internet gibt es über das Elektronische Handelsregister Rheinland-Pfalz solche Informationen auch online. Die Kosten hierfür hat auch wenn es der INSM ähem dem Institut der Deutschen Wirtschaft nicht schmeckt, gemäß § 40 Absatz 1 BetrVG der Arbeitgeber zu übernehmen.
Einfach genial, was der Spiegelfechter da in die Welt gesetzt hat. Am besten gefällt mir ja die Passage, wo der Spiegelfechter den Thüringer-FDP-Block begeistert klatschen lässt angesichts des zuletzt erdrutschartigen Wahlsieges der FDP in Thüringen mit Eins-Komma-Eins Prozent der Wählerstimmen.
Wahlplakatmontage gefunden beim Spiegelfechter.
Am vergangenen Freitag auf der Fahrt nach Hamburg las ich in der Frankfurter Rundschau:
10654 Erntehelfer aus dem Ausland schufteten auf den hessischen Feldern. Die meisten kommen aus Polen, Rumänien oder Kroatien. Doch für viele sind Jobs in England oder den Niederlanden attraktiver - dort gibt es keine Beschränkungen und mehr Geld für die Saisonarbeiter.
Um die Sache rund zu machen: In England und in Holland gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn.
Die Arbeiterkammer Wien hat eine hervorragende Broschüre zum Thema “Unternehmenskennzahlen” in ihrem Angebot. Die PDF-Datei ist kostenlos erhältlich.
§ 108 Absatz 5 BetrVG ist eindeutig, wenn es dort heißt:
Klicken und Großansicht in neuem Fenster!!
Und weil Kapitalgesellschaften seit diesem Jahr ihren “Jahresabschluss” veröffentlichen müssen, gibt es nun den passenden Hyperlink zum Unternehmensregister, wo die Wirtschaftsausschuss-Mitglieder fündig werden können.
jahresabschlusswirtschaftsausschussbetriebsratrecherche
GPS-Navigation ist eine feine Sache. Auch für manchen Arbeitgeber hat das Global Positioning System (GPS) einen ganz besonderen Reiz.
Denn längst werben Privat-Detekteien bei den Arbeitgebern landauf, landab damit, dass sie immer wüssten, wo sich die Außendienstmitarbeiterin oder der Lkw-Fahrer gerade befindet. Dank moderner Überwachungstechniken ist das längst kein leeres Versprechen mehr. Und so fordern Arbeitsrechtler bereits ein Recht auf ein “Aufenthaltsgeheimnis”. Die an Personalrats- und Betriebsratsmitglieder gerichtete Zeitschrift “Computer und Arbeit” zeigt im aktuellen Heft Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der neuen Überwachungstechniken auf. Den Beitrag “Bewegungsdaten erfassen mit RFID & Co.” gibt es dort gratis als PDF-Datei.
vw rfidüberwachungbetriebsrataufenthaltsgeheimnis
Oh la la, Monsieur le president! Was ist denn mit Ihnen passiert? Verträgt Nicolas Sarkozy keinen Wodka oder ist Wladimir Putin einfach nur besser im Training? Vielleicht hat der “lupenreine Demokrat” aus Russland in alter Geheimagentenmanier aber auch nur Wasser getrunken und dem französischen Staatspräsidenten den Wodka allein überlassen? Fragen über Fragen. Und die beste aller Fragen wie immer zum Schluss: Wann sehen wir Wladimir Putin besoffen in einer Pressekonferenz?
Inzwischen hat sich bereits ein belgischer Journalist für das Video entschuldigt. Wie ist der denn drauf?
heiligendammG8nicolas sarkozypressefreiheit
Die Fachzeitschrift “Arbeit und Recht” ist neben ihrem Schwesterblatt “Arbeitsrecht im Betrieb” eine bei Personal- und Betriebsratsmitgliedern beliebte Informationsquelle. Personal- und Betriebsräte mit einem Juris-Zugang haben nun auch Zugriff auf die “Arbeit und Recht”. Juris teilt mit:
Einzelheiten auf der Juris-Homepage.
Zu den Juris-Datenbanken mehr im 37.6-Blog-Archiv:
jurispersonalratbetriebsraturteile
Peter Hartz konnte durch ein Geständnis gerade noch verhindern, dass vor dem Strafgericht schöne Frauen die eine oder andere Pikanterie über ihn, den Ex-VW-Personalvorstand, ausplaudern konnten. Mal sehen, was Hans-Jürgen Uhl morgen beim Auftakt seines Strafprozesses machen wird.
Hans-Jürgen Uhl, seines Zeichen Ex-SPD-MdB, Ex-SPDler und Ex-IG Metaller, wird wohl ähnliches versuchen - ein Geständnis hat er bereits angekündigt. Uhl soll während seiner Zeit als Betriebsrat (Ja, Ex-BR-Mitglied ist Uhl auch!) bei der Volkswagen AG in der einer Sexaffäre verstrickt gewesen sein und auf Firmenkosten sexuellen Umgang mit schönen aber blöderweise käuflichen Frauen gehabt haben. Hätte dem Ex-Betriebsrat Uhl doch auch mal einer sagen können, dass er seine Hormonbehandlung besser selbst hätte finanzieren sollen. Das hätte ihm die Erfahrung, dass Geiz gar nicht geil ist, erspart. Aber so dürfen wir gespannt sein, ob morgen in Sachen VW-Sexaffäre Neues zu hören sein wird.
Robert Basic scheint auch schon unter dem Einfluss des Prozessauftaktes zu stehen, präsentiert er doch gleich mehrere schöne Frauen auf Video. Ich habe mich für den Clip mit Alizee entschieden. Ist auf alle Fälle schöner als ein besoffen vor sich hinlallender Staatspräsident von France
vw betriebsratpeter hartzspdig metall
Der “Ein-Mann-Betriebsrat” ist keine Seltenheit und birgt ganz besondere Risiken. Fällt nämlich das einzige Betriebsratsmitglied zeitweise oder dauerhaft aus, liegt die Betriebsratsarbeit ruckzuck in Scherben. Um dies zu verhindern, gilt der “Kontinuitätsgrundsatz”, der darauf zielt, ebensolche Zusammenbrüche zu verhindern. Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven unterstreicht dies, wenn es in einer rechtskräftigen Entscheidung feststellt, dass das erste Ersatzmitglieds eines “Ein-Mann-Betriebsrats” einen Schulungsanspruch hat.
Das Gericht stellt folgende Leitsätze auf:
Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven, Beschluss 5 BVGa 28/06 vom 14.09.2006
scheidung sollte jeder “Mini-Betriebsrat” beherzigen.
37.6-Schulungpersonalratbetriebsraturteile
Das wollt Ihr gerne wissen, was? Guckt doch selber nach. Mich hat das Ergebnis jedenfalls nicht überrascht. Und am besten gefällt mir die Charakterisierung des Gewinners als “der notorisch ungenau bloggende Journalist”. Chapeau Ladys! Besser hätte ich über ihn auch nicht schreiben können. Als Anerkennung nun eine meiner vielen Lieblingssängerinnen:
kate bushpeter turi
Darum geht es im “lawblog”: Arbeitnehmer klagt auf Lohnzahlung für das vergangene halbe Jahr. Arbeitgeber sagt, er hätte das Geld doch bar ausgezahlt. Eine Quittung (oder besser: mehrere Quittungen) kann der Arbeitgeber nicht vorweisen. Der Strafverteidiger hat den Fall übernommen. Ein Kommentator (vgl. Kommentar Nummer 8 hierzu) denkt mit und schreibt:
Ein bohrende Frage an den Mandanten von Herrn Vetter? Hat er (sic. der Arbeitgeber) Sozialversicherungsbeiträge korrekt abgeführt?
Im “lawblog” steht was von “ordnungsgemäßer Abrechnung”.
leistungsklagelawblog
Und wieder ist dem 37.6-Blog exklusiv ein Abhörprotokoll des Geheimdienstes von Cachaccastan zugespielt worden. Diesmal geht es nicht um die Kaperung des Greenpeace-Schiffes “Arktischer Sonnenreis”, sondern um den Herrenabend der Juristenvereinigung “Concordia Justitia” Thema das Abends “Geld verdienen mit Weblogs”.
Hier der Mitschnitt der cachaccastanischen Agenten:
Versammlungsleiter: Meine Herren ich begrüße Sie zum Herrenabend unser aller “Concordia Justitia” und freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass ich einen bekannten Berufskollegen und Internet-Tagebuchschreiber aus der Nähe des Rhein-Ruhr-Flughafens als Referenten gewinnen (Stimme wird überlagert durch die Stimmen von zwei Rechtsanwälten im Publikum.) RA 1: Hasse datt gehört? “Internet-Tagebuchschreiber”!!! Muahahaah RA 2: Wetten, dass unser “referierender Berufskollege” gleich was dazu sagen wird?! (Greift in die Innentasche seines Sakkos, fingert einen Flachmann hervor und lädt seinen Tischnachbarn auf eine Schluck aus der Pulle ein. RA 1 nimmt einen kräftigen Zug, räuspert sich und reicht die Schnapspulle zurück.) RA 1: Mann, iss datt lecker. Woher hasse datt denn? RA 2: Berufsgeheimnis. Nur soviel: Ein Mandant von mir mag Obst nur als Destillat. Jetzt wundern sich alle, weshalb der jede freie Minute in seiner verbarrikadierten Gartenlaube verbringt. RA 1: Recht hat der Mann. Der Steuern fressen uns ja förmlich auf. Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Branntweinst
Versammlungsleiter (laut und fordernd): Meine Herren, ich muss doch sehr bitten! Oder hat einer der hier Anwesenden etwa was zu verschenken?! Na bitte. Also dann Herr Kollege, fangen Se mal an. Wir wollen doch immer wissen, wie man Geld verdienen kann.
Die nächste halbe Stunde ist garniert mit Ausführungen zum Persönlichkeitsrecht. Von Lizenzen, Urheberrecht und “Contentdieben” ist die Rede. Und nach vielen “Ähs” und “Dazu später mehr” zeigen Schnaps und Bier bei den Zuhörern bereits erste Wirkung. Leichte Unruhe kommt auf und gerade noch rechtzeitig kommt der Referent zu der Frage, die alle so brennend interessiert, nämlich: “Geld verdienen mit Weblogs Wie geht das?”
Referent: Liebe Kollegen, ich weiß, das war jetzt eine ganze Menge Stoff. RA 1: Abba so watt von lecker. Referent guckt leicht verwirrt und setzt erneut an. Referent: Nun, wie auch immer. Ob Sie zum Psychotherapeuten gehen oder bloggen ist egal. Ruf aus dem Saal: Zur Sache Schätzchen! Referent: Nun gut. Was ich damit sagen will: Sie brauchen überhaupt nicht zu bloggen, um an Geld zu kommen. An das Geld derjenigen nämlich, die bloggen mich natürlich ausgenommen. (Referent lacht.) Ruf aus dem Saal: Und, wie geht das? Referent: Total einfach. Blogs brauchen ein Impressum. Ohen Impressum droht ein Bußgeld von 50.000 Euro. “Gutmenschen” ich meine natürlich “Gute Menschen” wie wir (Referent kichert jetzt leicht irre) bewahren den Blogger vor solch dreisten Forderungen des Staates. RA 1: Abmahnung! Kostennote! Jippeh!!! Referent: Genau, Herr Kollege. Das Zauberwort heißt GoA und die kostet natürlich. 1.000 Euro plus Mehrwertsteuer.
ehender Prüfung dieses Mitschnitts und nach der Lektüre dieses bei heise.de erschienenen Beitrags und der Gebührentabelle zu § 13 RVG, besteht an der Echtheit des Geheimdienst-Protokolls kein Zweifel. Wochen nach dieser Versammlung schreibt ein von einem Nichtjuristen geführtes Blog passend dazu:
Eines steht fest: Da spricht kein Blinder von der Farbe, sondern einer, der selbst schon abgemahnt wurde.
Abmahnungkostennoteimpressumspflichtweblogs
Der heute zu einer Geldstrafe verurteilte Hans-Jürgen Uhl sagte laut Süddeutsche Zeitung:
Es trifft zu, dass ich während meiner Zeit als Betriebsratsmitglied Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen habe. Die Frauen seien über den Ex-VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vom Konzern bezahlt worden.
Dass derartige “Personalkosten” eben keine erstattungsfähigen Ausgaben des Betriebsrats im Sinne von § 40 Absatz 1 BetrVG sind, dürfte jetzt auch dem Letzten klar geworden sein. Die von Uhl vergötterte “Lola” aka Laura soll laut Süddeutscher gegenüber der Vanity-Fair gesagt haben:
“Nach dem ersten Blickkontakt war klar, dass Uhl mich wollte und keine andere. Schon nach zehn Minuten gingen wir aufs Zimmer.”
Mit anderen Worten: Eine echte “Killer-Application” dieses Vollweib. Wer Hyperlinks zu Bildern von dem Männer mordenden (schreibt man das so?!) “Frauenzimmer” hat HER DAMIT!!! Ich will auch mal sehen
Jetzt läuft er also, der:
unter der Überschrift:
Hmmh das Archiv des 37.6-Blog spuckt zumindest zum Thema “Politikverdruss” auch was aus: Erstens, eine von mir im Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen erschienene Analyse zu der Frage: Politikverdruss - tragen die Medien Schuld?
Und dann gab es da noch eine Beschreibung dessen, wie die vom SPD-Vorsitzenden Kurt Beck jüngst entdeckten Neoliberalen über das Thema denken.
Zum Blog-Karneval im Onezblog selbst werde ich nichts beisteuern. Wer aber das Thema näher beleuchten will, der sollte unbedingt das Gespräch zwischen Rudi Dutschke und Günther Gaus nachlesen. War gestern noch in Auszügen bei Phönix zu hören.
Die Podcasts des Volker Kauder sind fast schon legendär und erinnern irgendwie auch an den “Roten Rudi”, der auf dem Rennrad wesentlich mehr Tempo aufnimmt als beim Sprechen. Vielleicht mag diese Parallele zum früheren SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping verantwortlich dafür sein, wenn der amtierende Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder der SPD, ohne dass ihn vorher jemand darum gebeten hätte, Ratschläge zum nächsten Wahlkampf erteilt. Bei der Deutschen Welle heißt es:
Die SPD, so der CDU-Schnellsprecher Podcaster, würde sich mit dem Thema “Mindestlohn” selber schaden, weil bei diesem Thema nur die Linkspartei gewinnen könne. Sollte noch jemand nach der personifizierten Fürsorge und Barmherzigkeit suchen, der Kauder sollte es sein. Immer noch besser als ein SPD-Wahlkampfleiter mit diesem Namen. Denn das würde der SPD garantiert schaden.
Der Verlag der Deutschen Wirtschaft bzw. dessen Tochter, der Personalverlag, teilt seiner Klientel im Arbeitgeberlager mit, dass Pendlerkosten eines Betriebsratsmitglieds nicht erstattungsfähig (§ 40 I BetrVG) seien. Im Grunde nichts Neues, wollte man meinen. Aber der Arbeitgeber-Verlag frohlockt deshalb, weil das LAG Baden-Württemberg individualrechtliche und kollektivrechtliche Tatbestände nicht auseinanderhalten mag und ebenso folgerichtig wie falsch ein Betriebsratsmitglied auf den durch seine Freistellung (§ 38 BetrVG) bedingten höheren Fahrtkosten sitzen lässt. Wolfgang Schneider bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt:
Es liegt neben der Sache, hieraus den Schluss zu ziehen (wie es das LAG und vorher das Arbeitsgericht getan haben), der (vertragliche) Leistungsort des betreffenden Betriebsratsmitglieds habe sich von der Filiale in D. zum Betriebssitz in B. verlagert. In B. hatte der Betriebsratsvorsitzende zu keinem Zeitpunkt Arbeit zu leisten.
Im Zentrum der Kritik steht der Beschluss des LAG Baden-Württemberg vom 27.7.2006 11 TaBV 3/05, der hier im Volltext zu finden ist. Die Fachzeitschrift für den Betriebsrat “Arbeitsrecht im Betrieb” befasst sich in ihrer Mai-Ausgabe ab Seite 299 mit dem Richterspruch, der einen alten Titel von Kurt Tucholsky in Erinnerung ruft, nämlich: “Justitia schwooft” - und diesmal bezahlt der Betriebsrat die Musik.
Kann ein Pressesprecher seinen Job behalten, wenn die aus seinem Bereich kommenden Presse-Informationen vor Fehlern nur so strotzen? Die Antwort: Er kann. Dieses Video über eine Telekom-Presseinformation beweist es.
Die in größerer Runde geäußerte Vermutung, bei den G8-Demonstrationen könnte die Polizei “agents provocateurs” eingesetzt haben, wollten am 7. Juni nur die wenigsten teilen. Einen Tag später meldet niemand anders als die Polizeipressestelle M-V:
Okay, okay - nun ist ein Zivilbeamter etwas anderes als ein in Autonomen-Schick gewandeter Pseudo-Anarchist im “Schwarzen Block”. Ob die Polizei ihre zögerlich abgegebenen Bekenntnisse nun als “Kommunikationsstrategie” oder und das wäre weitaus angemessener als Hinhaltetaktik bezeichnet, sei dahingestellt. Klar ist nur: Das Gebaren der Polizei und ihrer Presseabteilung ist alles andere als glaubwürdig. Und so heißt es folgerichtig bei FS 48: “Die Story des umsichtigen Undercover-Agenten könnt ihr jemand anderem auftischen, ihr Vollpfosten!”
heiligendammG8agent provocateurversammlungsfreiheit
Da schreibt Dottore Stefan Willeke (43) für DIE ZEIT ein Feature über die Nöte eines norddeutschen Großbauerns in einer globalisierten Welt und “ein undankbarer Leser” kommentiert dies mit folgenden Worten:
Die Epik des Textes von Herrn Willeke kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er inhaltlich der einfachen Welt des Großgrundbesitzers Rudolf Behr aufgesessen ist. Als Leser eines journalistischen Textes vermisse ich die kritische Distanz zum hier berichteten. Eine möglichst wertfreie und kritisch hinterfragende Berichterstattung ist hier m.E. nach nicht gegeben. Es werden Stammtisch-Klischees episch widergekäut, deren Informations- und Erkenntniswert gegen Null tendiert. Will sagen: Ich weiß nicht mehr als zuvor. Allein der Begriff “Arbeitsunwillige” zu verwenden erinnert doch sehr an Boulevard-Journalismus oder gar Schlimmeres. Wieso wird von einem Journalisten dieser Begriff nicht kritisch hinterfragt, sondern niedergeschrieben? Überhaupt: Was beabsichtigt Herr Willeke mit diesem Text?
Und wie es sich für einen ZEIT-Autoren geziemt, bleibt Willeke dem Leser die Antwort hierauf schuldig. Willeke hat gut daran getan. Denn die nötige Achtung seiner journalistischen Leistung erbringt ihm die Jury der Johanna-Quandt-Stiftung, deren Medienpreis Stefan Willeke am 22. Juni in Frankfurt am Main erhalten wird. Das aktuelle Medium Magazin meldet auf Seite 81:
Für seine “Zeit”-Reportage”An der Salatfront” erhält Willeke ein Preisgeld von 30.000 Euro [ ]
Vielleicht ist das ja Antwort genug auf die immer noch offene Frage danach, was Willeke denn mit seinem Text beabsichtigt hat?!
willekeerntehelferjournalistenpreisdie zeit
Israel verdankt Rot-Grün eine ganze Menge. Etwa das hier:
Übrigens:
Die von Rot-Grün gelieferten bezahlten U-Boote sind auf Wunsch Israels mit atomwaffentauglichen Torpedorohren versehen worden.
Das 37.6-Blog ist aufgrund seiner guten Kontakte zum Geheimdienst von Cachaccastan in den Besitz eines streng vertraulichen Mitschnitts aus Heiligendamm, Ostseeküste in Deutschland, gelangt. Das Weiterlesen erfolgt auf eigene Gefahr, da dieses Blog keine Haftung für etwaige Besuche der virtuellen oder realen Art übernehmen kann oder will, geschweige denn darf. Sage nachher bitte keiner, er wäre nicht hinreichend gewarnt worden!
Möwe 1: Möwe Eins an Seehund Zwei! Seehund Zwei, hört ihr mich?
Seehund 2: Hier Seehund Zwei. Wir hören euch klar und deutlich? Watt liegt an? Sind euch nen paar Globidioten in die Ostsee entwischt? Over.
Möwe 1: Wieso in die Ostsee? Watt sollen die denn da? Die Kollegen auf WW 1 bis WW 50 geben den Globidioten so viel Wasser auf die Rübe, datt die gar keinen Bock mehr auf Ostsee haben. Over.
Seehund 2: Und um mir datt zu vertellen, funkst du mich an?! Over.
Möwe 1: Jau, stimmt ja. Hätt´ ich fast vergessen. Also bei euch da draussen schippert so´n Boot von Grienpiess rum. Arktischer Sonnenreis oder so, soll der Scheisskutter heißen. Over.
Seehund 2: Jau, haben wir gesehen. Und?! Over.
Möwe 1: Na, der Chef meint, datt ihr denen mal nen Besuch abstatten könntet, bevor ihr vor Langeweile von Frau Merkel träumt. Over.
Seehund 2: Vonne Merkel träumen?! Sach dem Chef mal, datt wir hier strengstes Drogenverbot haben und datt auch beachten. Ja, machse datt?! Over.
Möwe 1: Wird gemacht Kamerad. Aber jetzt mach´ mal hinne und fahr rüber zu der Regenbogen-Barkasse. Over.
Seehund 2: Ja, wie jetzt. Einfach so? Over.
Möwe 1: Saa´mal willze Ärger oddaaaa watt? Warum denn nich “einfach soooo”? Wär´ ja nich datt erste Mal, datt wir datt so machen. Fahrt hin, geht an Bord und dann werdet ihr schon watt finden. Und wennet nur nen paar Joints sind. Dann braucht ihr wenigstens nicht vonne Merkel träumen. Hähähä. Over. Hähä.
Seehund 2: Jau Chef, wird gemacht. Over.
mdienst von Cachaccastan scheint die Störsender des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) tatsächlich erfolgreich ausgetrickst zu haben, denn heute Abend meldet das Hamburger-Nachrichtenblog:
Die Wasserschutzpolizei Rostock und die Bundespolizei haben heute das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise auf der Ostsee ausserhalb des Sperrgebietes von Heiligendamm durchsucht. Die Beamten beschlagnahmten einen Heissluftballon und machten die Schlauchboote an Bord fahruntüchtig, bis auf eines. Die 24köpfige Besatzung musste während der Durchsuchung in der Messe bleiben.
37.6-Blog wünscht Greenpeace und dem Konsumblog: Allzeit Gute Fahrt und immer ´ne handbreit Wasser unterm Kiel!
heiligendammG8greenpeacehausdurchsuchung
Bayerische Zocker wissen: “Ober sticht Unter!” Leicht verzockt hat sich eine Arbeitgeberin, die einem zur Stammbelegschaft gehörenden Beschäftigten “betriebsbedingt” gekündigt hatte, aber dessen Tätigkeiten weil wirtschaftlicher von einem Leiharbeiter verrichten ließ. Das Landesarbeitsgericht Hamm dazu:
Eine Kündigung, die der Arbeitgeber wegen Wegfalls der bisherigen Beschäftigungsmöglichkeit erklärt, ist nicht durch ein dringendes betriebliches Erfordernis bedingt, wenn der Arbeitgeber die Arbeitnehmerin anderweitig beschäftigen kann. Bei der Prüfung der anderweitigen Beschäftigungsmöglichkeit sind auch die Arbeitsplätze einzubeziehen, auf denen der Arbeitgeber im Zeitpunkt des Auslaufens der Kündigungsfrist dem betrieblichen Weisungsrecht unterstehende Leiharbeitnehmerinnen einsetzt. Pressemitteilung des LAG Hamm
http://blog.juracity.de/2007-06-06/austauschkuendigung-leiharbeiter-sind-zuerst-zu-entlassen.html#more-1186">Michael Felser hat für diesen untauglichen Kündigungsversuchs eines Arbeitgebers auch schon einen Begriff gefunden nämlich: “Austauschkündigung”.
Guido Westerwelle hat so manchen Freund in Klein-Bloggersdorf. Das mag ursächlich sein dafür, weshalb mancher Blogger über diesen rechtsstaatlich bedenklichen Satz des Juristen Westerwelle großzügig hinwegsieht.
«Und wer Betonbrocken auf diese Polizisten wirft, ist ein versuchter Totschläger», sagte der FDP-Chef.
Weniger zurückhaltend geht die bloggende FDP-Klientel zu Werke, wenn ähnlich dummes Zeug von einem Sozialdemokraten geäußert wird. Da zitiert die Welt-Online den SPD-Abgeordneteten Johannes Kahrs so:
“Was diese Typen machen, ist versuchter Mord - und genauso müssen sie vor Gericht behandelt werden.”
Für den bloggenden Strafverteidiger aus Düsseldorf-Derendorf ein willkommener Anlass, um sich als Robin Hood der Bürgerrechte aufzuführen. Zu Westerwelles Ausspruch indes Schweigen im Walde in der kleinen Kanzlei am Rande der Stadt. Ich frage jetzt mal in die Runde: Was ist subjektiv und was manipulativ?
heiligendammG8strafverteidigerrechtsstaatversammlungsfreiheit
Gericht: Anklage gegen EnBW-Chef Claassen voll zugelassen
Ist dieser Blogger nicht auf “Wirtschaftsstrafsachen” spezialisiert? strafverteidiger
Das Kulturprogramm der G8-Kritiker ist ebenso bunt wie vielfältig. Konzerte, Mal-Aktionen und Theateraufführungen die Angebot ist groß. Gleichwohl bleibt eine Frage offen: Welchem Schauspiel durfte die Weltöffentlichkeit am vergangenen Samstag beiwohnen, als ein isolierter Haufen den friedlichen Protest und jede Kritik an der Weltwirtschaftspolitik ad absurdum führte, indem er es mal richtig “krachen” ließ?
Im Internet ist nachzulesen:
Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm waren Mitglieder der demokratischen Bewegung in Deutschland. Ob sie damit einverstanden wären, wenn “Rotkäppchen und der böse Wolf” (nach der Welturaufführung in Genua im Jahr 2001) in einer modernen Adaption am 2. Juni 2007 in Rostock nochmal aufgeführt worden sein sollte?
heiligendammG8
Die jüngste BAG-Entscheidung zum Thema “Whistleblowing” und Strafanzeige eines Arbeitnehmers gegen seinen Arbeitgeber stammt vom 7. Dezember 2006.
whistleblowing
Weil mir das Bild von “Rotkäppchen und dem bösen Wolf” so gut gefällt, wenn es um die Ausschreitungen vom 2. Juni beim G8-Gipfel geht, erklärt nun “Rotkäppchen” aka Junge Welt, was ein “schwerverletzter Polizist” ist. Von denen soll es laut offizieller Verlautbarungen und Medienberichten zwischen 30 bis 41 gegeben haben. Hören wir mal rein, was “Rotkäppchen” dazu zu berichten weiß:
Ich höre schon wie Wiefelspütz, Esterhady, Pofalla und Westerwelle schreien: “Übelste Propaganda!” Nun, bis auf Esterhady sind alle genannten Personen zugleich Juristen, so dass sich ein Blick auf die Gerichtsbarkeit im Nachklang zur G8-Demo vom 2. Juni anbietet. Dazu heißt es:
Wegen versuchter Körperverletzung wird man bestraft, wenn der Erfolg (ja, die Juristen nennen das Erfolgsdelikt), also die “Körperverletzung”, nicht eingetreten ist. Kurzum: Stein geworfen, aber Körperverletzung ausgeblieben. Noch Fragen?!
Die Wahrnehmung des Junge Welt-Artikels verdanke ich dem Zufallsfaktor
Als früherer Stabsschef des amerikanischen Vize-Präsidenten Dick Cheney hat Lewis “Scooter” Libby auch an dem einen oder anderen G8-Treffen teilgenommen. Jetzt soll “Scooter” ins Gefängnis.
Das Strafurteil ist schon erfolgt, doch es steht noch der Gang durch die Instanzen an und wenn auch das nichts mehr helfen würde, könnte George W. Bush (das ist der Präsident der USA) “Scooter” Libby schließlich begnadigen.
Ob Libby tatsächlich hinter Gitter kommt, ist jedoch fraglich. Experten verwiesen auf langwierige Berufungsverfahren und die Möglichkeit einer Begnadigung durch Präsident George W. Bush. [via: ] Reuters
n sich die Rechtsanwälte und Gerichte in den Staaten aber beeilen. Denn die Tage von George W. als Präsident sind gezählt. In knapp eineinhalb Jahren ist Schluss mit Lustig für den Texas-Cowboy.
heiligendammG8whitehousebush
Wenn ein multinational operierender “Freund Israels” namens Starbuck das gegen die Palästinenser aufgestellte politisch rechte Lager im Staate Israel (ja, auch dort gibt es Rechte!) materiell und ideell unterstützt, gerät mancher neoliberaler Blogger zuweilen ins Schwärmen. Das Ergebnis liest sich dann so:
Was für eine Ethik soll das sein, wenn der Starbuck´s Vorstandsvorsitzende gegen die Palästinenser zu Felde zieht und in amerikanischen Universitäten vor Studenten für Israels Kriegspolitik die Werbetrommel rührt? Wie ist es um die Ethik des Unternehmens Starbuck bestellt, wenn die New York Times über Starbuck schreibt:
Es kann nicht gut um die Unternehmensethik von Starbuck bestellt sein, wenn Gewerkschafter, Rechtsanwälte und große Kreise der us-amerikanischen Bevölkerung das Kaffeehaus Starbuck boykottieren. Auch das sind Themen, die in Heiligendamm diskutiert werden, worüber aber kaum etwas zu lesen und zu hören ist in den Mainstream-Medien.
heiligendammstarbuckisrael
“Bundesverfassungsgericht im Sicherheitswahn” titelt das Blog Grünes Freiburg und begründet seine Überschrift in profunder Kenntnis der bisherigen Rechtsprechung des Gerichtes, das eigentlich über die Wahrung der Grundrechte zu wachen hat.
Doch zum Glück gibt es ja den Strafverteidiger aus Düsseldorf-Derendorf, der es dem Bundesverfassungsgericht nicht übel zu nehmen scheint, wenn es sich aus Angst vor schwarz vermummten Demonstranten der Staatsräson unterwirft. Das freilich ist bürgerliche Courage ganz nach dem Motto: Angst essen Grundrechte auf. Wie wohltuend liest sich da doch dieses Blog, das wohl gerade erst an den Start gegangen ist. Sein Urheber titelt: “Demokratie adé!”
heiligendammG8bundesverfassungsgerichtrechtsstaatversammlungsfreiheit
Am 11. Mai 2007 meldet die englische Financial Times, dass sich eine wachsende Zahl chinesischer Unternehmen an den Börsen von New York und London registrieren lassen will; Tendenz steigend. In New York sollen sich laut der Zeitung bis zu 35 chinesische Unternehmen an der NYSE allein in diesem Jahr neu registrieren lassen. Das ist insoweit irritierend, als dass zumindest für die an US-Börsen registrierten Unternehmen der Sarbanes-Oxley-Act gilt, wonach in den Unternehmen eine interne Beschwerdestelle vorgesehen sein muss, um Missstände möglichst frühzeitig zu erkennen und abzustellen. Das hat eine ganze Menge mit Meinungsfreiheit zu tun und herzlich wenig mit der in China gemeinhin anzutreffenden Zensur. Doch in der Financial Times heißt es dazu nur:
In aller Kürze heißt das:
Genau. Denn die Amis haben ja scheinbar auch kein Problem mit dem Regime in Peking und dessen Missachtung der Menschenrechte. Hauptsache ist, es lässt sich prima daran verdienen. So heißt es in der richtigen und nicht der deutschen Financial Times weiter:
Also ich bin gespannt, ob dazu etwas auf der Whistleblower-Tagung morgen in Bonn zu hören sein wird.
whistleblowingsarbanes oxley actprivate equity fondsg8china
Er stellte sich mutig in den Weg und konnte nur durch eingreifende Passanten vor dem Überrollen bewahrt werden. Foto: flickr.com
Fast hätte ich vergessen, daran zu erinnern. Heute vor 18 Jahren geschah auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking etwas, das in Vergessenheit zu geraten droht. In den Geschichtsbüchern firmiert es unter der Bezeichnung “Tian’anmen-Massaker”. Dieses Bild zeigt, wie Panzer über Menschenkörper donnern an genau dieser Stelle soll bei der Olympiade 2008 der Beach-Volleyballplatz angelegt werden. Wetten, dass das kein Thema sein wird für die Funktionäre des Internationalen Olympischen Kommitees?
Nachdem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gestern den Begriff “Straftäter” in die Diskussion brachte, tut dieses Blog es ihm gleich und widmet sich, anders als Schäuble es tut, dem Thema “Straftaten eines Arbeitgebers.” Die große Überraschung hierbei: Grundsätzlich wird nämlich die Tatsache, dass im Betrieb Straftaten begangen werden, zu den Betriebsgeheimnissen gezählt.
Folgerichtig schreibt das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 3.7.2003 2 AZR 235/02) in schönstem Juristendeutsch:
Um jedem Missverständnis vorzubeugen: Es geht um die Fälle, in denen ein Beschäftigter guten Grund zu der Annahme hat, dass im Unternehmen gegen Recht und Gesetz verstoßen wird, sich jedoch in Beweisnöten befindet. Nur ist die Sache oft genug so kompliziert und undurchsichtig (man denke nur an die Vorfälle bei der Siemens AG), dass der Beschäftigte dem Arbeitgeber eine Straftat nur selten beweisen kann.
Die grundlegende Frage lautet also: Wie bitteschön soll eine mit Ermittlungsbefugnissen ausgestattete Staatsanwaltschaft davon erfahren, dass in einem Unternehmen Straftaten verübt werden, wenn die Mitarbeiter, die die strafrechtlich relevanten Vorgänge unmittelbar mitbekommen, zum Schweigen verdammt sind? whistleblowing
Ich habe überhaupt nichts gegen Schwaben. Mein bester Freund gehört zu dem Stamm, dessen an Verschwendungssucht erkrankten Mitglieder einst nach Schottland verjagt worden sein sollen. Die sparsamen Sippenmitglieder hingegen so die Legende siedeln weiterhin in Oberschwaben. Und um Geld geht es auch in diesem Video. Um Dein Geld!
Noch schnell nen Hyperlink zu diesem Blog gesetzt. Wäre doch schade, wenn sich keiner mit diesem schnuckeligen Schwaben beschäftigen wollte, wo der Bub doch bald nach Deutschland kommt.
Auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat sich bereits mit dem Thema “Straftat eines Arbeitgebers” befasst. Der gesamte Vorgang erscheint mit Blick auf die Meinungsfreiheit und den Zustand der Rechtspflege aber umso erbärmlicher, als dass es in der dem Bundesverfassungsgericht vorgelegten Sache nicht um eine Strafanzeige eines Arbeitnehmers gegen seinen Arbeitgeber ging, sondern um eine Zeugenaussage eine Arbeitnehmers, die den Arbeitgeber schließlich belastete, was dem als Zeugen auftretenden Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung einbrachte, die dann auch noch vom Landesarbeitsgericht Hamm als rechtens gewürdigt wurde.
Im Rahmen einer Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft erfuhr die Beklagte von der Übergabe von Unterlagen durch den Beschwerdeführer. Daraufhin kündigte sie das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 21. Januar 1998 fristlos. Die Kündigung wurde auf die unaufgeforderte Übergabe von Unterlagen an die Staatsanwaltschaft zum Zwecke der Belastung des Geschäftsführers gestützt. Mit Schreiben vom 30. April 1998 sprach die Beklagte eine vorsorgliche zweite fristlose Kündigung aus. Die Beklagte erstattete ferner selbst Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung. Die diesbezüglichen Ermittlungen wurden ebenfalls nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt.
2. Die Kündigungsschutzklage des Beschwerdeführers war zunächst erfolgreich. [ ]
swerte BVerfG-Beschluss - 1 BvR 2049/00 - vom 2.7.2001 im VOLLTEXT. whistleblowing
gefunden bei BBC NEWS.
Für das Prekariat das Ganze auf Deutsch: Weil eine Neuseeländerin ihre Stromrechnungen nicht bezahlen konnte, kam irgendwann der Mann vom E-Werk, kappte ihr die Stromversorgung und damit auch die Sauerstoff-Versorgung. Denn die Mutter von vier Kindern hing an einer Sauerstoff-Maschine. Zwei Stunden später war sie tot.
Jetzt, wo CDU/CSU-Politiker nach einem Einsatz der Anti-Terror-Gruppe GSG 9 beim G8-Gipfel rufen, dürfte klar sein, wie die Neokonservativen über die in Rostock und Heiligendamm laufenden Demonstrationen denken. Und der neoliberale Jurist Guido Westerwelle definiert den “Eventualvorsatz” dermaßen niedrigschwellig, dass Westerwelles bloggender Fan aus Düsseldorf-Derendorf, seines Zeichens Strafverteidiger, vor Schmerz laut aufschreien müsste. Tut er aber nicht. Im Moment hat er sein Blog sogar ganz abgeschaltet
Doch zurück zum Thema “Straftaten”. Wolfgang Schäuble findet an diesem Begriff ja derzeit ausgesprochen großen Gefallen und auch ich kann dem Thema jede Menge abgewinnen. Zwar verfüge ich nicht über die Propaganda-Maschine eines Bundesinnenministers Schäuble, aber den einen oder anderen Beitrag kann ich dann doch in die laufende Diskussion einstreuen. Da wäre zunächst das hier beim Westdeutschen Rundfunk zu findende Dossier über den G8-Gipfel von Genua im Jahr 2001, bei dem es um “Straftaten im Amt” geht. Und fürs Auge gibt es das Ganze als Google-Video (gefunden via: fs48).
Nachtrag vom 5. Juni 13:55 Uhr: Und jetzt mal ein Video vom G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Von Autonomen weit und breit keine Spur. Dafür aber hart durchgreifende Polizeikräfte. Gefunden bei Zufallsfaktor.
“Mach´ ich mir die Welt wie sie mir gefällt”, von Pipi Langstrumpf dürfte neulich in den Räumen des Bundesarbeitsgerichts zu vernehmen gewesen sein. Befasst mit der Frage, ob eine Kündigung wegen Surfens im Internet während der Arbeitszeit gerechtfertigt ist, wenn private Internetnutzung nicht verboten war und dem Gekündigten auch keine Abmahnung erteilt worden war, schreibt das BAG in seiner Pressemitteilung vom 31.5.2007:
Pressemitteilung des BAG vom 31. Mai 2007.
br /> Verstehe ich die Bundesrichter richtig?
Weil der Bauleiter ein paar Bilder angesehen hat von Damen, die dem hier erwähnten Blogger allenfalls im Traum erscheinen, hat er Überstunden machen müssen. Ohne Pornobilderkes wären die Überstunden also entbehrlich gewesen?!
Ja aber, was wenn die Überstunden vornehmlich deshalb angefallen sind, weil der Bauleiter seinen Aufsichtspflichten genügen musste? Zimmerleute, Maurer und Gerüstbauer malochen wie ich jüngst beim Bau des Duisburger Casinos beobachten konnte Tag und Nacht. Und die hat so ein Bauleiter zu beaufsichtigen vgl. § 57 Musterbauordnung:
Vielleicht hab´ ich ja irgendwas nicht mitbekommen und die Poliere arbeiten mittlerweile doch wie der Bandarbeiter bei Opel. Dann fände ich die BAG-Entscheidung zumindest etwas überzeugender. Aber so?!
sagt der Münchener Polizeipsychologe Georg Sieber. Zu hören als MP3 bei DeutschlandRadio-Kultur und gefunden habe ich ´s bei einem meiner größten Kritiker, der jetzt die “Nachtigallen trapsen” hört
Das vom Presseamt der Bundesregierung herausgegebene Jugendmagazin Schekker hat jüngst ATTAC-Sprecher Sven Giegold interviewt. Hier ein Ausschnitt aus dem Interview:
Wieviel Jugendliche, und zu denen spricht Giegold über das Magazin, mögen wohl etwas mit den Begriffen “ILO”, geschweige denn deren “Kernarbeitsnormen”, oder mit “OECD-Leitsätzen” anzufangen wissen? Das ist der Stoff, aus dem Kommunikationsprobleme gemacht sind.
heiligendammG8ATTAC
“Sicherheit durch Undurchschaubarkeit” Nein, das ist nicht das neue Unternehmensmotto eines in München ansässigen großen Technologie-Konzerns, der sich so ist zu hören eine eigene Gewerkschaft halten soll. Nein, “Sicherheit durch Undurchschaubarkeit” könnte schon bald zur Maxime der Bundesrepublik Deutschland werden.
Kann mir mal jemand sagen, weshalb ich übermorgen noch zur Whistleblower-Tagung fahren soll, wenn ohnehin bald alles “streng geheim” sein soll?
“Randale in Rostock”, melden alle Medien. Autos sollen brennen, meldet Welt-Online. Ein Bild, das dies belegt, fehlt jedoch gibt es bei CNN zu sehen. Neues und nicht minder interessante Dinge aus Rostock meldet die Junge Welt:
Den ganzen Beitrag gibt es bei Junge Welt. Schon jetzt ist festzustellen, dass der aus dem Israel-Libanon-Krieg des letzten Sommers bekannte Kampf um die Bilder diesmal in Rostock, Heiligendamm und Bad Doberan stattfindet.
Wer hat Hartz I bis Hartz IV auf den Weg gebracht? Genau: Brandner und seine Genossen.
Wo war der SPD-Bundestagsabgeordnete und IG Metall-Bevollmächtigte in Gütersloh eigentlich, als das Erste Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 23. Dezember 2002 (Hartz I) erst im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales und dann im Plenarsaal des Deutschen Bundestags beraten wurde? Womöglich war Brandner froh darüber, dass er die von den Ministerpräsidenten der damals in der Opposition sitzenden CDU/CSU eingebrachten Vorschläge abwenden konnte und dem Volk das “Hartz I-Gesetz” als soziale Wohltat verkaufen konnte.. Zur Erinnerung die Anmerkungen des Bundesrates (BT-Drucksache 15/132) zu dem Gesetz, das die Neufassung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) regelt, im Wortlaut:
Je mehr der G8-Gipfel näherrückt, umso seltsamer verhalten sich die Sozis. Glaubt Brandner allen Ernstes, er könne den CDU/CSU-Koalitionär vom Deregulierungskurs abbringen? Und noch eine Frage sei gestattet: Glaubt Brandner wirklich, dass die Hungerlöhner ihm glauben?
Auch als PDF-Datei im 37.6-Blog erhältlich. Hier KLICKEN!
Dass der heute um 12 Uhr ausgestrahlte ARD-Presseclub sich dem G8-Gipfel in Heiligendamm widmet, dürfen wir einschränkungslos glauben. Auch, dass der stellvertretende Chefredakteur der Wirtschaftswoche Michael Inacker im Studio sein wird, wollen wir mal glauben. Dann hat es aber auch schon sein Bewenden mit der Glaubwürdigkeit der mir von der ARD-Presseclub-Homepage ins Auge springenden Informationen. Denn dort liest sich Michael Inackers beruflicher Werdegang folgendermaßen:
Mit anderen Worten: Inacker war im Jahre 2006 nicht mehr in Diensten des DaimlerChrysler-Konzerns?! Das ist natürlich Blödsinn. So hat die Tageszeitung “taz” noch am 20. Mai 2006 eben denselben Michael Inacker interviewt zu einem Thema, das ausschließlich mit DaimlerChrysler zu tun hatte. Und selbstverständlich hat Inacker in diesem am 20.05.2006 erschienenen Interview als Chef-Lobbyist von DaimlerChrysler auf die Fragen der Kollegen Hannes Koch und Reiner Metzger geantwortet.
Ob ich mir da auch wirklich ganz sicher bin? Aber sicher doch. Schließlich erwähnt die Wirtschaftswoche selbst, dass ihr neuer Vize-Chefredakteur unmittelbar zuvor als Cheflobbyist für DaimlerChrysler tätig war.
Und wer heute Mittag dem christlich-konservativ gepolten Publizisten, Ex-Lobbyisten und Ex-Mitglied des Planungsstabs des Bundesverteidigungsministeriums zuhört, sollte unbedingt im Archiv des 37.6-Blog den Beitrag lesen, der mit diesen Worten beginnt:
Überschrieben ist der Beitrag mit der Zeile:
Und der dazugehörende Beitrag in der taz ist überschrieben mit:
“Menschen jagen mit Mercedes”
Wetten, dass Inacker nachher im Presseclub den G8-Gipfel vor jeglicher Kritik beschützen und die G8-Kritiker bestenfalls als “Sozialromantiker” darstellen wird?
Marily Stroux darf nun doch zum G8-Gipfel und das 37.6-Blog gratuliert herzlich. Spiegel ONLINE führt das Verwaltungsgericht Berlin an und schreibt:
Hätten die Entscheidungsträger im Bundespresseamt doch nur diesen Beitrag im 37.6-Blog gelesen, dann bräuchte die BRD (***) nun nicht die Verfahrenskosten in Höhe von 2.500 Euro zu berappen.
***) Hinweis für die Schlapphüte: Das Kürzel “BRD” verwende ich nur ausnahmsweise. Und in diesem konkreten Fall scheint mir eine solche Ausnahmesituation vorzuliegen.
Das Kürzel INSM steht für “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” und die wird finanziert von den Arbeitgebern dieses Landes. Das wäre nicht weiter schlimm, würde die INSM als Lobbyorganisation nicht immer wieder aufs Neue durch nennen wir es mal eine besondere Innovationsfreude in Sachen Guerilla-Marketing auffallen. Zuletzt wurde in diesem Blog um Ostern herum über die Machenschaften der INSM berichtet.
Jetzt hat es die INSM selbst erwischt. Ein bei der wikipedia erschienener Diskussionsbeitrag über die Lobbyisten-Organisation:
«Die INSM ist eine kriminelle Vereinigung, die die Grundzüge der Demokratie in Deutschland auf aller übelste Art und Weise unterwandert. Diese Organisation gehört verboten.»
Weitere Infos bei RecentChanges.
ER ist Günther Beckstein, der kraft Mitgliedschaft in der CSU beste Kontakte zu denen unterhält, gegen deren Privilegierung sich die Globalisierungskritiker wenden.
“Vertraue nie nur einer Quelle!”, ist ein journalistisches Gebot. In der Redaktion von Spiegel Online jedoch pfeift man darauf.
Und wieder mal hat der Volksmund recht, wenn er behauptet, dass viele Hunde jeden Hasen erlegen. Die zahlenmäßige Überlegenheit der Polizei lässt sich nicht besser dokumentieren.Foto: Hugo bei flickr.com
Es ist schwierig aus der Ferne zu beurteilen, was da tatsächlich und in welcher Reihenfolge gestern in Rostock bei der Demonstration anlässlich des G8-Gipfels passiert ist. Dies gilt umso mehr, wenn man ausschließlich dem vertraut, was im Spiegel ONLINE steht oder ein ehemaliger Waffenlobbyist im ARD-Presseclub dazu vorträgt. Überhaupt muss man schon stark verblödet sein, um binnen Stunden vergessen zu haben, dass die Polizei noch am Tag zuvor verlauten ließ, es gäbe keine Anzeichen für gewaltbereite Demonstranten. Wozu dann die Tausendschaften von Bereitschaftspolizisten in Kampfanzügen? Irritierend auch die Wasserwerfer, die noch vor dem Start der Demo das Stadtbild in Rostock nachdrücklich bestimmten.
Ralph schreibt mir aus der Seele, wenn es im Konsumblog heißt:
Dass Autonome das “staatliche Gewaltmonopol” verneinen, wissen auch die politisch Verantwortlichen im Bund und auf Landesebene sowie die Einsatzleitung der Bereitschaftspolizei. Wenn nicht, sollten sie in der Wikipedia unbedingt den Beitrag über Autonome nachlesen; die Gewerkschaften kommen darin übrigens auch vor.
Leseprobe:
Schade nur, dass mancher so viel Wert auf Eigenständigkeit und Medienkompetenz legende Blogger meint, die Autonomen von Rostock dafür verantwortlich machen zu müssen, wenn Schäuble jetzt das Projekt “Versammlungsfreiheit nur noch für Volksmusikanten und Marathon-Alkoholiker” durchzieht. Auf die Unterstützung jener, die sich von dem gestrigen Vorfall zwischen Polizei und Autonomen derart beeindrucken lassen, dass ihnen die Argumente gegen die rechtspolitische Argumentation des Bundesinnenministers auszugehen drohen, sollten Bürgerrechtler nicht unbedingt vertrauen. Täten sie dies, könnten sie auch genausogut Guido Westerwelles FDP wählen. Hat von der überhaupt schon einer was gehört zum Thema “G8-Demo” am 2. Juni in Rostock?
Pressemitteilung des Republikanischen Anwältevereins vom 3. Juni 2006:
Zum Zeitpunkt dieser Pressemeldung waren dem Legal Team über einhundert Verhaftungen von DemonstrantInnen in Rostock und über einhundert Ingewahrsamnahmen in Schwerin bekannt. Der RAV verurteilt das harte Vorgehen der Polizei, u.a. gegen BesucherInnen des Abschlusskonzerts der Demonstration. Bezeichnend für die Atmosphäre eskalierender Polizeigewalt vor Ort ist die Tatsache, dass gekennzeichnete Demosanitäter gegenwärtig unter Einsatz von Gewalt an Hilfeleistungen für verletzte DemonstratInnen gehindert werden.
Zuvor hatten Polizeieinheiten am Rande der heutigen Anti-G8-Demonstration in Rostock die Arbeit des anwaltlichen Notdienstes bereits massiv behindert, einzelne Kolleginnen bedroht und tätlich angegriffen.
Gegen 15 Uhr stellten mit Westen “Legal Team” gut sichtbar gekennzeichnete Mitglieder des anwaltlichen Notdienstes am Parkplatz an der Fischerstraße fest, dass Polizeieinheiten festgenommene und verletzte DemonstrantInnen ohne Behandlung ließen. Um den Betroffenen anwaltlichen Beistand zukommen zu lassen, versuchten sie Kontakt zu den Festgenommenen aufzunehmen. Eine der Anwältinnen wurde von einem Polizeibeamten zu Boden geschubst, eine weitere Anwältin wurde mit den Worten “Ich schlag dir in die Fresse” von einem Polizeibeamten bedroht. Kein Polizist nannte auf Nachfrage einen Namen, auch nicht, als der Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele eintraf.
Die Berliner Polizeieinheit 31139/Einsatzhundertschaft 25 wurde beobachtet, wie sie Festgenommene in Einsatzfahrzeugen sogar knebelte und fesselt, um jegliche Kontaktaufnahme nach Außen zu verhindern.
Die Polizeisondereinheit Kavala hat im Vorfeld dem Legal Team freien Zugang zu Festgenommen zugesagt. Diese Zusage erweist sich bereits zu Beginn der Protestwoche als hinfällig. Den AnwältInnen werden keine Informationen aus den Gefangenensammelstellen direkt gegeben. Weder vor Ort noch per Telefon erhalten die AnwältInnen Zugang. Telefonische Erkundigungen nach Festgenommen werden lediglich von einem Call Center aufgenommen. “Es besteht zu befürchten, dass die Festgenommen ohne anwaltlichen Beistand bleiben”, sagt ein Sprecher des Legal Teams.
In Schwerin wurden über einhundert antifaschistischer DemonstrantInnen direkt nach ihrer Ankunft am Bahnhof in Gewahrsam genommen. Unter ihnen sind viele Minderjährige. Anstatt den DemonstrantInnen die Abreise zu ermöglichen, wurden sie für einen Zeitraum von mindestens sieben Stunden festgesetzt.
Für weitere Informationen erreichen sie den Presseservice des Legal Teams und des RAV zu den G-8 Protesten unter den Telefonnummern 01577-4704760und 0179-4608473
Da erscheint hier gestern ein Beitrag darüber, dass dieses Blog in China zensiert wird. Und nur wenige Stunden später ist davon zu lesen, dass JournalistInnen deshalb die Akkreditierung als BerichterstatterInnen zum G8-Gipfel in Heiligendamm verweigert worden ist, weil sich das Bundeskriminalamt (BKA) um die Berufsfreiheit (Artikel 12 I GG) von JournalistInnen und die ihnen zukommende Pressefreiheit (Artikel 5 I GG) einen feuchten Dreck kümmert und bestimmte Pressevertreter ohne die erforderliche verfassungsrechtliche Begründung von der Berichterstattung beim G8-Gipfel in Heiligendamm ausschließt, womit dann auch gleich noch der Allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz des Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz berührt ist.
Zitat aus einer E-Mail des Bundespresseamtes an die Tageszeitung “taz”:
“Sehr geehrter Herr Lee, wir müssen Ihnen mitteilen, dass Ihre Akkreditierung für den G-8-Gipfel auf Empfehlung des BKA nicht erteilt werden kann. Sollten Sie näheres zu den Gründen der Ablehnung erfahren wollen, wenden Sie sich bitte direkt an den Datenschutzbeauftragten des BKA.”
Die Deutsche Journalisten Union bringt es auf den Punkt, wenn sie schreibt:
Wir betrachten diese Vorgehensweise als absolut unzulässigen Versuch der Beeinträchtigung der freien Berichterstattung vom G8 - Gipfel und als Maßnahme der Einschüchterung, die wachsame kritische Berichterstattung verhindern soll.
Wir fordern die sofortige Zulassung und Wieder-Akkreditierung der betroffenen Journalistinnen und Journalisten sowie die Offenlegung der Grundlagen dieser Empfehlungen des BKA und ihrer Quellen. Wir fordern eine gründliche Aufklärung auch darüber, wann und in welchem Zusammenhang welche Informationen über Journalisten gesammelt werden und bei welcher Gelegenheit sie dann bei Akkreditierungen eine Rolle spielen dürfen - und vor allem, wer darüber entscheidet. Die Regeln für eine freie Berichterstattung in diesem Land darf nach dem Grundgesetz ganz sicher nicht das BKA bestimmen. Wir hoffen auf eine schnelle Entscheidung der angerufenen Gerichte. Wir bitten alle Journalisten um Aufmerksamkeit und Berichterstattung.
e, liebe Kolleginnen und Kollegen. Oder will hier jemand chinesische Verhältnisse?
Ein Kommentator bei G8-TV freut sich auf die Filme, die “nicht in den tagesthemen laufen”.
Das Eigentumsrecht (Art. 14 I GG) sticht das Recht auf Demonstrationsfreiheit (Art. 8 I GG). Ich bin mir sicher, dass die Lehrbücher zum Verwaltungs- und Verfassungsrecht stets betonen, dass die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit, friedlich und ohne Waffen seiner Meinung Ausdruck verleihen zu können, ihre verfassungsimmanenten Schranken immer auch im Eigentumsrecht der anderen findet. So weit so gut. In der Praxis sieht das dann so aus:
A convoi to build up the anti G8 camp in Wichmannsdorf was stopt by the police and searched. The convoi of 15 trucks, busses and vans with the material for the camp infrastructure was stopt and the ID of all peple was taken. First the cops did not give a reason, then they made one up: looking for bicycles which might be stolen… after 5 hours the convoi was allowed to continue.
