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1. Teil "Der Schwarze Peter" unter der Internetadresse:
http://biografien-news.blog.de/2007/02/04/der_schwarze_peter_ein_rauber_im_hunsruc~1679956
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Von Ernst Probst
Johann Peter Conrad Petri:
Der „junge Schwarze Peter“
Johann Peter Conrad Petri, der „junge Schwarze Peter“, wurde am 2. Mai 1781 im Weiler Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück geboren. Dort hatten seine Eltern, der „alte Schwarze Peter“ und dessen Frau Maria Katharina, etwa von 1780 bis 1792 gewohnt. Auch andere Geschwister erblickten in Hüttgeswasen das Licht der Welt.
Als Taufpate von Johann Peter Conrad Petri fungierte Conrad Hartmann aus Börfink, woran einer der drei Vornamen des „jungen Schwarzen Peter“ erinnert. Die Vornamen wurden in das Taufregister der lutherischen Kirche in Allenbach eingetragen.
Wie sein Vater schlug auch der „junge Schwarzpeter“ eine kriminelle Laufbahn ein. Er beging bereits als Jugendlicher zusammen mit Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, zahlreiche Verbrechen.
Bei einem Verhör am 3. Oktober 1802 während der Voruntersuchung zum Mainzer Schinderhannes-Prozess gestand Bückler, welche Straftaten er gemeinsam mit dem „jungen „Schwarzpeter“ begangen hatte.
Im Sommer 1797 stahl der „Schinderhannes“ nachts zusammen mit dem jungen Petri dem Bauern Johann Köhler aus Niederwörresbach bei Herrstein zwei Pferde. Danach trieben sie die Tiere nach Liebshausen und verkauften sie für jeweils zehneinhalb Louisdor an Andreas Lütger aus Liebshausen und an den Sohn des Juden Moses Dreidel aus Rheinböllen.
1797 entwendeten der „Schinderhannes“ und der „junge Schwarzpeter“ auf dem Hinterbergerhof bei Staudernheim zwei Hammel. Die beiden brachten die Tiere zum „Steinhardter Hof“, wo damals die Familie des „alten Schwarzpeter“ lebte und aßen die Hammel gemeinsam.
Unterschlupf für Räuber
Der „Steinhardter Hof“ („Steinerte Hof“) in Steinhardt zwischen Sobernheim und Waldböckelheim war am Ende des 18. Jahrhunderts ein beliebter Unterschlupf für Gauner und Räuber. Dieser Hof steht heute noch, wurde von Wilfried Wiegland und seiner Frau liebevoll restauriert und von ihnen „Schinderhannes-Hof“ genannt.
An einem Diebstahl von 1797 in einem Haus in Bärenbach bei Kirn, bei dem einige Säcke Wolle und etliche Leintücher entwendet wurden, waren außer dem „jungen Schwarzpeter“ auch sein Vater sowie Jakob Fink („Roter Fink“) aus Weiler bei Bingen und der Holzfäller Johann Georg Reidenbach aus Lauschied beteiligt.
Auf dem Hühnerhof von Hannes Schmitt in Hoppstätten stahlen der „Schinderhannes“ und der „junge Schwarzpeter“ ein Pferd. Dieses Tier verkauften sie wenig später dem Eigentümer für elf Thaler. In Boos und Weitersborn klauten der „Schinderhannes“, der „junge Schwarzpeter“ und der Zunderkrämer Johannes Nikolaus („Hannikel“) Müller Bienenkörbe und Hämmel.
Die Ziegelhütte von Johann (Martin) Schmitt bei Spall war am späten Abend des 25. Januar 1798 der Schauplatz eines Überfalls, bei dem Weißzeug, Kleider, Fleisch und Geld den Besitzer wechselten. An dieser Tat waren der „Schinderhannes“, der alte und der „junge Schwarzpeter“, Jakob Fink aus Weiler bei Bingen, Johann Georg Reidenbach aus Lauschied und ein alter Landstreicher namens Christian Schuck beteiligt.
Bei einem weiteren Verhör am 7. November 1802 gestand der „Schinderhannes“ einen Schweinediebstahl in Heinzenberg. Hierbei machten der „Schinderhannes“ und der „junge Schwarzpeter“ am 12. November 1798 den Bauern Heinrich Roos um insgesamt elf Schweine ärmer.
Verhaftung in Kirchenbollenbach
1799 wurde der „junge Schwarzpeter“ in Kirchenbollenbach, wo er zu jener Zeit wohnte und als Tagelöhner arbeitete, verhaftet. Als man ihn fragte, ob er Mitschuldiger des großen Räubers „Schinderhannes“ sei, antwortete er, er kenne diesen nicht und könne somit nichts eingestehen.
In Kirn vernahm der Friedensrichter Paulitzky den „jungen Schwarzpeter“ und in Simmern im Juli und September 1799 der Direktor des dortigen Schwurgerichts, von Meyerhofen. Danach wurde der Verdächtige aus dem Gefängnis in Simmern zunächst nach Mainz verlegt, anschließend in das Militärgefängnis nach Koblenz und schließlich in die Haftanstalt Köln.
In Köln kam es am 12. Mai 1802 zu einer weiteren Vernehmung des „jungen Schwarzpeter“ durch die Justizbehörden. Hinterher überstellte man ihn erneut nach Mainz. Am 26. Oktober 1802 setzte das Mainzer Untersuchungsgericht das Verhör fort.
Zu Beginn der Vernehmungen in Mainz erklärte der „junge Schwarzpeter“: „Ich heiße Peter Petri, bin 19 Jahre alt, ledigen Standes, gebürtig in Hüttgeswasen, Taglöhner, Sohn des Peter Petri, dem so genannten Schwarzpeter, ich wohnte vor meiner Verhaftung zu Kirchenbollenbach“. Bei dieser Gelegenheit gab er auch zu, er sei des Schreibens unerfahren.
Die Verhöre des „jungen Schwarzpeter“ in Mainz erfolgten durch die Untersuchungsrichter Johann Wilhelm Wernher (1767–1827) und Christian Brellinger (1773–1842). Julie Wernher, die Ehefrau des Ersteren, versorgte den „Schinderhannes“ im Gefängnis mit religiöser Literatur.
Der „junge Schwarzpeter“ stritt alle Straftaten ab, die man ihm vorwarf und widerrief sogar vorherige Teilgeständnisse aus den Verhören in Simmern. Ungeachtet dessen verurteilte man ihn am 20. November 1803 in Mainz zu einer Kettenstrafe von 15 Jahren.
An jenem Tag wurden in Mainz 20 Angeklagte – unter ihnen der „Schinderhannes“ – zum Tode durch die Guillotine verurteilt. Gegen 21 Angeklagte verhängte das Gericht – zum Teil hohe – Haftstrafen. 20 Beschuldigte sprach man frei. Gegen zwei Angeklagte erging ein Deportationsbeschluss. Die Todesurteile wurden nur einen Tag später – am 21. November 1803 – vor einer großen Zuschauermenge in Mainz vollstreckt. Nach Schätzungen sollen bis zu 40000 Schaulustige zugesehen haben.
Nach Verbüßung seiner Strafe soll sich der „junge Schwarzpeter“ wieder in der Nähe von Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück, vor allem aber in der Gegend von Wirschweiler im Idarwald, ab 1817 wieder herumgetrieben haben. Zumindest berichtete dies sein ehemaliger Räuberkomplize Johann Georg Reidenbach.
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Johann Andreas Petri:
Der „Köhler-Andres“
Der am 27. Dezember 1792 in Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück geborene Johann Andreas Petri alias „Köhler-Andres“ („Köhler-Andreas“) war das sechste Kind des „alten Schwarzpeter“. Allerdings sind drei seiner älteren Geschwister – nämlich Johann Christian, Abraham und Catarina Elisabeth – schon vor ihm gestorben.
Von Kindesbeinen an kam Andreas mit Räubern und Dieben in Berührung. Er galt einerseits als lebhaft und munter und spielte fingerfertig Klarinette, Flöte und Flageolett (eine Art Blockflöte), andererseits soll er aber auch verschlossen, verschlagen, falsch und rachsüchtig gewesen sein. Sein Blick wurde als unstet – wie der eines ständig Verfolgten – beschrieben. Im Alter von 17 oder 18 Jahren war er noch nicht konfirmiert.
Am 3. Dezember 1810 war der 17-jährige „Köhler-Andres“ mit von der Partie, als neun Räuber bei Frankfurt am Main Bauernwagen überfallen und ausrauben wollten. Bei den Ganoven handelte es sich um Georg Philipp Lang („Hölzerlips“), Veit Krähmer, Andreas Petri („Köhler-Andres“), Heinrich Pfeiffer, den in König in der Grafschaft Erbach geborenen Stephan Heusner („langbeiniger Steffen“), Johannes Bauer („Schefflenzer Bub“), den „roten Christian“, Joseph Jacobi (einen der so genannten „Frankfurter Karlsbuben“) und Barthel Bartsch.
Die Räuber hatten von einem Juden den Wink bekommen, dass an diesem Tag zwei Bauernwagen von Frankfurt zurückkommen würden, auf denen sich mehrere Juden befänden, die etwa 10000 Gulden mit sich führten. Der Informant sagte, er würde sich unter diesen Juden befinden und ungefähr 500 Gulden bei sich haben. Man solle ihn zum Schein fesseln, aber ihm sein Geld lassen. Die Räuber folgten diesem Wink, wollten aber dem schlechten Kerl sein Geld zuerst abnehmen.
Die neun Räuber lagerten im Wald bei Babenhausen, durch den die beiden Bauernwagen kommen sollten. Doch die erwarteten Fahrzeuge blieben zunächst aus. Stattdessen wurde ein anderer durch den Wald kommender Wagen überfallen. Die Räuber schlugen die Leute und nahmen ihnen ein Paar Stiefel, 24 Kreuzer und etwas Seife ab.
Während dieses Überfalls kamen die erwarteten Bauernwagen, aber es waren nicht zwei, sondern fünf, und mehr als 20 Personen dabei, darunter mehrere Metzger, die ihre Hunde bei sich hatten. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der Ankommenden hielten die neun Räuber die Kolonne an. Bei den anschließenden Auseinandersetzungen hätten die kampferprobten Ganoven wohl die Oberhand gewonnen, wenn nicht einer der Metzger die an die Wagen gebundenen Hunde losgelassen hätte. Daraufhin flüchteten die Räuber.
Am 4. Dezember 1810 war „Köhler-Andres“ an dem Überfall auf den Händler Morell Schlinck aus Bensheim beteiligt. Dieses Verbrechen geschah nachts zwischen 9 und 10 Uhr beim so genannten Salzbrunnen zwischen Laudenbach und Heppenheim, als der Händler Schlinck von Mannheim über Weinheim nach Bensheim zurückfuhr. Die Tat wurde von Georg Philipp Lang („Hölzerlips“), Veit Krähmer, Johannes Bauer („Schefflenzer Bub“), Andreas Petri („Köhler-Andres“), Heinrich Pfeiffer und Barthel Bartsch begangen.
Der „Schefflenzer Bub“ hielt die Pferde an und Andreas Petri schnitt die Zugstränge entzwei. Man schlug auf den Kutscher ein und nahm ihm Geld, Uhr und Wams ab. Andere Räuber zwangen den Händler Schlinck mit Frau und Tochter aus dem Wagen auszusteigen und erleichterten die drei um eine Uhr, Geld, eine goldene Halskette, Ringe und Halstücher. Die Beute wurde in der Ziegelhütte von Rimbach geteilt, wobei der „Schefflenzer Bub“ heimlich die Uhr des Kutschers behielt.
Mit der Bande des „Hölzerlips“ überfielen „Köhler-Andres“ und der „alte Schwarzpeter“ am 11. Dezember 1810 bei Mosbach den Wagen eines Reisenden. Zu den Räubern gehörten auch der „Hölzerlips“, Heinrich Pfeiffer, der „Bube Philipp“, Barthel Bartsch und der „rote Christian“.
Postkutschenüberfall und Raubmord
Der „Köhler-Andres“ nahm in der Nacht zum 1. Mai 1811 an dem Raubüberfall der Bande von Georg Philipp Lang („Hölzerlips“) auf eine Postkutsche zwischen Laudenbach und Hemsbach an der Bergstraße im Großherzogtum Baden teil. An diesem Verbrechen waren außer dem „Hölzerlips“ und „Köhler-Andres“ auch Andreas Frank (der „lange Andres“), der in Kopenhagen gebürtige Philipp Friederich Schütz („Manne Friederich“), der aus Ramstal bei Fulda stammende Veit Krähmer und Sebastian Lutz („Basti“) aus Neckargerach beteiligt.
Vor dieser Tat hatten die sechs Räuber am 29. April 1811 den geplanten Überfall auf eine andere Kutsche abgebrochen, weil dieser unerwartet eine zweite folgte. Der „Hölzerlips“ hielt sich und seine fünf Kumpane nicht für stark genug, um zwei Kutschen gleichzeitig anzugreifen.
Für den nächsten geplanten Überfall auf eine Kutsche schnitten die Räuber mannshohe junge Buchen ab und richteten diese zu Knüppeln her, die ihnen als Waffen dienen sollten. Als in der Nacht zum 1. Mai 1811 die Kutsche nach langem Warten endlich kam, wollten die hungrigen Ganoven gerade in die Küche des Wirtshauses in Unterlaudenbach einbrechen, um etwas Essbares zu beschaffen. Sie waren bereits im Hof dieses Wirthauses, als einer ihrer Schmiere stehenden Kumpane meldete, dass die Kutsche jetzt komme. Daraufhin rannten die Räuber der durch Laudenbach in Richtung Hemsbach fahrenden Kutsche auf der Straße entgegen.
Es war geplant, dass Krähmer und „Basti“ den Pferden in die Zügel fassen und so die Kutsche zum Anhalten zwingen sollten. Doch die beiden verließ der Mut, worauf der Anführer „Hölzerlips“, welcher der stärkste von allen war, selbst erfolgreich diese gefährliche Aufgabe erledigte.
Als die Pferde standen, erhielt der Postillion vom „langen Andres“ und „Köhler-Andres“ einige Hiebe. Er wurde gezwungen abzusteigen, sich vorn zu den Pferden zu stellen und diese zu halten.
Die beiden Reisenden, zwei Schweizer Kaufleute namens Hanhart und Rieder, wurden im Schlaf von dem Überfall überrascht. Sie erwachten erst, als die Räuber mit ihren Prügeln auf die Kutsche schlugen, um die Insassen in Furcht und Schrecken zu versetzen und zum Herausspringen zu bewegen. Als die Kaufleute aus der Kutsche sprangen, erhielt jeder von ihnen auf der Straße einen so heftigen Schlag auf den Kopf, dass er betäubt zu Boden stürzte.