Zwei Bemerkungen: Bereits die Anreise und Vorbereitung der G8-Demo-Aktivitäten wird von Artikel 8 Absatz 1 Grundgesetz geschützt. Folglich ist die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung und Personalien-Feststellung besonders zu hinterfragen, wenn nirgends gestohlene Fahrräder gefunden wurden. Ganz abgesehen davon, dass das Mitführen gestohlener Sachen nicht sogleich den Schluss zulässt, man hätte die Sachen auch tatsächlich gestohlen. Man kann Diebesgut auch guten Glaubens kaufen oder geschenkt bekommen haben. Die Regeln hierfür stehen dann in §§ 932, 935 Bürgerliches Gesetzbuch.
Sollte es demnächst vom Chef einen Teddy-Bären zum Geburtstag geben. VORSICHT!
Beim Cyberoog bin ich auf eine Seite gestoßen, deren Dienst ich aber sofort in Anspruch genommen habe. Schließlich möchte ich angesichts der in der Blogosphäre aktuell grassierenden Quoten-Geilheit und der Gier nach Reichweite doch wissen, ob dieses Blog auch in China gelesen werden kann.
Ob der dem hiesigen Bundesinnenministerium vorstehende Wolle S. das Ergebnis begrüßt, ist unklar.
Klar ist nur, dass China mit einem demokratisch und pluralistisch verfasstem Gemeinwesen so seine Probleme hat. Wäre wirklich interessant zu erfahren, was Wolle S. darüber denkt. Schließlich sorgt sich angesichts immer neuer undemokratischer verfassungsrechtlich bedenklicher Vorschläge des Wolle S. ja so mancher um dessen Treue zur bundesdeutschen Verfassung. Vielleicht ist Wolle S. aber auch nur den Lehren des heiligen Konfuzius verfallen?
Den alten Mann und dessen Lehren führen Unternehmer und/oder Neokonservative nämlich immer dann ins Feld, wenn es heißt: “Ist das Geld, das man in China verdient, nicht blutig; zumindest aber dreckig?” “Ach was!”, erhält man dann zur Antwort. Die Chinesen seien doch alle zufrieden. Mit demokratischer Teilhabe und so´n Zeugs hätten die doch gar nichts am Hut, heißt es. Schließlich kennen die alle ihren Konfuzius und dessen Lehre vom Gehorsam gegenüber Autoritäten. Warum also Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit?
Der Permafrostboden ist ja eher was für die Geologen. Aber seit Frank Schätzings Erfolgsroman “Der Schwarm” wissen inzwischen einige Zeitgenossen mehr (zumindest die, die Romane lesen) von der Existenz des Dauerfrostbodens. Der “Permafrostboden” könnte nun auch noch ein bedeutendes Thema beim G8-Gipfel werden. Denn in der Tundra von Alaska schmelzen die Gletscher und mit ihnen auch der Dauerfrostboden. Die negativen Folgen für das Weltklima sind durchaus geeignet, unserem “Umweltengel Siggi” den Schweiß auf die Stirn zu treiben; und zwar im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Ins Schwitzen geraten dürften aber auch die Staatssicherheitskräfte rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm. Denn wenn die der Obsession von Generalbundesanwältin Monika Harms anheim gefallenen G8-Kritiker davon Wind bekommen und davon ist auszugehen , dürften auch die Staatssicherheitskräfte in, um und um Heiligendamm herum ins Schwitzen kommen. Schließlich ist der Permafrostboden nur ein weiteres Opfer unseres Wirtschaftssystems.
Der Oskar und der Münte haben sich ja richtiggehend lieb. Der eine wirft dem anderen “intellektuelle Defizite” vor, worauf der Ehemalige einer “Sauerländischen Dorfschule” nur trotzig den Begriff “Großmaul” an Lafontaine adressiert. Zeit, um zu den politischen Wirklichkeiten zurückzukehren:
Der längere Bezug von Arbeitslosengeld I war nach Darstellung von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) nicht finanzierbar, weil er jährlich 1,2 Milliarden Euro kosten würde. Noch im Februar verweigerte die Bundesregierung eine Erhöhung des BAföG für Studierende mit Kosten von 150 Millionen Euro, weil dies “im Moment nicht möglich” sei, so Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Am 25. Mai beschloss der Deutsche Bundestag eine Unternehmenssteuerreform, die die Unternehmen nach Darstellung des Bundesfinanzministeriums Jahr für Jahr um rund fünf Milliarden Euro entlastet.
Das Datum “25. Mai” kann ich mir schon deshalb gut merken, weil ich an diesem Tag Geburtstag habe.
Mit großem Interesse wird der “lupenreine Demokrat” im Kreml das Geschehen bei der ASEM-Demo gestern in Hamburg verfolgt haben.
Florian Rötzer schreibt in der telepolis:
Bedenklich ist, dass die Polizei weitgehend friedliche Demonstranten derart massiv einkesselt, als würde jeder, der hier seine Haltung kundgeben will, ein potenzieller Gewalttäter sein. Das sollte ein demokratisches Land, das anderswo für Menschen- und Demonstrationsrechte eintritt, nicht zulassen [ ]
Wer sich für die demokratische Streitkultur á la Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2007 interessiert, dem sei ein Blick bei Indymedia.org oder auf dieses beim NDR dokumentierte Foto eines Polizisten mit gezückter Schusswaffe empfohlen. Und hier geht es zu dem von G8-Kritikern gepflegten Pressespiegel.
Hier wird genau beschrieben worum es geht. In den Hauptrollen NeunLive und die Bayerische Landesmedienanstalt.
Keine Ahnung, ob Umwelt-Siggi Erwähnung findet in diesem Buch, dessen Verfasser die “Hartz-Gesetze” ihren Namen verdanken. Ein ehemaliger Arbeitsdirektor aus der Stahlindustrie jedenfalls hat das Werk heute früh in Bochum in den höchsten Tönen gelobt. Nur Machopan denkt ganz anders darüber. Und ich befürchte, dass Millionen von Hartz-IV-Empfängern ebenfalls nur mäßig begeistert sein werden, wenn sie das Buch “Macht und Ohnmacht” im Buchladen sehen. Aber vielleicht stellen die Buchhändler aus Angst vor Glasbruch das Buch auch gar nicht ins Schaufenster?
Die zur WDR-Sendung “hart aber fair” hinterlassenen Kommentare geben Aufschluss.
Nachdem ich dann doch nicht den Preis “Chauvi des Jahres 2006″ gewinnen konnte, hat nich nun ein(e) wohlmeinende/r aber anonym bleiben wollende(r) Zeitgenossin/Zeitgenosse für den von Lanu ausgeschriebenen “BLOGockel 2007″ vorgeschlagen. “Mrs./Ms./Mr. No-Name” muss mein Blog als Gesamtes als derart machomäßig wahrnehmen, dass sie/er nicht mal einen bestimmten Beitrag nennt, um seinen Vorschlag zu begründen. Vielleicht bezieht der Vorschlag sich ja auf diesen Beitrag?
Dem Thema Gleichbehandlung des Betriebsrats widmet sich Rechtsanwalt Michael Bachner unter der Überschrift:
Der Beitrag ist allein schon wegen der Rechtsprechungshinweise zu den Paragrafen 78 und 119 Betriebsverfassungsgesetz empfehlenswert.
Betriebsratsmitgliedern mit Zweifeln an der Wichtigkeit einer Medienarbeit des Betriebsrats sollten mal den Betriebsrat von Schering in Berlin fragen, wie er das sieht. Die Zeitschrift Mitbestimmung berichtet:
Dass systematische Medienarbeit tatsächlich etwas bringt, wurde auch den Skeptikern im Betriebsrat schnell klar. Wenn die Schering-Beschäftigten morgens in der U-Bahn die Zeitung lasen und gleich neben dem Statement der Konzernleitung die Entgegnung des Betriebsrats sahen und vielleicht noch ein Foto des Vorsitzenden dazu, dann spürten sie: Die vom Betriebsrat kümmern sich, die tauchen nicht ab, die kämpfen für uns. Diese Botschaft trugen die Mitarbeiter wiederum in den Betrieb hinein, zu ihren Kollegen. Man könnte auch sagen: Die Presse wurde als agitatorisches Element genutzt.
Übrigens das Medienseminar des Betriebsratsvorsitzenden Norbert Deutschmann hatte Schering seinerzeit bezahlt. Vermutlich, weil das Unternehmen fand, “das es nicht schlecht ist, wenn ein Betriebsratschef sich überlegt äußert, mit vertraulichen Informationen verantwortungsvoll umgeht und heikle Zitate zur Sicherheit noch mal abstimmt, bevor eine Zeitung in Druck geht.”
Bevor die “AuB-Siemens-Allianz” in Vergessenheit gerät, weil Klaus Kleinfeld und seine Truppe in der Versenkung verschwinden, nun ein Porträt über Wilhelm Schelsky.
Als Wilhelm Schelsky 1984 Betriebsratschef in Erlangen wurde und die Organisation übernahm, waren die Manager begeistert. “Das ist einer von uns”, hieß es über den bei Siemens ausgebildeten Industriekaufmann, der 1986 beim Mainzer CDU-Parteitag den Delegierten zurief: “Stärken Sie bitte den Unternehmern den Rücken!” Als Schelsky 1990 Siemens verließ und sich selbstständig machte, kam die verdeckte Finanzierung der AUB richtig in Fahrt.
Richtig in Fahrt kamen auch die Geschäfte des Wilhelm Schelsky:
Auch im Oktober 2002 fand er nichts dabei, in Greifswald das nach der Wende errichtete Produktionswerk IT Network zu 16,6 Prozent von Siemens zu übernehmen und den Anteil später auf 46 Prozent zu erhöhen. Der Betriebsrat des Werks, das Teile für ISDN-Anlagen fertigte, hatte zuvor für das Outsourcing gestimmt - mit der Stimmenmehrheit von Schelskys AUB. Über Nacht verwandelten sich so Arbeitnehmervertreter in Arbeitgeber, die AUB hatte die Firma quasi an sich selbst verkauft. Unter dem neuen Namen “ml&s” entledigte sich die neue Geschäftsführung als erstes des Flächentarifs und schraubte die Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden hoch.
Gut zu wissen, dass Artikel wie dieser auch in einen möglichen Strafprozess gegen Schelsky eine Rolle spielen werden.
Was mag der Geschäftsführer des die Bundestags-Toiletten reinigenden Unternehmens B+K, Timo Benthin, damit meinen?
Gesundheitsreform-Macherin-Ullalala von der EssPehDeh ruft laut taz bereits nach mehr Prävention. Wie innovativ. Wie wäre es mal mit Ganztagsschulen, die den Namen verdienen? Stattdessen marodieren Schulen und Sportanlagen in Berlin und allen anderen bankrotten Kommunen. Die Kiddies der Wohlhabenden indes plantschen vergnügt im Swimmingpool der Familie. Ach, das eine habe mit dem anderen doch gar nichts zu tun? Na, dann ist ja alles klar. Schön weiter EssPehDeh wählen.
Erst Unterwanderung, dann Wählerwanderung. Hören wir auf SPD-Parteitagen demnächst statt “Brüder zur Sonne zur Freiheit” das Lied “We are the wanderers, the wanderers ”?
Zum Wochenausklang ein Clip-Tipp: Fernsehen aus dem Schanzenviertel in Hamburg-Eimsbüttel. Das ist dort, wo die Staatssicherheitskräfte anlässlich des bevorstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm neulich die Razzien durchgeführt haben und manche bloggende Rampensau geflissentlich geschwiegen hat.
Was das mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung zu tun hat? Na schließlich steht Feuerlöscher-TV stellvertretend für viele andere Bürger-Medien, wo es eben um andere Themen geht als um “Deutschland sucht den Superstar” und “Germany´s next Top-Modell”.
Interessieren sich Betriebsratsmitglieder nur deshalb nicht sonderlich für das Thema Datenschutz, weil sie ohnehin nur das tun dürfen, was der Arbeitgeber über seinen Systemadministrator (beinahe hätte ich mit Blick auf den neuen Deutschen Fußballmeister VfB Stuttgart “Süschtemadminischdraator” geschrieben) ihnen erlaubt? Aber gerade weil viele Betriebsräte vornehmlich zuhause im Web surfen und googlen, muss dieser Telepolis-Artikel dringend zur Lektüre empfohlen werden. Es geht um “Heiligendamm”, “Dussmann”, “Hitler” ohne “Guido Knopp” und “Irak” als Google-Suchbegriffe. Oh Scheibe, es klingelt. Dass die Jungs vom Bundeskriminialamt so schnell sind. Wer hätte das gedacht?
Betriebsrat und die Jugend- u. Auszubildendenvertretung haben gemäß Paragraf 37 Absatz 6 Betriebsverfassungsgesetz einen gesetzlichen Schulungsanspruch. Gleichwohl gibt es zu dieser Frage immer wieder Streit mit dem Arbeitgeber. Deshalb heute zwei Entscheidungen zur Frage “Rhetorik für den Betriebsrat”:
JURIS bringt es auf den Punkt: BR-Vorsitzende haben gute Chancen, an einem Rhetorik-Seminar teilnehmen zu können. Wie immer gilt: Auf die Begründung kommt es an.
Die Entscheidung nebst zustimmender Anmerkung von Hans-Joachim Teuber und Thomas Stichner ist abgedruckt in Arbeitsrecht im Betrieb 2000, Seite 629.
Kampf, Abwehr und Terror. Wer diesen Themen genügend Raum in seinem TV-Angebot gönnt, dürfte der Hochachtung von Dr. Wolfgang Schäuble aus dem Bundesministerium des Inneren gewiss sein.
Gefunden bei api.metasynopse. Weniger erheitern wird Wolfgang Schäuble das Stasi 2.0 T-Shirt, das bei (Keine Anzeige!) Spreadshirt en detail zu betrachten ist.
Die “Welt-AG” nach der Vorstellung des Jürgen Schrempp ist Geschichte. Daimler-Chrysler hat sich nun von Chrysler getrennt und die Konzerntochter an eine Heuschrecke einen Investor mit Namen Ceberus verkauft. Daimler-Konzernbetriebsratsvorsitzender Erich Klemm dazu: “Wir denken, dass die Belegschaften auf beiden Seiten des Atlantiks in eine gesicherte Zukunft gehen können.” Na zumindest der Teil der Chrysler-Belegschaft, der nach der Streichung von 15.000 Stellen übrig bleibt. Kollege Klemm scheint ein ausgebufftes Kerlchen zu sein und dieses Porträt bestätigt es.
In der Reihe Medienkompetenz gibt es Neuigkeiten aus der Handelsblatt-Verlagsgruppe. Wirtschaftswoche-Chefredakteur Stefan Baron wechselt als Kommunikationschef zur Deutsche Bank AG. An seine Stelle rückt am 1. Juni Roland Tichy, der aktuell stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatt ist. Bleiben zwei Fragen:
Das mag auch erklären, weshalb man der inneren Pressefreiheit nichts abgewinnen kann und deshalb auch nie etwas Kritisches über das eigene Haus schreiben würde.
Es ist mir ein Rätsel, weshalb Joschka Fischer im Jahr 2003 das von Wolfgang Schäuble verfasste Buch “Scheitert der Westen?” vorgestellt hat. Da hilft auch die von Fischer vorgebrachte Kritik nicht drüber hinweg. Da gefallen mir die Anmerkungen von Volker Pispers zur Person des Wolfgang Schäuble und dessen perversem Weltbild wesentlich besser:
Ob Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, dessen Staatssekretär August Hanning und BKA-Chef Jörg Ziercke gerne Forrest Gump sehen, ist ungewiss. Schäuble könnte immerhin Gefallen an dem beide Beine im Vietnam-Krieg verlorenen und im Rollstuhl sitzenden Leutnant Dan finden, der ganz zum Schluss und ohne jedes Dazutun eines Waffenlobbyisten in Geld schwimmt. Doch Forrest Gump hat “Schäuble & Co.” mehr zu bieten als einen millionenschweren, rollstuhlfahrenden Kriegsveteranen, der irgendwann seinen Frieden mit Gott macht (wovon Schäuble offensichtlich noch Lichtjahre entfernt zu sein scheint). Da gibt es nämlich noch die Szene, als Forrest Gump am Washington Memorial vor Zehntausenden von Vietnam-Kriegsgegnern über seine Erlebnisse in Vietnam berichtet. Nur kann niemand seine Rede hören, weil ein Militär-Angehöriger die Lautsprecheranlage sabotiert hat.
Beim bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm indes setzen die Staatssicherheitskräfte der Bundesrepublik Deutschland auf “Nummer Sicher” und wollen erst gar nicht darauf vertrauen, dass Mikrofone, Lautsprecher oder Verstärkeranlagen ausfallen könnten. Schäuble, Hanning und Ziercke favorisieren stattdessen ein Demonstrationsverbot. Bleibt abzuwarten, was das Bundesverfassungsgericht zu diesem massiven Eingriff in das Demonstrationsgrundrecht sagen wird. Vielleicht gewinnen in “Forrest Gump Reloaded” in Heiligendamm ausnahmsweise mal die Bürgerrechtler?
Ich wäre ja echt sauer, wenn mich Frauen nur deshalb anriefen, weil sie Geld dafür bekommen. Auf gar keinen Fall würde ich aber darüber auch noch bloggen.
Na endlich ist es raus. Thomas Knüwer lässt sich herab und räumt freimütig ein:
Über das Handelsblatt schreibe ich hier nichts negatives. Das ist nun mal so, ich bin hier angestellt. Wenn Sie sich aber dazu auslassen möchte, dann stehen Ihnen dazu selbstverständlich ebenfalls die Kommentar offen.
Herr Kollege, war dieses Eingeständnis denn nun wirklich so schwer? Und warum so hart mit der FAZ FAS zum Thema “Werbung in der Schule”? Hat Ihre Aufregung womöglich etwas mit dem Engagement des Handelsblatt, über das Sie ja wenn überhaupt ausdrücklich nur Gutes schreiben, in deutschen Schulen zu tun? Ach, das sei nur eine Medienpartnerschaft?! So, so, Herr Knüwer. Medienpartnerschaften finden Sie doch auch Bah-bah; zumindest solche, bei denen das Handelsblatt nicht mitmischt. Zu den Medienpartnern des Handelsblatts üben Sie sich ja aus Loyalität Ihrem Arbeitgeber gegenüber in vornehmer Zurückhaltung. Uns bleibt also verborgen, wie Thomas Knüwer darüber denkt. Sozusagen ein Blogger mit der Schere im Kopf.
Nur gut, dass Professor Thomas Pleil mehr Freiheiten besitzt als bloggende Lohnschreiber in Diensten irgendwelcher Verlagshäuser.
Da heißt es, die gestern erfolgten Razzien in den Räumen der G8-Kritiker dienten nicht zuletzt auch dem Zweck, die Vernetzung der Globalisierungskritiker zu unterbinden. Eigentlich ist das ein Fall für jede strafverteidigende Rampensau, deren Job es ist, die Polizei beim Einsatz von Zwangsmitteln in ihre Grenzen zu weisen. Aber die Rote Flora im Schanzenviertel auf St. Pauli ist halt nicht der Chaos-Computer-Club oder eine mit einer Schar von Web-2.0-Jüngern gefüllte Berliner Kalkscheune. Vielleicht hat der eine oder andere Streifverteidiger aber auch nur Angst? Denn eines ist klar: Globalisierungskritiker mögen weder Pädophile noch Immobilienbesitzer und noch viel weniger mögen sie Neoliberale und Neokonservative. Unter den Juristen hingegen fänden sie alles.
Es ist eher unwahrscheinlich, dass er beim Denglisch-Experten in der Stuttgarter Staatskanzlei als Redenschreiber anheuern würde. Also jetzt nicht wegen verbrochener begangener Rechtschreibfehler oder einer nur mäßig entwickelten Kompetenz in Sachen Zeichensetzung, sondern weil so ein Chefredakteur mehr Zaster bekommt als er als Ghost-Writer in Diensten von Oettinger je verdienen könnte.
Aber in Sachen Geschichtsdeutung überholt Capital-Chefredakteur Klaus Schweinsberg den Filbinger-Trauerredner Oettinger locker auf dem Standstreifen. Schweinsberg in seinem Blog:
Die Mitbestimmung ist ein Erbe des Nationalsozialismus.
Und Hobby-Historiker Schweinsberg setzt noch einen drauf und behauptet, dass allein von linker Seite die Forderung laut geworden sei, im neuen Deutschland die Ballung wirtschaftlicher Macht zu verhindern und die Schlüsselindustrien zu verstaatlichen. Nun überreiche doch mal jemand in der nächsten Redaktionskonferenz beim Capital dem Herrn Chefredakteur das Ahlener Programm der Christlich Demokratischen Union, worin auch die CDU die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien fordert.
Schön für Schweinsberg, dass es Blogger gibt, die das Capital besonders gerne wegen seiner stramm neoliberalen Haltung lesen. DonnerVetter! Ähem … Ich meine natürlich: Donnerwetter! Wie sagt doch ein Sprichwort so schön? Gleich und Gleich gesellt sich gern´.
Morgen um 15:30 Uhr ist Anpfiff und die Stimmung beim Public-Viewing in der Veltins-Arena wird bestimmt super. Megageil wird die Stimmung aber erst, wenn der FC Schalke 04 beim Spiel im Westfalenstadion zu Dortmund Wohnzimmer der schönsten Fans der Welt so verfährt, wie der Schalker Nikolaus es hier demonstriert.
Und Kicker-Online bringt es auf den Punkt, wenn es dort heißt:
Die “Königsblauen”, bei denen Krstajic wieder fit ist, haben bei der Borussia seit sieben Spielen nicht mehr verloren (4/3/0), zuletzt gelangen sogar drei Siege in Folge. Setzen die Slomka-Schützlinge diese Serie fort, haben sie eine Hand an der Meisterschale. Verliert Stuttgart (64) und Bremen (63) gewinnt nicht, wäre der erste Titel seit 49 Jahren gar perfekt.
Möge die Macht mit dem VfL Bochum und der Eintracht aus Frankfurt sein!
Da hatten einige Optimisten geglaubt, die Bundesjustizministerin würde den von manchem schon als “Verfassungsfeind” beschimpften Datensammler und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in die Schranken weisen und nun dieses Interview bei Deutschlandradio Kultur. Hier ein Auszug:
Kolkmann: Bedient sich der Staat denn im Prinzip in dieser Hinsicht auch illegaler oder krimineller Techniken? Zypries: Nein, der Staat hat ja, wenn er es tut, eine Rechtsgrundlage dafür, auf Grund derer er in Rechte der Bürger eingreifen kann. Das ist die gesetzliche Ermächtigung. Deswegen bedarf es eben auch einer gesetzlichen Regelung. Der Innenminister hat ja das Vorgehen ohne eine gesetzliche Regelung erst mal gestoppt.
Kolkmann: Bedient sich der Staat denn im Prinzip in dieser Hinsicht auch illegaler oder krimineller Techniken?
Zypries: Nein, der Staat hat ja, wenn er es tut, eine Rechtsgrundlage dafür, auf Grund derer er in Rechte der Bürger eingreifen kann. Das ist die gesetzliche Ermächtigung. Deswegen bedarf es eben auch einer gesetzlichen Regelung. Der Innenminister hat ja das Vorgehen ohne eine gesetzliche Regelung erst mal gestoppt.
Schade, dass Birgit Kolkmann da nicht nachgehakt hat. Wo doch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eingeräumt hat, dass Behörden ohne gesetzliche Ermächtigungsgrundlage rumgeschnüffelt haben. Und staatliches Schnüffeln ohne gesetzliche Legitimationsgrundlage ist verfassungswidrig.
Aber immerhin wissen wir jetzt, wie Brigitte Zypries (SPD) zu Wolfgang Schäuble steht.
Kolkmann: Sind Sie, was diese ganze Fragestellung angeht, ganz kontra zum Innenminister? Zypries: Nein, das bin ich nicht.
Bleibt noch eine Frage offen, nämlich: Ist Zypries zumindest “ein bißchen kontra” zum Innenminister?
Am Samstag beim Revier-Derby empfängt Borussia Dortmund den FC Schalke 04 und im Internet kursieren wunderbare Filme. Und jetzt gibt es sogar einen Film, adressiert an die Deutsche Telekom AG.
Prädikat: Sehenswert.
Dieses Blog widmet sich seit gestern schwerpunktmäßig dem Thema “Betriebsfrieden”. Übrigens ein Thema, dass mancher Betriebsrat nicht nur von der Metaebene betrachten durfte. Denn es gibt auch Betriebsratsmitglieder, denen vorgeworfen worden ist, den Betriebsfrieden gestört zu haben. Durch alle Instanzen etwa musste der Betriebsratsvorsitzende der Berliner Bankgesellschaft seinerzeit gehen, um sich des Vorwurfs, den Betriebsfrieden gestört zu haben, zu erwehren.
Es geht um eine animierte Internetseite, um Trennungsgespräche samt einer Handlungshilfe dazu sowie um den Vorwurf der Beleidigung und selbstverständlich um das Recht der Meinungsfreiheit, das wiederum durch das Recht des Unternehmers am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb eingeschränkt wird. Zu welchen kruden interessanten Schlüssen die ausgefeilte Grundrechtsdogmatik das Landesarbeitsgericht Berlin verleitet, geht bereits aus den Ausführungen des Bundesarbeitsgerichts dazu hervor:
Das Landesarbeitsgericht hat ausgeführt, zwar seien Arbeitnehmer grundsätzlich berechtigt, unternehmensöffentliche Kritik am Arbeitgeber und den betrieblichen Verhältnissen zu äußern. Dies dürfe auch überspitzt und polemisch geschehen. In grobem Maße unsachliche und beleidigende Angriffe auf Vorgesetzte und Arbeitskollegen müsse der Arbeitgeber jedoch nicht hinnehmen, wenn sie zu einer ernstlichen Störung des Betriebsfriedens führten. Bei der Ausgestaltung der vertraglichen Rücksichtnahmepflichten seien die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Grundrechte nach Art. 5 GG zu beachten. Danach liege hier ein wichtiger Grund iSd. § 626 Abs. 1 BGB vor. Die vom Kläger veröffentlichte Animation habe eine unmittelbare Beziehung zum Arbeitsverhältnis und zum betrieblichen Geschehen. Es werde die Assoziation geweckt, die Trennungsgespräche seien mit den dargestellten Unrechtstaten im Dritten Reich vergleichbar. Dies sei ersichtlich geeignet, die mit der Führung der Gespräche beauftragten Personalmitarbeiter der Beklagten zutiefst zu verletzen und zu diffamieren und den Betriebsfrieden auch dadurch zu stören, dass Ängste betroffener Mitarbeiter geschürt würden. Der Kläger habe damit seine Rücksichtnahmepflicht aus dem Arbeitsvertrag schwerwiegend verletzt und die Grenzen der Meinungs- und Kunstfreiheit überschritten. Einer Abmahnung habe es nicht bedurft. Auch angesichts der langen und beanstandungsfreien Beschäftigungszeit überwiege wegen der Schwere der Pflichtverletzung das Interesse der Beklagten an der Auflösung des Arbeitsverhältnisses.
Das Bundesarbeitsgericht folgt dieser vom LAG Berlin aufgestellten Argumentation jedoch nicht und schreibt dazu:
Diesem Maßstab wird die Würdigung des Landesarbeitsgerichts, ein wichtiger Grund iSd. § 626 Abs. 1 BGB rechtfertige die Kündigung der Beklagten, nicht gerecht. Das Landesarbeitsgericht hat den Aussagewert der umstrittenen Computer-Animation unzutreffend ermittelt. Es hat den Besonderheiten der Bildgestaltung und des thematischen Zusammenhangs nicht ausreichend Rechnung getragen.
Und morgen widmet sich das 37.6-Blog dem Thema “Betriebsfrieden beim Norddeutschen Rundfunk” (NDR).
Die Deutsche Telekom AG habe beim Arbeitsgericht Bonn Feststellungsklage eingereicht, um eventuelle Schadenersatzforderungen gegen Ver.di vorzubereiten, berichtet das Hamburger Abendblatt. Die Zeitung weiter:
Die Klage der Telekom sehe Ver.di gelassen. “Wir sind sehr sicher, dass das nicht von Erfolg gekrönt sein wird”, so Wilhelm. Dem Streikaufruf schloss sich gestern die Kommunikationsgewerkschaft DPV an.
Nachvollziehbar.
Dieses Blog weist darauf hin, dass bestimmte in diesem Video gezeigte Übungen bei Untrainierten zu Muskelkrämpfen führen können und dafür keine Haftung übernommen wird. 37.6-Blog wünscht: Viel Spaß beim Nachmachen der Übung!
Bei den Nachdenkseiten gibt es das ganze Bild über die neue Allianz zwischen der einstigen linksliberalen Frankfurter Rundschau und dem Kapital.
Wer, um gleich mal persönlich zu werden, wollte es Harald Staun verübeln, wenn er nicht regelmäßig Blogs liest? Ist ja schließlich ein freies Land und jeder kann tun und lassen, was er will. Wenn aber die Chefredaktion der FAZ einen Blinden von der Farbe berichten lässt wie im Fall Staun, muss eine hier bereits gestellte Frage wiederholt werden nämlich: Recherchiert die FAZ wie die Prawda?
Doch zunächst einen Blick auf das Ergebnis der Staunschen Recherche geworfen, wo der FAZ-Mann schreibt:
Es wäre an der Zeit, dass sich im langen Schwanz der deutschen Blogs auch Partikularinteressen jenseits von Alltag und Technik einnisten; dass sich ein paar Blogger finden, die sich nicht nur an Kochrezepten und Youtube abarbeiten, sondern an abseitigen Themen wie dem Klimawandel, dem Theater, der SPD oder der deutschen Außenpolitik. FAZ.net vom 5. Mai 2007.
Hätte Staun doch nur einen Blick auf die Blogrolle des 37.6-Blogs geworfen, er wäre zu einem anderen Ergebnis gelangt. Wie? Die FAZ liest nur ganz, ganz wenige Blogs? Okay. Aber Technorati.com kennt man schon in Frankfurt am Main, oder?! Dann seht doch mal nach, wie einfach man in der Blogosphäre Blogbeiträge zu solchen Begriffen wie SPD, Klimaschutz, Theater und Außenpolitik recherchiert. Aber warum auch sollte das FAZ-Feuilleton anders recherchieren als die eine oder andere Kollegin des Blattes es tut? Sollte es in der Redaktionskonferenz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung womöglich eine besondere Ecke mit dem Etikett “Die Gutgläubigen” geben oder womöglich sogar ein Förderprogramm für erblindete Rechercheure?
“Betriebskultur” und “Betriebsfrieden” durchwirken das Arbeitsrecht wie ein roter Faden. Dass können nicht nur Betriebsräte, sondern auch Personalräte bestätigen. Beispielsweise auch der Gesamtpersonalrat des Norddeutschen Rundfunks. Der nämlich schreibt am 9. Mai 2006:
Christoph Lütgert [sic. NDR-Chefreporter] betreibt eine publizierte persönliche Abrechnung nicht nur in der Süddeutschen Zeitung, sondern betriebsöffentlich auch im NDR. Knut Weinrich komplettiert die Beschimpfung bis an den Rand der Beleidigung im Blick auf eine ganze Generation - Journalismus als Selbstbefriedigung. Soll es so weitergehen, dass Wir im NDR die Bühne für platte Polemik liefert, dass die Belegschaft in gut und schlecht, in kompetent und inkompetent gespalten wird? Wir fordern die Leitung des Hauses, die sich in der Vergangenheit häufig gegen vermeintliche persönliche Unterstellungen verwahrt hat, auf, einen solch unkollegialen Umgang, ohne Stil und Inhalt, nicht zuzulassen! Wir brauchen eine Debatte über Programmqualität, über die Umsetzung unseres spezifischen Auftrages, aber bitte nicht so.
Was war passiert?
Angefangen hatte es mit dem Buch “Mattscheibe” von Jürgen Bertram. Bei Amazon heißt es dazu:
Jürgen Bertram, der fast dreißig Jahre lang für die ARD als Auslandskorrespondent gearbeitet hat, stieß der Frage, inwieweit die Quote das Programm der öffentlich-rechtlichen Sender bestimmt, auf machtbesessene Politiker, selbstgefällige Sender und eine fatale Programmatik, die, wenn der Kurs nicht endlich korrigiert wird, seiner Ansicht nach “in die Sackgasse des Boulevards” führt. Seine schonungslose Analyse versteht der ehemalige Asien-Korrespondent als konstruktiven Beitrag zur Wiederbelebung einer im Grunde erhaltenswerten Idee.
Ein solches Werk scheint von manchem im NDR als Majestätsbeleidigung oder ähnliches empfunden worden zu sein, wie die Reaktionen von NDR-Chefreporter Lütgert und Knut Weinrich, Redakteur beim NDR-Dokumentation und Reportage zeigen. Beim letztjährigen Jahrestreffen von Netzwerk Recherche ausgerichtet in den Räumen des NDR hat man wohl nicht ohne Grund Nikolaus Brender und den der “Nestbeschmutzung” beschuldigten Jürgen Bertram aufs Podium gesetzt. So viel sei verraten: Der Saal war rappelvoll und die Diskussion ging so hoch her, dass die das Panel begleitende Moderatorenleistung an die Grenzen ihres Leistungsvermögens stieß und der Unmut im Publikum anschwoll. Nur das wie immer dichtgedrängte Programm der NR-Jahrestagung konnte Schlimmeres verhindern.
Wen wundert es? Hatte doch die ver.di-Betriebsgruppe beim NDR bereits am 11. April 2006 klar Stellung bezogen. Zitat:
Jetzt muss mir nur noch jemand erklären, weshalb die zum Springer-Verlag gehörende “WELT” dem Netzwerk-Recherche vorwirft, politisch einseitig zu sein und eher links zu stehen. Schließlich hat der offensichtlich keineswegs politisch links stehende Christoph Lüttgert den vom Netzwerk-Recherche verliehenen “Leuchtturm-Preis” als Auszeichnung für besondere publizistische Leistungen erhalten. Alles nachzulesen bei Burks. Gibt es eigentlich auch einen Preis für “Fair-Play” in Betrieben und Dienststellen?
Schade, dass ich nicht auf der Angestelltenkonferenz der IG Metall in Sprockhövel war. Hätte ich doch gerne erlebt, was die Journalistinnen Elisabeth Niejahr (”Die Zeit”) und Corinna Emundts (”Die Zeit-Online”) und der Journalist Thomas Leif (SWR und Netzwerk Recherche e.V.) dort so als Moderatoren-Team gemacht haben, um von Manfred Schallmeyer, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der IG Metall, so verabschiedet zu werden:
Kolleginnen und Kollegen, wer in seinem beruflichen Leben damit umzugehen gelernt hat, dass Handschrift und Unterschrift nicht immer identisch sein müssen, hat sicherlich auch erfahren, dass eine helfende Hand selten gestreichelt wird. Das machen wir heute, am Ende dieser Konferenz anders: Auch wenn man sich in der IG Metall nicht allzu oft bedanken darf, weil einem das nicht als Höflichkeit gutgeschrieben, sondern als Schwäche angekreidet wird, darf ich mich bedanken: Zuallererst bei unserem Moderatorenteam: Dr. Thomas Leif, Elisabeth Niejahr und Corinna Emundts. Im Gegensatz zu Dr. Miegel haben wir nicht unter euch gelitten, sondern euch in jeder Runde und in jeder Phase als Vitaminspritze genossen. Als HTML bei Google und hier als PDF-Datei.
Kolleginnen und Kollegen, wer in seinem beruflichen Leben damit umzugehen gelernt hat, dass Handschrift und Unterschrift nicht immer identisch sein müssen, hat sicherlich auch erfahren, dass eine helfende Hand selten gestreichelt wird. Das machen wir heute, am Ende dieser Konferenz anders: Auch wenn man sich in der IG Metall nicht allzu oft bedanken darf, weil einem das nicht als Höflichkeit gutgeschrieben, sondern als Schwäche angekreidet wird, darf ich mich bedanken: Zuallererst bei unserem Moderatorenteam: Dr. Thomas Leif, Elisabeth Niejahr und Corinna Emundts.
Im Gegensatz zu Dr. Miegel haben wir nicht unter euch gelitten, sondern euch in jeder Runde und in jeder Phase als Vitaminspritze genossen. Als HTML bei Google und hier als PDF-Datei.
Wenige Tage später am selben Ort, allerdings während der IG Metall-Frauenkonferenz in Sprockhövel indes war zu hören, dass längst nicht jeder das von Schallmeyer ausgesprochene Lob geteilt hat. Gut so! Schließlich heißt es doch im Medienkodex von Netzwerk-Recherche unter Punkt Fünf:
Den Kolleginnen Niejahr und Emundts dürfte es egal sein. Denen bin ich bislang nämlich noch nicht begegnet beim Jahrestreffen des Netzwerk-Recherche.
Bis dahin begnüge ich mich mit diesem schnuckeligen Film
Ludwig Thoma hielt, obwohl selber Jurist, nicht allzuviel von Juristen und sagte einst: “Er ist Jurist und auch sonst nur von mäßigem Verstand.” Was würde der Satiriker Thoma sagen, hätte er das zu kommentieren, was eine Juristin in einem von ihr verfassten Buch auf die Frage:“Was ist das W3C?” , zur Antwort gibt:
Antwort: Es antwortet Gets, Marina, Meinungsäußerungs- und Informationsfreiheit im Internet aus der Sicht des Völkerrechts, Berlin 2002, S. 38: Der bekannteste und weltweit am meisten benutzte Informationsmarkt ist derzeit das sogenannte World-Wide Web (WWW oder W3C). Gefunden bei Juristen erklären das Internet via MephistoBlawG
Die heute in der Schweiz Jura lehrende Verfasserin scheint da etwas nicht richtig verstanden zu haben. Denn:
Das World Wide Web Consortium (kurz: W3C) ist das Gremium zur Standardisierung das World Wide Web betreffender Techniken. Quelle: Wikipedia.de
Und die vom Amtsgericht Frankfurt am Main geleistete begriffliche Bestimmung dessen, was unter “das Internet” zu verstehen ist, macht dem Satiriker Thoma alle Ehre. Denn laut AG Frankfurt a. M., Urteil vom 01.07.2005 - 991 Ds 6100 Js 226314/01, K&R 2005, 472, 473 (= Kraft, Dennis/Meister, Johannes, K&R 2005, 458, 459) gilt:
Das Internet ist ein weltweites Netzwerk vieler unabhängiger Netzwerke, die an Internetknoten (Backbones) miteinander verbunden werden.
Noch irgendwelche Fragen?
Daneben bereitet die Telekom eine Klage gegen ver.di vor: “Wir prüfen die Rechtmäßigkeit des Streiks und behalten uns Schadenersatzforderungen gegen ver.di vor”, sagte die Sprecherin. faz.net
Sollte ich die neueste Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts wirklich so missverstanden haben?!
Am 15. Juni 2007 widmet sich Netzwerk-Recherche einen Tag lang der Pressefreiheit am Beispiel der Medienlandschaft in Ost-Europa. Im Programm der Jahrestagung der Journalistenvereinigung heißt es:
Eine gute Gelegenheit, den Blick auf Deutschland zu richten und zu hinterfragen, ob denn hier alles Gold ist, was glänzt? Der Journalist Gerhard Wisnewski schreibt auf seiner Homepage:
Nun sind wir ja in Sachen “Aktenzeichen 11.9. ungelöst” vom WDR schon einige Possen gewöhnt. Sie erinnern sich: Diese von Willy Brunner und mir gedrehte Dokumentation war weltweit die erste kritische TV-Dokumentation über den 11.9. in einem großen Sender. Der WDR gab die Dokumentation in Auftrag, hielt Kontakt zu uns während der Entstehung, nahm die Doku in Augenschein, nahm sie ab, veranstaltete vor lauter Stolz eine Pressekonferenz und sendete sie. Nach einem Hetzartikel des Spiegel allerdings wollte der WDR plötzlich nichts mehr von seinem Meisterstück wissen.
Und weiter heißt es auf der Website:
Ja, es war schon ein feiner Sender, für den wir damals gearbeitet haben. Wie fein, das stellt sich immer mehr heraus. Zunächst mal verhängte der WDR nicht nur ein Beschäftigungsverbot über seine beiden langjährigen Autoren. Dann verhängte er auch noch ein verfassungswidriges Ausstrahlungsverbot über den mit Gebührengeldern finanzierten Film. Und schließlich sperrte er ihn in den Giftschrank. Der einst angesehene Sender entwickelte sich zum Bermudadreieck für kritischen Journalismus. Auf Anfragen nach einem Mitschnitt des Films log ein WDR-Sprecher, es gebe gar keinen Mitschnittservice im Haus.
Nur die Meinung eines Betroffenen oder mehr?
Die unbeteiligte Journalistin Katja Schmid in der telepolis dazu:
Merkwürdig an der Angelegenheit ist die Tatsache, dass der Sender monatelang nichts auszusetzen hatte an ‘Aktenzeichen 11.9. ungelöst’. Die Doku war Teil der vom WDR initiierten Reihe ‘Das andere Amerika’ und bescherte dem WDR eine sensationell gute Quote von 4,8 Prozent Marktanteil (Quelle: Media Control) bundesweit. Das entspricht einer Reichweite von 0,77 Million Zuschauer. Zum Vergleich: Im Juni 2003 lag die Quote bei durchschnittlich 2,7 Prozent bundesweit; im zweiten und dritten Quartal 2003 bei 2,5 Prozent bundesweit. Anders als seinerzeit angekündigt, wurde die Doku nicht wiederholt. Über die Gründe schweigt der WDR sich aus. Allerdings kann man sich anhand des [extern] Manuskripts über den Inhalt informieren. Auch die [extern] WDR-Seite zur Dokumentation ist nach wie vor abrufbar. Das Gästebuch zur [extern] Sendung wurde inzwischen geschlossen. Eine Zeit lang konnten sich die User an der Diskussion zum Thema [extern] Hat der 11. September die Welt verändert? beteiligen. Inzwischen wurde jedoch auch diese Diskussion beendet.
Und was hat das mit der Jahrestagung von Netzwerk-Recherche zu tun?
Die Antwort auf diese Frage liefert wiederum die telepolis, indem sie berichtet:
Dass Fernsehmacher abgestraft werden, kommt durchaus vor. Allerdings geschieht dies meist heimlich still und leise. Auf diese Weise verliert keiner sein Gesicht. Kennern der Branche zufolge ist es inzwischen leider üblich, dass festangestellte Redakteure die direkte Auseinandersetzung mit freien Mitarbeitern scheuen. Statt etwaige Mängel direkt zu kritisieren, gibt es einfach keine Folgeaufträge mehr. Um Nachschub müssen sich die Redaktionen trotzdem keine Sorgen machen. Sorgt doch die allgemeine Medienkrise für ein Überangebot an Freien.
Ich füge hinzu: Und gelegentlich erscheint ein Artikel deshalb nicht, weil der Beitrag einem mächtigen Unternehmen schlichtweg nicht gefällt und die Redaktion sich dem Druck beugt. Aber zum Glück gibt es ja das Internet, wo solche Beiträge sich dann veröffentlichen lassen. Nur der Film von Wisnewski und seinem Kollegen Brunner werden wir wohl nie mehr unter die Augen bekommen, weil der WDR die Verwertungsrechte an dem Film hat.
Sehr interessant sind auch jene Webseiten, die zeigen, wie Sandra Maischberger kritischen Fragen zu den Terroranschlägen vom 11.9. begegnet. Und hier ist zu erfahren, wie der ebenfalls öffentlich-rechtliche Sender ARTE mit dem Thema umgeht. Schönen Sonntag ganz besonders an die Adresse von Enrico Krüger, dessen zahlreiche n Hyperlinks im Blog LAWgical sehr hilfreich waren.
Pflegt Deutschland eine Streitkultur? Ich denke an die von Gewerkschaftsfressern mit Halbwahrheiten geführte Kontroverse um die Betriebsratswahl bei der SAP AG. Mir geht durch den Kopf, was den Mobbing-Gegner umtreibt und ich frage mich des öfteren: Was ist wahr und was ist unwahr? Aus der Distanz und ohne Einblick in die Hintergründe und das Vorgeschehen lässt sich das jedenfalls nicht entscheiden. Ein ungutes Gefühl beschleicht einen auf alle Fälle.
Wie gut haben es doch da die Richter am Bundesarbeitsgericht, wenn sie auf einer profunden Aktenlage Sachverhalte wie den folgenden würdigen müssen:
In einem weiteren Artikel unter der Überschrift Die Lügengeschichten des Herrn P (Teil 2) wird ua. ausgeführt: Wegen eines Redebeitrags auf einer Betriebsversammlung gibt es keine Abmahnung. - Gelogen: Als er bezahlt von der Arbeit frei gestellt wurde, bekommt er (K) gesagt, dass eine Abmahnung ausdrücklich wegen seiner Rede auf der Betriebsversammlung ist. … Wohl um seine Lügen doch noch zu retten, sind offenbar Abteilungsleiter und Meister ausgerichtet worden, sich an der Hetzkampagne zu beteiligen. Leider folgen manche diesen Anweisungen. Sie sollten sich überlegen, ob sie es nicht sind, die sich das Vertrauensverhältnis der Belegschaft verspielen, nachdem immer mehr die Wahrheit ans Licht kommt. Auch wenn P nur vom Vorstand vorgeschickt sein sollte, ist er doch für die Belegschaft untragbar. Er muss weg!
Die BAG-Entscheidung 2 AZR 21/05 vom 12.1.2006 jedenfalls zeigt eindrucksvoll wie es ist, wenn das Betriebsklima so beschissen schlecht ist, dass der Betriebsfrieden auf ganz dünnem Eis steht. Pflichtlektüre für alle ArbeitnehmerInnen!
Zuweilen ist so ein Aufhebungsvertrag ein tückisches Ding. Richtig böse traf es im vergangenen Jahr einige BenQ-Beschäftigte. Aber auch wegen der bei Arbeitslosigkeit als Folge eines Aufhebungsvertrags vorgesehenen Sperrzeit für den Empfang von Arbeitslosengeld sollte ein Aufhebungsvertrag nicht leichtfertig unterschrieben werden. Der Aufhebungsvertrag im Überblick.
Mit dem Betriebsklima verhält es sich ähnlich wie mit dem Weltlima: Stimmt das Klima nicht, ist auch keine gute Arbeit zu leisten. Mehr dazu H I E R .
Die CSU droht dem Bundespräsidenten für den Fall, dass er Christian Klar begnadigt. Die Grünen ihrerseits werfen der CSU Nötigung eines Verfassungsorgans (des Bundespräsidenten) vor. Mein Kommentar: Neoliberales Kasperle-Theater. Als ob je zu erwarten gewesen wäre, dass Horst Köhler den Ex-Terroristen Klar begnadigen würde. Aber das habe ich ja schon am 8. März 2007 im Beitrag “Neues aus dem Bundespräsidialamt” erklärt.
Hat der René Obermann von der Deutschen Telekom AG auch ein Blog oder nimmt ihn die Zerschlagung der Umbau des Konzerns zu sehr in Anspruch? Den Betriebsräten, Jugendvertretern und gewerkschaftlichen Vertrauensleuten der Deutschen Telekom kann ich so ein Blog nur empfehlen. Das ist besser als jedes noch so gut sortierte Aktenregal. Gerade habe ich das hier veröffentlicht am 13. August 2006 gefunden:
Wer wollte dem Fazit der Süddeutschen noch etwas hinzufügen?
Gestern Deutsche Telekom Hauptversammlung mit imposanter Dividendenauszahlung trotz geplanter (oder gerade wegen?) massiver Einschnitte bei den Entgelten der Telekom-Beschäftigten. René Obermann rechtfertigte die Dividende damit, dass neben den Arbeitnehmern auch der Kapitalmarkt und die Anleger ihre Erwartungen und Forderungen an den Konzern hätten und diese auch haben dürften. Lange währte die Freude der Aktionäre der Deutschen Telekom AG nicht. Denn ver.di ruft zur Urabstimmung. Die DTAG-Aktie ist im Sturzflug und hat von gestern auf heute bereits mehr als vier Prozent eingebüßt. Wo wird das nur enden? Wo doch alles teurer wird? Selbst das von den Arbeitgebern so heiß geliebte Outsourcing ist nach der jüngsten Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts nicht mehr zum Schnäppchenpreis zu bekommen.
Wer sich immer schon fragte, weshalb die Deutsche Telekom im rheinischen Bonn ihren Sitz hat, hier die Antwort: Wegen des rheinischen Humors.
Dann liegen sie völlig außerhalb des bei der Telekom geltenden Kundenprofils. Der Margentafarbene Riese hat nämlich jetzt einer Privatperson genau 552 DSL-Router aufs Auge drücken wollen. Kostenlos!!!
Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), zum heute erzielten Tarifabschluss in der Metallindustrie.
Der neue gemeinsame Telefonnetz-Betreiber von Nokia und Siemens will in Deutschland in den kommenden drei Jahren bis zu 2.900 Arbeitsplätze abbauen. Über die Einzelheiten verhandele man bereits mit den Arbeitnehmervertretern, erklärte Nokia Siemens Networks im finnischen Espoo. [ ] Die Streichung von 2.900 Stellen sei weit mehr als man sich jemals vorgestellt habe. Man sei nicht bereit, über solche Pläne zu verhandeln. Die Gewerkschaft [sic.: IG Metall] geht davon aus, dass auf der Basis früherer Vereinbarungen mit Siemens betriebsbedingte Kündigungen bis 2009 ausgeschlossen sind. Quelle: Deutschland Radio Nachrichten vom 4. Mai 2007, 18:oo Uhr.
Quelle: Deutschland Radio Nachrichten vom 4. Mai 2007, 18:oo Uhr.
Das passt ja prima zur SPD-Musterrede zu den heute stattgefundenen Mai-Kundgebungen. Albrecht von Lucke schreibt in den Blättern für deutsche und internationale Politik:
Tatsächlich hat der Bremer Entwurf mit der dringend erforderlichen Polarisierung der Debatte zwecks Profilierung der SPD nichts im Sinn. Herausgekommen ist vielmehr ein Programm der Wünschbarkeiten und der Konfliktvermeidung, bar jeder politischen Auseinandersetzung und jeden Widerspruchs. Kurzum: Die SPD hechelt den zunehmend radikaler werdenden Realitäten heillos hinterher. [ ] Überall, wo das Berliner Programm von 1989 zuerst die Risiken der kommenden Globalisierung benannte, dreht der neue Entwurf den Spieß um mit dem Anspruch, realistischer und pragmatischer zu sein und damit der neuen Lage angeblich angemessen zu begegnen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Nirgends wird den dramatischen Veränderungen des globalen Kapitalismus seit 1989 wirklichRechnung getragen. Das ganze Programm durchzieht als sein Leitmotiv der Wille zu unbedingtem Optimismus. Damit ebnet es alle derzeit gerade aufbrechenden Gegensätze radikal ein.
Vollständiger Text in den Blättern.
Ein Blick in die Süddeutsche Zeitung verrät, warum das so ist:
Ein paar Mal schon hat der Bürgermeister die Bürger in Briefen um Spenden gebeten, damit die Gemeinde ihr Heimatmuseum am Seeufer ausbauen kann. Innerhalb von drei Jahren haben sechs Leute mitgemacht. 7000 Euro, insgesamt. Wenn der Pfarrer ein neues Dach für die Kirche braucht, hat er in einer Woche 80.000 Euro zusammen, sagt der Bürgermeister. Einmal habe er befürchtet, die Stadt könne die Löhne ihrer Angestellten nicht mehr zahlen. Und einmal habe er überlegt, ob man das Schwimmbad schließen müsse. Den Reichen kann das Schwimmbad egal sein, im Sommer springen sie von ihrem Garten in den See. Im Winter springen sie in ihren beheizten Pool.
Es geht um die Millionäre in Starnberg und Tutzing am Starnberger See.
Betriebsratsmitglieder dürfen nicht benachteiligt werden. Das Gesetz ist da unmissverständlich. Doch mancher Arbeitgeber scheint selbst mit Paragraf 78 Betriebsverfassungsgesetz intellektuell überfordert zu sein. Nur so ist zu erklären, dass gleich zwei Landesarbeitsgerichte über den Anspruch auf Korrektur des Arbeitszeugnisses von Betriebsratsmitgliedern zu entscheiden hatten. Das beim Bund-Verlag erscheinende Formularbuch zum Betriebsverfassungsgesetz enthält ein Musterschreiben, das jedem Betriebsratsmitglied und jedem Personalchef zur Lektüre empfohlen sei, sobald ein Arbeitszeugnis die Betriebsratstätigkeit erwähnt. Im Formularbuch heißt es unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung:
Einfach das Formularbuch Betriebsverfassungsgesetz bestellen im 37.6-Blog-Bookshop.
Wir Sozialdemokraten wollen in der Regierung dafür sorgen, dass es bei dieser guten Entwicklung nicht zu einer Spaltung in Gewinner und Verlierer kommt. Dieser Satz aus der SPD-Musterrede zum Tag der Arbeit taugt noch nicht einmal als sozialdemokratische “Weihnachtsbotschaft”.
Denn eine gesellschaftliche “Spaltung in Gewinner und Verlierer” trotz einer “guten Entwicklung” ist alles andere als ein widerspruchsfreies rhetorisches Meisterstück. So betrachtet steht die SPD in der Wählergunst genau dort, wo sie hingehört: im Tal der Tränen. Alles was zum desolaten Zustand der SPD zu sagen ist, sagt der Sozialdemokrat Albrecht Müller auf den Nachdenkseiten.
Der arme René Obermann im Telekom Vorstand. Da trifft das Bundesarbeitsgericht eine grundlegende Entscheidung und aus dem Vorstand der Deutschen Telekom ist lediglich zu hören: “Dann machen wir es halt alleine.”
Okay, versuchen können es die Jungs in den Nadelstreifen-Anzügen ja mal. Nur völlig ohne die Gewerkschaft ver.di wird ihnen das Projekt “Massen-Outsourcing” wohl nicht gelingen. Schließlich weiß auch ver.di von der neuesten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zum “tariflichen Sozialplan”. Und richtig. Prompt heißt es beim ITK-Info-Dienst Golem:
Hintergrund des Streits zwischen Telekom und Verdi ist weiterhin die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in neue Service-Gesellschaften, wo diese länger für weniger Geld arbeiten sollen. Den Widerstand gegen die eigentliche Auslagerung hat Verdi dabei aufgegeben und spricht nunmehr von Verhandlungen über einen tarifvertraglichen Sozialplan, mit dem die Telekom-Beschäftigten vor den Folgen der Auslagerung in die geplante T-Service-Gesellschaft geschützt werden sollen.