Zum Glück für den Kaufmann Rudolph Hanhart war seine Betäubung von längerer Dauer. Zwar bekam er noch einige Schläge, aber nur auf den Rücken. Dagegen erholte sich der Kaufmann Jacob Rieder aus Winterthur, als ihm die Räuber sein Geld und seine Uhr abnahmen, erhielt vom „langen Andres“ insgesamt neun Hiebe, bat um sein Leben und wollte alles hergeben, was er besaß. Rieder versuchte, das Mitleid seines Peinigers zu erregen, indem er angab, dass er Vater von sechs Kindern sei. Doch der „lange Andres“ prügelte weiter auf ihn ein. Als der auf der Erde sitzende Rieder den Prügel festhalten konnte, zog der „lange Andres“ seine geladene Pistole und schlug mit dem Kolben und Schloss seinem Opfer auf den Kopf und die Stirn, bis dieser den Prügel losließ, erneut betäubt und völlig ausgeplündert wurde. Rieder erlag einige Tage später am 5. Mai seinen schweren Verletzungen.
Während der Misshandlung des Kaufmanns Rieder brachen Veit Krähmer und „Manne Friederich“ einen Koffer, der hinten auf die Kutsche gepackt war, auf und raubten den gesamten Inhalt. Anschließend wurde die Kutsche selbst nach Beute durchsucht. Dann zogen die Räuber mitsamt ihrer Beute ab. Am so genannten Juchhe-Häuschen, einem beliebten Treffpunkt von Räubern und Dieben, ließen sich die Kutschenräuber „Aepfelwein“ reichen. Von dem kurz zuvor geraubten Geld bezahlten sie ihre Zechschulden vom 29. April 1811, an dem sie sich „Aepfelwein“ geben, Suppe kochen und Eier backen ließen. Dem Wirt schenkten sie eines der geraubten Halstücher und setzten dann ihren Marsch in den Odenwald fort. Unterwegs teilten sie im Wald die Beute in sechs gleiche Teile und verlosten diese unter sich. Was sich nicht teilen ließ, wie die Uhren und Ringe etwa, wurde unter ihnen versteigert, oder wie sie es nannten, von Einzelnen herausgekauft.
Am Morgen des 2. Mai 1811 tranken die Räuber im Wirtshaus im Höllgrund reichlich Branntwein. Dabei kamen diese Kerle mit ihren Bündeln, welche ihre Beute enthielten, einem Großherzoglich Hessischen Soldaten verdächtig vor und er machte deswegen einige Bewohner des Höllgrunds auf sie aufmerksam. Einige Leute vom Höllgrund hielten den „Hölzerlips“, „Manne Friederich“, „Köhler-Andres“ und „Basti“, die das Wirtshaus zuerst verließen, an, konnten aber nur „Manne Friederich“ festhalten, den sie nach Zwingenberg an das Amt ablieferten. Auch die von den Räubern in Bedrängnis weggeworfenen Bündel wurden dorthin gebracht. „Manne Friederich“ leugnete, seine drei Begleiter zu kennen. Er hatte im Kerker eines der geraubten feinen Hemden der beiden Schweizer Kaufleute an, riss jene Stücke ab, auf denen der Name des früheren Besitzers stand und versteckte diese. Doch die verräterischen Stücke wurden entdeckt. Daraufhin log „Manne Friederich“, er habe das Hemd von einem der drei Entflohenen gekauft und unterwegs auf freiem Feld gleich angezogen. Kurz danach konnte „Manne Friederich“ fliehen. Es hatte ihm jemand das Gefängnis von außen geöffnet, ihm den Weg zum Ort hinaus gezeigt und ihm etwas Branntwein mitgegeben. Als er später wieder gefangen genommen werden konnte, verriet er seinen Helfer nicht.
„Hölzerlips“ gefasst
Nach dem Überfall auf die Postkutsche im Odenwald kam es zu einer grenzüberschreitenden Fahndung in Baden und Hessen, in deren Verlauf der „Hölzerlips“ und der Kern der Bande sowie viele andere Gauner gefangen genommen wurden. Man spürte Schlupfwinkel (so genannte „Kocheme Bayes = vertraute Häuser) der Gauner auf, verhaftete deren Wirte sowie Diebe, Hehler geraubter Sachen, Falschspieler und Bettler.
Das gefasste Bandenmitglied Veit Krähmer nannte bei den Verhören in Heidelberg wiederholt und beharrlich folgende fünf Mitschuldige an dem Überfall auf die Kutsche: den „Hölzerlips“, den „Manne Friederich“, den „Köhler-Andres“, den „langen Andres“ und den „Basti“. Außerdem verriet Krähmer, sein Mitarrestant „Johann Wild“ sei der Vater des „Köhler-Andres“ und der Schwiegervater des
„Basti“.
Zu Veit Krähmers Charakter gehörte, dass er nichts verschweigen konnte, wenn man mit ihm über seine Lebensweise oder Räuberkameraden sprach. Er war der Sohn von Albert Krähmer, genannt „Zunderalbert“, einem herumziehenden Krämer und alten Gauner. Der Vater hatte ihn im Alter von 15 oder 16 Jahren zu Einbrüchen mitgenommen und mit ihm die Beute geteilt.
Der geschwätzige Veit Krähmer genoss es, dass sich seine in verschiedenen Heidelberger Gefängnissen sitzenden Räuberkameraden ihre Köpfe zerbrachen, um zu erraten, wer von ihnen wohl was über sie ausgesagt hatte. Bei seinen Geständnissen zeigte er keine Reue und keinen Vorsatz zur Besserung.
Der von Veit Krähmer verratene „Johann Wild“ – in Wirklichkeit „Peter Petri der Ältere“ alias „der alte Schwarzpeter“, dessen Frau sowie seine jüngsten Söhne Johann Georg und Leonhard leugneten zunächst, sie würden keinen „Andres“ kennen, mussten aber, nachdem diese Aussagen von seriösen Zeugen erschüttert wurde, die Wahrheit einräumen.
Der „Köhler-Andres“ wurde am Abend des 30. Mai 1811 in Heidelberg abgeliefert. Am Tag darauf führte man ihn zum Verhör, wobei ihn seine Mutter – unbemerkt von ihm – als ihren Sohn Andreas und der Räuberkomplize Veit Krähmer als „Köhler-Andres“ identifizierten. Andres selbst nannte sich „Andreas Wild“ und behauptete, keine noch lebenden Eltern zu haben. Sein Vater und seine Mutter seien gestorben, als er kaum zwei Jahre alt gewesen sei. Er wisse nicht, wer sie gewesen seien und wie sie geheißen hätten, er habe lediglich einen älteren Bruder, der – wie er von herumziehenden Leuten gehört habe – irgendwo beim Militär diene. Die bei ihm gefundenen Kleider, die von dem Überfall auf die Kutsche stammten, habe er von einem ihm unbekannten Juden in Aschaffenburg gekauft.
Man brachte den „Köhler-Andres“ in den Kerker zurück und verhörte ihn erneut am Nachmittag. Vor dem zweiten Verhör erkannten ihn sein Vater als Sohn und „Leonhard Wild“ als Bruder. Ungeachtet dessen wiederholte Andres frech seine Aussagen und versicherte, wenn er ein Wort gelogen habe, wolle er für jedes dieser Worte 25 Prügel aushalten.