Hintergrund des Streits zwischen Telekom und Verdi ist weiterhin die geplante Auslagerung von rund 50.000 Mitarbeitern in neue Service-Gesellschaften, wo diese länger für weniger Geld arbeiten sollen.
Den Widerstand gegen die eigentliche Auslagerung hat Verdi dabei aufgegeben und spricht nunmehr von Verhandlungen über einen tarifvertraglichen Sozialplan, mit dem die Telekom-Beschäftigten vor den Folgen der Auslagerung in die geplante T-Service-Gesellschaft geschützt werden sollen.
Der arme René Obermann. Hat ihm denn keiner seiner Hausjuristen eine Warnung zukommen lassen? So ein Sozialplan per Tarifvertrag kann nämlich ganz schön teuer werden.
Da schreibt jemand mit Blick auf eine mutmaßlich bevorstehende Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts einen Aufsatz mit der Überschrift “Tarifpluralitäten und -konkurrenzen im Betrieb - Zur Zukunft des Grundsatzes der Tarifeinheit” (vgl. NZA 2007, S. 187 - 191) und dann meldet das BAG das hier:
Keine Entscheidung zur Tarifeinheit am 21. März 2007 Der Vierte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat für den 21. März 2007 Anhörungstermine zu mehreren Beschlussverfahren terminiert. In ihnen geht es um Anträge auf Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats zu Umgruppierungen zahlreicher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus einem tariflichen Vergütungssystem in ein anderes. Da die betreffenden Tarifverträge mit verschiedenen Gewerkschaften abgeschlossen sind, ist verbreitet erwartet worden, der Vierte Senat werde in diesen Verfahren zum sogenannten Grundsatz der Tarifeinheit (Ein Betrieb, ein Tarifvertrag!) grundlegend Stellung nehmen. Zu dieser Stellungnahme des Senats wird es am 21. März 2007 nicht kommen, weil die Arbeitgeberin die Zustimmungsersetzungsanträge zurückgenommen und die Verfahren für erledigt erklärt hat.
Keine Entscheidung zur Tarifeinheit am 21. März 2007 Der Vierte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat für den 21. März 2007 Anhörungstermine zu mehreren Beschlussverfahren terminiert. In ihnen geht es um Anträge auf Ersetzung der Zustimmung des Betriebsrats zu Umgruppierungen zahlreicher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus einem tariflichen Vergütungssystem in ein anderes. Da die betreffenden Tarifverträge mit verschiedenen Gewerkschaften abgeschlossen sind, ist verbreitet erwartet worden, der Vierte Senat werde in diesen Verfahren zum sogenannten Grundsatz der Tarifeinheit (Ein Betrieb, ein Tarifvertrag!) grundlegend Stellung nehmen.
Zu dieser Stellungnahme des Senats wird es am 21. März 2007 nicht kommen, weil die Arbeitgeberin die Zustimmungsersetzungsanträge zurückgenommen und die Verfahren für erledigt erklärt hat.
Fazit: Dumm gelaufen für die Arbeitgeber und die ihnen nahestehenden Juristen.
Wo stehen eigentlich Fliesenleger in der Beliebtheitsskala?
Der Heidelberger Druckmaschinen GmbH in Kiel gebührt ganz großer Dank dafür, dass sie bis zum Bundesarbeitsgericht zog, um klären zu lassen, ob Gewerkschaften einen “Tarifsozialplan” erkämpfen dürfen. Die Antwort des Bundesarbeitsgerichts: Sie dürfen.
Jahrzehntelang waren die deutschen Unternehmen gewohnt, bei Betriebsschließungen nur mit dem Betriebsrat über den Interessenausgleich und den Sozialplan zu verhandeln. Der Betriebsrat ist an die betriebliche Friedenspflicht gebunden, die Mittel des Arbeitskampfs sind ihm verwehrt.
Mit diesen Worten blickt das Handelsblatt auf die “alten Zeiten” zurück, als dem Betriebsrat bei geplanten Werksschließungen und Standortverlagerungen wegen des “Grundsatzes der vertrauensvollen Zusammenarbeit” und wegen des ihm obliegenden Arbeitskampfverbots die Hände gebunden waren und die Gewerkschaften lediglich Protestkundgebungen organisieren konnten.
Also erklärt das Handelsblatt in gewohnt meinungsbetonter Manier seiner Klientel im Arbeitgeberlager, was an dem BAG-Beschluss Az.: 1 AZR 252/06 so verwerflich ist:
Seit einigen Jahren verfolgt aber vor allem die IG Metall eine neue Strategie, um Betriebsverlagerungen ins Ausland zu stoppen oder zumindest zu erschweren: Die Gewerkschaft fordert den Abschluss eines Sozialtarifvertrags und verleiht dieser Forderung durch Streik Nachdruck. Eigentlich darf sie nicht gegen die Werksschließung als solche streiken, weil dies allein eine Frage der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit ist. Aus Arbeitgebersicht läuft die Streikstrategie trotzdem auf nichts anderes hinaus: Die geforderten sozialen Abfederungsmaßnahmen seien häufig so überzogen, dass die Schließung unrentabel würde.
Und auch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und ihrer Leserschaft scheint das Thema derart nahe zu gehen, dass sie statt einen ihrer Redakteure lieber einen über die Sorgen und Nöte von Unternehmern bestens unterrichteten Gastautoren zu Wort kommen lässt.
“In dieser Situation kann der Arbeitgeber lediglich versuchen, eine Spaltung zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft herbeizuführen”, stellt Rechtsanwalt Volker Teigelkötter in seinem FAZ-Beitrag fest und erklärt auch prompt, wie der Arbeitgeber zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft einen Keil treiben kann. Teigelkötter schreibt:
Hierzu muss er den Rückhalt der Gewerkschaft innerhalb der Belegschaft schwächen. Dieser nimmt erfahrungsgemäß erheblich ab, sobald ein Sozialplan abgeschlossen ist. Dem regelmäßigen Versuch des Betriebsrats, die Sozialplanverhandlungen in die Länge zu ziehen, um den Druck über die Gewerkschaft zu erhöhen, kann der Arbeitgeber durch ein frühzeitig eingeleitetes Einigungsstellenverfahren begegnen. Ist der so erzwungene Sozialplan für die Belegschaft akzeptabel, schwindet meist deren Bereitschaft zum Streik für einen zusätzlichen Tarifvertrag.
Da soll nochmal einer sagen, das Arbeitsrecht sei langweilig.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte setzt Datenüberwachung am Arbeitsplatz enge Grenzen. Foto: Ben Ward via Flickr.com.
Das Überwachen von Telefon-, E-Mail- und Internetverbindungsdaten ohne eine gesetzliche Ermächtigungsgrundlage verstößt gegen Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Mit dieser Feststellung stärkt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Rechte aller im Öffentlichen Dienst beschäftigten Arbeitnehmer. Ausführlich dazu Rechtsanwalt Michael Felser im felser.blog.
Die Meinungsfreiheit ist unverzichtbar für ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen. Das hat das Bundesverfassungsgericht auch mit Blick auf den Bereich der betrieblichen Arbeitswelt festgestellt. Gleichwohl heißt es in der telepolis über zur “Abmahnkeule” greifende Unternehmen, sobald jemand kritisch über sie berichtet:
Unter diesen Bedingungen wird es auf den ersten Blick nicht leichter, im Netz eine kommunikative Gegenmacht zur Unternehmens-PR durch Erfahrungs- und Informationsaustausch der Konsumenten untereinander aufzubauen - von den spezifischen Problemen der Netzauftritte von Beschäftigten eines Unternehmens oder bloggenden Betriebsräten ganz abgesehen.
In dem Artikel geht es um “die allgemeinen Gesetze” im Sinne von Artikel 5 Absatz 2 Grundgesetz, die immer dann ins Feld geführt werden, wenn einem eine Meinung zwar unbequem erscheint und man diese aus der Welt haben möchte, aber sich nicht dem Vorwurf aussetzen möchte, man würde eine Meinung verbieten wollen. Zu diesen “allgemeinen Gesetzen” zählt naturgemäß auch das Urheber- und Markenrecht, beides besondere Ausprägungen des Eigentums- und Persönlichkeitsrechts.
Wer etwa, wie es Greenpeace getan hat, eine Internetseite “oil-of-elf.de” schaltet, macht recht bald schon Bekanntschaft mit dem Markenrecht, dessen Verletzung die Rechtsabteilung des Ölkonzerns TotalFinaElf rügt, um die unliebsame Website aus der Welt zu schaffen. Dass die Rechtsabteilung des Mineralölkonzerns dabei keineswegs richtig liegen muss, beweist der Umstand, dass Greenpeace den anschließenden Prozess gegen den Öl-Mulit gewonnen hat.
Und irgendwie erinnert das hieran:
Und geradezu folgerichtig erhielt auch ich kurz darauf Post per Einschreiben von der SAP AG:
Ich wartete ab und irgendwann meldete sich auch die SAP-Rechtsabteilung telefonisch, um hieran anschließend ein paar Lesetipps aus meinem Fundus zu erhalten:
Und am 22. Mai 2006 war dann in diesem Blog zu lesen:
Seit wenigen Minuten ist es spruchreif: Die Kontroverse um das im 37sechsBlog vermeintlich verwendete SAP-Firmenlogo ist erledigt.
Der in der telepolis zu findende Hinweis auf die Besonderheiten von Beschäftigten und Betriebsräten indes bedarf einer klarstellenden Ergänzung: Betriebsratsmitglieder genießen gegenüber den Beschäftigten ohne betriebsverfassungsrechtliche Funktion einen wesentlich besseren Schutz vor willkürlichem Handeln. Ob ein Betriebsrat eine eigene Zeitung herausgibt oder ein Blog schreibt, macht rechtlich nur in einer Hinsicht einen Unterschied: Der bloggende Betriebsrat muss sich außer mit der Technik des Bloggens auch mit den rechtlichen Besonderheiten des Bloggens vertraut machen.
Weil “Umweltschutz im Betrieb” auch ein Thema für den Betriebsrat ist, heute mal ein Greenpeace-Video:
Howdy Everyone,
The International Whaling Commission meeting is now right around the corner, and what they decide in Anchorage next month will have serious implications for the fate of the whales for many years to come.
Japan has been buying small countries onto the IWC in an effort to overturn the 20 year old International Ban on Commercial Whaling. We must not allow the whaling ban to be overturned!
Anthony Hopkins has stepped up to help spread the word about the situation, and has made a pretty badass public service announcement with Greenpeace about the whales.
Check it out!
Look: this weekend, people all over the US are working with Greenpeace to generate grassroots pressure for the whales. The US has traditionally been strongly pro-whale at the International Whaling Commission, and we need to make sure they do their best for the whales next month in Anchorage. We have 350 bakesales for the whales happening all over the country, and all 50 states are represented (DC and Puerto Rico, too). Our goal is to lure people over to tables filled with sweet treats and generate thousands of petitions, letters, and phonecalls in support of the whales.
You can help: please visit the bakesale page on the Greenpeace website and RSVP to attend an event in your area you can contact the local organizer through the website to find out what you can do to help. If theres no event planned near where you live, its not too late to sign up to organize a bakesale yourself: all the materials you need are in the bakesale toolkit, which you can download for free from the website. This is an important way to help the whales, and youll meet some new folks, and have some cookies, too. Please lend a hand.
And check out Anthony Hopkins PSA, too!
For The Whales!ERIK
Mein Cousin auf Platz Drei und ich ganz vorne.
Da kann ich ja sparsam mit den Visitenkarten umgehen, wenn ich die nächsten Tage auf Tour bin.
Na Herr Sixtus, schon den in Rechnung gestellten Betrag in Höhe von 14.280 Euro erhalten? Oder fragt sich der vermeintliche Schuldner immer noch, weshalb zum Kuckuck er Ihnen diese Summe anweisen sollte? Dann aber mal ran an den Speck und die erste Zahlungserinnerung an den vermeintlichen Schuldner gesandt. Lassen Sie dem mutmaßlichen Debitoren nichts durchgehen. Das würde Sie nämlich nicht nur materiell treffen, sondern auch Ihrem Ruf als “Harten Knochen” schaden. Also, wann geht´s weiter? Bestimmt bastelt Ihnen der Herr Knüwer ein Flussdiagramm zum Mahnverfahren. Gelle, Herr Knüwer?!
16 Layouts für Wordpress, die von Haus aus Raum für Google-Werbeanzeigen mitbringen, gibt es hier: K L I C K
Klein-Bloggersdorf ist halt nicht der Aufsichtsrat der Siemens AG. Zeigten sich einige “A-Blogger” und auch ein paar “B-Blogger” höchst beeindruckt davon, dass der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld ein CEO-Weblog betreibt, empfindet der Siemens-Aufsichtsrat scheinbar ganz anders. Ganz vorne dabei Strafverteidigers Liebling Josef Ackerman. Er soll laut FAZ mit seinen Getreuen auf der Suche nach einem Nachfolger für Kleinfeld sein.
CEO-Blogger Kleinfeld dürfte es wenig amüsieren, wenn er in den nächsten Tagen vom neuen Chefaufseher Gerhard Cromme zu hören bekäme: “Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.” Statt sich über einen bis 2012 verlängerten Vertrag freuen zu dürfen, würde Kleinfeld in die Fußstapfen der seinerzeit an BenQ “verschacherten” Ex-Siemens-Mitarbeiter treten. Von Arbeitslosengeld leben bräuchte Klaus Kleinfeld trotzdem nicht. Und zur Not könnte Kleinfeld ja ein werbefinanziertes Blog aufmachen. Wenn ich einen Namen vorschlagen dürfte? Wie wäre es mit: “www.CEO-intimate.com”?
Die GEMA (Verwertungsgesellschaft für Musikrechte) ist hierzulande ja äußerst bekannt. Ob Gastwirte, Sportvereine oder Podcaster jeder, der GEMA-gebührenpflichtige Musik spielt, muss die GEMA einfach mögen. Der britische Premierminister Tony Blair jedenfalls findet die GEMA ganz, ganz toll. So toll, dass Blair nun auch eine Art GEMA in Großbritannien einführen will. Tja, so funktioniert New Labour halt. Live-Musik im Pub ist den englischen Sozis scheinbar weniger wichtig als der Kommerz. Das hat auch schon mancher Engländer begriffen, so dass eine Online-Petition gegen das Blairsche “GEMA-Gesetz” läuft. Thanks to the blog of the band “Bad Habits”.
Der Duisburger Zoo und andere Tierparks hierzulande sind mächtig stolz auf ihre Delphine. Und bestimmt heißt bestimmt demnächst auch ein Delphin “Knut”. Dem Japaner und der japanischen Regierung indes ist das scheißegal, wie dieser Film eindrucksvoll belegt.
Und das Web wäre nicht das Web, wenn es nicht auch eine Online-Petition an den japanischen Premierminister zu unterzeichnen gäbe: K L I C K
Gracias mucho a mi amigo Pedro en Barcelona. Durch den ich erst auf das japanische Delphin-Massaker aufmerksam geworden bin.
Wer sich den vorigen Beitrag über das Abschlachten von Delphinen in Japan angesehen hat und jetzt darüber grübelt, ob noch alle richtig ticken, der sollte auch das Kampagnen-Video zur Internationalen Großdemonstration anlässlich des G-8-Gipfels in Heiligendamm im Juni dieses Jahres sehen.
Sieben Tage lang bietet ARTE den Film “Wer hat Angst vor Google?” als Video-Stream an. Entdeckt bei media-ocean.
Ganze Scharen von Teufeln, die bislang ungetaufte Kinder über deren Tod hinaus im Fegefeuer schmorrten, droht die Erwerbslosigkeit und damit mittelfristig das Schicksal der “Hartz-IV-Empfänger”. Der Vatikan hat seine Drohung wahrgemacht. Bereits im Oktober berichtete dieses Blog von der in der Kurie erwogenen Stilllegung der “Vorhölle”. Jetzt ist es endgültig. Laut tagesschau.de hat sich der Vatikan zur Betriebsschließung entschieden. Ob es an den hohen Energiepreisen liegt?
Das Thema Leiharbeit habe ich in den vergangenen Wochen des öfteren aufgegriffen. Das geschah unter verschiedenen Aspekten und aus verschiedenen Erwägungen. Heute erwähne ich das Thema “Zeitarbeit” deshalb, weil ich in der Maiausgabe der Fachzeitschrift “Arbeitsrecht im Betrieb” folgende Frage stelle: Welche Möglichkeiten hat der Betriebsrat, um den grundsätzlich schlechter gestellten Leiharbeitern zu helfen? Das 37.6-Blog stellt seinen Leserinnen und Lesern diesen Beitrag ab heute als PDF-Datei zum Download bereit.
Schönen Dank an die Arbeitsrecht im Betrieb Verlagsgesellschaft mbH für die Genehmigung der Vorabveröffentlichung.
In den Vereinigten Staaten von Amerika scheint es eine die Abgeordneten vor strafrechtlichen Ermittlungen schützende Immunität nicht zu geben. Das bekam der Republikaner und Kongressabgeordnete John T. Doolittle jüngst zu spüren, als das FBI seine Wohnung durchsuchte.Gegen Doolittle besteht der Verdacht, er habe mittels der Firma seiner Frau in unerlaubter Weise Spendengelder für seinen Wahlkampf und die Republikanische Partei beschafft. George W. Bush, der nach Meinung mancher deutscher Politiker ein lupenreiner Demokrat sei, spielt auch mit in der Polittragödie. Die New York Times schreibt:
F.B.I. Searches Home of California Lawmaker F.B.I. agents last week searched the suburban Washington home of Representative John T. Doolittle, Republican of California, and his wife whose activities are being investigated in connection with her ties to the convicted lobbyist Jack Abramoff, Mr. Doolittles lawyer acknowledged Wednesday.
Irgendwie denke ich gerade an das Hotel Beau Rivage in Genf und an Fallschirme, die sich um alles in der Welt nicht öffnen.
Und wie man in Amerika denkt, hat mir eine Freundin aus Kalifornien neulich gemailt:
And Finally, can you imagine working for a company that has a little more than 500 employees and has the following statistics:
* 29 have been accused of spousal abuse * 7 have been arrested for fraud * 19 have been accused of writing bad checks * 117 have directly or indirectly bankrupted at least 2 businesses * 3 have done time for assault * 71 cannot get a credit card due to bad credit * 14 have been arrested on drug-related charges * 8 have been arrested for shoplifting * 21 are currently defendants in lawsuits * 84 have been arrested for drunk driving in the last year…
Can you guess which organization this is?
Give up yet?
It’s the 535 members of the United States Congress.
The same group that crank out hundreds of new laws each year designed to keep the rest of us in line.
37.6-Blog sagt:
Der Freiburger Weihbischof Rainer Klug scheint ein ganz großer Freund der Familie Corleone zu sein. Hans Filbinger wird es freuen.
Die Schwester des von Nazi-Richtern zum Tode verurteilten Soldaten Walter Gröger über den vergangene Woche beigesetzten früheren CDU-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg:
Hätte das doch mal jemand dem gerade jetzt amtierenden CDU-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gesagt. Ist ja nicht das erste Mal, dass Günther Oettinger Unsinn geredet hat, wie ein Blick in die “Sammlung der dicken Dinger von Oettinger” (erschienen in der Wikipedia) zeigt:
In seiner Zeit als Vorsitzender der Jungen Union bezeichnete er einmal die Frauen-Union als Krampfaderngeschwader, eine Bemerkung, die seine Karriere damals in erhebliche Gefahr brachte. Im Jahre 1988 machte er bundesweit Furore, als er den Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl forderte. Erneut für Aufsehen sorgte Oettinger 1989 als Landesvorsitzender der Jungen Union mit der Forderung, das Motorradfahren auf öffentlichen Straßen aus Sicherheitsgründen zu verbieten, die er in einem Interview mit der Zeitschrift Motorrad bekräftigte. In einem 17 Jahre später kurz vor der Landtagswahl 2006 geführten Interview erklärte er, die Forderung sei unter dem Eindruck des Besuchs einer Unfallklinik entstanden und das Motorradfahren sei eine schöne und reizvolle Freizeitbeschäftigung. [1] Im Jahr 1991 hatte Oettinger wegen Alkohols am Steuer seinen Führerschein abgeben müssen. In der sog. “Pizzeria-Affäre” wurde bekannt, dass auf einer Aufzeichnung des Verfassungsschutzes eines unter Mafia-Verdacht stehenden Wirtes auch die Stimme Oettingers zu hören ist. Da der Wirt mit Oettinger befreundet war, wurde der Verdacht geäußert, dass Oettinger unwissentlich Geheimnisse an die Mafia verraten hätte. Das konnte er jedoch später glaubhaft widerlegen. 2006 wurde Oettinger vom Verein Deutsche Sprache zum Sprachpanscher des Jahres gewählt. Anlass waren seine Äußerungen in einem SWR-Interview: Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest. Im September 2006 wurde Oettinger für die Absicht kritisiert, mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln aus Beständen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe im Wert von bis zu 70 Millionen Euro zugunsten des Hauses Baden verkaufen zu wollen. Wissenschaftler und wissenschaftliche Organisationen aus aller Welt reagierten auf dieses Vorhaben mit großer Empörung und bezeichneten es u. a. als beispiellose[n] Akt der Barbarei[2] Anfang des Jahres 2007 sagte Oettinger in einer Rede der Studentenvereinigung Ulmia: Wir sind in der unglaublich schönen Lage, nur von Freunden umgeben zu sein. Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr, womit er den mangelnden Willen der jungen Generation zu Fleiß und Disziplin erklären wollte. [ ]
In seiner Zeit als Vorsitzender der Jungen Union bezeichnete er einmal die Frauen-Union als Krampfaderngeschwader, eine Bemerkung, die seine Karriere damals in erhebliche Gefahr brachte.
Im Jahre 1988 machte er bundesweit Furore, als er den Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl forderte.
Erneut für Aufsehen sorgte Oettinger 1989 als Landesvorsitzender der Jungen Union mit der Forderung, das Motorradfahren auf öffentlichen Straßen aus Sicherheitsgründen zu verbieten, die er in einem Interview mit der Zeitschrift Motorrad bekräftigte. In einem 17 Jahre später kurz vor der Landtagswahl 2006 geführten Interview erklärte er, die Forderung sei unter dem Eindruck des Besuchs einer Unfallklinik entstanden und das Motorradfahren sei eine schöne und reizvolle Freizeitbeschäftigung. [1] Im Jahr 1991 hatte Oettinger wegen Alkohols am Steuer seinen Führerschein abgeben müssen.
In der sog. “Pizzeria-Affäre” wurde bekannt, dass auf einer Aufzeichnung des Verfassungsschutzes eines unter Mafia-Verdacht stehenden Wirtes auch die Stimme Oettingers zu hören ist. Da der Wirt mit Oettinger befreundet war, wurde der Verdacht geäußert, dass Oettinger unwissentlich Geheimnisse an die Mafia verraten hätte. Das konnte er jedoch später glaubhaft widerlegen.
2006 wurde Oettinger vom Verein Deutsche Sprache zum Sprachpanscher des Jahres gewählt. Anlass waren seine Äußerungen in einem SWR-Interview: Englisch wird die Arbeitssprache. Deutsch bleibt die Sprache der Familie und der Freizeit, die Sprache, in der man Privates liest.
Im September 2006 wurde Oettinger für die Absicht kritisiert, mittelalterliche Handschriften und Inkunabeln aus Beständen der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe im Wert von bis zu 70 Millionen Euro zugunsten des Hauses Baden verkaufen zu wollen. Wissenschaftler und wissenschaftliche Organisationen aus aller Welt reagierten auf dieses Vorhaben mit großer Empörung und bezeichneten es u. a. als beispiellose[n] Akt der Barbarei[2]
Anfang des Jahres 2007 sagte Oettinger in einer Rede der Studentenvereinigung Ulmia: Wir sind in der unglaublich schönen Lage, nur von Freunden umgeben zu sein. Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr, womit er den mangelnden Willen der jungen Generation zu Fleiß und Disziplin erklären wollte. [ ]
Noch Fragen?
Da hat ein Arbeitgeber tatsächlich geglaubt, nur weil er sich billigerer Leiharbeiter bediente, bräuchte er einen ausgelernten Jugendvertreter nicht zu übernehmen. Der Jugendvertretreter beschritt den Rechtsweg, unterlag in Erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Bayreuth, um dann vom LAG Nürnberg Recht zu bekommen.
Besteht ein dauerhafter Bedarf an der Beschäftigung eines Arbeitnehmers im Rahmen der Arbeitsorganisation des Arbeitgebers, ist diesem die Weiterbeschäftigung eines Mitglieds der Jugend- und Auszubildendenvertretung nach dessen Beendigung seines Ausbildungsverhältnisses nicht unzumutbar i.S.d. § 78 a Abs. 4 S. 1 BetrVG.
Die vom Arbeitgeber getroffene Entscheidung, kein neues Personal mehr einzustellen, sondern entstehenden Beschäftigungsbedarf durch den Einsatz von Leiharbeitnehmern zu decken, führt nicht zum Wegfall von Arbeitsplätzen.
http://www.arbg.bayern.de/lagn/5tabv61.05.V.htm">Landesarbeitsgericht Nürnberg, Beschluss 5 TaBV 61/05 vom 21.12.2006.
Zum Übernahmeanspruch von Mitgliedern der Jugend- und Auszubildendenvertretung gemäß § 78a BetrVG vgl. die im Auftrag der IG Metall erstellte Handlungshilfe dazu.
Da ist jemand unsterblich in Shakira verliebt, trommelt sich die Seele aus dem Leib und lässt sich dabei filmen. Nun hofft der unentwegt trommelnde Don Juan darauf, dass seine Hommage irgendwann der von ihm verehrten Shakira unter die Augen und in die Gehörgänge gerät.
Also ich will nicht schuld daran sein, wenn die beiden nicht zueinander finden Deshalb meine Bitte an alle LeserInnen: Seht Euch das Video an und “spread it!”
Und der Jugendvertretung empfehle ich das Stück zur Einstimmung bei der nächsten Jugendversammlung.
Vor mir auf dem Tisch liegt die von Robin Meyer-Lucht verfasste Analyse namens die “Zukunft der Zeitung”. Die Holtzbrinck-Gruppe wird auch erwähnt. Lobend sogar weil sie der einzige Zeitungsverlag sei, der seinen Online-Umsatz ausweise. 18,1 Millionen habe der Konzern im Online-Segment umgesetzt. Bei einem Konzernumsatz in einer Gesamthöhe von 2.087 Millionen Euro sind 18,1 Millionen immerhin oppulente 0,8 Prozent.
Und was macht der Südkurier so im Internet?
Der zur Holtzbrinck-Gruppe gehörende Südkurier aus Konstanz hat ja nun auch Videos auf seiner Homepage. Dabei bedient sich der Online-Auftritt des Blattes eines Programms der Firma Zoom.in. Das ist schön für die Firma und weniger schön für die Nutzer von Firefox und Opera, denn Zoom.in klärt auf:
Wir empfehlen den Zuschauern, Internet Explorer 6 oder Netscape Navigator 7 (oder höher) zu gebrauchen. Internet Explorer 6 oder Netscape Navigator 7 können durch Anklicken der Links herunter geladen werden. Opera, Firefox und andere Programme werden auch unterstützt. Hier funktionieren jedoch die Play, Stop und Pause-Tasten nicht.
Aha! Selbst die “Play-Taste” funktioniert nicht. Mir scheint, als ob der “ehemalige Jurastudent” und Firmengründer Georg von Holtzbrinck geschäftstüchtiger war als Thomas Knüwer und seine Mannen in der Online-Redaktion des zur Holtzbrinck-Gruppe gehörenden “Handelsblatts” es heutzutage sind.
Lutz Hachmeister und Günther Rager nämlich blicken auf die Firmengeschichte des Holtzbrinck-Imperiums zurück und schreiben in ihrem Werk “Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt, Jahrbuch 2005″ auf Seite 317:
Neun Jahre nach dieser bösen Unterstellung des Magazins aus Amerika, greift ausgerechnet die Online-Redaktion des “Handelsblatts” in das Wörterbuch der Nazis und entdeckt den von Hitlers Propaganda-Experten erfundenen Begriff “arbeitsscheu” neu:
Wie lautet nochmal das im Knüwerschen Blog angeführte Agatha-Christie-Zitat?
Vielleicht sollte ich mal wieder ein Agatha Christie Buch lesen? Kann mir jemand eines empfehlen? Sie vielleicht, Herr Knüwer?!
Anwalt oder Sachverständiger? Das war die Frage, mit der sich das Landesarbeitsgericht Köln in diesem Beschluss befasst und allen Betriebsräten hinsichtlich der zu unterscheidenden Paragrafen § 40 Absatz 1 und 80 Absatz 3 Betriebsverfassungsgesetz wertvolle Hinweise gibt. Gefunden via JuracityBlog.
Soeben flattert mir eine Pressemitteilung der Duisburger Arbeitsagentur in die Mailbox, worin es heißt, dass irgendein Dritter im Internet unter der Adresse “arbeitsamt-duisburg.de” zu finden sei. Und tatsächlich gibt es die Seite, nur gehört sie weder der “Arbeitsagentur-Duisburg” noch führt sie auf deren Seite. Stattdessen präsentieren sich dem Betrachter haufenweise Werbeanzeigen.
Nun könnte man ja fragen: Warum sollte eine Arbeitsagentur auch unter dem Namen “Arbeitsamt” im Web zu fnden sein, wo sie doch gar nicht mehr “Arbeitsamt” heißt. Die Arbeitsagentur in Dortmund denkt darüber anders. Über “www.arbeitsamt-dortmund” gelangt man direkt bei der “Arbeitsagentur Dortmund”.
Doch die Dortmunder Arbeitsagentur verspielt ihre Führung leichtfertig, indem sie es offensichtlich versäumt hat, die Domain “arbeitsagentur-dortmund.de” registrieren zu lassen. Denn hierüber gelangt man zu ganz vielen Jobbörsen.
Aber in der oben erwähnten Pressemitteilung der Arbeitsagentur Duisburg heißt es auch, dass die Domain “arbeitsagentur-duisburg.de” ebenfalls von einem Grabber erhascht worden sei. Nur ich bekomme unter der URL gar nichts angezeigt. Sollte sich das in den nächsten Stunden ändern, hätte Dortmund “das Spiel” also doch noch gewonnen.
Tausende von Euronen für ein Logo, aber keinen Cent zuviel für eine Domain-Registrierung. Schade.
Angeregt von einem sich 50hz rufenden Blogger, der bei Landau-Media arbeitet, gebe auch ich mich heute mal wieder der Medienbeobachtung hin und fange an mit Bertelsmann:
titelt sat+kabel.
Und damit hier keiner dumm sterben muss in Sachen Landau-Media, nun einige Information dazu: Im Aufsichtsrat der Landau-Media AG sitzen immer mal wieder renommierte Sozialdemokraten: Da ist zunächst der mutmaßliche Liebling von “Klein-Bloggersdorf” zu nennen, über den geschrieben wurde, dass er auch zu den Nutten wolle, und der deswegen immer noch gegen Marcel Bartels prozessiert, weil er die Satire nicht (an)erkennen mag. Im Aufsichtsrat der Landau-Media AG sitzt Sigmar Gabriel jedenfalls nicht mehr. Aber nicht etwa wegen eines Mangels an Humor, sondern wegen Unvereinbarkeit von Ministeramt und Funktion in der Privatwirtschaft (vgl. GO der BRegierung). Doch das AR-Mandat bei Landau-Media scheint Gabriel den Wert von Public Relations offenbart zu haben. So berichtete dieses Blog am 18. September 2006 :
Sigmar Gabriel. Der SPD-Politiker litt einst als Kulturbeauftragter seiner Partei unter der Ironie der Presse. Als Umweltminister holte er sich gleich zu Amtsantritt einen PR-Profi ins Haus: Matthias Machnig. Als Staatssekretär macht der wahlkampferfahrene Spin-Doktor die Botschaften seines Chefs medienkompatibel.
Und weil ein “Erstens und Zweitens” ohne ein “Drittens” nicht so wirklich schön ist, nun eine Homepage, die in jede Bookmark-Sammlung gehört und ebenfalls “Medienbeobachtung” betreibt. Ihr Name: Net News Global.
Im Faust I schreibt Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe: “Grau, mein Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum.” Geht es hingegen um aus Blaupausen und Lizenzen des Unternehmens DaimlerChrysler entstandene Panzerfahrzeuge, verblasst die Farbe Gold ebenso schnell wie jedes Grün des Lebens. Rot beherrscht die Szenerie. Erst das Rot der Mündungsfeuer aus dem Inneren der zu Panzerfahrzeugen entfremdeten Mercedes-Transporter, danach das Rot des Blutes, das aus den Schusswunden tödlich getroffener Kinder sickert.
Aus den Schießscharten des gepanzerten Mercedes-Transporters spucken die Mündungsfeuer von acht Maschinengewehren. Wenn die brasilianische Spezialpolizei Drogenhändler in den Slums von Rio de Janeiro jagt, spielen zivile Opfer keine Rolle. Einwohnern, die sich nicht rechtzeitig verstecken, kann es ergehen wie dem elfjährigen Carlos Henrique. Bei einer Razzia im Elendsviertel Vila do João traf ihn im vergangenen Juli eine Kugel in den Kopf. Sie wurde aus einem Polizeipanzer abgefeuert. taz-Dossier vom 20.05.2006
Auch die Bundeswehr vertraut auf das Know-How von Mercedes-Benz Hier der Spürpanzer Fuchs mit Mercedes-Benz-8-Zylinder-Motor. Foto: Sonaz.
Die tageszeitung titelt deshalb: “Menschen jagen mit Mercedes”. In dem Beitrag von Hannes Koch geht es um den Globalen Pakt der Vereinten Nationen, in dem sich die Unternehmen verpflichten, jeden Verstoß gegen die Menschenrechte zu unterbinden. Dass DaimlerChrysler diesem Pakt beigetreten ist, dürfte den türkischen Arbeiter Murat Cangut Hoffnung gegeben haben, als ihm sein deutscher Arbeitgeber, die ZF Friedrichshafen AG, kündigte.
Am 2. März 2006 wurde der 37-jährige Cangut zusammen mit fünf Kollegen von seinem deutschen Arbeitgeber, dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG, entlassen. In der ZF-Niederlassung in Izmir habe die linke türkische Gewerkschaft Birlesik Metal-Is zuvor 75 von 127 Beschäftigten als neue Mitglieder gewonnen, berichtet Birlesik-Funktionär Hasan Arslan der taz. Als Reaktion auf die Organisierung habe die Geschäftsleitung in Izmir die Beschäftigten zunächst aufgefordert, die Gewerkschaft wieder zu verlassen, und dann die Kündigungen verfügt, berichtet Hasan Arslan.
Die ZF Friedrichshafen AG hingegen behauptet, dass die Kündigung wegen Schlechtleistung ergangen sei und in der taz vom 20. Mai 2006 heißt es:
Weil ZF aus Izmir DaimlerChrysler mit Teilen für die Autoproduktion beliefert, ist der Stuttgarter Konzern nach den Regeln des Globalen Paktes für die Geschehnisse in der Türkei mitverantwortlich. Ob DaimlerChrysler gegen das dritte Prinzip des Paktes - die Garantie der Koalitionsfreiheit -verstößt, prüft nun zunächst der Betriebsrat in Stuttgart. Dann will die Arbeitnehmervertretung Konzernvorstand Dieter Zetsche zur Intervention bei ZF auffordern. “Fälle wie bei ZF haben wir derzeit in der Türkei leider häufig”, heißt es beim Gesamtbetriebsrat.
Zu dem Ganzen hat die taz im Jahr 2006 auch den damaligen DaimlerChrysler-Cheflobbyisten Michael J. Inacker interviewt und nebenbei auch nach seiner Meinung zum Thema “Geländewagen und Spritverbrauch” befragt:
Interview-Auszug:
g>Wie verträgt es sich mit dem Umweltprinzip des Globalen Paktes, dass DaimlerChrysler gegen ein Gesetz des Staates Kalifornien klagt? Gouverneur Schwarzenegger will den Spritverbrauch für Neuwagen ab 2009 auf maximal 8,4 Liter pro 100 Kilometer begrenzen. Natürlich sind wir bereit, Gesetze zu akzeptieren. Wir haben keine Probleme mit verbindlichen Standards für Benzinverbrauch und Schadstoffausstoß. Aber wir wollen vermeiden, dass jeder Bundesstaat in den USA seine eigenen Regularien festlegt. Dann haben wir plötzlich verschiedene Standards in verschiedenen Regionen, die wir als weltweiter Automobilhersteller gar nicht erfüllen können und die hohe Kosten verursachen. Geht es Ihnen nicht eigentlich darum, Ihre PS-starke S-Klasse und die Geländewagen ohne Probleme weiter verkaufen zu können? Nein. [ ]
Natürlich sind wir bereit, Gesetze zu akzeptieren. Wir haben keine Probleme mit verbindlichen Standards für Benzinverbrauch und Schadstoffausstoß. Aber wir wollen vermeiden, dass jeder Bundesstaat in den USA seine eigenen Regularien festlegt. Dann haben wir plötzlich verschiedene Standards in verschiedenen Regionen, die wir als weltweiter Automobilhersteller gar nicht erfüllen können und die hohe Kosten verursachen. Geht es Ihnen nicht eigentlich darum, Ihre PS-starke S-Klasse und die Geländewagen ohne Probleme weiter verkaufen zu können?
Nein. [ ]
Inzwischen bekleidet der frühere DaimerChrysler-Cheflobbyist Michael J. Inacker eine neue Funktion im Medienzirkus und ist Stellvertretender Chefredakteur der “Wirtschaftswoche”.
Schlussbemerkungen:
Die Idee für diesen Beitrag ist bei der Lektüre dieses Beitrags entstanden. Und könnte mir bitteschön mal jemand verraten, was aus der Kündigung des türkischen Gewerkschafters Murat Cangut geworden ist?!
gibt es hier nicht. Stattdessen singt in diesem Video-Clip Donovans Tochter Astrella Celeste ihren neuen Song “Dream”.
Ach, da fällt mir noch was ein: Das uns aus “My fair Lady” bekannte Blumenmädchen Eliza Doolittle hat ja singen können. Aber können Blumenhändler eigentlich auch singen?
Zugunsten der heute-Nachrichtensprecherin Brigitte Bastgen vermute ich jetzt mal, dass nicht sie, sondern die Redaktion die bei ZDF-heute zu sprechenden Nachrichten schreibt. In der soeben (15.04.2007) gesendeten 17-Uhr-Ausgabe von “heute” werden Globalisierungskritiker mal wieder zu “Globalisierungsgegnern” und ein alter Hut namens Bürgergeld wird als absolute Neuigkeit verkauft vermeldet. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus habe jetzt ein Bürgergeld (600 Euro plus 200 Krankenkassenbeitragshilfe) in die Diskussion gebracht. Sagt mal Kollegen auf dem Lerchenberg, ist das heute-Archiv so schlecht, dass dieses Blog an eine Meldung aus dem Sommer 2006 erinnern muss? Am 21. Juli des Jahres 2006 meldete der Tagesspiegel:
37.6-Blog empfiehlt dazu die Lektüre der von den Nachdenkseiten gemachten Anmerkungen hierzu: Nachdenkseiten-Beitrag vom 2. April 2007 unter Punkt 10.
Nun, wir haben Mitte April und draussen ist Sommer. Wer um 11:00 Uhr durch den noch nicht wirklich belaubten Wald joggt, kommt schon gehörig ins Schwitzen, kann ich Euch sagen. Nur “A-Blogger” (“A” steht keineswegs für “Ar l.ch”, sondern für “Alpha”) Robert Basic scheint das alles am Allerwertesten vorbeizugehen.
Er promotet gerade eine Art “Going-On-CO2-Orgie”, die mit einem Internationalen Bloggertreffen in Barcelona starten soll, um dann in Stockholm, London, Rom und anderen Destinations des Billigfliegers Ryanair fortgesetzt zu werden. Besonders toll ist dieser Satz im Basicthinkingblog:
Sobald Ryan Air *** die Drohung wahrmacht und Atlantikflüge anbietet, werden wir es dann ab und an auch in den USA abhalten können.
Übrigens. Warum berichtet Robert Basic, dass er heute Vormittag seinen kleinen Sohn vom Gottesdienst abgeholt hat? Will er damit womöglich andeuten, dass Gott das Wetter macht und die Klimakatastrophe überhaupt nicht auf unser Konto geht? Überraschen würde mich eine so stichhaltige Argumentationsführung nicht. Denn bisher ist Robert Basic nichts zum Thema “Klimawandel” und “globale Erwärmung” eingefallen wenn man mal von heißen und kalten “Eiern” (Hoden) absieht. Was nur der Herr Pfarrer dazu sagen würde?
Für den Kölner Kardinal Joachim Meisner hat die drohende Klimakatastrophe auch mit mangelndem Glauben an Gott zu tun.
ist Welt-Online zu entnehmen. Na dann sind die Teilnehmer der von Robert Basic propagierten “CO2-Orgie” mit dem vielversprechenden Namen “Internationale Blogger-Konferenz” ja fein raus vorausgesetzt, sie glauben fest an Gott. Das mit dem Kerosin regelt dann der Kölner Domherr.
Lesezeichen (engl. Bookmarks) kann man auf dem eigenen Rechner ablegen, muss man aber nicht. Schon gar nicht in Zeiten von “Web 2.0″. Denn was für einen selbst interessant ist, interessiert meistens auch die Kollegen und Freunde. Ein Video zeigt, wie Social-Bookmarking via Del.icio.us funktioniert.
Zu meinen Bookmarks bei del.icio.us geht es hier entlang.
Was ist an einer Website namens www.unicheck.de so besonders, dass neben dem SpOn gleich mehrere Blogs darüber berichten und das 37.6-Blog erst gar nicht dorthin verlinkt? Die verlinkten Blogs Work and Travel und das INSM-Watchblog liefern die Erklärung.
Der Tagesspiegel berichtet:
Um die Sanierung und die 950 Arbeitsplätze nicht zu gefährden, habe Leverkusens Stadtrat dem Antrag der Firma auf Steuererlass stattgegeben. Außerdem, so war zu erfahren, liege der Sitz des Unternehmens künftig im karibischen Steuerfluchtzentrum Cayman Islands.
Aber das ist nur der Anfang der Geschichte und im Grunde hinlänglich bekannt. Doch was Harald Schumann vom Tagesspiegel über die nachfolgende Steueroptimierung berichtet, lässt erkennen, warum der Shooting-Star unter den Hedge-Fondsmanagern im vergangenen Jahr zwei Milliarden in Ziffern: 2.000.000.000 $ verdient hat und der Staat pleite ist. Fazit: Ein Musterbeispiel für einen Casino-Kapitalismus, der durch unfähige oder willfährige Politiker erst möglich wird.
Wüsste man nicht, dass Ulfkotte sein Geld als FAZ-Redakteur verdient, könnte man ihn für einen Lohnschreiber des bayrischen Innenministers Beckstein halten.
schreibt die tageszeitung im Jahr 2003. Inzwischen ist Udo Ulfkotte Ex-FAZ-Redakeur und aus der Wikipedia ist zu erfahren:
Gegenüber Spiegel Online bestätigt er Mitte März 2007, eine “Partei gegen die Islamisierung Deutschlands” gründen zu wollen. Als Namen könne er sich “Christlich-Ökologische Partei” vorstellen. Die Partei will ein klares Bekenntnis zur christlich-jüdischen Tradition Deutschlands abgeben. Ein Ziel der Partei ist es, sich “Sonderrechten” für Muslime und einer Aufweichung der Gesetze (z.B. Polygamie und Schächtungen) zugunsten des Islam zu erwehren. Die Verhandlungen mit der Türkei über einen Beitritt zur EU will Ulfkotte sofort und ersatzlos beenden.
Ob Ulfkotte Fans bei seinen früheren Kollegen mit dem Autokennzeichen “F AZ XXX” hat, ist unbekannt. Bekannt ist nur, dass seine Agitation nicht ohne Wirkung bleibt und das ausgerechnet beim Spiegel.
Die Initiative Soziale Marktwirtschaft (INSM) will Öffentlichkeit, also kriegt sie sie. Die Nachdenkseiten, Studis-Online, Lobbycontrol und Perspektive 2010 widmen sich dem neuesten Volksverdummungsprojekt der INSM namens “Unicheck.de”. Perspektive 2010 schreibt mit Blick auf die Financial Times Deutschland:
Auch LobbyControl fragt, warum die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und das Magazin UNICUM diese plumpe PR-Kampagne der INSM für Studiengebühren unterstützen. Bei der Financial Times Deutschland hingegen erübrigt sich die Frage meiner Meinung nach, da man dort wohl eh generell der Wirtschaft näher steht als dem Bürger oder dem Studenten.
Recht hat er, der Macher von Perspektive 2010. Die FTD steht wahrlich nicht unter Verdacht, zu den progressiven Blättern dieses Landes zu gehören. Im Gegenteil. Das lachsfarbene Blatt betreibt nicht umsonst ein Blog namens “Der Kapitalist”, wie uns der frühere FTD-Macher Christoph Keese wissen lässt:
Ganz anders Christoph Keese, früher Financial Times Deutschland heute Chefredakeur der Welt am Sonntag gegenüber der links-alternativen tageszeitung: Wir, die Minderheit der Neoliberalen, schreiben seit Jahren gegen eine Mehrheit von Menschen an, die vehement gegen Kapitalismus und freie Marktwirtschaft eintreten.
Im Aufruf der heute Nachmittag in Frankfurt am Main stattfindenden Demo gegen einen Überwachungsstaat wie ihn sich Wolfgang Schäuble wünscht, heißt es:
Die Initiatoren der Demonstration schreiben auch:
Der Überwachungswahn greift um sich. Staat und Unternehmen registrieren, überwachen und kontrollieren uns immer vollständiger. Egal, was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wohin wir uns bewegen oder fahren, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren, in welchen Gruppen wir engagiert sind - der “große Bruder” Staat und die “kleinen Brüder” aus der Wirtschaft wissen es immer genauer.
Wer meint, das alles sei nichts anderes als eine Art Kultur-Pessimismus und das Gesülze irgendwelcher Sozialromantiker, der möge sich mal ansehen, was Wal-Mart und Siemens so vom Datenschutz ihrer Mitarbeiter halten, um nur zwei Unternehmen zu nennen. Vermutlich hat Konstantin Wecker an solche Fälle gedacht, als er den Song “Im Namen des Wahnsinns” geschrieben und komponiert hat. Darin heißt es:
Im Namen des Wahnsinns: Sie sind verhaftet, Sie haben zu laut und zu weit gedacht! Im Namen des Wahnsinns: Sie bleiben umnachtet, Sie brauchen nicht denken, Sie sind überdacht!
Im Namen des Wahnsinns: Sie sind verhaftet, Sie haben zu laut und zu weit gedacht!
Im Namen des Wahnsinns: Sie bleiben umnachtet, Sie brauchen nicht denken, Sie sind überdacht!
Der Text lässt sich daher ohne weiteres abändern in: Im Namen des Wahnsinns: Sie sind überwacht!
Darf man das glauben, wenn die FAZ so etwas schreibt?
Die Aufsichtsräte aller größeren Unternehmen sind zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmerbank besetzt, auf der sich Betriebsräte und externe Gewerkschafter tummeln. Ohne Zustimmung der Betriebsräte und Gewerkschaften wird in Deutschland niemand Vorstand, sagt Wirtschaftsrechtler Adams.
So, so die “Aufsichtsräte aller größeren Unternehmen” seien zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmerbank besetzt, behauptet die FAZ. Komisch, aber ich sehe das anders. Ich habe mir nämlich um Karneval herum den Spaß gemacht, auf ein Stelleninserat eines namhaften und in Duisburg ansässigen Unternehmens zu reagieren, das selbst nach Maßgabe der FAZ-Begrifflichkeiten zu den “größeren Unternehmen” dieses Landes gehört.
Doch statt einer Bewerbung habe ich der einen Kommunikationsexperten suchenden Klöckner-Konzerntochter ein sagen wir mal “Sondierungsschreiben” zukommen lassen. Schließlich bin ich ein netter Mensch und wollte den Personalchef nicht in die missliche Lage bringen, sich einer drohenden Schadensersatzklage nach § 15 II AGG auszusetzen, nur weil der Autor dieses Blogs eine Bewerbung einreicht. Deshalb also ein “Sondierungsschreiben”, in dem es mit Blick auf den Aufsichtsrat der Konzernmutter heißt:
Herauszufinden, dass im KlöCo.-Aufsichtsrat kein Arbeitnehmervertreter sitzt, hat mich damals allenfalls 10 Minuten meiner Zeit gekostet. Jetzt frage ich mich natürlich: Kommt womöglich bei der FAZ die Recherche zu kurz? Was, wenn die FAZ-Redakteure nur bis zum Jahr 2004 haben recherchieren können? In diesem Fall hätten sie ja gar keine andere Wahl gehabt, als einer Pressemitteilung von Dezember 2004 zu vertrauen und zu glauben, dass bei der Klöckner & Co. AG auch weiterhin Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sitzen würden. Mein Lesetipp (nicht nur) für die FAZ-Wirtschaftsredaktion zum Thema “Und so beliebt ist die Mitbestimmung beim Management”: Bundesverfassungsgerichtsentscheidung zur Frage Konzernobergesellschaft und Montan-Mitbestimmungsgesetz.
Haben “Sixtus und Kollegen” schon “ihre Honorare” erhalten? Fragen wird man ja noch dürfen, oder nicht?! Jedenfalls gibt es zum Thema “Werbung im Blog” etwas Neues. Wie ich soeben bei Suchmaschinen-News lese, gibt es ein neues Werbemodell. Und das funktioniert so, dass für jeden einzelnen Blogbeitrag gezielt Text-Anzeigen verkauft werden können. Der Haken dabei: Die Text-Anzeigen sind auf Englisch; passen also nicht so richtig zu deutschsprachigen Blogbeiträgen. Andererseits gibt es ja auch in diesem Blog den einen oder anderen Beitrag auf Englisch. Nur bezweifel ich, dass Wal-Mart, die CIA oder das FBI ausgerechnet hier einen Text-Link schalten wollten.
Und wenn jetzt wieder einer mit Moral oder solchen Dingen kommt, den verweise ich auf das, was Herr Sixtus schreibt:
Gehts hier eigentlich immer nur um Geld? Wer braucht das denn?
Eben, Herr Sixtus. Wo Sie doch gerade den Versuch unternehmen, aus einem Unternehmen über 14.000 Euro als “Honorar” wegen vermeintlich unerlaubter “Werbe-Kommentare” herauszuorgeln, sind Sie geradezu prädestiniert für solche Fragen. Ach, das war Ironie? Na, dann ist ja gut. Zur Erinnerung:
Mario Sixtus: 14.280,00 Euro (kein Tippfehler) Don Alphonso: 3580,70 Euro (inzwischen wohl erhöht) MC Winkel: 1187,62 Euro
brächte das dem Staat jeweils 19 Prozent Umsatzsteuer
Es sieht so aus, als ob die Gläubigen Amerikas jede Menge Humor besäßen.
Ginge Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Beerdigung eines “sadistischen Nazis”? Wie die Zeitung Die Welt berichtet, soll Schäuble aber genau dieses unlängst getan haben; jedenfalls nach dem Dafürhalten des “Filbinger-Biographen-wider-den-Willen-des-Ex-MarinerichtersDr.-Hans-Filbinger” Rolf Hochhuth.
Mein Lesetipp: Furchtbare Juristen. Die unbewältigte Vergangenheit unserer Justiz. Erhältlich im 37.6-Blog-Bookshop bei Amazon.de
Meinen Kindern werde ich wohl empfehlen, Fondsmanager zu werden. Schreibt doch ORF-online über die Einkommen der Vermögens-Verwalter:
Der Shooting Star allerdings, der 33-jährige US-Amerikaner John Arnold, kassierte nach Schätzungen des Magazins die Rekordgage von bis zu zwei Mrd. Dollar (etwa 1,5 Mrd. Euro).
Bertolt Brecht schrieb einst: Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
Bleibt also die Frage: Wer mag diesen Reichtum finanziert haben?
Interessant, was BuzzTopix.com da präsentiert:
Hat damit schon jemand von Euch gearbeitet?
Das Hochschul-Informations-System sagt in seiner heute erschienenen Studie, dass es eine “Generation Praktikum” gar nicht gäbe. Und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt betont sogleich, dass von Kettenpraktika und Massenphänomen überhaupt keine Rede sein könne. Hundt spricht von Panikmache und bewertet die Diskussionen über den Schutz von Praktikanten “nur als Vorwand für unnötige neue Regulierungen, die offenbar auch im Bundesarbeitsministerium erwogen wurden”.
Wenn alles so klasse ist weshalb wehrt sich Hundt dann mit Händen und Füßen gegen neue Gesetze zum Schutz von Praktikanten?
“Nur damit nicht vernetzt werden kann, können wir die Daten doch nicht vernichten”, sagte Schäuble.
Man könnte drüber schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre, was in der tageszeitung zu lesen ist.
Die Möglichkeiten von Firefox zu erkunden, funktioniert sowohl mit Ralph Segerts Anleitung “Mit Firefox per Du” als auch mit diesem Video-Clip, dessen zweiter Teil bereits angekündigt ist.
Puhhh! Nochmal Glück gehabt. Noch bevor jemand mich fragen konnte, was denn Skype ist und wie das funktioniert Auch zu diesem Thema gibt es ein Screencast auf Englisch
Typischer Fall einer Werbung, die jede auf Wettbewerbsrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei jubeln lässt. Und in der Tat. Die Wettbewerbsjuristen sind dann auch gleich konsultiert und aktiviert worden.
Wie heißt es doch so schön in Heinrich Heines “Deutschland. Ein Wintermärchen”? “Denk´ ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.”
Die Leiterin des Arbeitskreises Recht im BVDW Rechtsanwältin Dr. LL.M Sabine Grapentin schreibt in ihrem Foliensatz zum “Leitfaden Haftungsfragen bei Weblogs”:
Die spezifische Gestaltung von Weblogs sowie deren starke Verbreitung und langfristige Archivierung gewähren ggf. auch Einblicke in die Persönlichkeit des jeweiligen Bloggers, die sich nachträglich nur schwer beseitigen lassen.
[via:] Agenturblog und off-the-record.
Dass dieser Leitfaden auch für jene Blogger geeignet ist, die nicht Klaus Kleinfeld oder Henning Kagermann heißen, beweist der SpOn-Artikel zur Haftung eines Forenbetreibers [Linktipp von Falk vom FußballBlog].
Mathias Bröckers liest den Rolling Stone und fragt:
Was tun, wenn die Großmedien zu Propagandabordellen verkommen sind? Einer der letzten Aufrechten des US-Journalismus, Seymour Hearsh, schlägt im Interview mit dem “Rolling Stone” vor, 90 % der Redakteure und Chefs entlassen.