Raffinierter Verhörtrick
Weil alle gütlichen Ermahnungen des Richters keinen Eindruck auf „Köhler-Andres“ machten, griff man zu einem raffinierten Trick. Man stellte vor jede der drei zum Verhörzimmer führenden Türen den Vater, die Mutter und den Bruder Leonhard, deren Anwesenheit in Heidelberg dem „Köhler-Andres“ unbekannt war. Als er weiterhin leugnete, Eltern oder einen jüngeren Bruder zu haben und dies mit Schwüren untermauerte, öffneten sich auf ein Zeichen gleichzeitig alle drei Türen und schlossen sich sofort wieder. „Andreas Wild“ war durch das Gesehene erschüttert, gleich aber wieder gefasst und fragte, wer diese drei Menschen seien. Nun
zeigte man seinen Vater noch einmal und Andres erklärte endlich, der alte Mann sei sein Vater, der Bub sein Bruder Leonhard und die Frau seine Mutter.
„Köhler-Andres“ zagte und weinte
Anschließend stellte man „Köhler- Andres“ seinem geständigen Komplizen Veit Krähmer gegenüber. Zunächst leugnete er, diesen zu kennen und versuchte, ihn wankend zu machen. Als Krähmer jedoch bei seinen Aussagen blieb und ihn aufforderte, die Wahrheit zu sagen, fing „Andreas Wild“ zu zagen und zu weinen an und gestand endlich seinen Anteil an dem Raubmord zwischen Laudenbach und Hemsbach.
„Köhler-Andres“ wurden bei dem Schauprozess gegen die Bande des Räubers „Hölzerlips“ in Heidelberg zahlreiche Straftaten zur Last gelegt.
Straßenräubereien:
Straßenraub bei Miltenberg am 3. September 1810
Straßenraub zwischen Wörth und Trennfurth am 4. September 1810
Straßenraub bei Mosbach am 11. Oktober 1810
Beraubung von Bauernwagen bei Frankfurt am Main am 3. Dezember 1810
Beraubung des Händlers Schlinck aus Bensheim am 4. Dezember 1810
Straßenraub an einem Salzfuhrmann im Herbst 1810
Straßenraub bei Dörnigheim am 25. Januar 1811
Straßenraub am 1. Mai 1811 zwischen Laudenbach und Hemsbach mit Mord an dem Schweizer Kaufmann Rieder
Einbrüche und Diebstähle:
Kleiderdiebstahl in Ueberau (Urberach?), 14 Tage vor dem Johannistag 1810
Kirchendiebstahl in Breitenbiehl bei Miltenberg am 4. September 1810
Bienendiebstahl in Wilhelmsfeld und Flo-ckenbach im Herbst 1810
Bienendiebstahl bei Zuzenhausen im Herbst 1810
Einbruch in Wilhelmsbad bei Hanau in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1811
Kleiderdiebstahl in Heiligkreuzsteinach am 28. Januar 1811
Einbruch in Bürgstadt bei Miltenberg am 20. März 1811
Einbruch in Adelsheim in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1811
Diebstahl in Simmringen in Württemberg in der Nacht vom 8. auf den 9. April 1811
Versuchter Einbruch in Külsheim in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1811
Dörrfleischdiebstahl in Dörlesberg am 24. April 1811
Dörrfleischdiebstahl in Walldürn acht Tage nach Ostern 1811
Diebstahl eines Branntweinkessels in Obrigheim
Die peinlichen Verhöre mit Tortur und Folter gegen die am Postkutschen-Überfall zwischen Laudenbach und Hemsbach beteiligten Räuber durch den Heidelberger Stadtdirektor Ludwig Pfister dauerten wochenlang. Pfister wollte am „Hölzerlips“ und seinen Männern ein Exempel statuieren. Anschließend inszenierte man in Heidelberg mit großem Aufwand einen Schauprozess. Während der Haft betreute der Heidelberger Stadtpfarrer Theodor Dittenberger den „Hölzerlips“ und seine Mitgefangenen, protokollierte ihre Gespräche und beschrieb ihr Verhalten.
Vier Hinrichtungen in Heidelberg
Vier Räuber wurden am 31. Juli 1812 kurz nach 12 Uhr auf dem Marktplatz in Heidelberg öffentlich zum Tod verurteilt. Georg Philipp Lang („Hölzerlips“), Philipp Friederich Schütz („Manne Friederich“), Veit Krähmer sowie der frühere Maurer und spätere Krämer Matheus Oesterlein („Krämer-Mathes“). Über ihn heißt es, er habe oft seine Augen zusammengezogen und dann finster dreingeblickt.
Zur allgemeinen Überraschung begnadigte man die zwei jungen Räuber Andreas Petri und Sebastian Lutz in letzter Minute durch ein feierlich verlesenes Schreiben des Großherzogs Karl von Baden (1786–1818). Ihre Todesstrafen wurden in lebenslängliche Zuchthausstrafen umgewandelt.
Der öffentliche Schuldspruch auf dem Heidelberger Marktplatz gegen die Räuberbande des „Hölzerlips“ wurde von dem Zeichenlehrer Friedrich Rottmann (1768–1816) auf einer Radierung und auf einem Aquarell dokumentiert. Auf den Bildern ist eine große Anzahl Menschen zu sehen, die auf dem Marktplatz und aus den Fenstern der angrenzenden Häuser der Urteilsverkündung beiwohnten.
Danach transportierte man die vier weißgekleideten zum Tode verurteilten Männer auf dem Schandkarren durch die Hauptstraße zum Richtplatz vor der Stadt, wo sie auf dem Schafott des Scharfrichters ihr Leben verloren. Die Leichen gelangten ins Anatomische Institut der Universität Heidelberg. „Köhler-Andres“ und „Basti“ kamen später nach Mannheim ins Zuchthaus.
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Elisabetha Margaretha Petri:
Die älteste Tochter
des „alten Schwarzen Peter“
Das zweitälteste Kind des „alten Schwarzen Peter“ und seiner Frau war die Tochter Elisabetha Margaretha Petri. Sie gehörte zu den insgesamt sechs Kindern, die im Weiler Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück geboren wurden.
Elisabetha Margaretha erblickte am 17. Januar 1784 das Licht der Welt. Wie ihre Eltern und ihre Geschwister geriet auch sie bald auf die „schiefe Bahn“.
Das Mädchen lernte in der Gegend von Brombach im Odenwald den verheirateten Förster Johann Daniel Lüttich kennen, dessen Vater als Förster in Wattenheim arbeitete. Lüttich, der wegen eines Mordes auf der Flucht war, verschwieg Margaretha anfangs seine Ehe und wurde ihr Geliebter.
Der Förstersohn nannte sich – in Anlehnung an den Wohnort seines Vaters – „Simon Friedrich Wattenheim“ und ging mit Margaretha nach Bischofsheim an der Tauber, wo er im Winter 1805/1806 als Harzbrenner im Wald arbeitete. Als seine Frau herausfand, wo er sich aufhielt, suchte sie ihn zusammen mit ihren zwei Kindern auf, er schaffte es aber, sie durch fürchterliche Drohungen abzuschrecken.
Nun wusste Margaretha also Bescheid über die wahren Verhältnisse von Lüttich. Sie hatte aber bereits ein uneheliches Kind mit ihm gezeugt, blieb mit ihm zusammen und bekam später noch ein zweites Kind.
Großherzog lehnt Begnadigung ab
Am 4. Mai 1807 raubte Johann Daniel Lüttich auf der Straße zwischen Beerfelden und Schönau im Beisein von Margaretha einem Mädchen ein dunkelblaues Tuch. Im September 1808 wurde Lüttich, der mit einer Flinte bewaffnet war, in einem Haus in Vorder-Heubach von einer Streifenpatrouille verhaftet. Am 22. August 1809 verurteilte man ihn in Mannheim wegen Landstreicherei und Wilddieberei zu einer vierjährigen Zuchthausstrafe.
Obwohl sie nicht verheiratet waren, gab sich Margaretha als Frau von Johann Daniel Lüttich aus und bat beim Großherzog Karl von Baden (1786–1818) um die Begnadigung ihres angeblichen Gatten. Diese Bitte wurde jedoch abgeschlagen.
Nach der Arretierung ihres Lebensgefährten erkaltete die Liebe von Margaretha zu Lüttich. Sie suchte Ersatz und wurde die Geliebte des 17 oder 18 Jahre alten Sebastian Lutz (Luz) alias „Basti“.
Sebastian Lutz stammte aus Neckargerach und war das Kind rechtschaffener Leute. Eine vornehme Person wollte ihn ein Handwerk lernen lassen, doch sein Vater verließ damals die Gegend des Odenwaldes, in der „Basti“ eine Lehre antreten sollte und beharrte darauf, dass er mit ihm ziehen solle. „Basti“ folgte dem Vater, trennte sich aber bald von ihm, trieb sich mit allerlei fahrendem Volk herum und zog später allein als Saitenspieler umher.
Durch sein musikalisches Talent freundete sich „Basti“ mit „Köhler-Andres“ an, der bekanntlich die Clarinette, Flöte und das Flageolett (eine Art Blockflöte) spielte.
Durch Andres kam „Basti“ mit der Räuberbande des „Hölzerlips“ in Verbindung. „Hölzerlips“ rühmte ihn einmal mit folgenden Worten: „Basti ist der härteste von uns allen. Wenn der als Räuber bis zu seinem 30sten Jahre fortgelebt hätte, so wäre Schinderhannes nichts gegen ihn gewesen.“
Elisabetha Margaretha Petri wurde am 8. und 9. April 1812 in Mannheim bei der Verhandlung vor dem Großherzoglichen Hofgericht anlässlich der Untersuchung gegen Veit Krähmer und seine Komplizen verurteilt. Sie erhielt eine halbjährige Zuchthausstrafe unter Anrechnung des bis dahin abgesessenen Arrestes. Gründe für die Verurteilung waren die Mitwisserschaft eines von Johann Daniel Lüttich verübten Raubes sowie Ehebruch und Gaunerei.
Einige Monate später – am 31. Juli 1812 – entging Elisabetha Margarethas junger Geliebter „Basti“ in letzter Minute seiner Hinrichtung. Großherzog Karl von Baden (1786–1818) wandelte seine Todesstrafe in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe um. Vier seiner ehemaligen Räuberkomplizen dagegen starben unter dem Schwert des Scharfrichters.
1813 wurden Margarethas Mutter Maria Katharina und der Rest der Familie Petri im Arrondissement Simmern wegen Bettelns und Hausierens verhaftet. Ihre Mutter kam später in das Bettelhaus nach Trier, wohin auch eine Tochter – vermutlich Elisabetha Margaretha – gebracht wurde, der jedoch die Flucht gelang. Danach hörte man nichts mehr von ihr.
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Johann Georg und Leonhard:
Die jüngsten Söhne
des „alten Schwarzen Peter“
Johann Georg Petri war der zweitjüngste Sohn des „alten Schwarzpeter“ und seiner Frau Maria Katharina. Er wurde um 1794/1795 in der Glashütte im Soonwald geboren. Dort arbeitete sein Vater, der oft den Wohnort wechselte, fast vier Jahre lang als Holzfäller.
Der Tag von Johann Georgs Taufe im Jahre 1795 in der Kirche von Seibersbach wurde von einem tragischen Ereignis überschattet. Zur Kindstaufe hatte der „alte Schwarzpeter“ auch Johann Jakob Krämer („Iltis-Jakob“) und dessen schöne Frau eingeladen. Nach der Taufe in der Kirche feierte die Taufgesellschaft, zu der auch ein Teil der Belegschaft der Glashütte im Soonwald gehörte, in einer Gastwirtschaft. Anschließend wanderte die Taufgesellschaft gemeinsam zum etwa zwölf Kilometer entfernten Liebshausen.
Unterwegs ging der „alte Schwarzpeter“ ein Stück des Weges neben der Frau des „Iltis-Jakob“, auf die er ein Auge geworfen hatte. Im Wald blieben die beiden zeitweise ein wenig hinter der übrigen Gesellschaft zurück. Dabei wurden sie von dem jüdischen Viehhändler Simon Seligmann aus Seibersbach in einer eindeutigen Situation beobachtet. Seligmann ging danach sofort zum „Iltis-Jakob“ und erzählte diesem, „er hätte den Schwarz-Peter und des Ildes-Jakobs Frau, in einer Lage angetroffen, welche notwendigerweiße die Eifersucht ihres Mannes rege machen mußte“ – so formulierte es später einmal der „Schinderhannes“.
Daraufhin kam es zum Streit zwischen den Eheleuten Krämer, der bald ausartete und damit endete, dass der „Iltis-Jakob“ – so „Schinderhannes“ – seiner Frau voller Wut „einen so schrecklichen Schlag versetzte“ ... „dass sie auf der Stelle den Geist aufgab“. Der „alte Schwarzpeter“ und ein Schuster aus dem Naheland wollten dem rasenden „Iltis-Jakob“ Einhalt gebieten. Dabei schlug der „Iltis-Jakob“ dem „alten Schwarzpeter“ eine große Zehe „entzwei“.
Bei der gerichtlichen Untersuchung im August 1795 gestand Johann Jakob Krämer, seine Frau aus Eifersucht „ein wenig gezüchtigt“ zu haben. Der untersuchende Arzt hatte allerdings elf Hieb- und Stichwunden festgestellt, von denen zwei so schwer waren, dass jede von ihnen allein bereits tödlich gewesen wäre.
Einige Jahre später büßte der Viehhändler Simon Seligmann seine Mitteilungsfreudigkeit mit dem Leben. Er wurde – wie erwähnt – am 12. August 1798 von dem betrunkenen „alten Schwarzpeter“ im Beisein und vermutlich mit Hilfe des „Schindeshannes“ in Nähe des Forsthauses Thiergarten zwischen Argenthal und Stromberg im Soonwald brutal ermordet und ausgeraubt.
Auch Johann Georg Petri konnte sich den schlechten Einflüssen seiner Familie nicht entziehen. Wenn seine Mutter Maria Katharina Petri und andere Frauen beispielsweise auf dem Markt in Wertheim Diebstähle begingen, benutzten diese den damals 13 bis 14 Jahre alten Jungen als Helfershelfer. Sie gaben dem unverdächtig erscheinenden Kind die von ihnen entwendeten Gegenstände zur Aufbewahrung.
Johann Georg Petri und sein jüngerer Bruder Leonhard Petri (geboren um 1803/1804) wurden beim Prozess in Heidelberg gegen die Bande des Räubers Georg Philipp Lang („Hölzerlips“) befragt. Sogar der erst sieben Jahre alte Leonhard Petri, das jüngste der insgesamt neun Kinder des „alten Schwarzpeter“, fiel dabei durch seine Gerissenheit und Verlogenheit auf. Er leugnete hartnäckig, einen Bruder namens Andres (Andreas) zu kennen.