Die von Bröckers erwähnte Passage betrifft den USA-Irak-Krieg und die Rolle der amerikanischen Medien. Seymour Hersh im Interview mit dem Rolling Stone:
From the press? Oh, come on, how hard is it to hide things from the press? They dont care that much about the straight press. What these guys have figured out is that as long as they have Fox and talk radio, theyre OK in the public opinion. They control that hard. It kept the ball in Iraq in the air for a couple of years longer than it should have, and it cost Kerry the presidency. But now its over Iraqs done. A lot of the conservatives who promoted the war are now very much against it. Some of the columnists in this town who were beating the drums for that war really owe an apology. Its a sad time for the American press. What can be done to fix the situation? [Long pause] Youd have to fire or execute ninety percent of the editors and executives. Youd actually have to start promoting people from the newsrooms to be editors who you didnt think you could control. And theyre not going to do that.
From the press? Oh, come on, how hard is it to hide things from the press? They dont care that much about the straight press. What these guys have figured out is that as long as they have Fox and talk radio, theyre OK in the public opinion. They control that hard. It kept the ball in Iraq in the air for a couple of years longer than it should have, and it cost Kerry the presidency. But now its over Iraqs done. A lot of the conservatives who promoted the war are now very much against it. Some of the columnists in this town who were beating the drums for that war really owe an apology. Its a sad time for the American press.
What can be done to fix the situation? [Long pause] Youd have to fire or execute ninety percent of the editors and executives. Youd actually have to start promoting people from the newsrooms to be editors who you didnt think you could control. And theyre not going to do that.
Vielleicht muss man gar nicht so weit gehen, wie Seymour Hersh vorschlägt. Denn in den Kommentaren bei MediaChannel heißt es auch:
You might have reporters who might want to report the stories but if their managing editors and top management wont allow inciteful reporting on the issues then it doenst happen.
Ein weiterer Kommentator schreibt mit Blick auf das Anzeigengeschäft:
All the Media care about are ratings which gives them more advertising dollars.
Schlimm nur, wenn und dafür spricht einiges jede Meinung berechtigt wäre.
Dankeschön an das Blog United-Mutations, das mich zu den Beiträgen geführt hat.
Da lese ich heute Vormittag noch etwas über die Bekämpfung von Spam-Kommentaren und jetzt erfahre ich, dass es wirtschaftlich betrachtet absolut unsinnig sein könnte, Kommentar-Spam zu bekämpfen. Denn Spam-Kommentare könnten richtig Geld in die Kasse spülen. Jedenfalls nach Meinung einiger so genannter A-Blogger. Wegen unerlaubter Werbe-Kommentare haben sie dem vermeintlichen Urheber dieser Kommentare Rechnungen geschickt.
gefunden bei Yamb.Beta.
Wir dürfen gespannt sein, was daraus wird. Ich werde mir mal bei Gelegenheit die “Allgemeinen Geschäftsbedingungen” der “A-Blogger” ansehen und dann nötigenfalls mit meinem Anwalt darüber beraten, ob das Sinn macht. Bis dahin laufen die Anti-Spam-PlugIns im 37.6-Blog auf alle Fälle weiter.
Nein, dieses Video ist nicht von Gabriele Pauli.
“Schorsch Dabbeljuh hau auf den Busch” und seine Politik zeigen mal wieder Wirkung. Zu beobachten gestern in Detroit, als ein geschasster Wirtschaftsprüfer Amok lief. CNN hat´s gezeigt. Die tagesschau wiederum berichtet von der nachhaltigen Wirkung des US-Präsidenten im Irak, wo sich jetzt auch Frauen zum Bombeneinsatz bekennen. Das wiederum dürfte die Islam-Hasser-Blogger jetzt ins Grübeln geraten lassen. Bombende Burkaträgerinnen in Bagdad. Wie hätten sie das auch voraussehen sollen, die Arschgeigen Jungs aus dem “Henryk M. Broder Club”? Nur gut, dass der irakische Präsident in Treue fest zum amerikanischen Bündnispartner steht und sich kategorisch gegen US-Rückzugspläne ausspricht. Ist aber auch ein Fuchs dieser Nuri al-Maliki. Bestimmt hat er auch schon von den subtilen Kriegsvorbereitungen der Amis gehört. Diesmal soll es gegen den Iran gehen. Da dürfen wir alle schon mächtig gespannt sein, wie sich die deutsche Bundesregierung zu diesem “genialen us-amerikanischen Streich” stellen wird, sollte es dazu kommen. Der Texas-Sheriff jedenfalls kann entspannt bleiben. Die Demokraten Amerikas bewilligen weiter Geld für Militäreinsätze im Irak. Weshalb also sollten sie ihre Haltung ändern, wenn es gegen den Iran geht? Erinnern wir uns nicht alle mit Schrecken an die vielen, vielen Massenvernichtungswaffen, die Saddam Hussein vor den Augen der Welt so gut versteckt hat, das sie bis heute nicht gefunden worden sind? Da ist es doch nur konsequent, auch gegen die nicht minder verschlagenen Iraner einen Feldzug zu starten, um dann der Welt zu erklären: “Sorry, aber diese Mullahs sind so “tricky”, dass wir befürchten, die Atomsprengköpfe könnte sie in Nord-Korea versteckt haben.” Sollte das stimmen, was über die US-Medien zu hören und zu lesen ist, dann besteht Anlass zur Sorge, dass Amerikas Journalisten ihrem Präsidenten auch das glauben würden.
Der in Texas ansässige Lebensmitteldiscounter Wal-Mart bevorzugt ehemalige Top-Leute vom FBI und der CIA für seinen Werksschutz. Was dabei herauskommt, sieht dann so aus:
After about an hour of trying to tell them that I don’t remember any thing about that day let alone that transaction, I had to use the restroom. I asked if I could and was denied. This goes on for about another hour when I say “Look I have to pee, bad, can I go to the restroom?” Once more I was told no. So I stand up and start walking out the door, and was stopped. At this point I thought to my self “They’re looking to fire me!” So I start to think of ways that transaction might have came to be. I say something like “I would never give a discount unless an L.O.D. (Leader On Duty aka: a manager) or a Team Lead (aka: supervisor) told me to ……” I was interrupted and told that it sounds like I was trying to place my mistake on other people. 3 hours in to this and still needing to pee I was told that I need to write an apologetic letter to the company with the details, every detail, that we just went over and then I could use the rest room…
Der Befund der amerikanischen Journalistin und Autorin Barbara Ehrenreich ist eindeutig:
Na, jetzt wird auch klar, weshalb ein gewisser Dr. Michael Rogowski, als er noch Chef vom Bundesverband der Deutschen Industrie war, behauptete, die Mitbestimmung sei der größte Irrtum der Geschichte. Demokratie und Mitbestimmung sind halt etwas anderes als totalitär organisierte Betriebsgemeinschaften.
Es gibt starke Gewerkschaften und es gibt weniger starke Gewerkschaften. In manchen Ländern gibt es überhaupt keine Gewerkschaften. Gibt es jedoch Gewerkschaften, sind es zumeist Mitglieder-Gewerkschaften. Und sobald mehr als jedes zweite Mitglied zugleich einem Betriebsrat angehört, verwandelt sich die Mitglieder-Gewerkschaft schnell zu einer “Betriebsräte-Gewerkschaft”. Ach, sowas gäbe es überhaupt nicht? Doch, doch gibt es. Denn der Tagesspiegel schreibt über die in einer der vielen Siemens-Schmiergeld-Affären mutmaßlich verwickelten Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger:
Eigenen Angaben zufolge hat die AUB bundesweit 32 000 Mitglieder und stellt 19 000 Betriebsräte, vor allem in der Metallbranche und im Handel. Sie ist neben Siemens, Bayer Schering Pharma und Hornbach zum Beispiel auch bei Lufthansa und Aldi vertreten.
Aldi? Wieso denn Aldi?! War da nicht mal was mit einem Anzeigen-Boykott zum Nachteil der Süddeutschen Zeitung, weil sich das Blatt “erdreistet” hatte, über das gestörte Verhältnis des ALDI-Managements zur Betriebsverfassung im allgemeinen und zu Betriebsräten im besonderen zu berichten? Hat ganz bestimmt an der AUB gelegen, dass die Leute aus der Geschäftsleitung von ALDI so vehement gegen eine Betriebsratswahl waren. Schließlich heißt es im Tagesspiegel ja auch:
Die AUB-Mitglieder weisen den Vorwurf, arbeitgeberfreundlich zu sein, zurück.
Ja, “Kolleginnen und Kolleginnen”, das wissen wir doch längst. Nicht die AUB ist arbeitgeberfreundlich, sondern umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Arbeitgeber sind AUB-freundlich.
Die telepolis schreibt:
Das Attentat war der erste große Bruch in Schäubles Biografie - seitdem ging vieles schief für ihn. Kohl benannte ihn als Nachfolger und trat selbst wieder an, in der Spendenaffäre sagte die frühere CDU-Schatzmeisterin gegen ihn aus und der in die Affäre verwickelte Waffenhändler Schreiber beschuldigte ihn des Meineids. Zu guter Letzt scheiterte er sogar als selbsterklärter Kandidat für das Bundespräsidentschaftsamt peinlich an der eigenen Partei. In der Fernsehsendung “Schäubles Fall” führte der gelähmte Politiker die Spendenaffäre auf eine “Intrige mit kriminellen Elementen” zurück. Wer solche Verschwörungstheorien hegt, wird normalerweise nicht wieder in die große Politik vorgelassen - anders bei Schäuble. Die Berufung zum Innenminister im Kabinett Merkel war sein erster Erfolg seit damals - und eine Wiederholung der Ernennung von 1989, der bald darauf das Attentat folgte.
Ob wir dem Herrn Bundesinnenminister Böses wollen? Nein, wir sorgen uns nur um unsere Freiheitsrechte, die entgegen allen Verlautbarungen aus den Reihen der Groß-Koalitionäre nach und nach zur Disposition gestellt werden.
Weil heute Ostern ist, habe ich die an die Mitglieder des Betriebsrats und der Jugend-u. Auszubildendenvertretung adressierte Serie “Blog im Betriebsratsbüro” in ein Widget gepackt, das ab sofort auch in der Sidebar dieses Blogs zu finden ist.
Get your own Box.net widget and share anywhere!
Das nenn´ ich ein funktionierendes Netzwerk in Zeiten von `Web 2.0´. Perspektive 2010 fällt es zuerst auf, berichtet darüber, Mein-Parteibuch ergänzt das Ganze und bietet gleich den nötigen Service in Gestalt einer umfänglichen Linksammlung zum Thema “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”, die das 37.6-Blog selbstverständlich nur zu gerne übernimmt. Da sich auch schon dieses Blog, und natürlich auch dieses und dieses Blog angeschlossen haben, dürften sich die INSM und deren SEO-Dienstleister über dieses Ostergeschenk von uns sehr, sehr freuen.
Jedenfalls haben nun all jene, die mit dem Kürzel INSM nicht allzuviel anzufangen wissen, Gelegenheit zur Vertiefung dieses durchaus interessanten Themas. Zur Linkliste bitte einfach
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Gewerkschaften und die meisten Betriebsräte dürften “Web 2.0″ eher mit einem Opel oder Toyota verwechseln. Damit ist jetzt Schluss. Hier gibt es das Video, das genau erklärt, was “Web 2.0″ überhaupt ist.
Gefunden bei Glumbert.com via telepolis.
Heute ist Karfreitag und viele Menschen gedenken der Leiden ihres Heilands Jesus Christus. Auch dieses Blog rückt am heutigen Tage die in der Bibel zu findende Auferstehungsgeschichte in den Blick und möchte erinnern an Maria Magdalena, die Papst Gregor I. im Jahre 591 als Prostituierte bezeichnete, weil sie einst Jesus Christus die Füße gewaschen haben soll. Also liebe Fußpflegerinnen, Ihr wisst, was Euch im Jenseits erwartet.
Aber vielleicht lag Papst Gregor I. mit seiner Behauptung gar nicht sooooo verkehrt. Denn in der Wikipedia (Aaaahhh, immer diese Wikipedia!!!Uaahhhh!!!) ist über Maria von Magdala auch noch dieses zu erfahren.
Sie (sic. die Fußpflegerin Maria Magdalena) gehörte zu den Frauen, die ihm (sic. dem zum Mann gewordenen Christkind) nachfolgten und für seinen und der Jünger Unterhalt sorgten. Diese Frauen begleiteten ihren Herrn nach Jerusalem, sie standen unter dem Kreuz, als die meisten anderen Jünger geflohen waren (Mt 27,55f), halfen beim Begräbnis (Mt 27,61, Mk 15,47) und entdeckten am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1-5, Joh 20,1). Nachdem Maria Magdalena hiervon den Jüngern berichtet hatte, begegnete ihr als erster der Auferstandene und trug ihr die Botschaft an die Jünger auf (Joh 20,11-18). Daher wurde sie schon in der Alten Kirche als “Apostelgleiche” verehrt und bekam den Ehrennamen apostola apostolorum Apostelin der Apostel.
“Ehre, wem Ehre gebührt”, dürften sich Jesus und seine zwölf Pressesprecher schon damals gedacht haben. Ob jedoch der Spruch: “A blowjob is better than no job” in überschäumender Stimmung während eines Abendmahls in feuchtfröhlicher Herrenrunde entstand, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Auch wie man es eigentlich hätte erwarten dürfen hat nicht etwa die ARGE in Aachen die Urheberrechte an diesem Leitsatz mancher ALG-II-Notleidenden. Nein, der Spruch findet sich im Blog einer Nachfolgerin Maria Magdalenas namens Wendy, die einst als Callgirl in Kanada tätig war und heute ein Blog schreibt.
Zeit.de titelt:
IG-Metall-Anzeige: Siemens-Chef weist Verantwortung von sich
Ob die Gerichte den Argumenten von Siemens-Chef Klaus Kleinfeld folgen, bleibt abzuwarten. Kleinfeld darf sich zunächst darüber freuen, dass sein freigestellter Vorstandskollege Johannes Feldmayer die Ostereier im Garten statt im Gefängnistrakt suchen darf.
Feldmayer aus Haft entlassen
“Don´t trust me, I am a manager”, meint das Blog Capitalverbrecher.
Billiger geht es immer. Den Beweis liefert ausgerechnet das Außenwirtschaftszentrum Bayern. Weil eine Sachbearbeiterin aus der dortigen Online-Redaktion für vier Monate schwangerschaftsbedingt ausfällt, besinnt sich das AWZ darauf, dass ein Praktikum immer billiger ist als jedes Normalarbeitsverhältnis. Lohnenswert ist insbesondere ein Blick auf diese Seite des AWZ-Webauftritts. Was wird das AWZ der Praktikantin wohl zahlen? 600, 800 oder sogar 1.000 Euro?! Nachtrag vom 04.04.2007 20:00 Uhr:
Erst gestern ging es hier wieder mal um das Thema “Super-Billig-Praktikum”. Also mal einen Blick in den “Praktikumsknigge” geworfen und nachgesehen, ob da was zu finden ist zu der Frage: “Können Praktikanten sich wehren”? Und tatsächlich auf Seite 136 stellen die Autorinnen Heidi Keller und Nadine Nöhmaier mit Blick auf Praktika, die vornehmlich eine Vollzeitstelle ersetzen sollen, folgende Frage: “Wie sieht es rechtlich aus? Kann man sich wehren?” DJU-Bungeschäftsführerin Ulrike Maercks-Franzen antwortet hierauf: “Rechtlich sehe ich keine Möglichkeiten der Anfechtung, da es für Praktikanten keine tariflichen oder arbeitsrechtlichen Regelungen gibt, die gegen solche Art von Ausbeutung schützen.”
Diese Antwort ist nur teilweise zutreffend.
Zwar gibt es keine tariflichen Regelungen für Praktikanten. Aber das hiesige Arbeitsrecht stellt auch Praktikanten unter seinen Schutz. So greifen die Arbeitsgerichte beim Thema “angemessene Praktikumsvergütung” stets auf §§ 19, 10 BBiG zurück, um dann festzustellen, dass die tarifliche Vergütung als übliches Entgelt bei einem nicht tarifgebundenen Arbeitgeber um 20 Prozent unterschritten werden kann. So jedenfalls handhaben die Arbeitsgerichte ein Praktikum und die damit in Zusammenhang stehende Frage der Höhe seiner Vergütung, wenn es ein Praktikum im klassischen Sinne ist. Das Bundesarbeitsgericht zum Praktikum im technischen Sinne:
Arbeitnehmer ist nach der ständigen Rechtsprechung des BAG, wer aufgrund eines privatrechtlichen Vertrages im Dienst eines Anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist (vgl. BAG, Urteil vom 06.07.1995 - 5 AZB 9/93 -, AP Nr. 22 zu § 5 ArbGG 1979 m. w. N.). Der Arbeitnehmer erbringt seine vertraglich geschuldete Leistung im Rahmen einer von Dritten bestimmten Arbeitsorganisation. Seine Eingliederung in diese Arbeitsorganisation zeigt sich insbesondere daran, dass er einem Weisungsrecht unterliegt, das Inhalt, Durchführung, Zeit, Dauer und Ort der Tätigkeit betreffen kann (ständige Rechtsprechung des BAG, vgl. BAG, Urteil vom 06.05.1998 - 5 AZR 612/97 -, AP Nr. 95 zu § 611 BGB Abhängigkeit). Zitiert nach: BlogJuracity
Und auch, wenn die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalisten Union in ver.di ein solches einen Ausbildungszweck verfolgendes Praktikum gar nicht im Blick hat, steht ihre Antwort doch in einem auffälligen Missverhältnis zu dem, was die Arbeitsgerichte für die Fallgruppe “ausbeuterische Praktika” entschieden haben. Rechtsanwalt Michael Felser im BlogJuracity dazu:
Bei einem Vertragsverhältnis, bei dem nicht der Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen, sondern die Erbringung von Arbeitsleistung im Vordergrund steht, handelt es sich nicht um ein Praktikum, sondern um ein Arbeitsverhältnis. Vereinbaren die Vertragsparteien, dass die Arbeitsleistung unentgeltlich erbracht werden soll, liegt ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung iSd § 138 Abs 2 BGB vor. Im entschiedenen Fall hatte ein ausgebildeter Wassersportlehrer im Hinblick auf eine eventuell spätere Einstellung im Rahmen eines bezahlten Arbeitsverhältnisses einen Vertrag über ein unentgeltliches Praktikum als Leiter einer Bootsstation und Segellehrer abgeschlossen. Das Arbeitsgericht Berlin kam dabei zu Lohnwucher (ArbG Berlin vom 08.01.2003 - Aktenzeichen: 36 Ca 19390/02).
Mit anderen Worten: Selbst als “billige Arbeitskraft” missbrauchte Praktikanten stehen insoweit unter dem Schutz des Gesetzes, als dass die Arbeitsgerichte auf eine der Generalklauseln des Bürgerlichen Gesetzbuches, nämlich § 138 Abs. 2 BGB, zurückgreifen. Und ganz ohne Belang sind auch die Regelungen eines Tarifvertrages bei der Bestimmung einer angemessenen Praktikumsvergütung nicht. RA Felser im BlogJuracity dazu:
Auch in einem Praktikumsverhältnis ist gemäß § 10 Abs 1 BBiG eine angemessene Vergütung zu zahlen. Zur Bestimmung der üblichen Vergütung iSv § 612 Abs 2 BGB darf sich das Gericht auch bei nicht tarifgebundenen Arbeitsvertragsparteien an tarifrechtliche Regelungen anlehnen. Ist ein einschlägiger Tarifvertrag nicht ersichtlich, erfolgt eine allgemeine Orientierung an tariflichen Entgelten, so das Hessische Landesarbeitsgericht (Urteil vom 25.01.2001, Aktenzeichen 3 Sa 1818/99).
Wann aber ist denn ein Praktikum eines, das unter dem Verdacht steht, hier könnte jemand ausgebeutet werden? Ulrike Maercks-Franzen im “Praktikumsknigge”: “Vor Praktika, die länger als sechs Monate dauern, ist zu warnen. Das schreit leider oft nach Ausbeutung und macht sich außerdem im Lebenslauf nicht unbedingt gut.”
Anmerkung: Zitiert sind die alten Paragrafen des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), verlinkt sind jedoch die aktuellen Normen des BBiG.
Innenpolitiker Ralf Göbel (CDU) betonte, eine Grundgesetzänderung habe keinen Abbau von Grundrechten zur Folge. Vielmehr würde sie erstmals Regelungen für Online-Durchsuchung schaffen und somit den Grundrechtsschutz erweitern.
Entmündigen, sofort entmündigen! Das erweitert den Grundrechtsschutz des Innenpolitikers Ralf Göbel (CDU) ungemein.
Tausend Berge soll es im Sauerland geben. Gezählt habe ich sie noch nicht. Aber wie viele Werbeagenturen mag es im Sauerland geben? Vermutlich keine tausend. Aber ganz bestimmt auch mehr als nur eine. Es sei denn, man benötigt eine Werbeagentur, die das Wort “Effizienz” mit einem “S” statt mit einem “Z” schreibt.
Und so präsentiert “Die Werbeagentur aus dem Sauerland” folgerichtig auch “durchdachte Konzepte” und “innovative Ideen”, um sich außerdem auch noch als Spediteurin zu betätigen, indem sie auf ihrer Homepage mitteilt, dass sie Produkte und man glaubt es kaum auch Dienstleistungen auf den “richtigen Weg” bringt.
Das alles könnte mir ja völlig egal sein. Wenn ja, wenn diese Werbeagentur nicht auch noch durch sprachliche Brillanz überzeugende Stellenanzeigen produzieren würde. “Die Werbeagentur aus dem Sauerland” sucht laut “Jobpilot.de” nämlich Studenten als “Freie kreative Texter”, denen “Ein offenes Auge für brilliantes Texten [ ] nicht fremd sein [ ]” sollte. All jene, die beim Texten zwecks besserer Konzentration gelegentlich die Augen schließen, sollten wohl besser einen anderen Arbeitgeber ins Auge fassen.
Aber so richtig verlockend klingt das, was den hoffnungsfrohen Campus-Textern in Sachen Arbeitsatmosphäre so geboten wird. Im Inserat heißt es:
Wir bieten: · ein junges Team in einem angenehmen Büro
Nun, wer ein “junges Team” angeboten bekommt, sagt natürlich nicht Nein. Und wenn er dann auch noch ein
· Mitspracherecht
“Arbeiten von Zuhause aus”
möglich sei, ist nur sehr schwer nachzuvollziehen. Das macht nämlich nur Sinn für jene, die das “angebotene junge Team” verschmähen und deshalb ein “Arbeiten von Zuhause aus” bevorzugen. Tun das indes alle MitarbeiterInnen, steht wiederum auch kein “junges Team in einem angenehmen Büro” mehr bereit, das “die Werbeagentur aus dem Sauerland” anbieten könnte. Fragen über Fragen. Aber so weit kommt´s noch, dass eine Werbeagentur klare Botschaften formuliert.
Auch bei der Deutschen Shell ist Feuer unterm Dach. Aber kann mir mal jemand verraten, warum dieses hier im Hamburger Abendblatt zu lesen ist?
Zur Betriebsversammlung kamen mehr als 300 Mitarbeiter in den “Wintergarten” in der Shell-Zentrale am Suhrencamp. Auch das Abendblatt war vom Betriebsrat eingeladen, musste aber dann auf Drängen der Geschäftsleitung den Raum wieder verlassen.
Ich gehe davon aus, dass der Shell-Betriebsrat einen Däubler-Kittner-Klebe-Kommentar zum Betriebsverfassungsgesetz besitzt. Ein Blick in den DKK-BetrVG § 42 Rdnr. 15 hätte schnell gezeigt, dass das Drängen der Geschäftsleitung jeglicher Grundlage entbehrte. Wenn eine Berliner Boulevardzeitung fragt, ob Betriebsräte eine Charakterprüfung bräuchten, ist das ebenso zielführend wie die seinerzeitige Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern. Stattdessen brauchen Betriebsratsmitglieder regelmäßige und ständige Weiterbildungsveranstaltungen. Nur so lässt sich vermeiden, dass das Gremium Betriebsrat von irgendwelchen “Fürsten” verscheissert dominiert wird. Das nämlichh dürfte das Problem bei VW gewesen sein.
Laut Politbarometer der Süddeutschen Zeitung hat sich die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wieder etwas erholen können. Aber so richtig gut geht es der alten Tante-SPD nicht. Auf den Nachdenkseiten erinnert Albrecht Müller an die Ursachen für diesen Vertrauensschwund bei den Bürgern:
Agenda 2010, Hartz I bis III, Hartz IV, mehrere Gesundheitsreformen mit Verschlechterungen für die Patienten, eine Nullrunde nach der anderen bei der Rente, Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors mit einer drastischen Rentenabsenkung und nicht zuletzt die Erhöhung des Renteneintrittsalters, eine neue Welle von Privatisierungen des öffentlichen Eigentums, das ÖPP-Beschleunigungsgesetz, das gegenüber Geringverdienern ungerechte Elterngeld, die Senkung der Spitzensteuersätze, eine Unternehmensteuersenkung nach der anderen, die Freistellung von Spekulationsgewinnen, die Förderung von Heuschreckken, und kürzlich noch die Entscheidung, Tornados nach Afghanistan zu schicken wie auch das Offenbarwerden der Tatsache, dass die Regierung Schröder trotz offiziellem Nein zum Irak-Krieg heimliche Hilfe für die Kriegsparteien geleistet hat.
Welchen Posten wird sich die SPD als nächsten in ihr Stammbuch schreiben?
Früher sang Herbert Grönemeyer: “Oh, ein Lächeln liegt auf diesem Land”, und meinte damit den Dicken aus Oggersheim. Heute ist er noch schlauer als der Oggersheimer und singt anlässlich seiner verblichenen Frau: “Du fehlst ” Authentisch oder Kommerz? Hören wir mal rein, um zu hören wie Hagen Rether das alles bewertet.
Hagen Rether mit “Mensch” bei youTube.
Bekennt sich offen zum Umbruch: Rechtsanwalt.com.
Eigentlich wollte ich “Rechtsanwalt.com” als Content-Lieferanten der FTD-Urteilsdatenbank, die keine ist, überhaupt nicht erwähnen. Aber nachdem ich sehen musste, was auf der Seite der vermeintlichen Urteilsdatenbank zum Thema “Arbeitszeugnis” erscheint, war ich dann doch in meiner Redakteursehre empfindlich getroffen.
Da erscheinen allen Ernstes HTML-Tags sowohl auf der Homepage als auch in der PDF-Datei aus dem Hause “Rechtsanwalt.com”. Auch in der PDF tauchen sie auf: diese kleinen süßen Umbruchzeichen.
Und weil die Beiträge auf der Website von “Rechtsanwalt.com” namentlich nicht gekennzeichnet sind, können nur Vermutungen darüber angestellt werden, wer aus dem Rechtsanwalt-com-Team einen besonderen Faible für HTML-Tags hat.
Gibt es verschiedene Meinungen darüber, was recht und billig ist, sucht der eine oder andere schon mal im Web nach Urteilen. Führt ihn seine Suche dann irgendwann zum Webauftritt der Financial Times Deutschland, sollte er mit den Machern des Blattes gnädig sein. Vermutlich auf Anraten der Marketing-Abteilung hat man der Online-Redaktion empfohlen, die Leitsatzdatenbank einfach “Urteilsdatenbank” zu taufen. Vermutlich deshalb, weil es knackiger klingt und es eh keiner merkt. “Knackiger” klingen tut es tatsächlich. Mehr aber auch nicht.
Mein Tipp: Statt sich mit bei der Financial Times Deutschland gefundenen Leitsätzen zu begnügen, einfach mal das hier ausprobieren. Da gibt es nämlich Gerichtsentscheidungen im Volltext. Und das ist wesentlich mehr als nur ein schnöder Leitsatz.
Gerade im “lawblog” gelesen:
In einigen deutschen Anwaltskanzleien dürften heute nicht unbedingt die Sektkorken knallen. Quelle: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2007/04/02/musik-ohne-drm/
Es geht ums Urheberrecht
Wie zeigt eine Jugend- und Auszubildendenvertretung am besten, dass sie sich im Internet auskennt?
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Online-Award für Siemens AG? Blödsinn. Nelly Furtados Homepage verdient eine Auszeichung.
Antwort: Indem die JAV ihrer Wählerschaft sagt, wo es beispielsweise Videos, Songs und Texte etwa von Nelly Furtado gibt?
Von wegen Gabriele Pauli in der SPD. Die Sozis haben ja noch an ihrem Oskar zu knabbern und SPD-Chef Beck liest sich gerade ein in Art. 5 Grundgesetz zum Thema “Rundfunkfreiheit und Staatsferne”. Aber das soll hier nicht weiter interessieren. Entscheidend ist nur, dass Gabriele Pauli der CSU erhalten bleibt. Stoiber, Huber und Söder werden also weiter toben.
Es war vorherzusehen, dass die Landrätin des Landkreises Fürth bald schon ihrer Partei den Rücken kehrt. Jetzt ist es so weit.
Prominentestes Neu-Mitglied der SPD: Dr. Gabriele Pauli.
Aus dem Willy-Brandt-Haus ist zu hören, dass man den Neuzugang mit gemischten Gefühlen betrachte. Einerseits freue man sich, dass Frau Pauli nun in der SPD sei. Andererseits erinnere man sich auch noch gut daran, wie die Nun-Genossin Pauli den noch bis zum Herbst diesen Jahres residierenden bayerischen Ministerpräsidenten zum “Problembär” habe werden lassen. In der Staatskanzlei von Rheinland-Pfalz wollte man den Vorgang nicht kommentieren. Derweil beschäftige Kurt Beck ein ganz anderes Problem.
Wann ist eine Jury eine Jury? Nun, bei Grisham und auch sonst im richtigen Leben ist eine Jury ein Gremium mit Entscheidungskompetenz. Und weil sich Entscheidungen nur schwer treffen lassen, wenn es zu einem Patt kommt, gehören einer Jury wenigsten drei Mitglieder an. Soweit die Theorie. In der Praxis nämlich sieht das zuweilen ganz anders aus. Etwa wenn der mit 20.000 Euro dotierte Ludwig-Börne-Preis zu vergeben ist. Dann nämlich tritt an die Stelle einer eine gewisse Meinungsvielfalt garantierenden Jury auch schon mal ein Preisrichter mit Alleinführungs Alleinentscheidungsbefugnis nämlich der Juror.
Der diesjährige Juror ist ein eher barock anmutender Chefredakteur aus der Burda-Verlagsgruppe, den kritische Zeitgenossen einst mit dem Spruch “Ficken, Ficken, Ficken usw. etc. pp.” parodiert hatten und dem der Publizist Alfred Grosser vorwirft, er habe ein ganz besonderes Verständnis von Pressefreiheit. Den Preis entgegennehmen wird und das steht bereits jetzt schon fest am 24. Juni 2oo7 jemand, der ebenso wie Schorsch Dabbelju überall den bösen Muselman erblickt und sich in Klein-Bloggersdorf zur “Achse des Guten” bekennt. Aber wie das so ist mit Leuten, die in Anspruch nehmen, quasi kraft Geburt oder wenigsten von Gottes Gnaden zu den Guten zu gehören, um alle Andersdenkenden als “die Schlechten” erscheinen zu lassen, werden solche selbsternannten “Gutmenschen” hier im Blog auch nur dann verlinkt, wenn es überhaupt nicht anders geht.
Doch meistens und also auch in diesem Fall geht es anders. Schließlich gibt es neben der weitere Informationen über den Preisträger liefernden Wikipedia auch ein Blog, das ab sofort auf der Blogroll dieses Blogs Platz nehmen darf. Sein Name ist Brodaganda und seine Lektüre sei all jenen ans Herz gelegt, die schon immer wissen wollten, was man leisten muss, um ein Preisgeld von 20.000 Euro zugesteckt zu bekommen. Dazu gehört es scheinbar auch, dass man sich, wie Stefan Niggemeier schreibt, gerne auch in der Nähe von “diversen antiislamischen Hassbloggern” aufhält. Nur gut, dass die Spiegel-Redakteure über jeglichen Verdacht erhaben sind, sie könnten als Blogger und womöglich noch als “antiislamische Hassblogger” unterwegs sein. Obgleich die “tageszeitung” befürchten lässt, der eine oder andere Spiegel-Redakteur könnte durchaus und gelegentlich den Dunstkreis bloggender Islamhasser suchen. Aber wäre das tatsächlich so verwunderlich? Schreibt nicht auch der oben hinreichend gewürdigte Preisträger für die Illustrierte “Der Spiegel”?
Da kippt sich ein 16-jähriger Gymnasiast im jugendlichen Überschwang 50 Tequillas hinter die Binde, fällt ins Koma und statt aufzuwachen, beschreitet er schließlich den Weg allen Irdischens. Das ist traurig. Aber das Leben ist nun mal lebensgefährlich. Wer Upton Sinclairs “Alkohol” liest, dem dämmert sofern er nicht inspiriert vom Buchtitel zur nächsten Bierpulle greift schnell, welch profitable Angelegenheit das Produzieren und kommerzielle Verabreichen von geistigen Getränken ist. Mal ganz abgesehen davon, dass das in allen Schichten der Gesellschaft als unabdingbar anerkannte und über Jahrhunderte erfolgreich angewandte Breitband-Narkotikum namens Alkohol auch jeden noch so Frustrierten ruhiggestellt hat. Zur Not auch “absolut ruhiggestellt” wie im Fall des jüngst verschiedenen Schülers aus Berlin.
Und schließlich ist das ja auch nur die dunkle Seite der Macht.
Vor dem Koma hat der Geist des Alkohols das Stadium von Jubel, Trubel, Heiterkeit gesetzt. Das wissen nicht nur die Teilnehmer von Flatrate-Partys, sondern auch die sich alljährlich am Aschermittwoch treffenden Besuffskis aus den Reihen einer bayerischen Regionalpartei, die vermutlich nicht nur soziologisch betrachtet, sondern auch biologisch gesehen erheblich betäubt sein dürften. Wie sonst wäre es zu erklären, dass eben genau die Teilnehmer dieser “Flatrate-Bavaria” eine ihrer Parteifreundinnen aufs Übelste beschimpfen, nur weil ein Hochglanz-Magazin sie so gut in Szene setzt , dass der unter anderem für den Geschlechtstrieb zuständige Hypothalamus eines jeden Mannes mit einwandfreier Körperfunktionalität auf den Plan tritt. Und genau da liegt der Hase begraben! Denn ausschweifende Alkohol-Orgien wie wir sie von sowohl konventionellen als auch von politisch-motivierten “Flatrate-Partys” kennen, führen nicht nur Rausch, Koma und schlimmstenfalls den Tod herbei nein, sie setzen regelmäßig auch dem oben erwähnten Hypothalamus und der Hypophyse des Mannes ganz gehörig und keineswegs förderlich zu. Der Volksmund sagt nicht umsonst: “Viel Bier ist gut für Tralala, aber schlecht für Hoppsasa!”
Schon hier zeigt sich die enorme Bedeutung von “Flatrate-Partys” für das Wohl und den Fortbestand dieses unser aller bundesrepublikanischen Gemeinwesens. Ist die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen einigen besser bekannt als die “Barbie-Puppe der CDU” eine überzeugte Verfechterin der “Hoppsasa-Doktrin”, zeigt sich schon jetzt, dass die kleine im Süden unseres bundesrepublikanischen Gemeinwesens beheimatete Schwesterpartei ihr mit aller Entschlossenheit widersprechen dürfte. Nach intensiven Beratungen mit seinem Hypothalamus und der ihm ebenfalls gehörenden Hypophyse ist der noch amtierende CSU-Generalsekretär Markus Söder zu dem Ergebnis gekommen, dass seine Vereinskameradin Gabriele Pauli wegen der oben erwähnten den Hypothalamus und die Hypophyse eines Mannes gleichermaßen stimulierenden Fotos alles tun könne, nur bitteschön keine politische Arbeit für die Veranstalterin der “Flatrate-Party-Bavaria”.
Das sagt der Söder natürlich nur deshalb genau so und nicht anders, weil er das Handbuch für Opportunisten in- und auswändig kennt und sehr wohl zur Kenntnis genommen hat, dass sich unlängst ein aus dem Berliner-CDU-Idyll Zehlendorf stammender Gymnasiast die ” C2H5OH-Kugel” gegeben hat und “Flatrate-Partys” aktuell arg unter Beschuss stehen. Da wäre es selbstverständlich politisch wenig opportun, wenn “Schankmeister Söder” eine bayernweite “Flatrate-Party-Bavaria” nur deshalb organisieren müsste, weil “Sexy-Hexy Pauli” weiterhin auf einer Mitgliederbefragung zur Klärung der “Wer-soll-Parteivorsitzender-werdenFrage” besteht. Doch nur ein partei-kollektives Besäufnis auf Rechnung der so gerne im christlichen Gewande wandelnden “Flatrate-Bavaria-Ausrichterin” ließe zumindest eine kleine Chance, dass der “Wer-bitteschön?!” Huber, Erwin aus Niederbayern doch noch den Thekenturner beim nächsten Politischen Aschermittwoch der CSU machen darf. Wie gesagt: Zumindest eine kleine Chance.
Kürten indes die CSU-Mitglieder klaren Kopfes den für “Flatrate-Partys” nicht ganz unmaßgeblichen Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer zu ihrem Parteivorsitzenden, bliebe Stoibers amtierendem “General Langstrumpf” nur noch das, was Deutschlands Jugend ohnehin regelmäßig tut: Saufen bis zur Besinnungslosigkeit, um der Realität zu entfliehen. Die ersten fünfzig Tequilla für Markus Söder gingen auf meinen Deckel. Versprochen!
Nun schon über zehn Jahre alt ist die Bildschirmarbeitsverordnung. Gelegenheit für einen Hinweis auf einen von Rechtsanwalt Wolf-Dieter Rudolph verfassten und bei ergo-online erschienenen Beitrag. Darin heißt es:
Ein Betriebsrat ist berechtigt nach § 37 Abs. 6 BetrVG an einem Seminar zur Bildschirmarbeitsverordnung teilzunehmen, ohne die Erforderlichkeit extra begründen zu müssen. Da es sich dabei um Grundwissen für die Betriebsratsarbeit handelt, können auch mehrere Mitglieder zum Beispiel eines EDV-Ausschusses an einer solchen Schulung teilnehmen.
Mit der “Islam-Hasser-Bloggerfraktion” in Verbindung zu bringende Blogger machen sich so ihre eigenen Gedanken. Einer von ihnen schreibt doch allen Ernstes:
Das ist ein unerhörter Bruch eines ungeschriebenen Gesetzes, daß man andere Blogger nicht enttarnt und öffentlich vorführt.
Träfe diese unsinnige Behauptung zu, wäre das das Ende für sämtliche “Watchblogs” hierzulande. Das würde der “Islam-Hasser-Fraktion” schon deshalb gut gefallen, weil dann Artikel wie dieser nicht mehr in “Klein-Bloggersdorf” diskutiert werden dürften. So viel zum Demokratieverständnis jener, die den Antiislamischen Rassismus huldigen.
Jetzt ist der Geist aus der Flasche so Bayerns Ministerpräsident und Noch-CSU-Chef Edmund Stoiber über seine ärgste Widersacherin, die Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Bei Europolitan heißt es:
Nicht nur der CSU-Landtagsabgeordnete Ludwig Spaenle warf Pauli vor, der Partei jeden Tag aufs Neue zu schaden.
Bislang hat die CSU auch ärgste Schadensereignisse, herbeigeführt von ihren politischen Spitzenfunktionären, schadlos überstanden. Blicken wir einfach mal kursorisch auf die Geschichte der Christlich Sozialen Union in Bayern:
Zu den wichtigeren Vorgängen gehörten Empfehlungsschreiben an den Passauer Verleger Hans Kapfinger zum Bau von Wohnungen für US-Militärs in Deutschland. Während der Fibag-Affäre beteiligte sich der damalige Bundesminister für Verteidigung Strauß heimlich an einer Firma, die Unterkünfte für Bundeswehrangehörige baute. Treuhänder für Strauß, der sich so selbst Aufträge zuschanzte, war der spätere Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann. Fibag-Affäre, Spiegel-Affäre und Starfighter-Affäre führen zum Rücktritt des Verteidigungsministers Strauß. Zwei Jahrzehnte nach der Fibag-Affäre hat Strauß das analoge Modell zusammen mit Walter Schöll, dem Chef einer Werbeagentur, ausgeführt. Strauß’ Frau Marianne hatte in einem anderen Fall ohne Legitimation durch die CSU Zugriff auf die bei der CSU geführten Sonderkonten. Die Schatzmeister der Partei wussten zwar davon, fanden aber keinen Zugriff auf das Geld. Der Verwendungszweck des Geldes konnte später nicht geklärt werden.
Es gibt sie noch. Künstler, die nicht an den Scheiß von der “Achse der Guten” glauben und auch verraten, weshalb sie das nicht tun.
“Sei wachsam” bei YouTube
Und im Cyberoog-Blog gibt es neben einem weiteren Song von Reinhard Mey auch die Liedertexte.
“Bloggen kann zum Verlust Ihres Arbeitsplatzes führen!”, und ist damit ebenso riskant und dem persönlichen Wohlbefinden abträglich wie das Rauchen. Missis Blog widmet sich daher der Gefahrenvorsorge und zeigt auf, welche Maßnahmen das Arbeitsplatzverlustrisiko eines bloggenden Arbeitnehmers verringern können.
[ ] blogge nicht während der Arbeitszeit. Punkt. Du könntest Ärger bekommen, weil [ ]
Diese Empfehlung lässt sich wohl am einfachsten umsetzen. Die anderen Präventivmaßnahmen sind da schon etwas komplexer.
Wichtiger Hinweis:
Wegen des zum 1. März 2007 in Kraft getretenen Telemediengesetzes droht einem Blogger, der alle in Missis Blog zu findenden Tipps befolgt, zwar kein Ärger mehr seitens des Arbeitgebers, aber dafür Ungemach durch Abmahnungen.
“Glaubst Du an ein Leben vor dem Tod?”, lautet eine Überschrift im Blog Perspektive 2010 und in der Tat, die Frage ist mehr als berechtigt, wie ein Blick auf die Titelseite der heutigen WAZ zeigt. Mehr als 530.000 Arbeitnehmer, so die Regionalzeitung, seien wegen eines Hungerlohnes auf ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen. Es darf vermutet werden, dass die meisten der über 500.000 “Hungerlöhner” eine Familie zu ernähren haben, so dass tatsächlich über eine Million Menschen von staatlicher Beihilfe trotz Arbeit abhängig sind. Und auch in Bezug auf den Bundesarbeitsminister hat Perspektive 2010 ein bei den Nachdenkseiten entdecktes Schmankerl im Programm. Zitat:
Die ganze Armseligkeit Münteferings als personifizierte Nachlassverwaltung von Rot-Grün offenbart sich in in der Behauptung, Lafontaine habe die sozialdemokratische Idee verraten. Die Totengräber der SPD heißen Schröder und Müntefering und diejenigen, welche ihnen des bloßen Machterhalts wegen gefolgt sind.
Das sei zu hart und werde den Leistungen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden und amtierenden Bundesarbeitsministers Franz Müntefering in keinster Weise gerecht? Auf diese Frage wiederum wissen die Nachdenkseiten die passende Antwort. Mit Blick auf die mit Unterstützung der Gewerkschaften gestartete Unterschriften-Aktion der SPD für Mindestlöhne lassen die Nachdenkseiten selbstverständlich nicht unerwähnt, dass Franz Müntefering zu den Erstunterzeichnern der Unterschriftenliste für Mindestlohn gehört und richtet an den SPD-Bundesarbeitsminister folgende Frage:
Warum wendet er nicht einfach das Gesetz über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen (MiArbG vom 11.01.1952) an, das ihm die Festsetzung von Mindestlöhnen erlaubt, wenn sie zur Befriedigung der notwendigen sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer erforderlich erscheint? Die Antwort kennt der Vize-Kanzler natürlich: Weil die Union nicht mitspielen würde und die SPD wegen dieser Frage die Koalition nicht platzen lässt. Deshalb maskieren sich die Sozialdemokraten und führen den Wähler hinter die Fichte.
Aber es gibt noch Weiteres zu berichten über die SPD in der Großen Koalition, die vor sozialer Gestaltungskraft kaum noch laufen kann . In der der Fachzeitschrift “Arbeitsrecht im Betrieb” beigegebenen “AiB plus” (Heft 2, 2007) heißt es auf Seite 12:
“Seit kurzem gibt es auch einen Mindestlohn für Leiharbeiter: 7,15 Euro im Westen, 6,22 im Osten. [ ] Bezahlt wird er aber auch nicht. Denn der Tarifvertrag gilt erst dann, wenn das Bundesarbeitsministerium dafür sorgt, dass der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wird, was die CDU wiederum ablehnt.”
st doch eine interpretationsfähige Information. Lässt sie doch vermuten, dass ein nicht unwesentlicher Teil der “Hungerlöhner” mit ergänzender Sozialhilfe ausgerechnet in der Branche seine Brötchen verdient, die den Namen “Zeitarbeit” führt und die der SPD-Bundesarbeitsminister Müntefering weiterhin vor dem Mindestlohn bewahrt.
Soeben meldet die Süddeutsche Zeitung:
Na, sag´ ich doch. Die Koalitionäre haben sich einfach nur lieb.
Dass die Siemens AG den Jura-Professor und Arbeitgeber-Juristen Volker Rieble als Gutachter bestellt hat, überrascht nicht wirklich. Rieble ist in diesem Blog aus gutem Grund bereits mehrfach gewürdigt worden. Und prompt kommt Rieble zu einem der Siemens AG äußerst angenehmen Befund, den die Süddeutsche Zeitung dergestalt zusammenfasst:
Das Betriebsverfassungsgesetz (Paragraf 119) untersagt die Begünstigung von Betriebsräten und Eingriffe in Betriebsratswahlen. Zuweisungen an Arbeitnehmerorganisationen, wie die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB), seien von dem Paragrafen 119 nicht erfasst, so Rieble. Deshalb handele es sich nicht um Straftaten.
Mal sehen, ob Rieble mit seinem Pro-Siemens-Gutachten die IG Metall davon abhalten kann, Strafanzeige wegen § 119 BetrVG gegen die Siemens AG zu stellen. Denn: Angenommen einer Arbeitnehmerorganisation wie der “AUB” würde die Gewerkschaftseigenschaft gerichtlich deshalb aberkannt, weil sie von einem Unternehmen in erheblichem Umfang finanziert worden wäre und es daher an der für Artikel 9 Absatz 3 GG erforderlichen Gegnerfreiheit fehlte, stellte sich die Frage, ob diese Organisation nichts anderes wäre als ein Scheingebilde zur mittelbaren Beeinflussung einer Betriebsratswahl. Dann stiege aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass die strafrechtliche Würdigung völlig anderen Regeln unterläge, als Rieble es darstellt.
Ich vermute mal ganz stark, dass der Professor aus München dieses überhaupt nicht bedacht hat. Hätte er es getan, wäre er wohl zu einem völlig anderen Befund gelangt hinsichtlich der von ihm festgestellten Strafbarkeitslücke.
Weniger stringent als Rieble bewertet Rechtsanwalt Michael Felser die Rechtslage, wenn er im BlogJuracity titelt: “Arbeitsstrafrecht mit Lücke? Betriebsrat und Korruption“. Man achte auf das von Felser verwendete Fragezeichen!
Erinnert sich noch jemand an den CSU-MdB Hans-Peter Uhl? Der hatte seine vermeintlich große Stunde im Visa-Untersuchungsausschuss, konnte er doch dort als Ausschussvorsitzender den untauglichen Versuch unternehmen, den damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer zur Rede zu stellen. Seitdem wissen wir, dass die CSU nicht wirklich über rhetorische Wunderknaben verfügt. Hölzern und altbacken die Sätze des Abgeordneten Uhl und angesichts des vorgerückten Alters von Uhl ist auch nicht zu erwarten, dass sich hieran noch etwas ändern wird. Wen wundert es da, wenn von diesem Uhl längere Zeit nichts zu hören war?
Aber jetzt ist er wieder da. Dank Gabriele Pauli und deren Fotos in Lack und Latex meldet sich der Oberleutnant der Reserve Uhl zu Wort. Natürlich nicht im Radio oder im Fernsehen, sondern in der Mitteldeutschen Zeitung führt “Visa-Chefaufklärer” Uhl das große Wort, um über die Fürther Landrätin Pauli den Stab der Selbstgerechten zu brechen. In der Süddeutschen Zeitung heißt es:
Der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl bewertete die Aufnahmen in der Mitteldeutschen Zeitung als indiskutabel. Damit hat sie sich selbst gerichtet, sagte er.
Man muss diese CSU-Clique einfach mögen. Nach oben buckeln und nach unten treten. Wo bitteschön ist das Statement vom Abgeordneten Uhl in Bezug auf die CSU-Staatssekretärin Dagmar Gabriele Wöhrl im vom CSU-Glos geleiteten Bundeswirtschaftsministerium? Hat Frau Wöhrl zu der Zeit, als sie noch Dagmar Gabriele Winkler hieß, etwa nicht in dem Softporno “Die Stoßburg - Wenn nachts die Keuschheitsgürtel klappern” mitgespielt? Was, wenn der Herr Uhl davon erfährt? Muss dann die Frau vom DBA-Eigentümer Wöhrl in Sack und Asche gehen und ihren Job als Staatssekretärin im für Flugbenzin-Subventionierung zuständigen Wirtschaftsministerium an den Nagel hängen?
Das würde dem DBA-Chef und Staatssekretärinnen-Gatten Hans Rudolf Wöhrl aber wohl weniger gut schmecken. Denn noch weiß der Bundeswirtschaftsminister, weshalb das Flugbenzin keiner Steuer unterliegen darf, wie ein Blick ins 37.6-Blog-Archiv zeigt:
Wir können uns in dieser Frage keinen nationalen Alleingang erlauben, weil wir damit unsere Wettbewerbsfähigkeit untergraben würden. Wenn es möglich wäre, Flugbenzin international zu besteuern, dann würde ich darüber nachdenken.
Wir dürfen gespannt sein, wie die Provinz-Posse mit Gabriele Pauli einerseits und den in ewiger Treue vor, neben und hinter Edmund Stoiber stehenden CSU-Funktionären (der männliche Genus ist Absicht) andererseits weitergeht.
Dass er für FTD, Handelsblatt und Die Welt arbeitet, verschweigt der Kollege (***) nicht. Und natürlich erwähnt er auf seiner Homepage auch seine Tätigkeit als Übersetzer, um uns dann wissen zu lassen:
Ein “unverbindliches individuelles Angebot” also! Nun gut. “§ 145 BGB Bindung an den Antrag” eröffnet durchaus Spielräume, heißt es doch dort:
Aber der letzte Halbsatz bezieht sich doch wohl eher auf die “invitatio ad offerendum” als auf ein “individuelles Angebot”. Wenn mir jemand ein persönliches Angebot macht, dann bitte ein verbindliches oder er lässt es ganz sein. Bei Daimler-Chrysler und Siemens scheint man darüber anders zu denken. Jedenfalls hat der Kollege genau diese Unternehmen auf seiner Kundenliste. Vielleicht sollte ich mal erwägen, ebenfalls “ein unverbindliches Angebot” zu unterbreiten?
***) Name des Kollegen ist dem Editor bekannt.
Man kann dem Hause Siemens und der dort tätigen AUB nicht genug Dank aussprechen. Was bei der SAP AG nie eine Rolle spielte und auch nicht spielen konnte, bei der Siemens AG könnte Paragraf 119 Betriebsverfassungsgesetz durchaus ins Spiel kommen. So jedenfalls sieht das die IG Metall, die laut heise.de der Siemens AG vorwirft, die AUB systematisch als arbeitgeberfreundliches Gegenstück zur Gewerkschaft aufgepäppelt zu haben.
“Unsere schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen”, sagte Michael Leppek von der IG Metall. Falls Siemens tatsächlich Betriebsratswahlen und die Arbeit des Betriebsrats beeinflusst habe, sei dies eine Straftat, die sogar mit Gefängnis geahndet werden könne.
Schau´n mer mal, ob die IG Metall auch wirklich Strafantrag gegen Siemens stellt. § 119 Absatz 2 BetrVG jedenfalls gibt der Gewerkschaft dieses Recht.
Stünde ich jetzt im Wedau-Stadion, würde ich mich gewaltig ärgern. Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung von Deutschland im Länderspiel gegen Dänemark:
Die Dänen jedenfalls ärgern sich auch.
Keine Ahnung welche Berater um Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) so herumschlawänzeln. Das Wirtschafts- und Sozialinstitut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung dürfte nicht unbedingt zum Beraterstab des Bundesarbeitsministers zählen. Denn die Macher des WSI-Tarifarchivs haben mal nachgerechnet und gefragt: Wie würden sich die Gehälter verschieben, wenn Münteferings Vorschlag Gesetzeskraft erlänge? Das Ergebnis des WSI lautet:
Kurzum: Die von Müntefering vorgeschlagene gesetzliche Grenze eines “sittenwidrigen Minilohnes”, die von keinem Arbeitgeber unterschritten werden dürfte, verdient allenfalls das Prädikat “Mogelpackung”. Denn sie wiederholt lediglich das, was die Arbeitsgerichte in Anwendung des Paragrafen 138 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) bereits heute sowieso zugrundelegen.
Da hat das Haus Siemens so gut investiert und gerät trotzdem in schwere See. BooCompany berichtet über die vergangene Nacht in der Siemens-Zentrale:
Kurz nach Mitternacht. Der als Nazgul bekannte Genosse meldete eben, bei Siemens brennt noch Licht. So ein Ringgeist ist ja eher nächtlich veranlagt, und kommt der da schon mal mit. Am Wittelsbacherplatz herrscht Panik - da geht keiner nach Hause!
Na, wie auch? Hier im Pott gibt es für das, was bei Siemens abgeht, einen passenden Spruch, nämlich: “Da ist die Kacke am dampfen.” Und bei BR-Online ist im Detail nachzulesen, warum am Wittelsbacherplatz in München die Luft so merkwürdig riecht. Es scheint einsam zu werden um das Management der Siemens AG.
Da ist ein Amerikaner kreativ, mischt dieses Video an seinem Computer ab und dann ist im Standard zu lesen:
Kreativ bearbeitete er das Filmchen, sodass es einen politischen Dreh bekam. Bei YouTube war das Ergebnis zu sehen. Bis Mittwoch verdiente de Vellis seine Brötchen bei Blue State Digital, einer Washingtoner Internetfirma. Jetzt ist er gefeuert. Sein Arbeitgeber wollte sich von ihm distanzieren, denn die Sache ist heikel. Bei der Präsidentschaftswahl 2008 liegt nämlich auch Blue State Digital gut im Rennen.
Fast scheint es so, als ob sich Meinungsfreiheit und abhängige Beschäftigung nur schwer in Einklang bringen ließen.
Wer ist der Eigentümer dieses berufenen Mundes, dem dies entfahren ist? Hier gibt es die Lösung!