Doch es gelang den Untersuchungsrichtern, unbescholtene Leute ausfindig zu machen, in deren Häusern sich „Johann Wild“, wie sich der „alte Schwarzpeter“ damals nannte, mit seiner Familie aufgehalten hatte. Die Zeugen sagten aus, dass der „alte Wild“ einen Sohn namens Andres habe.
Daraufhin gab der „alte Wild“ die Existenz des Sohnes Andres zu. Er habe aber nichts von ihm wissen wollen, weil Andreas ein unfolgsamer Bub sei, der in der Welt herumlaufe. Aber er wisse keine schlechten Streiche von ihm.
Nach dem Vater bekannte auch der junge „Leonhard Wild“ alias Leonhard Petri einen Bruder Andres zu haben. Sein früheres Leugnen entschuldigte der Kleine mit der frechen Behauptung, er habe nur nicht daran gedacht.
Lange bestritt auch die Mutter Maria Katharina Petri, dass sie einen Sohn mit dem Namen Andres habe. Doch schließlich räumte sie dies ein und rechtfertigte ihr Leugnen ähnlich wie ihr Mann, der „alte Wild“. Im Lügen waren offenbar alle Angehörigen der Familie des „alten Schwarzpeter“ wahre Meister.
Ein kleiner Hauch von der Gerissenheit des „alten Schwarzpeter“ gehört auch zu dem nach ihm benannten Kartenspiel, wenn es darum geht, ungerührt seinen Mitspielern die Peterkarte anzudrehen. Sollte dem Verlierer die Nase geschwärzt werden, sähe er zumindest ein klein wenig so aus wie zeitweilig der ehemalige Holzfäller, Kohlenbrenner und Räuber.
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Daten im Leben
des „alten Schwarzen Peter“
24. März 1752: Geburt von „Peter Petri dem Älteren“ alias „der alte Schwarze Peter“ in Burgen bei Veldenz im Moselgebiet
Um 1780: Heirat des „alten Schwarzpeter“ mit Maria Katharina Neumann
Um 1780: Der „alte Schwarzpeter“ baut neben der Behausung seines Schwiegervaters Johann Georg Neumann in Hüttgeswasen bei Allenbach im Hunsrück eine Hütte.
2. Mai 1781: Geburt des Sohnes Johann Peter Conrad Petri („der junge Schwarzpeter“) in Hüttgeswasen
17. Januar 1784: Geburt der Tochter Elisabetha Margaretha Petri in Hüttgeswasen
5. März 1787: Geburt des Sohnes Johann Christian Petri in Hüttgeswasen
2. November 1787: Tod des Sohnes Johann Christian Petri in Hüttgeswasen
11. November 1788: Geburt des Sohnes Abraham Petri in Hüttgeswasen
6. September 1791: Tod des Sohnes Abraham Petri in Hüttgeswasen
7. Dezember 1791: Geburt der Tochter Catarina Elisabeth Petri in Hüttgeswasen
12. Februar 1792: Tod der Tochter Catarina Elisabeth Petri in Hüttgeswasen
27. Dezember 1792: Geburt des Sohnes Johann Andreas Petri („Köhler-Andres“) in Hüttgeswasen
1792: Französische Soldaten brennen die Hütte der Familie des „alten Schwarzpeter“ in Hüttgeswasen nieder, worauf dieser kurz danach mit Familie den Weiler verlässt.
Nach 1792: Der „alte Schwarzpeter“ arbeitet als Holzfäller für die Gemeinden Beulich, Gondershausen, Schauren bei Kempfeld, Weiden bei Hottenbach, auf der Glashütte im Soonwald, im Münchwald und in der Gegend rechts von der Nahe.
1794/1795: Geburt des Sohnes Johann Georg Petri
1795: Bei der Taufe des Sohnes Johann Georg Petri: verhängnisvolles Techtelmechtel des „alten Schwarzpeter“ mit der Frau von Johann Jakob Krämer („Iltis-Jakob“), der diese im Streit tötet
Sommer/Frühherbst 1797: Johannes Bückler alias „Schinderhannes“ quartiert sich bei der Familie des „alten Schwarzpeter“ auf dem Hühnerhof bei Lauschied unweit von Kirn ein.
Spätsommer 1797: Der „alte Schwarzpeter“ beteiligt sich an einem nächtlichen Einbruch von insgesamt sechs Räubern in ein bewohntes Haus in Bärenbach bei Kirn.
1797/1798: Geburt der Tochter Louise des „alten Schwarzpeter“
25. Januar 1798: Nächtlicher Einbruch auf die Spaller Ziegelhütte von Johann (Martin) Schmitt durch sechs Räuber, darunter der „alte Schwarzpeter“ und der „junge Schwarzpeter“ sowie der „Schinderhannes“
Anfang August 1798: Diebstahl von zwei Pferden des Bauern Johann Klump in Ellern zwischen Argenthal und Rheinböllen durch den „alten Schwarzpeter“ und den „Schinderhannes“
12. August 1798: Mord des „alten Schwarzpeter“ zusammen mit dem „Schinderhannes“ an dem jüdischen Viehhändler Simon Seligmann aus Seibersbach in Nähe des Forsthauses Thiergarten zwischen Argenthal und Stromberg im Soonwald
Spätsommer/Herbst 1798: Der „Schinderhannes“ wohnt beim „alten Schwarzpeter“ auf dem „Steinhardter Hof“.
September 1798: Verhaftung des „alten Schwarzpeter“ auf dem Dreiweiher Hof bei Hallgarten, nördlich von Obermoschel
Herbst 1798: Flucht des inhaftierten „alten Schwarzpeter“ aus dem Turm von Simmern
27. April 1799: Marie Elisabeth Neumann, die Schwiegermutter des „alten Schwarzpeter“, stirbt in Hüttgeswasen.
14. Januar 1802: Überfall auf den Müller Adam Kratzmann in Merxheim durch fünf Räuber, darunter der „alte Schwarzpeter“ und der „Schinderhannes“
12. April 1802: Der „alte Schwarzpeter“ nimmt an der „Räuberparade“ des „Schinderhannes“ vor der Ölmühle von Wilhelm Bollenbach bei Oberhausen a. d. Nahe teil.
Frühjahr 1802: Der „alte Schwarzpeter“ hält sich zur Zeit der Verhaftung des „Schinderhannes“ im Soonwald auf und entgeht dort dem Zugriff der Behörden.
13. Februar 1803: Johann Georg Neumann, der Schwiegervater des „alten Schwarzpeter“, stirbt in Hüttgeswasen.
20. November 1803: Der Räuber „Schinderhannes“ und 19 seiner Komplizen werden in Mainz zum Tode verurteilt. Gegen 21 weitere Angeklagte werden teilweise hohe Haftstrafen verhängt. „Peter Petri der Jüngere“, der Sohn des „alten Schwarzpeter“ beispielsweise, erhält eine Kettenstrafe von 15 Jahren. 20 Beschuldigte werden freigesprochen.
21. November 1803: Der Räuber „Schinderhannes“ und 19 seiner Komplizen werden in Mainz hingerichtet.
1803/1804: Geburt des Sohnes Leonhard Petri
22. Oktober 1809: Straßenraub des „alten Schwarzpeter“ im Bauland
Juni 1810 (14 Tage vor dem Johannistag): Kleiderdiebstahl des „alten Schwarzpeter“ in Überau (Urberach?)
11. Dezember 1810: Straßenraub des „alten Schwarzpeter“ zusammen mit dem Räuber „Hölzerlips“ bei Mosbach
Spätjahr 1810: Schweinediebstahl des „alten Schwarzpeter“ in Brombach
Beraubung der Tuchmacher bei Groß-Reicholheim (genaues Datum nicht angegeben)
Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1811: Kleiderdiebstahl in Heiligkreuzsteinach
Nacht vom 23. auf den 24. März 1811: Einbruch des „alten Schwarzpeter“ in Adelsheim. Beraubt wird der Krämer Conrad Kleinbach.
Nacht vom 8. auf den 9. April 1811: Diebstahl des „alten Schwarzpeter“ in Messel bei Darmstadt
Nacht vom 23. auf den 24. April 1811: Versuchter Einbruch des „alten Schwarzpeter“ in Külsheim
5. Mai 1811: Der unter dem falschen Namen „Johann Wild“ im Odenwald lebende „alte Schwarzpeter“ wird nach dem Überfall auf eine Postkutsche, der in der Nacht zum 1. Mai 1811 zwischen Laudenbach und Hemsbach an der Bergstraße verübt wurde und an dem er nicht beteiligt war, festgenommen. Im Verlauf der Ermittlungen kommt durch Angaben des Mitgefangenen Veit Krähmer seine wahre Identität ans Tageslicht.
11. November 1811: Auslieferung des „alten Schwarzpeter“ an die französischen Behörden in Mainz
April 1812: Elisabetha Margaretha Petri, eine Tochter des „alten Schwarzpeter“ wird in Mannheim unter Anrechnung des bis dahin abgesessenen Arrestes zu einer halbjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Gründe für die Verurteilung sind die Mit-wisserschaft für einen von ihrem ehemaligen Geliebten Johann Daniel Lüttich ver-übten Raub sowie Ehebruch und Gaunerei.
31. Juli 1812: Die Todesstrafen von Johann Andreas Petri („Köhler-Andres“), eines Sohnes des „alten Schwarzpeter“, und von Sebastian Lutz („Basti“) werden in Heidelberg in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Vier andere Räuber aus der Bande des „Hölzerlips“ verlieren durch das Schwert des Scharfrichters ihr Leben.
1812: Verurteilung des „alten Schwarzpeter“ in Mainz zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe
Ab 1812: Der „alte Schwarzpeter“ sitzt im Zuchthaus in Bicêtre bei Paris seine Strafe ab.
Nach 1812: Im Zuchthaus in Bicêtre bei Paris erfindet der „alte Schwarzpeter“ vermutlich das Kartenspiel „Schwarzer Peter“. Dort soll er nach jahrelangem Dahindämmern zu einem unbekannten Zeitpunkt im Säuferwahn gestorben sein.
1813: Maria Katharina Petri, die Frau des „alten Schwarzpeter“, und der Rest ihrer Familie werden im Arrondissement Simmern wegen Bettelns und Hausierens verhaftet. Maria Katharina kommt später in das Bettelhaus nach Trier. Dorthin wird auch ihre Tochter – vermutlich Elisabetha Margaretha – gebracht, die aber fliehen kann.
1817: Nach einem Gerücht wird der „alte Schwarzpeter“ noch einmal in der Treberhannes-Hütte im Soonwald gesehen.
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Personenregister
Anthoine, Dominik (Untersuchungsrichter in Mainz)
Bartsch, Barthel (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Bauer, Johannes, genannt „Schefflenzer Bub“ (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Baumbauer, Werner (Schwiegervater des Autors Ernst Probst)
Bayerlein, Peter (Mainzer Historiker, Autor der Bücher „Schinderhannes-Chronik“ und „Schinderhannes-Ortslexikon“)
Bläsius, Julchen (Geliebte des Räubers „Schinderhannes“)
Bollenbach, Wilhelm (Ölmüller bei Oberhausen an der Nahe)
Brandt, Hans-Peter (Kreisvolkshochschule Birkenfeld)
Brellinger, Christian (Untersuchungsrichter in Mainz)
Bückler, Franz Wilhelm (Sohn des „Schinderhannes“)
Bückler, Johannes, genannt „Schinderhannes“ (berühmtester Räuber Deutschlands, „Robin Hood des Hunsrücks“, „Robin Hood des Nahelandes“)
Bühler, Hans-Eugen (Autor einer Publikation, die sich unter anderem mit dem „Schwarzen Peter“ und seiner Familie befasst)
Christian, der rote (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Christmann, Gerhard (Besitzer eines seltenen Kupferstiches des „Schinderhannes“)
Delis, Martin, genannt „Zahnfranzen Martin“ (Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Dittenberger, Theodor (Heidelberger Stadtpfarrer)
Dreidel, Moses (Jude aus Rheinböllen)
Fink, Jakob, genannt „Roter Fink“ (Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Frank, Andreas, genannt „langer Andres“ (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Frick, Elisabeth (Opfer des „Schinderhannes“ und des „alten Schwarzpeter“)
Gethmann, Hans (Hotelier „Hochwaldhotel Gethmann“ in Hüttgeswasen)
Hahn, Jakob (Viehhirte aus Börfink)
Hanhart. Rudolph (Kaufmann aus der Schweiz, eines der Opfer beim Überfall auf eine Postkutsche)
Hartmann, Conrad (Taufpate des „jungen Schwarzpeter“ aus Börfink)
Heller (Helfer des „alten Schwarzpeter“ in Kleinweidelbach)
Herzog von Zweibrücken
Heusner, Johann Adam, genannt „Dicker Hanadam“ oder „Roter Hann-Adam“ (Anführer der Odenwald-Räuber)
Heusner, Stephan, genannt „langbeiniger Steffen“ (Bruder des Räubers Johann Adam Heusner, Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Hoffmann, Johann Adam („Peter Henrichs Hann-Adam“)
Hornberger, Carl (Holzfäller)
Jacobi, Joseph, einer der so genannten „Frankfurter Karlsbuben“ (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Karl, Großherzog von Baden
Karlsbuben, Frankfurter (Komplizen des Räubers „Hölzerlips“)
Kleinbach, Conrad (Krämer in Adelsheim, Opfer des „alten Schwarzpeter“)
Klump, Johann (Bauer aus Ellern, Opfer des „Schinderhannes“ und des „alten Schwarzpeter“)
Köhler, Johann (Opfer des „Schinderhannes“ und des „jungen Schwarzpeter“ aus Niederwörresbach)
Krähmer, Albert, genannt „Zunderalbert“ (Krämer und Räuber. Vater von Veit Krähmer)
Krähmer, Veit (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Krämer, Johann Jakob, genannt „Iltis-Jakob“ (Räuber)
Kratzmann (Krazmann), Adam (Müller bei Merxheim, Opfer des „Schinderhannes“ und des „alten Schwarzpeter“)
Lang, Georg Philipp, genannt „Hölzerlips“ (Holzhändler, Anführer der Odenwald-Räuber, „Robin Hood des Odenwaldes“)
Leiser (Händler aus Altenbamberg)
Leyendecker, Johann (Schuster aus Lauschied bei Kirn, Lehrmeister und Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Lucae, Christian Gustav (Professor für Anatomie am Senckenberg-Institut in Frankfurt am Main, untersuchte die Schädel des „alten Schwarzpeter“ und des „Schinderhannes“)
Lütger, Andreas (Käufer eines vom „Schinderhannes“ und „jungen Schwarzpeter“ gestohlenen Pferdes)