Es gibt drei Dinge, die sich ein Top-Manager von Welt ungerne nehmen lässt:
Top-Manager eines so renommierten Unternehmens wie der Siemens AG wissen natürlich, wovon ich rede. Und womöglich summt sogar der eine oder andere Siemens-Manager bereits das Liedchen von den zehn kleinen Jägermeistern, die wegen besonderer Dusseligkeit nach und nach immer weniger wurden. Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer sollte sich unbedingt den Song-Text der Toten Hosen besorgen. Und was bei BR-Online zu lesen ist, lässt vermuten, dass von Pierer dieses Liedchen demnächst zu seiner Handy-Melodie kürt. Hier ein Auszug dessen, was BR-Online über von Pierers Talent bei der Auswahl des geeigneten Top-Personals zu berichten weiß:
Als sich der Abschied des langjährigen Siemens-Chefs Heinrich von Pierer abzeichnete, wurden vier Nachfolgekandidaten gehandelt: die Zentralvorstände Heinz-Joachim Neubürger, Thomas Ganswindt, Johannes Feldmayer und Klaus Kleinfeld. Inzwischen sind drei der vier mehr oder weniger in die verschiedenen Siemens-Skandale verwickelt. Neubürger gilt als Beschuldigter in der Affäre um schwarze Kassen in der Festnetzsparte Com. Ganswindt saß wegen der Vorfälle zeitweise sogar in Haft. Beide sind nicht mehr für Siemens tätig. Mit Feldmayer erwischte es nun den dritten der einst vier Hoffnungsträger.
Und wo ich gerade von Nieten in Nadelstreifen-Anzügen rede, sei die personifizierte Referenz des H. v. Pierer in Gestalt des Ex-BDI-Chefs Hans-Olaf-Henkel erwähnt:
Hans-Olaf Henkel, Präsident der Leibniz Wissenschaftsgemeinschaft, glaubt, dass durch die Berufung von Heinrich von Pierer in eine unionsgeführte Regierung mehr Praxisbezug in die Politik Einzug halten würde.
Ist der Schweinefleisch verachtende Muselman automatisch ein Anti-Amerikaner?Aus dem Blickwinkel des amerikanischen Gen-Technik-Konzerns Monsanto betrachtet würde das Sinn machen. Schließlich ist es das erklärte Ziel von Monsanto, mit Schweinefleisch so richtig Kohle zu machen, hat der Konzern doch “bereits heute ein weitreichendes Patent auf das Leptin-Gen von Schweinen aus konventioneller Züchtung, so dass Monesanto im Grunde jedem Schweinehalter seine Lizenzforderung aufdrücken könnte. In Kanada und den USA hat der Konzern hierfür bereits Praxis gesammelt, indem dieser scharenweise Bauern verklagte.”
Auf ganz andere Art wollen die keineswegs unter Anti-Amerikanismus-Verdacht stehenden Stadtväter von Lüneburg an Geld kommen. Denn Lüneburg will seine rund 8.000 Straßenlaternen verkaufen und den Betrieb einem privaten Unternehmen übertragen.
Alles sei im Wandel, sagt der griechische Philosoph Heraklit. Wie recht er doch hat, der alte Grieche. Insbesondere die Eigentumsverhältnisse an Unternehmen unterliegen einem steten Wandel. Dass der Kündigungsschutz hierbei auf der Strecke bleibt, dürfte das Bundesarbeitsgericht wohl als Kollateralschaden verstehen. Ob die beim BAG unterlegene Arbeitnehmerin jedoch versteht, weshalb ihr trotz neunjähriger Tätigkeit im selben Betrieb der Kündigungsschutz verwehrt blieb, ist die große Frage. Es steht eher zu vermuten, dass der Klägerin der Kamm schwoll, als sie die vom BAG gemachten Ausführungen vernahm, in denen es heißt:
Was vordergründig wie ein Einzelschicksal weil Individualarbeitsrecht erscheint, könnte schon bald ein Problem für den Betriebsrat werden. In einer Pressemitteilung der Brühler Rechtsanwaltskanzlei Felser heißt es:
Das BAG-Urteil vom 15. Februar 2007 - 8 AZR 397/06 - dürfte demnächst auf der Website des BAG zu finden sein.
Allmählich kommt das Strafverteidiger-Beschäftigungsprogramm der Siemens AG in Fahrt. Jetzt ist erstmal Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer in U-Haft gegangen. Die Inhaftierung Feldmayers und die Durchsuchungen stünden im Zusammenhang mit den Ermittlungen um die Arbeitnehmerorganisation AUB und deren Vorsitzenden Wilhelm Schelsky, meldet FAZ-online unter Berufung auf eine Siemens-Sprecherin.
In NRW laufen derzeit die zentralisierten Abiturprüfungen. Laut EinsLive steht heute die Deutsch-Klausur an. Und zum Ende der Woche geht´s dann in die Ferien. Vermutlich für viele der Zeitpunkt, über das der Schule folgende Danach nachzudenken. Das Bundeswirtschaftsministerium hilft und gibt Bewerbungstipps.
Ja, was denn nun? Zur Fusion von Linkspartei.PDS und WASG schreibt Zeit-Online mit Blick auf die Zeit nach Oskar Lafontaine:
Viel spricht allerdings dafür, dass die neue Linke bis dahin wieder die alte PDS sein wird.
Und im Linksnet heißt es, die PDS sei im Verschwinden.
Sollten beide Publikationen mit ihrer Einschätzung richtig liegen, ist es wohl an der Zeit für ein Goethe-Zitat aus dem Faust, wo die Hexe Folgendes deklamiert:
Verlier die Vier! Aus Fünf und Sechs, So sagt die Hex, Mach Sieben und Acht, So ist’s vollbracht:
Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins. Das ist das Hexen-Einmaleins!
dessen Anti-Aging-Trank es bei dem ganzen Hokuspokus der Hexe geht, fällt dazu nur dieses ein: “Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.”
Zwischen Berlin und Potsdam gibt es ein Idyll namens “Griebnitzseeufer”, an dessen Rand sich eine herrschaftliche Villa an die andere reiht. Uferweg mit “Kirsch-Garten” am Griebnitzsee Foto: Gabriele Kantel, flickr.
Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung residiert dort in der ehemaligen Truman-Villa und befindet sich damit in nächster Nähe zu den Vermögenden und Besserverdienenden dieses Landes. Weitaus interessanter aber ist, dass unter diesen Besserverdienenden ausgerechnet ein Bauunternehmer ist, der nicht nur eine Villa am besagten Gestade sein eigen nennt, sondern auch noch für die SPD im Potsdamer Rathaus sitzt. Sein Name lautet Wolfhard Kirsch, was die Märkische Allgemeine wiederum dazu veranlasste eine Rubrik namens “Geschichten aus dem Kirsch-Garten” einzurichten. Die Zeitung im vergangenen September über Kirsch:
Er betreibt gerichtlich die Sperrung des beliebten Spazierweges am Griebnitzsee - gegen die Politik seiner Genossen und aller anderen Rathausfraktionen, wonach aus der einstigen Holperpiste der Grenztruppen-Trabis ein öffentlicher Uferpark werden soll. 1000 Potsdamer haben dieses Vorhaben in Stellungnahmen zum Bebauungsplan soeben befürwortet. Doch Wolfhard Kirsch hat eine Villa am See. Und sie alle queren sein Idyll: Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Schulklassen und Neugierige, die eine Führung entlang der Prachtbauten von Ufa-Stars buchen oder sehen wollen, wo Truman den Hiro-shima-Bombenbefehl gab und seine Nachbarn Churchill und Stalin während der Potsdamer Konferenz ihre alliierten Häupter betteten. Kirsch will gerichtlich die Baugenehmigung für einen Sperrzaun erzwingen, der die fast vier Kilometer lange Promenade durchschneiden würde.
Wer glaubt, die SPD in Potsdam hätte ihrem Genossen mit dem merkwürdigen Begriffsverständnis von “Gemeinwohlorientierung” mal auf die Füße getreten, irrt. Denn der SPD-Kommunalpolitiker Wolfhard Kirsch tobt weiter für das Privateigentum ohne jegliche Sozialverpflichtung durch die politische Landschaft und schreckt auch nicht davor zurück, seine Parteifreunde mit Strafanzeigen zu traktieren. Des Villenbesitzers mit orange-farbenem SPD-Parteibuch “natürlicher Feind”, die Bürgerinitiative Griebnitzsee nämlich zitiert auf ihrer Homepage die Potsdamer Nachrichten vom 24.01.2007, wo es heißt:
Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat keine Ermittlungen gegen den SPD-Fraktionschef Mike Schubert eingeleitet. Das bestätigte gestern Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann. Es sei kein Anfangsverdacht festgestellt worden. Angezeigt hatte Schubert der Rechtsanwalt Christoph Partsch, der den SPD-Stadtverordneten Wolfhard Kirsch im Streit um den Uferweg am Griebnitzsee vertritt.
Sowohl der Name von Kirsch als auch der von Rechtsanwalt Christoph Partsch finden immer wieder lobende Erwähnung bei einer Bürgerinitiative namens “Historische Uferregion Griebnitzsee”. Das ist natürlich die Bürgerinitiative mit dem ganzen besonderen Verständnis von “Gemeinwohlorientierung” und “Sozialverpflichtung des Eigentums”. Wetten, dass Wolfhard Kirsch ein Mann ganz nach dem Geschmack von Klaus von Dohnanyi (SPD) und des FDP-Grafen Lambsdorff ist?!
Seit dieser Woche ist es klar. Zum Mitbestimmungsrecht des Personalrats entschied das Bundesverwaltungsgericht zugunsten des Personalrats. Mit Blick auf seinen Beschluss (Az.: BVerwG 6 P 8.06 vom 21.03.2007) stellt das Gericht klar: 1-Euro-Jobber unterliegen bei der Verrichtung von im öffentlichen Interesse liegenden zusätzlichen Arbeiten wie Arbeitnehmer der Weisungsbefugnis des Dienststellenleiters. Dieser ist bei der Auswahl des Personenkreises nicht an die Entscheidung der für die Leistung von Arbeitslosengeld II zuständigen Arbeitsgemeinschaft (Arge) gebunden. Deswegen hat der Personalrat im Interesse der regulären Beschäftigten der Stadt zu prüfen, ob der betreffende Hilfebedürftige für die fragliche Tätigkeit geeignet ist und ob die ausgewählten Einsatzbereiche das Merkmal der Zusätzlichkeit erfüllen. Mit diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass durch die Tätigkeit erwerbsfähiger Hilfebedürftiger reguläre Beschäftigungsmöglichkeiten nicht verdrängt werden.
Damit schließt sich das höchste Verwaltungsgericht der Spruchpraxis der Arbeitsgerichte an.
Wer als Leiharbeitnehmer 30 Prozent unterhalb des Tariflohns erhält und dann auch noch in der schlechtesten Gehaltsgruppe steckt, weil es dem Zeitarbeitsunternehmen so gefällt, ist bestens ausgestattet für den sozialen Abstieg. Das mag Randstadt-Chef Eckhard Gatzke anders bewerten. Überzeugend ist all das, was er der FAZ erzählt, jedoch nicht. Dafür ist die Faktenlage einfach zu erdrückend und zwar für die Zeitarbeitsbranche.
Selbst wenn die Volkswagen AG mit Autohäusern bei Second Life vertreten sein sollte. Die aus der Hartz-Affäre sattsam bekannten Betriebsratsmitglieder von VW dürften dort auf gar keinen Fall zu finden sein. Und dieses Video verrät uns auch, warum sie dort nicht zu finden sind. Eines sei vorweggenommen: Weil wirkliches und virtuelles Leben sich ganz erheblich voneinander unterscheiden (können). Viel Spaß!!!
Ausgerechnet dort, wo es am dringendsten nötig wäre einen Betriebsrat zu haben, laufen in England ausgebildete Manager herum:
Soll ver.di uns mal beweisen, dass wir Leuten deswegen gekündigt haben, sagt ein Power-Einsatzleiter nach dem Interview, ohne Mikro. Und selbstverständlich gibt es keine Schreiben, in denen steht: Wir kündigen, weil Sie einen Betriebsrat wählen wollten. Die Kündigung eines an der Betriebsratswahl beteiligten Mitarbeiters wurde inzwischen vom Arbeitsgericht Hamburg als rechtswidrig erkannt; Power ist in Berufung gegangen. Ein anderer Mitarbeiter, so der Gewerkschaftsanwalt, habe seine Kandidatur zurückgezogen und durfte weiter arbeiten. Michael M. wurde ebenfalls gekündigt. Und auch Dirk Krauses Arbeitgeber droht.
[via:] Deutschlandradio
In der Mitbestimmung 2/2007 fragt der in Mannheim lehrende Historiker Klaus Schönhoven: “Schluss mit dem Schulterschluss?”, und erinnert an das Mannheimer Abkommen von 1906. Darin vereinbarten die deutsche Sozialdemokratie und die deutschen Gewerkschaften, dass sie fortan zusammenwirken wollten. Im September 2006 jährte sich dieses Abkommen zum hundertsten Mal. Eine Jubel-Feier hat gleichwohl nicht stattgefunden. Dem im tirolerischen Reutte amtierenden SPÖ-Bürgermeister Helmut Wiesenegg dürfte das egal sein. Der nämlich lässt wie es scheint höchstrichterliche einen Betriebsrat schützende Beschlüsse ins Leere laufen und bei ORF-Tirol heißt es:
Eine Vertröstung und eine Trixerei, so bezeichnet das der Leiter der arbeitsrechtlichen Abteilung in der Arbeiterkammer, Thomas Radner. Für Radner bedauerlich, dass ausgerechnet ein öffentliches Unternehmen den Betriebsrat auszusparen versuche. Und das auch noch unter der Leitung eines SPÖ-Bürgermeisters.
Vermutlich übersieht der Herr Radner dabei, dass die Sozialdemokratie sich modernisiert.
Der tagesspiegel titelt hinsichtlich der vom VW-Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh eingenommenen Position zum VW-Gesetz “VW-Betriebsrat greift EU-Juristen an”. Es hätte aber auch genauso gut heißen können: “VW-Betriebsrat drischt auf die Wikipedia ein”.
Die Darstellung der Entstehung des VW-Gesetzes greift Osterloh ebenfalls an. Der Generalanwalt stütze sich auf eigene Quellen etwa besondere Kenntnisse über ,Herbie-Filme, englischsprachige Sekundärliteratur und das zwielichtige Internetlexikon Wikipedia.
Wieso “zwielichtig”? Wenn ich den Wikipedia-Eintrag hinsichtlich des Ex-VW-Betriebsratsmitglieds und SPD-MdB Hans-Jürgen Uhl lese, bringe ich den Begriff “zwielichtig” mit ganz anderen Dingen in Verbindung.
An wen genau Heinrich Mann gedacht hat, als er seinen “Professor Unrat” erfand, weiß ich auch nicht. Aber den unlängst ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen und an der Fachhochschule Gelsenkirchen lehrenden Professoren (vgl. diesen Beitrag!) wäre Heinrich Mann sicherlich gerne mal begegnet. Blöd nur, dass der deutsche Literat mit dem Begriff “Zeitarbeit” nichts hätte anfangen können. Berichtet doch der Kölner Stadtanzeiger im Zusammenhang mit den Professoren aus Gelsenkirchen auch über diesen Professor (im Bild unten), der augenscheinlich nicht mehr lehrt, sondern die Zeitarbeit als lukratives Geschäft entdeckt hat.
Die Zenit-Hausmitteilung “Extrablatt” schreibt über den umtriebigen Professor aus Recklinghausen:
Professor Schermer denkt gerne quer und tat dies vor zwei Jahren für das unter massivem Kostendruck stehende Gesundheitswesen. Sein Lösungsansatz: Das Konzept Medical Services, das auf Zeitarbeit basiert.
Wie sich der geniale Lösungsansatz von Professor Schermer darstellt, ist im Kölner Stadtanzeiger und in der Zeitung Die Welt nachzulesen. Mich würde ja jetzt nur noch interessieren, welchen Lohn die “Mediziner” in Diensten der Schermerschen Zeitarbeitsfirma erhalten haben?
Horst Köhler hat die Unternehmen ermahnt, sich doch bitteschön sozial verantwortungsvoll zu benehmen. Na, da ist dieses Video ja genau das Richtige für den Bundespräsidenten und seine Sicht der Welt. Der Öffinger-Freidenker fragt: “Auf welchem Stern lebt der Mann eigentlich?”
Eine Suche bei YouTube nach dem Begriff “Airbus” bringt stolze 3.480 Treffer. Die vergangenen Freitag in der Tagesschau zu sehenden Betriebsräte von Airbus indes kommen darin nicht vor. Überhaupt hat die Video-Sammlung bei YouTube nicht viel zu bieten beim Thema “Betriebsrat”. Gerade mal drei Filme tragen das Etikett “Betriebsrat”.
Sollten Betriebsräte tatsächlich weniger medienkompetent sein als die meisten halbwüchsigen Handy-Besitzer, die ein Schrott-Video nach dem anderen bei YouTube, Clipfish und MySpace hochladen? Das wäre wirklich schade. Wo doch die großen Unternehmen (und Airbus ist ein solches) längst schon ihr eigenes Unternehmens-Fernsehen betreiben. Erwähnt sei an dieser Stelle ein Video der SAP AG aus der Zeit, als es dort noch keinen Betriebsrat gab. Seit vergangenem Jahr hat die SAP AG gleich mehrere Betriebsräte und jeder von ihnen hätte das Recht dazu, selbst auf Sendung zu gehen.
Unabhängig von der Frage, ob der Betriebsrat nun dieses Recht wahrnimmt, stellt sich noch eine ganz andere Frage. Nämlich: Wie bekommt man das Video auf die eigene Homepage? Die Antwort auf diese auch für Nicht-Betriebsräte interessante Frage gibt das Blog Free Video Coding in englischer Sprache und Akademie.de in deutscher Sprache. Und bei Freecoding lässt sich gleich der entsprechende HTML-Code erzeugen, um ein Video in die Homepage eingebettet zu bekommen.
“Wie werde ich einen unliebsamen Betriebsrat los?” Diese Frage bewegt aktuell die Voksbank aus Ludwigsburg bei Stuttgart. Weil die Banker ohne fremde Hilfe keine Antwort auf diese Frage finden konnten, haben sie nun gehandelt und “einen Duisburger Rechtsanwalt angeheuert, der sich bundesweit bei Unternehmern anpreist, die richtigen Strategien für die Kündigung von Betriebsräten zu liefern.” Rechtsanwalt Helmut Naujoks hat laut Junge Welt die Sache in die Hand genommen. Der Stuttgarter Zeitung ist zu entnehmen, wohin die prozesstaktische Reise des “Wie-werde- ich-den-Betriebsrat-los-Experten” aus Duisburg gehen dürfte: Der Betriebsratsvorsitzenden Andrea Widzinski werden Ungenauigkeiten bei der Reisekostenabrechnung und damit Spesenbetrug vorgeworfen.
Ein beliebtes Verfahren übrigens, um unkündbaren Arbeitnehmern doch rechtswirksam kündigen zu können. Aber ich habe Banker noch nie für besonders erfinderisch gehalten.
Die Junge Welt nennt praktischerweise auch gleich die E-Mail-Adresse für Protestschreiben an den Vorstand der Volksbank Ludwigsburg: info@volksbank-ludwigsburg.de.
Solidaritätsadressen an die vor das Arbeitsgericht gezerrte Betriebsratsvorsitzende der Volksbank Ludwigsburg, Andrea Widzinski, einfach an andrea.widzinski(at)t-online.de senden.
Folgende Blogs sind ab heute neu auf der Blogrolle:
Paragraf 79 Betriebsverfassungsgesetz dürfte zu den beliebtesten Vorschriften im Arbeitgeberlage gehören, ist doch die Vorschrift mit “Geheimhaltungspflicht” überschrieben. Überhaupt ist hierzulande wenig zu spüren von einer auf Offenheit angelegten Wissensgesellschaft. Noch schlimmer sieht es nämlich im Arbeitsverhältnis aus, wie das ZDF beim Thema “Whistleblowing” zu berichten weiß:
“Whistleblowers”, zu deutsch: Leute, die Alarm schlagen, sind Mitarbeiter in Firmen und Behörden, die den Mut haben, Missstände oder Rechtsbrüche ans Licht zu bringen. Bei ihren Arbeitgebern machen sie sich damit unbeliebt, sie werden gemobbt oder verlieren ihren Job. Für Menschen mit solcher Zivilcourage gibt es hier zu Lande kaum Rechtsschutz und wenig Beratung.
Das aus dem Kriegsjahr 1915 stammende Plakat könnte in vielen Betrieben auch heute noch aushängen.
Deshalb ist ab heute das Whistleblower-Netzwerk auf der Blogrolle.
Weil hier der Chef selbst schreibt, heute mal etwas Schönes für Augen und Ohren. Wer das Kontrastprogramm bevorzugt, sehe sich einfach die Tagesschau an.
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Die folgenden Zeilen sind einem Artikel der Süddeutschen Zeitung entnommen:
Und wie sollte es anders sein? Der Schein trügt. Denn der Artikel, aus dem das Zitat stammt, datiert auf den 12. März 2007. Und das ist alles andere als tiefe Vergangenheit. Im Gegenteil: Es ist Verfassungswirklichkeit und politische Streitkultur nach dem Geschmack der CDU-FDP-Landesregierung in Baden-Württemberg. Doch das oberste Verwaltungsgericht im “Ländle” folgt dem Land Baden-Württemberg nicht. Die taz meldet unter der Überschrift Kein Berufsverbot für Csaszkoczy:
Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim sieht keine Zweifel an der Verfassungstreue von Michael Csaszkoczy
Schön, dass Michael Csaszkoczy ein Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung erhält. Jugendkulturen und Geschichtsbewusstsein”, heißt das Thema der Doktorarbeit übrigens ein Thema, womit sich Thomas Knüwer & Kollegen beim Handelsblatt unbedingt mal befassen sollten.
Gibst du mir, geb´ ich dir. Wer hätte diesen Spruch noch nie gehört? Nur dem vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht unterlegenen Arbeitgeber muss dieser Verhandlungsgrundsatz bisher verborgen geblieben sein. Wie sonst wäre es zu erklären, dass er von “Erpressung durch den Betriebsrat” sprach? Ein echtes Lehrstück für alle Funktionsträger der Betriebsverfassung, das im ChannelPartner in allen Einzelheiten vorgestellt wird.
Hast Du einen Opa, schick´ ihn nach Europa! Und herauskommen tut dann das: Gefunden auf der Seite des Europarats.
Und bevor hier gleich jemand zum Klugscheißen vorbeikommt: Natürlich sind Säuglinge, Kinder und Jugendliche immer auch Minderjährige. Aber Pressemeldungen sollen nicht zum Um-die-Ecke-denken anregen. Ist der Urheber dieser Meldung jedoch anderer Meinung, hat er seinen Job nicht richtig verstanden.
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Wenn Handwerker bei einer Zeitarbeitsfirma als Ärzte firmieren und ahnungslosen Patienten Blutproben entnehmen, ist das schon bizarr. Noch bizarrer wird es aber, wenn man die aktuellen Berichte des Kölner Stadtanzeigers und der Zeitung Die Welt zum Professoren-Skandal in Gelsenkirchen liest.
Der Kölner Stadtanzeiger über die Gründe, weshalb der Wirtschaftskrimi um die Professoren der FH Gelsenkirchen überhaupt aufflog:
Auf die Spur der Beschuldigten war die Staatsanwaltschaft unter anderem durch Ermittlungen gegen den Recklinghäuser Mediziner Roland Schermer gekommen, gegen den derzeit wegen Betruges ermittelt wird. Schermer hatte als Ärzte auftretende Handwerker unter anderem in Zeitarbeitsfirmen Blutproben nehmen lassen und dies als ärztliche Leistung abgerechnet.
Und genau diesem Roland Schermer war zwischenzeitlich der “Arbeiterführer”, Ex-Zukunftsminister, amtierender NRW-Minsterpräsident und Frauenhaus-Terminator Jürgen Rüttgers mit Haut und Haaren verfallen. Die Welt über den Professor und Rüttgers:
Es handelt sich um den Recklinghäuser Arzt (sic. und Professor) Roland Sch., der über eine Zeitarbeitsfirma falsche Ärzte vermittelt hatte. Zwischen Sch. und einem TecMedic-Geschäftsführer bestanden Verbindungen, obendrein soll Sch. umfassend ausgesagt haben. Sch. hatte in seiner Heimatstadt Recklinghausen gern die Werbetrommel für sich und millionenschwere Investitionen gerührt und dabei manchen beeindruckt. Der Chef der dortigen Agentur für Arbeit schwärmte vergangenes Jahr laut Zeitungsbericht: “Wir brauchen noch mehr von solchen Unternehmerpersönlichkeiten”. Selbst NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), der Sch. im August vergangenen Jahres auf einer Ruhrgebietstour besuchte, ließ sich beeindrucken: Wenn es gelänge, die Potenziale in der Region zu bündeln, “werden wir bald viele Sch.s erleben”, vernahmen Anwesenden damals aus dem Munde des Ministerpräsidenten.
Heute schreibt die Süddeutsche Zeitung, dass die NRW-CDU außerordentlich viele Austritte zu beklagen habe. Ich kann Jürgen Rüttgers nur ermutigen und rufe in die Staatskanzlei: Weiter so!
Über willigen Nachwuchs kann sich die Medienbranche ja nicht wirklich beklagen. Und dieser Arbeitgeber hat es auch schon gemerkt. Bietet er doch aktuell ein Volontariat zum Schnäppchentarif an: 1.200 Euro/Monat.
Im Inserat heißt es:
Wir bieten Ihnen ein innovatives Start-up Umfeld in einem spannenden Unternehmen. Wenn Sie sich vorstellen können 12-18 Monate in einem kleinen Team zu wirken und danach Verantwortung als LeiterIn Lektorat und Marketing/PR zu übernehmen, dann sollten wir uns kennen lernen. Die Vergütung für diese Tätigkeit beträgt 1200 Euro.”
.200 Euro für ein 18-monatiges Volontariat?
Noch Fragen?!
Mir fallen schon jetzt drei bis vier Blogger ein, die die nun folgenden Zeilen aus der Feder von Pierre Bourdieu mit großem Interesse lesen dürften.
Beruhigend nur, dass der französische Soziologe Pierre Bordieu dies den Gewerkschaften auf einer Tagung der Otto-Brenner-Stiftung ins Stammbuch geschrieben hat. Das lässt zumindest hoffen, dass sich irgendwas ändert; irgendwann.
Im NRW-Wahlkampf hieß es einst: “Wo die CDU regiert, geht es den Menschen besser!” Genau. Etwa im Bundesland Hessen. Dort können sich nämlich Polizeibeamte in SS-Uniform fotografieren lassen und irgendwelche in der Tradition des reichsdeutschen Nazi-Regimes stehende Urkunden erstellen, ohne vom Verfassungsschutz oder ähnlichen der inneren Sicherheit präventiv dienenden Behörden behelligt zu werden. Und auch der Träger des “Big Brother Awards” und Hessens CDU-Innenminister Volker Bouffier misst derlei Vorfällen nicht die Art Dringlichkeit bei, die einer schnellen Erledigung bedürfte. Dass die CDU auch anders kann, hat sie unlängst bewiesen. Allerdings ging es dort nicht um vermeintliche Neonazis im Polizeidienst, sondern um einen Lehramtsbewerber, der nach dem Geschmack der CDU wohl zu häufig gegen den Krieg im Irak und gegen alte und neue Nazis demonstriert hatte, und deshalb in Baden-Württemberg als “Verfassungsfeind” galt. Das grundgesetzlich garantierte Gleichheitsgebot und die praktische Handlungsweise der CDU werfen immer wieder Fragen auf. Dazu gehört auch die Frage: Welche Menschen meint die CDU, wenn sie ruft: “Wo die CDU regiert, geht es den Menschen besser”?
Der Bauer als solcher lebt von Ackerbau und Viehzucht oder besser: Früher lebte er davon. Denn inzwischen gibt es Neuerungen:
Das Schwäbisch-Haller-Landschwein war so gut wie ausgestorben, als Rudolf Bühler beschloss, die alte Rasse zu retten. Der Landwirt kaufte die letzten Tiere und züchtet sie seither. Demnächst zahlt er dafür vielleicht Gebühren an einen Konzern: Firmen wie Monsanto (USA), Genus (England) oder Topigs (Niederlande) haben das ökonomische Potenzial der Nutztiere entdeckt und sind dabei, ihr Erbgut patentieren zu lassen.
Agraringenieure und Gen-Techniker ersetzen also den Bauern im Kapitalismus der Postmoderne. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er hier lediglich die Schultern zuckt und in gewohnt ahnungsloser Manier lediglich fragt: “Na und?! Wo ist das Problem?”
Die Antwort gibt der Standard, indem die Zeitung jüngst meldet:
Und selbstverständlich findet auch der Gentechnik-Konzern Monsanto Erwähnung; schließlich ist er es, der den genmanipulierten Mais unter die Ratten bringt. Der Standard dazu:
“Es gibt erhebliche Mängel in der statistischen Auswertung der Studie, wie sie von Monsanto vorgelegt wurde. Zum Beispiel wurden Gewichtsveränderungen der Tiere nicht ausreichend untersucht. Der Konzern ließ in eigenen Veröffentlichungen sogar wichtige Daten über Veränderungen des Urins unter den Tisch fallen”, zitiert Greenpeace Professor Gilles Eric Seralini von der Universität in Caen, den Leiter des französischen Wissenschafter-Teams.
Jetzt bin ich aber mal gespannt, ob das Handelsblatt und dessen Blogger-Geschwader sich dieses Themas annehmen werden oder lieber weiterhin ein Hosianna nach dem anderen auf die freie Wirtschaft erklingen lassen?
Immer wieder interessant zu lesen, was die Arbeitgeberseite zu berichten weiß:
Mancher Zeitgenosse wird nun sagen: “Ach! Ist das bei SAP und Siemens so viel anders?!” Aber so richtig ins Lamentieren geraten die für die Arbeitgeber tätigen Redakteure, wenn sie feststellen:
Für alle mitlesenden Betriebsratsmitglieder: § 99 Betriebverfassungsgesetz ist die Vorschrift, die den Arbeitgebern so arg zuzusetzen scheint, dass ihren Redakteuren nur noch eines einfällt:
Mit dem Arbeitsrecht im europäischen Zusammenhang befasst sich auch das deutschsprachige Blog Restless in Europe. Nur ist die Perspektive eine völlig andere und das ist gut so.
Noch kommt die SPD in Wählerumfragen auf 25 Prozent Zustimmung. Noch. Heute nämlich beschließt das Kabinett-Merkel ein Milliardengeschenk mit dem Tarnnamen “Unternehmenssteuer-Reform”, das indes äußerst schwer zu erklären sein dürfte.
Der Sprecher des linken Flügels in der SPD-Fraktion, Ernst Dieter Rossmann, kündigte Widerstand gegen das Reformwerk an. Die Mehrwertsteuer zu erhöhen, dann aber die Konzerne um Gelder in Milliardenhöhe zu entlasten, widerspreche sozialdemokratischen Wertvorstellungen, bemängelte er.
So viel aus der Zeit, der Rest bei Google-News.
Gibt es eigentlich ein Wettbüro, bei dem ich meinen Einsatz tätigen darf, wenn es um das SPD-Projekt “18 Prozent-Partei” geht?
Irgendwie seltsam. Über 80 Prozent der Gesetze kommen aus Brüssel und immer noch interessieren sich nur wenige für das Geschehen auf der EU-Ebene. Dabei steht aktuell das “Grünbuch Arbeitsrecht” in der Diskussion. “Und wieder einmal aktiv dabei die Bertelsmann-Stiftung”, heißt es im Labournet. Bleibt die Frage: Haben die Gewerkschaften dazu auch schon was gesagt?
Nach § 54 Abs. 1 Satz 1 BetrVG kann für einen Konzern iSv. § 18 Abs. 1 des Aktiengesetzes durch Beschlüsse der einzelnen Gesamtbetriebsräte ein Konzernbetriebsrat errichtet werden. Werden die im Inland gelegenen Unternehmen von einer Konzernspitze im Ausland beherrscht, kann ein Konzernbetriebsrat nicht gebildet werden. Dies hat der Siebte Senat des Bundesarbeitsgerichts entschieden. Bei einer deutschen Zwischenholding eines in England ansässigen Konzerns ist ein Konzernbetriebsrat gebildet, in den die Betriebsräte und Gesamtbetriebsräte der in Deutschland gelegenen Unternehmen Mitglieder entsenden. Mit einem Teil der inländischen Unternehmen schlossen zwei englische Konzernunternehmen im Jahr 2004 Beherrschungsverträge ab. Nach Auffassung des Konzernbetriebsrats sowie der beteiligten Betriebsräte und Gesamtbetriebsräte hat der Abschluss der Beherrschungsverträge die Zuständigkeit des Konzernbetriebsrats für die von den Beherrschungsverträgen betroffenen Unternehmen nicht beendet.
Der Siebte Senat hat - wie die Vorinstanzen - die auf Feststellung eines Entsendungsrechts in den Konzernbetriebsrat gerichteten Anträge der Arbeitnehmervertretungen abgewiesen.
Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 14. Februar 2007 - 7 ABR 26/06 - Vorinstanz: Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 10. November 2005 - 10 TaBV 15/05 -
Dieser Verein namens “AUB” hat hier mal versucht, Google-Anzeigen zu platzieren.
Sollte das stimmen und die Siemens AG tatsächlich eine Arbeitnehmer-Organisation namens “Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger” finanziell begünstigt haben, hätte das eine noch ganz andere Qualität als das Geschehen bei der Volkswagen AG erfolgte Geschehen um die Personen Klaus Volkert und Peter Hartz. Denn anders als die Süddeutsche Zeitung meint, läge hier der Fall etwas komplizierter und ließe sich mit der Volkswagen-Affäre überhaupt nicht vergleichen. Denn bei Volkswagen wurde keine “Arbeitnehmer-Organisation” geschmiert, sondern lediglich der Betriebsrat. Das aber macht mit Blick auf die Koalitionsfreiheit des Artikels 9 Absatz 3 Grundgesetz einen ganz gewaltigen Unterschied.
Die aktuelle MacUp berichtet über Video-Tutorials und titelt “Der Desktop wird zum Set”. Doch bevor jetzt jemand in die nächste Bahnhofsbuchhandlung rennt, um sich das Heft zu besorgen, einfach mal im Blog von Miraz Jordan vorbeischauen. Dass das Blog auf Englisch ist, sollte keinen abschrecken, denn zur Not gibt es ja den Google-Übersetzungsdienst. Schönen Dank auch an das Blog MACScreencast, das mich erst nach Neuseeland geführt hat.
Für all jene, die immer schon wissen wollten, wann und zu welchen Themen der Betriebsrat ein Recht auf Anhörung hat, gebe ich ab an Juracity.de. Überhaupt lohnt sich ein Blick auf das dortige Informationsangebot, umfasst es auch andere Rechtsgebiete als nur das Arbeitsrecht.
In Duisburg haben die Leute schon etwas verstört geguckt, als es mit Blick auf die nähere Zukunft hieß: “Land unter am Niederrhein!”. Höchstens vier Jahrzehnte soll es laut Klimabericht noch dauern, bis die Wellen der Nordsee an die Gestade der Städte Xanten, Wesel und Kalkar schwappen. Und wer dächte bei “Kalkar” nicht zugleich auch an das legendäre Milliardengrab namens “Schneller Brüter”?
Der Physikerin vom Spreebogen muss es ähnlich ergangen sein. Wie sonst wäre zu erklären, dass Angela Merkel ausgerechnet Lars Josefsson, den Chef vom Atomkraftwerke betreibenden Energiekonzern Vattenfall, zu ihrem Klimaberater gemacht hat? Und prompt ist dem SpOn zu entnehmen:
Aber damit nicht genug: Der fränkische Müllermeister im Amt des Bundeswirtschaftsministers erzählt der notorisch wirtschaftsfreundlichen Wirtschaftswoche zum Thema “Versteuerung von Flugbenzin”:
“Untergrabung der Wettbewerbsfähigkeit”?! Häh? Soll das heißen, dass die Fluglinie Emirates zwar in Düsseldorf landet, aber bevor sie Kurs auf Dubai nimmt, erst in Amsterdam oder Brüssel auftankt? Nun, die Wirtschaftswoche wird wissen, weshalb sie genau das den Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nicht gefragt hat.
Passend dazu, ein Beitrag aus dem Archiv:
Da simma dabei, dat is priiima, mir scheissen aufs Kliiiima
Gelegentlich in älteren Magazinen zu schmökern, ist eine feine Sache. So ist dem Medium-Magazin von November 2006 folgende Aussage der nunmehr zur Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gewählten Monika Piel zu entnehmen.
Ob Piel den Vorwurf gelten lässt, sie hätte vorwiegend neoliberal orientierte Experten eingeladen, ist mehr als fraglich. Monika Piel treiben laut Medium Magazin nämlich ganz andere Sorgen um:
So ein Satz in Zeiten von Web 2.0 erscheint mir äußerst gewagt.
DER SPIEGEL druckt diesen Brief nie ab Wetten?! Ganz schön dreist, der SPIEGEL
Sandra Kreisler und Roger Stein sind “Wortfront”, die Entdecker des “postmodernen Arschlochs” und haben offensichtlich nicht nur mich auf Anhieb fasziniert. “Tolle Musik und noch bessere Texte”, schwärmt das Brainscan Blog und ich füge hinzu: Überwältigend die Stimme von Sandra Kreisler. Bei MySpace.com gibt es vier Stücke von Wortfront und bei Posthof.at gibt es gleich eine ganze Radiosendung über Wortfront als MP3 zum Download.
Gerade beim WDR entdeckt:
Nach der aktuellen Studie “Deutschland Online 4″, initiiert unter anderem von der Telekom, nutzen zwar derzeit nur vier Prozent aller Internetuser Podcasts und Blogs. In den kommenden drei Jahren soll sich die Zahl aber vervierfachen.
Zum Internationalen Frauentag möchte dieses Blog auf zwei Dinge hinweisen: Erstens auf § 75 BetrVG und dann auf dieses Video hier:
Virginia Woolf (1882-1941), englische Erzählerin und Essayistin
Zitat der Woche beim Verband der Redenschreiber.
Selbst für Otto Graf Lambsdorff hat nicht immer die Sonne geschieen. In der Wikipedia ist zu lesen:
All das ist längst vergessen. Auch Klaus von Dohnanyi (SPD) gab zu verstehen: “Otto, find´ ich gut!”
Und weil die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung in diesem Blog für ihre Dienstleistungen wirbt, werbe ich doch gleich etwas mit und empfehle den Videopodcast zu dem am 29. Januar ausgerichteten Naumann-Sommerfest 2006 [Sommerfest im Januar?! Nun gut, warum nicht?! Sind halt etwas anders, diese Neoliberalen.]
Zum Aufruf in voller Länge bitte hier entlang!
Ein großes Ereignis wirft seinen Schatten voraus:
Der Zaun ist Teil eines umfangreichen Sicherheitsnetzes der Polizei, von dem allerdings nur ein geringer Teil bekannt ist und nach dem Willen der Verantwortlichen auch nicht sehr viel bekannter werden soll. Sicher ist nur, dass der Gipfel unter anderem mit rund 16.000 Sicherheitskräften zum größten Polizei-Einsatz in der Geschichte Deutschlands wird. “Mir ist kein Einsatz in ähnlicher Größenordnung bekannt”, sagte jüngst der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke.
Heißt es beim NDR. Und hier ist zu erfahren, was die Errichtung der (offizieller Terminus) “Sicherheitszone” beziehungsweise der “Mauer” (inoffizieller Terminus) anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm kostet.
Da hockt der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar in seiner Zelle und hofft auf einen Gnadenerlass von Bundespräsident Horst Köhler. Aber da wird Klar wohl noch lange warten können.
Denn die Süddeutsche Zeitung titelt:
und berichtet von einem im Auftrag Köhlers von Präsidialamtsstaatssekretär Gert Haller verfassten Brief an ein RAF-Opfer, worin es heißt: Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen und wird angesichts der vielen einzubeziehenden Gesichtspunkte sicherlich noch geraume Zeit erfordern. Manch einer in “Klein Bloggersdorf” und anderswo fragt sich ja ohnehin schon seit Bekanntwerden der Klarschen Kapitalismuskritik, ob der frühere Terrorist jemals gehofft hat, dass seinem Gnadengesuch stattgegeben würde. Schließlich residieren im Schloss Bellevue ausgerechnet jene, die jede Kritik am Kapitalismus nahezu reflexartig als Kritik an der eigenen Überzeugung empfinden müssen. Denn ein Blick in die befreundete Nachbarschaft bei LobbyControl verrät uns über Präsidialamtsstaatssekretär Gert Haller eine ganze Menge interessanter Dinge. Zum Beispiel: “Gert Haller vom Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W& W) soll ab 1. März 2006 das Bundespräsidialamt leiten.”
Und das ist jetzt besonders blöd für den Gnade suchenden Häftling aus der Haftanstalt in Karlsruhe-Bruchsal verrät uns LobbyControl über Präsidialamtsstaatssekretär Gert Haller nämlich Folgendes:
Was in den Medien bislang nicht auftaucht: W&W ist der Stifter der Friedrich August von Hayek-Stiftung, in dessen Kuratorium Haller auch sitzt.Die Hayek-Stiftung ist aktiv am Aufbau marktliberaler Netzwerke beteiligt, v.a. durch die zweijährlich Verleihung der Hayek-Preise - siehe unseren früheren Bericht mit der Liste der Kuratoriumsmitglieder. Diese Personalie ist auch im Kontext der Neu-Formierung marktliberaler Kräfte nach der Wahlniederlage von Schwarz-Gelb zu sehen, so wie der Eintritt von Friedrich Merz in den Anden-Pakt. Ohne eine zentrale Koordination oder Absprachen zu unterstellen, tauchen Befürworter marktliberaler Politik nun an potentiellen Widerlagern zur großen Koalition auf wie dem Bundespräsidialamt oder dem Anden-Pakt.
Also ich weiß ja nicht aber eine Frage stellt sich doch: Hat denn niemand dem Häftling Klar davon berichtet?
Auch wenn heute der 8. März und damit Internationaler Frauentag ist, möchte ich das Schlaglicht auf einen Mann werfen, der beim Focus arbeitet: Henning Krumrey. Im Zusammenhang mit dem Thema “Medienkompetenz” wurde der Focus-Journalist hier zuletzt vor genau 14 Monaten etwas ausführlicher vorgestellt:
Und hier ist der Beitrag in Gänze zu lesen.
Sag´ mal geht´s noch? Da dümpelt die Bundes-SPD bei den Umfragen bei miserablen 25 Prozent Wähler-Zustimmung. Doch völlig unbeeindruckt davon nominiert die Hamburger SPD einen Spitzen-Kandidaten, der auf ganz viele aus eigener Kraft verlorene Wahlen zurückblickt. Aber es kommt noch besser. Der SPD-Spitzenkandidat holt sich “Gerd auf Pferd” an die Seite und versichert:
“Ich halte Gerhard Schröder für einen der besten Wahlkämpfer, den die Bundesrepublik je erlebt hat”, sagte Naumann am Donnerstag bei seiner offiziellen Vorstellung in der Hamburger SPD-Parteizentrale zur Begründung. Naumann versicherte, er selbst stehe für die von Schröder eingeschlagene Politik.
Na, wenn das nicht überzeugt. Hoffentlich kommen die links von der SPD stehenden Parteien nicht auf die Idee, an die Gesetze namens Hartz I bis Hartz IV und die damit einhergehenden Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Sozialpolitik zu erinnern. Ausgerechntet jetzt, wo selbst SPD-Generalsekretär Heil glaubt, dass alles gut wird. Sag´ mal geht´s noch?!
Es gibt Blogs, die werden sich nie auf meiner Blogrolle finden. Das Blog “Politically Incorrect” ist so eines. Und in der telepolis schreibt Bastian Engelke, warum das so ist:
Wieder diskutieren westliche Intellektuelle über den richtigen Umgang mit islamischen Migranten. Sollten sie eines Tages zum bewaffneten Kampf aufrufen, stünden Freiwillige längst bereit in Weblogs wie “Politically Incorrect” feiern sie den neuen Rassismus
Wer mehr über die Leitmotive des von Telepolis und Junge Welt hinreichend gewürdigten Blogs erfahren will, der lese mal die Leitlinien von “PI” zu finden unter: http://www.politicallyincorrect.de/leitlinien.html
Nachtrag vom 7. März um 8 Uhr 50 Minuten:
Nicht nur für Liebhaber von Klaviermusik, sondern auch etwas für Pinguin-Freunde.
Dass ich kein Freund von Rassismus, Sozial-Darwinismus und des Neoliberalismus bin, dürfte klar sein. Dafür mag ich die Musik von Fiona Joy Hawkins.
In der Süddeutschen Zeitung liest sich das so:
Ob die Genossinnen und Genossen noch was merken?
Sollte das etwa schon die erste Reaktion auf die 25-%-Wählerzustimmung zu Gunsten der SPD sein? Der Tagesspiegel meldet ganz frisch:
und schreibt dazu:
Das Arbeitsministerium wird für zehn Branchen Mindestlöhne vorbereiten, so etwa bei Friseuren, der Zeitarbeit und bei Bewachungsdiensten. [ ] Als weitere Branchen mit Mindestlöhnen hat der Minister ins Auge gefasst: fleischverarbeitende Industrie, Land- und Forstwirtschaft, Gastronomie, Einzelhandel, Entsorgungswirtschaft sowie Postdienste.
Dass Politik immer auf Umfragewerte schielt, okay. Aber, dass das so schnell geht. Hmmh?!
Auf der morgigen Hauptversammlung des Axel-Springer-Verlags werden wir von Rekordgewinnen hören. Doch die Heerscharen von Freien Journalisten haben davon wenig. Im Gegenteil: Um ein weiteres Absinken ihrer Honorare zu verhindern, haben gleich drei Berufsverbände eine einstweilige Verfügung gegen den Springer-Verlag erwirkt.
Und wo wir gerade beim Thema “Springer-Presse” sind. Das hier stammt aus dem Jahr 2006:
Ergebnis: Springer und Berliner CDU haben verloren. Die “taz” residiert auf der Rudi-Dutschke-Straße 23.
Zunächst der Kölner Stadtanzeiger:
Und jetzt zum aktuellen Geschehen um den früheren Gesamtbetriebsratsvorsitzenden bei der Volkswagen AG, Klaus Volkert.
Wenn ich die Nachrichtenlage richtig bewerte, wird das eng mit einer Bewährungsstrafe für den Ex-Betriebsrat Klaus Volkert wegen der Volkswagen-Sex-Affäre. Mir soll´s egal sein. Ich möchte nur daran erinnern, wie begeistert Wirtschaftsblätter wie das “Handelsblatt” seinerzeit waren von dem “Co-Manager” Volkert und dessen Neigung zum Schmusekurs jetzt weniger mit Sex-Dienstleisterinnen als vielmehr mit dem Arbeitgeber.
Blöderweise geht es im Prozess gegen Volkert nur ums Schmusen und Kuscheln mit Prostituierten. Die Frage, ob die Volkswagen AG als sozusagen kollaterale Gegenleistung für die (selbstverständlich ohne ihr Wissen) erbrachten Zuwendungen an den Betriebsrat für Lustreisen, Geliebten-Alimentierung und Sexorgien-Managing einen Betriebsrat mit Kuschelgarantie erhalten hat, wird im bevorstehenden Prozess wohl keine Rolle spielen.
Bereits im Strafprozess gegen Peter Hartz hat diese Frage nie eine Rolle gespielt. Der Grund dafür findet sich im strafprozessualen Deal. Denn ob Wolllust und Willfährigkeit eines Betriebsrats(mitglieds) zueinander in Beziehung stehen und wie das Ganze vor dem Hintergrund des Betriebsverfassungsrechts zu würdigen ist, haben weder die Staatsanwaltschaft noch die Strafverteidigung von Ex-VW-Personalchef Hartz behandelt haben wollen. Dann doch lieber einen Peter Hartz, der nach seiner eigenen Verurteilung Probleme haben dürfte, in einem Prozess gegen Volkert die Aussage zu verweigern. Aber genau das macht die Sache für den Ex-VW-GBR-Vorsitzenden Volkert so heikel. Wer kann schon ahnen, was da alles an “schmutziger Wäsche” gewaschen wird?
Was ist viel darüber zu schreiben, außer dass die Zeitarbeit boomt? Umso besser, wenn der DGB zu genau diesem Thema einen “Ratgeber für den Betriebsrat” im Programm hat.
Die Flick-Affäre ist in der Tat schon ein paar Jahre her. Und der von Hans Werner Kilz und Joachim Preuß gewählte Buchtitel “Die gekaufte Republik” scheint so verkehrt nicht gewesen zu sein. Jedenfalls ist im von CDU und FDP regierten Nordrhein-Westfalen jüngst etwas ganz Seltsames passiert:
Nach einer Meldung der taz hat das Land an die Erben des Unternehmers Friedrich Karl Flick 70 Millionen Steuerschulden zurück bezahlt. Flick hatte wegen eines Verdachts der Steuerhinterziehung durch die Bunkerung von Schwarzgeld in Liechtenstein, 1997 eine steuerbefreiende Selbstanzeige erstattet und etwa 75 Millionen Steuern nachbezahlt. Die Ermittler stellten das Strafverfahren jedoch nicht ein. Jetzt ist die Straftat verjährt und die Erben Flicks verlangten das Geld zurück. Das Land darf jetzt den Betrag zurückzahlen.
Blog gibt ab an die Nachdenkseiten, wo der ganze Vorgang ausführlich vorgestellt wird.
Hier hat garantiert jemand länger gearbeitet als es ihm gut tut.
Erstaunlich, wenn Noam Chomsky den “Neoliberalismus” am Beispiel der USA einer genaueren Betrachtung unterzieht, die mit dieser Ideologie verknüpften sozialen Verwerfungen offenlegt und doch nur ganz wenige Betriebsräte mit dem Namen Chomsky überhaupt etwas anzufangen wissen. Dabei sind Reallohnverluste und das Auswuchern prekärer Arbeitsverhältnisse (Befristungen, Teilzeit- und Leiharbeit) sowie Kinderarmut nur die Kehrseite der Medaille auf deren Vorderseite Unternehmensgewinne in Rekordhöhe zu finden sind. Sie sind auch keine Folge irgendwelcher schicksalshafter Entwicklungen, sondern eindeutig die Folge einer verfehlten Politik.
Hier eine Kostprobe von der von Chomsky vorgebrachten Kritik am Kapitalismus nach neoliberalem Muster:
Noch weit bis ins Jahr 1996 hinein bleiben die Profite “spektakulär”, wobei insbesondere die weltgrößten Konzerne ein “bemerkenswertes” Profitwachstum erfahren. Allerdings gibt es “einen Bereich, in dem die global operierenden Unternehmen nicht viel zulegen: nämlich auf den Lohnstreifen”, fügt das Magazin Fortune heimlich, still und leise hinzu. Diese Ausnahme umfaßt auch Unternehmen, die ein “großartiges Jahr” mit einer “Gewinnexplosion sondergleichen” hinter sich haben, während sie Arbeitsplätze wegrationalisierten, zur Beschäftigung von Teilzeitkräften ohne Sozialleistungen und Arbeitsplatzgarantie übergingen und sich auch sonst so benahmen, wie man es von einer “fünfzehnjahrigen” eindeutigen Vorhenschaft des Kapitals über die Arbeit” erwarten würde, um noch einmal die Wirtschafts- presse zu zitieren.
tändige Aufsatz ist zu finden im deutschen Noam-Chomsky-Archiv. [Gefunden via “Hinter den Schlagzeilen” von Konstantin Wecker.]
Für den Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) an der Technischen Universität Berlin scheint der Krieg gerade erst begonnen zu haben. Der Krieg der Ideologien nämlich.
An der Technischen Universität streitet sich der neugewählte konservative Asta mit seinen linken Druckerei-Mitarbeitern. Die sollten entlassen werden und gründeten einen Betriebsrat. Jetzt geht der Streit vor Gericht [via: taz]
Im Web steht der RCDS-UL-Asta der TU Berlin bereits unter Beobachtung von Watch your Asta. Und in der Frankfurter Rundschau vom 18.11.2006 heißt es:
Ein Jahr lang hat der Ring Christlich- Demokratischer Studenten Gießen einen Neonazi als Vize-Vorsitzenden geduldet: Matthias Müller tummelt sich im NPD-Umfeld, marschiert bei braunen Demos und wohnt bei der ultrarechten “Burschenschaft Dresdensia Rugia”.
Wir dürfen gespannt sein, wann sich die Verfassungsschutzämter für den RCDS als Unterorganisation der Kanzlerinnen-Partei CDU zu interessieren beginnen.
Zwar glänzte laut Phönix der beste Redner der FDP Guido Westerwelle auf dem Politischen Aschermittwoch durch Abwesenheit. Aber dafür gibt es jetzt eine prima Entschädigung! Der “Gefühlte-Außenminister” spricht eine Sprache, die er für Englisch hält:
Wer erklärt denn unserm Guido mal den Unterschied zwischen “cue” = Stichwort bzw. Einsatzzeichen und dem ihm partout nicht einfallen wollenden “key” = Schlüssel? Und in Sachen “Konditionalsatz” sei Herrn Westerwelle und natürlich auch allen SchülerInnen der 7. Klasse hierzulande ein virtueller Ausflug zur Website von Sonner Communication Training empfohlen. Ich bin gespannt, was die FDP und ihr Führer Parteivorsitzender das nächste Mal wieder zum Thema “Bildungspolitik” beitragen werden.
Ich frag´ ja nur! Vielleicht wird das ja auf dem Medienkongress Wirtschaftsmacht und Pressefreiheit beantwortet?
Erste Hinweise gibt es in gewohnt subversiver Art und Weise bei der Jungen Welt:
Die Deutschen können sich glücklich schätzen. Wenn irgendein Problem auftaucht, ist stets die Dreifaltigkeit von Politikern, Lobbyisten und »unabhängigen Experten« am Start, um die Sache ins rechte Licht zu rücken. Meistens geht es dabei um vergleichsweise unwichtige Dinge wie Kriegseinsätze, Kinderarmut oder Klimakatastrophen, doch jetzt wird es ernst.
In den Hauptrollen des Artikels ein Autoprofessor von der Fachhochschule Gelsenkirchen und die demnächst in Mecklenburg-Vorpommern entstehenden Ananas-Plantagen.
Keine Ahnung, ob bolivianische Kinder während ihrer Arbeit Herbert Grönemeyer hören. Aber die Zeile: “Gebt den Kindern das Kommando” dürfte dort wohl eher Verwunderung auslösen. Denn auf einer dem Schutz von Kindern gewidmeten Website findet sich das hier:
Bolivianer haben eine kurze Kindheit.
Über 6.500 Kinder und Jugendliche müssen in der bolivianischen Bergwerkstadt Potosí unter unerträglichen Bedingungen arbeiten. Sie verrichten unter Tage Schwerstarbeit - als Lastenschlepper, Lorenbelader oder Sprengloch-Meißler. Und das bis zu 10 Stunden täglich.