Lüttich, Johann Daniel (Förster, Räuber und Geliebter der Tochter Elisabetha Margaretha des „alten Schwarzpeter“)
Lutz (Luz), Sebastian, genannt „Basti“ (Freund von Andreas Petri, Geliebter der Tochter Elisabetha Margaretha des „alten Schwarzpeter“, Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Meyerhofen (Direktor des Schwurgerichts Simmern)
Müller, Johann Nikolaus, genannt „Hannikel“ (Zunderkrämer, Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Nagel, Franz Nikolaus (Abdecker aus Rimsberg und Onkel des „Schinderhannes“)
Neumann, Georg Wilhelm (Spießförster, Schwager des „alten Schwarzpeter“, Helfer des „Schinderhannes“)
Neumann, Johann Georg (Wirt, Köhler und Schwiegervater des „alten Schwarzpeter“)
Neumann, Marie Elisabeth, geborene Burger (Schwiegermutter des „alten Schwarzpeter“)
Neumann, Maria Sophia Henrietta (Helferin des „Schinderhannes“)
Oesterlein, Matheus, genannt „Krämer-Mathes“ (Krämer und Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Ovelog, Bernhard (königlich Württembergischer Quartiermeister, Opfer eines Überfalls der Bande des Räubers „Hölzerlips“)
Paulitzky (Friedensrichter in Kirn)
Pech (Pix), Otto (Altenburger Skatmaler)
Petri (Petry), Abraham (Sohn des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Catarina Elisabeth (Tochter des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Christina Margaretha (Mutter des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Elisabetha Margaretha (Tochter des „alten Schwarzpeter“, Geliebte zweier Räuber)
Petri (Petry), Johann Andreas, genannt „Köhler-Andres“ (Sohn des „alten Schwarzpeter“, Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Petri (Petry), Johann Christian (Sohn des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Johann Georg (Sohn des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Johann Peter (Vater des „alten Schwarzpeter“ aus Burgen bei Veldenz)
Petri (Petry), Johann Peter, genannt „Johann Peter Petri der Ältere“, der „alte Schwarzpeter“, der „alte Schwarze Peter“ (Holzfäller, Kohlenbrenner, Lehrmeister und Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Petri (Petry), Johann Peter Conrad, genannt „Peter Petri der Jüngere“, „junger Schwarzpeter“, „der junge Schwarze Peter“ (Kohlenbrenner und Komplize des „Schinderhannes“)
Petri (Petry), Leonhard (Sohn des „alten Schwarzpeter“)
Petri (Petry), Louise (Tochter des "alten Schwarzpeter")
Petri (Petry), Maria Katharina (Ehefrau des „alten Schwarzpeter“)
Pfeiffer, Heinrich (Komplize des Räubers „Hölzerlips“ und Geliebter von dessen Frau)
Pfister Ludwig (Heidelberger Stadtdirektor)
Philipp, der Bube (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Probst, Doris (Ehefrau des Autors Ernst Probst)
Probst, Stefan (Sohn des Autors Ernst Probst)
Reidenbach, Johann Georg, genannt „Lauschieder Hansjörg“ (Holzfäller, Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Rieder, Jacob (Kaufmann aus Winterthur, der beim Überfall auf eine Postkutsche ums Leben kommt)
Rinkert, Johann Martin (in der Hasenmühle bei Eppstein im Taunus geborener Komplize des Räubers „Schinderhannes“)
Roos, Heinrich (Bauer in Heinzenberg, Opfer des „Schinderhannes“ und des „jungen Schwarzpeter“)
Rottmann, Friedrich (Zeichenlehrer in Heidelberg)
Schlinck, Morell (Händler aus Bensheim, Opfer des Räubers „Hölzerlips“ und des „jungen Schwarzpeter“)
Schmitt, Georg, genant „großer Harzbube“ (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Schmitt, Hannes (Besitzer des Hühnerhofes in Hoppstätten sowie Opfer des „Schinderhannes“ und des „jungen Schwarzpeter“)
Schmitt, Johann (Martin) (Eigentümer der Ziegelhütte bei Spall, Opfer des „alten Schwarzpeter“ und des „Schinderhannes“)
Schuck, Christian (Landstreicher und Dieb)
Schütz, Philipp Friederich, genannt „Manne Friederich“ (Komplize des Räubers „Hölzerlips“)
Seligmann, Simon (jüdischer Viehhändler aus Seibersbach, Mordopfer des „alten Schwarzpeter“ und des Räubers „Schinderhannes“)
Stumm (Fabrikanten aus Birkenfeld, Opfer des „Schinderhannes“)
Thiel, Klaus (Sammler von mehr als 1000 „Schwarzer-Peter-Spielen“)
Wattenheim, Simon Friedrich (Deckname des Försters Johann Daniel Lüttich und Geliebten der Tochter Elisabetha Katharina des „alten Schwarzpeter“)
Weber Joseph, genannt „Krug Joseph“ (Komplize des „Schinderhannes“)
Werner, Johann Wilhelm (Untersuchungsrichter in Mainz)
Wernher, Julie (Ehefrau des Untersuchungsrichters in Mainz)
Wiegland, Wilfried (Besitzer des „Steinhardter Hofes“ bzw. „Steinerten Hofes“ in Steinhardt bei Sobernheim)
Wild, Andreas (Deckname von Andreas Petri alias „Köhler-Andres“)
Wild, Johann (Deckname von „Peter Petri der Ältere“ alias der „alte Schwarzpeter“)
Wild, Leonhard (Deckname eines Sohnes des „alten Schwarzpeter“)
Winkel, Thomas (Käufer von gestohlenem Tuch aus Hundheim)
Wischums, Apollonia (Ölmüllerin und Witwe in Allenbach)
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Literatur
BAYERLEIN, Peter: Schinderhannes-Chronik, Mainz-Kostheim 2003
BAYERLEIN, Peter: Schinderhannes-Ortslexikon, Mainz-Kostheim 2003
BECKER, Johann Nikolaus Becker: Actenmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beyden Ufern des Rheins, Köln 1804
BOEHNKE, Heiner: Die deutschen Räuberbanden, 3 Bände, Erlangen 1991
BÜHLER, Hans-Eugen: Beiträge zur Geschichte des Amtes Allenbach. 1. Teil. Die Bedeutung der Holzhauer- und Kohlenbrennerkolonie Hüttgeswasen zwischen 1600 und 1900, Birkenfeld 1984
DOBRAS: Wolfgang: Schinderhannes. Prozess und Urteil 1803. Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Band 33, Herausgegeben von der Stadt Mainz, Mainz 2003
KRAUSNICK, Michail: Räuber. Das abenteuerliche Leben des Mannefriedrich. Ein dokumentarischer Roman, Reinbek 1978
Nacken, Edmund: Die wahre Geschichte des Johannes Wilhelm Bückler – wie er wirklich war. Dokumentarbericht nach den Originalakten und anderen Quellen, Simmern 1961
PFISTER, Ludwig: Nachtrag zu der aktenmäßigen Geschichte der Räuberbanden an beiden Ufern des Mains, im Spessart und im Odenwalde. Enthaltend vorzüglich auch die Geschichte der weitern Verhaftung, Verurtheilung und Hinrichtung der Mörder des Handelsmanns Jacob Rieder von Winterthur, Heidelberg 1812
PROBST, Ernst: Julchen Blasius, die Braut des legendären Räubers Schinderhannes. Aus: PROBST, Ernst: Superfrauen 1 – Geschichte, Mainz-Kostheim 2001
WERNHER, Wilhelm: Wilhelm Johann Wernher. Sein Leben und seine Thätigkeit, Zweibrücken 1981