Hier gibt es den Trailer zum Film “The devil´s miner” “Der Berg des Teufels”. Und aus Südtirol Informationen zu den innenpolitischen Gegebenheiten in Bolivien.
Dass Guido Westerwelle mit Blick auf Russland gerne von einer “lupenreinen Demokratie” spricht, ist bekannt. Und in der Tat: Die Menschenrechte zählen unter Wladimir Putin nicht viel. Nur, ob Westerwelle die richtige Besetzung für die Rolle des Chefanklägers in Sachen Menschenrechtsverletzung ist, darf bezweifelt werden.
Die taz fragt:
Schon auf ihrem “Düsseldorfer Parteitag” im Dezember 2004 hat sich die CDU vehement gegen Parallelwelten ausgesprochen. Aber diese Parallelwelt, worüber der Tagesspiegel jüngst berichtet, dürfte der CDU-Boygroup um Ronald Pofalla allerbestens gefallen. Die Rede ist von “Second Life” und hat nichts mit einem Leben nach dem Tod, sondern mit knallhartem Business zu tun:
Es herrscht Goldgräberstimmung und radikale Marktwirtschaft mit rasantem Wachstum bei Second Life, dem großen Internetspiel, bei dem Millionen von Menschen sich in einer virtuellen zweiten Welt bewegen.
Und wo Wild-West-Methoden herrschen und keine Regeln gelten, fühlen sich Unternehmen pudelwohl. Die Wikipedia verrät über das unternehmerische Engagement im virtuellen Leben:
Firmen nutzen Second Life bislang vor allem für PR-Zwecke. Der Aufbau einer Repräsentanz sichert häufig kostenlose Presseartikel. Auch wird SL direkt für Produkttests und Produktinformationen verwendet. Der Grund hierfür ist äußerst einfach: Firmen können hier ohne große Kosten Artikel erstellen und verbreiten, um zu sehen, ob die Produktinformationen oder das Image bei potenziellen Käufern Anklang finden würden. So hat Adidas zum Beispiel ein virtuelles Geschäft aufgebaut, in dem man Schuhe aus der aktuellen Kollektion für seinen Avatar kaufen kann. Auch BMW, Mercedes Benz, Mazda, IBM, Reebok, Sony BMG und andere haben mittlerweile ihre Dependance errichtet.
Und der Springer-Verlag ist sogar mit einem Boulevard-Blatt in Digitalien zuhause. Also das sehe ich mir jetzt mal aus nächster Nähe an und sollte ich dort einem Betriebsratsmitglied begegnen (woran ich erhebliche Zweifel habe), dann wohl allenfalls Ex-VW-Betriebsratsmitglieder. Denn bei Wikipedia heißt es zum Thema “Wie verdiene ich mein Geld?”:
Um in Second Life Geld zu verdienen, kann man Objekte erstellen und diese dann anschließend verkaufen. Es ist auch möglich, Jobs anzunehmen (zu nennen wären hier insbesondere DJs und Angebote im Bereich virtueller sexueller Dienstleistungen), für die man dann vom virtuellen Arbeit- oder Auftraggeber eine zuvor ausgehandelte Summe bekommt.
Und die Volkswagen AG macht wirklich noch nicht mit im Second Life?!
Die Lebenserwartung der Spanier muss immens hoch sein. Jedenfalls entnehme ich das der Netzeitung, wo es heißt:
Der Terrorist führte in den 80er Jahren das gefürchtete «Kommando Madrid» der Eta an. 1987 wurde er wegen Teilnahme an elf Anschlägen und 25-fachen Mordes zu 3000 Jahren Haft verurteilt.
Ich wage mir gar nicht vorzustellen, welche Ängste nun Ronald Pofalla plagen mögen. Terroristen die alt werden wie Methusalem.
Gestern also war es so weit, dass die Anti-Terror-Datei in Betrieb genommen worden ist. Und nach Durchsicht der hier genannten (und das sind ganz schön viele) Datenbanken, beschleicht mich das Gefühl, dass die Damen und Herren bei den staatlichen Sicherheitsdiensten mächtig viel zu tun haben.
Zahl der AIDS-Waisen steigt. 15,7 Millionen Kinder werden allein in Afrika laut UNICEF bis zum Jahr 2010 einen oder beide Elternteile verloren haben. Die Hilfsleistungen der Bundesrepublik Deutschland werden durch solche Projekte unterstützt:
es momentan politisch nicht opportun ist, den Kapitalismus zu kritisieren, begnüge ich mich an dieser Stelle mit einem Hyperlink. Handelt es sich doch bei der verlinkten Homepage um ein Informationsangebot, das ganz sicher unter Beobachtung der bundesdeutschen Anti-Terror-Truppen steht.
Aber dann bitte auch die Kollegen von SWR-Report Mainz unter Beobachtung stellen. Hat doch deren Redaktionsmitglied Daniel Hechler dokumentiert, dass dem Pharmahersteller Boehringer Ingelheim das Patentrecht wichtiger zu sein scheint als die Hilfe für die Ärmsten der Armen nämlich HIV-kranke Kinder in Afrika. Hier geht es zum SWR-Report aus Mainz!
Weil ich gerade zum Thema “Betriebsrat und Arbeitnehmerüberlassung” recherchiere, gibt es heute mal wieder was zu § 99 Betriebsverfassungsgesetz:
Praxistipp: Damit ist aber nicht gesagt, dass der Leiharbeitnehmer dem Betriebsrat des Entleihbetriebes den Inhalt seines Arbeitsvertrags nicht offenbaren dürfte. Selbstverständlich darf er das. Und wo wir gerade beim Thema Leiharbeit sind: Wohl auch deshalb, weil die Zeitarbeiter grundsätzlich schlechter verdienen als die Stammbelegschaft es tut, machen die Zeitarbeitsunternehmen satte Gewinne. Das Zeitarbeitsunternehmen Adecco hat jüngst seinen Gewinn um 35 Prozent auf 611 Millionen Euro erhöhen können.
Was man nicht alles findet bei der Suche nach “Betriebsrat und AÜG”:
Aus einem Inserat der Zeitarbeitsfirma Adecco
Neulich bin ich ja wieder gefragt worden, ob ich nicht Blut spenden wolle. Da die Frage von einer DRK-Werberin kam, war meine Antwort: Nein. Der Blutspendedienst des DRK war schon zu meiner Zeit als Zivi bei diesem Verein höchst gewinnbringend. Blöd nur, dass das DRK sich ansonsten ziemlich knausrig zeigt. Das weiß sogar das Bundesarbeitsgericht, wenn es dies zu berichten weiß:
Ende des Jahres 2002 beabsichtigte der Antragsteller, Frau R als Stationshilfe zu beschäftigen. Der Leiter des Personalwesens der D gGmbH unterrichtete den Betriebsrat des Altenheims mit Schreiben vom 17. Dezember 2002 darüber, dass beabsichtigt sei, Frau R zum 1. Januar 2003 auf Dauer nach dem D-Modell im Altenheim einzustellen. Außerdem wurde dem Betriebsrat mitgeteilt, dass es wegen einer erheblichen Unterbesetzung der vorhandenen Stellen nötig sei, Frau R vorläufig einzustellen.
Mit Schreiben vom 19. Dezember 2002 verweigerte der Betriebsrat die Zustimmung zur Einstellung und bestritt, dass eine vorläufige Einstellung aus sachlichen Gründen dringend erforderlich sei. Er brachte vor, die vorgesehene Einstellung verstoße gegen § 1 Abs. 2 AÜG, weil sie zeitlich unbefristet erfolgen solle. Außerdem solle Frau R zu schlechteren Arbeitsbedingungen als vergleichbare Arbeitnehmer des Antragstellers beschäftigt werden. Auch würden im Altenheim bereits befristet beschäftigte Arbeitnehmer durch die Einstellung Nachteile erleiden, weil ihre Verträge wegen der Beschäftigung von Leiharbeitnehmern nicht entfristet würden. Die vorläufige Einstellung von Frau R im D-Modell sei nicht dringend erforderlich. Der Antragsteller könne jederzeit eigenes Personal einstellen.
t für jeden Betriebsrat ist die BAG Entscheidung 1 ABR 61/03 vom 25.01.2005 aber nicht nur wegen der beim DRK großgeschriebenen Sparsamkeit, sondern auch, weil die Entscheidung deutlich macht, wie § 99 BetrVG im Fall von Leiharbeit zu handhaben ist.
Da hat´s aber mächtig gescheppert an der Wall-Street, was? Mancher Aktienhändler dürfte heute äußerst nasal sprechen. Heißt es doch in dem von Konstantin Wecker vorgetragenen Lied “Wenn die Börsianer tanzen”:
Manchmal nehmen sie ein Näschen, Wenn der Kurs sie mal verkohlt Mieten sich ein dralles Häschen Das ihnen den Arsch versohlt. [ ] Manchmal springen sie aus Fenstern Wenn der Dow Jones kräftig fällt. Dann gehörn sie den Gespenstern Der Betrognen dieser Welt.
Für den Sprung aus dem Fenster wünscht Konstantin Wecker den Börsianern “glückliches Gelingen”. Hohe Häuser gibt es in New York ausreichend. Jetzt würde mich nur noch interessieren, ob dieses Angebot gestern auch von dem einen oder anderen genutzt worden ist.
Gestern auf einer Betriebsrätekonferenz beim Anstehen am Warmen Buffet: Eine Diskussion entwickelt sich unter den Anstehenden. Fleisch mit Nudeln oder doch besser nur Salat und Gemüse? Es entwickelt sich eine lebhafte Diskussion unter den Wartenden mit leeren Bäuchen. Nur einer ist ganz still und hält sich aus allem raus. Und dann sagt ein Betriebsrat: Wer satt ist, gibt keine Widerworte unweigerlich muss ich an VW denken.
Mit den Wahlzetteln kamen der Hamburger SPD auch die Kandidaten abhanden. Nun soll eine “Kandidatenfindungskommission” ran. Arne Boecker schreibt in der Süddeutschen von “Chaostagen in Hamburg”.
Zur Erinnerung: Ein Betriebsrat hat Anspruch auf einen Internetzugang, sofern er darlegen kann, dass ein Zugang zur Erledigung der Betriebsratsaufgaben erforderlich ist. Muss ja mal gesagt werden, wo es gerade heißt, dass ein Betriebsrat grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Internetzugang habe.
“Bundestrojaner, die CDU und die Terroristen” - auf diese Überschrift lässt sich das bringen, was das Tastaturäffchen einer amüsanten Betrachtung unterzieht.
Und solch ein Gesetz [sic. zur Online-Festplattendurchsuchung] will Thüringen jetzt auch und zwar bundesweit! Vermutlich haben sie in ihrem schönen Land noch keinen Terroristen gefunden und wollen aber einen (wenigstens einen, es muß ja keine ganze Terroristen-Zelle sein).
Jetzt komm´ ich auch dahinter, weshalb Baden-Württemberg den Herrn Klar nicht hergeben freilassen will. Wie heißt es doch im Ländle mit der Bushaltestelle “Nazihäusle” so schön: Mir gebet nix!
Erst am Montag hieß es im 37.6-Blog, dass der Softwarehersteller Adobe an Anwendungen fürs Web arbeite. Heute ist zu lesen, dass im Laufe dieses Jahres das bekannte Adobe-Programm Photoshop als kostenlose Online-Version erscheinen soll.
Doch schon jetzt gibt es Online-Bildbearbeitungsprogramme. Hier eine unvollständige Auswahl:
Da pflichtet Theaterintendant Klaus Peymann der von Christian Klar geäußerten Kapitalismuskritik bei und prompt gebärdet sich die CDU wie eine Furie. An der Spitze CDU-Generalsekretär Roland Pofalla. Der in Österreich erscheinende Standard schreibt:
Pofalla griff Peymann in einer Erklärung am Donnerstag scharf an: [ ] “Die Einlassungen von Peymann sind abscheulich und respektlos gegenüber den Opfern und Angehörigen des RAF-Terrors”, sagte Pofalla. Peymann hatte die umstrittenen kapitalismuskritischen Äußerungen von Klar verteidigt.
Zusammengefasst heißt das: Weil ein ehemaliger Terrorist Kritik am Kapitalismus übt, verhält sich jeder Kapitalismuskritiker gegenüber den Opfern der RAF “respektlos”. In Kurzform: Kritik am Kapitalismus ist strikt verboten, weil abscheulich. Auf der CDU-Homepage lässt Pofalla wissen:
Es kann nicht angehen, dass eines der am meisten beachteten Theater unserer Hauptstadt derartigen verworrenen Phantasien eine Bühne bietet. Von einem namhaften Intendanten erwartete ich eine intelligentere Auseinandersetzung mit dem Thema Globalisierung und der Rolle der westlichen Demokratien als diese ewiggestrigen, altlinken Thesen.
Wenn das mal nicht tragisch ist für den selbsternannten Arbeiterführer in der CDU, Jürgen Rüttgers? Da haut der CDU-Ministerpräsident von NRW zuletzt anlässlich der Stilllegungspläne der Allianz in Köln und im Zusammenhang mit der BenQ(-Siemens)-Mobil-Pleite mächtig auf den Putz, macht Stimmung gegen den Kapitalismus moderner Prägung und nun verbittet sich CDU-Generalsekretär Pofalla genau solche Töne.
Warten wir ab, wie sich die Sache entwickelt. Am kommenden Montag trifft sich in Berlin das CDU-Präsidium, dem Pofalla ebenso wie der “Arbeiterführer” Rüttgers angehören. Will Pofalla auch nur ein wenig ernstgenommen werden, kommt er nicht umhin, dem CDU-Präsidium den Parteiausschluss die Ächtung Rüttgers vorzuschlagen. Sollte er das tatsächlich tun, dürfte das dem Generalsekretärsdasein von Pofala jedoch ein jähes Ende bereiten.
Denn eine solche Attacke gegen den Kapitalismuskritiker Rüttgers ließe sich nicht mit der von den politischen Parteien zu garantierenden innerparteilichen Demokratie und Meinungsvielfalt vereinbaren (vgl. Art 21 Absatz 1 Grundgesetz). Und die CDU dürfte sich schwertun, einen Generalsekretär im Amt zu halten, der sich über elementare Wertentscheidungen der bundesdeutschen Verfassungsordnung hinwegsetzt.
Gestern Abend in der ARD-Dokumentation “Profit um jeden Preis”, äußerte sich die Betriebsratsvorsitzende der Allianz AG dahingehend, dass man stets an einen Konsens mit dem Arbeitgeber interessiert gewesen sei. Doch als die Allianz dem Kölner Betriebsrat die “Forderungen förmlich vor die Füße schmiss”, sei das schwierig geworden mit der Suche nach dem bestmöglichen Kompromiss.
Dieser Betriebsrat hat das schon früher erkennen müssen als der Allianz-BR in Köln:
Seit Beginn des Jahres 2000 stellte der Betriebsrat auf einer eigenen Seite Informationen, Mitteilungen und Nachrichten für die Belegschaft ins Intranet. Im Februar 2002 verteilte er Fragebögen an die Mitarbeiter zu dem von der Arbeitgeberin geplanten Pilotprojekt “vertrauensorientierte Arbeitszeit”. Eine Auswertung der etwa 100 zurückgereichten Fragebögen gab der Betriebsrat am 19. März 2002 über das Intranet bekannt. Die Arbeitgeberin ließ die Auswertung der Mitarbeiterbefragung aus dem Intranet entfernen, ohne den Betriebsrat zuvor zu unterrichten. [JurPC: BAG-Beschluss 7 ABR 12/03 vom 03.09.2003 Hervorhebung von mir.]
Aber jetzt muss mir nur noch der ARD-Programmdirektor erklären, weshalb die interessanten Sendungen immer dann kommen, wenn das Gros der Bevölkerung schon schläft?
Größer ist besser hier der Beweis:
Gestern unterwegs gewesen und Informationen zum Thema Leiharbeit, Zeitarbeit respektive Arbeitnehmerüberlassung eingeholt. Vorläufiges Fazit: Wenn die Betriebsräte mitmachen, bekommt die Zeitarbeitsbranche bald mächtig Spaß. Im Web etwa ist zu lesen:
Neben den Tarifverträgen der DGB-Gewerkschaften existieren auch Vereinbarungen der Christlichen “Gewerkschaft” Zeitarbeit und PSA (CGZP). Wir halten diese Tarifverträge für arbeitnehmerfeindlich und ungeeignet, die notwendigen Arbeitnehmerrechte zu sichern. Um jedoch jedem die Möglichkeit zu geben, unseren Widerstand gegen diese “Gewerkschaft” und ihre Abschlüsse nachzuvollziehen, stellen wir die Vereinbarungen der CGZP als warnende Beispiele zur Verfügung. Zu den unchristlichen Tarifverträgen
Einstweilen einfach mal bei ZOOM vorbeisurfen, wo es die für LeiharbeitnehmerInnen geltenden Tarifverträge gibt.
Erst haben die SPD-Kommunalpolitiker in Wiesbaden so ihre liebe Not mit den Wahlvorschriften und jetzt legen deren Genossen an der Alster noch einen drauf, indem sie sich mal eben von irgendjemandem 1.000 Stimmen klauen lassen. Na, ich stell´ mich schon mal mental auf ein paar zusätzliche Jährchen mit Kanzlerin Angela ein.
Zum heute von Jan Ullrich erklärten Ende seiner Karriere schreibt die Netzeitung:
Ullrich attackierte desweiteren den Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer, den ehemaligen SPD-Politiker Rudolph Scharping. Scharping nannte er einen «Schulterklopfer», der sich früher gerne mit ihm geschmückt und mit dem er nun seit zwei Jahren nicht mehr telefoniert habe.
Ob Deutschlands bester Radrennfahrer diesen Beitrag im 37.6-Archiv auch gelesen hat?
Was hat sich die SAP AG geziert, als es hieß: Ein Betriebsrat soll gewählt werden. “Auswandern” wollte der Konzern und eine Europäische Aktiengesellschaft gründen. Alles Blödsinn. Denn eine Studie stellt fest: Ein Betriebsrat bringt sowohl einem Unternehmen als auch der Belegschaft Vorteile. Mehr dazu bei RA Henning Wüst im arbeitsrechtblog.
Die Portalseite für Kreative “Das Auge” meldet:
Dem von Google ausgelösten Trend zu Anwendungen im Internet schließt sich auch Adobe an: Nach Kuler kommt Photobucket und danach soll noch lange nicht Schluss sein.
Das Ganze läuft über Photobucket.
Nachdem klar ist, dass der Betriebsrat über den Einsatz von “1-Euro-Jobbern” mitbestimmen darf, empfiehlt sich der Forschungsbericht Soziale Arbeitsgelegenheiten Einsatz und Wirkungsweise aus betrieblicher und arbeitsmarktpolitischer Perspektive allen Betriebsratsmitgliedern zur Lektüre. Die Autorinnen des vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herausgegebenen Berichts stellen fest:
Jetzt erklärt sich auch, weshalb der Betriebsrat hier ein Wörtchen mitreden darf.
Die Klabusterbeere hat Smeagol neu entdeckt.
Ehemalige BenQ-Beschäftigte in Dortmund auf der DGB-Demo gegen Sozialabbau im Oktober 2006.
Im Oktober des vergangenen Jahres befasste sich Walther Müller-Jentsch mit der Frage: “Kapitalismus ohne Gewerkschaften?” Der in den Blättern für deutsche und internationale Politik veröffentlichte Beitrag ist dort nur noch Abonnenten zugänglich. Doch den Beitrag des bis 2001 in Bochum lehrenden Soziologen Walther Müller-Jentsch gibt es nun auch als Podcast selbstverständlich kostenlos.
Link zu youTube und gefunden habe ich das bei Bojeonline.
Das Arbeitsgericht Reutlingen hatte sich jüngst mit diesem von einem Betriebsrat gestellten Antrag zu befassen:
Der Betriebsrat beantragt: Es wird festgestellt, dass der Beteiligte Ziff.2 verpflichtet ist, den Antragsteller vor der Einstellung von sogenannten 1-Euro-Jobbern (Zusatzjobbern) nach § 99 BetrVG zu beteiligen.
Der Tenor des Arbeitsgerichts Reutlingen gibt dem Betriebsrat Recht:
Es wird festgestellt, dass der Arbeitgeber (Beteiligte Ziff.2) verpflichtet ist, den Betriebsrat (Antragsteller) vor der Einstellung von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (Ein-Euro-Jobbern) nach § 99 BetrVG zu beteiligen.
Der am 18. Januar vom Arbeitsgericht Reutlingen gefasste Beschluss mit dem Aktenzeichen 2 BV 5/06 ist im Web abrufbar.
Personalräte können sich auf den Beschluß indes nicht berufen. Warum das so ist und ob sich in Bälde etwas Neues im Personalvertretungsrecht zum Thema “1-Euro-Jobber” tut, beantwortet RA Michael Felser im Juracity-Blog.
Es gibt keine Klimakatastrophe, keine Unterschicht und auch die These von einer Zwei-Klassen-Medizin ist nur billigste Polemik. Und wenn Sie das in der taz lesen:
Laut Studie gehen die Arztgruppen bei der Terminvergabe unterschiedlich vor. Beim Allgemeinmediziner oder Internisten müssen sich Kassenpatienten nicht so lange gedulden wie beim Facharzt. Bei Orthopäden darf fast jeder zweite Privatversicherte mit Schmerzen sogleich vorbeikommen - aber nur jeder vierte Kassenpatient.
Glauben Sie kein Wort davon.
So wahnsinnig unähnlich sind sich das hiesige Betriebsverfassungsgesetz und das in Österreich geltende Arbeitsverfassungsgesetz nicht, als dass sich ein Blick auf die Rechtsprechung im südlichen Nachbarland verbieten würde. RA Dr. Clemens Thiele aus Salzburg hat ein paar interessant klingende Themen aufbereitet. Mal sehen, wie das so ist mit der Sachmittelausstattung des Betriebsrats nach österreichischem Recht.
Wie sich das mit den Sachmitteln des Betriebsrats nach deutschem Recht verhält, erklärt der von Wolfgang Däubler, Michael Kittner und Thomas Klebe herausgegebene Kommentar zum Betriebsverfassungsgesetz. Mehr dazu im “37.6-Bookshop”.
Wo gerade erst das Thema “Strafantrag wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzung” hier Erwähnung fand, bietet sich doch glatt der nach-karnevalistische Blick hinüber zum “DoDR-Blumenladen” an. Da mahnt im November 2006 das “Jugendschutz.net” einen Blogger wegen vermeintlich pornographischer Bilder ab und hierzu schreibt das der “DoDR-Blumenhandlung” angeschlossene Weblog in gewohnt staatsfreundlicher Manier:
Worin die Absenderin allerdings Pornografie im Sinne des § 184 Strafgesetzbuch erkennt, bleibt ihr Geheimnis. Tittenbilder sind nämlich keine. Vielleicht sollte man der Sauberfrau eine Abmahnung schicken wegen Schlechterfüllung ihres Arbeitsvertrages. Oder sie gleich feuern und die Stelle nicht neu besetzen.
Ob die “DoDR-Blumenhandlung” das tatsächlich ernst meint? Kaum zu glauben. Hieß es doch in dem der “DoDR-Blumenhandlung” angeschlossenen Weblog nur wenige Monate zuvor [ACHTUNG: Ein Vollzitat] : *** >
miere bei JuraBlogs: Ein Weblog ist ausgeschlossen worden. Wegen anstößiger Fotos.
Und außenstehende Dritte sehen das Ganze so:
Kickt ihn [sic. den 37.6-Blog-Macher], wegen inhaltlicher Abgründigkeit und wegen der peinlichen Anwürfe gg. den lawblog. Aber bitte jetzt nicht zwei Bilder mit nackten weiblichen Körpern als Anlaß. Das erschüttert mich wirklich. Und: Wenn man sich zum Thema äußert, dann doch bitte mit einer eigenen Position zum Thema und Stein des Anstoßes. Sich um dieselbe zu drücken, indem man von an Pornografie `grenzenden´ Fotos redet oh my god. Was genau war jetzt das Problem mit den Bildern, keins oder?
***) Hoffentlich schickt der “DoDR-Blumenladen” jetzt nicht schon wieder eine Abmahnung wegen einer mutmaßlichen Urheberrechtsverletzung. Von wegen der Schöpfungshöhe und so
Schön, was man so alles findet, wenn man bei Google stöbert:
Tucholsky, der sich also zu keiner Zeit darum riß, als berufsmäßiger Gesetzeshüter den Justizsaal zu frequentieren, genoß dagegen mehrfach das zweifelhafte Vergnügen, als Angeklagter vor den Schranken des Gerichts zu stehen. Auch das kann niemanden verwundern, der sich gründlich oder punktuell mit den deutlich artikulierten Ansichten des Gegen- und Querdenkers auseinandergesetzt hat. 13 Verfahren gegen den aufmüpfigen Publizisten und Schriftsteller, zwei davon wegen Beleidigung, listete Vereinsvorsitzender Michael Hepp auf, der sich in seinem Vortrag des »Angeklagten Dr. jur. Kurt Tucholsky« annahm. gefunden bei: Luise-Berlin in einem Bericht über die Tucholsky-Gesellschaft.
“Ah was, bei unsch gibb esch dosch keine Intereschengegensatsch. Im Lewe nett.” Würde mich nicht wundern, wenn bei der SAP AG dieser Spruch in den Großraumbüros an den Wänden hinge, um von der Wirklichkeit abzulenken. Denn die Wirklichkeit sieht so aus, dass der SAP-Vorstand einzelne Betriebsratsmitglieder juristisch in die Zange nehmen wollte mit einem beim Arbeitsgericht gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung:
Auf der Seite der IGM Heidelberg heißt es dazu:
“Das ist schon sehr heftig - siehe auch unsere Meldung vom 2.2.07 - Linkliste unten. Am heutigen Tag hat das Gericht entschieden, den Antrag des Arbeitgebers auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückzuweisen. Damit haben die Antragsgegner, die BR-Mitglieder der Liste ProBetriebsrat, also Recht mit ihrer Absicht, die Kolleginnen und Kollegen über das gültige SAP-Gehaltssystem zu informieren. Und nun? Klar ist, dass bis auf weiteres der Arbeitgeber den Prozess verloren hat. Wenn er jetzt um Schadensbegrenzung bemüht ist und berücksichtigt, dass ein modernes Unternehmen eine umfassend informierte Belegschaft braucht, lässt er es jetzt dabei bewenden und beendet den Gerichtsweg. Wenn nicht, dann kann der Arbeitgeber Berufung beim Landesarbeitsgericht Mannheim einlegen - wir werden sehen, was der ” beste Arbeitgeber 2006 ” macht und weiter berichten.
“Das ist schon sehr heftig - siehe auch unsere Meldung vom 2.2.07 - Linkliste unten.
Am heutigen Tag hat das Gericht entschieden, den Antrag des Arbeitgebers auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückzuweisen. Damit haben die Antragsgegner, die BR-Mitglieder der Liste ProBetriebsrat, also Recht mit ihrer Absicht, die Kolleginnen und Kollegen über das gültige SAP-Gehaltssystem zu informieren. Und nun? Klar ist, dass bis auf weiteres der Arbeitgeber den Prozess verloren hat. Wenn er jetzt um Schadensbegrenzung bemüht ist und berücksichtigt, dass ein modernes Unternehmen eine umfassend informierte Belegschaft braucht, lässt er es jetzt dabei bewenden und beendet den Gerichtsweg. Wenn nicht, dann kann der Arbeitgeber Berufung beim Landesarbeitsgericht Mannheim einlegen - wir werden sehen, was der ” beste Arbeitgeber 2006 ” macht und weiter berichten.
Da lese ich gerade bei Heise-Online, dass die Telekom AG dynamisch vergebene IP-Nummern nur noch 7 statt ursprünglich 80 Tage speichert. Gegenüber Heise-Online sagte der Osnabrücker Staatsanwalt und Sonderdezernent für Internet-Kriminalität Jürgen Lewandrowski:
“Ich vermute, dass der Provider wegen Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen überschwemmt wurde und jetzt die Notbremse zieht. Alleine bei uns sind im im laufenden Monat Februar etwa 60 Strafanzeigen gegen mutmaßliche Tauschbörsennutzer auf den Tisch gekommen, die allesamt von einer Hamburger Anwaltskanzlei stammen, welche für die Musikindustrie arbeitet.”
Verdammt, wo ist denn nur das Urteil 2 Sa 330/98 vom 4.11.1998 des LAG Schleswig-Holstein zur Beleidigung des Arbeitgebers via Internet? Ging es damals nicht um eine Beleidigung via Internet-Forum?
Auch das gibt es. Bücher, die der Betriebsrat durchaus gut gebrauchen kann und die außerdem nichts kosten. Die Rede ist von den beiden Bänden des Statistikjahrbuchs 2006, das es ab sofort zum Download gibt. Gefunden im Arbeitsrechtblog.
Die Klimakatastrophe im ZDF dokumentarisch aufbereitet lässt erkennen, wer vor allem Schuld hat daran, dass die UNO-Forderungen nach einem wirksamen Klimaschutz wirkungslos verhallen.
Aber dafür gab es im Kölner-Straßenkarneval die neue Version des bekannten Karnevalsliedes “Dreimal null ist null ist null” zu hören. Gesungen stellvertretend für die Mitglieder in Angela Merkels Kabinett (auch Bundesregierung genannt):
“Un dann hammer widder hin un her üvverlaat Un hann für de Minsche jesaat: Nee, nee, dat kümmert uns nit mieh, janz bestimmt nit mieh, Denn de Welt is ruiniert Un wer do jet dajejen hätt, dem sagen wir janz unjeniert: Ävver, ävver, ävver dreimol null ess null ess null, denn so steht´s in unserm Gipfel-Protokoll dreimol null ess null ess null, denn so steht´s in unserm Gipfel-Protokoll.”
viel besser gefällt mir dieser Reim nach der Melodie von “Viva Colonia”:
Da soll noch mal einer sagen, bei Attac machten nur Spaßbremsen mit. Zu den Fotos vom Kölner Karneval geht´s hier entlang.
Lange hat Ede Stoiber gestern geredet. Und noch habe ich mir die Rede nicht in Gänze reingepfiffen. Aber sollte Stoiber etwas zum Mindestlohn gesagt haben, wette ich, dass die Verfassung des Freistaates Bayern keine Erwähnung fand. Und hier ist nachzulesen, weshalb das so ist: Wortlaut des Artikel 169 Absatz 1 der Bayerischen Verfassung:
(1) Für jeden Berufszweig können Mindestlöhne festgesetzt werden, die dem Arbeitnehmer eine den jeweiligen kulturellen Verhältnissen entsprechende Mindestlebenshaltung für sich und seine Familie ermöglichen.
href="http://blog.mindestlohn.de/7/viewentry/1313">Mindestlohnblog]
7,78 Euro die Stunde ist nicht die Welt. Aber manchem Arbeitgeber im Gebäudereinigerhandwerk wohl immer noch zu viel. Nicht anders ist diese Überschrift zu erklären: IG Bau: Telefon-Hotline gegen Dumpinglohn bei Gebäudereinigern
Wer kennt das nicht? Da gibt ein Unternehmen Unsummen für Software aus, doch für die Schulung der MitarbeiterInnen zu dem jeweiligen Computerprogramm reicht das Budget hinten und vorne nicht. Die Folge: Profunde Unwissenheit bis zu schierer Verzweiflung bei Hunderttausenden von SachbearbeiterInnen und Sekretärinnen bis hin zum Leitenden Angestellten. Jetzt gibt es etwas, das das ändern könnte: Die Google-Office-Programme als preisgünstige Alternative zur Microsoft-Office-Suite.
Jeder Betriebsrat tut gut daran, wenn er das Geschehen im Office-Marktsegment im Auge behält. Vielleicht tritt eines Tages tatsächlich die Situation ein, dass nur deshalb mehr Geld für Schulungen vorhanden ist, weil die Programme günstiger geworden sind.
Ab dem kommenden Montag gibt es ein weiteres Argument dafür, dass der Arbeitgeber dem Betriebsrat ein Handy zu geben hat. Bei teltarif gibt es die Infos, die ein Betriebsrat braucht, um seinem Betriebspartner nun doch ein Mobiltelefon abzuringen.
Gerade entdeckt:
Vorgestern wurden Geschäftsräume von Siemens durchsucht, kurz danach wurde ein “Unternehmer aus Oberfranken” verhaftet. Es wird vermutet, dass dies der Bundesvorsitzende der Arbeitnehmerorganisation AUB ist. Die AUB gilt als besonders Siemens-freundlich, nicht zuletzt weil AUB-Vertreter in zahlreichen Betriebsräten von Siemens sitzen und die AUB einen Sitz im Aufsichtsrat von Siemens hat, oder Siemens der AUB überteuerte Fortbildungsmaßnahmen gewährt haben soll.
In der Tat interessant, die vom “Tagebuch des Kapitalismus” angestellten Überlegungen. Gefunden via “Kulturblog”.
Da bekommen drei schweizer Journalisten ein “geheimes Fax” zugespielt, zitieren aus dem Dokument, werden des “Geheimnisverrats” beschuldigt und entgehen nur knapp einer Anklage. Doch die Freude währt nicht lange. Denn jetzt schlägt die Militärstrafjustiz der Eidgenossenschaft zu.
Als Pappkameraden fahren “Schorsch-Dabbeljuh” Bush und Wladimir Putin bei manchem Rosenmontagszug mit. Und weil Putins am 10. Februar in München gehaltene Standpauke an die Adresse der USA wohl keine Berücksichtigung gefunden hat auf den Prunk- und Mottowagen der Karnevalisten, gibt es hier zum Rosenmontag den Link zu Putins Redemanuskipt. K L I C K (Gefunden bei F!XMBR)
Den Vogel zu Karneval schießt mal wieder die Klabusterbeere ab.
Mir fällt dazu nur ein: “Früher hatte er nen flotten mmel, heute hat´ er nen Porsche-Fimmel.”
Schon interessant, was der an der Bochumer Uni lehrende Historiker Klaus Tenfelde in seinem neuen Werk über die Geschichte der Migration im Ruhrgebiet und die Integration von zugewanderten Polen und Türken schreibt:
Eigenschaften wie die Größe einer Gruppe, ihre Religion und das vorhandene Bildungsniveau beeinflussen die Integration von Zuwanderern. Aber auch die politischen Verhältnisse wirken darauf ein. Im Falle des Ruhrgebiets macht sich dies zum Beispiel beim gewerkschaftlichen Engagement bemerkbar: Polnische Migranten kamen vor allem gegen Ende des 19.Jahrhunderts in das Ruhrgebiet, einer Zeit, in der deutsche Unternehmer und Politiker die Gewerkschaften bekämpften. Aktive Gewerkschaftsarbeit hätte die Integration der Zugezogenen daher nur zusätzlich erschwert. Türkische Migranten, die erst ab den 1960er Jahren nach Deutschland einwanderten, kannten dagegen aus ihrer Heimat wenig politische Freiheiten. Für sie war die hierzulande inzwischen anerkannte Gewerkschaftsarbeit eine Gelegenheit sich endlich politisch zu engagieren.
Und weil ich ja als besonders böswillig verschrieen bin, hier etwas aus dem Munde von “Ritter Friedrich” in der Bütt vor wenigen Tagen über den Air-Berlin-Chef und Merzschen “Duz-Freund” Joachim Hunold:
«Es gibt auch bis heute in dem Unternehmen keinen Betriebsrat und keine Gewerkschaften. Zum Ausgleich werden dafür mit der ganzen Belegschaft riesige Feste gefeiert. [ ] Aber bei Air-Berlin ist das Personal so begeistert von seinem Chef, dass alle am nächsten Morgen wieder fliegen wollen. Und der letzte der das Lokal verlässt, ist immer der Chef selbst.»
Damit beweist Friedrich Merz nur eines: Sein Anzug mag einen modernen Schnitt haben, aber im Kopp lebt er im 19. Jahrhundert.
In den nächsten Tagen werde ich hier nicht viel schreiben; gelegentlich mal einen Hyperlink. Und zur Einstimmung auf die Narrenzeit erstmal ein Bericht über die Narreteien der in NRW stattfindenden Arbeitsmarktpolitik:
Rund 900 Millionen Euro standen im vergangenen Jahr den Arbeitsgemeinschaften (ARGE) in NRW für Langzeitarbeitslose zur Verfügung. Doch statt in Weiterbildung und Jobs zu investieren, gaben die ARGEn 160 Millionen Euro an den Bund zurück.
Und für die Jecken aus Duisburg lohnt sich das Lesen des WDR-Beitrags von Petra Brönstrup ganz besonders. Denn die Duisburger-ARGE war so genügsam beim Fördern von Erwerbslosen, dass vor wenigen Tagen deren Geschäftsführer Peter Scheffler den Hut nehmen musste.
Fördern und Fordern? Nicht wirklich!
Das Internet ist immer wieder gut für Überraschungen. Jetzt gibt es sogar eine alternative “Oscar-Verleihung”. Doch was sich so harmlos anhört, ist mehr als nur ein Ärgernis für die Filmindustrie und so warnen die Macher der “Verbotenen Homepage”:
Auf Deutsch: “Der Besuch dieser Homepage stellt je nach nationaler Rechtslage möglicherweise ein Verbrechen dar.” Oi, joi, joi. Wo die Seite zu finden ist, wird aus rechtlichen Erwägungen weder hier noch bei “telepolis” verraten.
Ganz bestimmt strafbar ist die “Trunkenheitsfahrt”. Deshalb mein Tipp anlässlich der heute beginnenden “Tollen Tage”:
Oder um es mit “Jurawelt” hinsichtlich einer 24.500 Euro teuren Trunkenheitsfahrt zu sagen:
Ist das Bier im Manne, ist die Fahrkunst in der Kanne.
Weil heute Valentinstag ist, möchte ich nicht versäumen, mich bei der “DoDR-Blumenhandlung” für die in den vergangenen Wochen unverlangt zugesandten “Blumen” zu bedanken. Meine gute Erziehung gebietet es mir, diese völlig unerwartet eingetroffenen “Blumengrüße” nicht unerwidert zu lassen. Deshalb habe ich zum heutigen “Tag der sich Liebenden” einen “bunten Strauß” von Bildern und Zitaten zusammengestellt. Natürlich ohne Wissen und Wollen des “Blumenladen-Inhabers”. Und bezahlen musste ich dafür auch nicht, weil die hier präsentierten “Blumen” in einem Kübel mit der Aufschrift “Zitatrecht” zu finden waren. Entstanden ist also ein “entzückendes Blumen-Arrangement” wie es nur zum Valentinstag zu finden ist. Da wäre zu beginnen mit diesem Bildzitat, das sich auf eine Bildmontage (zu sehen in einem “Neuen Fenster”) bezieht, die den “Jungen Liberalen” aus Niedersachsen wohl nur einen “Oldenburger Hänger” bringen würde. Der Inhaber der “DoDR-Blumenhandlung” ist zwar nach eigener Aussage ebenfalls ein überzeugter Neoliberaler, aber so sexuell freizügig wie die die Porno-Freigabe fordernden Niedersachsen-JuLis ist er dann doch nicht, wie diese als Bild zitierten Zeilen seiner unaufgeregten Schreibe beweisen:
Huch!!! Hoffentlich führt das jetzt nicht noch zusätzliche juristische Schritte Repressionen nach sich. Der “DoDR-Blumendiscounter” ist da nämlich erbarmungslos. Es heißt zwar, dass die “DoDR-Blumenhandlung” eine große Freundin der Sparsamkeit sei (insbesondere bei der Fahndung nach Kinderfi Pädophilen |weitere Infos dazu in diesem vom “Blumenhändler” inkriminierten Beitrag|). Aber damit hat es in puncto “Sparsamkeit” vermutlich auch schon sein Bewenden. Geht es nämlich um die Chance auf ein “juristisches Scharmützel”, kennt die “DoDR-Blumenhandlung” keine Gnade.
Ein Blick in das der “DoDR-Blumenhandlung” angeschlossenen Blog liefert den Beweis:
[ ] Ich nehme mir dann auch einen Anwalt. Und Sie zahlen die Kosten. [ ]
Und weiter geht´s:
[ ] Wenn Sie mir also noch einmal ohne jeden sachlichen Grund mit einer Anzeige drohen oder andere absurde Ansprüche stellen, werde ich Sie auf Unterlassung in Anspruch nehmen. Das nennt sich einstweilige Verfügung. Und für die Kosten müssen Sie bestimmt hart arbeiten. [ ]
Eine ganz neue Bedeutung erfährt der Begriff “Sparsamkeit”, als die “DoDR-Blumenhandlung” am 18. Januar wissen lässt, dass sie sich jetzt einen Rechtsanwalt genommen habe? Na, wie das denn? Ist der “DoDR-Blumenverkäufer” denn nicht mehr als Rechtsanwalt tätig?
Hat ihn womöglich jemand beleidigt? Denn niemand ist schneller beleidigt als ein “Blumenmann”. Wer es nicht glauben mag, schaut einfach im “DoDR-Blog”-Eintrag vom 12. Juni 2006 nach. Dort heißt es (Huch, schon wieder ein Zitat! Na, dann will ich mal verlinken.) unter der Kommentar-Nummer 71:
Falls also es noch jemand für nötig hält, dumme, meist überhebliche und teilweise sogar beleidigende Sprüche dazu abzusondern, dass dies alles schon mal irgendwo im Netz erwähnt war, wird auch dieser Kommentar gelöscht. Ich sehe keinerlei Grund, dieses Gesülze hier stehenzulassen.
“Gesülze”, “beleidigende Sprüche”? Wäre das mein Stil, hätte mich der “Blumenhändler” schon längst vor den Kadi gezogen. Aber angesichts solcher flugs wieder vom “Blumenmann” gelöschter Kommentare - dürfte ihm das schwerfallen. Nur ihrer Leserschaft vermittelt die “DoDR-Blumenhandlung” den Eindruck, sie löschte nur “beleidigendes Zeugs”. Bei so viel Dunkelheit im Blumenladen gedeihen Nachtschatten-Gewächse prima.
Und erst gestern ließ mir die “DoDR-Blumenhandlung” über den ihre Interessen wahrnehmenden “Lieferdienst” mitteilen, dass das mir zugegangene ebenso kostenpflichtige wie unerwünschte “Ich-bin-kein-Glückwunschtelegramm” keineswegs auf “persönlicher Betroffenheit” beruhe. Aber so ist das, wenn man einem “Blumenhändler” verrät, was man von seinen “Blumen” hält.
Die “Heilbronner Stimme” fragt DGB-Chef Michael Sommer:
Im März wird der Bundestag die Rente mit 67 verabschieden. Die Gewerkschaften halten das für völlig falsch. Wäre es nicht vernünftig, in späteren Jahren nachzujustieren?
Doch der DGB-Vorsitzende macht einen anderen Vorschlag. Mehr dazu bei der “Stimme”.
Wie verheerend es ist, wenn der Präsident einer Weltmacht nicht nur blöd (stupid), sondern auch noch störrisch (stubborn) wie ein kleines Kind ist, lässt sich gerade jetzt wieder prima beobachten. Da zählen die amerikanischen Kriegsgegner ihre Verwundeten und Toten im Irak-Krieg, doch der “stupid white man” aus Texas hat andere Ideen. Die 11-Uhr-Nachrichten im “Deutschlandfunk” melden:
In Washington ließ Präsident Bush erklären, er werde an seiner neuen Irak-Strategie festhalten, einschließlich einer Aufstokkung der Truppenstärke. Die vom Repräsentantenhaus verabschiedete Resolution sei für ihn nicht bindend. Die Abgeordneten hatten mit deutlicher Mehrheit gegen die geplante Entsendung weiterer 21.000 Soldaten in den Irak gestimmt. Heute will der US-Senat sich mit dem Thema befassen. Die US-Demokraten erwägen, die Entschließung durch entsprechende Kürzungen im Verteidigungsetat zu untermauern
Die demokratische Mehrheit (das ist bewusst so geschrieben) im Repräsentantenhaus traut dem Präsidenten der USA keinen Meter mehr über den Weg. Und bei alternet.org ist mit Blick auf den Iran auch zu erfahren, warum das so ist.
The escalation of US military planning on Iran is only the latest chess move in a six-year push within the Bush Administration to attack that country. While Iran was named a part of President George W. Bush’s “axis of evil” in 2002, efforts to ignite a confrontation with Iran date back long before the post-9/11 war on terror.
Nur Angela Merkel ist das alles schnurzpiepegal. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz fiel der Kanzlerin nicht allzu viel beim Thema Irak ein. Genaugenommen waren es zwei Sätze, die ich der in der “Berliner Umschau” dokumentierten Rede der Bundeskanzlerin entnehmen kann:
Wo ist eigentlich der Angie-Merkel-Fan namens Alice Schwarzer? Noch im Jahr 2005 schrieb Emma-Chefin Schwarzer:
Ich bin gegen einen Krieg im Irak. [ ] Warum will Amerika den Irak bombardieren? Weil das Land Bin Laden finanziert? Nein, das tut Saudi Arabien. Weil aus dem Land die Attentäter vom 11. September kommen? Nein, die kommen aus Ägypten und Deutschland. Weil Saddam Hussein die moslemische Welt fanatisiert? Nein, der ist zwar auch ein Schurke, aber immerhin ein weltlicher - für die ideologische und militärische Aufrüstung zum Dschihad zeichnet der Iran verantwortlich. Weil im Irak die zweitgrößten, vielleicht sogar die größten Ölvorkommen der Welt sind? Ja. Weil die Weltmacht USA an einer Bastion mitten in Nahost interessiert ist? Ja. Weil Amerika seine schon jetzt überwältigende Hegemonie ein für allemal festschreiben will? Ja.
Also ich habe jetzt gegoogelt, aber “Emma Schwarzer” scheint ein Schweigegelübde abgelegt zu haben. Dessen Ergebnis lautet: Angela Merkel labert und Alice Schwarzer hält still.
Heute (16.02.2007) war Bundesratssitzung und in den Medien gibt es nur ein Thema: die Gesundheitsreform. Wer aber am 16. Februar 2007 via Google-News zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz und der vom Bundesrat dazu eingenommenen Haltung sucht, sucht vergeblich. Und das, obwohl gegen das Gesetz durchaus verfassungsrechtliche Bedenken bestehen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verwehrt dem Gesetz aus genau diesem Grund die Unterstützung. Auf deren Homepage heißt es: “Die GEW hat bereits gegen den Referentenentwurf verfassungsrechtliche Bedenken und Kritik zu einzelnen Regelungen formuliert und diese im weiteren parlamentarischen Verfahren wiederholt eingebracht.” Einer der vier elementaren Einwände betrifft die immense Ausweitung der Befristungsmöglichkeiten.
Neulich in einem Telefonat mit einer Anbieterin von Schulungen für Betriebsräte:
Ahnungslose Betriebsräte dürften nach dem Geschmack so mancher Arbeitgeber sein. Und auch hier gilt das Motto: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Denn bei der Hans-Böckler-Stiftung gibt es nun für Betriebsräte einen “Leitfaden zum AGG”. Hier gibt es die HTML-Version des AGG-Leitfadens aus dem Google-Cache zu sehen und bei der Böckler-Stiftung gibt es den AGG-Leitfaden als PDF-Datei.
Die “AiB plus” berichtet ebenfalls über den von Christine Leisten verfassten Leitfaden zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Jaaaaaa, jetzt ist Karneval. Da will auch die niedersächsische FDP-Nachwuchstruppeorganisation namens “Junge Liberale” auf gar keinen Fall die Spaßbremse spielen. Ihren Vorschlag für Porno-Filme “quasi aus dem Zigaretten-Automaten” begründen die JuLis laut “Spiegel” so:
Wenn Familien zusammen Pornos gucken, hat das nichts damit zu tun ob Pornos ab 16 freigegeben werden, sondern eher mit einem Medienumgang im Allgemeinen.
Ich füge hinzu: Wenn Familienverbände mit Minderjährigen zusammen Pornos gucken und die Polizei davon erfährt, ist das allenfalls gut, weil lukrativ für alle Strafverteidiger in diesem Lande. Und unter denen soll es ja Typen geben, die immer gern dabei sind, wenn es was zu verdienen gibt.
Das Thema “Pornos gucken im Kreis der Familie” hat auch das Blog “Perspektive 2010″ zu einer amüsanten Geschichte über das “Porno-Konsumenten-Kollektiv Familie” veranlasst.
Moderne Finanzspekulation funktioniert ungefähr so:
Während traditionelle Investmentfonds in aller Regel darauf setzen, dass die Kurse von Aktien, Devisen oder Anleihen steigen, läuft das Geldverdienen bei Hedgefonds anders. Hier können Anleger auch dann gewinnen, wenn die Kurse fallen - vorausgesetzt natürlich, ihr Hedgefonds-Manager hat genau auf diese Entwicklung gesetzt. Hedgefonds spekulieren mit dem Geld ihrer Kunden auch auf bestimmte Ereignisse in der Zukunft - beispielsweise auf Unternehmenszusammenschlüsse, Pleiten oder den Verfall einer Währung. gefunden bei “tagesschau.de”
So, bin jetzt weg zur “G7-Demo” nach Essen.
Seit heute tagen die Finanzminister der G-7-Staaten in Essen. Von Duisburg aus ist das genau die richtige Gelegenheit für eine Fahrradtour in die Ruhrmetropole. Also schwing´ ich mich morgen aufs Rad und statte meiner Geburtsstadt mal einen Besuch ab.
Als Macher des 37.6-Blogs unterstütze ich nachdrücklich den Demonstrations-Aufruf von ATTAC:
Samstag, 10. Februar 2007, 11 - 13.00 Uhr
Der österreichische “Standard” berichtet unter Bezugnahme auf diese Pressemitteilung von Attac über deren Gründe für einen Protest gegen die internationale Finanzpolitik Folgendes:
Der globalisierungskritischen Organisation zufolge sinken die Einkommen der unteren Bevölkerungsschichten, während die globalen Millionäre Traumrenditen von einem Mehrfachen über dem Wirtschaftswachstum erzielen. “Dieser Trend ist eine verteilungspolitische Zeitbombe”, warnte Attac-Experte Christian Felber.
Mit anderen Worten: Wer solchen Erscheinungen wie Billigarbeit, Hungerlöhnen und Kinderarmut nichts abgewinnen kann, sollte am morgigen Samstag den Blick auf die politischen Diskussionen in Essen richten.
Meine Leseempfehlung: Günter Wallraff im Gespräch mit dem Deutschlandfunk über “Neue Armut” und eine Menge anderer Dinge. -> K L I C K
Na, da schau einer her. Rudolf Scharping, einst Bundesverteidigungsminister und ein guter Freund des Lobbyisten Moritz Hunzinger, der ihm Anzüge und dergleichen gekauft haben soll, weil die Bezüge eines Bundesministers nebst Ruhestandsbezügen als Ministerpräsident a.D. schlichtweg nicht ausreichen für solche Späße, ist wieder da.
Wie es scheint, hat der Moritz beim Rudi einen tiefen Eindruck hinterlassen. War ja auch ein prägendes Erlebnis in der politischen Vita des “roten Rudi”, als das mit den Anzügen und nicht weniger aufregend seinen zwischenmenschlich veranlassten Flügen (ob auf Kosten des Steuerzahlers ist ungeklärt) zu seiner von ihm über alle Maßen begehrten Gräfin nach Mallorca ans Licht kam. Ganz zu schweigen von dem Unmut der Bundestagsabgeordneten, die seinerzeit mit dem Bundesverteidigungsminister ins Krisengebiet im Kosovo geflogen waren und nach Rudis Abflug auch deshalb auf einem leeren Rollfeld standen, weil Mallorca damals mehr gezählt haben soll als die Arbeitsfähigkeit parlamentarischer Ausschüsse.
Ausgerechnet am 11.9.2001 (”9/11″ = “Nein-Ih-Levven”) aber konnte Rudi S. den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages davon überzeugen, dass alles seine Richtigkeit habe. Und am Nachmittag desselben Tages waren Scharping, Hunzinger und “die schöne Gräfin” schon deshalb kein Thema mehr, weil bei CNN der Themennachmittag “America under attack” ausgerufen worden war.
Nur so war zu hören der damalige Kanzler soll wenig begeistert gewesen sein, als es hieß, Rudi wolle ihm beim Abfassen der an die USA gerichteten Solidaritätsadresse behilflich sein. Genaueres weiß man darüber allerdings nicht. Klar ist nur: Schnell mussten die richtigen Worte und Sätze für die für den nächsten Tag vorgesehene Kanzler-Rede gefunden werden, wollte man Schorsch-Dabbeljuh nicht noch mehr grämen. Aber Rasanz, Schnelligkeit, Geschwindigkeit und Tempo bringen Rudi S. schon das eine oder andere Mal ins Schleudern. Zeitdruck so die gut unterrichteten Greise sei auch die Hauptursache gewesen für den “Brutto-Netto-Versprecher” des einstigen SPD-Kanzlerkandidaten Scharping.
Aber Rudi S. nahm all die politischen Ränkespiele in Berlin-Mitte mit Gelassenheit und wechselte irgendwann (ja, wann war das eigentlich genau?!) vom Ministeramt in das Amt des Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer. Seine draufgängerische Art als Radfahrer (mehrere Unfälle, einige Knochenbrüche) und die Initialen “R.S.” wie “Rennsport” dürften den Männern im BDR außerordentlich gut gefallen haben. Und vielleicht ahnten die Radsport-Vereinsmeier schon damals, wie widerwärtig sich ihr Funktionärsdasein darstellen würde, wenn irgendwann herauskäme, dass jedes Jahr im Juni und Juli bunt-trikotierte Medikamenten-Konsumenten auf Frankreichs Landstraßen mehr als 3.000 Kilometer auf dem Fahrrad zurücklegen. Für derartige Krisen da konnte man sich sicher sein im BDR war der neu gewählte Präsident genau der Richtige. Und eigentlich wäre es naheliegend gewesen, hätte Rudi S. ein Buch über Krisenkommunikation veröffentlicht. Aber wer weiß, was der “Gazprom-Kanzler” dazu gesagt hätte. Dessen Wort hatte nämliche lange Zeit großes Gewicht bei Chefredakteuren und Verlegern. “Geeeegeeeen deeeeeen Meeeeediiiiieeeeeeen-Fuuuuuuuz zy haaaaabeeee iiich eeeeehhh keeiiiiiiineeeee Schaaaannnngse”, wird sich R.S. gedacht und für eine anderen Weg entschieden haben.
Und nun wissen wir auch, wofür sich der Verteidiungsminister a.D. entschieden hat. Noch etwas verschämt, aber immerhin sinnlich wahrnehmbar präsentiert sich Rudi S. auf der Homepage seiner Beratungsfirma zum Thema “Public Private Partnership”. Der “rote Rudi” als Experte in Sachen Privatisierung und natürlich parteiübergreifend, weil gut fürs Business, mal mit dem einen, mal mit dem anderen unterwegs.
Aber in einem Punkt bleibt sich Rudi S. treu: Beim Thema Geschwindigkeit. Denn die Homepage des Rudi S. und seiner Beratungsfirma wächst “gaaaaanzzz laaaaaaaaaaangsaaaaaam”.
Seit gestern Abend im Oberhausener Industriemuseum steht fest: Der IG Metall Bezirk Nordrhein-Westfalen geht in die Offensive und engagiert sich ab sofort unter dem Motto Gleiches Geld für gleiche Arbeit gemeinsam mit den IGM-Betriebsräten für die Schaffung von Fairness für Beschäftigte in Zeitarbeit.
IGM-Bezirksleiter Detelef Wetzel rief den über 200 versammelten Betriebsräten und Gewerkschaftern nochmals in Erinnerung, dass die Zeitarbeit zwar brumme, doch kaum ein Zeitarbeiter trotz anziehender Konjunktur auf eine Übernahme in eine Festanstellung hoffen dürfe. Wetzel sprach von Arbeitnehmern Erster und Arbeitnehmern Zweiter Klasse und betonte, dass dies ein nicht hinnehmbarer Zustand sei. Unternehmen, die Leiharbeiter auch dann einsetzten, wenn es etwa zur Überbrückung zeitweiliger personeller Engpässe überhaupt nicht nötig sei, müssten ihr Verhalten ändern und ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Als Instrument zur Bewältigung von Produktionsspitzen hat sich Zeitarbeit durchaus bewährt. Wer aber mit einem höheren Beschäftigungsrisiko arbeitet, der muss zumindest gleichwertig bezahlt werden, machte IGM-Bezirksleiter Wetzel klar, dass es nicht um eine Tabuisierung von Zeitarbeit geht, sondern um eine gerechtere Ausgestaltung derselben. Mit Blick auf die im Nachbarland Holland ebenso stark verbreitete wie gesellschaftlich rundum anerkannte Zeitarbeit ging Wetzel noch einen Schritt weiter, indem er den Begriff der Flexibilitätsprämie aufgriff und näher begründete. Hiernach sei es nur gerecht, wenn die vor Arbeitsplatzverlust am wenigsten geschützten Beschäftigten mehr erhielten als andere. Genau aus diesem Grund bekämen holländische Zeitarbeitnehmer ein höheres Gehalt als Festangestellte. Gerecht sei dies schon deshalb, weil die immens hohe und jeden Tag zu beobachtende Mobilität und Flexibilität von Zeitarbeitnehmern einen Wert darstellt, der besonders honoriert werden müsse.
Jetzt und darüber bestehe Einigkeit zwischen der nordrhein-westfälischen IG Metall und ihren betrieblichen Funktionsträgern seien die Betriebsräte am Zug, um die Aktion Gleiches Geld für gleiche Arbeit mit Leben zu füllen. Schon jetzt könne man über 20 Betriebe nennen, in denen sich Betriebsräte und Belegschaften erfolgreich und offensiv gegen Lohndumping durch Zeitarbeitskräfte zu Billigtarifen durchgesetzt hätten. Zeitarbeit sei eben keine Beschäftigungsform, der der Betriebsrat ohnmächtig gegenüber stünde. Wäre dem so, gäbe es den Paragrafen 99 BetrVG nicht. Außerdem so Wetzel dürfe man bei der bevorstehenden Diskussion über faire Bezahlung von Zeitarbeit den betriebsverfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz (§ 75 BetrVG) nicht unerwähnt lassen.
Zur Homepage der IG Metall NRW.
Wer hätte das gedacht? Da mobilisieren Deutschlands Gewerkschaften gegen die “Rente mit 67″. Ernten dafür den Hohn und Spott von so Typen wie den und den da, die dann auch noch bei “Christiansen” ihre Botschaften absondern dürfen. Was Sabine Christiansen uns beispielsweise über ihren Gast Bernd W. Klöckner verschweigt, verraten uns dankenswerterweise die “Nachdenkseiten”. Auf den Punkt gebracht stehen Spahn und Klöckner für private Altersvorsorge und dafür, dass ein Arbeiten bis 67 und wenn “man ehrlich ist” auch darüber hinaus, unumgänglich ist. Das gebiete schon die Globalisierung. Wo ist eigentlich der Mahner, der die Wiedereinführung der Kinderarbeit verlangt? Wollte tatsächlich jemand bestreiten, dass Deutschland nur deshalb keine “H & M-Klamotten” und Adidas-Fußbälle herstellt, weil es gegenüber Ländern wie Thailand und Bangladesch in puncto “Kinderarbeit” eindeutig benachteiligt ist. Ja, die Fesseln der Regulierung schneiden tief ins Fleisch der organisierten Kapitalgesellschaften. Nur gut, dass es Auslandsgesellschaften gibt. Lässt man halt gleich in Sweatshops von kleinen Thais die Klamotten nähen. Ist auch besser so. Weil so Dinge wie Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit spielen in Südostasien längst nicht die Rolle wie hierzulande. Deswegen kennen die da unten auch keine so abgehobene Rentendiskussion wie wir sie hier führen. Rente?! “Die Schlitzaugen sollen mal froh sein, wenn sie ihren 65. Geburtstag überhaupt feiern dürfen!” so sieht die Sache doch aus.
Und genau unter diesem Blickwinkel zeichnet sich nun ein Silberstreif am Horizont auch für unsere ebenso im Überfluss wie in Lebenserwartung ersaufende Gesellschaft ab. All jene, die ohnehin zum Einkommens-Prekariat gehören, überfettet sind und wegen Bluthochdrucks ohnehin eine kürzere Lebenserwartung haben als vergleichbare Altersgenossen aus einkommensstarken Schichten, droht neues Ungemach. Sein Name ist “Klimawandel” ganz genau: “globaler Klimawandel”.
Und wie das eben so ist mit der Globalisierung, produziert auch die “globale Klimakatastrophe” solche, die gewinnen und solche, die verlieren. Denn eine jüngst vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IwF) und World Wildlife Fund (WWF) herausgegebene Studie sagt jährlich 150.000 Hitzetote und halten Sie sich fest explodierende Gesundheitskosten sowie ja, es kommt noch schlimmer eine sinkende Produktivität voraus.
Wir dürfen gespannt sein, welche Lösungen die dem Individualwohl verpflichteten Denkfabriken mit ihren Miegels, Raffelhüschens und Klöckners der Politik unterbreiten werden. Okay, Porsche-Cayenne und Mercedes ML 300 bleiben unangetastet. Nicht nur aber das auch , weil deren Zulassungszahlen eine zu vernachlässigende Größe darstellen, sondern weil sich die Landschaft hier zusehends zu einem für Geländewagen freundlichen Biotop entwickeln wird. Welche Autobahnpiste ist schon dergestalt gewappnet, dass sie einen Jahrhundertsommer nach dem anderen schadlos überstehen würde? Insbesondere, wenn der Sommer von März bis November dauert? Und die Abschaffung der Klimaanlage im Auto ist ja wohl das Blödeste, was man sich angesichts steigender Temperaturen ausdenken kann. Soweit kommt´s noch, dass wir Deutschen nur noch deshalb ins Schwitzen kommen, weil wir in untermotorisierten Nuckelpinnen ohne Klimaanlagen im Stau stehen.
Nein, das ist schlichtweg nicht hinnehmbar. Und wie aus den Reihen von Gesamtmetall zu erfahren ist, plant die Arbeitgeberseite nun eine Gegenoffensive zur seit jeher marxistisch angehauchten IG Metall und deren unverschämtem Schrei nach 6,5 Prozent mehr Lohn. Sinkender Produktivität und steigenden Temperaturen könne nur durch eines begegnet werden: “Die 60-Stundenwoche bei vollem Klimaausgleich!” Endlich gehen die Menschen wieder gerne zur Arbeit. Ist doch der Arbeitsplatz in Werkshalle oder Büro der einzige Ort, wo auch das beste Deo-Spray nicht nach spätestens drei Stunden seine Wirkung verliert.
Wie?! Zusätzliche Klima-Anlagen würden die “globale Erwärmung” noch beschleunigen?! Na, umso besser dann arbeiten wir alle halt 72 Stunden die Woche. Ist doch im 19. Jahrhundert auch möglich gewesen. Und?! Hat damals irgendjemand von einem “Kollaps der Rentenkasse” und einer “Klima-Katastrophe” geredet? Na, Seh´n Se?!
Die Gewinnvorgaben eines Josef Ackermann sind berüchtigt der Preis für ihre Umsetzung erheblich. Zu diesem Befund kommt, wer den von John F. Jungclaussen verfassten und in der “Zeit” erschienenen Beitrag liest, worin zu lesen ist:
»Jeder hier spricht Englisch, und das Angebot an hoch ausgebildeten Arbeitern mit Universitätsabschlüssen im Finanz- und Managementbereich ist riesig.« Und außerdem ist es natürlich viel billiger. »Am Ende sparen wir hier 60 Prozent an Arbeitskosten«
Lesenswert dazu die “Nachdenkseiten”, die heute das Neoliberale Wörterbuch vorstellen, woraus zum Thema “Gewinn” Folgendes zu erfahren ist:
Gewinn Das Streben nach Gewinn im uneingeschränkten Wettbewerb ist für Neoliberale der Hauptantrieb in der Marktwirtschaft. Diese gerate in die Krise, wenn das Streben nach dem Maximalgewinn behindert wird.
Na, dann ist der Verleger der “Münsterschen Zeitung” wohl auch ein lupenreiner Neoliberaler, hat er doch mal eben so mir nix, dir nix eine komplette Redaktion vor die Tür gesetzt aus Gründen der Gewinnmaximierung, sagt der Betriebsrat dort. Der Arbeitgeber hingegen behauptet, dass die “Freisetzung” um einer besseren Qualität willen erfolgt sei.
Gerade komme ich von einem Besuch bei der Duisburger Stadtwerke GmbH zurück. Da wird morgen nicht gearbeitet, weil die 900 Kolleginnen und Kollegen aus Duisburg morgen um fünf Uhr in der Frühe im eigens gecharterten Deutsche-Bahn-AG-Zug nach Berlin zur Großdemo fahren. Es geht auch hierbei um Gewinnmaximierung und Kostensenkung und um die Frage: Zu welchem Preis das Ganze?
Ich werde morgen nicht in Berlin sein, da ich am Abend auf einer Veranstaltung mit Günter Wallraff zum Thema “Zeitarbeit” sein werde. In der dazu ergangenen Presse-Einladung heißt es:
neue, schlecht bezahlte Arbeitsplätze entstehen derzeit vorrangig in der Zeitarbeitsbranche. Zeitarbeit ersetzt zunehmend reguläre Beschäftigung in Dauerarbeitsplätzen. Sie bleibt nicht mehr auf Produktionsspitzen beschränkt. Bedingungen des Flächentarifvertrags werden damit zunehmend unterlaufen.
en Worten: Dem Thema “Gewinnmaximierung” auf Kosten der Beschäftigten kann man sich auch im Ruhrpott mit Hingabe zuwenden. Und eine Frage interessiert mich brennend: Ob Günter Wallraff zu einer wohlwollenderen Einschätzung der Leiharbeit kommen wird, als er das in seinem Buch “Ganz unten” einst getan hat?
Heute geht es nicht um die Siemens AG und deren Chef Klaus Kleinfeld. Heute geht es um einen Andrew Kleinfeld, der jüngst über die Zulässigkeit einer Massenklage wegen Frauendiskriminierung gegen den Discounter Wal-Mart zu entscheiden hatte. Selbst der SpOn wundert sich über die Argumentationsführung von Richter Kleinfeld:
Richter Andrew Kleinfeld, der gegen die Zulassung der Klage stimmte, hatte für sein abweichendes Votum dagegen eine etwas kryptische Begründung: Die Klage berge das Risiko, das viele Frauen unrechtmäßig von ihr profitierten, während andere, die tatsächlich Opfer sexueller Diskriminierung geworden seien, benachteiligt würden.
Hey, dieser Amerikaner ist doch nicht etwa mit “dem Siemens-Kleinfeld” verwandt?
Alt-Kanzler und Zeit-Herausgeber Helmut Schmidt über private Finanzinstitute:
gefunden bei Heiko.
Wer mit dem Kürzel “WA” nichts anzufangen weiß, siehe einfach mal hier nach.
Wenn das hier so weitergeht mit den Wirtschaftsmeldungen, muss wohl doch noch eine Kategorie “Wirtschaftspolitik” her. Doch zunächst zur Entwicklungsgeschichte des Feudalismus, der sich in einer modernen Spielart namens “Meudalismus” präsentiert.
Klick aufs Bild ergibt Vollansicht Foto: Andy Carl via Flickr.com Mag sich ungewohnt anhören, ist es aber nicht. Denn der Meudalismus favorisiert so gängige Instrumente wie Privatisierung, Cross-Boarder-Leasing und die Aktion “Du bist Deutschland” ist seine mediale Kopfgeburt. “Schott´s Blog” betrachtet den Meudalismus vor dem Hintergrund der gescheiterten Beschäftigungs-Initiative durch längere Ladenöffnungszeiten.
Wäre Siemens-Chef Klaus Kleinfeld ein Jounalist, müsste er einer Marotte in jedem Fall abschwören: dem von ihm gesprochenen “Denglisch”. Machte sich jemand die Mühe und befreite das auf der Siemens-Hauptversammlung von Kleinfeld gehaltene Referat von allen englischen Begriffen, bliebe wohl nur noch wenig Brauchbares übrig.
Begriffe wie “turnover” und “turn around” oder “rating” und “return on investment” sprudelten Kleinfeld aus dem Mund wie es sonst nur kühles Wasser aus natürlichen Quellen zu tun pflegt. Scheinbar ersoffen an diesem Schwall englischer Begriffe verzichtete auch der die Kleinfeldschen Ergüsse dokumentierende “Ereigniskanal Phönix” auf eine Erklärung dessen, was der Siemens-Boss da nun konkret gesagt hat. Kurzum: Wer kein Wirtschaftsenglisch kann, steht blöd da auch bei “Phönix”. Allen Mitgliedern eines Wirtschaftsausschusses (§ 106 BetrVG) sei deshalb dringend empfohlen der Anglizismen-Index des Vereins für Deutsche Sprache, den ich gerade via Anna-Maria Müllers Blog “Unikram, Paper, Recherchen & Software” entdeckt habe.
Wasch´ mich, aber mach´ mir den Pelz nicht nass. Dass das Bundesarbeitsgericht von diesem Spruch nicht viel hält, hat es zum Thema “Wahlausschreiben in mehreren Sprachen” und “Dolmetscher für Betriebsversammlung” ganz klar festgestellt. So beschäftigte ein Frankfurter Catering-Unternehmen hunderte aus verschiedensten Ländern stammende Mitarbeiter mit teilweise nur mäßigen Deutschkenntnissen. Doch das Wahlausschreiben zur Betriebsratswahl gab es nur auf Deutsch. Dem BAG-Beschluss 7 ABR 5/04 vom 13.10.2004 hingegen ist zu entnehmen, dass das auf gar keinen Fall ausreicht:
Das Wahlausschreiben für die Betriebsratswahl war nur in deutscher Sprache bekannt gemacht worden. Eine gesonderte Information der ausländischen Arbeitnehmer über die Einzelheiten der Wahl hatte nicht stattgefunden. [ ] Insbesondere die im sog. operativen Bereich, zB Spüle, Küche, Tablettauffüllung beschäftigten ungelernten ausländischen Arbeitnehmer verfügten nicht über hinreichende Sprachkenntnisse, um an der Wahl ordnungsgemäß teilnehmen zu können. Die mangelnden Sprachkenntnisse des Großteils der ausländischen Arbeitnehmer seien auch für den Wahlvorstand erkennbar gewesen, da im Betrieb selbst einfachste Hygieneregeln mehrsprachig veröffentlicht, Betriebsversammlungen unter Übersetzung der wesentlichen Inhalte in die türkische Sprache durchgeführt und Informationsschreiben der Geschäftsführung in den im Betrieb gängigen Sprachen versandt worden seien.
Abgesehen davon, dass das BAG der Anfechtung der Betriebsratswahl richtigerweise stattgab, ist mit Blick auf die regelmäßig durchzuführenden Betriebsversammlungen darauf hinzuweisen, dass der Einsatz eines Dolmetschers (vgl. DKK-Kommentar zum BetrVG, § 42 Rdnr. 5, § 43 Rdnr. 5) in Betracht kommt, wenn zu befürchten ist, dass nicht alle Beschäftigten der deutschen Sprache ausreichend kundig sind, dass sie den in der Betriebsversammlung gegebenen Berichten und stattfindenden Diskussionen folgen könnten.
Da erzielt die Deutsche Bank mit Josef Ackermann an der Spitze den höchsten Gewinn ihrer Geschichte und dann gibt es da doch tatsächlich welche, die auf überhaupt nicht schöne Umstände bei der Deutschen Bank hinweisen. So beklagt die Gewerkschaft ver.di mit Blick auf das Geschehen bei der Deutschen Bank “insbesondere die soziale Schieflage dieser Entwicklung. Die enorme Steigerung der Dividende für die Aktionäre und die exorbitant hohen Vorstandsgehälter seien sozial nicht zu rechtfertigen, wenn die Bank gleichzeitig Tarifflucht und Sozialdumping betreibe. Vor dem Hintergrund der Gewinnentwicklung ist es ein Skandal, wenn die Bank in einzelnen ausgegliederten Töchtern des Konzerns bis zu 30 Prozent unter dem Tarifniveau der Banken bezahlt, Beschäftigte drei Stunden pro Woche mehr arbeiten lässt als andere und viele mit Zeitverträgen abspeist, heißt es in einer Pressemitteilung von ver.di. Ver.di fordert deshalb eine Abkehr von dieser Unternehmenspolitik.
Es hat etwas gedauert, bis Angela Merkel “brutto” und “netto” unterscheiden konnte. Und ihre ablehnende Haltung gegenüber einem gesetzlichen Mindestlohn lässt auch heute noch manche daran zweifeln, ob sie das alles so richtig verstanden hat mit “brutto” und “netto”. Ist jetzt aber auch nicht ganz so wichtig. Schließlich gibt es dafür ja den “Brutto-Netto-Rechner”: K L I C K
Ein echter Supermann dieser Josef Ackermann. Erst treibt er Justitia vor sich her, statt von ihr getrieben zu werden. Und dann ist ihm Gott Merkur dermaßen zugetan, dass die Deutsche Bank einen Rekordgewinn in Höhe von sechs Milliarden Euro feiern kann. Das ist im Vergleich zum Geschäftsjahr 2005 eine Steigerung von 70 Prozent. In den Nachrichten von “Deutschland-Radio” heißt es, dass die Deutsche Bank “nach eigenen Angaben von Erstattungs-Ansprüchen aus Körperschaftssteuerguthaben in Höhe von 355 Millionen Euro” profitiert habe.
Kann mir das vielleicht mal jemand etwas näher erklären? Und vielleicht auch gleich erklären, weshalb die Reallohn-Entwicklung mit den Wachstumsraten der Deutschen Bank nicht im entferntesten Schritt halten kann?
Der “Freie Markt” ein Garant für Wohlstand und Sicherheit?! Die Studie “Liberalisierung und Prekarisierung” hat den hiesigen liberalisierten “Briefmarkt” untersucht und macht deutlich, was von neoliberalen Heilsversprechungen zu halten ist: Nichts!
Hier ein paar Kernsätze aus der von der Input Consulting GmbH erstellten Studie:
Weitere Informationen dazu im MindestlohnBlog.
Dass Eigenlob stinkt, ist bekannt. Trotzdem. Die gestern von den Arbeitgebern und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit angestimmten Jubelgesänge über den “gelungenen” Ausbildungspakt gingen über jeden Sender und mäanderten durch jeden Schriftsatz. Nur “die tageszeitung” stimmt nicht ein in das Jubel-Konzert über den “Nationalen Ausbildungspakt”. In der “taz” heißt es:
Mit den sogenannten Qualifizierungsmaßnahmen hat Michael Lichtenberg so seine Erfahrungen gemacht: “Die Arbeitgeber sollten mal drei Monate unter der Terrorherrschaft der Bundesagentur stehen, dann würden die anders reden.” Nachdem er bei seinem Arbeitsamt mehrmals betont hätte, dass er handwerklich unbegabt sei, steckte es ihn für jeweils sechs Monate in eine Holzwerkstatt und in einen Handwerksbetrieb - für 1,25 Euro, zusätzlich zum Arbeitslosengeld II. Erst jetzt darf er an einer Qualifizierungsmaßnahme des Berufsbildungswerks teilnehmen, die ihn auf eine kaufmännische Lehre vorbereiten soll.
Und woher die Bundesagentur die “tollen Zahlen” zur Vermittlung von “Altbewerbern” hat, wird spätestens nach der Lektüre des taz-Artikels deutlich.
Da muss man ja höllisch aufpassen, wenn einem so eine Abmahnung ins Haus flattert. “Unterwerfungserklärung”, “Hamburger Brauch” (nicht modifiziert und modifiziert?!) und das alles, weil einem vorgeworfen wird, gegen das Urheberrecht eines Dritten verstoßen zu haben. Wen wundert es da, wenn es Leute gibt, die ihr Blog woanders aufziehen? Sogar von im Knast sitzenden Bloggern ist neuerdings zu lesen und zu hören. Nein, nicht etwa in China (da natürlich auch und ganz besonders), sondern hier in der BRD.
Da ist es wohl besser, das soeben vom Spaßverteidiger entdeckte Interview mit dem bloggenden Strafverteidiger nur zu verlinken, statt es zu zitieren. Nicht dass es wieder heißt, ich hätte gegen das Urheberrecht “eines Dritten” verstoßen. Denn immerhin droht auch das Urheberrechtsgesetz (§ 106 UrhG) mit “Freiheitsstrafe”.
Erhält der Aktionär eine “Verlustwarnung” steigt sein Blutdruck und Schweißperlen treten ihm auf die Stirn. Das geht natürlich nicht. “Positives Denken” ist angesagt. Und so heißt die “Verlustwarnung” im Interesse der Aktionärs-Gesundheit ebenso schlicht und einfach wie falsch “Gewinnwarnung”. Ob es was nutzt?!
Hat der Erfinder des “Blogdiebstahls” womöglich spanische Verwandte? Überraschen tät es mich nicht schreibt doch “Zeit.de”:
Die einen sprechen von “Raub” und “Diebstahl”, die anderen sahen sich gar als die Opfer einer Verschwörung. Spaniens Handballer fühlen sich bei der Weltmeistermeisterschaft verschaukelt.
Beides klingt wirklich überzeugend.
K L I C K
Weil Anonymität nichts Verbotenes ist, gibt es zum einen Anonymisierungsdienste wie diesen hier und zum anderen eine äußerst ansprechende Erklärung dazu, wie das Ganze funktioniert.
“Sozial ist, was Arbeit schafft”, ist einer der Lieblingssprüche von Bundespräsident Horst Köhler. Und bestimmt war sich der Ökonom Horst Köhler sicher, dass die Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes (vulgo: Arbeiten bist die Schwarte kracht) für mehr Beschäftigung sorgen würde und damit auch sozial sei. Weit gefehlt, Herr Bundespräsident!
Denn soeben melden die “WDR-Nachrichten”: “Handel dreht Ladenzeiten wieder zurück”. Und die Nachrichten von “Deutschland-Radio” liefern auch gleich die Begründung dafür, weshalb der Ökonom Horst Köhler sich irrt: “Tariflöhne in Deutschland: 2006 geringste Steigerung seit 1995″ Tja, jetzt bin ich aber mal gespannt auf die Erklärung des alle Ketten sprengenden Bundespräsidenten Horst Köhler.
Im westfälischen Münster läuten entweder die Glocken oder es regnet. Zuweilen treffen beide Ereignisse auch schon mal zusammen. Aber all das ist nichts im Vergleich zu dem, was sich bei der “Münsterschen Zeitung” abspielt:
Den “MZ”- Redakteuren, die quasi über Nacht vor die Tür gesetzt wurden, sei am Freitag vergangener Woche von Verlagsleiter Lutz Schumacher der als “Freistellung wie Urlaub” deklarierte Rauswurf mitgeteilt worden. Dienstapparate und Systemzugänge seien umgehend gesperrt worden.
Nach Berichten von “Newsroom.de” strebt der Verleger mit dieser Maßnahme nach Gutsherren-Art eine gesteigerte Qualität der “Münsterschen Zeitung” an. Na, wenn da mal nicht “Qualität” mit höherer Rendite verwechselt wird. Schließlich sollen sich die geschassten RedakteurInnen so das Angebot des Verlegers Lambert Lensing- Wolf bei der neu gegründeten “Media Service GmbH & Co. KG” bewerben. Wetten, dass die dort zu erzielenden Gehälter auf alle Fälle niedriger sein werden als der bisherige Verdienst der MZ-RedakteurInnen?!
In den 10 Uhr-Nachrichten meldet “Deutschland-Radio”, dass VW den im Brüsseler Werk Beschäftigten eine Beschäftigungsgarantie gegeben hat. Unbekannt ist nur, für welchen Zeitraum.
Die auf einer Betriebsvereinbarung beruhende Weisung an einen Arbeitnehmer, “sich auch ohne konkreten Verdacht an einem Urintest zu beteiligen”, stellt nicht generell eine Verletzung des “Allgemeinen Persönlichkeitsrechts” des von der Weisung nachteilig betroffenen Arbeitnehmers dar. Gleiches gilt für die Betriebsvereinbarung als Rechtsgrundlage für die ergangene Weisung. Dazu im einzelnen Arbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 01.09.2006 Az.: 27 Ca 136/06
Der Verkauf ihrer Unternehmenssparte “Mobiltelefone” an BenQ hat der SIEMENS AG vor allem eines gebracht: Negative Schlagzeilen, einen ordentlichen Imageschaden und aufgebrachte Aktionäre. Den früheren Siemens-BenQ Beschäftigten geht es noch schlechter. Viele von ihnen sind jetzt erwerbslos und ohne viel Hoffnung auf bessere Zeiten.
In knapp einigen Minuten beginnt in München die mit großem Interesse erwartete Siemens-Hauptversammlung. Die Liste der Kritikpunkte wächst nahezu stündlich: Die BenQ-Pleite, eine Schmiergeldaffäre um Hunderte von Millionen Euro, die vom Siemens-Aufsichtsrat abgenickte Erhöhung der Vorstandsbezüge um 30 Prozent und seit gestern die von der EU gegen Siemens verhängte Strafe von 420 Millionen Euro wegen so die EU-Wettbewerbsschützer “unerlaubter Kartellabsprachen”. Hört sich alles nicht besonders gut an. Und so wollen sowohl Klein-Aktionäre als auch einige Großanleger dem Vorstand die Entlastung verweigern.
Doch ob die Großinvestoren und Klein-Aktionäre in seltener Eintracht dem Siemens-Boss Kleinfeld das Leben tatsächlich schwer machen werden, ist inzwischen äusserst fraglich. Denn der gewiefte Siemens-Chef präsentiert unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung zwei Neuigkeiten, die geeignet sind, die Einigkeit unter den Siemens-Aktionären in Wohlgefallen aufzulösen.
Die milliardenschwere “Siemens VDO” soll ausgegliedert und an die Börse gebracht werden. Und zugleich gibt der Siemens-Konzern bekannt, dass er den texanischen Softwarehersteller UGS kaufen wolle, sofern die zuständigen Behörden diesem Vorhaben nicht widersprechen. Diese Entwicklung ist geeignet, die Großaktionäre zu besänftigen, so dass die Klein-Aktionäre mit ihrem Ärger über das bisherige Geschehen bei der Siemens AG allein stehen dürften. Erfahren wird die interssierte Öffentlichkeit davon nur wenig. Aber das habe ich ja bereits an anderer Stelle in diesem Blog beklagt.
Aufmerksame LeserInnen dieses Blogs dürften bereits gestern bemerkt haben, dass in der linken Spalte zwei neue “De.licio.us-Lesezeichen” hinzugekommen sind. “Social Bookmark” Nummer Eins betrifft einen (nennen wir ihn der Einfachheit halber einen “metaphorisch sich selbstbekennenden XXX“, der sogar ein eigenes Blog betreibt, auf das ich heute großzügig wie ich bin gerne auch verlinke) und das zweite Lesezeichen betrifft das Thema “Telefonieren mit Skype im Unternehmen”. Auch wenn die meisten Betriebsräte hierzulande in Sachen “Skype” noch völlig ahnungslos sein dürften, früher oder später kommt dieses Thema aufs Tapet der betrieblichen Mitbestimmung. Da kann es nicht schaden, sich das in Erinnerung zu rufen, was das “CIO-Weblog” zum Thema “Skype im Unternehmen” berichtet. Nämlich, dass viele Arbeitnehmer zumeist ohne Wissen und ohne Einverständnis ihres Arbeitgebers bereits heute Skype auf dem am Arbeitsplatz befindlichen PC nutzen.
Damit steht fest, dass der Betriebsrat aus verschiedenen Gründen früher oder später mit dem Thema “Internettelefonie via Skype” befasst werden dürfte. Zum einen, weil ähnlich wie bei der “Internetnutzung am Arbeitsplatz” auch zu Skype-Internettelefonie eine Betriebsvereinbarung erforderlich werden dürfte, um für die nötige Rechtssicherheit im Betrieb zu sorgen. Zum anderen, weil über die Zulässigkeit einer vom Arbeitnehmer vorgenommenen “unerlaubten” Softwareinstallation vehement gestritten wird.
War er nicht toll, der Klaus Kleinfeld? Sein Mitgefühl für die geschassten BenQler muss die Aktionäre und Börsianer ungemein gut gefallen haben. Und seine Erinnerung, dass mit der Siemens AG so Begriffe wie Integrität etc. pp. verbunden würden in der Öffentlichkeit. Toll, ganz toll, Herr Kleinfeld.
Die Aktionäre und Börsianer so weiß das “Handelsblatt” zu berichten freuen sich jedenfalls gehörig:
Die Börse reagierte begeistert auf die Siemens-Pläne. Der Aktienkurs kletterte um 5,95 Prozent auf 82,60 Euro. Damit war Siemens gestern mit weitem Abstand der Spitzenreiter im Dax.
Na geht doch. Die Malocher halten den Mund und den Aktionären genügt der Ausblick auf eine gehörige Dividende. Captialism live and ugly on stage.
Schon eine Weile her, dass hier über LIDL berichtet wurde. Aber dafür gibt es ja auch die LIDL-Kampagnen-Homepage. Und auf der stehen interessante und nachdenklich machende Dinge. Beispielsweise, dass der LIDL-Konzern zur Expansion seiner wirtschaftlichen Tätigkeit im europäischen Raum Kredite benötigt. Am liebsten Kredite zu günstigen Konditionen. Die wiederum gibt es jedoch nur bei Banken der öffentlichen Hand. Weil aber der LIDL-Konzern die im “Schwarzbuch LIDL” erhobenen Vorwürfe bislang nicht ausräumen konnte, gibt es in Europa Menschen, die nicht verstehen können, wenn die Eigentümer der Billig-Supermärkte LIDL und Kaufland auch noch billige Kredite bekommen sollen. Dieser Brief an die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ist dann die zwingende Folge dieses Missstands:
Berlin, 8. Januar 2007 Kreditvergabe Unternehmensgruppe Schwarz
Sehr geehrter Herr Direktor Schwarzer,
wie wir erfahren haben, entscheiden Sie in Kürze im zuständigen Gremium der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) über die Bewilligung eines Kredites in Höhe von 100 Millionen Euro an die Unternehmensgruppe Schwarz. Ziel ist demnach die Expansion der Konzerntochter Kaufland in Rumänien.
Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit den Handelsketten Kaufland und Lidl, die beide dem deutschen Unternehmer Dieter Schwarz gehören, fordere ich Sie dringend auf, diesen Kredit zur Zeit nicht zu bewilligen.
Sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland sind unzählige Verstöße von Kaufland und Lidl gegen die jeweilige Arbeitsgesetzgebung und die ILO-Standards dokumentiert. Das von der Gewerkschaft ver.di herausgegebene “Schwarz-Buch Lidl” und die Nachfolgepublikation “Schwarz-Buch Lidl Europa” belegen mit sehr vielen Zeugenaussagen und Fallbeispielen den zum Teil menschenverachtenden Umgang des Schwarz-Konzerns mit seinen Beschäftigten.
Ständige Verstöße gegen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie diskriminierendes Verhalten gegenüber Beschäftigten von Kaufland und Lidl widersprechen eindeutig den von der EBRD formulierten Grundsätzen.
Darüber hinaus ist von einer schrankenlosen Expansion dieser Ketten in Ost- und Südosteuropa eine Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten kleiner und mittlerer Händler sowie ein extremer Preisdruck auf örtliche Zulieferer zu erwarten.
Das Verhalten des Schwarz-Konzerns hat aus unserer Sicht momentan nichts mit fairen Arbeitsbedingungen und Handelsbeziehungen zu tun und ich bitte Sie und die Exekutivdirektoren der anderen Länder, dies bei Ihrer Abstimmung zu berücksichtigen.
Ulrich Dalibor Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und stellvertretender Vorsitzender von UNI-Handel Europa
nze richtig einsortieren zu können, hier noch ein paar Hintergrund-Informationen seitens der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft “ver.di”: Zum Hintergrund:
Die EBRD hat ihre Entscheidung über die Kreditvergabe vorerst vertagt. Derweil diskutieren im LIDL-Blog die Trolle.
Dass der frühere Personalvorstand und Namensgeber der “Hartz-Gesetze” keine Haftstrafe absitzen muss, ist wohl hinlänglich bekannt. Interessant hingegen das heute über die Blätter verbreitete Bedauern der früheren Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) darüber, dass das Gerechtigkeitsempfinden der Bürger durch Prozessabsprachen gefährdet würde.
Kein Widerspruch, Frau Leutheusser-Schnarrenberger nur zwei Fragen.
Bin soeben in der Spaßabteilung und damit im Blog von Horst Schlämmer gelandet. Und was soll ich sagen? Der stellv. Chefredakteur vom Grevenbroicher Anzeiger Tagblatt sucht eine Praktikantin. Hoffentlich bewirbt sich kein Mann bei Herrn Schlämmer. Könnte böse enden, jetzt wo das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt.
Ausschnitt aus dem in der “freitag” erschienenen Beitrag “Entfesselte Exekutive”, verfasst vom früheren Chefredakteur der Frankfurter Rundschau. Gefunden via F!XMBR
Dass die Siemens AG gerne Justitia bemüht, um sich unliebsame Kritiker vom Hals zu schaffen, ist nicht neu. Der jüngste Fall betrifft den vom “Hause Siemens” erhobenen Vorwurf der Verleumdung gegen einen Rechtsanwalt, der gegenüber dem ARD-Magazin “Monitor” am 21.12.2006 wenig Gutes über die Geschäftspraktiken bei der Siemens AG zu berichten wusste. Der “Monitor-Beitrag” ist via Web zu sehen. Einfach KLICK aufs Bild!
Das “Solizelt BenQ” erinnert in diesem Zusammenhang an einen Artikel aus dem Handelsblatt, wo es heißt:
Siemens zeigte unterdessen den Verteidiger eines Beschuldigten in der Korruptionsaffäre wegen Verleumdung an. Die Mitarbeiter der Anti-Korruptions-Abteilung - der Compliance-Abteilung - hätten sich stets korrekt verhalten, betonte Siemens am Mittwoch. Aussagen des Rechtsanwalts im ARD-Magazin Monitor, Mitarbeiter der Compliance-Abteilung hätten von dem so genannten System der ’schwarzen Kassen’ gewusst und dieses System sogar unterstützt, entbehrten jeder Grundlage. Vor allem gegen den Leiter des Compliance-Büros seien verleumderische Behauptungen aufgestellt worden, die Siemens entschieden zurückweise. Die Compliance-Abteilung sei in den laufenden Ermittlungen zentraler Ansprechpartner auf Seiten des Unternehmens für die Münchner Staatsanwaltschaft. Der Abteilungsleiter habe vor einer Woche als Zeuge ausgesagt. Gegen ihn würden keinerlei Anschuldigungen erhoben.
Nun steht am kommenden Donnerstag die Siemens-Hauptversammlung auf der Agenda. Für Klaus Kleinfeld, das Management und die Aufsichtsratsmitglieder nicht unbedingt das, was man eine “lustige Veranstaltung” nennen würde. Denn die Aktionäre sind sauer. Insbesondere die Belegschafts-Aktionäre dürften über Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und dessen Förderer Heinrich von Pierer eher verärgert und wütend sein, als dass sie der Arbeit des Siemens-Vorstands und seines Aufsichtrats, dem von Pierer vorsitzt, auch nur im entferntesten etwas Positives abgewinnen könnten.
Und so heißt es bereits zum Ende des vergangenen Jahres in der “Financial Times Deutschland”:
Siemens-Belegschaftsaktionäre wollen Entlastung verweigern Der Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre will bei der Hauptversammlung im Januar Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern. Die Liste der Kritikpunkte umfasst Korruptionsvorwürfe, das BenQ-Debakel und die schlechte Kursentwicklung.
Die Siemens AG, deren CEO ein gewisser Klaus Kleinfeld ist, hat bereits reagiert und überträgt die Hauptversammlung nur bis zum Beginn der Generaldebatte im Internet. Gleichwohl erzählt eben dieser Klaus Kleinfeld der “FTD” irgendwas von “Transparenz” und “absolutem Willen zur Aufklärung”:
Siemens-Vorstandsvorsitzender Klaus Kleinfeld will alles unternehmen, dass die Wahrheit über die Korruptionsaffäre herauskommt. “In fünf Jahren will ich, dass die Leute sagen, dass Siemens ein beispielhaft transparentes Unternehmen ist”, sagte der Konzernchef in einem Gespräch mit der Financial Times.
Ein prima Schritt in diese Richtung wäre es gewesen, die Hauptversammlung in voller Länge zu übertragen. Aber so wie sich die Lage derzeit darstellt, befürchte ich, dass der in FTD offenbar werdende “Wille” des Klaus Kleinfeld nichts weiter ist als “ein frommer Wunsch”.
Als hätte ich nicht genug damit zu tun, das “lawblog” und seinen Betreiber im Auge zu behalten. Nein, jetzt schreibt Herr Vetter auch noch anderswo.
Ich frage mich gerade, ob ich womöglich “Schuld daran trage”, wenn Rechtsanwalt Vetter in seinem Gastbeitrag titelt:
Wundern tät´s mich nicht angesichts des am rechten Seitenrand dieses Blogs zu findenden Bildchens:
Aber warum nur formuliert Rechtsanwalt Vetter immer so negativ? Wie sich das anhört: “Gegen ständige Überwachung” fehlt eigentlich nur noch ein Ausrufezeichen. Warum nicht mal was Positives, Herr Vetter? Beispielsweise:
Ach ja jetzt erinnere ich mich: Da war doch was.
“In der Rüstung sind sie fix, für die Bildung tun sie nix!” Wer diesen Slogan noch nie gehört hat, war noch nie auf einer Studenten- oder 1.-Mai-Demo. Und das Beste: Ein Blick auf den Wehretat der Bundesrepublik Deutschland und die miserable Haushaltslage der für Bildung zuständigen Bundesländer zeigt, dass die Demonstranten nicht ganz falsch liegen können mit ihrer Parole. Und auch die Wissenschaft bestreitet nicht, dass ohne staatliche Mittel keine Bildungspolitik zu machen ist. Deshalb heute im “37.6-Blog” im Volltext ein Beitrag aus den ARL-Nachrichten, Ausgabe 1/2006:
Hoffentlich bekomme ich jetzt keine Abmahnung wegen mutmaßlicher Verletzung des Urheberrechts. Sicher kann man sich da ja nie sein.
Oppps. Was sehen denn meine staunenden Augen hier?
Da maßt sich das Blog “Zappis Welt” doch tatsächlich an, einen Text zu präsentieren, der von einem hier regelmäßig Erwähnung findenden Dritten stammt. Schlicht und einfach: Zappi ist empört. Empört darüber, dass dieser “Dritte” eine Abmahnung nebst Kostennote versenden ließ. Doch um wieviel mehr empört wäre Zappi, wenn er jetzt auch noch den Inhalt dieser Abmahnung kennen würde? Würde Zappi doch dann wissen, dass Udo Vetter auch bekannt als “Der Erfinder des Blogdiebstahls” es aber so was von nicht mag, wenn man seine Texte nimmt, um daraus neue Texte zu machen und diese auch noch mit “Der Anwalt Udo Vetter” zu überschreiben. Der “23c3-Gastredner” Vetter bezeichnet dergleichen gerne als eine “Frotzelei” gegen seine Person. In jedem Fall aber verwahrt sich Vetter ausser gegen Trackbacks auch noch gegen das, was man gemeinhin “Zitieren” nennt jedenfalls dann, wenn das Zitierte nicht nach seinem Geschmack ist. Um es etwas plastischer zu machen: Beiträge mit einer Überschrift wie Udo Vetter ein Wichser? Vetter meint: Ja, sind überhaupt nicht nach dem Geschmack des Udo Vetter. Und noch weniger gefallen tut es ihm, wenn sein in der Überschrift zum Ausdruck kommendes und sicherlich “wenig schmeichelhaftes” Vettersches Selbstbekenntnis auch noch durch ein Bildzitat dokumentiert wird. So etwas sei vom Zitatrecht nicht mehr gedeckt.
Ja, und nun viele da draussen hatten es bereits vermutet ist der hier das “lawblog” beobachtende Spaßverteidiger im Besitz einer Abmahnung, die auf Veranlassung des mutmaßlichen Schutzpatrons des von Abmahnungswellen überspülten Klein-Bloggersdorf erfolgt ist. Das für die “strafbewehrte Unterlassungserklärung” gesetzte Ultimatum (Achtung! Kein Tippfehler von mir, sondern ein Zitat aus dem Anwaltsschreiben.) läuft ab am:
Wenn das mal kein Formmangel ist?! Eine Frist ohne Uhrzeit
Na, dann ist ja noch Zeit genug, um Marcel Bartels mal zu fragen, ob ich eines seiner vielen Katzenbilder haben kann. Vielleicht gibt mir das in Sachen Abmahnung erfahrene Partnerblog von Marcel ein paar Tipps. Ich weiß nämlich jetzt gar nicht, ob ich das mir zugegangene Anwaltsschreiben (wegen der vermeintlichen “Schöpfungshöhe”), nebst “Unterlassungserklärung” auf dieses Blog hier setzen darf oder hilfsweise zumindest einen E-Mail-Versand vornehmen darf.
Bestimmt meldet sich Marcel nachher kurz bei mir findet doch heute mittag eine besonders interessante Gerichtsverhandlung mit Marcel als Beteiligtem statt. Konkret geht es um die Folgen einer von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel veranlassten Abmahnung Sachen gibt´s.
Na gut, dann gibt es halt keine Einsicht in das Anwaltschreiben. Wollen doch nicht irgendwelchen “Dritten” eine Freude machen.
Es gibt ja Blogger so wie ihn hier, die finden gar nicht genug lobende Worte für die Unternehmenskommunikation der Siemens AG und ihres bloggenden CEO Klaus Kleinfeld. Dieses Blog hier nimmt sich von dieser Lobhudelei ganz klar aus. Nicht genug damit, dass Klaus Kleinfeld lieber auf Josef Ackermann hört als auf mich Nein, auch die vor mir liegende Einladung zur Siemens-Hauptversammlung am kommenden Donnerstag in Münchens Olympiahalle widerlegt alle Kleinfeld-Jubelgesänge in Klein-Bloggersdorf.
Ich würde ja schon ganz gerne
Aus dem Blickwinkel einer auf Offenheit angelegten Unternehmenskommunikation nämlich ist das der Einladung beigefügte Informationsblatt für den mit “Sehr geehrter Aktionär” angesprochenen Skowronek ein wahrer Lichtblick. Denn der Punkt “Wortmeldungen und Generaldebatte” ist das Interessanteste. Zusammengefasst heißt es darin: Bild- und Tonbandaufzeichnungen verboten. Stenographisches Wortprotokoll gibt es auch nicht. Und selbst die Presse darf sich nicht frei bewegen Zitat: “Pressevertreter erhalten nach vorheriger Absprache Gelegenheit, von den Ausführungen des Versammlungsleiters und der Rede des Vorstandsvorsitzenden [sic. also Klaus Kleinfeld] Aufzeichnungen anzufertigen.”
Hey, da strahlt die SAP AG ja in völlig neuem Glanz. Ermöglichen die Walldorfer den daheim gebliebenen “sehr geehrten Aktionären” doch zumindest den kompletten Hauptversammlungs-Genuss via Internet-Übertragung. Die Siemens AG geht mit dem Internet völlig anders um. Bei ihr heißt es: “Die Abstimmungsergebnisse werden nach der Hauptversammlung unter der Siemens-Internetadresse (http://www.siemens.com/hauptversammlung) unverzüglich bekannt gegeben.” Na logisch. Wird die Siemens-Hauptversammlung doch auch nur bis zum Beginn der Generaldebatte via Internet übertragen. Ganz nach dem Motto: “Wenn´s am schönsten wird, schalten wir uns aus.”
Jetzt würde mich aber wirklich interessieren, ob die Siemens AG jemand aus “Klein-Bloggersdorf” zum “Live-Bloggen” einlädt. Schließlich geben sich ein paar Blogger unmittelbar vor der Hauptversammlung ein Stelldichein in München. Jedenfalls wünsche ich jedem potenziellen Live-Blogger ausgezeichnete Kenntnisse in Stenographie und ein filmografisches Gedächtnis. Und für den Fall, dass der Siemens AG die eine oder andere Passage im Blog nicht gefallen sollte, Ach, was rede ich denn? Live-Blogger, die dazu fähig wären, würde die Siemens AG doch nie einladen. Falls doch: Ich komme sehr gerne am kommenden Donnerstag nach München.
Die Rede ist von den “Pressemitteilungen”. Soeben entdecke ich nach meiner Rückkehr aus dem Düsseldorfer Orkan-Asyl (Slawo, für Deine Gastfreundschaft noch mal ganz herzlichen Dank) folgende gestern nachmittag hier eingetrudelte E-Mail mit einer Erklärung vom 11. Januar 2007:
Die Mitarbeitervertreter haben von den Ausführungen Kenntnis genommen und sehen der weiteren Entwicklung mit Interesse und Sorge entgegen. Insbesondere hoffen die Mitarbeiter, dass diese Strategie nun endlich den Weg in eine stabile Zukunft nicht nur aufzeigt sondern auch garantiert. Die mit den geplanten Veränderungen vorgesehenen erneuten Personalabbaumassnahmen werden ausserordentlich bedauert.
Der Europäische Betriebsrat erwartet, dass die Konzernleitung alle Möglichkeiten im Raume Europa ausschöpft, eventuelle Kündigungen zu vermeiden und in den Ländern wo sie unumgänglich sein sollten mit entsprechenden guten Sozialplänen abgefedert werden. Der EWC gibt seiner Erwartung Nachdruck, dass alle kommenden durch die Konzernleitung vorgesehenen Veränderungen umgehend auch dem EWC kommuniziert werden.
Für Rückfragen steht der mehrsprachige EWC Vizepräsident Miguel Angel Aparicio gerne zur Verfügung
< S c h n i p p >
Bereits Klempner-Lehrling Azubi Werner Brösel hat die GEMA zu schätzen gewusst.
Gema Bier holen! Nee!! Erssma GEMA-Gebühren bezahlen.
ich finde, dass dieses bei Golem zu findende und an die GEMA gerichtete Dankeschön seine volle Berechtigung hat. Oder kannte irgendjemand bisher “Rapidshare”?
Hat der Orkan womöglich auch bei Apple gewütet? Jedenfalls sehe ich diese Meldung heute zum ersten Mal. Aber nach fünf Jahren Nutzung des Mac-Account musste sowas ja mal passieren. Okay. Überzeugt. Ab aufs Sofa und Beine hoch. Ich wünsche ein Schönes Wochenende.
Das müssen auch in Berlin-Charlottenburg wohnende Leichtmatarosen neidlos anerkennen: Edmund Stoiber kann es. Allen Abgesängen und Totenliedern zum Trotz hat er sich in den letzten Stunden des gestrigen Tages sämtlicher Attacken entledigen können. Fast scheint es so, als fände Edmund Stoiber doch gelegentlich die Zeit, um aufmunternde Worte wie die hier oder auch die hier zu lesen.
Na gut die BILD hat gehörig dazu beigetragen, dass die Abwehrstrategie des Bayern-Chefs ein voller Erfolg (zumindest parteiintern) werden konnte. Aber der Seehofer muss sich auch nicht wundern, wenn seine Art der Lebensführung bei den konservativen Parteifreunden nicht gut ankommt. Wo doch alle in der CSU so sehr bedacht sind auf eine in Einklang mit der katholischen Sexualmoral stehende Lebensführung. Vermutlich war Stoibers und Seehofers Parteifreundin Pauli sehr gut beraten, als sie sich eine Nachforschung in ihrer Privatsphäre verbat?
Die jüngsten Berichte aus Wildbad Kreuth über den Erfolg des Edmund Stoiber sollten Frau Pauli eine weitere Warnung sein. Ich hatte ja schon angedeutet, dass während der CSU-Klausurtagung “scharf geschossen” würde.
Aber wer hätte ahnen können, dass die Schüsse nicht Gabriele Pauli, sondern Horst Seehofer treffen würden? Und wer hätte geahnt, welch große Sympathie BILD-Chef Kai Diekmann für Bayern-Chef Edmund Stoiber empfindet? Aber bestimmt liegt es auch am innigen Verhältnis zwischen Stoiber und dem Bären Bruno, dem Shooting-Star der BILD im vergangenen Jahr.
Strafverfahren gegen Peter Hartz in Braunschweig eröffnet und ich empfehle den Artikel von Hans Leyendecker in der “Süddeutschen Zeitung” von heute als Lektüre.
Die Kardinalfrage, “ob das angebliche Schmieren eines Betriebsratschefs dem Unternehmen schadet oder nutzt”, wird laut “Süddeutsche.de” jedoch weder im Gerichtssaal von Braunschweig noch anderswo juristisch erörtert. Darüber bestünde zwischen Anklägern und Strafverteidigung Einvernehmen.
“Das Urheberrecht hat sich mittlerweile zu einem großen Problem entwickelt. Es wurde erfunden, um die Kreativen zu schützen, mittlerweile verhindert es jedoch Kreativität [ ] Auf der anderen Seite müssen die Kreativen Einnahmen haben, sonst passiert auf lange Sicht keine Kreation. Es muss Geld zu den Kreativen fließen und es muss möglich sein, über die Welt zu berichten.” Das sagt der österreichische Filmemacher Virgil Widrich in einem Gespräch mit dem “Tonspion”.
Und zu genau diesem Thema findet heute am Potsdamer Platz in Berlin eine Veranstaltung der “Initiative Urheberrecht” statt, worüber die Initiative auf ihrer Homepage Folgendes schreibt:
Der Original-Text samt Hyperlinks findet sich auf der hier zitierten Homepage.
“Glauben Sie´s oder nicht ” hat Klaus Kocks zwar so nicht gesagt. Aber amüsant ist das, was er gesagt hat, auf alle Fälle. Hier eine Kostprobe:
Alles von Kocks gibt es hier und gefunden habe ich es bei Martina Kausch.
Monika Piel (WDR-Intendantin) und Thomas Roth (ARD-Hauptstadtstudio) können jedenfalls laut der Fernsehzeitschrift “Gong” scheinbar nicht miteinander. Roth muss wieder zurück nach Moskau. Aber den “Bericht aus Berlin” hätte Roth wohl so oder so nicht mehr gemacht. Ob´s am von Thomas Roth und Thomas Baumann gleichermaßen verschnarchten Brutto-Netto-Versprecher der einstigen Kanzlerkandidatin Angela Merkel liegen mag? Nur so eine Idee. Denn noch ist das Regelwerk des “WDR-Monopoly” unbekannt.
GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer fährt schwere Geschütze gegen Annette Schavan auf. In einer Pressemitteilung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) heißt es unter anderem:
So berechtigt mir die Kritik erscheint. Eine Frage sei gestattet: Warum bitteschön kommt die GEW-Pressemitteilung erst am 15. Januar 2007, wo doch der “nationale Bildungsbericht” bereits im Jahr 2006 erschien? Pressearbeit hat auch was mit Tempo zu tun. Da gelten für Gewerkschaften keine Sonderregeln.
Arbeitgeber-Anwälte werden grundsätzlich ordentlich bezahlt. Umso erstaunlicher, wenn dann so was zu lesen ist:
Heute im Gütetermin beim Arbeitsgericht. Ein Kündigungsschutzverfahren. Ich vertrete den gekündigten Kläger. Der Gegner beharrt darauf, dass er das Arbeitsverhältnis doch nachweislich gekündigt habe und wird dabei auch noch lautstark. Das sei am 15.12.2006 gewesen. Mit einer SMS und die habe er noch gespeichert. Und jetzt das Beste: Die gegnerische Kollegin macht sich das zu eigen und beharrt auf dem Vorliegen einer wirksamen Kündigung. Auf den Hinweis der Vorsitzenden, dass hier ein Problem “mit § 623″ bestehe, antwortete die Kollegin nur behende, dass Annahmeverzug doch keine Rolle spiele (?). Nach einer etwas ausführlicheren “Rechtsberatung” durch das Arbeitsgericht wurde die Kündigung dann schliesslich zurück genommen. Vergangenen Montag RA Henning Wüst in seinem “arbeitsrechtblog”.
Ob die hartnäckige Arbeitgeber-Anwältin beim Skat gerne auf den Stock reizt? Beim Juristenskat sollte sie das besser lassen. Denn es könnte ja noch ein “§ 293 Bube” im Skat schlafen. Und der macht jedes “§ 623-Solo” kaputt. Henning Wüst soll´s wurscht sein. Sein Mandant ging als Sieger vom Tisch
Deutschland den “Kranken Mann” Europas zu rufen, ist ja eher die Sache der Marktschreier und Philister. Im Moment sind die aber gut zufrieden. Der Aufschwung ist da und die Maastricht-Kriterien sind ebenfalls erfüllt. Alles in Ordnung aus neoliberaler Sicht. Sogar die Arbeitnehmerschaft in deutschen Landen spurt wieder prima. “Die Welt” meldet unter Berufung auf eine Studie des Bundesgesundheitsministeriums:
Die Angst vor Arbeitslosigkeit treibt die Menschen in die Betriebe. Die durchschnittlichen Fehlzeiten sind seit sieben Jahren in Folge rückläufig. Der Krankenstand erreicht das niedrigste Niveau seit 1970.
Leider ist die oben erwähnte Studie auf der Homepage des BMG nicht zu finden. Mal sehen, ob das Bundespresseamt mir als Auskunft ersuchenden Journalisten weiterhelfen kann.
Aber jetzt mal im Ernst: Was ist denn das für eine Gesellschaft, wo Menschen von Angst getrieben zur Arbeit gehen? Womöglich noch zu Hungerlöhnen?! Noch habe ich den Bericht des Bundesgesundheitsministeriums nicht gesehen. Aber eines dürfte schon jetzt klar sein: Wer trotz Beeinträchtigung seiner körperlichen oder psychischen Funktionen trotzdem arbeiten geht, weil er Angst hat, er könne andernfalls seine Anstellung verlieren, lebt alles andere als gesund. Vielleicht ist das ein weiterer Grund dafür, weshalb arme Menschen eher sterben als die Reichen dieses Landes. Welcher Gutbetuchte schleppt sich schon mit Fieber und Gliederschmerzen für acht und mehr Stunden ins Büro oder in die Produktionshalle?
Und irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass bei allen positiven wirtschaftspolitischen Eckdaten Deutschland weiterhin der “Kranke Mann” Europas ist. Denn:
Mag sein, dass die Folgen des in unserer Gesellschaft grassierenden Hangs zur Selbstzerstörung erst dann zutage treten, wenn Ulla Schmidt schon ihr Ministeraltersruhegeld bezieht und Angela Merkel als Beraterin für den einen oder anderen Atomkraftwerkehersteller tätig ist. Aber die Opfer eines kaputten Arbeitsmarktes und einer noch kaputteren Arbeitsmarktpolitik samt eines faktischen Arbeitszwangs ohne Rücksicht auf das persönliche Wohlbefinden werden dem Gemeinwesen früher oder später derart auf der Tasche liegen, dass wir die “Rente mit 67″ für einen Treppenwitz der Geschichte halten werden.
Mir soll´s egal sein. Meine Kinder sind nicht blöd und werden irgendwo auf der Welt ihren Platz finden. Und auch ich habe nicht die Absicht, meine Asche auf irgendeiner deutschen Grünfläche verstreuen zu lassen. Da ist mir das Mittelmeer oder ein anderer idyllischer Flecken auf dieser Welt weitaus lieber. Aber was machen die, die sich nur aus Angst vor drohender Erwerbslosigkeit mit Fieber und anderen Gebrechen zur Arbeit schleppen?
Nachwort: Bleibt nur zu hoffen, dass jetzt nicht auch noch die Betriebsräte damit anfangen, auf ihre Schulungsansprüche gemäß § 37.6 und § 37.7 BetrVG zu verzichten. Denn der Betriebsrat ist schließlich auch für den Arbeits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (§ 87 I Nr. 7 BetrVG) zuständig. Und in manchem Betrieb scheint es mir angebracht zu sein, mal eine Betriebsversammlung zum Thema “Krankheitsbedingte Kündigung” durchzuführen. Denn eines verschweigt “Die Welt” ganz geflissentlich in o.g. Artikel: Dass eine zeitweilige Arbeitsunfähigkeit noch lange kein Grund für eine Kündigung ist. Jedenfalls nicht dort, wo das Kündigungsschutzgesetz gilt. Genau deshalb wollen CDU/CSU und die FDPisten natürlich den Kündigungsschutz weg haben. Als ob Zeitarbeit Leiharbeit und Befristungen nicht schon ausreichend wären. Krank. Einfach nur krank.
Dass mir Charles Bronson um Lichtjahre sympathischer ist als Udo Vetter, dürfte dem unter Beobachtung dieses Blogs stehenden bloggenden Strafverteidiger bewusst sein. Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, warum “mein neoliberaler Freund” sich jetzt in der Rolle “Ein Mann sieht Rot” so gut gefällt. Jetzt hat der Zensurier-Wahn des Udo Vetter einen weniger “böswilligen” Menschen als mich erwischt: Joachim Walther vom “Oldblog”. Bildchen zeigt das “lawblog” und die Hintergründe dazu sind zu erfahren in: Joachims “Oldblog”.
Das Gebaren des Strafverteidigers Udo Vetter überrascht mich ja nicht wirklich. Warum auch? Schließlich schreibt Vetter ja über sich selbst:
Ich bin [ ] Ein kleiner Wichser
den Fall, dass jemand es nicht glauben mag, ein Bildchen von Udos “sympathischer Schreibe” auf Unterschichten-Niveau:
Und da gibt es tatsächlich Leute, die einen fragen: Was haben Sie nur gegen den Vetter?
Das ARD-Nachtmagazin zu sehen lohnt. In gewohnt charmanter Art moderiert Gabi Bauer das an, was manchen Büronomaden des 21. Jahrhunderts sehr wohl interessieren dürfte: Programme, die direkt vom USB-Stick lauffähig sind. Und hier ist die englischsprachige Website, auf der es diese eingedampften Programme für den USB-Stick gibt. Ist doch schön, wenn man seinen Thunderbird, Firefox oder seine OpenOffice-Version unkompliziert in der Hemdtasche bei sich trägt.
Gesundheitsreform die Wievielte? +++ Eddi unter Druck +++ Michael Glos der Atomlobbyist usw., usf. Hier: K L I C K
Geht es um Videoüberwachung im Betrieb, ist der Betriebsrat zu beteiligen. So hat er gemäß § 80 I Nr. 1 BetrVG auch darauf zu achten, dass der Arbeitgeber bei der Videoüberwachung einschlägigen Gesetze namentlich das Bundesdatenschutzgesetz, Kunsturhebergesetz und Strafgesetzbuch beachtet. Weiters ist das Mitbestimmungsrecht gemäß § 87 I Nr. 6 BetrVG (“Zur Überwachung geeignete technische Einrichtungen”) und mit Blick auf das durch Videoüberwachung regelmäßig betroffene Persönlichkeitsrecht der Beschäftigten naturgemäß auch § 75 II BetrVG einschlägig. Sämtliche Einzelheiten dazu stellt Bruno Schierbaum in der Zeitschrift “Computer Fachwissen 12/2006″ dar. Nachfolgend die Eckpunkte einer Betriebsvereinbarung zur Videoüberwachung: 1. Gegenstand und Geltungsbereich persönlich und sachlich 2. Zweckbestimmung genaue und abschließende Eingrenzung des Verwendungszweck Ausschluss der Überwachung der Beschäftigten 3. Von der Kameraüberwachung betroffene Bereiche abschließende Festlegung der betroffenen Bereiche und Dokumentationen anhand von Skizzen (Grundrisse der Gebäude) in einer Anlage zur Betriebsvereinbarung 4. Dokumentation des Videoüberwachungssystems abschließende Dokumentation des Systems in Anlagen zur Betriebsvereinbarung 4.1 Geräte (Hardware) Auflistung aller Geräte mit Standorten 4.2 Systembeschreibung Dokumentation des Leistungsumfangs 4.3 Position/Reichweite der Kameras Dokumentation der Position und der tatsächlichen Reichweite der Kameras anhand von Skizzen 4.4 Zugriffsberechtigte Personen abschließende Festlegung der zugriffsberechtigten Personen (zum Aufzeichnungsgeräte und zu den Bändern) Beteiligungsrechte des 4.5 Schnittstellen Ausschluss von Schnittstellen zu andern datenverarbeitenden Systemen 5. Aufzeichnungen wenn Aufzeichnungen erforderlich sind: genaue Festlegung des Zeitraums und des Umfangs 6. Aufbewahrung der Videobänder (Speichermedien) sichere Aufbewahrung der Videobänder (bzw. der Aufzeichnungsmedien) 7. Rechte der Beschäftigten Information aller Beschäftigten über die Videoüberwachung Demonstration der Reichweite und der technischen Möglichkeiten des Systems mit Beginn der Videoüberwachung 8. Rechte des Betriebsrats Kontroll- und Überwachungsrechte 9. Änderung und Erweiterung des Systems Änderungen und Erweiterungen unterliegen der Mitbestimmung des Betriebsrats 10.Meinungsverschiedenheiten bei nicht zu lösenden Meinungsverschiedenheiten Anrufung der Einigungsstelle, die verbindlich entscheidet 11. Abschaffung des Kameraüberwachungssystem Abschaffung, wenn andere Sicherungsmethoden zu bekommen sind 12. Inkrafttreten und Kündigung
Entnommen dem in der Fachzeitschrift “Computer Fachwissen” Heft 12/2006 erschienenen Beitrag “Das Recht am eigenen Bild” von Bruno Schierbaum.
Die Fachzeitschrift “Computer Fachwissen” erscheint beim Arbeitrecht im Betrieb Verlag und trägt seit neuestem den Namen “Computer und Arbeit”.
“Kleider machen Leute”, sagt ein Sprichwort. Bestimmt ist das auch ein Grund dafür, weshalb schon mancher Drecksack in feinstem Zwirn gesehen worden sein soll. Nein, ich meine nicht Herrn Ackermann von der Deutschen Bank oder Herrn Esser, sondern denke da ausschließlich an Anlagebetrüger und andere unseriöse Profitmacher.
Wolfgang Däubler hat sich dieses Themas mal aus dem Blickwinkel des Betriebsrats angenommen und seine Kolumne in der Zeitschrift “der betriebsrat” dem Thema “Business-Verkleidung” gewidmet. Klick aufs Bild führt zur PDF-Datei. Hinweis: Das Urheber- sowie sämtliche Nutzungs- und Verwertungsrechte liegen beim Autoren und beim Verlag und unterliegen gerade nicht der hier geltenden Creative Common Lizenz!
Schönen Dank an Wolfgang Däubler dafür, dass er der Veröffentlichung seiner Kolumne in meinem Blog zugestimmt hat. Und ebensolchen Dank an die Redaktion von “der betriebsrat”, dass sie mir den Text als PDF-Datei überlassen hat.
Kaum ruft die IG Metall zum Widerstand gegen “Die Rente mit 67″ auf, meldet sich “Spaßbremse” Dieter Hundt vom Bundesverband der Deutschen Arbeitgeber zu Wort, um das Hohelied der repräsentativen Demokratie anzustimmen: “Rechtswidrige Protestaktion”, “Politischer Streik” und “Nötigung des Gesetzgebers”.
Zur Erinnerung: Dieter Hundt hat auch schon ganz andere Töne zum Thema “Demokratie” angeschlagen. Aber da ging es ja auch um Demokratie und Wahlen im Betrieb.
“Nicht nur Zimmermädchen, auch Friseure, Wachleute und Altenpfleger haben kaum Rechte”, schreibt das “Hamburger Abendblatt” und präsentiert eine Lage des deutschen Arbeitsmarktes, die hinreicht, um die Ideologie des “Freien Marktes” ad absurdum zu führen und stattdessen für einen gesetzlichen Mindestlohn zu plädieren rigoros überwacht durch staatliche Aufsichtsorgane.
Zur Lage im Hotelgewerbe schreibt die Hamburger Zeitung:
In der Diskussion um Dumpinglöhne werden neue Vorwürfe laut. So prangern die Gebäudereinigungsfirmen jetzt die Hotels an: “Die Betreiber wissen genau, dass die Arbeit zu Dumpinglöhnen geleistet wird”, sagt Marc Peters (Name geändert), Objektleiter einer Hamburger Hoteldienstleistungsfirma.
Und wer meint, die Idee vom “Billiglohnland Deutschland” brächte nur Arbeitnehmer in existenzielle Nöte, sollte unbedingt mal im KMU-Blog vorbeischauen, um zu sehen, dass sich Hungerlöhne sehr wohl auch im Unternehmer-Lager nachteilig auswirken.
Tipp: Ver.di hat eine Hotline für Beschäftigte im Niedriglohnsektor eingerichtet! Mehr dazu im Mindestlohn-Blog:
Das im Hintergrund dieses Blogs laufende Statistikprogramm verrät mir, dass aktuell jemand ganz intensiv nach den Begriffen “INSM” und Focus-Mann “Henning Krumrey” sucht und natürlich auch in diesem Blog landet. Noch habe ich keinen Schimmer, aus welchem Grund die Begriffe derzeit so gefragt sind.
Aber der von mir überaus geschätzte FOCUS und dessen FDP-Hofberichterstattung samt Hofschreiber Hennning Krumrey ist einer Würdigung immer wert. Marcel Bartels vom Blog “Mein Parteibuch” hat in seinem Wiki dem “Focus” sogar einen lexikalischen Eintrag gewidmet. Hier eine kleine Kostprobe:
Chef des Focus ist FDP-Mitglied Helmut Markwort, ein Vertreter der ausgelagerten Propagandaabteilung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall INSM. Verleger des Focus ist Hubert Burda, der für die hohe redaktionelle Qualität entsprechend dem Hausstandard der Medien des Burda-Verlags verantwortlich ist. Auch die Journalisten beim Focus, die nicht Mitglied der FDP sind, haben die wenigen Worte, die sie verwenden, um ihre Bildchen zu kommentieren, deshalb in einem der FDP und den Arbeitgebern wohlwollenden Sinne zu verwenden.
Na, das erklärt doch auch, warum Focus-Reporter Henning Krumrey nicht immer dort zu sein scheint, wo die Musik spielt. Hinweis: Im “Parteibuch-Wiki” ist der oben zitierte Text natürlich mit Hyperlinks garniert. Ich wünsche Viel Spaß!
Gehörte der Film “Sex, Lügen und Video” zu den Top-Filmen unter Arbeitsrechtlern. Wer würde sich darüber wundern? Schließlich sollen in hiesigen Unternehmen 400.000 Videoüberwachungsanlagen installiert sein. Und immer wieder haben die Arbeitsgerichte über die Rechtmäßigkeit von Videoaufnahmen zu entscheiden.
Zu den Grundsatzentscheidungen des Bundesarbeitsgerichts zum Thema “Heimliche Videoüberwachung” zählt das Bundesarbeitsgerichts-Urteil vom 27. März 2003 - 2 AZR 51/02.
In der Entscheidung geht es um die Rechtmäßigkeit einer ohne Beteiligung des Betriebsrats heimlich vorgenommenen Videoüberwachung, um eine unter dem Verdacht der Unterschlagung stehende Angestellte eines Getränkemarktes der Tat zu überführen. In der Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts heißt es:
Die heimliche Überwachung mit Videokameras stellt einen Eingriff in das durch Art. 2 Abs. 1 GG geschützte Persönlichkeitsrecht des Betroffenen dar. Beweise, die durch solche Eingriffe erlangt werden, können einem Verwertungsverbot unterliegen. Das Gericht darf ein solches Beweismittel nur dann berücksichtigen, wenn besondere Umstände, zB eine notwehrähnliche Lage, den Eingriff rechtfertigen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren. Hier diente der Eingriff dem Beweis vermuteter, von der Klägerin heimlich begangener strafbarer Handlungen. Die Beklagte durfte die Klägerin deshalb mit Videokameras verdeckt überwachen, weil nach den Feststellungen der Vorinstanzen ein hinreichend konkreter Verdacht bestand, der nicht oder nur schwer mit anderen, das Persönlichkeitsrecht der Klägerin wahrenden Mitteln geklärt werden konnte. Die Kündigung ist auch nicht bereits deswegen unwirksam, weil, wie die Klägerin behauptet, der Betriebsrat vor der Installation nicht beteiligt wurde. Zwar hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Installation technischer Einrichtungen, mit denen das Verhalten der Arbeitnehmer überwacht werden soll (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Die - von der Beklagten bestrittene - Verletzung dieses Rechts führt hier aber schon deshalb nicht zu einem Verwertungsverbot im Kündigungsschutzprozeß, weil der Betriebsrat der Kündigung in Kenntnis des durch die Überwachung gewonnenen Beweismittels zugestimmt hat.
Morgen geht es hier um die Beteiligungsrechte des Betriebsrats im Zusammenhang mit der Videoüberwachung im Betrieb.
Bild stammt vom 31.12.2006 und kommt vom “Pantoffelpunk”.
Damit dürfte auch klar sein, weshalb mindestens ein Unterbelichteter unter meinen Berufskollegen die Phrase vom “Putsch” gegen CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber in die Welt gesetzt hat.
Lieber Edmund Stoiber, ich wünsche: Guten Rutsch in Wildbad Kreuth!!!
Kinderpornos mögen vorwiegend im Internet zu finden sein. Pädophile indes können überall sein. Auch im Betrieb oder in der Dienststelle. Deshalb mal ein Link zum Verein Zartbitter.
In der bei “Zartbitter” als PDF erhältlichen Datei “Missbrauch in Institutionen” heißt es etwa:
Mit anderen Worten: Auch Betriebsräte, Personalvertretungen, Mitarbeitervertretungen und Jugend- und Auszubildendenvertretungen sollten sich mit dem Thema “Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen” befassen.
Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, dass das hier zu lesen war:
Dieser Ansicht hat sich nun das Sozialgericht Koblenz angeschlossen. Einzelheiten zum Verfahren im JuracityBlog von RA Michael Felser.
So stellt sich die Lage dar, wenn in Deutschland Musik-Dateien herunter-, hochgeladen und getauscht werden. In Spanien kann man darüber nur den Kopf schütteln.
So hat ein Gericht im nordspanischen Santander eine Urheberrechtsklage gegen einen Musik tauschenden Internetnutzer aus folgenden Erwägungen abgewiesen: Der “Diebstahl geistigen Eigentums” setze die Absicht der eigenen Bereicherung aus. Der Angeklagte habe aber gerade nicht kopiert, um sich persönlich zu bereichern.
Bericht in Spanisch unter: Una juez sentencia que descargar música por Internet no es delito Übersetzung ins Englische via Google-Translation: A judge sentence that to unload music by Internet is not crime
“Volk ans Gewehr! Dem Stoiber geht´s schwer.” Nur so ist die mediale Botschaft von einem “Putsch” gegen Edmund Stoiber zu verstehen. Und ich frage mich mal wieder: Was mag Journalisten umtreiben, wenn sie so schlampig mit Begriffen umgehen?
Keine Ahnung vom Betriebsverfassungsgesetz, ein sorgloser Umgang mit Nazi-Vokabular und eine “Rechercheleistung”, die lediglich als schlechtes Beispiel taugt. Und jetzt der grob fehlerhafte Gebrauch des Begriffes “Putsch”.
Ein Putsch oder Staatsstreich ist der Versuch einer Minderheit, mit einer überraschenden, meist gewaltsamen Aktion die Regierung zu stürzen und die Macht im Staat diktatorisch zu übernehmen. Putschisten sind in der Regel hohe Militärs oder Führer paramilitärischer Organisationen.
Fast scheint es so, als ob nicht nur die Qualität des Journalismus in der Krise steckte, sondern der Schuh an noch ganz anderer Stelle drückte. Martina Kausch bringt es in ihrem Blog auf den Punkt, wenn sie den Journalisten ins Stammbuch schreibt:
[ ] wenn Ihr damit (sic. “Putsch”) eine demokratische Forderung der Basis meint, über den Kandidaten abzustimmen, dann stimmt mit Eurer Gesinnung etwas ganz gewaltig nicht und Ihr solltet möglichst schnell Euren Job aufgeben. Denn damit scheint eher Ihr eine Gefahr für unser Wertesystem zu sein.
Passt wunderbar zu der Lagebeschreibung des deutschen Journalismus, gegeben von dem schweizerischen Journalisten Frank A. Meyer anlässlich der Verleihung des Journalistenpreises der Otto-Brenner-Stiftung:
Gibt es Demokratie ohne Parteien? Und gibt es Parteien ohne Parteilichkeit? Wo bin ich, wenn ich in Deutschland bin? In einer Demokratie? Oder in einem Land voll unerfüllter Sehnsucht nach dem politischen Führertum?
Nach dem die Presselandschaft beherrschenden “Putsch-Vorwurf” dürfen diese Fragen erneut gestellt werden.
K L I C K ! ! !
Und wo wir gerade beim Thema “Strafverteidiger Udo Vetter aus Düsseldorf” sind, dürfen die Themen “Pädophilie” und “Datenschutz” nicht fehlen.Da lässt der schwarzgewandete und gelb-gefärbte Schlingel aus Düsseldorf-Derendorf mal wieder eine seiner typischen PR-Aktionen vom Stapel und das Gros seiner Leser ist begeistert.
Nur eine ganz kleine Minderheit der Lawblog-Leserschaft durchschaut die geringe rechtsdogmatische Stringenz und Überzeugungskraft der von “Mister Lawblog” aka Udo Vetter gewählten Argumentationsführung. Und weil ein Blog immer so benutzerfreundlich ist wie sein Herr medienkompetent, ist eine Verlinkung der im “Udo-Vetter-Ich-Bin-Der-Größte-Blog” zu findenden Kommentare nicht möglich. Deshalb hier ein paar Zitate:
Zu beginnen ist mit ein paar Zeilen aus Kommentar Nummer 290, wo “RA Straub” schreibt:
Es ist aber albern so zu tun, als wäre der vom Kollegen Vetter geschilderte Sachverhalt zutreffend ist (dafür fehlte ihm schicht die Kenntnis der Umstände, weil dazu mehr gehört, als einen Zeitungsartikel zu lesen). Die rechtliche Wertung in dem Schriftsatz (sic. von Udo Vetter) ist - vorsichtig formuliert - kreativ. Stammte sie nicht von einem Kollegen, sondern von einem Stundenten an der Uni würde ich sie wohl mit abwegig kennzeichnen.
“Dirk” schreibt in Kommentar Nummer 304:
Leider sind es gerade die Leute, die dem Geblöke einzelner hinterherlaufen, die bei einer Volksabstimmung die Gefahr darstellen würden. Insofern fällt diese Ausführung leider eher auf sie zurück
Dieser Satz ist unmissverständlich an die applaudierende Udo-Vetter-Fan-Gemeinde adressiert. Das bekommt “Dirk” auch prompt zu spüren. Denn die neoliberalen Zeitgenossen und Schwärmer für eine “Kultur der Freiheit” mögen es nicht, wenn ein kritischer Geist ihrem Vortänzer auf die Füße tritt und die Meinung geigt.
Doch “Dirk” steht nicht lange allein in der rechtsdogmatischen Wüste namens “Lawblog”. “RA Straub” meldet sich auch noch mal zu Wort, um die Subsumtionsfehler des Udo Vetter am Beispiel der “Rasterfahndung” zu verdeutlichen. In Kommentar Nummer 306 schreibt er:
[ ] Ich habe Verständis dafür, wenn sich viele Menschen dabei unwohl fühlen und sich eine richterliche Überprüfung wünschen. Ich hätte mir nur gewünscht, daß das von jemandem initiert wird, der sich ernsthaft und intensiv mit der Problematik auseinandersetzt. Der Stil des Kollegen Vetter (erst schießen, dann fragen) ist mir nicht sonderlich sympathisch - auch wenn er auf potentielle Mandanten offenbar eine gute Wirkung zeigt.
Die “Udo-Vetter-MeuteGemeinde” reagiert darauf wie der Pawlowsche Hund, wenn es Fresschen gibt und watschen jeden ab, der “ihrem Udo” ans Bein pinkelt. RA Schwartmann trifft es deshalb, weil er im Eifer der Diskussion die prozessualen Begriffe “Klageantrag” und “Feststellungsantrag” miteinander vertauscht hat (vgl. Kommentar 326).
Ein bekennender Alt-Liberaler (also jemand, der a priori für den “Datenschutz” ficht) schreibt in seinem OldBlog:
Die Polizei hat überlegt gehandelt wie selten. Ein zunächst voller Erfolg gegen die Ferkel unter uns. Daß ein solcher Ermittlungserfolg sofort wieder die Bedenkenträger durch die blogs treibt war mir klar. Von Kontenkündigung bis zum Anbieten von Formularen für bitterböse Briefe an die Kreditinstitute ist dort die Rede. Besonders enttäuschend die mangelnde Rechts- / Sachkenntnis von Juristen im lawblog von Udo Vetter.
Die Polizei hat überlegt gehandelt wie selten. Ein zunächst voller Erfolg gegen die Ferkel unter uns. Daß ein solcher Ermittlungserfolg sofort wieder die Bedenkenträger durch die blogs treibt war mir klar.
Von Kontenkündigung bis zum Anbieten von Formularen für bitterböse Briefe an die Kreditinstitute ist dort die Rede. Besonders enttäuschend die mangelnde Rechts- / Sachkenntnis von Juristen im lawblog von Udo Vetter.
Gemeint kann damit nur einer sein: Der bloggende RA Udo Vetter höchstpersönlich. Schließlich hat dieser zu erkennen geben, dass er das Handeln der Strafverfolgungsbehörden in Halle/Saale für rechts- und verfassungswidrig hält.
Kollege Vetter, dem meine Kommentare so gut gefallen, dass er sie unmittelbar nach Erscheinen gleich wieder löscht, hat zwar nicht den Arsch in der Hose, seine wahren Absichten kundzutun und seiner Glaubensgemeinschaft zu sagen: “Hey, war alles nur ein PR-Gag.” Aber immerhin lässt er sein Fußvolk dieses hier wissen:
Es musste ein Anfang gemacht werden, damit das Verfahren zur Klärung dieses Falles in Gang kommt. Ich hoffe, dass andere Anträge besser begründet, eleganter formuliert und mit tolleren Fußnoten versehen sind. Das kann der Sache nur dienen.
Gute Besserung, “Kollege Strafverteidiger”.
Herzlichst
Ihr Spaßverteidiger
Vor dem Hintergrund des geltenden Abmahn-Rechts wäre mancher schon ganz gerne Rechtsanwalt. Das Ganze hat aber auch eine Kehrseite namens Berufsstandsrecht. Denn Anwälte pflegen Meinungsverschiedenheiten im Stillen Kämmerlein auszutragen. Wäre ich also jetzt mal rein hypothetisch Rechtsanwalt, könnte ich ein epochales Meisterwerk deutscher Arbeitsrechtsliteratur mit dem Titel “Ratgeber Arbeitsrecht” aus der Feder eines Hamburger Rechtsanwaltes überhaupt nicht entsprechend würdigen. Das wäre schade. Sehr schade. Denn dann bliebe uns völlig verborgen, weshalb die “Financial Times Deutschland” eben diesen Arbeitsrechtsexperten aus Hamburg als Kronzeugen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz anführt.
Wer aber wie Rechtsanwalt Jörn Fuhrken eine Art “Arbeitsrecht-Kompendium” mit unglaublichen 2.500 Buchstaben inklusive Leerzeichen präsentiert, empfiehlt sich selbstredend als der ideale Interviewpartner dieser unumstritten renommierten Wirtschaftszeitung, die sich dem Neoliberalismus mit Haut und Haar verschrieben *** hat.
Ach ja. Wo ich gerade beim Thema “Neoliberalismus” bin. Zum Schluss noch zwei Beiträge aus dem 37.6-Blog-Archiv:
Wo bitteschön kommt der denn her? Macht laut FTD vom 2. Januar aus Opfern Täter:
Nach einer Schulung bleibe zwar noch ein Restrisiko, sagt der Hamburger Anwalt Jörn Fuhrken. Vor allem, wenn sich Menschen das AGG mit “krimineller Energie” zunutze machen wollten.
Menschen mit “krimineller Energie”. Aha. Wie wäre es denn damit, Herr Rechtsanwalt? Sie zeigen alle an, die auch nur irgendwie dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz Geltung und sich ihr Recht verschaffen wollen. Die von Arbeitgebern in unbilliger und vor allem in ungesetzlicher Weise Benachteiligten (also Mobbing-Opfer und sexuell belästigte Frauen ggf. auch Männer) und deren RechtswältInnen belangen Sie gleich noch der Beihilfe zu Ja, zu was überhaupt? Betrug, oder was?!
K L I C K !
Wer wollte es Jürgen Rüttgers und seinen Kumpanen in der NRW-Landesregierung verübeln? Von diesen Bürgerfunkern hat Schwarz-Gelb ja eh nichts Gutes zu erwarten. Politisch “links” und womöglich auch noch fremden Ethnien entstammende Redaktionsteams sind einfach des Guten zu viel für die NRW-Landesregierung. Also weg damit. Zwar nicht ganz abgeschafft. Aber auf die letzten Sendeplätze wird der Bürgerfunk in Nordrhein-Westfalen verschoben.
Zugeben würde “Schwarz-Gelb” seine wahren Motive natürlich nie. Stattdessen verscheissert erzählt der FDPist Ralf Witzel der Öffentlichkeit, man reagiere nur mit Blick auf “erhebliche Qualitätsdefizite” und Beschwerden über “monotone” Beiträge und Bürgerfunksendungen in ausländischer Sprache.
Mag schon sein, dass der eine oder andere Alt- und Neo-Nazi aus der Klientel der NPD-DVU-REP es unerträglich findet, wenn er Türkisch, Italienisch, Serbo-Kroatisch oder Arabisch aus dem Volksempfänger als eine Zumutung empfindet. Ist aber auch wirklich unzumutbar, auf einen anderen Sender zu schalten. Dann doch lieber ganz weg mit diesen “Kanacken-Programmen”.
So viel zur Privatisierungsideologie der Christenpolitiker und ganz besonders der FDPisten samt deren Deregulierungs-Propaganda. Wenn es ihnen passt, regulieren sie munter drauf los. So viel Verlogenheit gehört dargestellt in der NRW-Medienlandschaft.
Doch was macht die Presse in NRW?
Hmmh! Die Chefredakteure der NRW-Lokalradios machen bereits jetzt dem Rüttgers und dessen Team die Claqeure. Zur Erinnerung: Die Lokalradios gehören vornehmlich Zeitungsverlagen.
Das Jahr ist noch jung. Doch vor wenigen Minuten war es erstmals in diesem Jahr so weit, dass jemand bei Google nach der Antwort auf die Frage suchte, was zu tun ist, wenn der Arbeitgeber die Teilnahme an einer Betriebsräteschulung verwehrt. Was also ist zu tun?
Zunächst den Kommentar von Däubler/Kittner/Klebe zum Betriebsverfassungsgesetz besorgen und die Kommentierung zu § 37 BetrVG (Rdnr. 132) lesen. Dort ist zu lesen, dass der Arbeitgeber daran gehindert ist, dem Betriebsrat eigenmächtig die Schulungsteilnahme zu verweigern. Stattdessen ist er verpflichtet, ein Einigungsstellenverfahren durchzuführen. Das liest sich schön, hilft meinem Besucher von heute morgen jedoch kein Stück weiter. Denn schon die Suchanfrage zeigt an, dass längst nicht jeder Arbeitgeber sich an die gesetzlichen Vorgaben hält, wonach ein Einigungsstellenverfahren zwingend ist.
Arbeitgeber denken halt wirtschaftlich, sind sparsam und wenn sie den Betriebsrat auch auf die billige Tour piesacken können, tun sie das gelegentlich auch schon mal.
Doch auch für solche Situationen weiß der oben genannte BetrVG-Kommentar einen Rat und empfiehlt die Beantragung einer Einstweiligen Verfügung beim Arbeitsgericht. Natürlich darauf abzielend, dass die Schulungsteilnahme auch gegen den Willen des Arbeitgebers erfolgt.
Ich kann allen Betriebsräten und deren Mitgliedern nur einen Besuch bei ihrer Gewerkschaft empfehlen. Wer jedoch als Betriebsratsmitglied nicht Mitglied einer Gewerkschaft ist, sollte diesen Zustand besser beenden.
In diesem Zusammenhang sind auch diese Beiträge zur Lektüre empfehlen:
Der Betriebsrat im Wohnmobil
Keine Ahnung, wer von den Betriebsräten am vergangenen Montag Report aus Mainz gesehen hat. Jedenfalls ging es darum, ob es Zeitarbeit, Leiharbeit oder schlichtweg Sklavenarbeit heissen muss. Hier ein paar Schnipsel aus dem Sendungsmanuskript.
Und das Video gibt es selbstverständlich auch auf der Report-Mainz-Website.
Martina befasst sich in ihrem Blog immer wieder mal mit dem Thema “Lobbyismus”. Sei es, dass der us-amerikanische Öl-Multi Exxon die Ursachen der globalen Klimakatastrophe mit gezielten Manipulationen der öffentlichen Meinung verkleistert. Sei es, dass einstige Regierungsmitglieder als Berater (landläufiges Synonym für “Lobbyist”) den gut bezahlten Türöffner für Unternehmen spielen. Mit anderen Worten: Martina blickt immer wieder mal auf Typen wie Alt-Kanzler Gerhard Schröder (Gazprom, Ringier), Ex-Bundeswirtschaftminister Werner Müller (Ruhrkohle AG) oder wie jüngst auf den Kumpel von CSU-”Sicherheitschef” Günther Beckstein Ex-Bundesinnenminister Otto Schily.
Heise.de über Schily:
Der frühere Bundesinnenminister Otto Schily hat Aufsichtsratsmandate bei zwei Firmen angenommen, die auf dem Gebiet der biometrischen Sicherheitstechnik aktiv sind. Während die Byometric Systems AG mit Sitz im bayerischen Mitterfelden auf die Iris-Erkennung spezialisiert ist, bietet SAFE ID Solutions AG (Unterhaching) Hard- und Software-Lösungen für die Personalisierung elektronischer Ausweisdokumente an. Schily war während seiner Amtszeit als deutscher Innenminister (1998 bis 2005) maßgeblich an der Einführung des biometrisch gesicherten Reisepasses (ePass) beteiligt, der seit Ende 2005 ausgeteilt wird.
r auch mal “Grüner”. Aber das ist so lange her, dass der Ex-Minister bereits während seiner Ministerzeit bei den ihn seinerzeit beschützenden BKA-Beamten auf der Beliebtheitsskala mit “Geschwüren am Arsch” gleichauf rangiert haben soll. Vielleicht ist das auch mit ein Grund dafür, warum der Fritz Kuhn von den “Grünen/Bündnis 90″ so gerne Minister wäre.
Aber “Die Grünen” sind halt ein ganz besonderes Völkchen. Heute umso mehr als zur Zeit von “Rot-Grün”. Schön, dass der frühere Grüne-Bundestagsabgeordnete Christian Simmert bereits im Jahr 2002 einen Bericht zur Lage der Grünen Bundestagsfraktion vorgelegt hat.
Die Lobby regiert das Land Politische Rituale und der Fraktionszwang schwächen die Macht des Deutschen Bundestags und stärken die Lobby: Ein grüner Abgeordneter liefert einen Insider-Bericht. Von Andreas Skowronek
Die Leute überbewerten den Bundestag. Diese Antwort von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber auf die Frage, warum er Anfang Juli der arbeitsmaktpolitischen Debatte im Bundestag ferngeblieben war, ist ebenso schlicht wie drastisch. Jemand mit Ambitionen zum Kanzler kann sich kaum schlimmer über das Parlament und seine Bedeutung äußern. Schließlich ist es das Parlament, das nach dem Willen des Grundgesetzes den Bundeskanzler und dessen Kabinett kontrollieren soll. Doch weder Stoibers politische Gegner noch die Medien schenkten dem Verdikt des Kanzleramtsanwärters große Beachtung und das trotz Wahlkampfs. Hat Stoiber womöglich etwas gesagt, was viele schon immer befürchtet haben, sich indes nur nicht trauten auszusprechen? Wird der Bundestag tatsächlich überbewertet? Christian Simmert, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, hat unlängst zu eben genau der Frage nach der Bedeutung des Bundestags Stellung genommen. Simmert stellt aber nicht lapidar eine Überbewertung des Bundestags fest, sondern liefert mit seinem Buch Die Lobby regiert das Land einen Rückblick auf seine Erfahrungen in und mit dem Parlament. Die Überraschung: De facto stimmt Simmert mit dem Befund Stoibers überein. Das ist aber auch das einzig Gemeinsame zwischen dem erklärten Kriegsgegner aus der grünen Fraktion hier und dem bayerischen Ministerpräsidenten dort. Simmerts Buch liest sich eher wie eine Streitschrift zur Stärkung des Parlaments. Von der autokratischen Sichtweise eines Edmund Stoiber ist der nach eigenem Bekunden politisch links stehende Simmert weit entfernt. Ihm geht es schlicht um die Unabhängigkeit des Parlaments.
Wer jedoch glaubt, in dem Buch gehe es vorrangig um das Treiben von Lobbyisten nach dem Muster eines Moritz Hunzinger, muß enttäuscht werden. Sicherlich, der Titel ruft Assoziationen wach in Zeiten reihenweiser Rücktrittserklärungen in Berlin und anderswo in Deutschland. Doch die Lobby regiert das Land ist keine streng wissenschaftliche Analyse des Lobbyismus. Nur kurz geht Simmert im zweiten Kapitel auf die Doppelrolle mancher Abgeordneter ein, wenn sie als Volks- und Verbandsvertreter im Regierungsviertel am Spreebogen unterwegs sind. Simmert richtet sein Augenmerk hingegen auf eine vom ihm ausgemachte Regierungslobby. Zu ihr zählt Simmert die Fraktionsführungen der rot-grünen Koalition und die Bundesregierung selbst. Nach Simmerts Meinung trägt diese Regierungslobby die Verantwortung dafür, daß das Parlament immer schwächer wird und die Regierung nicht mehr wirksam kontrollieren kann. Politisches Outsourcing, arrangiert von der Bundesregierung, führt Simmert an und nennt in diesem Zusammenhang verschiedene Expertenkommissionen. Namentlich die Wehrstrukturkommission unter Vorsitz des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, das Bündnis für Arbeit und das Forum Bildung. Simmert macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung, die er als junger und noch idealistischer Abgeordneter verspürt haben muß, wenn Sachfragen und Inhalte statt im Ausschuß oder im Plenum in parlamentsfernen Kommissionen diskutiert wurden: Das Parlament sollte hinterher nur noch das abnicken können, was zuvor Regierung und Verbände verabredet hatten. Als Kanzler Schröder im November vergangenen Jahres die Vertrauensfrage mit dem Beschluß über die Entsendung von Bundeswehrtruppen nach Afghanistan verknüpfte, stand für den Pazifisten Simmert fest: Die Rolle der Volksvertreter als Zaungäste konnte und wollte er jetzt nicht mehr erfüllen. Statt für den Machterhalt und eine Fortsetzung der Regierungskoalition mit der SPD entschied sich der 29-jährige gegen einen Einsatz von Bundeswehreinheiten in Afghanistan. In dem Kapitel Die Vertrauensfrage beschreibt Simmert die Hektik, Aufregung und den Druck, dem er sich nach eigenen Angaben als Abgeordneter ausgesetzt sah. Am Morgen des 16. November 2001 vor der Vertrauensfrage, als feststand, Simmert werde mit Nein stimmen, soll eine Journalistin über ihn gesagt haben: So berühmt wie jetzt wird der nie wieder. Wohl wahr, denn Simmert hat sich schon sehr früh gegen eine Wiederkandidatur zum Deutschen Bundestag entschieden. Mit ihm wird ein Abgeordneter verschwinden, der sein Gewissen völlig im Einklang mit dem Verfassungsgrundsatz des freien Mandats höher stellte als Fraktionszwang und Loyalität gegenüber der Regierung. Daß Simmert sich für eine Stärkung der Abgeordnetenrechte einsetzt, mag man als Indiz dafür nehmen, welch enormen polititischen Druck er empfunden haben muß, sobald er gegen den Strom schwamm. Seine Forderung: Das Parlament muss lebhafter werden, Politik transparenter, und Bundestagsabgeordnete müssen unabhängiger werden. Hoffnung legt Simmert gerade auch in ein Mehr an direkter Demokratie, einer deutlicheren Trennung zwischen Lobbyismus und Abgeordnetenmandat sowie in eine größere Transparenz bei den Einnahmen und Interessen-Verflechtungen von Volksvertretern. Nur so könne das Vertrauen in die Parlamente und die Glaubwürdigkeit von Politikern wieder wachsen. Gleichviel ob der nächste Bundeskanzler Schröder oder Stoiber heißt das Buch Die Lobby regiert das Land zeigt: Stets werden der Deutsche Bundestag und seine Mitglieder ihre Unabhängigkeit nicht nur behaupten, sondern auch beweisen müssen. Im Angesicht von Flugmeilen-, Honorar- und Privat-Kredit-Affären eine große Aufgabe.
Christian Simmert: Die Lobby regiert das Land. Argon-Verlag 2002, Berlin, 272 Seiten, 19,90.
Arme SAP AG. Erst wird ihr laut Management im Jahr 2006 ein Betriebsrat aufgezwungen. Und jetzt bekommt das Unternehmen noch nicht mal mehr seine Lizenzen in der erwarteten Menge verkauft. Die Börsianer finden das gar nicht lustig.
Hinweis für meine LeserInnen: Alles zur Betriebsratswahl bei der SAP AG hier: K L I C K ! ! !
Das kann ja eine lustige Sendung werden, wenn Anja Reschke die “Panorama-Fans” gleich durch die Sendung führen wird. Heutige Themen:
“Stammel-Eddi” aus München kommt in dem Beitrag “Treueschwüre für eine politische Leiche - der Fall Stoiber” ebenso aufs Tapet wie das Thema “SPD-Abgeordnete auf Sexpartys? - der Fall VW”.
Das Jever-Pils steht gekühlt bereit, wenn es gleich heißt: “Film ab!”
Darf ein Arbeitnehmer ohne das Einverständnis seines Arbeitgebers ein Anonymisierungsprogramm auf seinem Büro-Rechner installieren? Dieser Frage ging das BAG vor genau einem Jahr, am 12. Januar 2006 nach:
RA Jan Alexander Strunk Bloggern als “Mephisto” bekannt hat sich in der Fachzeitschrift für Betriebs- und Personalrat “Computer und Arbeit” mit der BAG-Entscheidung etwas genauer befasst.
Wenn mich nicht alles täuscht, ist in den letzten 24 Stunden etwas passiert mit dem Layout von “Sueddeutsche.de”. Und weil es so schön passt, auch gleich ein Lesetipp zu Gunsten der “SZ-online”: Nämlich zur Römisch-Katholische Kirche in Polen und deren Umgang mit der Wahrheit. Nicht der Pfaffe sei schuld, sondern der Kommunismus. Das ist so, als ob der Bankräuber sagte, der Kapitalismus sei schuld, dass er die Bank überfallen habe.
Und da Polens Katholiken hier im Blog auch schon mal ein Thema waren, auch gleich noch ein Hinweis auf einen Archiv-Beitrag:
Da bekommt einer ein Apple-MacBookPro zu Testzwecken überlassen und schon geht der Gaul mit ihm durch.
Schön, dass ich nicht alleine stehe mit meiner Meinung zu dem Geschehen im Basicthinkingblog. Aber das nur am Rande. Denn das ist gar nicht das Thema. Denn wichtiger als das Geblubber von “Saftblogger” Robert Basic ist diese Website. Dort erfahren die Microsoft-Nutzer wie man den Umstieg auf Apple schafft.
Und wer mal einen wirklich unterhaltsamen Testbericht lesen will, der gehe statt zum “Saftblog-Promotor” besser hierhin. Eine kleine Kostprobe:
Der mac mini - das ideale Gerät für den Mac-Ein- und Umsteiger? Netzwelt.de machte den Test und setzte den größten Mac-Hasser der Redaktion an den kleinsten Rechner aus dem Hause Apple. Denn Tobias Röhrig hat mit Apple noch ein Hühnchen zu rupfen, hat die Firma doch den Newton eingestellt. Röhrig ist ein eingeschworener Nutzer des Steinzeit-PDAs. Ein nicht ganz ernst gemeinter Erfahrungsbericht.
Ich wünsche einen guten Start in die Woche!
Gestern Abend nach Christiansen und Tagesthemen präsentierte die ARD randalierende Skins aus Thüringen. Leider hatte ich wegen eines Telefonats keinen Ton dazu. Jetzt lese ich das hier, und mir fehlen schon wieder die Töne. Schwere Anwürfe gegen hessische Polizeibeamte erhebt die Humanistische Union Marburg. Auf deren Homepage heißt es:
Für weitere Infos gibt das 37.6-Blog ab an die Blogs “Mein Parteibuch” und die “Mobbinggegner”.
Irgendwie soll laut Angela Merkel ja alles mit allem zusammenhängen. Da überrascht es nicht, wenn ganz schnell der Bogen von “Hartz IV und Zwangsumzügen” hinüber zum “Ausverkauf öffentlichen Eigentums” gespannt ist. Um ersteres ging es heute früh in diesem Blog und um letzteres ebenfalls heute früh bei den “Nachdenkseiten”, die gleich mehrere Zeitungen etwas genauer angesehen und das Wichtigste zusammengefasst haben. Das Blog “Perspektive 2010″ liefert gleich eine knackige Definition von “Privatisierung” und in der “PUBLIK” befasse ich mich mit den Folgen der Privatisierung für das Ruhrgebiet.
Die Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden wird im März ohne SPD-Kandidaten über die Bühne gehen. Die Sozialdemokraten haben versäumt, ihren Bewerber, den parteilosen früheren Stadtdekan, Ernst-Ewald Roth, rechtzeitig anzumelden. Ein Sprecher der Stadt sagte am Freitag, die Frist sei am Donnerstag um 18 Uhr abgelaufen und könne nicht verlängert werden. Der Name des SPD-Kandidaten stehe nicht auf der Liste. «Es ist kein SPD-Vorschlag eingereicht worden.»
gefunden in: Netzeitung
Roland Koch (CDU) dürfte jede Menge Spaß haben. Denn 2008 ist “Hessen-Wahl”. Auweia. Und ich hatte so auf Frau Ypsilanti von der SPD gehofft.
Vor wenigen Stunden fiel in diesem Blog erstmals der Begriff der “PR-Hure”. Es ging dabei ums “Saftblog”, den “DOSB” und die “Meinungsfreiheit” von Marketing-Abteilungen und PR-”Experten”.
Erstaunlich groß war und ist die Empörung über die nachteilig betroffene “Meinungsfreiheit” eines kommerziellen Corporate-Blogs wie das “Saftblog” der Kelterei Walther aus Dresden.
Jetzt bin ich zufällig über einen Blogbeitrag gestolpert und allmählich dämmert mir, weshalb dem Personenkreis der Unternehmenspropagandisten und Marktschreier so viel an der “Meinungsfreiheit” liegt.
Details gibt es im Blog “Sehpferd”. Mitwirkende sind neben Robert Basic vom Basicthinking-Blog und “Werbeblogger” Patrick Breitenbach in den Hauptrollen auch Johnny Häusler vom “Spreeblick”.
Alles hätte so schön feierlich und patriotisch sein können bei der Abschlussfeier der State University of New York (SUNY) Plattsburgh. Hätte.
Denn als Studentensprecherin RuthAnn Skowronek ans Rednerpult trat und die drastische Kürzung amerikanischer Militärausgaben forderte, um ein Amerika ohne Studiengebühren zu ermöglichen, war Schluss mit der guten Stimmung im Audi-Max.
Von einer “unangemessenen Rede” quatschen die amerikanischen Konservativen und schreiben in einem Leserbrief:
TO THE EDITOR: We attended the commencement ceremony at SUNY Plattsburgh, on Saturday, Dec. 16. The majority of the ceremony was dignified and impressive. We were thrilled with the bagpipers and uplifted to hear the National Anthem. What a wonderful start to a very special day in the lives of the graduates, their families and friends. The downside to the program came as we listened to some comments made by RuthAnn Skowronek, the student speaker.
Liebe RuthAnn, was hat Dich nur dazu veranlasst, die Vereinigten Staaten von Amerika einen “Exporteur von Terrorismus” zu nennen? Du musst doch wissen, dass das die George-Dabbeljuh-Bush-Fan-Gemeinde gar nicht hören mag. Okay, okay, ich verstehe Dich ja. So von Skowronek zu Skowronek.
Aber wunder´ Dich jetzt nicht, wenn ausgerechnet jene, die bei jeder Gelegenheit das “Freie Amerika” betonen, Dir die Redefreiheit verweigern.
Scheiss auf die Meinungsfreiheit und die amerikanische Verfassung. Hier geht es um God´s own Country and its soldiers who are fighting and dying for oil and other vital interests of the little few American the very few Americans who own the country. Wo kommen wir denn hin, wenn jede dahergelaufene Studentensprecherin ihre politischen Ansichten frank und frei aussprechen darf?
Aber Danke, liebe RuthAnn dafür, dass Du die Republikaner in Deinem Umfeld dazu bewegen konntest, ihre Maske fallen und uns ihr wahres Gesicht sehen zu lassen. Immerhin schreiben sie jetzt:
We assume that an administrator of the college read her speech prior to its delivery and should have advised her of its content.
In Deutsch:
Mit anderen Worten: Zensur. God save America!
Es gibt keine Zensur. So steht es im Grundgesetz. Wozu auch? Es gibt ja das Markenrecht. Das durften unlängst auch die Betreiber der hier im Bild zitierten Website erfahren.
Mit diesem Bild hätten die Website-Betreiber gegen das Marken- und Urheberrecht verstoßen, meint das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF).
Den Homepage-Betreibern flatterte eine Abmahung des ZDF mit einem Streitwert in Höhe von 100.000 Euro ins Haus. Den Anlass dazu lieferte dem ZDF diese längst vom Netz genommene, nur noch bei “archiv.org” abrufbare und schon deshalb hier zitierte Webseite.
Komisch nur, dass lediglich dieses und dieses Blog hierüber berichtet haben.
Verwunderlich auch, dass einige Tage später der große Rest von “Klein-Bloggersdorf” sich indes lieber mit dem vom DOSB abgemahnten “Saftblog” befasst, und den Untergang der Meinungsfreiheit in Aussicht stellt. Wenn aber ausgerechnet Suchmaschinen-Optimierer (SEO)- und PR-HurenExperten um das Thema “Meinungsfreiheit” einen Riesen-Wind machen, bin ich immer vorsichtig.
Und tatsächlich. Nun hat sich der ganze Streit zwischen dem “Saftblog” und dem “DOSB” weitgehend in Wohlgefallen aufgelöst, schreibt doch Kirstin Walther in ihrem “Saftblog”:
“[ ] Ich will mich nochmals bei allen bedanken, die uns unterstützt und so für uns eingesetzt haben. Unser Blog bleibt natürlich bestehen, auch das ist klar. Nach der Klärung der Sachlage, war er auch niemals in seiner Existenz bedroht, auch ging es dem DOSB keinesfalls und irgendeine Beschränkung der Meinungsäußerung.”
Nun kennt die Kelterei Walther mit dem “Saftblog” wohl auch die letzte Schnarchnase der Letzte in Klein-Bloggersdorf. “So viel Publizität für so wenig Geld!”, dürfte da mancher rufen.
Den vom ZDF abgemahnten Machern der “Sozialistischen Positionen” kann man nur empfehlen, ganz schnell ihre Homepage in den Orkus zu stopfen und ab sofort ein Weblog zu betreiben. Das würde die Chance zumindest etwas erhöhen, dass ihnen beim nächsten Mal auch der eine oder andere dem freien Unternehmertum verpflichtete SEO- oder PR-Blogger die Stange hält. Vorausgesetzt, die Sozialisten können ihren externen Blog-Beratern hinreichend Hoffnung auf eine “Hand voll Euros” machen.
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Wenn das die FDPisten beim Dreikönigstreffen hören, werden sie bestimmt jubeln.
Zeitung: Möglicher BenQ-Investor will kostenlose Beschäftigung von früheren Mitarbeitern Im Ringen um die Übernahme des insolventen Mobiltelefon-Herstellers BenQ fordert der potenzielle Investor offenbar die kostenlose Bereitstellung von Mitarbeitern. Das meldet die in Essen erscheinende “WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG” unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Danach sollen rund 800 frühere BenQ-Beschäftigte, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind, den Betrieb zunächst für mehrere Monate weiterführen, ohne dass der neue Eigentümer zahlen müsste. Hintergrund ist, dass die Mitarbeiter der Transfergesellschaft bereits aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit sowie vom ehemaligen Mutterkonzern Siemens 84 Prozent ihres früheren Lohns erhalten. Quelle: Deutschland-Radio.de 10:00 Uhr-Nachrichten von heute, 6. Januar 2007
Zeitung: Möglicher BenQ-Investor will kostenlose Beschäftigung von früheren Mitarbeitern
Im Ringen um die Übernahme des insolventen Mobiltelefon-Herstellers BenQ fordert der potenzielle Investor offenbar die kostenlose Bereitstellung von Mitarbeitern. Das meldet die in Essen erscheinende “WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG” unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Danach sollen rund 800 frühere BenQ-Beschäftigte, die in eine Qualifizierungsgesellschaft gewechselt sind, den Betrieb zunächst für mehrere Monate weiterführen, ohne dass der neue Eigentümer zahlen müsste. Hintergrund ist, dass die Mitarbeiter der Transfergesellschaft bereits aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit sowie vom ehemaligen Mutterkonzern Siemens 84 Prozent ihres früheren Lohns erhalten. Quelle: Deutschland-Radio.de 10:00 Uhr-Nachrichten von heute, 6. Januar 2007
Kann mal bitte jemand die Brutto-Lohnsumme der 800 Beschäftigten für “mehrere Monate” überschlagen?! Damit lässt sich bestimmt prima der vom Investor aufgenommene Kredit zur Übernahme von Pleite-BenQ-Mobile finanzieren.
Also dann schlage ich doch vor, dass der Bund doch gleich als Neu-Eigentümer in Erscheinung tritt. Wenn die Übernahmekosten ohnehin von der Öffentlichen Hand getragen werden sollen.
Einst firmierten Deutschlands Liberale ja unter dem Titel “Die Fortschrittspartei”. Na ja. Damit ist in der Gegenwart verdammt Essig. Noch nicht mal die gestrige Rede von Guido Westerwelle ist von dieser URL (http://www.fdp-bw.de/docs/060107westerwelle.mp3) zu laden. Lediglich bei Dirk Niebel konnte ich mal reinhören. Aber wer will den schon hören?
Nun gut, dass ließe sich über Westerwelle auch sagen. Apropos Westerwelle. Ich lese jetzt wieder weiter die “Friedrich der Große-Biografie” von Johannes Kunisch. Da erfährt man doch tatsächlich, dass der alte Preußenkönig homoerotisch orientiert war und gerne in Berlin-Charlottenburg residierte. Sollte es da womöglich einen Zusammenhang geben? Friedrich war liberalen Ideen gegenüber sehr aufgeschlossen und “unser” Guido betont auch immer, dass er der Führer der größten Oppositionspartei sei. Immerhin wohnt Westerwelle ja auch in Charlottenburg. Ob in der Nähe des Schlosses? Weiß ich nicht. Ist mir aber auch egal.
Da hat der Westerwelle aber wieder einen rausgehauen beim gestrigen Dreikönigstreffen der FDPisten, als er in den Saal rief:
Der Stammtisch Deutschland jubelt und schreit:
“Ja, richtig so! Gib´s ihnen, Westerwelle! Diesen ollen Schweinen, die nicht malochen wollen. Den ganzen Tag hängense anne Pulle, bespringen ihre Alte und bekommen für jeddet neue Blaach Extra-Schotta vonne Heinis auffem Sozialamt.”
“Man, Paule watt gucksse denn so komisch?! Nee, nur weille seit drei Jahren keine Maloche hass, bisse doch keinett von diesen Arschlöchern. Du gehörss doch zu uns, Mann. Eehrlich!” Gehört Paule nun zu denen oder vielleicht doch zu den anderen?
Wer vermag das schon so genau zu beantworten außer natürlich Guido Westerwelle und der Stammtisch Deutschland?
Arbeitsmarktexperte Paul Schröder jedenfalls verrät der “taz”, dass es ja noch nicht mal verlässliche Zahlen darüber gäbe, “wie viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger es gibt”.
heißt es bei den Nachdenkseiten in einer Zusammenfassung des “taz”-Interviews.
Westerwelle indes scher